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Full text of "Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken"

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QUELLEN UND FORSCHUNGEN 



AUS ITALIENISCHEN ARCHIVEN UND BIBLIOTHEKEN 



HERAUSGEGEBEN VOM 



KOENIÖL PREUSSISCHEN 



HISTORISCHEN INSTITUT IN ROM. 



Band VIIL 




ROM 

VERLAG VON LOESCHER & C.» 

(liRETSCHNElDER & REGEKBKKg) 



l'JOö 



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V 
5 



Borna, Tipografia deil'Unione Cooperativa Editrice, Via Federico Cesi, 45. 



INHALTS-VERZEICHNIS 



Seite 
Jahresbericht des Historischen Instituts 1904 05 . . i-x 

P. Kehr Das Brief buch des Thomas von Gaeta Justi- 
tiars Friedrichs II 1-76 

F. Schneider Bistum und Geldwirtschaft. Zur Ge- 
schichte Volterras im Mittelalter (Teil I) . . . . 77-112 

E. Göller Der Liber Taxarum der Päpstlichen Kam- 
mer 113-173. 305-343 

K. Schell hass Zur Lebensgeschichte des Laurentius 

Albertus 174-195 

C. A. Garufi Documenti dell'epoca Sveva .... 196 205 

li. V. Sauerland Drei Urkunden zur Geschichte ^der 
Heirat des Herzogs Otto von Braunschweig und der 
Königin Johanna I. von Neapel ....... 206-216 

tl. Niese Zur Geschichte des deutschen Soldrittertums 

in Italien 217-248 



IV INHALTS-VERZEICHNIS 

Seite 

J. Haller England und Rom unter Martin V . . . 249-304 

Bibliographie 344-433 

\ Nachrichten 434-435 

• ^ ^ ^ Verzeichnis der in der Bibliographie 
verwandten Abkürzungen (Supple- 
ment) 436-441 

Personalien , 442 



JAHRESBERICHT DES HISTORISCHEN INSTITUTS 

1904/05. 



Das Institut hat während des Jahres 1904/05 Dank dem 
ausserordentlichen Interesse, welches die hohe Staatsregierung, vor- 
züglich der Herr Präsident des Staatsministeriums und der Herr 
Minister der geistlichen usw. Angelegenheiten, an dem weitern 
Ausbau des Instituts genommen liaben, sowohl in seiner äussern 
Ausgestaltung wie in seinen wissenschaftlichen Arbeiten grosse 
Fortschritte gemacht. Es hat zunächst eine weitere Verstärkung 
seiner Mittel und Vermehrung seiner Mitglieder erfahren. Eine 
neue Hülfsarbeiterstelle wurde bewilligt und auch die sächlichen 
Fonds wurden erheblich vermelirt. Es traten in den Verband des 
Instituts neu ein: am 1. Juli 1904 Dr. Fedor Schneider, zuerst 
als Hülfsarbeiter, vom 1. Oktober 1904 ab als Assistent, früher 
Mitarbeiter der Monumenta Germaniae historica in Berlin, und 
am 1. Oktober 1904 Dr. Hans Niese aus Marburg als Hülfsar- 
beiter und Dr. Ludwig Cardauns aus Köln als Volontär. 

Der Herr Minister der geistlichen usw. Angelegenheiten, dessen 
Wohlwollen wir bereits die sachkundige Verwaltung der Bibliothek 
durch einen Fachmann, den Hülfsbibliothekar Dr. Pries ack (seit 
Februar 1904), verdanken, entsandte vom 1. April 1904 ab auf 
ein Jahr den Oberlehrer Dr. Heinrich Otto vom Gymnasium in 
Hadamar und vom 1. Januar 1905 ab auf ein halbes Jahr den 
Oberlehrer Professor Dr. Paul Kalkoff vom Maria-Magdalenen- 
gymnasium in Breslau an das Institut, und bewilligte vom 1, Feb- 
ruar 1905 ab dem Dr. Philipp Hiltebrandt aus Berlin ein 
Stipendium zu Forschungen über die preussisch-römischen Bezie- 
hungen im 18. Jahrhundert. 

Leider hat das Institut den Verlust zweier geschätzter Mit- 
glieder zu beklagen gehabt. Am 17. Mai 1904 starb, ein Opfer des 



II JAHRESBERICHT DES HISTORISCHEN INSTITUTS 

Tvplius, Dr. Paul Wittichen. Mit einem Stipendium des Herrn 
Kultusministers ausgestattet, sollte Wittichen Materialien zur neue- 
ren Geschichte in den Archiven Roms sammeln und bearbeiten. 
Tklitten aus ertragreicher Arbeit, die für die Zukunft das Beste 
versprach, ist er uns entrissen worden. 

Am 1. Oktober 1904 schied Dr. Jakob Schwalm aus dem 
Verbände des Instituts, dem er nur ein Jahr als Erster Assistent 
angehört hatte. Er folgte einem Ruf an die Bibliothek in Hamburg. 

Das Institut besteht somit zur Zeit aus folgendem Personal : 
dem Direktor und Ersten Sekretär Geheimen Regierungsrat Pro- 
fessor Dr. Kehr, dem zweiten Sekretär Professor Dr. Schellhass, 
den beiden Assistenten Dr. GöUer und Dr. Schneider, den beiden 
Hülfsarbeitern Dr. Meyer und Dr. Niese, dem Volontär Dr. Car- 
dauns, dem Stipendiaten Dr. Hiltebrandt, den Oberlehrern Dr. Otto 
und Professor Dr. Kalkoff und dem Bibliothekar Dr. Priesack. 

Wie im vergangenen Jahre ist vorzüglich die Ausgestaltung und 
Vermehrung der Bibliothek, der der Bibliothekar Dr. Priesack 
sich ausschliesslich widmete, mit Nachdruck betrieben worden. 
Wie notwendig eine den Bedürfnissen der Forschung einigermassen 
entsprechende historische KonsultationsBibliothek in Rom ist, be- 
weist die Zahl der Benutzer; sie hat sich gegen das Vorjahr ver- 
doppelt. Und wie nützlich sie auch über die engeren Kreise der 
deutschen Gelehrten hinaus sich bew^ährt, zeigt die Tatsache, dass 
die Hälfte der Benutzer nichtdeutsche, hauptsächlich französische 
und italienische Gelehrte waren, welche eifrig von der Wohltat 
einer historische Spezialforschungen ermöglichenden Bibliothek 
Nutzen zogen. 

Sie hat auch in diesem Jahre Dank der dem Institut bewil- 
ligten reicheren Mittel erheblich vermehrt werden können. Das 
Zugangsverzeichnis zeigt für 1904 an 1124 Nummern in 2297 
Bänden. Davon verdanken wir eine grosse Zahl der Munitizenz der 
Behörden und einzelner Geschenkgeber. Dem Herrn Minister der 
geistlichen usw. Angelegenheiten schulden wir ehrerbietigen Dank 
für Lexis' ünterrichtswesen im deutschen Reich (6 Bände) und für 
Erman-Horn Bibliographie der deutschen Bibliotheken, dem Direkto- 
rium der Preussischen Staatsarchive für die Mitteilungen der Preus- 
sischen Archivverwaltung, der Akademie der Wissenschaften in Ber- 
lin für die Politische Korrespondenz Friedrichs des Grossen, der Ver- 



JAHRESBERICHT DES HISTORISCHEN INSTITUTS III 

waltung der Biblioteea Vaticana für die Studi e documenti di storia 
e diritto, dem Verein für Geschichte und Altertum Schlesiens für 
die Zeitschrift des Vereins und für mehrere Bände der Acta pu- 
blica und der Scriptores rerum Silesiacarum, dem kirchengeschicht- 
lichen Verein in Freiburg i. Br. Dank der Intervention des Herrn 
Erzbischofs Dr. Nörber für das Freiburger Diözesanarchiv (28 Bände), 
ferner dem Landesausschuss des Königreichs Böhmen, der Direk- 
tion des Staatsarchivs in Basel und der historischen Gesellschaft 
der Provinz Posen. Seine Durchlaucht Fürst Max Egon von Für- 
stenberg schenkte dem Institut das Fürstenbergische Urkunden- 
buch (8 Bände) und die Mitteilungen aus dem Fürstenbergischen 
Archiv. Herr Dr. Ferdinand Güterbock in Berlin schenkte einen 
Teil der Bibliothek des verstorbenen Professors Dr. W. Naude, 
282 Bände und 66 kleine Schriften. Diesen Gönnern sei auch an 
dieser Stelle unser herzlichster Dank ausgesprochen. 

Wir sind ferner zu Dank verpflichtet der Direktion der Ecole 
fran9aise de Rome, der Königlichen Bibliothek in Berlin, den Uni- 
versitätsbibliotheken in Göttingen und Giessen und der Oetfentli- 
clien Bibliothek in Dresden, welche auf unser Ersuchen Hand- 
schriften zu unserer und auswärtiger Gelehrten (Professor A. Cri- 
vellucci in Pisa, Dr. Gabriel! Bibliothekar der Corsiniana in Rom, 
und Don G. Mercati Scriptor an der Vaticana) Benutzung dem 
Institut übersandten. 

Auch die äussere Einrichtung des Instituts ist jetzt 
wenigstens für die augenblicklichen Bedürfnisse ausreichend. Mit 
Genehmigung des Kuratoriums wurden zu den bisherigen Instituts- 
räumen zwei weitere Säle hinzugemietet, so dass das Institut jetzt 
über fünf grössere Zimmer verfügt, die zu Bibliotheks- und Arbeits- 
räumen hergerichtet sind. Es sind auf diese Weise 24 Arbeitsplätze 
geschaffen, die in der Tat an manchem Winterabend bis auf den letz- 
ten besetzt gewesen sind. Fremde Gäste, deutsche, französische und 
italienische Gelehrte, stellten sich häufig ein, unter ihnen der Leiter 
des neugegründeten Niederländischen Instituts, Herr Dr. Gisbert 
Brom, dem die Erlaubnis, die Bibliothek seines Instituts bei uns 
unterzuLringen, gern gewährt wurde. Auch die Herren der Görres- 
gesellschaft waren willkommene und häufige Gäste. 

Zum regelmässigen Dienst des Instituts gehören die an Zahl 
und an Umfans: von Jahr zu Jahr zunehmenden Recherchen 



IV JAHRESBERICHT DES HISTORISCHEN INSTITUTS 

fCir auswäi-tige Gelehrte. *Das Institut ist dazu verpflichtet, soweit 
nicht die eigenen Aufgaben dadurch beeinträchtigt werden. In der 
Tat hat manche Recherche wochenlang die Mitglieder des Instituts 
beschäftigt, und nicht immer reichten die verfügbaren Kräfte aus, 
die Desiderien unsrer Auftraggeber so schnell als sie es wünschen 
mochten, zu befriedigen. Soweit es möglich war, sind sie aber alle 
erledio-t worden, und auch Ausländern ist das Institut gern behülf- 
lich gewesen. 

Drei Hauptgebiete sind es, denen zur Zeit die wissenschaft- 
lichen Arbeiten der Mitglieder des Instituts vor allen andern 
gewidmet sind. 

I. Die N u n t i a t u r b e r i c h t e, von Anfang an das vornehmste 
Arbeitsgebiet des Instituts, sind in dem verflossenen Jahr nach- 
drücklich gefördert worden. 

Es schien zunächst erwünscht, die in der ersten Serie der Nun- 
tiaturen gelassene Lücke von 1540-44 (Band V-VII) baldigst aus- 
zufüllen. Hierfür wurde als Bearbeiter Dr. Card au ns gewonnen 
der am 1. Oktober 1904 beim Institut als Volontär eintrat. Er hat 
die schon früher von Herrn Professor Friedensburg gesammelten 
Materialien der deutschen, spanischen und französischen Nuntia- 
turen des Vatikanischen Arcliivs, der Carte Cerviuiane des Floren- 
tiner Staatsarchivs und der Carte Parnesiane der Staatsarchive in 
Neapel und Parma für die Zeit von November 1539 bis Juli 1540, 
also hauptsächlich die Akten der Legation Alessandro Farnese's nach 
Frankreich und den Niederlanden und Cervini's an den Kaiserhof, 
im Zusammenhang mit den bereits vorhandenen Publikationen 
bearbeitet. 

Auch die noch ausstehenden Bände X und XI der ersten Serie 
sollen möglichst bald zur Publikation gebracht werden. Sie ist von 
dem kompetentesten Kenner dieser Materie, die er zum grössten Teil 
selbst zusammengebracht hat, von Herrn Archivdirektor Professor 
Dr. Friedensburg in Stettin übernommen worden. Einige noch 
fehlende Abschriften und Notizen soll Dr. Cardauns im Laufe des 
Sommers besorgen. Der Druck wird dann bald begonnen werden 
können. 

In der dritten Serie ist Band III der Nuntiatur des Bartolo- 
meo Portia im Manuskript durch Professor Dr. ScheUhass bereits 
soweit gefördert worden, dass noch in diesem Sommer mit dem 



JAHRESBERICHT DES HISTORISCHEN INSTITUTS V 

Druck begonnen werden kann. Der Hülfsarbeiter Dr. A. 0. Meyer 
endlich, welcher die Prager Nuntiaturberichte von 1603 ab über- 
nommen hat, hat das Material bis März 1605 im wesentlichen 
zum Druck vollendet. 

II. üeber die Fortsetzung des Repertorium Germani- 
c um, 'die von allen Seiten als dringend wünschenswert anerkannt 
worden ist, hat das Kuratorium auf den Antrag des Wissenschaft- 
lichen Beirats und auf Grund von Gutachten der Herren Dr. Ar- 
nold, Prof. Haller, Prof. Tangl und des Direktors des Instituts 
bestimmt, dass von dem Druck der Scheden Eugens IV. (als Fort- 
setzung des ersten 1897 erschienenen Bandes) zunächst abgesehen 
werden und dass das Repertorium fortab lediglich als ein doppeltes 
Register (Personen- und Ortsregister) für jedes Pontifikal ausgear- 
beitet werden soll. Auf Grund dieser Bestimmungen hat der Assi- 
stent Dr. Göller das bis dahin zurückgestellte Pontifikat des 
Gegenpapstes Clemens' VII. zu bearbeiti'n begonnen und einen Teil 
der Papierregister dieses Papstes, die Instrumenta miscellanea und 
die Supplikenregister des ersten Pontifikatsjahres bereits durchge- 
sehen. Besonders der Gewinn aus den Supplikenregistern war weit 
reicher als zuerst erwartet wurde. Dr. Göller hofft die Suppliken- 
register Cleruens' VII. bis zum Schluss der diesjährigen Archiv- 
campagne und die andern Materialien Clemens' VII. im Verlauf 
des Jahres 1906 abschliessen zu können. 

III. Schon bei der Begründung der Historischen Station in 
Rom war dem werdenden Institut die Aufgabe gestellt worden, 
die römischen und italienischen Archive un d Biblio- 
theken systematisch zu durchforschen und alle für die 
deutsche Geschichte irgend wichtigen Materialien zu verzeichnen. 
Allein Mangel an Mitteln und Kräften nötigte gleich Anfangs zu 
einer engeren Begrenzung: die Durchforschung der Archive wurde 
hauptsächlich auf die Materialien für die Nuntiaturen des 16. und 
17. Jahrhunderts beschränkt. Auch konnte man damals füglich an- 
nehmen, dass die älteren Perioden in der Hauptsache durch L. Beth- 
mann's und seiner Nachfolger Forschungsreisen erledigt seien, 
eine Annahme, die sich freilich durch die neueren Forschungen als 
irrig erwiesen hat. Jetzt nun, da die Mittel reichlicher vorhanden 
sind und junge Gelehrte in grösserer Zahl dem Institut zur Ver- 
fügung stehn, schien der Augenblick günstig, den alten Plan auf 
breiterer Grundlage in Angriff zu nehmen. 



VI JA.HRESBERICHT DES HISTORISCHEN INSTITUTS 

Aber in so gewaltige Stoffmassen, wie sie die Archive und 
Bibliotheken Italiens bergen, hätte auch das erweiterte Institut 
nur sehr langsam vorzudringen vermocht, und mehr als eine Gene- 
ration würde sich an der Aufgabe abmühen müssen. So entstand 
der Plan, diese Aufgabe im Verein mit dem Istituto storico ita- 
liano in Angriff zu nehmen und in steter Anlehnung an einander 
und nach einem gemeinsamen Programm mit verdoppelten Kräften 
die Arbeiten zu beginnen. Der gegenwärtige Direktor des Instituts 
arbeitete einen Plan aus und erlangte dafür die Billigung des 
Wissenschaftlichen Beirats und die Genehmigung des Kuratoriums. 
Das Istituto storico italiano beriet seinerseits den Vorschlag in 
seiner Gesamtsitzung vom 28. Juni 1903 und beschloss eine Ta- 
gesordnung, in der es zu dieser Anregung seine Zustimmung aus- 
sprach und seinen Präsidenten den Senator Pasquale Villari und 
die aus den Herren E. Monaci, 0. Tommasini, U. Balzani und 
J. Giorgi bestehende Giuuta zu weiteren Verhandlungen mit unserm 
Institut ermächtigte. Das Ergebnis dieser Verhandlungen war ein 
nach allen Seiten befriedigendes. Die beiden Institute verpflichteten 
sich, je zwei Mitarbeiter zu stellen, welche unter der Leitung der 
Institutsvorstände nach einem im Einzelnen festzustellenden Plan 
die Forschungsarbeiten zunächst in Toscana beginnen sollten. Vom 
Istituto italiano wurden mit den Arbeiten betraut Prof. L. Schia- 
parelli und Dr. Fr. Baldasseroni in Florenz, vom Preussischen In- 
stitut zuerst die DDr. Schwalm und Otto, später die DDr. Schneider 
und Niese. Jenen wurde das Staatsarchiv in Florenz als Arbeits- 
gebiet zugewiesen, diesen die Archive in Pisa, Volterra und Siena. 

Wir begannen Anfangs April 1904 die Arbeiten in Pisa. 
Hier haben Dr. Schwalm und Dr. Otto im Kapitelarchiv und im 
Aichivio Roncioni gearbeitet und die ersten Schritte auch im Ar- 
chivio di stato getan. Es stellte sich dabei sogleich heraus, dass 
es vor allem erwünscht sei, die in Pisa erhaltenen Teile des Nacli- 
lasses K. Heinrichs VII. einer gründlichen Neubearbeitung 
zu unterziehen. Dieser Aufgabe war besonders Dr. S c h w a 1 m ' s 
Tätigkeit gewidmet. Er hat diese Arbeit noch vor seinem Austritt 
aus dem Institut zum Abschluss gebracht. Auch die andern in 
Florenz und im Staatsarchiv in Turin liegenden Teile dieses Nach- 
lasses hat er noch während des Sommers bearbeitet, überall die 
schon bekannten Stücke revidirend und durch neue Funde berei- 



JAHRESBERICHT DES HISTORISCHEN INSTITUTS VII 

chernd. Er übernahm es, auch nach seinem Ausscheiden, die ge- 
sammelten Materialien zu bearbeiten und ihre Ergebnisse in einer 
grösseren Publikation, die im Laufe des Jahres 1905 ersclieinen 
soll, vorzulegen. 

Dr. Otto hat unterdessen die älteren Urkunden des Archivio 
capitolare, des Archivio Roncioni und des Archivio di stato in Pisa 
zu registriren begonnen, bis die heisse Jahreszeit zum Abbrechen 
mahnte. Vom 1. Juli ab hat er sich Dr. Schneider angeschlossen, 
dem als nächstes Arbeitsgebiet Volterra zugewiesen war. 

Die Archive von Volterra sind von Dr. Schneider mit 
Hülfe von Dr. Otto vollständig und mit manchem neuen Gewinn 
erledigt worden, und so soll auch das Regestum Volte rranum 
der erste Beitrag sein, den unser Institut zu der gemeinsamen Pu- 
blikation der italienischen Regesten beisteuert. Von Volterra ging 
Dr. Schneider im Hochsommer nach Siena, wo seit dem 1. Ok- 
tober 1904 auch Dr. Niese sich einfand. Beide haben bis in den 
Winter hinein in den Seneser Archiven gearbeitet und eine reiche 
Ausbeute heimgebracht. Die Arbeiten in Siena und Pisa werden 
im Frühjahr 1905 wiederaufgenommen und zum Abschluss gebracht 
werden. In Vorbereitung ist bereits die Bearbeitung des Reges- 
tum Massanum durch Dr. Niese. 

Unterdessen haben die Herren vom italienischen Institut die 
Urkunden des überaus wichtigen Fonds Camaldoli gesammelt und 
die Fonds von Vallombrosa und Passignano in Angriff genommen. 
Der Erfolg hat die Leitung des Istituto storico italiano so befriedigt, 
dass es beschlossen hat, nunmehr auch in Rom und Neapel mit den 
archivalischen Forschungen einzusetzen. 

Die so gewonnenen Regesten sollen in einer gemeinsamen 
Publikation der Benutzung zugänglich gemacht werden. Die Samm- 
lung wird den Titel tragen: Regesta chartarum Italiae. Die 
ersten Bände werden noch im Jahre 1905 ausgegeben werden. 

Auch in Rom selbst sind die urkundlichen Forschungen in 
derselben Richtung gefördert worden. So oft auch die Bestände 
des Vatikanischen Archivs durchforscht worden sind, immer 
wieder haben sie jede neue Anstrengung mit neuen P'unden belohnt, 
so dass es wünschenswert schien, die Einzelurkunden der Instru- 
menta miscellanea und des Engelsburgarchivs systematisch durch- 
zunehmen. Dies war die Aufgabe, der sich die DDr. Schneider und 



Viit JAHRESbERICHT DES HISTORISCHEN INSTITUTS 

Niese nach ihrer Rückkehr aus Toscana während der Monate 
Januar bis März 1905 unterzogen haben. Die Arbeiten sollen auch 
in der Folge fortgesetzt werden. 

Neben diesen umfassenderen Arbeiten des Instituts haben die 
einzelnen Mitglieder sich mit spezielleren Themata beschäftigt, 
teils im Zusammenhang mit den grossen Unternehmungen, teils im 
Ausbau eigener Arbeitsgebiete. So sammelt Prof. Schellhass die 
Korrespondenz des Jesuiten Possevin, soweit sie auf seine Tä- 
tigkeit in Deutschland (1578-84) Bezug hat, und gedenkt ihre Pu- 
blikation vorzubereiten. Dr. Gö 11 er hat seine Untersuchungen über 
die päpstliche Pönitentiarie in der Hauptsache abgeschlossen und 
wird sie unter dem Titel Forschungen über die apostoli- 
sche Pönitentiarie, ihre Statuten und ihre Geschäfts- 
praxis vom 13. bis 15. Jahrhundert im Verlaufe dieses 
Sommers zum Druck fertig stellen. Ausserdem hat er die ersten 
Vorarbeiten zur Herausgabe des in zahlreichen Handschriften er- 
haltenen Liber taxarum der päpstlichen Kammer ge- 
macht und das Resultat derselben in einer Untersuchung über den 
Liber taxarum, die im Band VIII unserer Zeitschrift zum Abdruck 
kommen wird, niedergelegt. Dr. Schneider hat auf Grund der 
von ihm in Volterra und andern toscanischen Archiven gesammelten 
Urkunden frühere Studien zur Geldgeschichte Italiens wie -, 
deraufgenommen, und wie er dies bereits an einem Beispiel — Vol- 
terra (in Quellen und Forschungen Band VIII) — gezeigt hat, 
so beabsichtigt er diese Forschungen zur kirchlichen Wirtschafts- 
geschichte, zur Geschichte des Geldhaudels und des Bankwesens 
auch auf die andern Städte Toscana's auszudehnen. Dr. Meyer 
ist im Anschluss an seine Abhandlung über Clemens VIII. und 
Jakob I. (in Quellen und Forschungen Band VII) den Beziehungen 
der Päpste zu den Stuartkönigen nachgegangen und hat 
die für die Geschichte des englischen Katholizismus im 17. Jahr- 
hundert überaus wichtige Serie - Inghilterra » in der Bibliothek 
Barberini zu bearbeiten angefangen. Dr. Cardauns ist damit 
beschäftigt, einige Abhandlungen und Gutachten katholi- 
scher Wortführer über die Beilegung der Religionsstreitigkeiten 
für die Edition vorzubereiten. Dr. Hiltebrandt hat im Vatika- 
nischen Archiv die von Dr. Wittichen gesammelten Materialien zu 
revidiren begonnen und seine Forschungen auf die ganze Regie- 



JAHRESBERICHT DES HISTORISCHEN INSTITUTS IX 

rungszeit Fi-iedrichs des Grossen und sein Verhältnis 
zur Kurie erstreckt. Daneben sind die Nachforschungen im Archiv 
der Kongregation de Propaganda fide und im Archiv der Breven 
fortgesetzt worden. 

Auch die beiden von dem Herrn Minister der geistlichen usw. 
Angelegenheiten dem Institut aggregirten Oberlehrer sind nicht 
müssig gewesen. Von Dr. Otto" s Forschungen in Toscana während 
des Sommers 1904 ist schon berichtet worden. Während des Win- 
tersemesters hat er sich im Vatikauischen Archiv mit dem Codex 
privilegiorum S. Romanaeecclesiae des Fieschi und 
des Piatina beschäftigt und ihren Zusammenhang und ihre 
Quellen zu ermitteln sich bemüht. Prof. Dr. Kalkoff hat seine 
Forschungen über Luthers römischenProzess vervollständigt 
und alle Materialien zu sammeln begonnen, die sich auf die Stellung 
der Deutschen innerhalb der Kurie im Zeitalter der beginnenden 
Reformation, auf die Sendungen des Legaten Cajetan und des 
Nuntius Aleander und auf die Geschichte der Reichstage von 
Augsburg und Worms beziehen. Ausser im Vatikanischen Archiv 
hat er hierfür auch in der Biblioteca Barberini und im Konsisto- 
rialarchiv gearbeitet. 

So hat das Institut seinem erweiterten Arbeitsprogramm ent- 
sprechend alle Gebiete der mittleren und neueren Geschichte in 
den Bereich seiner Arbeiten zu ziehen sich bemüht. Und auch 
darüber hinaus hat es sich betätigt. 

Dass k u n s t - und b a u g e s c h i c h tl i c h e Forschungen 
im Zusammenhang mit geschichtlichen in allen Perioden des Mit- 
telalters immer dringender werden, darüber ist heute wohl nirgends 
ein Zweifel. Wenn das Institut an der Bearbeitung der Langobar- 
denurkunden sich beteiligt, wenn es der Geschichte der Normannen 
in Italien nachgehen will, Avenn es der Geschichte der Staufer sich 
widmen soll, so kann es kunst- und baugeschichtlicher Forschungen 
nicht entbehren. Das zeigte sich mit zwingender Deutlichkeit bei 
der Aufdeckung der Gräber im Dom zu Andria, in denen die Ueber- 
lieferung die Gemahlinnen Friedrichs IL, Jolantha von Jerusalem 
und Isabella von England, begraben sein lässt: ohne die Unter- 
suchung durch einen sachverständigen Kunsthistoriker war die 
Frage nicht zu beantworten. Auf den Antrag des Direktors hat 
im Herbst 1904 der Herr Minister der geistlichen usw. Angele- 



X JAHRESBERICHT DES HISTORISCHEN INSTITUTS 

geulieiten den Privatdozenten der Kunstgeschichte an der Univer- 
sität Berlin Dr. A. Haseloff nach Apiilien gesandt, um die An- 
drieser Gräber und Skulpturfragmente einer eingehenden Untersu- 
chung zu unterziehen. Ueber das Ergebnis seiner Forschungen 
wird Dr. Haseloff demnächst ausfülirlichen Bericht erstatten. Wir 
dürfen hoffen, dass aus diesem ersten Versucli eine dauernde Ein- 
richtung erwachse. 

An Publikationen wurden während des Jahres 1904-05 
ausgegeben Band VII der Quellen und Forschungen mit 
Abhandlungen von Kehr, Schellhass, Friedensburg, Göller, Wittichen, 
Scliwalm, Meyer, Caspar, Salzer und der ausführlicher und systema- 
tischer als früher gestalteten Bil)liographie, der Prof. Schellhass 
einen guten Teil seiner Zeit widmete. Zugleich wurde mit Geneh- 
migung des Kuratoriums Vorsorge getroffen, dass die in Vorbereitung 
befindlichen grösseren Arbeiten der Institutsmitglieder, darunter 
auch die Abhandlung des Dr. Haseloff über die Gräber in Audria, 
in einer besondern Publikationsserie veröffentlicht werden. Unter 
demTitelBibliothek des Historischen Instituts werden 
von 1905 ab die einzelnen Bände dieser neuen Publikation bei der 
bewährten Firma Löscher und Co. in Korn erscheinen, 

Dass das Institut allen Anlass hat, das verflossene Jahr zu 
rühmen, verdankt es in erster Linie der Förderung durch seine 
vorgesetzten Behörden. Ihnen verdankt es die Mittel und Kräfte. 
Sie zweckmässig zu verwerten, ermöglichte das niemals erlahmende 
Entgegenkommen der vatikanischen und italienischen Behörden. 
Wir haben überall, im Archiv und in der Bibliotliek des Vatikan 
wie in den Archiven und Bibliotheken des Königreichs, die im 
Interesse unsrer Arbeiten nötigen Erleichterungen erlangt, und 
wiederholen auch liier unsern Dank. 



DAS BßlEFBüCH DES THOMAS VON GAETA, 
JUSTITIARS FRIEDRICHS IL 

VON P. KEHR. 



I. Die Handschrift. 

Seit Jahren bin ich auf der Jagd nach einem Codex, den 
Baronius und Raynald gekannt und benutzt haben. Es war ein 
Codex bibliothecae basilicae s. Petri in Vaticano mit Urkunden 
für das Königreich Sizilien. Aus ihm entnahm Baronius die Texte 
des Privilegs Innocenz' IL für König Roger von 1139 (J-L. 8043) 
und des Privilegs Hadrians IV. für König Wilhelm I. von 1156 
(J-L. 10193), für die eine andere Ueberlieferung überhaupt nicht 
bekannt ist. Ferner das Konkordat Wilhelms I. von 1156 und den 
Brief Alexanders III. über den Frieden von Venedig von 1177 
(J-L. 12892). Raynald erwähnt ihn als seine Quelle für den Brief 
der aragonesischen Constanze, Gemahlin Friedrichs IL von 1213 
(BF. 5552). 

Für die Göttinger Sammlung der älteren Papsturkunden war 
also der Codex unentbehrlich. Aber alle meine Praktiken seiner 
habhaft zu werden, blieben ergebnislos. Wie ein Kobold zeigte er 
seine Spur, um sogleich wieder zu verschwinden. 

F. Cancellieri De secretariis veteris basilicae Vaticanae t. 11 
p. 906 sq. hat uns ein Inventarium librorum D. Jordani card. Ursini 
in Nerula aus einem Index des Archivs von S. Peter übermittelt. 
Unter diesen Handschriften war ein Liber de privilegüs regni 
Sicllie et alia (Cancellieri p. 914). Unzweifelhaft war das unser 
Codex. Da, wie bekannt, die Bibliothek des Kardinals Jordan Orsini 
zum guten Teil an das Kapitel von S. Peter gekommen ist, so 
war der Codex, den Baronius und Raynald bereits hier fanden, in 
der Bibliothek des Vatikanischen Kapitels zu suchen. Aber wo 

1 



P. KEHR 



immer ich in deren Indices mich umsah und an welche Hülfsmittel 
ich mich sonst wandte, die Handschrift blieb unauffindbar. Audi 
die beiden gedruckten alphabetischen Kataloge der Bibliothek, der 
Index librorum mss. archivii basilicae sancti Petri bei Montfaucon 
Bibl. bibl. t. I p. 156 sq. und der hie und da ausführlichere 
Index librorum mss. archivii basilicae s. Petri a cl. v. Luca 
Holstenio digestus bei Cancellieri t. II p. 915 sq., wissen absolut 
nichts von einem Codex mit Privilegien des Königreichs Sizilien. 
Schliesslich ergab ich mich der Meinung, er sei verschollen '). 

Da half wie gewöhnlich der Zufall. Ich bekam eines Tages 
den Cod. Vat. Regln. 1598 saec. XVI in die Hand, in dem ein 
Index bibliothecae s. Petri (vgl. Bethmann im Archiv XII S. 328) 
steht. Darin fand ich die folgende Inhaltsangabe: 

a Dialoguö de schismate sedando tempore Benedicti de Luna. 
Epistolae quaedam Gregorii I, Innocentii, Hadriani, Honorii et 
aliorum, item imperatorum epistolae ad summos pontifices. Con- 
cordia cum ecclesia et Guilelmo Siciliae regis et alia » . 

Es war mehr als wahrscheinlich, dass dies der Liber de pri- 
vilegiis regni Siciliae des Kardinals Orsini sei. Dea Dialogus de 
schismate sedando, mit dem die Handschrift offenbar begann, 
kannten auch die von Montfaucon und Cancellieri publizirten al- 
phabetischen Indices unter der Angabe - Dialogus .lacobi de Alto- 
vitis de schismate sedando ». So steht er auch in den handschrift- 
lichen Inventaren der Bibliothek des Kapitels mit der Signatur 
G 44. Ich erbat die Handschrift und hatte den Codex des Baronius 
in der Hand '). 

Die Handsclirift in 4° trägt aussen die Bezeichnung « Jacobi 
de Altouitis Dialogus etc. n. 44 G », und diese genügte, wie wir 
sahen, den Verfertigern der alphabetischen Indices. Sie hätten eine 
genauere Inhaltsangabe innen auf dem Vorsteckblatt von einer Hand 
saec. XVI gefunden : 

« Joannis de Spoleto Dialogus de tollendo schismate ad Jaco- 
bum de Altouitis episcopum Faesulanum pag. 1. 

>) Auch Bethmaiui im Archiv XII S. 407 f., dessen Angaben hier freilicli 
mehr als dürftig sind, hat die Handschrift nicht verzeichnet. 

«) Ich danke den Herren vom Vatikanischen Kapitel für die mir auch 
dieses Mal erwiesene Hospitalität. Mons. Galli und Don Feiice Ravanat 
haben mir auf das Liebenswürdigste assistirt und mir und Herrn Dr. Göllor 
vom Institut ermöglicht, die Handschriften des Kapitels gründlich zu studiren. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 3 

Professio electi in siimmum pontificera facta a Bonifacio VIII. 
pag. 7. 

Liber sententiarnm ex diiiersis collectiis pag. 9. 

Epistolae Innocentii II, Innocentii III, Honorii, Alexandri III, 
Gregoi-ii primi, Hadriani, Friderici imperatoris et regis Siciliae et 
alionim' n° 39 » . 

Der Codex ist also ein Miscellaneus, der die allerverschie- 
densten Dinge enthält. Sieht man genauer zu, so erkennt man 
sogleich, dass die einzelnen Teile der Handschrift auch in Pergament, 
Liniirung und Sclirift ganz verschieden von einander sind, und 
dass nur die Willkür des Buchbinders, vielleicht schon im 15. 
Jahrhundert, die verschiedenen Fragmente in einen Band ver- 
einigt hat. 

Der erste Teil von fol. 1 bis fol. 8 enthält von einer Hand 
saec. XV geschrieben den Dialog des Johannes de Spoleto, gerichtet 
an den Bischof von Fiesole Jacobus de Altovitis de Florentia 
(1390-1409), datirt Senis pridie idus februarii. Der Dialog gehört 
offenbar zum Schisma von 1378 und scheint unbekannt zu sein. 
Er endet auf fol. 7. Hier ist dann von anderer Hand, ohne jede 
üeberschrift, die vielerörterte Professio fidei Bonifaz' VIII. von 1294 
eingetragen ^). 

Das zweite Manuskript reicht von fol. 9 bis fol. 15^ und 
enthält einen « Liber sententiarnm de diuersis uoluminibus " mit 
einer vorausgehenden Uebersicht der Capitula I-LXXVIIII. Das 
erste handelt « De caritate ", das sechszehnte « De sileutio"; hier 
bricht das Manuskript mitten im Text ab. Die Capitula XVII- 
LXXVIIII sind also verloren. In Format und Pergament ist dieser 
Teil von dem ersten ganz verschieden. Die Schiift ist saec. XIV. 

Der dritte Teil des Codex, geschrieben von einer Hand 
saec. XIV ex., beginnt fol. 16 und endet fol. 55'. Er enthält eine 
biblische Konkordanz. Mit dem Satz « Finito libro sit laus et gloria 
Christo « auf fol. 55' endet das Werk. 

Mit dem vierten Teil des Codex gelangen wir endlich zu 
unsrer Briefsammlung. Sie beginnt auf fol. 56 und endet auf 
fol. 73' und damit der Codex überhaupt. Das Ganze ist von einer 

') Vgl. H. Finke Aus den Tagen Bonifaz' VIII. S. 54 ff. G. ßuschbell 
(Rom. Quartalschr. XV, 1900, S. 131 ff.) kennt unsre Handschrift nicht. 



4 P- KEHR 

Hand geschrieben, die noch dem Anfang des XIV. Jahrhunderts 
ano-ehört. Es fehlt iede Ueberschrift, jede Subscriptio und Final- 
notiz. so dass nicht einmal ganz sicher ist, ob die Handschrift 
vollständig ist. Doch darf man Avohl annelimen. dass wir sicher den 
Anfang besitzen. Der erste Buchstabe auf fol. 56, mit dem die 
Sammlung beginnt, die Initiale von « Innocentius « ist hier nicht 
in der einfachen Weise der andern Initialen eingesetzt, sondern 
mit blauer Tinte geschrieben und reich mit roten Linien und 
Schnörkeln verziert, wie es für den Beginn eines Buches oder eines 
Kapitels üblich war. Die einzelnen Stücke sind ohne Absatz auf 
einander folgend geschrieben; nur der Anfangsbuchstabe eines jeden 
Stückes ist mit roter oder blauer Tinte eingesetzt. Aller Wahr- 
scheinlichkeit nach hörte die Sammlung auf fol. 73' auf; hier endet 
gerade ein Stück. 

Es sind genau zwei Lagen, welche diesen Teil der Handschrift 
ausmachen. Die erste Lage (fol. 56-63') ist ein Quatern, an dessen 
Schluss der Custode steht, die zweite (fol. 64-73') ist ein Quintern, 
und da hier kein Custode sich findet, so darf man wohl annehmen, 
dass keine weitere Lage folgte. 

Die Handschrift hatte ursprünglich ein grösseres Format. Der 
Buchbinder- hat sie besonders oben, wo die Schrift in Folge dessen 
jetzt viel zu hoch hinaufreicht, stark beschnitten ; aber aucli am 
untern Rand ist seine Scheere tätig gewesen. Es sind mehrere 
Lemmata, die am untern Rand standen (z. B. auf fol. 70 \ 71', 
72'), mehr oder minder stark angeschnitten. 

Das Ganze ist, wie bereits bemerkt, von einer Hand ge- 
schrieben. Es ist eine Kopie. Die Texte sind nicht ohne Fehler, 
hie und da verderbt und leider an mehreren Stellen stark gekürzt. 
Eine etwas jüngere Hand hat sie korrigirt, offenbar nach Kollation 
mit der Vorlage, wie einige grössere Verbesserungen und Nachtra- 
gimgen versehentlich ausgelassener Stellen beweisen; aber diese 
Korrekturen sind nicht ausreichend gewesen, und der Korrektor 
scheint nicht einmal bemerkt zu haben, dass der Kopist an einer 
Stelle eine ganze Urkunde bis auf die Datirung vollständig weg- 
gelassen hat. AVohl aus dem 16. Jahrhundert stammen einige In- 
haltsangaben am Rand. 

Die ganze Sammlung bestellt aus 39 Aktenstücken und Briefen, 
oder wenn man das ausgelassene Stück, von dem bloss die Dati- 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 5 

rung kopirt Aviirde, mitzählt, aus 40, die ohne chronologische Ord- 
nung und ohne irgend ein rationelles Prinzip eingetragen sind. 
Einige sicher zusammengehörende Stücke stehen zwar neben einan- 
der, andere sind weit von einander getrennt. 

Die Handschrift gehörte, wie wir bereits wissen, dem Kardinal 
Giordano Orsini (f 1438), der bekanntlich ein eifriger Handschriften- 
sammler war. Das Manuskript mit den sizilischen Aktenstücken 
und Urkunden wird er wohl in Neapel, wo er 1401-1406 Erzbi- 
schof war, erworben haben. Nach seinem Tod kam der Codex durch 
testamentarische Verfügung mit einem Teil seiner Bibliothek an 
das Kapitel von S. Peter. 

II. Die B r i e f s a m m 1 u n g. 

Ich erläutere am besten zunächst die einzelnen Stücke. 

Ep. I, ein bisher unbekanntes Schreiben Innocenz' III. an 
die Sizilianer ^), führt uns mitten in den Kampf zwischen dem 
Papst und Markward von Anweiler um die Herrschaft im König- 
reich. Es ist ein Aufruf zu Gunsten des hart bedrängten Königs 
Friedrich gegen den mit den Sarrazenen verbündeten Markward. 
Innocenz erinnert zunächst an seine früheren Aufrufe ^), an die 
Taten Markwards in Sizilien, Friedrichs von Malveto in Calabrien, 
Diepolds von Acerra in der Terra di Lavoro, an die Opfer, die er 
gebracht: zuerst habe er, bevor Markward in das Königreich 
eingefallen sei, sein Aufgebot gegen ihn gesandt, dann Legaten 



') Ganz unbekannt ist der Brief doch nicht. Der Anfang « Ad reparan- 
das — debita compassione moueret n steht (worauf mich Herr Professor K. 
Hampe aufmerksam machte) schon bei Martine et Durand Coli. t. II c. 1173 
n. L nach Abschrift Mabillons aus einem Codex der Königin Christina. So 
konnte Ficker glauben, es handele sich um eine Urkunde Friedrichs II., die 
er dann zu 1248 einreihte (BF. 3716). Sie ist nun also aus den Regesten 
Friedrichs IL zu streichen und in die Innocenz' III. zu versetzen. Was die 
Quelle Martene's anlangt, so kennt man den Codex der Christina, den Ma- 
billon benutzte, nicht. Es wäre nicht unmöglich, dass das Fragment bei 
Martene von Mabillon aus unserem Codex abgeschrieben sei, als er die Bi- 
bliothek des Kapitels von S. Peter, wie es scheint, flüchtig besuchte (vgl. Mu- 
seum Italicum t. I p. 141). 

«) Reg. Innoceutii III. lib. II ep. 221 (BF. 5698), lib. II ep. 245 (BF. 5700), 
lib. II ep. 280 (BF. 5704). 



(5 P. KEHR 

und den Marschall Jacob (den späteren Grafen von Andria). mit 
einem Heer nach Sizilien geschickt und den Kämpfern den Kreuz- 
zucrsablass gewährt. Er erinnert daran, wie Jacob den in der aus- 
sersten Krisis befindlichen Staat gerettet habe : Besiegte Avie Sieger 
bezeugten es. Aber noch laure die Schlange im Grase und das 
königliche Heer koste viel; es sei Gefahr, dass die Söldner wegen 
des Ausbleibens der Löhnung sich zerstreuen würden: also möchten 
die Sizilianer den König und das Eeich für das gemeine Wohl 
und für die Freiheit, das köstlichste Gut, mit ihren Mitteln un- 
terstützen. 

Das undatirte Schriftstück lässt sich chronologisch ziemlich 
genau bestimmen. Wir kennen ja die Ereignisse leidlich gut. 
Markward erschien etwa im Oktober 1199 auf der Insel ')• Da- 
raufhin ernannte Innocenz den Kardinal Cinthius von S. Lorenzo 
zu seinem Legaten und sandte ihn und mit ihm die Erzbischöfe 
von Neapel und Tarent und den Marschall Jacob mit einem Heer 
nach Sizilien "). In der äussersten Not gelang es den Päpstlichen, 
Markward am 21. Juli 1200 bei Monreale zu schlagen. Allein 
dies Gefecht brachte zwar die Rettung, aber keine Entscheidung. 
Die Geldnot der Regierung verhinderte die Ausnutzung des Sieges. 
Im Herbst 1200 verliess der Marschall Sizilien, als Krankheiten 
das Heer aufrieben und die Mittel zu seiner Unterhaltung immer 
mehr ausblieben ^). 

Der Brief muss also um die Mitte des Jahres 1200 geschrieben 
sein '). Und aller Wahrscheinlichkeit nach ist er entweder unmit- 
telbar vor der Schlacht bei Monreale geschrieben oder nicht lange 
darauf. Er würde der Situation vorher ebenso gut entsprechen wie 
der Situation nachher. Es kommt nur darauf an, ob man den 
Passus « Qui (lacobus) statum regni sub ultima sorte pendentem 
quam strenue rexerit et quantum regno ad gloriam profecerit et sa- 

>) Vgl. Winkelmann Philipi) von Schwaben und Otto von Braunschweig 
Bd. II S. 19. 

^) Vgl. Innocenz' Schreiben vom 24. November 1199 (lib. II ep. 221) 
BF 5G98. 

») Vgl. Innocenz' Brief (lib. III ep. 28) BF. 5722 und Gesta Innocentii III. 
c. XXVIII. 

<) Bemerkenswert sind viele Anklänge an Innocenz' Schreiben vom 
24. November 1199 BF. 5698. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 7 

lutem, uicfci testantur pariter et iiictores « auf das Gefecht von 
Monreale selbist beziehen darf oder auf einen früheren Erfolg. Ich 
möchte das erstere glauben ')• 

Ep. II, Schreiben Innocenz' III. an König Friedrich IL, 
gleichfalls undatirt, beglückwünscht den jungen Herrn zu seinen 
erfreulichen Portschritten. Der schöne Brief ist uns nicht unbe- 
kannt; wir kennen ihn sclion aus Innocenz' III. Registrum lib. IX 
ep. 157 (BF. 5971), wo er uns datirt überliefert ist. Die Varianten 
unsres Textes sind sachlich nicht erheblich, doch verlohnt er 
umsomehr einen erneuten Abdruck, als der Text des Registers von 
Pitra mehr schlecht als recht gedruckt worden ist. 

Ep. III ist ein undatirter Brief Honorius' III. an den 
Erzbischof von Palermo, dessen Treue und Hingebung an König 
Friedrich der Papst nicht genug zu rühmen weiss. Leider hat der 
Kopist den Schluss des Briefes mitzuteilen für überflüssig ange- 
sehen und damit vielleicht gerade dasjenige Moment getilgt, das 
uns eine genauere Fixirung ermöglichen würde. So macht seine 
materielle Deutung und seine chronologische Bestimmung einige 
Schwierigkeit. Aus Honorius' III. Pontifikat ist mir kein Brief be- 
kannt, der zum Verständnis dieses Stückes beitrüge. Aber wir 
wissen, dass Berard von Palermo, früher Erzbischof von Bari, ein 
treuer und erprobter Anhänger des staufischen Hauses war, der 
sich oft in Friedrichs IL Umgebung befand und vom Kaiser beson- 
ders geschätzt wurde. Schon 1212, als er noch Erzbischof von Bari 
war, rühmt ihn Friedrich « qui uos in temptatione nostra non de- 
serens, nos laudabiliter et fideliter est secutus, dampua expensas 
et rerum dispendia sustinens et persone etiam pericula non eui- 
tans " (BF. 683); er war also bei dem allgemeinen Abfall von 
Friedrich zu Otto IV. dem angestammten Herrscher treu geblie- 
ben 2). Welchen Anteil er an Friedrichs IL Zug nach Deutschland 
hatte, ist bekannt '^). Der Lohn meiner Treue war seine Erhebung 
zum Erzbischof von Palermo im Jahre 1213. Auch Innocenz III. 

') Dazu bestimmt mich hauptsächlich die besondere Hervorhebung der 
ruhmreichen Aktion des Marschalls Jacob, die ein Analogon hat in des 
Erzbischofs Anselm von Neapel Bericht über die Schlacht von Monreale 
(Gesta Innocentii III. c. XXVI). Vgl. auch "Winkelmann a. a. 0. S. 26, 

2) Otto IV. stand ja am 1. August 1211 in castris ante Barum, BF. 447. 

") Vgl. Winkelmann a. a. o. S. 321-324. 



8 P. KEHR 

rühmte ihn in dem seine Ernennung notifizirenden Schreiben vom 
10. September 1213 (BF. 6155) als « uirum, sicut experimento 
cognonimus, prouidum et honestiim ac nobis et karissimo in Christo 
filio nostro Fr. illustri regi Sicilie in Romanorum imperatorem 
electo deuotum pariter et fidelem «. Friedrich TL wiederholte 1215 
dieses Lob (BF. 793) : « Attendentes igitur deuotionem et fidem 
atque sollicitudinem indefessam et labores immensos atque damna 
rerum cum personae periculo dilecti fidelis et familiaris Berardi 
Panormitani archiepiscopi ». Es ist bemerkenswert, dass Hono- 
rius IIL sich ganz ähnlich äussert: der Erzbischof habe in den 
Stürmen seine Treue bewährt, niemals dem Schrecken weichend 
noch von Schmeichelei verführt, weder Mühe scheuend nocli Todes- 
gefahr fürchtend. In allzuweite Entfernung von jenen Urkunden 
Friedrichs IL wird man also des Honorius' Brief nicht setzen 
dürfen. Leider wissen wir nichts von dem in diesem Schreiben an- 
gedeuteten Verhältnis, in dem ßerard zu Honorius III. stand, als 
dieser noch Kardinal Cencius war, dürfen aber auch hieraus 
schliessen, dass der Brief noch in der ersten Zeit Honorius' IIL 
geschrieben wurde ^). 

Eine noch genauere chronologische Bestimmung ist möglich, 
wenn die Hypothese richtig ist, dass ep. III in engstem Zusammenhang 
steht mit den beiden nächsten Briefen. 

Ep. IV ist wie ep. III ein undatirter Brief Honorius' IIL Er 
ist gerichtet au König Friedrich, erwählten Kaiser der ßömer. 
Darin empfiehlt Honorius dem König, unter Hinweis auf die Mü- 
digkeit seiner Vorgänger gegen ihre Treuen, den Familiären Tho- 
mas von Gaeta, der, wie Friedrich wisse, ihm in Unglück und 
Glück treu beigestanden habe. Chronologisch ist der Brief zu be- 
stimmen durch die Friedrich gegebene Anrede « Illustri regi Sicilie. 
in Ptomanorum imperatorem electo " , also zu 1216 bis 1220. 

Ep. V, wie epp. III und IV undatirt, ist ein Schreiben Hono- 
rius' III. an den königlichen Kämmerer Richard, worin er diesem, 
unter vielen Komplimenten über seine Treue und seine Hingebung 



') Ob man daraus folgern dürfte, dass der Kardinal Cencins einmal im 
Süden als Legat gewesen ist? Aber Berard war unter Innocenz III. öfter in 
Korn, zum letzten Mal auf dem Laterankonzil von 1215. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 9 

an den königlichen Dienst, den Magister B. Dekan von Mazzara (?) 
auf das Wärmste empfielilt '). 

Der langjährige Kämmerer Friedrichs IL, Richard, ist uns 
aus des Kaisers Regesten wohlbekannt; er begegnet in den Jah- 
ren 1212 bis 1234 oft in Friedrichs Umgebung '). Da in des 
Papstes Honorius' IIL eben erläutertem Schreiben Friedrich den- 
selben Titel führt wie in ep. IV, nämlich « Sicilie rex illustris, 
in Romanorum imperatorem electus » , so ergeben sich hieraus die 
gleichen chronologischen Grenzen wie für jenes Schreiben, also 
1216 bis 1220. 

Aber offenbar gehören diese drei Honoriusbriefe zusammen. 
Sie sind ihrer Tendenz nacli mit einander verwandt und im Diktat 
einander so ähnlich, dass es überaus wahrscheinlich ist, dass alle 
drei der gleichen Gelegenheit ihren Ursprung verdanken. Es käme 
also darauf an, einen Zeitpunkt innerhalb der Jahre 1216 bis 1220 
zu ermitteln, in welchem Honorius III. einen besondern Anlass hatte, 
gleichzeitig an Friedrich IL, an den Erzbischof Berardus von Palermo 
und an den Kämmerer Richard Empfehlungsbriefe zu richten. 

Friedrich IL war in diesen Jahren in Deutschland, und in 
seinem Gefolge befand sich während dieser ganzen Zeit der Käm- 
merer Richard. Der Erzbischof Berardus von Palermo, der schon 
im Jahre 1212, damals noch Erzbischof von Bari, den König nach 
Deutschland begleitet hatte, war mit den andern sizilischen Herren 
nach Friedrichs Krönung in Mainz, re bene gesta, wieder heim- 
gekehrt. Nach seiner Erhebung auf den Stuhl von Palermo ist er 
wieder Ende 1214 am königlichen Hof in Deutschland nachweisbar. 
Im Herbst 1215 vertrat er den König auf dem grossen Lateran- 
konzil. 

Dagegen ist Berard unter Honorius III. nur einmal in Deutsch- 
land gewesen, Ende 1216, als er mit andern sizilischen Grossen des 

') Die Handschrift bietet ' Maz. ' was wohl zu ' Mazarensis ' aufzulösen 
ist. Wäre nur der Kopist zuverlässiger! Ich habe ihn in Verdacht, dass er 
' Maz. ' verlesen habe aus ' Mess. ' (wie er an einer andern Stelle ' Casin. ' und 
' Gauen. ', Montecassino und La Cava, verwechselt). Dann wäre an den bekannten 
Notar Friedrichs II. Bonushomo von Gaeta zu denken, der in Friedrichs II. 
Schreiben an Honorius III. von 1220 Februar 19. BF. 1092 bezeichnet wird 
als "Magister Bonushomo de Gaieta, Messanensis decanus, notarius et fidelis 
noster» (Winkelmann Acta I p. 151). Das ist freilich nur eine Vermutung. 

«) Ueber Richard vgl. Huillard-Bröholles, Introduction, p. cxLvii. 



10 P. KEHR 

Königs Gemahlin Constanze und den jungen König Heinrich an den 
Hof nach Deutschland geleitete. Friedrich begrüsste den Erzbischof 
sof^leich mit einem Privileg, in dem er seine Dienste « tam extra 
regnum fideliter nos sequendo quam in regno deuote et efficaciter 
seruiendo « rühmte ') und mit einer ansehnlichen Schenkung be- 
lohnte (BF. 886 vom Dezember 1216). Da er und die andern sizi- 
lischen Herren in den folgenden Urkimden nicht mehr als Zeugen 
genannt werden, so haben sie wahrscheinlich nach kurzer Zeit wieder 
den Hof verlassen '). 

In diese Zeit also, in den Ausgang des Jahres 1216, müssten 
wir mithin die drei Briefe Honorius' III. versetzen. 

Ist das richtig, so sind sie nicht ohne politische Bedeutung. 

Honorius III. kam im Juli 1216 zur Regierung. Er zeigte 
sogleich dem König Friedrich seine Erhebung an ^). Fast zur gleichen 
Zeit traten die sizilischen Herrschaften ihre Reise nach Deutschland 
an. Ging nun Friedrichs feierliche Gesandtschaft an den Papst 
erst Anfangs 1217 ab (BF. 897a), so schliesst der offizielle Apparat 
doch keineswegs einen vertraulichen Austausch von Briefen aus. Und 
eine ihm günstige Einwirkung auf den König und dessen Umgebung 
gerade zur Zeit als die Sizilianer am Hofe weilten, würde politisch 
klug gewesen sein. Das Schreiben an den Erzbischof von Palermo war 
wohl darauf berechnet, den bei Friedrich II. so einflussreichen Kir- 
chenfürsten unter Berufung auf ihre alten freundschaftlichen Bezie- 
hungen für sich zu gewinnen; das Empfehlungsschreiben an den 
König zu Gunsten des Familiären Thomas von Gaeta mochte bezwe- 
cken, die Augen des Herrschers auf einen Diplomaten zu lenken, der 
sich schon öfter als Mittelsmann zwischen Papst und König bewährt 
hatte ; der Brief an den königlichen Kämmerer, so sclimeichelhaft wie 
er für ihn war, sollte wohl einem ähnlichen Zweck dienen. Wenn aber 
Thomas von Gaeta auch jene beiden, ihn selbst nicht betreffenden 

') Auch hier hebt Friedrich, wie oben Honorius, hervor, dass Berard 
" multa rerum dampna et iiersonae pericula perpessus«. 

=j Sie kehren freilich wieder in BF. 922. 923. 924 von 1218 Januar, 
allein Ficker (Beiträge zur Urkundenlehre Bd. I S. 323 f.) hat diese Urkunden 
längst als Neuausfertigungen von Urkunden aus dem Dezember 1216 erkannt. 
Vgl. Winkelmann a. a. 0. S. 422 f. 

•'') Der Brief selbst ist nicht erhalten. Aber das Lemma steht im Ee- 
irister Honorius' III. (ed. Pressutti t. I n. 5). 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 11 

Schreiben in sein Brief)3uch aufnahm, so möchte ich die Vermutung 
wagen, dass er selbst der Träger dieser Briefe war. War er vielleicht, 
als seine Herrin nach Deutschland ging, von ihr und ihren Ratge- 
bern an den päpstlichen Hof gesandt, um, wie früher, Geschenke 
zu überbringen und vertrauliche Aufträge auszurichten, nach deren 
Erledigung er dann mit den Briefen und Aufträgen des neuen 
Papstes an den Hof nach Deutschland ging? 

Ep. VI ist ein undatirtes Schreiben Innocenz' III. an die Kö- 
nigin Constanze, Heinrichs VI. Witwe. Thomas von Gacta, der in der 
Treue zum apostolischen Stuhl und zum Reich vielfach Erprobte, 
sei angekommen und habe die ihm von der Königin aufgetragenen 
Propositionen ausgerichtet. Er wird seinerseits über seine, des Papstes, 
unerschütterliche Willensmeinung Bericht erstatten. Die Königin 
aber wolle in den Schwierigkeiten und Aengsten, in denen sie sich 
befinde, nicht verzagen, sondern auf Gottes Hülfe vertrauen. Auch 
er, der Papst, wünsche eifrig das Gelingen der Verhandlungen ^). 
Die Hülfe, die er ihr im Augenblick nicht gewähren könne, werde 
er ihr bei günstigerer Gelegenheit nicht versagen. Er endigt mit 
einem Dank für die ihm von der Königin durch Thomas übersand- 
ten kostbaren Gewänder. 

Es ist nicht schwer, diesen Brief an seine richtige Stelle zu 
setzen. 

Aus dem Schreiben Innocenz' III. an Friedrich II. vom 9. Ja- 
nuar 1209 (Innocentii III. Reg. lib. XI ep. 208, BF. 6052) wissen 
wir Näheres über die Verhandlungen, welche zwischen dem Papst 
und der Kaiserin Constanze 2) im Jahre 1198 geführt wurden. Die 
Kaiserin sandte den Erzbiscliof von Neapel, den Archidiakon von 
Catania, den Magister Justitiar Thomas von Gaeta und den Richter 
Nicolaus von Bisceglie nach Rom, um die Erneuerung der Privilegien 
Hadrians IV. und Clemens' III. zu erlangen. Aber Innocenz III. ver- 

') «Negotium, quod iam promouit feliciter cnnsumaiido, nos quoque, 
qui ad eiusdem negotii consumationem aspiramus studio indefesso » . . . Hier 
fehlt das Verbum, etwa « promouebimus » o. ä. 

2j Auffallen könnte in der Adresse die Titulatur der Kaiserin Constanze 
als «Illustris regina Siciliae". Allein so lautet sie auch in dem jüngst von 
J. Schwalm aufgefundenen Juramentum der Constanze (N. Archiv XXI S. 721 
n. 1). Dagegen erhielt sie in den beiden Privilegien von 1198 selbst den 
vollen Titel « Imperatrix et regina Sicilie » (unten Nr. XIV. XV). 



12 P- KEHR 

weigerte die Bestätigung « propter qiiatuor capitula, uidelicet de con- 
ciliis, legationibus, appellationibus et electionibus prelatorum « . Zwei 
von den Gesandten kehrten darauf nach Palermo zurück, um die In- 
struktion der Kaiserin einzuholen, der in der Lage, in welcher sie sich 
befand, nichts übrig blieb als nachzugeben. Die nach Rom zurückge- 
kehrten Bevollmächtigten erhielten dann das Privileg, in dem der 
Kaiserin und ihrem Sohne, König Friedrich, das Reich als Lehen der 
römischen Kirche bestätigt wurde « tribus capitulis de appellationi- 
bus. legationibus et conciliis a priuilegio prorsus amotis et quarto, de 
electionibus scilicet, raoderato » . Die Gesta Innocentii IIL c. XXI 
fügen noch hinzu, die Kaiserin habe den festen Sinn des Papstes 
durch Geschenke zu beugen versucht, natüi-lich ohne Erfolg. Die 
mit den beiden Privilegien, dem grossen Lehnbrief (BF. 5653) 
und der Verordnung über die Bischofswahlen (BF. 5654), heimkeh- 
renden Boten trafen die Kaiserin nicht mehr am Leben : Constanze 
war schon am 27. November 1198 gestorben \). 

Unser Brief gehört zu den Aktenstücken dieser Konkordatsver- 
handlungen, und er ist darum ein sehr willkommener Beitrag. Er 
fällt in die erste Phase der Unterhandlungen. Thomas ist derjenige 
Bevollmächtigte, der des Papstes Antwort auf die Propositionen 
zurückbringt, zugleich mit dem Dank für die Geschenke, auf die 
der Autor der Gesta anspielt. Innocenz' Brief ist voll Wolilwollen, 
aber in der Sache ablehnend, und der Hinweis auf die Hülfe in 
der Zukunft ist der leere Trost der Diplomaten. Mit der Resignation 
der Kaiserin ist dann Thomas zum Abschluss des neuen Konkordats 
nach Rom zurückgekehrt. 

Ep. VII ist ein undatirtes und leider gekürztes Schreiben 
Innocenz' III. an die Behörden und das Volk von Gaeta. Drei 
Gründe sind es, so führt der Papst aus, die ihn zur Verwaltung des 
Königreichs Sizilien berufen : die allgemeine apostolische Pflicht des 
Oberbirten, dann das spezielle Verhältnis des Königreichs zum 
apostolischen Stuhl, dessen Eigentum es sei, endlich die besondere 
Verpflichtung der Vormundschaft über den jungen König Friedrich, 
welche ihm die Eltern übertragen hätten. Er empfiehlt den Gae- 
tanern seinen Legaten und er ermahnt sie, in der Treue zum König 

') Ueber diese Verhandlungen vgl. Winkelmann Philipp von Schwaben 
und Otto von Braunschweig Bd. I S. 120 f. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 13 

ZU verharren und sich nicht schrecken zu lassen durch die Ueber- 
schwemmung des Stromes, dessen Wasser bald verlaufen würden. 

Der Strom, der auch Gaeta bedrohte, war Markward, aber 
Innocenz hat mit seiner Prophezeiung recht behalten. Der deutsche 
Condottiere, der für sich die Regentschaft über das Reich forderte, 
war sogleich nach dem Tode der Kaiserin in das Königreich ein- 
gebrochen. Er eroberte San Germano und belagerte die Klosterburg 
von MonteCassino. Diese Ereignisse fallen in den Januar 1199. 
Innocenz ernannte sogleicli einen Legaten, den Kardinal Gregor 
von S. Maria in Porticu. der in seiner Vertretung die Regentschaft 
übernehmen und ausüben sollte '). Schreiben ergingen nach allen 
Seiten, so auch an Gaeta ^). Das ist unsre ep. VII. 

Ep. VIII ist ein undatirter Brief eines geistlichen Herrn, 
Namens Roger, an den Magister T. uod dessen Gattin S. Dass 
dieser Magister T. derselbe Thomas von Gaeta ist, dessen Name 
so oft in unsrer Briefsammlung wiederkehrt, wird aus dem ganzen 
Zusammenhang deutlich. Historische Materialien bietet der sehr 
geistliclie Brief nicht, immerhin ist er zur näheren Kenntnis der 
Persönlichkeit und der Verhältnisse unsres Helden von Bedeutung. 
Wer der « seruus Christi Roggerius " , der diesen frommen Brief 
verfasste, gewesen sein mag, können wir natürlich nicht wissen. 
Da aber alle lokalen Beziehungen unsrer Sammlung auf Gaeta 
weisen, wird man wohl auch dort oder in der Nachbarschaft den 
Autor suchen dürfen. So mag wenigstens notirt werden, dass in 
einer Gaetaner Urkunde von 1236 ein « abbas Roggerius « vor- 
kommt ^) ; mehr zu sagen wäre Leichtsinn. 

Ep. IX: Kaiserin Constanze an Papst Celestin IIL, Pa- 
lermo 1195 Oktober 3. Dieser Brief ist einer der wichtigsten der 
Sammlung, und man begreift nicht, wie Baronius ihn sich hat entgehen 

') Innocentii III. Reg. lib. I ep. 562 vom 17. Februar 1199 BF. 5664. 

-) lieber diese Ereignisse vgl. Winkelmann a. a. 0. Bd. II S. 6 ff., 17. 
In Bezug auf die zeitliche Einreihung der verschiedenen Schreiben Innocenz' III. 
war Winkelmann früher (Bd. I S. 127) anderer Meinung als Böhmer. In der 
Neubearbeitung der Böhmerschen Regesten ist indessen Winkelmann zu Böh- 
mers Chronologie zurückgekehrt. Dass in unsrer ep. VII der Legat Gregor 
gemeint ist, geht daraus hervor, dass nur von einem Legaten die Rede ist. 
Gregor hat sich vielleicht in Gaeta eingeschifft. 

*) Cod. dipl. Caiet. II p. 358 n. 394. 



14 P- KEHR 

lassen können. Es ist die stolze Tochter der Noimannen, die kraft 
ihres Erbrechts die iingeminderten kirchenpolitischen Rechte ihrer 
Vorgänger in Anspruch nimmt und auf das Schroffste den Papst 
der Verletzung ihrer Prärogative anklagt. Der Ton dieses Briefes 
weicht ganz ab von den kühlen und geschäfcsmässigen Schreiben, 
die ihr Gemahl Heinrich VI. an Celestin III. gerichtet hat, und er 
erinnert in seiner Schärfe an die Briefe ihres Sohnes. Das Schrift- 
stück ist auch wichtig sowohl für die Auffassung der Kaiserin von 
ihrer, offenbar ein grosses Mass von Selbständigkeit in sich schlies- 
senden Stellung an der Spitze des Reiches, das sie zweimal mit 
Betonung als ihr Erbreich bezeichnet, wie für unsre Kenntnis der 
zwischen Krone und Kurie herrschenden Streitfragen. 

Constanze beginnt mit dem Hinweis auf die jüngsten Versuche 
des Kaisers, ihres Gemahls, zum Frieden mit der Kirche zu ge- 
langen « ad sociandam pariter et reseruandam imperii et ecclesiae 
debitam et Deo placitam unitatem » . Diese Initiative Heinrichs VI. 
— die Aktenstücke selbst sind uns nicht erhalten — kennen wir 
auch aus Celestins III. Autwort vom 27. April 1195 (J-L. 17226). 
Wahrscheinlich hat Celestin gleichzeitig mit diesem Brief auch an 
Constanze nach Palermo ähnliche Vorstellungen gerichtet und sie 
wie ihren Gemahl ermahnt, die Rechte der Kirche ungeschmälert zu 
erhalten und früheres ünreclit wiedergutzumachen 0- Allein nun 
sei es der Papst selbst, der den Frieden störe durch feindselige 
Neuerungen im Königreich, das sie durch Erbrecht und durch die 
Eroberung des Kaisers besitze. Es sind drei Gravamina, die die 
Kaiserin in erregtem Tone dem Papst vorhält: 1) Die Ernennung 
eines Legaten für Apulien und Calabrien. Das sei eine Neuerung, 
die niemals unter ihren Vorgängern versucht worden sei ; Constanze 
will nur päpstliche Gesandte zum Königshof oder als Passanten 
nach Griechenland zulassen, nicht aber zur Jurisdiktion im eignen 
Reich. 2) Der Eingriff des Papstes in die Abtswahl im Kloster 
S. Giovanni degli Eremiti in Palermo. Die Kaiserin ist beleidigt, 
dass Celestin das Patronatsrecht über ein königliches Kloster, das 
sogar seine Verpflegung vom Hofe empfange, nicht respektire. 3) Die 
Konsekration des Hugo von Troia zum Erzbischof von Siponto durch 



') «]\raxime postqiiam beatitudinis uestre preces saper hoc commoni- 
torias nos memiiiimus recepisse " sagt Constanze. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 15 

Celestin, während sie diesen Kandidaten als Reichsfeind ablehnt. 
Sie schliesst so schroff als möglich, dass sie in ihrem Erbreich nicht 
dulden könne, dass die Würde ihrer Vorgänger gemindert werde 
und in den Kirchen des Königreichs ihr nicht genehme und feind- 
selige Persönlichkeiten eingesetzt würden. Zur weiteren Verhandlung 
mit der Kurie bevollmächtigt sie den Ueberbringer des Briefes, 
den Magister Thomas von Gaeta. 

Es verlohnt sich wohl, auch nach der Berechtigung der Vor- 
würfe der Kaiserin zu fragen. Da ist man erstaunt zu sehen, dass 
diese zum Teil wenigstens auf einer unrichtigen Auslegung der 
Konkordate beruhten. 

Constanze ist höchlichst erzürnt, dass der Papst es gewagt 
habe, einen Kardinal zum Legaten für Apulien und Calabrien — 
wir wissen leider nicht, um wen es sich handelte — zu ernennen : 
niemals sei unter ihrem Vater Roger, unter ihrem Bruder Wil- 
helm I. und ihrem Neffen Wilhelm IL etwas Aehnliches vorge- 
kommen. 

Allein im Pactum von Benevent, das Wilhelm L und Ha- 
drian IV. mit einander im Jahre 1156 abschlössen, und das durch 
Clemens III. dem König Wilhelm IL bestätigt wurde, ist ausdrück- 
lich bestimmt: « In Apulia et Calabria et partibus illis quae Apu- 
liae sunt affines, Romana ecclesia libere legationes habebit » '). Die 
Kaiserin übertrug mithin irriger Weise auf die festländischen Pro- 
vinzen ihre auf der berühmten Legation Rogers IL beruhenden Vor- 
rechte in Sizilien, über die im Vertrag von Benevent ausgemacht 
war, dass hier Appellationen und Legationen nur auf den Antrag 
des Herrschers stattfinden dürften ^). Es wird der Kurie leicht ge- 
wesen sein, den Einspruch der Kaiserin zu widerlegen. Begründeter 
war die zweite Beschwerde der Constanze. Das Kloster S. Giovanni 
degli Eremiti gründete einst König Roger neben seinem Palast Ke- 
monia in Palermo. Wir besitzen noch sein Privileg vom Juli 1148 
(Behring Reg. n. 110, Caspar, Roger II S. 570 n. 216), mit dem 

*) Mon. Germ. Constitutiones I p. 589 n. 4 13. 

=) Vgl. E. Caspar in Quellen und Forschungen Bd. VII S. 189 if. Dass 
das Konkordat Tancreds von 1192 (Mon. Germ. Constit. I p. 593 n. 417) 
hierbei nicht in Betracht kam, versteht sich von selbst, da Constanze ihn 
als Usurpator ansah und seine Akte nicht anerkannte. Uebrigens würde auch 
dieses in der Sache nichts geändert haben. 



16 P. KEHR 

er seiner Stiftung grossartige Zuwendungen und Freiheiten, darunter 
aucli freie Abtswahl gewährte. Der Diktator des Briefes der Kai- 
serin scheint dies Privileg Rogers direkt benutzt zu haben ')• Auch 
die Verpflegung der Mönche durch die Hofküche, auf die Constanze 
sich bezieht, ist so durch Roger selbst geregelt worden : täglich 62 
Brote zu je einem Pfund vom feinsten und 6 zu einem Pfund von 
gröberem Mehl, monatlich je 3 Mass feinen und groben Mehls, 
jährlich 998 Gemässe Wein u. s. w. Dies Privileg bestätigte König 
Wilhelm IL im November 1167 (Behring Reg. n. 162) und fügte 
im März 1173 weitere Schenkungen hinzu (Behring Reg. n. 192). 
Rocco Pirro hat ausführlich über dieses Kloster, dessen Kirche noch 
heute die Verwunderung des Reisenden erregt, gehandelt (Sicilia 
Sacra t. II p. 1109 sq.); leider muss er bekennen, dass er gerade 
über die uns interessirende Zeit — die letzten Jahre des 12. Jahr- 
hunderts — nichts mitzuteilen weiss; nicht einmal die Namen der 
Aebte kennt er. Wir wissen also auch nicht, wer der Kandidat 
war, gegen den die Kaiserin ihre zornige Stimme erhob, und ebenso 
wenig, welches der Erfolg ihres Protestes war. 

Bedeutender war der dritte Streitpunkt, die Konsekration des 
Kanonikus Hugo von Troia zum Erzbischof von Sipont. Der Erz- 
bischof Johannes von Sipont war im Mai oder Juni 1195 gestorben, 
und sofort beeilte sich Celestin, den ihm sehr nahestehenden Hugo 
auf den erledigten Stuhl zu erheben^). Schon am 11. Juli 1195 
erteilte er dem Kapitel von Sipont auf Bitten des neuen Erzbi- 
schofs Hugo ein Privileg (J-L. 17266). Nun erfahren wir aus Hein- 
richs VI. Schreiben an Celestin III. von 1196 Juli 25 (Stumpf 
Reg. 5019) '■''), dass der Papst diese Weihe vollzogen zu haben 
erklärte auf Wunsch der beiden kaiserlichen Bevollmächtigten 
Wolfger von Passau und Heinrich von Worms. Der Kaiser seiner- 
seits erklärte indessen auf das Bestimmteste, dass er diesen Bi- 
schöfen keinerlei Auftrag erteilt habe. Diese Erklärungen, voraus- 
gesetzt dass sie der Wahrheit entsprechen, im Verein mit dem 

') Constanze sagt « monasterium illud opus fuerit maiiuum ^latris nostri », 
lloger « aedificatum tamquam opus manuum nostrarura ». 

") Ueber Hugo s. Ughelli t. VII c. 828, P. Sarnelli, Cronologia de ve- 
scovi et arcivescovi Sipontini (1680) p. 182 flf. und V. Stefanelli, Mem. sto- 
riche della cittä di Troia (1879) p. 125. 

') Zuletzt gedruckt Mon. Germ. Constitutiones t. I p. 524 n. 375. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAF.TA. 17 

Schi-eibeii der Kaisenn erlauben uns die Ursache des Konflikts 
genauer zu bestimmen '). 

Die Abneigung der Kaiserin gegen Hugo von Troia, den sie 
beschuldigt, in Eora gegen ihre Regierung konspirirt zu haben, 
während Celestin III. seine Lebensführung, seine Frömmigkeit und 
seine Wissenschaft rühmt 2), war nicht unbegründet; offenbar ist, 
wie die kurzen Termine zwischen dem Tod des Vorgängers und 
der Konsekration Hugo's ergeben, die Erhebung des neuen Erz- 
bischofs durch den Papst erfolgt, ohne dass zuvor die Zustimmimg 
der Kaiserin als Regentiu des Königreichs nachgesucht worden wäre, 
was allerdings gegen das Konkordat von Benevent verstiess '). Ce- 
lestin III. seinerseits mag die Zustimmung der beiden Vertreter 
des Kaisers, die damals offenbar in Rom anwesend waren, für aus- 
reichend gehalten haben. Aber die stolze Tochter Rogers, die weit 
davon entfernt war, eine gefügige Tochter der Kirche zu sein ^), 
empfand dies Verfahren als eine ihr angetane Beleidigung und 
als eine Verletzung ihrer sizilischen ICronrechte. Niemals, so ver- 
mass sie sich, wird jener Hugo Besitz von dem Erzbistum ergreifen. 
Sie wird danach gehandelt haben, indem sie ihm das Exequatur 
versagte. Vergebens erhob gegen diese schroffe Haltung der Kai- 
serin Celestin IIL bei Heinrich VI. Beschwerde ^); der Kaiser 
blieb dabei, dem Papst in seinem Schreiben vom 25. Juli 1196 
zu erklären, dass er nicht gestatten könne, dass Hugo gegen die 
Gewohnheiten des Reiches eingesetzt werde. 

lieber den weiteren Verlauf der Angelegenheit wissen wir 
nichts. Nur dieses ist sicher, dass der Kaiser schliesslich nachge- 

•) Zur Sache vgl. auch Toeclie Heinrich VI. S. 432 und S. 450. 

*) Nach dem angezogenen Schreiben Heinrichs VI. von 1196 Juli 25. Es 
ist bezeichnend, dass Heinrich VI. in seiner Antwort die Vorwürfe seiner Ge- 
mahlin gegen Hugo stillschweigend fallen lässt. 

=■) Nämlich gegen § 11 der Urkunde Wilhelms I. (Mon. Germ. Constit. 
t. I p. 589): « De electionibus quidem ita fiet » u. s. w. 

*) So urteilt auch Winkelraann Philipp von Schwaben und Otto von 
Braunscliweig Bd. I S. 120, und sein Urteil wird durch unsern Brief auf das 
Bestimmteste bestätigt. Dass Constanze hier selbständig verfuhr und nicht 
etwa blos Instrument Heinrichs VI. war, beweist die schon berührte Verschie- 
denheit des Diktats und die ausschliessliche Betonung des alt-normannischen 
Standpunktes. 

M Das geht aus Heinrichs VI. Antwort vom 25. Juli 1196 hervor. 



18 P- KEHR 

geben und Hug-o zugelassen hat : Hugo ist bis zu seinem unter 
des Houorius' III. Pontitikat erfolgten Tod unbestritten Erzbischof 
von Siponto geblieben. 

Der Historiker wird dieses Schreiben der Constanze nicht ohne 
Teilnahme lesen. Die so stolz im Jahre 1195 dem Papste entgegen- 
trat, musste genau drei Jahre später im Konkordat von 1198 die 
so tapfer aufrechterhaltenen Prärogative ihrer Vorgänger aufgeben. 

Ep. X ist ein undatirter Brief des Thomas an Friedrich IL 
Er wirft ein eigentümliches Licht auf das Kegiment des Kaisers so- 
wohl wie auf die Beziehungen des Beamten zu seinem Herrn. Das 
Schreiben ist ein merkwürdiger Appell an den Kaiser, eine liberalere 
lie<yierung zu führen. Im Eingang beklagt Thomas, dass die Hoff- 
nung, Kaiser und Papst würden nun in Eintracht die Welt regieren, 
crefährdet sei; er mahnt den Kaiser zur Vorsicht. Leider lässt der 
Kopist gerade diejenige Stelle aus, auf die es zur Bestimmung des 
Briefes vorzüglich ankommt; der Absender wagt seinem Herrn einen 
Rat zu erteilen, den uns der Abschreiber durch ein etc. vorenthält. 
Thomas variirt dann das von ihm noch mehrfach behandelte Thema, 
besser sei es für den Kaiser geliebt als gefürchtet zu werden ; die 
Liebe der Untertanen sei die beste Verteidigung der Fürsten. 
Dann wird er dringender und bestimmter, wenn er bittet, dass der 
Steuerdruck ein Ende haben möge, dass die Frohnden gemildert 
werden müssten, dass Friedrich überhaupt milder mit dem Volk 
und den Städten umgehen möge. Er möge bewirken, dass das Volk 
ihm mehr mit dem Herzen als mit dem Leibe diene; er möge es 
mit Wohltaten gewinnen. Aber vor allem solle er sein Vertrauen 
auf Gott setzen. 

Es sind ziemlich starke Worte, die der Beamte des Kaisers 
an seineu Herrn zu richten wagt. 

Für die Datirung dieses Schreibens sind folgende Angaben 
massgebend: der drohende Bruch zwischen Kaiser und Papst, der 
Hinweis auf die Bedrückung des Landes mit Steuern und Frohnden 
und die Erwähnung des Sohnes ( « uobis et filio uestro « ). 

Das Kegiment Friedrichs, dessen Tendenz Thomas beklagt, 
begann bekanntlich sogleich nach seiner Kaiserkrönung und Rück- 
kehr in das Köuigreich, also von 1221 ab. Die ersten grossen Bur- 
genbauten fallen in das Jahr 1223; nach Richard von S. Germano 
errichtete in diesem Jahre Friedrich IL die Kastelle in Gaeta, 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 19 

Neapel, Aversa und Foggia. Derselbe Autor verzeichnet zu den 
Jahren 1223, 1224 und 1225 die gefürchteten Inquisitionen und 
Kollekten '). 

Verstimmungen mit dem Papste sind zu häufig gewesen, als 
dass sich mit Bestimmtheit sagen Hesse, welche es gewesen ist, 
auf die Thomas hier anspielt. Nach dem Kongress von Veroli im 
April 1222 gaben die üebergriffe Friedrichs und seiner Beamten 
im päpstlichen Tuscien und im Ducat von Spoleto der Kurie be- 
rechtigten Anlass zu Beschwerden, die der Kaiser in mehreren 
Schreiben und Verfügungen an seine Leute abstellen musste -). 
Wieder gerieten dann Kaiser und Papst im Jahre 1223 an ein- 
ander über die Besetzung der erledigten Bischofssitze von Aversa 
und Capua, und bis in das Jahr 1225 hinein mehrten sich die 
Friktionen zwischen den beiden Mächten, denen, wie Thomas mehr 
schön als zutreffend sagt, der ganze Erdkreis dient und sich beugt. 
Der Konflikt spitzte sich zu. als Honorius III. im September 1225 
von sich aus eine ganze Reihe der vakanten Bischofssitze des 
Reiches besetzte '^). 

Auf eine dieser Irrungen muss sich des Thomas Schreiben 
beziehen. 

Ep. XI, gleichfalls ein undatirtes Schreiben des Thomas 
an den Kaiser, hat einen ganz ähnlichen Gedankengang wie das 
vorhergehende. Thomas bittet den Herrn, dass bei den zahlreichen 
Bauten — offenbar sind die ßurgbauten Friedrichs gemeint — die 
Armen nicht bedrückt werden möchten ; er beklagt, dass der Kaiser 
anders als seine Vorgänger, die selbst in Kriegsläuften Kirchen 
und Klöster gründeten, nicht seine ersten Bauten Gott gewidmet 
habe. Statt Burgen zu bauen und auf Höhen Befestigungen an- 
zulegen, täte er besser, durch Wohltun und Milde sich und seinen 
Kindern die Herzen seiner Untertanen zu erobern, deren Liebe 
das stärkste Bollwerk der Fürsten sei. 

Die Anklänge an die vorausgehende Epistel, die Gleichheit 
des Gedankengangs (nur von dem Konflikt mit der Kurie ist 

•) Vgl. Winkelmann Friedrich IT. Bd. I S. 205, 231. Da Thoraas Gae- 
taner war, so mag er den Druck am eignen Leibe empfunden haben. 

2) Vgl. Winkelmaiin a. a. 0. S. 185 ff. und die Schreiben Friedrichs II. 
bei Theiner Cod. dipl. dorn. temp. I p. 71 sq. 

»j Vgl. Winkelmann a. a. 0. S. 213 ff., 230, 248. 



20 P- KEIIH. 

hier uiclit die Rede) machen wahrscheinlich, dass dieser Brief un- 
gefähr derselben Zeit angehört wie ep. X, ihr vielleicht voraus- 
geht. Denn auf den Passus « uobis et filiis uestris « , der dem « uobis 
et filio uestro " in ep. X entspricht, wird man ein entscheidendes 
Gewiclit nicht legen und nicht etwa folgern dürfen, ep. X sei, weil 
nur von einem filius die Bede ist, vor 1228, ep. XI dagegen, in 
der von mehreren filii gesprochen wird, nach 1228, dem Geburtsjahr 
Konrads (IV.). geschrieben. Der Ausdruck « uobis et filiis uestris " 
ist wohl nur formelhaft zu verstehen. Ich setze also die ep. XI 
ganz wie ep. X in die Jahre 1223 bis 1225, 

Ep. XII ist ein undatirter Brief Innocenz' III. an Bischof 
und Klerus, an Thomas königlichen Justitiar, an die Konsuln und 
das Volk von Gaeta. Er führt uns wieder in die Anfänge Fried- 
richs IL zurück, in die Zeit des Kampfes Innocenz' III. mit Mark- 
ward von Anweiler. Der Papst spricht den Gaetanern sein Befremden 
aus, dass sie sich von dem exkommunizirten und treulosen Mark- 
ward hätten verführen und sich in seinen Netzen hätten fangen 
lassen. Es würde behauptet, dass er ihnen einen seiner Anhänger 
als königlichen Bajulus in einem mit dem königlichen und seinem 
eigenen Siegel beglaubigten Schreiben in Aussicht gestellt habe. 
Innocenz ermahnt die Getreuen von Gaeta, diesen nicht als Ba- 
julus anzunehmen und ihm den Gehorsam zu verweigern. 

Da Markward im September 1202 starb ^), so sind als die 
äussersten Termine für unsern Brief die Jahre 1199 bis 1202 ge- 
geben. Aber er lässt sich noch genauer bestimmen. Der Papst 
spricht von Markwards " Litterae tam sub regio quam suo quoque 
sigillo ». Markw^ard muss mithin in der Zeit, da Innocenz III. seinen 
Brief an die von Gaeta richtete, im Besitz des königlichen Siegels 
gewesen sein. Dies aber fiihrt uns in die Jahre 1201 und 1202. 

Im Dezember 1200 verständigten sich der sizilianische Kanzler 
Walter von Palear und der schwäbische Abenteurer: der eine 
übernahm die Verwaltung des Festlandes, Markward diejenige Si- 
ziliens ^). Es scheint als ob jeder der beiden Machthaber sich des 
königlichen Siegels bedient hätte ^). Von Markward, der, nachdem 

M Vgl. Winkelmann Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig 
Bd. II S. 53. 

-) Vgl. Winkelmann a. a. 0. S. 37 if. 

■■') Von Walter von Palear wissen wir das aus verschiedenen Briefen In- 
nocenz' III., vgl. Winkelmann a. a. 0. S. 42 Anra. 3, S. 43 Anm. 3. 



DAS BRIEKBUCH DES THOMAS VON GAETA. 21 

Walter die Insel verlassen hatte, im Besitze der königlichen Per- 
son, unbestritten in Sizilien herrschte, wissen wir es aus einem 
Briefe Innocenz' III. an den Erzbischof von Amalfi: Markward habe 
« sub nomine regio " Briefe an PJinwohner des Diicats von Amalfi 
gerichtet und in der Tat deren Anerkennung gefunden ')• Die Aehn- 
lichkeit des Vorgangs springt in die Augen : wie an die von Amalfi, 
so hat Markward sich auch an die von Gaeta gewandt, um im Na- 
men des Königs ihre Anerkennung zu erlangen. 

Das geschah wohl als mit der Schlacht bei Cannä im Okto- 
ber 1201 die Macht des Kanzlers Walter auf der Halbinsel völlig 
zusammengebrochen war. Wir irren wohl nicht, wenn wir Inno- 
cenz' III. Brief an die Gaetaner in die letzten Monate des Jahres 
1201 oder in die ersten Monate des Jahres 1202 setzen. 

XIII und XIV sind die beiden Privilegien Innocenz' III. 
für Constanze und ihren Sohn Friedrich vom 19. November 1198 
BF, 5653 und 5654. Wir kennen das grosse Privileg, in dem der 
Papst Constanzen und Friedrich das Königreich als Lehen der 
römischen Kirche bestätigte, aus Innocenz' III. Registrum (lib. I 
ep. 410). Unser Text, der gleichfalls der Datirung darbt, bietet 
immerhin einige, wenn auch für die Sache nicht gerade wesent- 
liche, aber doch nicht zu übergehende Varianten, die, obwohl die 
gekürzten Schlussformeln hier wie dort auf das genauste überein- 
stimmen — was auf ein identisches Konzept hinweist — schliesseu 
lassen, dass die Urkunde in zwei Exemplaren abgefasst w^orden sei, 
von denen das eine das sizilianische, das andere das päpstliche 
Exemplar repräsentirt. Noch deutlicher ist dies Verhältnis bei dem 
zweiten Privileg, in dem der Papst die Bischofswahlen im König- 
reich ordnet. 

Auch diese Urkunde ist uns im Registrum Innocenz' IIL (lib. I 
ep. 411) überliefert. Aber unser Text, auch hier übrigens ohne 
Datirung, weicht an mehreren Stellen so erheblich von dem Wortlaut 



') Innoc. Reg. lib. V ep. 74 BF. 5796: «Ad haec, quoniam. sicut au- 
diuimus, quidam ducatus Amalphiae a perfido Marcualdo, regis et ecclesiae 
inimico maledicto et excommunicato, sub nomine regio literas receperunt et, 
quantum in eis est, aliorum fldelitatem nituntur suggestione pessima macu- 
lare nee metuunt se fateri sequaces ipsius w. Diesen Brief reiht Winkelmann 
zu August 1202 ein. Von Markward ging dann das königliche Siegel an 
Wilhelm Capparone über. Vgl. Winkelraann a. a. 0. S. 57 Anm. 3. 



22 ^'• KEHK 

der Urkunde im Registriira ab, dass, so viel man auch der Nach- 
lässigkeit sei es des Kopisten unsrer Briefsammlung sei es des Ko- 
pisten des ßegistruras zu gute halten mag, an eine gemeinsame Vor- 
lac^e nicht mehr gedacht werden kann. Es ist wahrscheinlicli, dass 
der Text in unsrer Briefsammlung den Wortlaut darstellt, auf den 
man sich bei den Konkordatsverhandlungen vereinigte, während der 
Text im Registrum die letzte Redaktion der päpstlichen Kanzlei 
darbietet. Wenn das richtig ist, so sind die Abweichungen doch 
nicht ohne Bedeutung. Dass übrigens zu diesen Urkunden auch 
unsre ep. VI gehört, ist bereits an seiner Stelle dargelegt worden. 
Ein viertes noch hierzu gehörendes Aktenstück endlich, das Jura- 
mentum der Constanze (Original im Vatikanischen Archiv, gedruckt 
von J. Schwalm im N. Archiv XXI S. 721 n. 1) ist sowenig in 
unsre Briefsammlung wie in das Registrum Innocenz' III. aufge- 
nommen worden : es kam in Folge des Todes der Con-.tanze (27. No- 
vember 1198) überhaupt nicht zur Perfektion. 

Es ist zur Beurteilung der Natur unsrer Sammlung nicht un- 
wichtig, daran zu erinnern, dass bei der Feststellung dieser Ur- 
kunden als Bevollmächtigter der Kaiserin Constanze der Justitiar 
Thoraas von Gaeta beteiligt war. 

Ep; XV ist wieder ein undatirtes Schreiben des Thomas 
von Gaeta au den Kaiser, in dem er ihn zur Geduld, zur Vor- 
sicht und zur Gottesfurcht ermahnt und ihm rät, den zürnenden 
Papst durch Geschenke zu versöhnen und ihn so wegen der Ereig- 
nisse in der Mark und im Herzogtum Spoleto zu beschwichtigen. 
Thomas ist mit andern davon überzeugt, dass der Papst ihn, den 
Kaiser, liebe. Er empfiehlt ihm, sich zwei oder drei Kardinäle zu 
Freunden zu machen. Zum Schluss lässt er durchblicken, dass er, 
obwohl alt und krank und ein Veteran, zu einer diplomatischen 
Mission im Dienst des Kaisers gern bereit sei. 

Dieser Brief lässt sich ziemlich sicher datiren. Dass nur Ho- 
noriusIII. und die Zeit vor dem Kreuzzug in Betracht kommen 
kann, geht schon aus dem Eingang des Briefes hervor mit der 
Anspielung auf den Kreuzzug: ^ Parum erat, nisi bella Domini, 
bella christianitatis in uos reclamarent » . Und von einer ernsthaften 
Irrung zwischen Kaiser und Papst in Betreff der Mark Ancona 
und des Ducats von Spoleto wissen wir auch sonst. Friedrich II. 
liatte im Frühjahr 1226 für seine lombardische Unternehmung so- 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 23 

wohl Insassen der Mark wie des Herzogtums, also Untertanen des 
Papstes, aufgeboten. Die Kurie bestritt dem Kaiser das Recht, das 
er als sein Vogteirecht auszuüben prätendirte. Man weiss, dass 
diese Irrung zu dem berühmten Briefe Honorius' III. « Miranda » 
(BF. 6630) Anlass gab, der an Schärfe nichts zu wünschen übrig 
liess und beide Parteien bis unmittelbar vor den Bruch führte '). 
Politische Gründe, vielleicht auch die Abmahnungen seiner Ge- 
treuen, bewogen Friedrich einzulenken. Nach den Anspielungen 
unsres Briefes ist kein Zweifel, dass er eben in diese Zeit und in 
diesen Konflikt gehört. 

Ep. X VT, Constanze Königin der Römer und Königin von Si- 
zilien an den Bischof Petrus von Urgel, ist bereits von Rayuald (Ann. 
ad a. 1213 c. LXII) aus unsrer Handschrift veröffentlicht worden. 
Danach bei Huillard-Breholles I p. 282 und BF. 5552. Doch lässt 
Raynalds Text, in dem auch der Name unsres Freundes T. de 
Gaieta verlesen ist (in F. de Gaieta), zu v/ünschen übrig, so dass 
ich ihn noch einmal biete. Die Königin (der Titel ist sicher, wie 
schon Winkelmann bemerkte, verderbt) bittet den Bischof, der sich 
zum Laterankonzil von 1215 begeben will, sich in der Angelegenheit 
ihres verstorbenen Bruders, des Königs von Aragon, beim Papst 
zu verwenden, an den sie bereits den königlichen Familiären Thomas 
von Gaeta abgesandt habe; eine Antwort habe sie noch nicht. Der 
Brief fällt in das Jahr 1214 oder wahrscheinlicher noch, wegen 
der Beziehung auf das Laterankonzil von 1215, in dieses. 

XVIa. Unter diesem Briefe der Constanze steht folgende Da- 
tirung « Anno Domini M.C.LXXVII, mense augusti, indictioneX ". 
Raynald hat mit Recht von ihr keine Notiz genommen, denn zu 
dem Brief der Constanze kann sie nicht gehören. Aber sie verrät 
uns, dass hier ein Stück, zu dem sie gehörte, gewiss durch die 
Nachlässigkeit des Kopisten unsrer Sammlung, dessen Sünden nicht 
wenige sind, ausgefallen ist. Dieses aber kann kein anderes ge- 
wesen sein, als die Venezianische Friedensurkunde Friedrichs I. 
und seines Sohnes für König Wilhelm II. von Sizilien vom Au- 
gust 1177 (Stumpf Reg. 4205) % deren Datiruug in der Tat lautet: 
« Anno dominice incarnationis millesimo centesimo septuagesimo 



') Vgl. Winkelmann Friedrich II. Bd. I S. 274 ff., 544 ff. 
') Zuletzt gedruckt Mon. Germ. Constit. I p. 370 n. 268. 



24 P. KEHR 

septimo, mense augusti, decima indictioue ". Es steht im engsten 
Zusammenhang mit dem folgenden Aktenstück. 

Ep. XVII, Brief Alexanders III. an den Abt von Monte Cas- 
sino imd den Erzbischof von Capiia vom 27. Juli 1177. Baronius 
(Ann. ad a. 1177 c. XXIV) hat ihn aus unserm Vatikanischen Codex 
bekannt gemacht (J-L. 12892). Es ist der bekannte, in mehrfachen 
Ausfertigungen erhaltene Bericht Alexanders III. über den Abschluss 
des Friedens von Venedig. In der uns überlieferten Adresse « P. Ca- 
sinensi abbati et lohanni Capuano archiepiscopo «, die Baronius 
stillschweigend verbessert hat, steckt ein Fehler, da Erzbischof von 
Capua damals Alfanus was. Wenn der Kopist, dessen Sünden sich 
mehren, hier sich nicht ganz gröblicli verlesen hat, so darf vielleicht 
vermutet werden, dass neben dem Abt Peter von Monte Cassino und 
dem Erzbischof Alfanus von Capua noch ein dritter Adressat na- 
mens Johannes genannt war, irgend ein Abt oder Bischof dieses 
Gebietes, den aufzutinden freilich die Gewöhnlichkeit des Namens 
Johannes unmöglich macht. 

Ep. XVIII ist ein undatirtes Schreiben des Kaisers Fried- 
rich au die römischen Kleriker, das nach einer langen fast bi- 
blischen Predigt mit der Aulforderung schliesst, ihre Zungen mit 
dem Sehweite Gottes abzuschneiden und den katholischen Papst 
anzuerkennen. Das kann doch nur ein Schreiben Friedrichs I. sein. 
Auch der Titel « Romanorum imperator semper augustus » spricht 
für den ersten Friedrich. Dass es in imsrer Sammlung neben dem 
Briefe Alexanders III. von 1177 steht, ist nun freilich kein Be- 
weis, dass es ins 12. Jahrhundert gehöre (denn unsre Sammlung 
folgt allem andern denn einem chronologischen Prinzip), aber mög- 
lich wäre immerhin, dass ein zeitlicher und sachlicher Zusam- 
menhang obwalte. Winkelmann hat dieses schwülstige und in sei- 
nen Beziehungen dunkele Schreiben in den Nachträgen zu den 
Regesten Friedrichs II. unter Nr. 14765 Ws verzeichnet und es als 
Stilübung charakterisirt. Ich will durch eine Untersuchung des 
Stückes mich nicht von meinem Thema entfernen und überlasse sie 
einem bessern Kenner der Publizistik des 12. Jahrhunderts. Nur 
zur Ueberlieferungsgeschichte will ich bemerken, dass es ausser in 
unserm Codex Vaticanus s. Petri auch in dem Florentiner Cod. 
Laur. XXIX 8 fol. 60 steht. Es findet sich ferner in Handschriften 
des Petrus a Vinea, z. B. im Wolfenbütteler Codex August. XIII 3 



DAS BRIF.FßUCH DES THOMAS VON GAKTA. 25 

(vgl. Pertz im Archiv V S. 397). Ich gebe danach, so gut ich es 
vermag, den Text. 

Ep. XIX. imdatirtes Schreiben Innocenz' III. an Archadius 
und die Kadi"s von Entella, Platani, Giati und Celsi und an alle 
Kadi's und Sarrazenen in Sizilien, ist uns auch überliefert im Ke- 
gistrum Innocenz' III. (lib. IX ep. 158. P. 2881, BF. 5972) und 
gehört danach zum September 1206. In unserm Codex ist der Schluss 
gekürzt; der Text bietet einige Abweichungen. 

Im Register Innocenz' III. stehen die Briefe II und XIX zu- 
sammen, beide vom September 1206 datirt. Im Codex von S. Peter 
stehen sie weit von einander getrennt. Sie verdanken wahrschein- 
lich ihre Aufnahme in die Briefsammlung des Thomas von Gaeta 
dem Umstand, dass er der königliche Gesandte war, der sie von 
Rom nach Sizilien an den Hof Friedrichs zurückbrachte. 

Ep. XX ist ein Brief Innocenz' III. an die Barone und Ba- 
liven (entweder des Königreichs im Allgemeinen oder von Sizilien 
oder wahrscheinlicher von Apulien und der Terra di Lavoro) vom 
6. April 1213. Es ist Tag und ihr wandelt noch in der Finsternis, so 
beginnt der Papst. Ihr hängt noch immer der verlorenen Sache des 
verworfenen und verfluchten Otto an. Innocenz ermahnt sie, bevor 
die Tür der Gnade geschlossen werde, zur Treue gegen den recht- 
mässigen König zurückzukehren und die Gesandten Friedrichs ehrer- 
bietig aufzunehmen. 

Wir wissen, dass in der Tat in Süditalien noch ziemlich lange 
bis tief in die Jahre 1213 und 1214 die Partei des Kaisers Ottos IV. 
gegen die Regierung Friedrichs IL sich beliauptete; noch in jenen 
Jahren sind Urkunden in Apulien, in Calabrien, in der Basilicata 
und in der Terra di Lavoro nach den Regierungsjahren Ottos IV. da- 
tirt worden '). Der Brief passt also sehr gut in die Situation, und er 
ist ein neues Zeugnis sowohl für den Eifer, mit dem Innocenz III. 
die Sache seines Schützlings aufrechterhielt, wie für die Zustände 
im Königreich. Aus dem Schlüsse des Schreibens erfahren wir, 
dass Friedrich an die Rebellen im Königreich von Deutschland aus 
eine Gesandtschaft schickte, die ihren Abfall von Otto IV. und ihre 
Unterwerfung unter den König bewirken sollte. Sie ging offenbar 



') Vgl. AVinkelmann Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig- 
Bd. I S. 406. 



26 H. KEHR 

übei- Rom, um auch des Papstes mächtiges Wort für die Sache 
des Königs zu gewinnen. Dies ist Innocenz' Brief. Daraus dass er 
in unsrer Sammlung steht, möchte ich folgern, dass Thomas von 
Gaeta zu dieser Gesandtschaft gehörte. 

Epp. XXI-XXIX. Es folgen neun Briefe Gregors I., meist 
mit unvollständigem Text. Es sind, wie ich glauben möchte, Aus- 
züge, die als Paradigmata für die kirchenpolitischen Fragen, welche 
den Autor beschäftigten, zusammengestellt sind. Bei einigen ist 
das freilich nicht ohne Weiteres einleuchtend, bei andern aber um 
so deutlicher. Wenn diese Vermutung richtig ist, dann ist die 
Auswahl dieser Stücke, die textlich natürlich wertlos sind, doch 
nicht ohne Bedeutung für die Beurteilung der Natur und der Ten- 
denz unsrer Sammlung. 

Ep. XXI, in vollständiger Abschrift, ist Gregors I. bekannter 
Brief an den Kaiser Mauritius (J-E. 1859). Er handelt von dem 
Herzog Ariulf von Spoleto, von der « Terra mea », von den Wirren 
in Tuscien, von der Belagerung Roms durch den Langobardenkö- 
nig Agilulf; er ist als ein wichtiges Zeugnis für die politische 
Stellung des Papsttums in Italien oft kommentirt worden. 

Ep. XXII, mit der Ueberschrift ^ Idem " (sc. Gregorius), aber 
ohne Adresse, ist ein briefartiger Traktat über die Pflichten der 
Geistlichen, dessen Aufnahme in unsre Sammlung merkwürdig bleibt 
und ein Problem der Ueberlieferungsgeschichte bietet. Das Stück 
ist nämlich, soviel ich weiss, nur bekannt aus den Codices der 
R 1 Klasse des Registrum Gregorii I, wo es im lib. IX zwischen 
epp. 181 und 183 (der Ausgabe von Ewald-Hartmann) steht. Aus 
dem diese Klasse repräsentirenden Codex Casinensis LXXI saec. XI 
ist es im Florilegium Casineuse p. 20 (Bibl. Casinen. t. II) ge- 
druckt (vgl. Mou. Germ. Epist. I praef. p. IX). Nichts läge näher 
als anzunehmen, dass unser Sammler diesen Codex von Monte Cas- 
sino gekannt und das Stück daraus abgeschrieben habe, und bei 
den Beziehungen zwischen Gaeta und Monte Cassino wäre das an 
sich nicht weiter auffällig; bemerkenswert bliebe dann immer der 
geistige Verkehr, den Thomas von Gaeta mit den Mönchen auf dem 
Berg von Cassino unterhalten habe, deren Schüler er vielleicht war. 
Allein unser Text zerstört diese anmutige Hypothese. Er kann 
keine Abschrift des Codex Casinensis sein, dazu sind die Abwei- 
chungen zu stark; und ist der Text des Casinensis im Ganzen besser 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 27 

imd vollständiger, so hat der unsre auf der andern Seite mehrere 
richtigere Lesarten '). 

Ep. XXIII, Gregors I. Brief an den Patricins Venantius von 
Palermo (J-E. 1878), mochte den Autor unsrer Sammlung interes- 
siren als Beleg fiir die Beteiligung der Staatsgewalt an den Bischofs- 
wahlen, die gerade zu seiner Zeit und zum Teil unter seiner per- 
sönliclien Teilnahme zwischen der sizilianischeu Monarchie und 
der römischen Kurie mehrfach Gegenstand von Verhandlungen 
und Irrungen waren. 

Ep. XXIV, Gregors I. Brief an die der Herrschaft Childeberts 
unterworfenen Bischöfe Galliens (J-E. 1375), worin er ihnen die Er- 
nennung des Bischofs von Arles zu seinem Vikar anzeigt, wird als 
Zeugnis fiir die Delegatiousgewalt des Papstes aufgenommen sein, 
welche, wie bekannt, eines der am meisten umstrittenen Kechte der 
Kurie in Sizilien war. Es genügt an den Brief der Kaiserin Con- 
stanze an Papst Celestin III. zu erinnern (ep. IX). 

Dunkler ist die Beziehung der ep. XXV, Gregors I. Brief 
an den Bischof Dominicus von Carthago (J-E. 1520). Hat er als 
Beleg für die Beziehungen Roms zur afrikanischen Kirche dienen 
sollen? 

Desto deutlicher ist die Tendenz der drei folgenden Briefe 
Gregors I., ep. XXVI an die Königin Brunhilde (J-E. 1743), ep. 
XXVII an die Könige Theuderich und Theudebert (J-E. 1744) 
und ep. XXVIII an die Bischöfe Galliens (J-E. 1747). Sie behandeln 
dasselbe Thema, die Abstellung der Simonie und die missbräuch- 
liche üebertragung von Kirchenämtern an Laien. Auch sie sind 
offenbar wegen ilirer Bestimmungen über die Bischofswahlen und 
über das Verhältnis der staatlichen Autorität zu dieser Frage des 
Kirchenrechts für unsre Sammlung ausgewählt worden. 

Es folgt ep. XXIX, Gregors I. Brief an den Bischof Johann 
von Constantinopel (J-E. 1357), in dem er diesen von der Un- 
rechtmässigkeit des von ihm angenommenen Titels eines <. Allge- 
meinen Bischofs " zu überzeugen sucht. Ich wage nicht eine Ver- 
mutung darüber auszusprechen, weshalb Thomas diesen Brief fast 
ganz hat abschreiben lassen. 

Von höchster Bedeutung für das staatsrechtliche Verhältnis 

') Icli bin nicht in der Lage, der Sache weiter nachzugehen. 



28 H. KEHR 

Roms zum sizilischen Königreich sind dann die folgenden Ur- 
kunden. 

Zunächst die beiden das Konkordat von 1156 beurkundenden 
Aktenstücke. XXX ist Wilhelms I. grosses Privileg für die rö- 
mische Kirche, von dem noch das Original im Vatikanischen Archiv 
erhalten ist, zuletzt gedruckt Mon. Germ. Constit. I p. 588 n. 413. 
XXXI ist Hadrians IV. Bestätigungsurkunde (J-L. 10193), 
welche als der erste Baronius aus unserm Codex bekannt gemacht hat. 

Es folgt als XXXII Innoceuz' IL Privileg für König 
Roger von 1139 (J-L. 8043), durch das er ihm die königliche 
Würde bestätigte und ihn mit Sizilien, Apulien und Capua be- 
lehnte ')• Wir kennen diese fiir die Geschichte der norman- 
nischen Monarchie so wiclitige Urkunde überhaupt nur aus dem 
Codex von S. Peter, aus dem Baronius sie abgeschrieben hat; 
danach ist sie oft gedruckt worden ^). 

XXXIII, XXXIV und XXXV sind die drei Urkunden Fried- 
richs IL vom Februar 1212 fiir die römische Kirche (BF. 652. 
653. 651). Wir kennen sie längst aus den Transsumpten von Lyon 3); 
von der zweiten besitzen wir noch das Original im Vatikanischen 
Archiv *). Die Texte in unserm Codex bieten einige abweichende 
Varianten, die aber eine sachliche Bedeutung nicht haben. Sie be- 
weisen nur, was wir bereits aus mehrfachen Proben wissen, dass 
der Autor oder der Kopist unserer Sammlung sich nicht streng an 
seine Vorlage gehalten hat. 

Wie hätten endlich in einer Sammlung dieser kirchenpoliti- 
schen Dokumente jene beiden berühmten Urkunden fehlen dürfen, 
welche die vornehmsten Titel der päpstlichen Territorialhoheit 
ausmachten? XXXVI ist das Constitutum Constantiui, Con- 
stantins des Grossen angebliches Privileg für die römische 
Kirche. Uns interessirt vorzüglich die Frage, woher es unser 

') \'j;\. E. Caspar, Roger II. und die Gründung der normaiinisch-sizi- 
lisclicn Monarchie (1904) S. 229 ff., S. 536 Reg. 124. 

") Alle Abschriften, die wir sonst noch kennen (Cod. Vat. 8439 f. 94, 
Cod. Ottobon. 2943 f. 3', Cod. Panorni. Qq. G 27 f. 3') gehen mittelbar oder 
unmittelbar auf unsern Codex zurück. 

') Vgl. N. Archiv XIV S. 371. 

M Ebenda S. 3-5.5 n. 14; zuletzt gedruckt Mon. Germ. Constit. II p. 544 
n. 413. Ebendort auch die beiden andern Stücke. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 29 

Sammler hat. Die Antwort ist nicht schwer. Er bietet es in der- 
selben Fassung, in der es bei Deusdedit, bei Anselm und beim 
Cencius steht. Dass er es aus einer von diesen oder verwandten 
canonistischen Sammlungen entnommen hat, lehrt auch der Wort- 
laut des folgenden Privilegs. 

XXXVII ist das Ludovicianum, Ludwigs des Frommen 
Privileg für Papst Paschalis I. und die römische Kirche von 817, 
in dem Wortlaut, wie er in den bereits genannten Canones über- 
liefert ist '). 

Es folgen noch zwei Urkunden Friedrichs II. 

Ep. XXXVIII, hier ohne Adresse, ist das vielverbreitete und 
oft gedruckte Schreiben Friedrichs IL, in welchem er die am 
18. Februar 1288 erfolgte Geburt eines Sohnes verkündet (BF. 2317). 
Unser Text bietet unbedeutende und nicht für seine Güte spre- 
chende Abweichungen. 

Ep. XXXIX endlich ist Friedrichs I L berühmtes Schrei- 
ben an die Kardinäle gegen Papst Gregor IX. von 1239 (BF. 2454). 
Wir kennen davon zwei Fassungen, eine ausführlichere (BF. 2454), 
überliefert bei Petrus a Vinea (lib. I ep. 31), und eine kürzere 
(BF. 2455) im Briefcodex des Principe Fitalia in Palermo (ed. Win- 
kelmann Acta I p. 314 n. 355) ^). Unser Text entspricht im We- 
sentliclien dem bei Petrus a Vinea. 

Und hiermit endet unsre Sammlung. 

III. Thomas von Gaeta. 

Es ist schon bemerkt, dass die Briefe und Aktenstücke im 
Codex von S. Peter der chronologischen Ordnung entbehren. Trotz- 
dem ist es nicht schwer zu erkennen, dass sie aus zwei Gruppen 
sich zusammensetzen, einmal einer Anzahl von Aktenstücken, die 
für die Zeit, in der sie zusammengestellt wurden, nur noch einen 
historischen und staatsrechtlichen Charakter besassen, und einer 
Reihe von höchst aktuellen Dokumenten. 

') Vgl. Sickel Das Privilegium Ottos I für die römische Kirche S. 55 ff. 

^) Winkelmann ist der Meinung, dass die kürzere Fassung der ursprüng- 
liche und wirklich an die Kardinäle abgesandte Brief sei, die ausführlichere 
und leidenschaftlichere aber eine Redaktion darstelle, die zur Veröffent- 
lichung als Flugschrift habe dienen sollen. 



[]0 ^- KKHR 

Das Constitutum Constantins, die Briefe Gregors I., das Lu- 
doyicianum vou 817, das Privileg Innocenz' IL für Koger von 1139, 
die Beneveutaner Verträge von 1156, die beiden Venezianischen 
Aktenstücke von 1177 (von denen das eine freilich nur im Datum 
erhalten ist) ') bilden deutlich eine Gruppe für sich: sie sind 
gleichsam ein kleiner Codex constitutionum regni Siciliae, eine 
Art von staatsrechtlicliem Manuale. Wenn sie, wie ich annehme, 
im Anfang des 13. Jahrhunderts von Thomas von Gaeta zusammen- 
gestellt wurden, dann sind sie ein merkwürdiges Zeugnis für das 
historische und staatsrechtliche Wissen dieses Diplomaten. Denn 
welchen andern Zweck kann dieses Manuale gehabt haben, als ihn 
für seine diplomatischen Verhandlungen mit der römischen Kurie 
auszurüsten? Gewiss sind sie unvollständig und wir vermissen 
die fehlenden ungern. Es hätten nicht fehlen dürfen die Legations- 
lu-kunde Urbans II. für Roger I. von 1098 (J-L. 5706), das 
Schreiben Paschais IL an Roger L von 1117 (J-L. 6562), Ana- 
clets IL Privileg von 1130 (J-L. 8411), Clemens' III. Bestäti- 
gung des Konkordats von Benevent und vielleicht noch andere Ur- 
kunden, von denen wir Bestimmtes nicht mehr wissen. Daraus dass 
sie fehlen, dürfen wir wohl, immer vorausgesetzt, dass unsre Samm- 
lung, so wie sie uns vorliegt, überhaupt vollständig ist, schliessen, 
dass ihr Autor jene Urkunden selbst nicht mehr kannte oder sie, 
wie etwa das Privileg des Gegenpapstes Anaclets IL, aufzunehmen 
Bedenken getragen hat. Wie dem auch sei, Avir verdanken ihm 
allein die Kenntnis der einen und andern Urkunde, von denen 
keine andere Kunde als durch ihn auf uns gekommen ist. 

Alle andern Aktenstücke und Briefe gehören der fridericiani- 
schen Zeit an. Und da ist sogleich deutlich, dass das Motiv zu 
ihrer Sammlung ein ganz anderes ist. Da ist kein sachliches, kein 
antiquarisches, kein historisches oder staatsrechtliches Prinzip mehr. 
Gewiss haben auch von diesen Dokumenten mehrere einen emi- 
nent politischen Charakter, allein sie sind zu vereinzelt, um nur 
desshalb gesammelt zu sein. Ein persönliches Element überwiegt 
so stark und hat ihre Auswahl bestimmt, dass es auch da, wo es 
nicht erkennbar ist, von uns voraussresetzt werden muss. Wie 



'j U/ul wahrscheinlich auch das auf den Namen Friedrichs I. lautende 
Schreiben an die römischen Kleriker (ep. XVIII). 



DAS BRIEFßUCH DES THOMAS VON GAETA. 31 

kommt in diese Sammlung von politischen Aktenstücken der sizi- 
lianischen Staatskanzlei oder der römischen Kurie der fromme 
Brief des Religiösen von Gaeta an den Magister T. und seine 
DameS.? Die drei Briefe des Thomas von Gaeta an den Kaiser 
Friedrich möchten wir gewiss nicht missen ; allein zu den andern 
Aktenstücken wollen sie gar nicht passen. Der Brief der aragone- 
sischen Constanze an den Bischof von Urgel hat nichts mit Sizilien 
und nichts mit Politik zu schaffen. Die Briefe Innocenz' III. aus 
den Jahren 1199 bis 1202 sind so zufällig aus der Masse seiner 
Reskripte herausgegriffen, dass sich ihre Aufnahme nur durch ein 
persönliches Moment erklärt. Vollends die drei Briefe Honorius' III. 
aus dem Jahre 1216: sollen diese Empfehlungsbriefe, wenn sie aus 
einem andern als einem ganz persönlichen Grunde aufgenommen 
sein sollten, wirklich alles darstellen was ein Sammler, der im 
Uebrigen ein gewisses historisches und politisches Verständnis be- 
sass, aus dem Pontifikat des Honorius an römisch-sizilischen 
Aktenstücken zusammenzubringen vermochte? Und wie kam er 
gerade zu diesen dreien, von denen das eine an den Kaiser, das 
andere an den Erzbischof von Palermo, das dritte an den Käm- 
merer Richard gerichtet war? 

Die Mehrzahl der Stücke selbst gibt uns die Antwort auf 
diese Fragen. So oft begegnet uns in ihnen der Name Thomas von 
Gaeta, dass sich die Antwort gleichsam von selbst aufdrängt: es 
sind, neben den Schreiben von und an Thomas selbst, Aktenstücke. 
bei denen er in irgend einer Weise beteiligt war, meistens als 
Träger derselben. Lassen wir sie noch einmal an uns vorüber- 
gehen. 

Das allerpersönlichste ist jener Brief des Knechtes Christi 
Roggerius an den Magister T. und seine Frau S. (ep. VIII). Es 
folgen die drei Briefe an den Kaiser, epp. X und XI geschrieben 
von Thomas, ep. XV von T. de Gaeta. Es braucht wohl für den, 
der sie gelesen hat, keines Beweises, dass es sich immer um eine 
und dieselbe Person handelt: Thomas von Gaeta. Hierher gehören 
ferner die Briefe, in denen dieser Thomas Adressat oder Mit- 
adressat ist, nämlich epp. VII und XII. In dem zweiten, Inno- 
cenz III. an die Honoratioren von Gaeta, ist er ausdrücklich in 
per Adresse genannt: Thomas regiae curiae iustitiarius. Allerdings 
nicht in ep. VII, Innocenz' III. anderm Schreiben an die von 



Gaeta. Aber kann ein Zweifel sein, dass er unter den Judicibus 
Graietae eiub.^griffen ist? ') Von höchst persönlichem Interesse ist 
auch ep. IV, Honorius' III. Empfehlungsbrief an König Friedrich 
für den königlichen Familiären T. de Gaieta. 

Es folgen die Aktenstücke, in denen er Träger derselben ge- 
nannt wird: ep. IX Constanze an Celestin III. (magister T. de 
Gaieta). ep. VI lunocenz III. an Constanze (T. Gaetanus) — und 
hierzu gehören auch die Aktenstücke XIII und XIV — , ep. XVI 
Constanze an Bischof Peter von Urgel (magister T. de Gaieta regius 
familiaris). 

Drei mal wird so Thomas ausdrücklich als königlicher Ge- 
sandter an den heiligen Stuhl genannt. Wir wissen noch von einem 
vierten Mal. Im Oktober 1204 sandte König Friedrich, in AVirklich- 
keit Wilhelm Capparone, eine Gesandtschaft an den Papst, die aus 
dem Abt von Refesia und dem Propst Albertinus bestand, zu denen 
sich noch Erzbischof Anselm von Neapel und Thomas königlicher 
Justitiar von Gaeta gesellten ^). Aber von dieser Mission bietet uns 
unsre Sammlung kein Aktenstück ■'). Dagegen bietet sie andere, 
Avelche zu diplomatischen Aktionen gehören, von denen wir sonst 
keine Kunde haben. Allein diese werden erwiesen aus der Existenz 
der Briefe, die einen Träger verlangen, und aus der Analogie der 
andern Aktenstücke, in denen ein solcher ausdrücklich genannt wird. 
Da sind zunächst die beiden epp. II und XIX, Innocenz III. an 
König Friedrich und an die Sarrazenen von Sizilien, beide vom 
September 1206. Dass ep. II die Antwort auf eine von Palermo 
nach Rom gekommene Mission ist, ergibt sich aus dem Zusam- 

') IJebrigens kann die Adresse im Codex von S. Peter gekürzt sein, und 
die ursprüngliche Adresse mag ganz ebenso gelautet haben, wie in ep. XII : 
Bischof. Klerus, Thomas, Konsuln u. s. w. 

^) Innocentii Registr. lib. VII epp. 129 und 13.5. Zur Sache vgl. Win- 
kelmann l'hilipp von Schwaben und Otto von Braunschweig Bd. II S. 58. 

''J Dies ist gewiss auffallend und könnte uns veranlassen zu glauben, 
dass unsere Sammlung, so wenig wahrscheinlich dies auch aus äusseren Grün- 
den ist, doch unvollständig wäre. Auf der andern Seite aber wissen wir doch 
nicht, ob Thomas immer in der Lage gewesen ist, von allen Aktenstücken 
Abschrift zu nehmen. In diesem Fall war er übrigens nicht der eigentliche 
'ieschäftsträger. Das waren vielmehr der Abt von Refesia und der Propst 
Albertinus, « adiunctis sibi . . . Anselmo Neapolitano archiepiscopo et . . . Thoma 
de Gaieta regio iusticiario ». 



DAS BKIEFBUCH DES THOMAS VON GAKTA. 33 

menhang, und ep. XIX zeigt, dass es sich darum handelte, die 
oberheniiche Autorität des Papstes bei den Sarrazenen einzusetzen. 
Beide Briefe können kaum anders in das Briefbuch des Thomas 
gekommen sein, als dank dem Umstand, dass auch dieses Mal 
Thomas der Träger dieser Schreiben war. 

Ganz sicher ist das bei den drei Briefen Honorius' III. von 
1216 (epp. IIl-V), über die oben ausfülirlich gehandelt ist. 

Ich möchte dasselbe vermuten von den drei Urkunden Frie- 
drichs II. von 1212 (XXXIII-XXXV). Ausgestellt in Messina sind 
sie natürlich dem Papste durch eine eigene Gesandtschaft überbracht 
worden. Dass man im Jahre 1212 bei diesen Verhandlungen über 
die Erneuerung der Konkordate von 1198 gerade den Diplomaten 
heranzog, der bei dem Abschluss der frühereu beteiligt gewesen war, 
ist wenigstens sehr wahrscheinlich, und wie er damals das Schrei- 
ben der Mutter überbracht hat, so mag ihm auch die Mission, die 
Urkunden des Sohnes in Rom zu überreichen, anvertraut worden 
sein '). 

Und schwerlich wird es mit den wenigen noch übrig blei- 
benden Stücken eine andre Bewandtnis haben. 

Ist dies richtig, dann hat Thomas auch im Jahre 1200 als 
Träger einer Botschaft Innocenz' III. nach Sizilien gedient (ep. I). 
Und noch ein anderes Mal im Jahre 1213 (ep. XX). 

Es bleiben noch die beiden Enzykliken Friedrichs II. von 1238 
(XXXVIII) und von 1239 (XXXIX) übrig. Sie stehen am Schlüsse 
unserer Sammlung; sie entbehren jeglicher Beziehung zu Thomas 
und sie liegen auch zeitlich soweit von den übrigen Aktenstücken, 
deren jüngstes zum Jahr 1226 gehört (ep. XV), ab, dass ich fast 
annehmen möchte, sie gehörten gar nicht mehr zu der ursprüng- 
lichen Briefsammlung. Thomas bezeichnet sich in jenem Brief von 
1226 bereits als alt und krank und als einen Veteranen; er hat 
jene Enzykliken von 1238 und 1239 vielleicht gar nicht mehr 
erlebt. Da wir das originale Briefbuch nicht mehr besitzen, sondern 
nur eine Kopie aus dem 14. Jahrhundert, so lässt sich die Hypo- 



') Ausserdem ist zu bemerken, dass die beiden Privilegien XXXIV und 
XXXV von dem Notar Bonushomo de Gaeta ausgestellt sind, der wohl ein 
Verwandter des Thomas war. Bonushomo war Dekan von Messina (vgl. oben 
S. 9 Anm. Ij. 

3 



34 P- KEHR 

these, dass jene Enzykliken dort vielleicht nachgetragen waren, 
natürlich nicht beweisen. 



Ich kann mm wohl jetzt daran gehen, zusammenzustellen was 
wir über den Autor unsrer Sammlung wissen. 

Von Thomas de Gaieta wusste man bisher nur, dass er in den 
Jahren 1198 und 1204 an diplomatischen Missionen teilgenommen 
hatte ')• Dör Codex von S. Peter gibt uns die Möglichkeit, seine 
diplomatische Karriere und seine Tätigkeit als diplomatischer 
Agent der Kaiserin Constanze und des Kaisers Friedrichs IL fast 
Jahr für Jahr zu verfolgen und seine Persönlichkeit und Lebens- 
verhältnisse genauer kennen zu lernen. 

Thomas entstammte der in Gaeta alteingesessenen und ange- 
sehenen Familie Maltacia, deren Mitglieder wir in den Urkunden des 
Codex diplomaticus Caietanus (Band 11 des Tabularium Casinense) 
häufig finden. Hier wird er einmal in einer Urkunde von 1202 (1. c. 
p. 327 n. 370) erwähnt, in der Mitglieder der Familie Gattula 
dem dominus Thomasius Maltaccia regiae curiae magister iusti- 
tiarius, quondam filius domini Gregorii Pironis, über eine Summe 
Geldes quittiren. In der Tat hielt sich Thomas gerade in jenen 
Jahren in Gaeta auf (ep. XII), das wolil überhaupt sein gewöhn- 
liclier Wohnsitz war. 

In der politischen Welt begegnet er uns zuerst als Notar des 
Königs Tancred während der Jahre 1191-1193 -'). Er ging nach 
dem Tode Tancreds zu Constanze über, und hat offenbar das be- 
sondere Vertrauen der Kaiserin genossen. Er diente ihr als diplo- 
matischer Agent beim römischen Hof. So trug er im Herbst 1195 
nach Rom die Aufträge der Kaiserin, die ihn als ihren u deuotus 
et fidelis uuntius " bezeichnet (ep. IX). Wahrscheinlich war er 
schon damals Justitiar. Diesen Titel geben ihm die Gesta Inno- 

') Vgl. Wiiikelmaun Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweis: 
Bd. I S. 121, Bd. II S. 58 Anm. 2. 

2) Vgl. K. A. Kehr Die Urkunden der normannisch-sizilischen Könige 
S. 63. Ein Notar gleichen Namens soll Friedrichs II. Urkunde von 1199 
BF. 532 mundirt haben. Allein das Diplom ist schwerlich echt. Und wenn 
es doch authentisch sein sollte, so kann dieser Notar Thomas de Gaieta wohl 
nicht identisch sein mit unsenn Thomas, der 1199 bereits Justitiar war. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VQN GAETA. 35 

centii III. (c. XXI), als sie von seiner Mission im Herbst 1198 
berichten. Er war damals einer der Kommissare der Kaiserin, die 
mit der Kurie über den Abschluss des Konkordats zu verbandeln 
bevollmächtigt waren. Er trug dem Papste die Anliegen seiner 
Herrin vor und überreichte die kostbaren Geschenke, die sie ihm 
mitgegeben hatte. Er überbrachte Innocenz' III. ablehnende Antwort 
nach Palermo (ep. VI) und kehrte nach Rom zurück, um mit den 
andern Bevollmächtigten das Konkordat abzuschliessen (epp. XIII 
und XIV). Nach dem Tode der Kaiserin scheint er sich nach 
Gaeta zurückgezogen zu haben ; hier empfing er das an die Behörden 
von Gaeta gerichtete Schreiben Innocenz' III. (ep. VII). Im Jahre 
1200 scheint er wieder einen diplomatischen Auftrag in Rom aus- 
gerichtet zu haben (ep. I). Ende 1201 oder Anfang 1202 ist er 
wieder in Gaeta, wo er Innocenz' III zweites Schreiben an die von 
Gaeta erhält (ep. XII). Nach dem Tode Markwards, zu dessen 
Gegnern er offenbar gehörte '), scheint er nach der Insel zurück- 
gekehrt zu sein, um dem neuen Regiment zu dienen. Im Oktober 
1204 war Thomas als Abgesandter Wilhelm Capparone's zusam- 
men mit dem Abt von Refesia, dem Propste Albertinus und dem 
Erzbischof Anselm von Neapel in Rom (Innocentii III. Reg. lib. VII 
epp. 129 und 135). Eine andere diplomatische Mission seheint ihn 
im Herbst 1206 an die Kurie geführt zu haben, von der er die 
epp. II und XIX zurückbrachte. Dann wissen wir mehrere Jahre 
nichts weiter von ilim. Aber wenn meine Vermutung richtig ist, 
war er im Februar 1212 Friedrichs II. Bevollmächtigter für den 
Abschluss der neuen, die Privilegien von 1198 bestätigenden Ver- 
träge mit der römischen Kurie (epp. XXXIII-XXXV). Ob er Frie- 
drich II. im Jahre 1212 nach Deutschland gefolgt ist, wissen wir 
nicht; in Friedrichs Regesten kommt er nicht vor. Doch ist er 
wahrscheinlich im Jahre 1213 bei einer Gesandtschaft beteiligt 
gewesen, die Friedrich an die ihm noch feindlichen sizilischen 
oder apulischen Barone richtete und die von Rom einen Empfeh- 
lungsbrief Innocenz' III. mitnahm (ep. XX). Im Jahre 1215 diente 
er wieder der Königin Constanze als Träger eines Schreibens an 



' ) Das ergibt sich von selbst aus seinem Verbältnis zu Rom, wo er per- 
sona gratissima war. Und Aveiter aus der gegen Markward gerichteten ep. I, 
bei der er irgendwie beteiligt war, wahrscheinlich als ihr Träger. 



36 P. KEHR 

Innocenz III. in der Angelegenheit ihres unglücklichen Bruders, 
des Königs von Aragon (ep. XVI). Wahrscheinlich befand er sieh 
auch in ihrem Gefolge, als sie mit ihrem Sohne im Sommer 1216 
nach Deutschland an den Hof ihres Gatten ging; er scheint da- 
mals in ihrem Auftrage den päpstlichen Hof aufgesucht zu haben, 
wo er drei Briefe des neuen Papstes Honorius' III. empfing, von 
denen einer ihm selbst, der auch hier königlicher Familiär ge- 
nannt wird, galt. 

Damit scheint seine politische Laufbahn ein Ende gehabt zu 
haben. Wahrscheinlich passten seine politischen Ueberzeugungen 
nicht mehr zu dem System, das der Kaiser nach seiner Rückkehr 
in das Königreich einleitete. Aber der alte Diplomat durfte es 
doch wagen, dem Kaiser Vorstellungen zu machen und ihm Rat 
zu erteilen. Er versuchte, wohl in den Jahren 1223 bis 1225, 
auf den Kaiser einzuwirken, dass er ein liberaleres Regiment üben 
möge (ep. XI) ; er warnt Friedrich vor dem Bruch mit dem Papst 
und wiederholt seine ein milderes Regiment empfehlenden Rat- 
schläge (ep. X), und im Jahre 1226 appellirt er noch einmal 
an des Kaisers bessere Einsicht und mahnt zum Einlenken in dem 
Konflikt mit der Kurie. Er ist jetzt ein Veteran, alt und krank, 
aber immer noch bereit seinem Herrn zu dienen (ep. XV). Ob 
Friedrich von diesem Angebot Gebrauch gemacht hat, wissen wir 
nicht. Fortan hören wir nichts mehr von Thomas. 

Ueber seine persönlichen Verhältnisse erfahren wir am meisten 
aus ep. VIII. Er war verheiratet mit einer frommen Dame Na- 
mens S. ') in kinderloser Ehe ^). Er war ein reicher Mann 3). 
Magister Thomas war auch Litterat ^). Er war in der Tat belesen 
und liebte es seine Belesenheit an den Mann zu bringen; seine 
drei Briefe an den Kaiser strotzen von biblischer, litterarischer 



') Vielleicht Sikelgaita ? Der Naine war häufig in Gaeta und kommt öfter 
unter den Damen des Hauses Maltacia vor. 

^) Ep. VIII: « Non sit uobis doloris occasio, quod filios et filias non 
habetis ». 

') Das ist das Thema der ep. VIII. Auch an die oben erwähnte Urkunde 
im Codex Caietanus (II p. 327 n. 370) kann hier erinnert werden. 

") Ep. VIII: « Habet enira magister T. multiplex consolationis remedium. 
in eo quod contulit ei Dominus intelligentiam scripturarum ". 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. Öt 

und philosophischer Weisheit. Er kannte seinen Vergil so gut 
wie die Bibel. 

Aber er war vor allen Dingen ein frommer Mann. Das be- 
weist nicht nur jener Brief seines geistlichen Freundes (ep. VIII), 
sondern seine eigenen mit Bibelstellen gespickten und zuweilen 
zu Predigten auswachsenden Schreiben an den Kaiser. Vor allem, 
so endet er einen seiner Briefe an Friedrich (ep. X), setzet Eure 
Hülfe auf Gott. Die Hauptsache sei, so rät er in ep. XV, dass 
des Kaisers Wege Gott gefallen möchten ; in der Furcht Gottes möge 
seine Stärke sein. Er solle das Beispiel seiner frommen Vorgänger 
nicht vergessen und wie sie Kirchen und Klöster bauen statt 
Burgen und Festungen (ep. XI). 

Ein so kirchlicher Mann konnte kein anderes politisches System 
wünschen als die Eintracht zwischen Papst und Kaiser, « quibus 
incuruatur et famulatur totus orbis » (ep. X). Der drohende Bruch 
zwischen den beiden Häuptern der Christenheit bedrückt ihn sehr ; 
« Vae mundo a scandalis " ruft er mit dem Evangelisten aus, und 
er mahnt den Kaiser von vorschnellem Handeln ab. Aber er ist doch 
nicht umsonst Diplomat gewesen ; er rät, den zürnenden Papst mit 
Geschenken zu versöhnen und sich im heiligen Kollegium ein paar 
Freunde zu machen (ep. XV). 

Ein solcher Vertreter des Kaisers konnte der Kurie nicht an- 
ders als genehm sein, und in der Tat war er sowohl bei Inno- 
cenz III. wie bei Honorius III. persona gratissima. Als einen « ui- 
rum utique prouidum et fidelem ac in apostolice sedis et regni 
deuotione ac fide per multa iam argumenta probatum ^ rühmt ihn 
Innocenz IIl. (ep. VI). Das warme Empfehlungsschreiben Hono- 
rius' III. an Friedrich IL, worin er von Thomas aussagt « qui inter 
alios familiäres tuos tibi fidelis in prosperis astitit et aduersis " 
(ep. IV), beweist, wie hold man ihm in Rom war. Vielleicht war 
es darum, dass er mit Friedrichs Kaiserkrönung vom Schauplatz 
verschwindet. 

Auch in der Innern Politik konnte er nach 1220 nicht mehr 
der Mann Friedrichs sein. Wenn der Kaiser seine frommen und 
gutgemeinten, aber doch auch ihn sehr tadelnden Vorstellungen 
ohne Zorn hingenommen hat, so beweist das Friedrichs Langmut. 
Aber wie hätten den harten Autokraten die liberalen Auseinander- 
setzungen des Thomas nach der Melodie « Nicht Ross' und Rei- 



38 P. KEHR 

sige sichern die steile Höh« überzeugen können? Gewiss ist der 
Druck, der auf dem Volke lastete, ein gewaltiger gewesen, und 
das militärische und fiskalische System Friedrichs muss furchtbare 
Wunden geschlagen haben, aber für die politische Einsicht des 
Thomas spricht es nicht gerade, wenn er seinem Herrn empfiehlt, 
statt Burgen zu bauen sich lieber die Herzen seiner Untertanen 
zu erobern. Und tiefsinnig sind seine Argumente überhaupt nicht. 
Immerhin sind auch diese Briefe des Thomas als Zeugnisse 
für die Zustände im Königreich, fiir ihre Beurteilung durch einen 
liohen Beamten und für dessen Verkehr mit dem Kaiser, und 
überhaupt für den geistigen Habitus eines Diplomaten aus der 
fridericianischen Zeit gewiss nicht ohne Interesse. Und es ist darum 
nicht unverdient, wenn nun das Licht der Geschichte die Lebens- 
arbeit und die Persönlichkeit des lange Vergessenen ein wonig 
bescheint. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 39 



I. 

Innocem III. an die Enbischöfe, Bisehöfe, Äebte und Prä- 
laten, Grafen, Barone, Bürger und Volk von Sizilien: fordert 
zur Unterstiltziüig des Königs und des päpstlichen Heeres gegen 
Markward auf. {Juli- September 1200). 

Der Anfang von Ad reparandas bis compassione moueret steht, 
mit einigen Varianten, bei Marlene et Durand Coli. t. II c. 1173 
n. L [ii]. — Danach irrig BF. 3716 als Urkunde Friedrichs II. 

[f. 56] Innocentius episcopus etc. Venerabilibus fratribiis uni- 
uersis arcbiepiscopis, episcopis et dilectis filiis abbatibiis et aliis 
ecclesiarum prelatis, nobilibus iiiris comitibus, baroüibus, ciiiibiis 
et uniuersis populis per regniim Sicilie constitiitis salutem et apo- 
stolicam benedictionem. Ad reparandas iiires regni ") et hostiiim 
repellendos conatiis *) nuntiis ac litteris recurrentibus uniuersitatem 
uestram uosque ") frequenter ^) excitasse meminimus et plus corde 
quam uoce clamantes oportune excitauimus inportuni "), ita quod 
uoces /") nostre facte sunt rauce ') et calamus noster obtusus. Spera- 
bamus autem quod aiiior libertatis, qua nulla res pretiosior reputa- 
tur, uniuersos animaret et singulos, et mutilatio regni nobilium '•>), 
que nullius remedii recipit '') cicatricera, debita compassione moueret. 
•Sperabamus etiam quod in aliorum addisceretis cruciatibus fugienda, 
et ubi scorpiones sunt iusta, uos sompnus aliquis non teneret. Set 
uidete, ne sompnus iste false quietis sompno litargiti compararetur *) : 
uos enim, tamquam essetis extra omne periculum constituti, quid 
Mercualdus in Sicilia. quid in Calabria Fredericus, quid in partibus 
Terre laboris Dyobuldus faciat, a longe speculamini, et aliorum, 
non uestrum depingentes euentum, estuantibus '') undique flammis, 
festinata restrictionis obstacula non paratis. Submersis forsitan et 



") regni uires M. ^) conatus hostium repellendos M. '') uniuersitatem et 
uos M. ''') freciuenter fehlt in M. *) opportune excutimur in portura M. 
fauces {M, was richtiger ist als uoces). 9) nobilium regni M. ^) afiBcit M. 
*) richtiger wäre comparetur. ''} extuantibus. 



40 P- KEHR 

combiistis et his qiii facti sunt membrorum miitilatione deformes ^), 
nequiter inuidetis? An note crudelitatis, quas in sempitermim ob- 
propriiim regnum ^) gestat in fronte, inextricabiles snnt delete? 
Xumquid creditis qiiod alias sit modo Mercualdus quam fnerit? 
Quod mentem miitanerit et propositiim, quod mitius uobiscum age- 
ret, si uos in sua potestate teneret? Siciit ex operibus eins cla- 
rissime constat, qne nimirum sunt opera *") tenebrarum '^) : nouissima 
eius, quantum in eo est, longe prioribus sunt peiora ^). In hoc enim 
totus conatus ipsius et cogitatus, sicut fuit ante, consistit . . . 

'-') 

opprimat, filias patribus et iuris auferat coniugatas. Hie est ille 
cruentus et insatiabilis predo, qui uiuente imperatore magnas regno 
afflictiones inflixit et post illius obitum maiores perpetrare ^) co- 
uatur. Hie nimirum proditionis et ingratitudinis tilius, qui aduersus 
dominum suum et filium olim domini sui, qui eum erexit de pul- 
uere "), conspirauit et eum Sarracenis confederatus ^) : ^ Hie, inquit, 
est heres. Venite, oeoidamus eum ethabebimus hereditatem ipsius " •'). 
Quousque ista substinetis, o uiri, et pusillanimitate regnum con- 
funditis, quod magnorum etiara prineipum non formidabat ineur- 
sum? Nunc autem, cum tempus habetis et impar uester hostis 
attritus, uires ualidas reparare et certatim ac potenter succurrere 
non tardetis. Nam deuicto penitus hoste, postquam liberata erit 
Sicilia, facile quidem erit ad eeteras regni partes ualidiorem solito 
succursum transmitti, üt autem exemplis bene agentibus corda 
lidelium animentur, pro defensione regni Sicilie tam in spiritua- 
libus quam in temporalibus que et quanta feeerimus 'O), audiatis. 
Eos quidera qui regnum sunt hostiliter ingressi, gladio spirituali 
pereussimus; uonnulli etiam magni uiri qui ueniebant ad auxilium 
Marc(ualdi), ad inhibitionem nostram penitus destiterunt. Set et alio 
et alio modo, non minus extra regnum quam intra ^'), regni sumus 
operati salutem, expensis, quinimmo fratribus et sanguini nostro 
minime parcentes. Quam primo M. liostiliter regnum intrauit, contra 
cum masnadam nostram transmisimus, demum legatos et lacobum 
raarescalcum [f. 56'] et consobrinum nostrura cum exereitu in Si- 
ciliam sub diuersis rerum euentibus curauimus destinare, qui sta- 
tum regni sub ultima sorte pendentem quam strenue rexerit et 

"j zuerst opera sunt. '') perpetuare. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 41 

quantum regno ad gloriam profecerit et salutem, iiicti testantur 
pariter et uictores. Ampliiis de special! gratia illuc euntibus in 
succursum contra perfidum M. SaiTaceuis contra christianos coniun- 
ctum illam indulsimus ueniam peccatoriim, quam in subsidiiim 

Terre sancte 

. . . '-) nobis fuisse concessam. Verum nee bis contenti ad sub- 
uentionem regni nos et fratres nostros exponimus et indefessis 
studiis ab liis qui uniuersitatis uestre saluti proueniant, maniim 
nullatenus retrabemus. Qiioniam igitur adhuc latere dicitur anguis 
in herba ^^) et exercitus regius, qui est in Sicilia, innumeras exigit 
et magnas expensas, uniuersitatem uestram per apostolica «) scripta 
monemus adque precipimus, quatenus de bonis uestris regi subue- 
niatis et regno et pro comuni salute et libertate uestra pugnan- 
tibus et exponentibus se ad mortem lata et facili manu subsidia 
ministretis, ne propter stipendiorum defectum milites redire cogan- 
tur et dissolnto exercitu hostis incipiat preualere. Melius enim 
est et comodius uobis, si datione pecunie dubius belli redimatur 
euentus et a uobis modicum stipendarius miles accipiat quam ^) 
cum personis totum auferat inimicus. 

") apostalica. **) folgt durchstricken iam. 

') cf. Ps. 68, 4. 2) cf. Innoc. IIL Registr. üb. I epp. 557. 559. 5(10: 
membrorura facti sunt mutilatione deformes; lib. II ep. 221: nobiles uestri . . 
facti sunt tandem membrorura mutilatione deformes. '■") cf. lib. II ep. 221: 
Mementote igitur opprobrii totius regni. ■*) Rom. 13, 12. «) cf lib. I epp. 559. 
5G0; lib. X ep. 141; lib. II ep. 221: Quod futura sint nouissima Marcoualdi, 
quantum in eo fuerit, peiora prioribus. «) Die Lücke im Terte lasse sich nach 
den venvandten Stellen im Reg. Innocenz' IIL leicht ergänzen ; lib. I ep. 559 : 
ut enim urbes in uillas redigat, nobiles et potentes subiiciat seruituti, personas 
rapiat et bona diripiat impotentum, patribus filias surripiat uiolenter et maritis 
uxores.. oder lib. II ep. 221: Disposuit siquidera, sicut quondam, diruere mu- 
ros urbium, immo redigere ciuitates in uillas, captiuare nobiles, torquere ac 
mutilare potentes, spoliare diuites. pauperes fiagellare, trucidare coram patri- 
bus filios et adulterare coniuges ante uiros, per uim uiolare uirgines et gladio 
perimere repugnantes. '') cf 1 Reg. 2, 8 und 3 Reg. 10, 2; ferner lib. II 
ep. 221: qui eum erexit de puluere et de stercore suscitauit. ") cf. lib. II 
ep. 221: quibusdam Sarracenis confederatus. *) Wörtlich ebenso in lib. II 
ep. 221. ") cf. lib. I ep. 55 7: quot et quanta pro honore regis et statu regni 
Siciliae.. gessimus. ") cf. lib. II ep. 280: Quantum apostolica sedes non 
solum in regno . . sed extra regnum etiam . . >*) Die Lücke lässt sich ergänzen 
mit Hülfe von lib. II ep. 221: illam concedimus ueniam peccatorum, quam in 
defensionem Terrae orientalis transfretantibus indulgemus. lieber den Ablass 
siehe auch lib. 1 ep. 558. "*) cf Verg. Eclog. 3, 93. 



42 



11. 

Lmocem IIL an Friedrich II: freut sich der Fortschritte, 
die der junge König mache, und ermahnt ihn seine Hoffnung auf 
Gott zu setzen. {Ferentino 1206 September). 

Auch im Eegistrum bmocentii III. a. IX ej). 157 {alt 156): 
Reg. Vat. t. 7 f. 111 \_Il6g~\. — Daraus citirt von Raynald Ann. 
ad a. 1206 c. LXII und {fehlerhaft) edirt von Pitra Anal, no- 
vissima t. I p. 528 n. 28. BF. 5971. P. 2822. 

Fr. illustri regi Sicilie. Sicut agricola gratulatur, cum re- 
(/ioues suas albescere uidet ^) ad messem, et cultor uinee cum 
uuas conspicit iiiturgescentium ^) palmitum ubertate rubere, ita nos 
immo magis in Christi uisceribus exultamus. dum te in apostolice 
sedis gremio educatum pene iam ad annos audiuimus ") pubertatis 
euadere, quem a fascia quasi tenerioris infantie usque nunc absque 
multis nequiuimus anxietatibus custodire. Cum autem ad apostolice 
sedis ubera, que uelud sollertissima nutrix tuam hactenus obste- 
tricauit infantiam, ita per uirtutem Altissimi coaluisse dicaris ''), 
ut dies maturiores anticipando uirtutibus ^) apud Deum et homines 
prudentia proticias et etate, rogamus illum, per quem reges regnant 
et principes ^) principantur 2), ut in te gratie sue dona multiplicet 
detque tibi potentiam et uirtutem ■'), per quam ad honorem sancti 
uominis sui cito regere ualeas regnum tuura, ut te feliciter in tuo 
solio contirmato, nos qui iam pro tue conseruatione iustitie labores 
non solum multiplices, set etiam inenarrabiles subiuimus et ex- 
pensas, optate possimus a tanta soUicitudine requiescere ac populus 
te expectans suum te possit in Domino saluatorem habere. Mone- 
mus ergo serenitatem regiam ^) et hortamur, quatenus tuam iactans 
in Domino cogitatum ^), totam spem tuam in ipso detigas et ab 
eo petas gubernandi regnum et regeudi te ipsum 'J) fortitudinem, 



"■) cernit Reg. '') inturgentium Vat. «) audimus Reg. '*) diceris V. *) prin- 
cipes feldt im Reg. f) attentins fügt Reg. hinzu. s) accipere fügt Reg. 
hinzu. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 43 

cuiiis, si recte rex esse uolueris, regnare in omnibus te expedit 
uoluntate '*). Imbuat itaque pectus tuiim initiiim sapientie timor 
Domini ^) et karitas Dei, qua exsiiperat omnem sensum ^), in tuis 
iiisceribus refundatiir ''). ut sie per illiim iialeas malum fugere, quod 
per istam bono possis totaliter inherere '^). 

') Vf/l. Innocentii Reg. üb. XI ep. 4: etatem anticipando uirtutibus 
8) Vgl. ebenda lib. IX ep. 249. ») Vgl. ebenda lib. XI ep. 4. *) Vgl. 
ebenda Hb. IX ep. 249 und Ps. o4, 23. ^) Ps. 110, 10. «) Phil 4, 7. 



III. 



Honorius III. an dea Erzbischof von Palermo: lobt seine 
in allen Stürmen beioährte Treue und ermahnt ihn darin su ver- 
harren. {Ende 1216). 

Honorius episcopus etc. Archiepiscopo Panor(mitano) etc. In- 
defesse tue deuotionis aflfectus, quem ad ecclesiam Romanam dig- 
nosceris habuisse, iierborum suffragia non requirit nee commenda- 
tionis indiget adinmentis; ipse enim se manifeste commendat et 
probatum reddit [f. 57] per certissima ^) operis argumenta. Inter 
procellas enim et turbines, dum Satan deuotos ecclesie et fideles 
regni ut purgaret, sicut triticnm expetisset '), tu integer in deuo- 
tionis constaiitia perstitisti, non deuictus terroribus, uon blanditiis 
allectus, laboris angustias non deuitans, non reeusans mortis discri- 
men, si ab aliis inferretur. lila etiam dilectionis karitas, quam ad 
nos habuisti, dum essemus in minori officio constituti, non latet, 
in qua sie te credimiis profecisse, ut singularem ad nos habere 
puritatis constantiam uidearis, eerti de te, quod neqiie mors neque 
uita neque instantia nee futura ab ecelesie deuotione te poterunt 
separare -). Quia uero de persona tua, quam sincera diligimus in 
Domino karitate, fiduciam gerimus pleniorem, fraternitatem tuam 
monemus et hortamur, quatenus in consueta fidei puritate perdu- 
rans etc. 

») cuius in omnibus te teuere, si recte uolueris esse rex, expedit uolun- 
tatem Reg. ^) infundatur Reg. ") Dat. Ferentini Reg. ^) cestissima. 

') cf. Luc. 22, 31. ") cf. Rom. 8, 39. 



44 



IV. 



Honorins III. an Friedrich II: em'pfiehlt ihm den getreuen 
Familiären Thomas von Gaeta. {Ende 1216). 

Idem. Illustri regi Sicilie Fr. in Komanorum imperatorem 
electo. Fuit semper progenitoribus tuis natiirali qiiadara consuetii- 
dine beuignitatis ") impactiim, quod fideles siios, qiios rerum expe- 
rientia probatos reddidit per obsequia gratiosa, et habiierunt in 
grate dilectionis affectu et in condigne retribiitionis munificentiis 
preuenerimt, sicque concurrerunt plurimi in fragrantiam ^) ipsonim 
nomiuis redolentis. Et licet alii principes tideles sibi asciuerint 
plurimos et amicos, ipsi tarnen supergressi sunt uniuersos. Quam- 
quam aiitem sine diibitatione credamiis. te quautum ad hoc in 
ipsorum semitis ambulare, nichilominiis tarnen es habundanti in hoc 
exortationes nostras adiungimus, serenitatem regiam mouentes et 
atfectuose rogantes, qiiatenus dilectum filium T. de Gaieta fami- 
liärem celsitudinis tue, qui inter alios familiäres tuos tibi, sicut 
tua fidelitas non ignorat, tidelis in prosperis astitit et aduersis, 
taliter habeas precum nostrarum intuitu commendatum, laboribus 
suis liberaliter respondendo, quod idem proficiat in regle fideli- 
tatis atfectu et nos deuotionem tuam merito in Domino commen- 
demus. 



Ilonorius III. an den Kämmerer Richard: lobt seine Treue 
and Hingebung an K. Friedrich IL und emjifiehlt ihm den Ma- 
gistern, von Mazara {?). {Ende 1216). 

Idem. Riccardo camerario. Deuotionis tue constantiara et sin- 
ceritatis affectum, quem ad karissimum in Christo filium nostrum 
Fr. Sicilie regem illustrem in ^) Romanorum imperatorem electum 

") begiiitatis. '') flagraiitiain. <") in fehlt. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON HAETA. 45 

dignosceris habuisse, dignis in Domino laiidibiis commendamiis. 
In ciiius fidelitate continue profecisti, piofectiis de gratia in gra- 
tiam pleniorem, per odorem tui nominis et coniiersationis exemplum 
ad ipsiiis deiiotionem alios iniiitasti. Sane cum fideles eins fraterna 
diligas karitate, ipsos presertim, quos cotidie nides regiis seniitiis 
insudare, atfectuosius diligere ac commendatos liabere debes spe- 
cialius aput ipsum. Inter quos cum dilectus filius magister B. de- 
cauus Maz(arensis) "), sicut accepimus, feruorem fidei sue operis 
exhibitione monstrarit per obsequia gratiosa, tanto debet apud dictum 
regem esse magis acceptus, quanto ipsius et suorum seruitium 
eidem plus credimus fructuosum. Quocirca etc. 



VI. 

Iiinocenz IIL an die Königin Constanze: sendet den Gesand- 
ten Thomas von Gaeta zurück, ermahnt zum Mut und dankt für 
die ihm überreichten Geschenke. {1198 Oktober-November). 

Innocentius episcopus etc. Constancie illustri regine Sicilie. 
Venientem ad preseutiam nostram dilectum filium T. Gaie- 
tanum uirum utique prouidum et üdelem ac in apostolice sedis et 
regni deuotione ac tide per multa iam argumenta probatum, benigne 
recepimus ac ea que uobis fideliter et prudenter ex parte tua pro- 
posuit, audiuimus diligenter, qui te de nostre uoluntatis constantia, 
quam ex nostra responsione plenius intellexit, reddere poterit certio- 
rem. Monemus itaque serenitatem tuam attentius, quatenus non 
defficias in necessitatibus et angustiis, que ^) te nimis circumde- 
disse uidentur, set inuictum geras animum contra illos, in eo figens 
anchoram spei tue, cuius imperio uenti obediunt adque mare, qui, 
sicut pro certo confidimus, cito sedabit huiusmodi tempestates. 
Negotium, quod iam promouit feliciter consumando, nos quoque, 
qui ad eiusdem negotii consumationem aspiramus studio indefesso '^). 



") es könnte freilich auch manifestum heissen ; aber ein Name ist doch 
wahrscheinlicher, und vielleicht statt Maz. zu lesen Mess. ^) qui. '^) hier 
fehlt wohl das zu diesem Satze gehörende Verbum, tvenn man nicht die Lücke 
in einem zu Negotium — consumando gehörenden Vordersatz suchen icill. 



46 P- KEHR 

Auxilium, [f. 57'] quod forte ad presens tibi couferre Don possu- 
miis, alias oportunitate accepta poterimus exhibere. De diiobus 
autem pannis ad aurum et totidem xammitis, que per eundem 
magistrum tna nobis deuotio destinaiiit, gratiaram tibi referimus 
actiones. 



VII. 



IiiiioceiU II I. an die Koasuln, Richter, Milisen und das Volk 
von Gaeta: empßehlt ihnen seinen Legaten und ermahnt sie in 
der Treue mm König m verharren. {1199 Februar). 

Innocentius episcopus etc. Coiisulibus, iudicibus, militibiis et 
populo Gaiete etc. Ad prouidendum regi et regno Sicilie multiplex 
ratio nos inducit, generalis uidelicet, specialis et singularis. Gene- 
ralis quidem qiiia ex iniuacto nobis apostolatus officio sapientibus 
siimus et insipientibiis secundum Apostoliim ^) debitores. Specialis 
uero quia regnum Sicilie ad ins et proprietatem apostolice sedis 
noscitnr pertinere. Singularis autem quia karissimus in Christo 
filius noster Fr. Sicilie rex illustris a patre ac matre ipsius spe- 
cialiter fuit apostolice tutele relictus. Licet igitur pro ipsius regni 
defensione ac conseruatione anxietates et sollicitudines plurimas 
pertulerimuä hactenus etc. Quocirca uniuersitati uestre per apostolica 
scripta mandamus et districte precipimus, quatenus ipsimi tam- 
quam apostolice sedis legatum recipientes etc. Vos autem in fide- 
litate regia stabiles perseuerantes et fortes, uon terreamini rumo- 
ribus uariis adque uanis ") nee timeatis inundationem torrentis, que 
cito transiens exsiccabitur et quasi titio fumigans ^) extinguetur. 
Regia quippe uirtus, que iustissimam habet causam, iugiter inua- 
lescit, cui nos etiam uires nostras addemus, ut uis, si qua foret 
aduersa, penitus euanescat. 

") folgt q. 

') Rom. 1, IL 2) hai. 7, J. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 47 



VJII. 

Der Knecht Christi Roggerius an Magister Thomas und 
Frau S. : ermahnt sie von ihrem Reichtum den rechten Gebrauch 
zu machen. — — 

Dilectis Deo et hominibus magistro T. et domine S. ") senilis 
Christi Rogg(erius) saliitem et deiiotas gratias in Domino. Aiires 
iiestre karitatis mihi precor, karissimi, paiiliüum commodate et a 
secularibiis negotiis aliquantuliim feriati, proposite uobis epistole 
patienter audire dignemini lectionem. Meritoriiim est etenim et 
salubre fidelibus monitis libenter intendere et se religiosoriim ora- 
tionibus humiliter commendare. Sepe namque nee preter solitiim 
solet accidere ut quod nostris meritis non ualemiis, alionim patro- 
ciniis asseqiiamiir et quod possibilitas nostra non optinet, eonim 
nobis intercessione donetiir, et qiios accusat actio propria, intercessio 
reddat exciisabiles aliena. Nee iiero tautum in alteriiis debemiis 
sperare precibiis, quod a bonis ideo cessemus operibus, quia frii- 
stra suffragiis alienis innititur, qui deses et negligens otiatur, et 
inuanum se credit peregrinis precibus adiuuari, qui bonis operibus 
renuit exerceri. ünde Salomon ait : Manus ^) in manu non erit inno- 
cens malus '). Et beatuslob: Sahiabitur, inquit, innocens, salua- 
bitiir autem in munditia manuum suarum -). Et Dominus in euan- 
gelio: Extende, ait cuidam, manum tuam 3), id est exerce opera- 
tionem bonam. Tunc est igitur fructuosa supplicationis oratio, cum 
is, pro quo supplicatiir, actus corrigit, mores ordinat, uitam infor- 
mat, et sacrificium pie deuotionis in oilorem suauitatis offertiir, 
cum uitiorum fetoribus uirtutum fragrantia '') superfertur. Delirat 
quidem qui peccatum sibi dimitti postulat, quod ipse primitus non 
dimittit, et qui sui ipsius non miseretur, misericordiam a Domino 
non meretur. Hinc Salomon : Miserere, inquit, anime tue placens 
Deo etc. ^). Qui enim peccans assidue uite huius indutias po- 
stulat, quasi salutando genu flexo Dominum colafizat. Proinde 
rectus ordo uere penitentie est, prius peccatum relinquere, secundo 

") S auf Rasur. ^) manu. ^) flagvantia. 



48 P- KEHR 

penitentiam agere, tertio elemosinis et bonis operibus insudare. 
Hoc in eiiaugelio Dominus innuit, cum in oratione et ieiunio 
docet et helemosina consistere formam perfectionis humane ^). Au- 
diant ") diuites huius seculi, qui cum euangelico diuite purpura 
et bisso induti ''), cotidie splendide epulantur nee micas mense 
sue pauperibus, set potius uenaticis canibus iacientes, quid in die 
iudicii Domino respondebunt, cum ipse constitutus a Deo iudex 
uiuorum et mortuorum terribiliter conqueretur, se esurisse, sitisse, 
alguisse, egrotasse, peregrinum et in carcere ^) fuisse nee sibi eos in- 
ter tot angustias ministrasse? ") Quid eis tunc aim? [f. 58] Cum 
in promptu erit terribilis illa sententia: Ite maledicti etc. ^), cum 
eos accusante couscientia, trementibus angelis, ibunt in subplicium 
eternum ^), demonibus impellentibus ad ruinam. Non quod omnino 
diuites et diuitias, delicatos et delicias condempnemus, cum ple- 
rosque sanctorum diuites et delicatos legamus in ueteri testamento, 
sanctos patriarchas lob et Tobiam et multos alios, in nouo quoque 
Zacheum ^) et Nichodemum, ipsos quoque imperatores Romanos, qui 
testimonio fidei probati inuenti, pro perituris eteina, pro tempora- 
libus celestia receperunt. Audiant igitur diuites Zacheum diuitias 
suas fideliter dispensantem, cum dicit: Dimidiam bonorum meo- 
rum, Domine, do pauperibus "^) etc. lob quoque: Si comedi, 
inquit. bucellam meam solus et non comedit pupillus ex ea ''), et 
pater eram pauperum '-), merentium consolator ^■^). Tobias etiam 
dicit: Quoniam elemosina a morte liberat ^^). Et propheta Daniel 
Nabuchodonosor infideli, ut peccata sua redimeret elemosinis ^^), 
consulebat. Ipse quoque Dominus in euangelio: Date, inquit, ele- 
mosinam et omnia munda sunt uobis '*^). Sicut enim aqua extin- 
guit ignem, ita elemosina extinguit peccatum. Ideo thesaurizandum 
in celis, ubi nee erugo nee tinea demolitur neque fures etfodiunt 
nee furantur ''). Qui enim diuitias suas bene dispensauerit in 
presenti, audire merebitur in futuro: Euge, serue bone et fidelis, 
quia super pauca fuisti fidelis, supra multa te '') constituam ; intra 
in gaudium Domini tui ^^). Admonendus est proinde auarus ut 
eroget, largus ut perseueret, ut ille culpa tenacitatis pressus peni- 



") ßlff'- getilgt lioc. ^) carcerem. '') folgt diuitias suas fideliter dispen- 
santem cum dicit mit darüber gesetztem ua — cat. ''■) te Hier der Zeile 
nachgetragen. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 49 

teat. Largo uero merita merito pie largitatis accrescant, ille obpro- 
prium perpetue confusionis eiiadat, iste laudem perpetue glorifica- 
tionis adquirat. Virtutis enim genus est substantiam propriara non 
aiiiare, ubi tantum laudis adquiret, quantiim facultatibus abrogatur. 
Gratias Deo, qui uos hoc mundo tamquam non utentes utimini, 
qiiod Deo seruitis non mamraone ^^), qiiod non uos diuitie possi- 
dent, set uos diuitias possidetis, quod uos non eas babetis ut pro- 
prias, set pauperibus, peregrinis, uiduis, orphanis, seruis Christi, qui 
pro uobis eins pedes lacrimis cotidie rigant -^), fideliter dispensatis. 
Non est uobis ab auditii malo tiiaendum, si ubi thesaurum uestrum 
premittitis, ibi sit et cor uestrum ^'), nee erubescetis in conspectu 
Domini et sanctorum eins, ubi tot habituri estis amicos, quot in 
hoc seculo uos constiterit beneticos extitisse. Absit enim ut ibi 
memoriam uestram liber uite non contineat, quantotiens ibi per 
«gentium manus conscripta, quotiens eas piis elemosinis inpleuistis, 
ibi filios et Alias sentietis, quotquot in hoc seculo uestris beneflciis 
misericorditer adoptastis et pro uobis apud Deum fideliter allega- 
bunt, qui uestras hie elemosinas receperunt. Ante iudicem secure 
comparebitis, cuius gratiam piis operibus comparastis, nee confun- 
demini loquentes inimicis uestris in porta, ubi totius curie celestis 
officiales propitios habebitis adiutores. Non sit uobis doloris occasio 
quod filios et filias non habetis, set credatis Dominum in hoc 
uobis misericorditer prouidisse, uobisque magis esse necessarios 
mille quam quinque, quia, sicut prediximus, uobis sunt filii et 
tilie, quoscumque piis elemosinis adoptatis. Si enim filii uobis na- 
scerentur, ex eorum obitu luctus, dolor et gemitus imineret; si 
uiuerent, essetis in diuitiis augendis soUiciti, in ampliandis pos- 
sessionibus studiosi, minus benefici erga pauperes, minus erga Deum 
deuoti, minus etiam utiles uobis ipsis. Cum ergo nichil in terra 
fiat sine causa, istud quoque ex Dei dispositione accidisse sciatis, 
ut uidelicet corde et animo colatis Deum et ipsum de uestra sub- 
stantia iusta prophetam fideliter honoretis "--). Ad te autem, o ka- 
rissima S. sanctorum filia, ad te exortationis mee diligentia con- 
uertatur. Habet enim magister T. [f. 58 '] multiplex consolationis 
remedium in eo quod contulit ei Dominus intelligentiam scriptu- 
rarum ; tibi autem, que litteras minus nosti, sit lectio fabrica 
mundi huius. Considera in mundi huius fabricatione ") potentiam, 

"J fabricreacatione. 

4 



50 P. KEHR 

sapientiam, benignitatem «). Potens enim fuit et est et erit qiii 
omnia hec creauit; sapiens qiii creata tarn sapienter disposuit '') ; 
benignus qui creata et disposita tanto decore ^) nestiuit. Quia po- 
tens timendiis est, quia sapiens imitandiis, quia benignus amandus, 
potentis ergo timor te peccare prohibeat, sapientis imitatio bonis 
operibus inberere te faciat, beuigna dilectio cor tuum flamma sue 
karitatis accendat ! Considera quanta pro te fecerit Deus, et exem- 
pliim capitis imitare, si uis eins corporis membrum esse, expaosis 
in cruce brachiis cotidie te prouocat ad amplexus ! Habe ergo 
semper in meute Dominum et tua nouissiraa memorare, quia nulla 
tibi nocebit aduersitas, si nulla iniquitas doraiuetur! 

') Prov. 11, 21. ^) Job 22, 30. =>) 3Ialth. 12, 13; Marc. 3, 5; Luc 
6, 10. *) Eccli. 30, 24. =) sMcdth. 17, 20; Marc. 9, 28? «) Luc. 16, 19 
') Matth. 25, 35 sq. «) Matth. 25, 11. «) Malth. 25, 40. '«) Luc. 19, 8 
^^)Job31,17. '^) Job 29, 16. '=)Job29,25. '') Tob. 12,9. ^^)Dan.4,24 
'•) Luc. 11, 41. ") Matth. 6, 20. '») Matth. 25, 21. 23. '^) Matth. 6, 24. 
Luc. 16, 13. ^') cf. Luc. 7, 44. ^') Matth. 6, 21 ; Luc. 12, 34. '') Prov. 3, 9. 



IX. 



Kaiserin Constanze an Celestin III'. beschwert sich über die 
Ernennung eines Legaten für Apulien und Calabrien, über des 
Papstes Einmischung in die Abiswahl im Kloster S. Giovanni 
degli Eremiti und über die Konsekration des Hugo von Troia 
2um Erzbischof von Siponto^ und bevollmächtigt ihren Abgesand- 
ten den Magister Thomas von Gaeta. 

Palermo 1195 Oktober 3. 

Reuerentissimo in Christo patri et beatissimo domino Cele- 
stino Dei gratia sedis apostolice summo pontifici C. eadem gratia 
Romanorum imperatrix semper augusta et regina Sicilie cum 
iustitia in conspectu Domini comparere. Sperandum erat de sa- 
crario sancte Romane ecclesie tamquam de celesti oraculo concordie 
fomitem '^) et pacis consilium emanare, presertim cum dominus 

") begnitatem *') disposuit. benignus qui creata qui creata (sie) et dis- 
posita tanto decore am oberen Rande nachgetragen. °) forniitem. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 51 

noster uictoriosissimus ») Imperator et rex Sicilie potentissimus per 
ecclesiasticas probate honestatis personas et illustres imperii uiros 
suum declaraiierit crebro propositum ad sociandam pariter et reser- 
nandam imperii et ecclesie debitam et Deo placitam unitatem, 
nostri quoqiie ciüminis diligentia ad hoc ipsum operam dare dis- 
poneret efficacem, maxime postquam beatitudinis iiestre preces super 
hoc commonitorias dos raeminimus recepisse. Set ecce tamquam 
retroacti malitia temporis parum sibi turbationis et scandali uen- 
dicasset, quod sine absurditate non dicitur, de capite omnium et 
magistra ecclesiarum, de ipsius magisterio pacis malorum germina 
suborta repuUulant et pacem ecclesia uidetur effugere, quam Dei 
et hominum mediator quasi precipuum doctrine sue signaculum 
suis sequacibus comraendauit. Ecce enim inter alia fomenta dis- 
cordie regnum nostrum, quod et paterna successione et imperialis 
adquisitione potentie contra emulorum conatus indebitos Domino 
largiente suscepiraus, nouis quibusdam et insolitis iustitutionibus 
uestra disponit beatitudo uexare, noue legationis officium per Apulie 
terminos et Calabrie uni de cardinalibus iniungendo, ut sub noui 
specie nominis et in regno, quod absit, fiat turbatio recidiua et 
nostra serenitas grauiter offendatui-, presertim cum sub '') domino 
patre nostro rege Rog(erio) felicis memorie ac deinceps sub aliis 
regibus fratre ac nepote nostro predecessoribus nostris diue recor- 
dationis nuraquam in regno talia per sanctam Romanam ecclesiam 
fuerint atteiitata nee cuiquam cardinalium generalis in regno le- 
gatio fuerit deputata; set cum ad domum regiam specialiter missi 
uel in Greciam forent aliquando destinati, per ecclesias nostras 
transitum facientes accurata suscipiebantur diligentia prelatorum. 
Meminerit igitur sanctitas uestra, beatissime pater, in iniuriam 
excellentie nostre predecessorum uestrorum terminos non exire nee 
regni pacem, quam auetore Deo refouere ineipimus, per noua in- 
stituta turbare, quod in quanti materiam scandali posset excre- 
scere ''), beatitudinis uestre prouidentia non ignorat. Scripsistis 
nuper nichilominus monachis monasterii sancti loliannis heremi- 
tarum, apostolice sedis mandata cum interminatione mittendo, ne 
in abbatem alium sua uota transferrent, set blasfemum illum et 
magestatis imperatorie proditorem non '^) pro futuris desideriis expec- 

") lüctoriossiraus. '') sub fehlt. ") excressere. "^j sie. 



52 !'• KEHR 

tarent. In quo qnantum fuerit nostro ciümini derogatum, uestra 
potest beatitudo metiri, cum monasterium [f. 59] illud opus fuerit 
manuum patris nostri et in tantum palatio sit adnexum, ut de 
mensa regia diurna suscipere consueuerit alimenta. Quomodo igitur 
posset uotis suis auctoritate sua consulere qui nee sibi posset 
uictualia nisi de nostra dementia ministrare? Sicne, pater et papa 
sanctissime, uestris per uos legibus abrogatur, ut ius patronatus, 
quod priuatis non subtrahunt, uestra nobis decreta non senient? 
Set satis parum est in hac parte ius nostrum offendere, cum ad 
paterne adquisitionem hereditatis nos uestra paternitas non desti- 
terit impedire. Cessent ista, si placet, deinceps, beatissime papa, 
que et uobis et toti mundo esset difficile promouere et nulla ra- 
tione posset imperialis sublimitas tollerare. Intelleximus preter hec, 
H. de Troia per uos nuper in Sipontinum arclüepiscopum conse- 
cratum, qui ad insipientiam sibi titulum suscepit ecclesie, cuius 
usum toto uite sue tempore non liabebit. Hie enim non ob aliud 
in ßomana curia moram uisus est facere diuturnam, nisi ut nostra 
negotia quibus posset uiribus impugnaret et iuris nostri nepharios 
detentores nefandis ipse artibus adiuuaret. In bis omnibus reue- 
rentia uestra prospiciat, ne tot et tanta dissidii fomenta subcres- 
cant, unde, quod nolumus, maiora malorum incitamenta consur- 
gant, cum enim ad regnum hereditarium paterni iuris plenitudine 
possidendum iustis ex omni parte rationibus fulciamur, ferre non 
possumus, ut in nobis predecessorum nostrorura dignitas minuatur 
et in nostris ecclesiis tales, quorum maxime nobis est nota perfidia, 
contra nostram conscientiam et beneplacita inducantur. Pro bis 
omnibus latorem presentium magistrum T. de Gaieta, deuotum et 
fidelem nostrum celsitudinis nostre nuntium, ad uestre beatitudinis 
auditorium duximus destinandum, quem in bis que pro parte nostra 
proposuerit, tamquam fidum nostre interpretem uoluntatis, ad ho- 
norem nostre serenitatis et comodum ecclesie benigne, sicut san- 
ctitati uestre congruit, audietis. 

Dat. Panorm. III. mensis octubr. XIIII ind. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 53 



Thomas an Kaiser Friedrich : beklagt den drohenden Bruch 
siüischen Kaiser und Papst, mahnt zur Vorsicht und empßehlt, 
durch mildere Behandlung des Volkes sich dessen Liebe zu erwer- 
ben^ die ein besserer Hort sei als die neuen Burgen. 

{1223-1225). 

Domino imperatori Fr. Thom(as). Sperandum erat et hoc cum 
desiderio tota christianitas expectabat, iit uos et dominus papa, 
quibus incuruatur et famulatur totus orbis, unus spiritus essetis in 
Christo, qui est pax nostra et fecit utrumque unum '). Unde quia 
peccatis exigentibus secus quam sperabatur accidit, dolens et lugens 
dico: Ve mundo a scandalis, ue mundo a scandalis -). In quibus 
quanta mala, quanta pericula lateant, sicut nemo est qui ignoret, 
sie nemo qui sufficiat explicare. Et ideo scandala ipsa tamquam 
orbis excidia, si fieri potest, euitentur; si autem culpis obstantibus 
uitari non possunt, per uos non ueniant, attendentes illud euan- 
gelicum : Ve homini illi, per quem scandalum uenit ^). Et quoniam 
mundus totus est positus in maligno ^) et ad exigentiam peccatorum 
tempora iam incipiunt obnubilari, placeat excellentie uestre, ut pal- 
pebre gressus uestros precedant ^) et consilia sapientum preueniant 
actus uestros. Nam sicut philosophus dicit: Ale sunt auibus, ut 
effugiant laqueum, et consilia sunt hominibus, ut effugiant pericu- 
lum ß). Non enim quod ante oculos situm est, sufficit intueri, rerum 
exitus prudentia metitur, set et quicquid accidere potest noxium, 
precauendum est. Nam iacula, que preuidentur, minus ledere solent. 
Et quoniam qui est ex aduerso neque paruus neque paruipendendus 
non dormit neque dormitat. Et uos ergo non dormitetis, quin immo 
et quando dormitis, cor uestrum euigilet ''). Nam ut impetrata uenia 
loquar, melius est uobis super serpentibus et igne dormire, quam 
super instantibus periculis, que fideliter tiraentur ab his, qui diligunt 
uos in ueritate. Si seruus audet domino suo consulere, fidelis fa- 
muli uestri consilium est [f. 59'] istud, si tamen maiestati uestre 
bonum uidetur ut etc. Sane placeat magestati uestre diligi potius 
quam timeri, nulla namque dominorum maior est defensio, nulla 



54 ■ !'• KEHR 

fortioi- fortitiido quam amor subiectorum, qui, cum diligiint, certatim 
sese periculis exponiint, pro dominis suis mori parati, quam eis 
superuiuere cupientes. Timor autem non est perfectus custos fide- 
litatis, set quicquid terret, et trepidat, et, ut ait quidaui, necesse 
est ut multos timeat, quem multi timent ^). Pro Deo, domine, ha- 
boant interualla collecte, temperetur impositio seruitiorum, respiret 
ab honeribus regnum iam fessum, quod temporibus felicium regnm 
predecessorum uestrorum bonis cunctis florebat, abstergantur ab 
oculis lacrime ^) et incipiaut bomines non dolere; mitiiis agatis 
cum populis et ciuitatibns regni uestri, quod est clara et preclara 
bereditas uestra, ut sie resanentur uniuersitatis corda, que crebris '^) 
collectarum et exactionum ictibus sunt uulnerata, et uobis et filio 
uestro firmiter obsignentur. Que nimirum, cum sincera sunt, cunctas 
arces et omnem omnino militiam exsuperant. Et ideo, sapientissime 
principum, sapienter faciatis, ut famulentur uobis uniuersorum corda 
magis quam corpora, et etiam, ubi et quando expedit, beneticiorum 
larsfitionibus astringantur. Ante omnia Deum, cui celum sedes est 
et terra scabellum pedum eius 'O), ponatis uobis adiutorem '') et in 
timore eius sit uobis fiducia fortitudinis. Non est enim confusio 
confidentibus in Deo '^), set tirmamentum est Dominus timentibus 
eum •'); qui timet Deum ''), timebunt eum omnia et qui non timet 
Deum, timet omnia ^^). Domini est salus, et sicut nemo esta se ipso, 
ita nemo saluus est a se ipso. Ipse saluum uos faciat, qui saluos 
facit reges, et custodiat semper ab omni malo. Amen. 

") crebis. **) timet corr. in timent; Deum nachgetragen. 

') Eph. 2, 14. 2. ^) Matth. 18, 7. =>) Matth. 18, 7. *) 1 Joh. r>, 19. 
') Prov. 4, 25. «) Woher"^ ') cf. Cant. 5, 2. «) cf. Seneca De im II, 103 
oder wahrscheinlicher nach einer mittelalterlichen Sentenzensammlung. *) cf. 
Apoc. 21, 4. ">) Isai. 6,61. '■) cf. Ps. 5U 9. '^) Dan. 3, 40. '=>) Ps. 24, 14. 
'*) Ps. 3, 9. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 55 



XI. 

Thomas an den Kaiser Friedrich : bittet, dass bei den Bauten 
des Kaisers die Armen nicht bedrückt werden möchten, ermahnt, 
dass er wie seine Vorgänger Kirchen und Klöster errichten möge ; 
statt Burgen zu bauen, möge er sich durch Woltun und Milde 
die Herzen seiner Untertanen erwerben, deren Liebe das stärkste 
Bollwerk der Fürsten sei. [1223-25). 

Idem ad eundem. Loquar ad dominum meimi, quamuis sim 
piiluis et cinis i), et tarn tidenter scribo quam fideliter amo. In edi- 
ticiis que plura simul per regnum erigitis, pauperes non grauentur, 
illius intuytu qui pro liominibus factus est pauper; set et mage- 
statem uestram plurimum deceret, si primitias edificiorum uestrorum, 
pium uidelicet opus, Deo solueritis, per quem est quod uiuitis, per 
quem est quod imperatis, sicut olim fecerunt christianissimi reges 
Sicilie progenitores uestri, qui etiam inter bella fundabant ecclesias 
et monasteria, beneticentie '') sibi celitus collate numquam imraemo- 
res: et inde est, sicut fertur, quod de domo eorura lucerna non extin- 
guetur -) et tilii filiorum eorum Deo digni regnabunt in eternum. 
Ceterum sicut in philosoplio legitur : Bonum est in cena lucernam 
claram apparere, bonum est mentem claram esse in prosperitate ^), 
ut quicquid accidere possit aduersi, preuideat preuisumque repellat. 
Imperator quoque numquam ita paci credat ^), ut se bello non pre- 
paret; neque nauta redit in estate securus, ut hyemalia instrumenta 
presta non habeat et ad manus. Quapropter, sicut scriptum est, im- 
perator inuicte, 

Consilii regimen uiriuti corporis adde ^). 
VA in Virgilio 

At pius Eneas per noctem plurima uoluens ^). 
Estote ergo, si placet, serenissime principum, premissa circumspec- 
tione soUiciti et non, sicut nonnulli faciunt, oculis uigiletis et corde 
dormiatis, set et manus uestre depinguant uobis crucem et Deum, qui 
saluos fecit reges, ponatis uobis semper adiutorem ^). Sane non opus 

") benificentie. ^) credit scheint corr. in credat. 



56 P- KEHR 

est maiestatem uestram erigere in altum arces nee in «) ascensum 
arduos colles raunire nee latera montium abseidere miiltiplicibiis 
imiris et turribus sepire: salimm regem beneficentia^) simul et de- 
mentia in aperto puestabunt. ünum est enim inexpiignabile munimen- 
tum: amor subiectorum, qui pro benigne domino suo mucronibus se 
obiciimt et pro imo capite tot milia excipere ferrum ac multis mor- 
tibus uuam animam redimere certatim appetunt, nonniimqiiam 
senis et inualidi. Et ideo benefaciendo, qiiod super omnia principem 
decet, uobis et filiis uestris fidelium iiestrorum corda firmiter ob- 
[f. 60]pignoretis et eos pie tractetis iit filios, qiioniam lesus Chri- 
stus filios suos iiocare non est dedignatus amicos ^). 

') Gen 18, 27. =) cf. Prov. 31, 18. ») Ich bin im Außnden dieser 
Stellen nicht geübt: diese finde ich in der Tat nicht, die andern verdanke 
ich der Gelehrsamkeit von Fedor Schneider. *) Monosticha Catonisv.J?. 
= ) Verg. Aen. 1 v. :i05. «) cf. Ps. r>l, 9. ') cf. Joh. 15, 19. 



XIL 

Inmcenz III. an den Bischof und Klerus, den Justitiar 
ThomaSj die Konsuln und das Volk von Gaeta : fordert sie auf, 
dem ihnen von Markward zugesandten Bajulus nicht zu gehorchen. 

{1201-1202). 

Innocentiiis episcopus etc. Venerabili fratri episcopo et dilectis 
liliis clero, Thome regie curie iustitiario, consulibus et populo Ga- 
ietano etc. Cum cautus metuat foueara lupus ') et animalia carentia 
ratione uincula, quibus semel inheserunt, expaiiescant, miramm- et 
non sine ratione mouemur, si non necessitate coacti, set friuola 
quadam occasione seducti. scientes pariter et uolentes, in rete uos 
inclus3ritis excoramunicati et perQdi Morcualdi, qui quos capere 
semel potuerit, non ad litus trahere, set mergere nititur et cum 
armis nequeat superare, minis et litteris nititur optinere. Dicitur 
enim quod tam sub regio quam suo quoque sigillo uniuersitati 
uestre litteras destinauit, ut cuidam fautori suo tamquam baiulo 
a magnificentia regia constituto intendere curaretis. Monemus igitur 
uniuersitatem uestram, quatenus eum quem dictus M. destinauerit, 
pro baiulo non recipiatis nee ei in aliquo pareatis etc. 

") in über der Zeile nachgetragen. ^) benificentia. 
'I Ilor. Ep. IC, 49. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 57 



XIIL 

Innocenz III. verleiht der Kaiserin Constanse, Königin von 
Sizilien, dem König Friedrich und ihren Erben das Königreich 
Sizilien j das Herzogtum Apulien^ das Fürstentum Capua, Neapel, 
Salerno, Amalß, Marsien und was sie über Marsien hinaus be- 
sitzen, als Lehen der römischen Kirche. 

{1198 November 19). 

Auch im Reg. Innocentii III a. I n. 410 {alt 397): Reg. 
Vat. t. 4 f. 113 iReg.'] 

Die Editionen gehen sämtlich auf das Register Innocenz' III. 
zurück. Auch Raijnald Ann. ad a. 1198 c LXII. BF. 5653. P. 
431. — Ich gebe den Text des Vatikanischen Codex [F], den 
ich wo es nötig ist, aus dem Registrum verbessere. Dessen Va- 
rianten setze ich in die Fussnoten. — Es ist, wie oben bemerkt, 
deutlich, dass beide Texte unabhängig von einander sind. 

Innocentius episcopus etc. '^). Constantie ^) imperatrici gloriose 
et ") regine Sicilie karissime in Christo filie ^) et ") karissimo 
filio Fr. illiistri regi Sicilie eoriimque heredibus in perpetimm. 
Super gentes et regna diiiina prouidentia constituti, iit euellamus 
noxia et saliibria cum propbeta ') plantemus, sie ad uniuersas pro- 
uincias nostre considerationis aciera extendere uoluraus et circa eas 
pie soUicitudinis Studium exercere, ut sopitis turbinibus tempestatum, 
quas parit mator diuersitas, seruent ad inuicem mutue karitatis 
affectum et in uere pacis uinculo gubernentur. Porro specialiter et 
precipue specialem ac precipuam sollicitudinem circa regnum Si- 
cilie nos conuenit adhibere, quod in apostolice sedis feruentius 
hactenus deuotione permansit, ad quod etiam inclite recordationis 
R. quondam patris, W. fratris et W. nepotis tuorum regura Sicilie, 
filia imperatrix, grata memoria nos indiicit, qui in apostolice sedis 
ac predecessorum nostrorum dilectione firmius persistentes, ab eius 

") Innocentius episcopus etc. fehlt im Reg. '') C. Heg. <') et fehlt im 
Reg. ^) karissime in Christo filie fehlt im Reg. ') ac Reg. eorum V. 



58 P. KEHR 

non potuerunt iinitatis firmitate diiielli, quin tanto fortius m ipsius 
obsequio peimanerent, qiianto aduersiis eam se ampliiis Impetus 
extolleret tempestatis. Hac igitur consideratione diligenter inducti 
ac credentes quod predictonim regum uestigia uestra regia sere- 
Ditas in deuotione ac obsequiis ecclesie imitetur, uobis et heredibus 
iiestris, qiü, sicut dictiis rex W. quondam frater tiuis felicis me- 
moria Adriano pape predecessori uostro exhibuit -), nobis et siic- 
cessoribus nostris ") et ecclesie Romaue fidelitatem et hominium 
exhibuerint '') et '^) que siibscribiintiir uoluerint obseruare, concedimus 
regnum Sicilie, diicatmu Apulie et piincipatum Capue cum omnibus 
pertinentiis suis, Neapolim, Salernum et Amalfiam cum pertinentiis 
suis, Marsiam et alia que ultra Marsiam habere debetis et reliqua 
tenimenta, que tenetis a predecessoribus uestris hominibus sacro- 
saucte Romane ecclesie iure detenta et contra omnes homines adiu- 
uabimus bonorifice manutenere. Pro quibus omnibus coram uene- 
rabili fratre nostro Hostiensi episcopo '*), apostolice sedis legato ^), 
quem ad iuramentum tuum, filia imperatrix, recipieudum transmi- 
simus, fidelitatem nobis nostrisque successoribus et ecclesie Romane 
iurasti, sicut continetur in duobus similibus capitularibus, quorum 
unum penes te sigillo nostro ^) et ") alterum penes nos sigillo tuo 
aureo signatum habetur, firmiter repromittens quod, quia presens 
presenti debet liominium exhibere, quandocumque nos aut successores 
[f. 60'] nostri te in aliqua parte regni, quam secure possis adire, ad 
presentiam nostram '') uocauerimus, reuerentur accedes ligium ho- 
magium ^) prestitura, nisi certum impedimentum aut euidens neces- 
sitas interuenerit, quibus cessantibus sine fraude uenies ad ligium 
homagium uel '') hominium faciendum. Cum autem tu, fili rex, fa- 
uente Domino ad legitimam etatem perueneris, nobis et successori- 
bus nostris ac ecclesie Romane fidelitatem et ligium hominium exhi- 
bebis. Censum uero sexcentorum skifatorum ^) de Apulia et Calabria, 
quadringentorum ^) uero de Marsia uel equiualens in auro uel ') 
argento uos ac heredes uestros statuistis ecclesie Romane annis 
singulis soluturos, nisi forte impedimentum aliquod interuenerit, quo 



"j nostris fehlt in V. ^) exhibere Reg. ") ac Reg. '') 0. episcopo Ho- 
stiensi Reg. '') et fehlt im Reg. f) nostram presentiam Reg. s) hominium 
Reg. ^) homagium uel fehlt im Reg. *) squifatorum Reg. '^) quadrigen- 
torum V. et V. 



DAS BRIKFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 59 

cessante census ex integro persoluetur. Electiones autem secundum 
Deum per totiim regniim canonice tient «) de talibus quidem personis, 
quibus uos ac heredes uestri requisitum a uobis prebere debeatis 
asseasum. üt autem hec que supra dixiraus tarn nostro quam suc- 
cessorum nostrorum tempore perpetuam optineant firmitatem et nee 
uestris nee uestrorum lieredum temporibus alicuius ^) ualeant '^) pre- 
sumptione turbari, nos ea de comuni consilio et uoluntate fratrum 
nostrorum auctoritate apostolica confirmamus et ualitura in perpe- 
tuum presenti pagina communimus ''). Nulli ergo etc. usque indi- 
gnationem incurrat etc. ^) reamqne se diuino iudicio de perpetrata 
iniquitate cognoscat etc. in modum priuilegii. Cunctis autem omnia 
predicta seruantibus etc. 

'j vgl. Jerem. 24, (J. ^) vgl. Nr. XXX. =>) Octavian. ") Dies Exem- 
plar ist indessen im Vatikan zurückgehliehen und von J. Schvalm im A^ 
Archiv XXI S. 721 n. 1 herausgegeben worden. 



XIV. 

Imiocenz III. an die Kaiserin ConUame, Königin von Si- 
zilien, und König Friedrich von Sizilien : ordnet die Wahl der 
Bischöfe im Königreich. {1198 November 19). 

Auch im Regisiriim Lmocentii III. a. In. 411 {alt 398): 
Reg. Vat. t. 4 f. 113' \_Reg.'] 

Hieraus alle bisherigen Editionen BF. 5654. P. 426. — 
Die Verschiedenheiten der beiden Texte sind erheblich. Ich gebe 
den des Vatikanischen Codex { T), die Abweichungen des Regi- 
strum gebe ich in den Noten. 

Innocentius episcopus etc. Karissime in Christo filie ^) Con- 
stantie ^) imperatrici et ^) regine Sicilie una cum *) karissimo 
tilio Fr. illustri rege ^) Sicilie salutem et apostolicam benedictio- 

»j fiant Reg. ^) alicuius fehlt in V. ") ualeat V. '') et tarn a nobis 
quam successoribus nostris perpetuis temporibus statuimus obseruanda fügt 
das Reg. hinzu. In V fehlt der Passus wohl nur durch das Versehen des 
Kopisten. «) etc. fehlt im Reg. f) Innocentius — filie fehlt im Reg. 9) C. 
Reg. ^) et fehlt im Reg. ') una V; statt una cum hat Reg ac. ^) regi Reg. 



60 P- KEHK 

nem "). Nee nouiim nee iniustum existit, si regno Sicilie gratiam 
facimus specialem, quod specialiter ^) in ecclesie Romane deuo- 
tione permansit et ab ea specialius meruit honorari. Reges siqiiidem 
et principes eins in apostoliee sedis dilectione ") fortius roborati 
usque adeo ei fideliter et familiariter adheserunt, iit ad ipsius 
exaltationem potenter intenderint et ab ea diuelli nullius ^) potuerint 
impetu tempestatis, set ^) in ipsa et per ipsam exaltari credentes 
et in ea post Deum sue spei ponentes et gaudii fundamentum. 
Specialiter autem inclite recordationis R. quondam pater, W. frater 
et W. nepos tui, filia imperatrix, reges Sicilie familiari eam uene- 
rati sunt deuotionis obsequio et predecessoribus nostris usque adeo 
non minus in aduersis quam piosperis adheserunt, ut cum fra- 
tribus nostris uobis ob eorum memoriam et constantiam sinceri- 
tatis, quam ad nos uos habere cognouimus per effectum, quantum 
cum Deo et nostra possumus honestate deferre uelimus et salua 
iustitia et ecclesiarum eanonica libertate, petitionibus uestris as- 
sensum facilem exhibere. Ne igitur ulla de cetero inter nos et 
successores nostros ac uos et heredes uestros super electionibus 
dissensio '') suscitetur ^), modum faciende electionis in posterum '') 
presentibus curauimus litteris explicare, in quibus sie in multis 
regie serenitati deferimus, ut libertatem ecclesiastieam non leda- 
mus. Sede uacante capitulum significabit uobis et heredibus ue- 
stris ') obitum deeessoris ''). Deinde conuenientes in unum, inuo- 
cata Spiritus sancti gratia ^), eligent canonice personam 3'doneam, 
cui uos et heredes uestri *") prebere debetis ") assensum, et factam 
electionem °) non different publicare. Electionem uero factam et 
publicatam denuntiabunt uobis et uestrum et heredum uestrorum p) 
requirent assensum. lUud ^) autem de speciali gratia duximus 
statuendum, ut '?) antequam assensus regius requiratur, non intro- 

") salutem — benedictionein fehlt im Reg. *) statt specialiter bietet 
das Reg.: inter uniiiersas et singulas regiones, in quibus nomen colitur chri- 
stianum, fere semper promptius et deuotius. <^) fidelitate Reg. '^) nullius di- 
iielli Reg. *) se Reg. f) discensio V ; der Passus discensio bis posterum ist 
in V am Rand nachgetragen. ») sussicetur. '') faciende in posterum electio- 
nis Reg. *) uestris heredibus Reg. ^) successoris V. ') secundum Deum 
fügt Reg. hinzu. "^) statt uos et heredes uestri bietet das Reg. requisitum 
a uobis. ^) debeatis Reg. °) electionem factam Reg. p) et heredum uestrorum 
fehlt im Reg. 1) statt des Passus lUud autem bis ut bietet Reg. Sed. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 61 

nizetur electus nee decantetiir laudis sollempnitas, que celebra- 
tioni '') uidetiir adnexa nee ^) administrationi se ullatenus immi- 
scebit, priusqiiam confirmetur auctoritate pontificali ^). Hortamur '') 
igitur serenitatem regiam et monemus in Domino ''), quatenus eontra 
prescriptam electionis formam nee iios iieniatis de cetero nee [f. 61J 
patiamini ^) alios f) qualibet occasione uenire, set taliter in hoc 
studeatis nobis ^) et ecclesiastiee libertati deferre, ut timorem eins 
pre oculis habere '^) indeamini, per quem reges regnant et prin- 
cipes dominantur et sponsam eius eeclesiam uenerari. Sie enim 
utilitati uestre ') uolumus condescendere, ut libertatem canonieam 
obserueuius, nuUo prorsus obstante rescripto, quod a sede aposto- 
lica fuerit impetratum ''). 



XV. 



Thomas an den Kaiser: räth den Papst durch Geschenke 
XU versöhnen und sich einige Kardinäle zu Freunden zu machen. 

{1226). 

Sancte ac pie imperatorie maiestati seruorum suorum minimus 
T. de Gaieta se ipsum ad pedes. Diligam uos dominum meum 
in uita mea et assurgam nomini uestro, quamdiu ero, fidelis 
promptitudinis et promte fidelitatis, quam ') uestre maiestati de- 
beo, non obstante senectute, nequamquam oblitus. Si patientie uestre 
sum memor : simul eum lacte nutrieis soUicitudines et amaritudines 
suxistis et uelud lilium inter spinas ') creuistis uirumque factum 
noue ae insperate uos inquietationes susceperunt, ut non defuerit 
uobis hostis 

nee fuerit sine mibe dies ^). 

") intronizn,tioni Re[j. ^) nee antequam auctoritate pontificali fuerit cou- 
firraatus, administrationi se ullatenus iramiscebit Reg. <^) Eogamus Reg. Der 
Passus Sic enim bis fuerit impetratum geht im Reg. dem Satze Eogamus 
igitur voraus. ^) et attentius exhortaraur Reg. *) cogatis Reg. f) nee pa- 
tiamini fügt Reg. hinzu. ») nobis studeatis Reg. ^) habere pre oculis Reg. 
*J honori uestro Reg. ^) der Passus Sic enim — impetratum steht im Reg. vor 
Rogamus igitur. Im Reg. folgt dann Nulli ergo etc. hanc paginam nostre dis- 
positionis et eonstitutionis etc. Dat. Lat. ^) qaoniam. 



62 p. KEHR 

Pariim erat, nisi bella Domini, bella chiistianitatis in iios 
reclaraarent, ut omnium optimus, omnium maximus optima et 
maxima pro omnibus faciatis. Verum quicquid sit, Imperator iniücte, 

gaudet patierilia diiris, 
letior est, qaoiiens magno sibi constat honeslum ^). 

Appins Claudius crebro dicere solitus erat: Negotium populo 
Eomano melius quam otium committi, non quod ignoraret quam 
iocundus ti'anquillitatis status esset, set quod animaduerteret pre- 
potentia imperia rerum agitatione ad uirtutem capescendam exci- 
tari, nimia quiete in desidiam resolui ^). Electi quoque, sicut dicit 
Gregorius ■'), dum premuntur rerum difficultate, proficiunt, sicut et 
ignis ilatu premitur ut crescat, et unde quasi extingui cernitur, inde 
roloratur et suscipit incrementum. Ceterum palpebre gressus pre- 
cedant 0), quoniam, ut ait Salomon, qui graditur sapienter, ipse 
saluabitur ") ; set et cum prospere nauigatis, estote memores tempe- 
statis, et quando dormitis, cor uestrum euigilet ^). Non enim quod 
ante oculos situm est, sufficit intueri, rerum exitus prudentia me- 
titur *). 

Pnidens non dicit: non hec uentura pulabam, 
set uelud expectans adqiie paratus adest ^). 

Ante omnia, christianissime principum. placeant uie uestre 
Domino ^'^) et inimicus erit inimicis uestfis et expugnabit im- 
pugnantes uos ^'). In timore Domini sit uobis fiducia forti- 
tiidinis, timenti namque Deum non occiirrent mala, set in temp- 
tatione Dens illum conseruat et liberabit a malis '-). Senex et 
egrotus ego fidelis seruus uester paratus sum et non sum tur- 
batus, ut custodiam mandata uestra. Sane cum fideliter diligam. 
contidenter scribere ac suggerere presumo, quatenus aliquibus mu- 
neribus dominum papam uisitetis, maxime ad mitigandum eum 
pro bis que liunt in Marcbia et Ducatu. Multis enim et etiam mibi 
uidetur quod uos diligat, et si de cetero permansurus sit in di- 
lectione, ego uescio, Dens seit. Set et non esset inconueniens, si 
duos aut tres cardinales haberetis specialiter in amicos ; ut mundus 
sine ") sole, sie absque amicis homo, nullaque sunt tam bene re- 
sponsura quam que bene donata, set et perdenda sunt multa, ut 
unum bene ponatur. Humiliter autem supplico, quatenus in qui- 

") enim. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 63 

buscumqiie seruitiis iiestris mihi fideli senio nestro, licet iam uete- 
rano, non parcatis, quoniam tuiic erit mihi finis seruiendi cum et 
uiuendi. 

') Cant. 2, 2. =) Woher? ^) Hildeberti Cenom. Moral, phil. c. 33 
{Lucan. IX, 403). *) Valer. Maximus VII 2 n. 1. ") Moral, l XXIV, 
c. 14 § 24. «) Prov. 4, 25 ; cf. ep. X. ') Prov. 28, 24. ^) Wie in ep. X. 
») Hildeberti Cenomanen. Lib. de quatuor virtutibus {MigiiQ CLXXI c. 1057). 
">) cf. Prov. 16, 7. ") cf. Ps. 34, 1. '^) Eccli. 33, 1. 



XVI. 

Constanze Königin der Römer und Königin von Sizilien an 
den Bischof Petrus von Urgel: bittet ihn um Rat und Unter- 
stützung in der Angelegenheit ihres verstorbenen Bruders, des 
Königs von Aragon^ und um Intervention beim Papstj an den 
sie bereits den Familiären Magister Thomas von Gaeta gesandt 
habe. {1215). 

Ed. Raynald Ann. ad a. 1213 c. LXII ex cod. bas. s. Petri 
[fehlerhaft) = Huillard-Breholles Eist. dipl. t. I p. 282. BF. 
5552. — Der Brief gehört eher zu 1215 als zu 1214. 

Constantia Dei gratia Romanorum regina *) seraper aiigiista 
et regina Sicilie P. uenerabili Hurgellenensi episcopo deiioto suo sa- 
lutem et dilectionem. Super fratris nostri regis Aragonie, qui 
tantus erat, casum miserabilem et causam tristitie multiformem eo 
magis angimur et mouemur, quod, cum [f. 61'] toto tempore uite 
sue miles ecclesie fuerit et pro fide bellator, cum steterit limes et 
terminus, in quo stabat furor ille ac irapetus immanium barbaro- 
rum, cum apostolice sanctitatis fuerit filius specialis, peccatis exi- 
gentibus in ultimis suis inuentus est alius, ut eins uideatur de- 
meruisse clementiam multis suis laboribus in longo studio iam 
quesitam. Narrare uobis non expedit singula que nouistis, et qui 
nobiscum uulnerum estis participes et dolorum ea aftectione puris- 
sima, qua regem ipsum et regnum ac nos et domum regiam di- 

") imperatrix. 



64 P- K.EHK 

lexistis. Nos quidem propter locorum distantiam diu ignorainmus 
casus illos, qui propter regni nostri necessitates urgentissimas ce- 
labantur, ubi tamdem nobis super bis indignantibus detecti, statim 
misimus ad dominum papam per magistrum T. de Gaieta, regium 
familiärem, deuotum et fidelem nostrum, preces bumiles et deuotas, 
responsum et euentum negotii ignoramus. Quoniam igitur ad con- 
cilium uos audiuimus esse uenturos, credentes in causa ipsa, que 
iusta est, que pia est, que uestra est, uestro patrocinio releuari, 
rogamus attentius et monemus, quatenus super bis que necessaria 
sunt in buiusmodi casu consilium et auxilium impendatis. Super 
dolore siquidem dolor adicitur, quod eiusdem fratris nostri corpus 
dicitur insepultum, ut ex eo nobis cotidie moriatur. Erit de studio 
uestro, ut saltim modico sit dignus tumulo tot prouinciarum do- 
minus, tot regnorum, et capax animus tot uirtutum. Erit nichilo- 
minus et de sollicitudine uestra apud dominum papam interuenire 
suppliciter super statu pupilli regis, filii eius, salubriter ordinando. 



XVI*. 

Anno Domini M. C. LXXVII, mense aug., indictione X '). 
•)-^. oben S. 23. 

XVII. 

Alexander III. an den Abt von Monte Cassino und den 
Ersbischof von Cajma : meldet den Abschluss des Friedens von 
Venedig. Rialto {1177) Juli 27. 

Baronius Ann. ad a. 1177 c. XXIV ex parvo codice basi- 
licae Vaticanae. — J. 8509. J-L. 12892. 

Alexander episcopus seruus etc. Dilectis in Cbristo filiis P. 
Casinensi abbati et lohanni '') Capuano archiepiscopo salutem et 
apostolicam benedictionem. Exigunt gratissime — [f. 62] exultent. 
Dat. Venetiis in Kiuo alto VI. kal. aug. 

«) statt Alfano. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 65 



XVIII. 

Friedrich I. an die Kleriker der römischeii Kirche: er- 
mahnt sie den katholischen PaiM anzuerkennen. 

Ausser im Codex von S. Peter [ V~\ steht dieses Schreiben 
in dem Florentiner Cod. Laur. XXIX 8 f. 60 saec. XIV ex. [Z] 
und in einer stark abweichenden Fassung in dem Wolfenbütteler 
Codex 13. 3 Äug. 4° \_G\ — Die Kollation des Laurentianus 
besorgte Dr. F. Schneider, die des Guelferbytanus verdanke ich 
Dr. Milchsack. — Der Text ist noch verbesserungsbedürftig. 

BF 14765 bis. 

Fr. ") Dei gratia Romanorum Imperator semper augustus ^) 
Clericis Romane ecclesie cum Lazaro quondam paupere eternam 
habere requiem *=). Loquar ad dominos meos, quamuis '^) sim puluis 
et cinis ') et ut ^) iumentum factus sum apud uos -), tarnen '') 
homines et iumenta saluabit Deus 3). Multiplicauit Deus misericor- 
diam s) guam ■*) super uos '*), qui congregauit uos a *) quatuor 
uentis ") cell ^), ut recumbatis cum Abraam ^) in sinu ') patris sui. 
Pidelis ille in tota domo '") Egipti, Moysen dico, qui ") de uestra 
uos Egipto extraxit °), ut euitaretis ollas ^) carnium ") et ut ?) pos- 
setis clamare '") in deserto mane '): Quid ') est hoc ")? A- '0 regione 
deserti manna ^) uenit ^), adiuuatores "") curie et y) iure ^) dicitis : 
Quid "') est hoc ^')? Quid, inquam, est hoc "') quod famem '*') expel- 
lit «') et ^') desiderium satiat et satiando ^') accendit? Rapuit enim 
uos ^') manus illa '') inexhauste "') clementie et fecit uos '') lutum 
de luto et *"') in dyademate Salomonis "'), quo "') coronauit eum ma- 
ter sua, uos coronauit ^') 9); fecit uos aurum de luto, set nescio quo 
pacto aurum in lutum rediit «') et in ferri uilitatem aurei seculi 
moneta degenerat. Leuastis '') enim '') corpora '') uestra in mon- 
tes '0), set "') mentes ""') in conuallibus ^') remanserunt. ünde ergo 
ueniet auxilium nobis. Sperabamus enim ^') quod in cacuminibus y') 
montium pennas cuderetis ^'), que ueherent uos «") ad dexteram 
Dei ^") patris. Seduxit uos opinio ^") lubrica et, quod ualde ge- 
mimus, alarum nudato ^") remige ^") in plumbi modum grauitas 

5 



66 P- KEHR 

corporis uos I"') pessumdat. Piitabatis qiiod Dens esset tantum ^") 
Komanorum, set et ualles Theuthonicorum ''") frumento habunda- 
biint '"). Suscipite "') montes pacem populo ^") et *"") lingiie spicula 
abscidatis '*"). Non solum in imperium, set etiam °") in Deum p") 
ciiltus iustitie teste 5") propheta '"') silentium '^). Qiiia '") ger- 
mane didragmata '") in statera Spiritus sancti sententia lasciuit "") 
iiistitia et luxuria ^"') exedit ^") ac ^") deficit aut ultro y") prosilit 
aut citro -") iacet, nisi °) freno iustitie gubernetur. Huius freni 
iuncturas rupistis ^) et ") claues '^) fregistis et uelud auriga lan- 
guente ') effrenes equi '') ante ^) sentitis '') precipitium ') quam 
brauium acquiratis. Que enim fora "), que pretoria ') tanto causa- 
rum *") ardent litigio, ut ") conuentus °) Romane ecclesie^), ubi «) 
nee *■) accusator ') obicit nee ') aduocatus obiecit "), detegit uel de- 
terget ''), et tarnen '^) uestra sententia unanimiter ^') fas nefasque ^) 
dampnat nee absoluat '). Super nubes uolatis aquile et tandem "') 
ad nostrura ^') cadauer carpendum '') uestra '*') rostra deponitis. 
Abstinetis uos '') a carnibus pecudum et carnes imperiales sine 
sale '") deuoratis ■''). Vere ''') cultus iustitie silentium ''), quod non- 
dum est finxit nee nondum uenit in linguam, iam penes uos constat 
esse patratum. Ait enim '') quis "') : Hie ^') papa miustus '"'), hec 
imperatrix pregnans "') set non °') de semine imperiali, bic archi- 
episcopus P') ter in die carnibus uentrem confundit, bic episcopus «') 
ruptu '"') pigmenti '') aera '') fedat, bic abbas exbaurit scutellam "') 
usque ad uomitum. Vacatis *=') otio! Idcirco ""') talia eructatis ^'). 
Nam y') detractio in cameris -') concipitur et """) in curia euomitur. 
Non est ^") curia celum, non est ''") curia paradisus ""), set '^") adhuc 
est curia inter flumina Babilonis '"). Vestrum '"') hostium omnibus 
patet, tarnen f") quisquis 9") per illum ''") ingreditur '"), non pal- 
patur '-■") [f. 62'] set ceditur, non curatur '") set mactatur, non 
lustificatur """) set dampnatur ""). Et "") ut breuiter p") dicam : 
Nicbil 9") sine crimine aput uos, set '"') cum uenerit '") filius ho- 
minis in sede maiestatis sue, queso tunc '"), ubi ''") sedebitis ^") 
non iudicabitis ^") bic et ibi. y") dementes medicos ^"), qui ") 
non ^) orationibus egros curant "), set eorum uulnera suscipere Stu- 
dent, ut cum eis pariter ^) et egrotent. Nos iioJi poteramus 
ascendere ad uestra ») licita, set uos uestra '') pietate commoti *) 
ad nostra illicita descendistis. En, fratres karissimi ''), quid ') 
prodest in desertum exire "") et in deserto Egiptium ") cor °) ha- 



DAS BKIEFIiUCH DES THOMAS VON GAETA. 67 

bere? Quid prodest ^) ranas Egipti ') uitare et in deserto murmu- 
ratione perire"")? En *) qui ') sub Pharaone languistis "), sub Moyse 
spirastis ''-'). Emptores uite, nolite decipere uenditores ^) margarite. 
Ecce qui "*) dedistis manus et oculos et alia menbra ^). ut euaii- 
gelicam margaritam -) possetis comparare "'), qua nondum estis di- 
gni '''). Hac *=') autem '^') ad salutis fructum «') utimini f). Reddite 
Deo linguam et accipite ^') margaritam. Si uero ''') hec epistola 
uobis placuerit *'), uestra ^') erit senteatia illa '') Sapientis '"'): 
Argue iustum et diliget "') te ^'-). Si uero succensi fueritis, non 
ideo "') Diogenes ammittet cornua p'). Valete. Et si Daum dilexe- 
ritis, linguas uestras Dei gladio amputate et in «') catholicum pa- 
pam consentiatis '''). 

«) Frederichvs L. ^) semper augiistus fehlt L. <^) Fridericus clericis 
Romane ecclesie, eos acriter arguendo G. '*) tum G. *) set ut L, quasi G. 
^)sedcuTnG'. s) misericordia Z^. '^) multiplicauitsuper nos Deus mis. suam (7. 
<) ad G. ^) uentus G. ^) regno G. "*) terra G. ") qui fehlt G. °) Egipto 
uos abstraxit L, uos exstrahit Egypto in manu forti et brachio extento G. 
P) ollam G. «) ut fehlt G. '') clamare possetis G. ') mari L, nam G. 
«) qui G. ") hie G. ") quod a G. •") in anna L. ^) adiutores G. v) et 
fehlt G. ') anime L. «') quod G. ''') hie G. '=') hoc fehlt V, hie G. <«') fa- 
mam G. '') depellit L. f) et fehlt G. 3') saciendo G. ^'^ uos fehlt G. 
'') illa manus L, et fügt G hinzu. *•') inhauste G. ^') et fecit uos fehlt G- 
"•'j et fehlt L. "') Salamonis V. ^0 qua F. *') uos coronauit fehlt GL. 
1') rediit in luto L. »•') eleuastis G. '') enim fehlt V. *') tora G. ^) set 
et L. "') montes G. "-') uallibus G. ^') enim fehlt G. ^') uallibus G. 
*'.) tuderetis G. "") uos ueherent G. ^") Dei fehlt G. "") et fügt G hinzu. 
«") mutato G^. "") et fügt L hinzu, f") nos fehlt G. s") Deus G'. ^ Teu- 
tonicorum L, sed Theutonice ualles G. O habundant V, habundabunt fru- 
mento G. ^") suscipere debuistis G. ^") populi L. »'") sed G. "'") uibra- 
tis L, uiberatis G. °") et L, etiam fehlt G. *") Domini G. «") restat G. 
""") profecto G. ^") quoniam G; der ganze Passus Quia — nee absoluat fehlt 
in V. '") bene trutinata est G. "") enim fügt G hinzu. "") luxuriat G. 
«'") excedit G. ^") aut G. ^") intro L, intus G. -") cito G. ") ubi G. 
^) rapistis (7. ") et fehlt G. '*) clauos L. ") et languente auriga uelud G. 
f) effrenes equi fehlt L. 3) autem G'. ") seuitis G. ') principium G. ^) que 
naphora G^. ^) preterea G^. "*) causarum fehlt L. «■) sicut G'. ") conuenc- 
tus L. P) ecclesie Romane concentus uel conuentus G. «) ibi G. *■) non G. 
') accantor G. *) non G. ~) ad obiecta G. ") uel deterget fehlt G. **) tum G^. 
*') unanimiter /"e/i/t G^. i') uniformiter fügt G. hinzu. ') nee absoluat fehlt G. 
"') penam repromissore fügt G hinzu. "') uestrura G. "') torpendum G. 
"') uestra fehlt G. '') uos fehlt G. f) et sine sale carnes horainum G. »') uo- 
ratis V. ^') der Passus ut cultus iusticie — esse patratum etc. fehlt hier 



in G ; er steht loeiter unten. '') enim fehlt G. ^') quislibet L. '') hie fehlt L. 
"'') est iustus G. "') prengnians L; uoii est pregnans G. "') non fehlt G. 
»') episcopus ille G. «') archiepiscopus ille G. ''') uictu V, tactu G. *') fig- 
menti V. *') aerem G. ■"') abbas ille scutellam exhaurit G. ^'} uocatis G. 
*'■') ideo L, et idcirco G. ^') ructuatis L, euictatis G, wo folgt ut cultus ius- 
ticie silencium quod nü(t mens finxint, quod nunquam uenit in linguam apud 
uos iam constat esse patratum. Dubietas vestra penes vos est iurata veri- 
TAS. dementes wie unten, y') iam G, nam fehlt L. '') taminis G. "") et 
fehlt G. "") est fehlt L. <=") paradysium G. '^") set fehlt G. '") Banbil- 
lonis L, Babylonis G, wo folgt post theorie puritatem post conpunctio- 

NEM LACRIMARUM ITUR AD CURIE FORUM ET IBI HOSTIUM LINGUE NON RESE- 

RATUK, SED FRANGiTUR. ''") uestrum — tamen fehlt G. '^") quis imperator G. 
*"") illud hostium LG. ^"\ intrauerit L, intrauit G. *-") pulsatur L, culpa- 
tur G. '") reficitur G. "") curatur G. ♦*") iudicatur G. °") et fehlt L. 
I'") uere G. «") nullus est G. *"") ibi G. ^") sederit G. *'') nunc L. "") ibi 
tunc queso G. "") sederitis L. ^") non iudicabitis fehlt V. y") der Passus 
dementes raedicos geht in G dem Satz Nam detractio voraus. '") me- 
dici V. "j qui fehlt V. ^} quorum L. '^) omne omnibus curare G. '') pa- 
riter cum eis G. «) et fehlt LG. nos fehlt G. s) uestram G. '') inepta G. 
*) commota G. '') en — karissirai fehlt G. ') quid enim G- '") exire in 
heremum G. ") hererao Egyptii G. °} cor Egiptium L. p) et qui ualet (/'. 
«) Egyptii ranas G^. '") parare 6-'. ^) et 6^. ^)qna.mL. ") languitis (?. "J expi- 
ratis G, 100 folgt Argumentum vobis est lingue vestre, cui fontem bi- 
BATis IN SECCO TocuRiE. Hierauf folgt hier der Passus Nam detractio. '") uen- 
ditorem LG. ^) quia Z, qui fehlt G. ^/j oculos, manus et pedes G. •) mar- 
garitam euangelicam G. °') comparere V, compere L, conparare possetis G. 
''') digni in V am Rand nachgetragen, qua — digni fehlt in G- ''') hiis G. 
^') enim G. ^') fructum salutis G. f) uocamini G, wo folgt Nondum tamen 
DIGNI ESTis MARGARiTA BEATiTUDiNis. ^') uos accipite ibi G, accipite uobis L. 
^') uero fehlt L, quod si G ^') uobis placuerit hec epistola G. ^' ) nostra 
V, uera G- ^') illa fehlt G. '"') sapientis illa sententia L. "-') amabit G. 
°') propter hec G. ^') cornua non ammittit G. «') in fehlt L. O Valete — 
consentiatis fehlt G. 

>) Gen. 18, 27; cf ep. XL ") Ps. 72, 23. =■) Ps. So, 7. *) Ps. 35, 8. 
■>) cf JlJatth. 21, 31. «) Matth. 8, 11. ') Exod. 16, 3. «) cf Joh. 6, 31. 49. 
») Cant. 3, 11. •») cf Ps. 120, 1. ") Isai. 32, 17. ""j Prov. 9, 8. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 69 



XIX. 



Iiinocem III. an Archadius und alle Kadis oon Eatella, 
Platani, Giati und Celsi und an alle Kadi's und Sarrazenea 
in Shilien : lobt ihre dem König Friedrich bisher bewiesene Er- 
gebenheil. {Ferentino 1306 September). 

Auch im Registrum Innocentii III a. IX ep. 158 {alt 157): 
Reg. Vat. i. 7 f. 111 \_Reg.']. Danach die Ausgaben. BF. 5972. 
P. 2881. — Der Text im Codex s. Petri [ F] lässt den Schluss 
fort und bietet auch sonst Abweichungen. Epp. II und XIX ge- 
hören zusammen. 

Innocentiiis episcopus etc. '') Archadio et uniuersis gaytis '') 
Anteile, Platani % laci, Celsi et omnibiis gaytis ^) et Sarracenis 
per partes Sicilie ^) constitutis iieritatera qua Dens est, intelli- 
gere et amare. Gaudemiis plmimum et sinceritatem uestre fidei 
commendamiis qiiod, licet multifarie multisqiie raodis hactenus 
temptati fiieritis, gratia tarnen eins qui, cum ^) neminem a mise- 
ricordia sua repellat ''), misericorditer est operatus in uobis, iit temp- 
tationibus uestris succnmbere non possetis, et ^) ab illa ^) quam 
erga karissimum in Christo filiiim nostrum F. Sicilie regem illu- 
strem dominum uestrum habetis, fidelitatis constantia minime re- 
cessistis. Quoniam igitiir prope est ut idem rex, qui per gratiam 
Dei de die in diem prudentia proficit et etate, pene iam fessa desi- 
deria expectantium pacem eins ') recognoscat sciensque reprobare 
malum et eligere bonum, unicuique possit pro meritis respondere, 
uniuersitatem uestram monemus attentius et hortamur. quatenus 
attendentes, quod bonum incassum agitur, si ante terminum dese- 
ratur, et frustra ^) uelociter ille currit qui, priusquam ') metam, 
attingat '"), deficit, in puritate uestre fidei taliter persistatis 
quod etc. "). 

"J Innocentiiis episcopus etc. fehlt, im Reg. *) Guietis Reg. ") Pla- 
tane Reg. '*) per Siciliam Reg., partes in V nachgetragen. ^) cum fehlt- 
in V. f) repellit V. s) et fehlt im Reg. ^) ea Reg. expectantium pa- 
cem eius desideria Äe^. '^}frnsta. Reg. 'j postqaam K. "') attigerit F. ") m 



70 



XX. 

Iiinocenz III. an die Barone und Baliven : ermahnt sie zur 
Treue gegen ihren König zurückzukehren und die Gesandten 
Friedrichs IL ehrerbietig aufzunehmen. 

Lateran 1213 April 6. 

Innocentius episcopus etc. baronibus, baiulis etc. spiritum con- 
silii sanioris. Aurora est et adhuc in tenebris ambiilatis ^ ; iam dies 
illuxit et in obsciiritate noctis offenditis ^), iacentes uoluntarii, ubi, 
ne caderetis metuere debuistis. Fit aiitem eo grauior culpa caden- 
tium et fortior contra uos de uoluntario '*) casu presumptio inua- 
lescit, quo minus substinuistis uiolentie in cadendo et tardius ut 
resurgatis adicitis ; ad bonum nimis difficiles, qui ad malum faci- 
litate nimia declinastis, adscribentes quasi constantie, si sub infi- 
delitate promissum seruabitis infideli, qui uero debitum fidelitatis 
domino subtraxistis, illi sine uinculo uolentes astringi et ab isto 
credentes absolui, ligati et adherentes extraneo in longinquo, qui 
dominum satis in proximo reliquistis. Set aperite oculos et uidete, 
quia hora est uos de sompno surgere ■ ), qui usque nunc apertis oculis 
dormiuistis in malo, dum uidentes Otonis reprobi et maledicti ') 
neqiiitiam, in ipsius recubueritis malitiam per assensum, iam non- 
nisi forsan euidenter inanes excusationes habere poteritis in pec- 
cato. Quoniam et si alicuius metus inditium uobis timore trepi- 
dantibiis, ubi timor non erat, in preterito aliquid excusationis 
attu[f. 63]lit, adeo illud presens uoluntas excludit, quod et si qua 
precessisset, coactio affectata utique uideretur. Keuertemini itaque 
ad cor et conuersi a uia uestra mala. Sera licet penitentia '') de 
iniuria satisfacite matutina, sie uos in deuotione nostra et fidelitate 



Reg. lautet der Schluss : quod angustias et labores, quos liactenus pro fidelitate 
regia pertulistis, Domino permittente, possitis laudabili perseuerantia coronare 
ac prefatus rex, qui suorum fidelium in proximo potens erit, ad consilium no- 
strum digne remunerare labores, tanto retributioni uestre fidelitatis intendat, 
quanto sibi uiderit eam bonitate uestra nostraque soUicitudine conseruatam, 
qui tarn per nos quam per ipsum deuotioni uestre cougrua premiorum intendi- 
mus uicissitudiiie rcspondeie. Dat. Ferentini. '') uolunptario. 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 71 

regia fideliter et iitiliter exercentes, ut trahendo post uos alios per 
exempliim facti resurgendi materia, quibus casus occasio extitistis, 
penam redimatis in uobis et gratiam in aliis comparetis. Quod si 
fortassis indurata facie ac nimis erecta ceruice in pertinacia pei- 
stiteritis assueta, coactionis tempora expeetantes, excludet coactio 
meritum et contumacia penam augebit nee manus misericordie porri- 
getur iacentibus in profundo, et quibus nunc ianua gratis aperitur 
ad gratiam pulsantibus, tunc claudetur, ut, si oblatam misericor- 
diter renuitis in presenti, iusto iudicio nequeatis in posterum exactam 
cum instantia optineie. Concurrite igitur, dum tempus habetis ^) 
ad ueniam, quia, si penam non curabatis penitentia preuenire, punget 
afflictio, quos benignitas non compungit ac minus calumpnie pote- 
ritis penis obicere, quos monitio non sine comminatione premunit. 
Nuntios autem karissimi in Christo filii Fr. illustris regis Sicilie 
et Romanorum in imperatorem electi ad uos non sine benignitate 
transmissos suscipite reuerenter et ostendatis in missis affectum, 
quem geritis in mittentem. 

Dat. Lat. VIII. idus aprilis pontificatus anno XVI. 

') cf. Job 24, 17. ") cf. Joh. 11, 10 und Rqm. 11, 11. ==) Rom. 13, 11. 
4) Vgl. Innocentii III. Reg. lib. XV ep. 235. ") Vgl. ebenda lib. X ep. 141. 

XXI. 

Gregor I. an Kaiser Mauritius. {595 Juni). 

/. 990. J-E. 1359 [Mon. Germ. Epp. I p. 317). , , -. 

[f. 63] Gregorius. Mauricio «) augusto. In serenissimis iussio- 
nibus — non offendam. . . 

XXII. 

Gregor I. ilber die Pflichten der Geistlichen. 

Ed. Florilegium Casin. p. 20 ex cod. Casin. LXXI. 

[f. 64] Idem. In diuinis eloquiis — euidenter deridendi lo- 
cum etc. 

«) Maurino. 



72 



XXIII. 

Gregor I. an Venantius Patricius von Palermo. 

{602 November'). 

J. 1500. J-E. 1878 {Mon. Germ. Epp. II p. 381). 

[f. 64'J Idem. Venantio patricio Panormi. Excellentie uestre 
electionem — in fliietibus compellamus [p. 382 L 8). 

XXIV. 

Gregor 1. an die Bischöfe von Gallien. 

{595 August 12). 

J. 1005. J-E. 1375 {Mon. Germ. Epp. II p. 371). 

[f. G4'] Idem. Uniuersis episcopis Galliarum. Ad hoc diuine 
dispensationis — uices nostras tribiiere quatenus etc. {p. 372 l. 3). 
Hortamur preterea (;;. 373 1. 1) — pena pro munere etc. {p. 373 1. 4). 

XXV. 

Gregor I. an den Bischof {Dominicus) von Carthago. 

{598 Juli). 

J. 1152. J-E. 1520 {Mon. Germ. Epp. II p. 32). 

[f. 65] Idem. Cartaginensi episcopo. Scripta sanctitatis ue- 
stre — possit quod corrigat {p. 33 l. 7). 

XXVI. 

Gregor I. an Brunhilde Königin der Franken. {599 Juli). 
J. 1266. J-E. 1743 {Mon. Germ. Epp. II p. 198). 

[f. 65] Gregorius. Brunigilde regine Francorum. Postquam 
excellentie uestre — esse quod emitur? {p. 199 l. 5). Quia igitur 
{p. 199 l. 10) — paterno affectu petimus etc. (;;. 199 l. 11). 



DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 73 



XXVII. 

Gregor I. an Theuderich und Theudebert Kömge der Fran- 
ken. {599 Juli). 

J. 1267. J-E. 1744 {Mon. Germ. Epp. II p. 201). 

[f. 65'] Idem. Theodorico et Theodoberto regibus Francoruin. 
Cum in regno uestro inter cetera ") — corrigere negligit emen- 
dare etc. {p. 202 l. 30). 

XXVIII. 

Gregor I. an die Bischöfe von Gallien. {599 Juli). 
J. 1263. J-E. 1747 {Mon. Germ. Epp. II y. 205). 

[f. ^Q'\ Idem. Episcopis Galliarum. Capud nostrum quod — 
periculi res salutis {p. 208 l. 28). 

XXIX. 

Gregor I. an den Bischof Johannes von Consiaatinopel. 

{595 Juni 1). 

J. 970. J-E. 1357 {Mon. Germ. Epp. I p. 338). 

[f. 67] Idem. lohanni episcopo Constantinopolitano. Eo tem- 
pore quo — tanto celerius exuanescit {p. 342 l. 26). 

XXX. 

Wilhelms I. Konkordat mit Badrian IV. 

Benevent 1156 Juni. 

Baronius Ann. ad a. 1156 c. III et IV ex coli. Platinae 
vol. I f. 2 et ex cod. hihi. s. Petri. — Mon. Germ. Constit. I 

'') So der Codex. Das Registrum bietet das Incipit Cum regni uestri 
nomen. 



74 P. KEHR 

p. 588 n. 413 aus dem Original im Vatikanischen Archiv 
{Arm. XIV c. VIII n. 49). 

[f. 68] In Domine Dei eterni — feliciter amen. 

XXXI. 

Hadrians 1 V. Privileg für Wilhelm I. 

{Benevent 1156 Juni). 

Baronius Ann. ad a. 1156 c. VIII ex cod. bas. s. Petri. — 
Mon. Germ. Constit. I p. 590 n. 414 aus Baronius. — /. 6941. 
J-L. 10193. 

[f. 69] Adrianus episcopus — Dat. eadem qiie et in superiori. 

XXXII. 

Innocenz' II. Privileg für Roger IL 

Mlgnano 1139 Juli 27. 

Baronius ad a. 1139 c. XII ex cod. bas. s. Petri in Vati- 
cano. — /. 5734. J-L. 8043. 

[f. 69] Innocentius episcopus — sententia percellatiir. Amen. 
Ego Innocentius catholice ecclesie episcopus. 
Ego Albericus Hostieusis episcopus etc. 
Data in territorio Manianensi per manum Aymerici sancte Ro- 
mane ecclesie dyaconi cardinalis et cancellarii, VI. cal. aug., in- 
dictione II, incarnationis dominice anno M°. C°. XXXVIIP, pon- 
tificatus uero domni Innocentii pape II anno X". 

XXXIII. 

Friedrichs IL Privileg für Innocenz III. 

{Messina 1212 Februar). 

Mon. Germ. Constit. II p. 542 n. 412 aus den Transsumpten 
von Lyon und Cluny ( Vat. Arch. Arm. I c. X n. 4 und cod. 
Paris. 8990). — BF. 652. 

[f. 70] Keuerentissimo patri et karissimo — magestatis im- 
pressa precepimus communiri. 



DAS BRIEFBL'CH DES THOMAS VON GAETA. 75 



XXXIV. 

Friedrichs IL Privileg für Innocens 11 1. in Betreff der Bi- 
schofswahlen. {Messina 1212 Februar). 

' Mon. Germ. Constit. II jh 544 n. 413 aus dem Original im 
Vat. Archiv (Arm. XIV c. IX n. 4). — BF. 653. 

[f. 70]] Reuerentissimo patri et karissimo — Ad huius au- 
tem etc. 



XXXV. 

Friedriche IL Treueid für Imiocens III. und die römische 
Kirche. {Messina 1212 Februar). 

Mon. Germ. Constit. II p. 542 n. 411 aus den Transsumpten 
von Lyon und Cluny { Vat. Arch. Arm. I c. X n. 2 und cod. 
Paris. 8990). — BF. 651. 

[f. 70'] Ego Fr. Dei gratia — sancta Dei euangelia. 



XXXVI. 

Constantins des Grossen Privileg für die römische Kirche. 

[f. 70'] In gestis beati Siluestri. Constantinus Imperator — 
et Gallicano quater etc. 

XXXVII. 

Ludwigs des Frommen Privileg für die römische Kirche. 

{817). 
BM. 622. 643. 

[f. 71'] In nomine Dei omnipotentis — firmum esse creda- 
tur etc. 



76 P. KEHR, DAS BRIEFBUCH DES THOMAS VON GAETA. 



XXXVIII. 

Friedrich IL verkündet die Geburt eines Sohnes. 

{1238 März 3). 
BF. 2317. 

[f. 72'] Expectationum iiestrarum iiotis — uiitutem. Dat. etc. 



XXXIX. 

Friedrichs IL Klageschrift an die Kardinäle über Gre- 
gor IX. {1239). 

BF. 2454. 

[f. 73] Fredericus Imperator etc. üniuersis prelatis etc. In 
exordio nascentis — inferet lütiones. 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT. 
ZUR GESCHICHTE VOLTERRAS IM MITTELALTER. 

(Te[l I) 

VON 

FEDOR SCHNEIDER. 



Vor kurzem habe ich den Versuch gemacht '), den bis auf 
unsere Tage übel beleumundeten Geldhandel des 13. Jahrhunderts 
gerechter zu beurteilen. Freilich beklagen Kenner dieser Dinge 
wie Gottlob *) mit beweglichen Worten den Abgrund des Elends, 
in dem so viele reiche Kirchen rettungslos untergingen, und spre- 
chen die hohen Prälaten von jeder Schuld frei, als verstünde sich 
das von selbst; die « unbarmherzigen« Wucherer, der Papst, die 
Servitientaxe werden dafür verantwortlich gemacht. Ich hob schon 
daneben eine andere Ursache hervor, das unwirtschaftliche, kriege- 
rische, glänzende Auftreten von unkirchlichen Geistlichen wie Bar- 
barossas Feldherr Christian, Erzbischof von Mainz ^). So wenig ich 
leugne, dass die Servitientaxe bisweilen zu hoch war und dann die 
Stifter zu Schulden zwang, so sehr lehne ich jede Verallgemeine- 
rung ab, da die Servitien nur eine von vielleicht vielen Ursachen der 
Verschuldung gewesen sind und für das 13. Jahrhundert überhaupt 
selten in Betracht kommen, da damals die wenigsten Bistümer") 

') Das kirchliche Zinsverbot und die kuriale Praxis im 13. Jahrhundert 
(in u Festgabe, Heinrich Finke gewidmet », S. 129-167), bes. S.146. 152 n. 2. 

») Adolf Gottlob, Servitientaxe im 13. Jahrhundert, S. 138 ff. Derselbe, 
Kuriale Prälatenanleihen (Vierteljahrschrift für Social- u. Wirtschaftsgeschichte 
I, 345-371). 

') Zinsverbot S. 146. 

*) Viele Taxen waren noch um die Mitte des 14. Jahrhunderts nicht fest- 
gestellt. Ich verdanke über diesen Punkt meinem Kollegen Göller manche Be- 
lehrung, dessen Untersuchungen über den Liber taxarum der päpstlichen Kam- 
mer in diesem Heft zu vergleichen sind. Volterra exemt: Leoncini S. 235 
n. 3. Tangl, Kanzleiordn, S. 6. Fahre, Liber censuum p. 243. 



78 FEDOR SCHNEIDER 

taxiert waren oder der Taxe unterlagen. Im folgenden soll ein Bei- 
spiel gegeben werden, das an sich von rein lokalgeschichtlichem 
Werte, doch für Beginn und Wachsen der Schulden, vielleicht auch 
für das Ende mit Schrecken typisch ist. Von Servitien ist, da die 
Hauptschulden schon um das Jahr 1200 fallen, keine Rede, von Zah- 
lungen an die Kurie ganz nebenbei. Wenn ich hier und da in Ein- 
zelheiten ohne allgemeine Bedeutung gerate, so bitte ich mir dabei 
zu gute zu halten, dass auf dem behandelten Gebiete bisher alle 
Grundlagen fehlten ') und durch Archivstudien zu schaffen waren. 



§ 1. Grundlagen der Volte rraner Wirtschaft. 

Unser Weg geht nach Volterra. Wie in den Zeiten der Etrusker, 
zu deren ersten Städten Felathri zählte, wie in Strabos Tagen, der 
die Lage auf dem ragenden, überall sichtbaren, allseits jähen, oben 
abgeplatteten Hügel, mitten im tiefen Tale, so herrlich klar be- 
schreibt ^), ebenso liegt die Stadt noch heute vor uns, wenn wir 



•) Soweit nicht Robert Davidsohn in seiner Geschichte von Florenz 
auch diese seinem Thema fernliegenden Dinge klar erkannt und dargestellt 
hat; vgl. seine Forschungen zur Geschichte von Florenz (3 Bde), in denen 
eine staunenswerte Fülle von Material nutzbar gemacht ist. Ueber Territorial- 
geschichte die beherzigenswerten Gedanken K. Breysigs, Tilles Geschichtsbl. I, 
1 if. (1900). Ich will die überall benützten Werke zur Uebersicht zusammen- 
stellen: L. M Hartmann, Geschichte Italiens im Mittelalter (2 Bde). Derselbe, 
Zur Wirtschaftsgesch. Italiens im frühen Mittelalter. iE. Repetti, Dizionario 
geogr. fis. stör, della Toscana (6 Bde). Giovanelli, Cronistoria deirantichitä di 
Volterra. Cecina-Dal Borge, Notizie storiche della cittä di Volterra. Giachi, 
Saggio di ricerche sopra Volterra, Ammirato, Vescovi di Fiesole, Volterra, 
Arezzo. Leoncini, Cattedrale di Volterra. Malavolti, Historia de' fatti e guerre 
de' Sanesi. Tommasi, Dell' historie di Siena (2 Bände). Coppi, Annali, nie- 
morie ed uomini illustri di San Gimignano. Pecori, Storia di S. Gimignano. 
Für die Pisaner Verhältnisse vgl. Langer, Politische Geschichte Genuas und 
Pisas. Die systematische Archivdurchforschung unseres Instituts, an der ich 
mitzuwirken die Ehre habe, lieferte das archivalische Material ; für freundliche 
Unterstützung habe ich Herrn Kanzler und Canonico G. Mariani und Herrn 
Cav. EzioSolaini in Volterra, Herrn Comm. A. Lisini in Siena zu danken. 

=) Strabo V 2, 6. Cf. Plinius n. h. X 29, 78. Nissen, Italische Landes- 
kunde II 1, 300 ff., cf. I 493 ff. (bes. 495) über die Etrusker und die Reste 
ihrer Kultur. 



BISTUM UND GKLDWIRTSCHAFT 79 

durch die monotone, silbergraue Oede näher kommen, die der Maler 
des Triumphs des Todes im Pisaner Camposanto noch frisch im Ge- 
dächtnis hatte, Ambruogio Lorenzetti oder welcher Senese es war. 
Das Christentum fand frühen Eingang. Einsame Gemüter, durch 
das Beispiel der Anachoreten in der Thebais angereizt, derer um 
Antonius Abbas und Pachomius, blieben in dieser Totenstille, und 
nirgends ist der Kult jener heiligen Einsiedler früher und tiefer 
gewurzelt als in der Volterraner Maremma. Doch der Reichtum 
Volterras lag auf andern Gebieten als dem Acker '); bis ans Meer 
reichte sein Land schon im Altertum ; Populonia und Vada ^) waren 
seine Häfen, ehe Pisas wachsender Handel sie vernichtete ; heute 
liegen beide in Trümmern, und Populonia war schon zu Beginn 
des 5. Jahrhunderts verfallen. In diesem weiten Lande, später einer 
der grössten Diözesen, die Pisa und Siena fast bis vor die Tore 
reichte und nach mancherlei Gebietsverlusten heute die beiden 
Bistümer Volterra und Colle Val d'Elsa ^) umfasst, waren neben 
dem blühenden Exporthandel, dessen Erbe Pisa ward, von jeher 
Salz '^) und Mineralien die Quellen eines Wohlstandes, den wir 
wenigstens für das hohe Mittelalter wohl erkennen. 

Ehe die Salinen ^) in der Grafschaft der Aldobrandesca bei 

') Doch konnte die Landwirtschaft in naturalwiitschaftlichen Zeiten 
immerhin dem grossen Lande einige Bedeutung sichern. An den Rändern der 
Volterraner Steppe liegt genug fruchtbarer Boden, reiche Weide ist im bergi- 
gen Süden, wo noch 1239 die bischöflichen Herden grasten. Agrarverhältnisse 
im Altertum : Nissen a. a. 0.; noch 1258 führte Volterra Getreide nach Pisa 
aus, Cecina p. 56. Pflugk-Harttung Iter p. 550. Jedoch hat die zeitweise sehr 
hervorragende Stellung Volterras in der Uebergangszeit zur Geldwirtschaft 
durchaus nicht auf seinen Feldfrüchten beruht. 

^) Nissen I 493 S. 306, II 1, 300. Rutilius Namatianus I 453 ff. Cicero 
pro Quinct. 6, 24. Plinius III 5, 50. 

^) Abgezweigt 1592. 

*) Nissen I 107 ff. Rut. Nam. I 475-490. 

^) Sie liefern die wichtigsten Parallelen für die Verfassungsgeschichte 
der Salzproduktion, wichtig die Urkk. Siena, ASt., Rif. 1208 Nov. 14, 1204 
Nov. 30. Die dogana (doana) zu Grosseto und ihre Niederlage zu Siena sind 
vom Grafen Ildebrandin an eine Seneser Handelskompagnie (Mitglied auch der 
Stammvater des berühmten Hauses Buonsignori) verpachtet, Siena ist als 
Suzerain der Grafschaft Aldobrandesca beteiligt. Die Salinen gehören dem 
Grafen und Privatleuten ; zur Kontrolle der Salzsteuer wird die ganze Pro- 
duktion in die dogana, das Depot, geliefert. Dieser durchaus gebundene Handel 



80 FEDOR SCHNEIDER 

Massa und Grosseto aufkamen, was erst Ende des 12. Jahrhun- 
derts geschehen sein kann und wohl eine handelspolitische Gegen- 
raassregel der Seneser Nachbarn war, ist Volterra der Mittelpunkt 
des toskanischen Salzhandels. Wir haben eine Beschreibung der 
Salinen in dem « Carmen de reditu suo » des Rutilius Claudius 
Namatianus '), der im Jahre 416 aus Furcht vor den plündernden 
Westgoten auf dem Seewege von Rom nach Südfrankreich reiste; 
ein gütiges Geschick hat uns gerade den auf Toscana bezüglichen 
Teil gerettet. Ich muss mir versagen nachzuerzählen, wie er ao 
Populonia, dessen Kastell auf dem Hügel am Meer in Trümmern 
liegt, Capraia, wo er, der Heide und Philosoph, mit Abscheu 
Scharen schmutziger Mönche sieht, und später Gorgona vorbeifährt, 
wo ein junger Freund von ihm als « leichtgläubiger Verbannter » , 
als christlicher Einsiedler lebt; in Vada hält er sich wegen des 
Winterregens bei seinem Freunde Decius Albinus Caeciua aus alt- 
etruskischem, heidnischem Geschlechte auf, dessen Namen noch 
heute sein malerischer Stammsitz Cecina nahe der Mündung des 
gleichnamigen Flusses bewahrt. In der Nähe besucht er die Sa- 
linen, deren Salzkruste er dem Eise der Donau vergleicht, das ge- 
fahrlos Lastwagen überschreiten 2). Vada noch lange im besitze 
der Salzproduktion, die 754 teilweise Privateigentum war ^), ging 
vor 966 ^) an Pisa über; die Salimen versumpften, im 13. Jahr- 



wird auf ein deutschrechtliches Regal zurückgehen; cf. Schröder, Deutsche 
Rechtgeschichte S. 196. 538 ff. der m. E. gegen die Ansicht Inama-Sterneggs, 
Wirtschafasgeschichte I 426 f. II. 339 ff., die Salinen seien uraltes Privat- 
eigen, recht hat. Aus L. M. Hartmann, Gesch. It. II 103, der byzantinische 
Finanzminister habe die Oberaufsicht über den Salzhandel Venetiens gehabt, 
wird man kaum römischrechtlichen Ursprung folgern. Wichtigkeit des Salzes 
in Oberitalien: Hartmann, Zur Wg. It. S. 43. 78. 75 ff. 

') Ed. Luc. Müller, Comment. Zumpt. 1840 (dort auch Landkarte). Teuffel- 
Schwahe, Geschichte der römischen Litteratur^ § 454. 

*) Populonia mit dem zerstörten Kastell :I 401-412. Capraia: 439-450_ 
Volterra-Vada: 453 ff. Salinen 475 ff. Gorgona (credulus exul) 515 ff. Ein Cae- 
cina z. B. CIL. XI 1, 325. 

') Des Langobarden Walfred aus dem Hause der späteren Grafen Ghe- 
rardesca, des Gründers der Abtei Monteverdi bei Chiusdino. 780 werden an- 
dere Salinen und zugleich das Patronat der sicher frühchristlichen Kirche 
S. Johannis et Panli als Privatbesitz von Langobarden genannt. 

•) DOI 334 MG Dipl. I p. 448 für Bischof Petrus von Volterra, 966 
Dez. 2, Ottenthal n. 438, Vado Castro in comitatu Pisense. 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 81 

hundert schon war der Ort ungesund und ist heute nur ein Not- 
hafen 0. Anders die vielen Salzquellen im Binnenlande; im Jahre 972 
werden sie, und zwar wohl die bedeutendsten beim heutigen Sa- 
line, als fiskalisch erwähnt. Die einzelne Quelle oder Salzpfanne, 
wenn auch in Privatbesitz ^), musste eine Abgabe entrichten ; seit 
die Volterraner Bischöfe Grafenrechte hatten, erhoben sie die 
Steuer % 

Neben dem Salz sind die Silber- und Kupferminen ") 
bei Montieri in den bis 1000 m. hohen Bergen der Volterraner 
Maremma die Grundlage des Wohlstandes unserer Stadt gewesen. 
Da sie uns im folgenden beschäftigen werden, gebe ich erst einen 
üeberblick über ihre Geschichte. Man hat den Namen von ' mons 
aeris " abgeleitet, doch werden im Mittelalter nur Silberminen ge- 
nannt ^). Wie alt dort der Bergbau ist, steht nicht fest ; doch sei 
an die zahlreiclien etruskischen Münzen erinnert; dass wir gerade 
von den Volterranern mit der Legende « Felathri » die vollständige 
Serie besitzen, ist wohl kein Zufall. Später waren die Gruben Regal; 



«) DHU 425 MG Dipl. III 539 (1020) werden dem Kloster S. Salvatore di 
Sesto gehörige Salinen prope Vada in comitatu Pisano erwähnt, daneben salinas 
domnicatas in Cecina in comitatu Volutarense. Seit dem 10. Jh. liegen weit- 
aus die meisten Salinen auf Volterraner Gebiet. Auch DHU 292 (1014.. .), 
Fasiano in com. Pis. für die Volterraner Kanoniker, berührt solche; Molazano 
ist kaum, wie im Register, im Grevetal bei Florenz zu suchen, eben weil dort 
keine Salinen. 

^) Ob wohl immer direkt (domnicatas in vor. Anm.) und nicht abgelei- 
tet? Die «raoia regi prope fluvio Cecina» (moia = Salzpfanne) 972 Okt. 23, 
Orig. Volterra A. Vesc. s. X dec. VI n. 5, ed. Murat. Ant. It. I 663 ff., Leon- 
cini S. 244 n. 2, Repetti V 804. 

ä) Salzproduktion und Salzhandel wird selten beachtet (doch vgl. Victor 
Hehn, Das Salz, e. kulturhist. Studie), würde aber eine Monographie lohnen; 
daher bin ich etwas ausführlicher gewesen. 

■*) Ueber das toskanische Erzgebirge Nissen II 1, 297 ff., bes S. 299 (Silber). 

") Freilich nur Kupfermünzen, dagegen silbefne aus Volterras Kolonie 
Populonia erhalten, Nissen II 1, 300 ff. cf. ib. 73. Im Mittelalter giebt es 
keine Kupfermünzen, Luschin v. Ebengreuth, Münzkunde u. Geldgesch. (in 
Below-Meineckes Handbuch) S. 34. «Mons aeris« Repetti III 573 ff. Im 12. 
Jahrh. überwiegt Muntieli, Montieli, Monteli, um 1200 Montieli sive Monte- 
rium; die letzte Form, wohl gelehrte Bildung der Zeit, verdrängt die andern. 
Flucht der Bergwerksbevölkerung im 5. Jahrb.: Hartmann Gesch. It. I 31. 



82 FEDOR SCHNEIDER 

die Langobarden brachten wohl diese Auffassung mit ^). Markgraf 
Adalbert schenkte sie 896 dem Bischof Alboiu von Volterra -) ; 
seitdem sind die Bergwerke Volterraner Bischofsgut, während Siena 
bald ebenfalls Rechte darauf erwarb. Als Bischof Ildebrand Pannoc- 
chieschi am 28. August 1186 ^) von Heinrich VI. ihre Bestätigung 
erhielt, mussie er sich, gemäss den neuen Anschauungen der Staufer 
über die Regalien, zu einer Abgabe von 30 Mark Silber im Jahre ver- 
stehen. Der mächtige und bei Hofe angesehene Kirchenfürst erwarb 
am 16. August 1189 *) das Münzrecht dazu, und die Münze, deren 
Gepräge wir aus dem 13. Jahrh. kennen, war im festen Schloss 
Berignone, dessen Trümmer im Waldgebirge Montenero liegen. So 
reich war der Bischof, dass er dem Reichslegaten Heinrich Haupt 
das Jahr darauf 1000 Mark Silber leihen konnte ^). 



') Im allg. s. 0. S. 79 n. 5. Dazu Hartmann, Gesch. It. I 111. 131 (zur 
Gothenzcit noch kein Bergregal). Während von den drei toskanischen Silber- 
gruben die von Batignano und Cugnano bei Eoselle-Populonia, vielleicht den 
Etruskern bekannt, im Mittelalter den Aldobrandesca und später Siena gehörig, 
längst erschöpft sind und die bei Pietrasanta in den apuanischen Alpen, einst 
den Markgrafen Malaspini gehörig, später teilweise den Bischöfen von Luni, 
bis 1592 ausgebeutet wurden, sind die von Montieri für das hohe Mittelalter 
unstreitig die wichtigsten, wie die Zahl der Dokumente und der ewige Streit 
um sie zeigen. Für Topographie und Statistik cf. Repetti I 129 ff. III 573 ff. 
Targioni, Reisen durch Toscana (übers, von Jagemann) I 290. 298. II 184. 259 f. 
Davidsohn Fursch. II Reg. n. 8. Montieri, dessen Gruben längst ausser Betrieb 
sind, hat ebenso wie Vada Aussicht auf neuen Aufschwung. 

2) Dümmler Ostfr. III 426 f. Davidsohn Gesch. I 94. Schenkung bei 
Targioni IV 48 (Uebers. I 256), Urk. verloren, vgl. auch Giachi II 111 ff. 
Repetti I 129. IV 574. V 803. Eine von ihm IV 574 angeführte Bestätigung 
K. Hugos 939 existiert nicht, er verwechselt sie mit der von 929 Aug. 30, 
Or. Volt. A. Vesc. (cf. Leoncini S. 242 n. 26), in der H. an Bischof Adalard von 
Volterra Monte della Torre bei S. Gimignano schenkt. Ich sehe keinen Grund, 
'l'argionis genauen Angaben zu misstrauen. Es war in den Tagen, wo Arnolf 
nach Deutschland zurückgeeilt war, der ihm feindliche Markgraf das Haupt 
erhob und die schwachen Gegenkönige Berengar I. und Lambert fern in Ober- 
italien waren. Vielleicht war Adalbert von Lambert, zu dem er damals hielt, 
dazu bevollmächtigt, wie der Kaiser auch den Bischof von Florenz durch 
Reichsgut gewann; vielleicht bereitete er schon den Aufstand vor, der zwei 
Jahre später kläglich scheiterte. 

') St. 4584. 

*) St. 4646. 

*) Rena-Camici, Serie de' Duchi di Toscana V c, 26. Giachi S. 464 sq. 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 83 



§ 2. Allgemeine Entwicklung Volter ras. 

Um die Bedeutung, zu der das Bistum damals gelangte, zu 
verstehen, müssen wir der Uebersicht über die wirtschaftlichen 
Hilfsmittel einige Bemerkungen über die soziale und staatsrecht- 
liche Entwicklung hinzufügen. Im Augenblicke, da im Westen das 
Römerreich unterging, war Volterra wohl die erste Stadt Tosca- 
nas, wenn auch Florenz Mittelpunkt der Verwaltung war. Die 
Gothen haben kaum Spuren ihrer Herrschaft hinterlassen ') ; die 
Byzantiner geringe ^). Dagegen war das Etruskervolk ganz sicher 
nicht spurlos verschwunden, und wenn die heute entmutigte Etrus- 
kologie einst wieder ihr Haupt erhebt, kann sie an dem Lande 
nicht vorbeigehen, wo noch so lange altetruskische Familien wie 
die Caecina auf ihrem uralten Erbe die alten Götter ehrten ■^). Der 
Langobardeneinfall '') hat aber sicher den Einschnitt in die Ent- 
wicklung gebildet, der das Jahr 476, das als Haupt- und Staatsak- 
tion in den Handbüchern eine gewaltige Rolle spielt, durchaus nicht 
war. Lucca war Hauptstadt Toscanas unter den Langobarden, wie 



Larai, Mon. eccl. Florent. I 343. Ueber die Bischofsmünze Giachi cap. 4 : 
Della zecca de' Vescovi di Volterra. Dort auch die kleineren Münzstätten. Zu 
Anfang des 13. Jahrh. muss die in Volterra selbst noch wichtig gewesen sein. 

') Da Gelasius I. (J-K. 735, a. 496) den Bischof Helpidius von Volterra 
wegen seines Verkehrs am Hofe Theoderichs zu Ravenna tadelt, muss Vol- 
terra früh in Beziehungen zu den Gothen gestanden haben; erst sehr spät, 
552, wurde es den Oströmern überliefert, Agathias I 11. Hartmann Gesch. 
It. I 339. Toscana dicht von Gothen bevölkert und Lucca ihr Stützpunkt : 
Hartmann I 96. 339. Davidsohn Gesch. I 14. 53. 

«) Eine längst verschollene Kirche S. Vitale wird im 10. Jahrh. ge- 
nannt. 

») Nissen I 493 ff. (s. o.). Heilige wie Justus, Clemens und Acatinea 
in Volterra, Romulus in Fiesole in altetruskischen Aschencisten ; in der der 
h. Acatinea, den der grosse Kunstforscher Corrado Ricci zuerst erkannte, hat 
man das Bild der liegenden Figur eingemeisselt, auch ihre Grabinschrift 
in Volterra, Museo Guarnacci. Warum sollten die Cisten zufällig gefunden, 
sein? Ueber den h. Justus plant der Bischof von Volterra, Monsignor Gius 
Gelli, eine Monographie, wie mir mein verehrter Freund und Gönner, der 
Kanzler Gius. Mariani, erzählte. 

*) Cf. Hartmann II passim, I 53 f. 



S4 FEDÜR SCHNEIDER 

schon unter den Gothen, und von da strömten in die wehrlosen Lati- 
fundien des ager Volaterranus jene wilden, mit slawischen und mon- 
o-olischen Horden durchsetzten Heerhaufen ein. Der Grund ist klar: 
südlich der natürlichen Grenze des Monte Amiata war römisch-by- 
zantinisches Gebiet, die vielen Burgen und Türme in den Bergen der 
Volterraner Maremma sind die Grenzfestungen, die ausnahmsweise 
zahlreichen Langobarden in dieser Gegend die Grenztruppen ihres 
Reiches. Es ist nicht ausgemacht, ob Florenz schon unter den Lango- 
barden der Sitz eines dux war ^) ; wenn in Volterra nur ein Gastalde 
sclialtete, so ist das bedeutungslos, da dem nordischen Volke lange 
jedes Verständnis für städtische Kultur abging ^). Die Bischofsreihe 
wurde w^ohl wie in Arezzo nicht unterbrochen, wenn auch die 
üeberlieferung eine Lücke von etwa 80 Jahren hat ; 649 war der 
Bischof Geminian auf dem Lateraukonzil gegen die Monotheleten ') 
anwesend. Auf dem Lande herrschte durchaus langobardisches 
Wesen vor, viel stärker als in Siena oder Pisa, in steter Verbin- 
dung mit Lucca, ähnlich wie in dem Berglande von Sovana und 
Roselle; auch hier heissen die Schlossherrn einfach « Langobardi " 
oder, wie in Toscana üblich, « Lambardi » ^). Dass das Bistum 
um 820 in langobardische Hände kam, ist erklärlich; auf dem 
Lande waren die besitzenden Klassen der Romanen ausgerottet und 

') Pabst, Geschichte des langobardischen Herzogtums, FDG. II 483. 
Davidsohn Gesch. I 61. Bezeugt — und zwar schlecht — ist er nur für 
Karolingerzeit (784-791). Ich glaube, Karl d. Gr. wollte das langobardische 
Lucca schwächen, wenn er das Herzogtum teilte und die Hauptstadt Florenz 
an ihre alte Stelle setzte. 

-) Der Gastalde Alchis hat um 690 unter Cunincberht (Hartmann II 
266 ff.) die Kirche der h. Justus und Clemens, die am Anfange des 6. Jahrh. 
in Volterra wirkten, erbaut. 

3) Hartmann II 268. Leoncini Ö, 236. Interessant, dass Geminian wie alle 
Vorgänger und Nachfolger bis 820 (wenn man den irrtümlich eingereihten 
Guido I. und Petrus II., der durch Verwechslung Leoncinis und seiner Vor- 
gänger entstanden ist, streicht) römische Namen haben ; also war die römisch- 
etruskische Stadtbevölkerung weder ausgestorben noch unterdrückt. 821 Okt. 27 
(Privileg Ludwigs d. Fr., Mühlb.2 n. 745) erscheint in Grippo der erste Lan- 
gobarde auf der cathedra des h. Justus ; es folgen die Alpart und Gaugin, 
Alboin, Adalard u. s. w. Also vermochten (auch aus den dürftigen, von Leon- 
cini S. 320 K erst seit 900 gedruckten Chorherrnlisten ersichtlich) die Lango- 
barden Bistum und Kapitel erst nach dem Sturze ihres Reiches zu erobern. 

*) Davidsohn Gesch. I 305. Zahlreiche Beispiele in Volterraner Urkk. 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 85 

durch den herrschenden Stamm ersetzt worden. In der Stadt hielt 
sich das alte Volk länger ; als um die Zeit der Translation des heil. 
Octavian, vor 850, das Kapitel, wohl unter fränkischem Einüuss, 
zn Bedeutung und eigenem Besitz gelangte, wurde es für die Lan- 
gobarden verlockend, Kanoniker zu werden. Bald gelang es einigen, 
und so war der erste Schritt zum Gewinn der cathedra episcopalis 
getan. Die Chorherrn waren reiche, zum Teil weltliche ') Herren 
der Umgegend, nur ein kleiner Teil lebte in der Stadt, unter 
Heinrich II. ') waren es 72, sonst auch mehr als 80. Die Eeform 
brachten die Kreise Gregors VII. sehr spät (1070) '); bis dahin 
verfügen die Bischöfe oft über das Gut des Kapitels. Seit unter 
Heinrich III. der Bischof auf eine Beschwerde über Bedrückunc^ 
durch den Grafen fiir sich, die Geistlichkeit und die Leute seiner 
Grundherrschaft eigne Gerichtsbarkeit erhält, hat er in der Stadt 
selbst die Herrschaft, wenn auch nach dem klaren Wortlaut der 
Urkunde undenkbar ist, dass er volle Grafenrechte besass ^). Frei- 
lich wissen wir nicht, ob Volterra, wie Lucca und Florenz, den 
Markgrafen persönlich unterstand =), oder ob Grafen, die freilich 
in den placita der Mathilde nicht genannt werden, etwa die Ghe- 
rardesca, die Verwaltung führten. Im Frühjahr 1164^) wird erst 

') Priesterehe in Volterra: Grasolfus presbiter et canonicus 945-974 
(nicht 983, wie Leoncini S. 334 irrtünüich), an seiner klobigen Schrift kenntlich 
(in Arezzo viel später ein Grausulf). Teopertus qui Tetio vocatur f. b. m. 
Grasolfi, 983, Or. Volt. A. Cap. n. 33; Grasolfus f. b. m. Grasolfi, auch in 
Lucca begütert, 1015, Or. Volt. A. Vesc. Teupert später, seit 990 bis 1039, 
canonicus. 980 (A. Mun.) Fluritio filio Veneri canonicus. Aus Massa (Siena 
ASt.) noch 1226 zahlreiche Beispiele wie Ventura Pieri clerici, Micheli pres- 
biteri, Pierus Buonafemine etc. Volterra: 949 Petrus diac. f. Rantilde. 979 
2 Priester u. ein Laie filii Imaltrude qui Bertiida vocatur. 983 Martino f. b. 
m. Matilde. 

=) DHU 292, 1014 

=) Mansi Suppl. I (Lucca 1748) p. 1371. Muratori Ant. V, 215. Leon- 
cini S. 248. 

*) St. 2427. Muratori Ant. III 641. Wer den Text unbefangen liest, wird 
mir Recht geben; vgl. Ficker, Forschungen I 254. Davidsohn Gesch. I 199. 
Die bezeugte Erhebung des fodrum in der Stadt wird damit zusammenhän- 
gen. Aeltere Grafen 967 Juni 2 (Placitum Otberts in Anwesenheit Ottos I): 
Rodulfus Volot. comes. 1003 Tedice (Cecina p. 14, ein Gherardesca). 

^) So z. B. Davidsohn a. a. 0. 

'') 1164 Mai 2 (Rainaldus) dedit Gualdanura Teutonicum et comitem 



86 KEDOR SCHNEIDER 

wieder ein Graf, und zwar ein deiitsclier, von Rainald von Dassel 
gesetzter, mit Namen Gualdan erwähnt. Im gleichen Jahre. Mai 
oder Juni 1164, wird dem Bischöfe von Volterra, dem grossen Po- 
litiker Galgan aus dem Hause der Grafen Pannocchieschi von 
Travale, die Grafschaft verliehen '), und es ist kein Zweifel, dass 
Barbarossa ihn damit für seinen Uebertritt belohnen und an sich 
ketten wollte ^). Sogleich gab er die unselbständige, traditionell von 
Pisa abhängige Haltung seiner Vorgänger auf und begann eine 
Politik in grossem Stile''); er, der Spross einer mächtigen Land- 
adelsfamilie, der Könige der Maremma, und, wie es scheint, von 
einem Hauch der modernen feinen Pisaner Kultur beseelt, strebte 
nacli der wirklichen Signorie im Volterraner Lande, nach der Ty- 
rannis ; dabei beurteilte er seine Bürgerschaft — und das war das 
Rückständige des Feudalismus, das war sein Lrtum - — nicht anders 
als die Bauern der Grafschaft seines Bruders. In Volterra regte 
sich, das einzige Mal in seiner hochkonservativen Geschichte, ein 
Funke zeitgenössischen Empfindens; Galgan verblutete auf den Stufen 
seiner Kathedrale, deren Bau die Pisaner Meister damals kaum 
vollendet hatten, und Alexander III. erteilte den Mördern des Stau- 
ferfreundes spezialen Dispens. Sein Nachfolger wurde später heilig 
gesprochen ; die Tendenzen Galgans beherrschten sein weltfremdes 
Gemüt wenig. Doch das war nur eine Episode. So mächtig waren 



Vulterranorum Rainerio Pisanorum consnli, ut iret cum eo per totum comita- 
tum Pisanum, Ann. Pis. MG SS XIX, 250. 

M St. 4018 a, 1164 Mai-Juni, cf. Davidsohn, Forsch. I 100. Gesch. 
I 485. 

^) Vorher hatte Galgan, ein letztes Mal im Gefolge Pisas, die Partei 
Alexanders III. genommen, Davidsohn Gesch. I 475. Leoncini S. 252. Eine An- 
näherung an den Kaiser sehe ich schon in dem Vertrage mit dem Aldobran- 
deschi, 1162 März 30 (Or. Volt. A. Vesc), nicht wie Davidsohn erst 1163 
August. Galgans Vater war jener Graf Eainer, der zuerst den Beinamen Pa- 
nocchia (Streitkolben) führte. Käufe der Bischöfe von den Pannocchieschi 
(1134. 1138 etc.) s. n.; 1161 Nov. 6 gehörte er noch der alexandrinischen 
Koalition (Pisa Florenz Volterra) an; 1162 Apr. 6 Friedrichs I. grosses Pri- 
vileg für Pisa, das den Keil in den Bund trieb ; die Konzession der Graf- 
schaft an Galgan kompensiert die schweren Schäden, die Volterra durch die 
Verleihungen an Pisa hatte. Vorher war man stets in Pisas Schlepptau ge- 
fahren, dessen Adel mit dem in Volterra regierenden eng verwandt war; 
der Gegner war Siena. 

") Ins rechte Licht gesetzt durch Davidsohn Gesch. I 512. 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 87 

die Pannocchieschi im KapiteL dass bei der Vakanz von 1185 
Galgans jüngerer Bruder Ildebrand erwählt wurde. Er war von 
ofleicher Art wie der erste seines Hauses auf dem Stuhle des h. 
Jnstus; Galgans Namen ehrte er durch die Gründung der berühmten 
Abtei San Galgano ') im Centrum seiner Hausmacht; noch heute 
ragt der wichtige Bau auf, majestätisch in seinen Trümmern, ein 
tempio rovinato, wie die Landleute sagen. In seiner Stadt war er 
Führer und Herrscher. Als die Botschaft vom Tode Heinrichs VI. 
kam, vergass er, der weltkluge Toscaner, was er den Staufern 
verdankte, und wechselte sofort seine Politik. Er trat in den Tus- 
kerbund ein"^), der einzige Bischof, der seine Stadt dort repräsen- 
tierte, und gehörte ihm bis zuletzt an. Freilich stand seine Herr- 
schaft nicht fest; der Landadel rebellierte, als er sich auf die 
Bürger und Florenz stützte, und auch mit dem Comune, das sich 
Uebergriffe erlaubte, kam er zu Zusammenstössen. Aeusserlich scheint 
er, als er im Dezember 1211 starb, seine Macht in ungeahnter 
Stärke seinem Nachfolger und Neffen Pagan oder Paganello vererbt 
zu haben. Ueberspannte dieser die Ansprüche, die sein erfahrener 
Oheim nur durch weise Mässigung aufrecht erhielt, oder mochte 



') Dass er neben dem Einsiedler, für den er sich kaum sehr erwärmt 
hat, an seinen Bruder dachte, ist klar; auch sein Nachfolger und Neffe be- 
dachte in drangvoller Zeit doch das Kloster. 1201 Okt. 8 gegründet. Janau- 
schek Or. Cist. I p. 205 n. 531 (Kop. der Schenkung Ildebrands von diesem 
Tage Volterra, Arch. munic). Ughelli I 1441. III 552. YII 247. Muratori 
Ant. VI 263. Repetti I 13. MGSS XVIII, 127. Lami I 350. Davidsohn I 712. 
Dass die Gründungeher als 1201 begonnen, zeigt das Privileg Heinrichs VI., 
1191 März 8, St. 4688 u. a. Cannestrelli, L'abbazia di S. Galgano, monografia 
storico-artistica. 

2) Wenn Winkelmann, Philipp und Otto I 339 recht hat, dass Ildebrand 
in der Herzogszeit Philipps dessen Vikar in Tuscien war, erscheint das in 
einem noch merkwürdigeren Lichte. Cf. auch Davidsohn Forsch. I 531 (sein 
Uebertritt), 127 (nahe Beziehungen zum Kaiserhause). Eine Differenz mit dem 
Herrscher, die ihm sogar vorübergehend — keineswegs dauernd, wie Schef- 
fer-Boichorst, Zur Geschichte des 12. u. 13. Jahrh. S. 218 will — das Münz- 
recht gekostet haben muss, könnte das psychologisch begründen (Davidsohn 
Gesch. I 602 f ), wenn das bei einem italienischen Realpolitiker vom Schlage 
Ildebrands nötig wäre. Garns berichtet seinen Tod zu ca. 1212, Leoncini 
datiert ihn richtig 1211 Dez. 12-21. Der Nachfolger ist, wie Innocenz III. 
1216 Feh. 8 deutlich sagt, ein Pannocchieschi, wie der Name Pagan oder 
Paganello zeigt, kein Ardenghesca (Gams und Eubel). 



FEDOR SCHNEIDER 



man dem Jüngern nicht gehorchen wie dem weltklugen Greise ') ; 
was auch der Grund war, sofort begann der Krieg mit der Bar- 
gerschaft, der seinen ganzen Episcopat hindurch tobte. Schon 1213 
droht Innocenz III., er werde das Bistum verlegen, wenn das Volk 
nicht aufhöre, des Bischofs Gut und Leben zu gefährden. Im 
einzelnen wird uns das unheilvolle Regiment des letzten Pannoc- 
chieschi noch beschäftigen ; wenn auch sein Haus in der Stadtver- 
waltung später hervortritt, das Uebergewicht war zu Ende. 



§ 3. Natural- und Geld w irt seh aft in Vol terra. 

Der Eintritt der naturalwirtschaftlichen Periode ist bei dem 
Mangel au Dokumenten vor dem 8. Jahrliundert ^) nicht genau zu 
bestimmen, fällt aber wohl vor die Langobardenzeit, Die Einkünfte 
des Bistums, wie jedes grösseren Eigentümers ■'), bestanden hier 
hauptsächlich aus den Abgaben der teilweise unfreien Libellare; 
jene Grosspächter, die in der Form der Emphj^teuse ganze Lati- 
fundien des Kirchengutes pachteten ^), waren zu mächtig, als dass 
man ihren Zins 'eintreiben konnte, und treten auch im Volterrani- 
sclien ganz zurück. In Eigenwirtschaft kann gerade hier, wie die 
topographischen Bedingungen zeigen, sehr wenig Land und zwar 
nur in unmittelbarer Nähe der Stadt, in jenen Tälern der Bäche 
gewesen sein, die in die etruskische Maueranlage einbezogen waren 
und damals frei wurden, als sich das mittelalterliche Volterra in 



•) Vielleicht wollte er die vom Kaiser privilegierte Podestäwahl durch- 
setzen, die Ildebrand, wie die Statuten von 1207 zeigen, zu üben unterlassen 
hatte : Leoncini S. 252 n. 3. Giachi S. 206. Cecina S. 24 ff. Davidsohn Gesch. I 512. 

^) Aus dem 8. Jahrh. nur 2 Urkk. (778 u. 780), auch aus dem 9. wenige. 
In der von 778 (Mai 20) wird als Abgabe an eine Kirche 1 Goldsolidus festge- 
setzt; das ist die älteste und einzige Spur der römischen Goldwährung (Soetbeer 
FDG I, 263 ff.). Schon im J. 834 gibt es keine Solidi mehr, der Preis von 
2 sül. wird in argento dinarios bonos entrichtet. 

') Vgl. jetzt den Aufsatz von L. M. Hartmann, Wirtschaft d. Klosters 
Bobbio, Zur WG. It. S. 42-73. In Volterra drang die Naturalwirtschaft nie 
so tief ein wie in dem viel durchgreifender barbarisierten und — vgl. Bobbio — 
entvölkerten Oberitalien. 

■*) Eine Form abgeleiteten Besitzes (cf. Hartmann Zur W. G. It. S. 7. 
9. 14), die im 12. Jahdi. im Volterranischen dem Lehen angeglichen wurde. 



BISTL'M UND GELDWIRTSCHAFT 89 

einen Winkel des alten flüchtete '). Die Entstehung des Bischofs- 
besitzes ist nirgends bekannt; manches scheint in vorlangobardische 
Zeit hinaufzureichen ^). Die Pachten sind ohne Ausnahme in kleinen 
Geldbeträgen ^) festgesetzt, im Durchschnitt zahlt das Pachtgut, die 
sors oder res massaritia*), 12 Denare; Abweichungen werden auf Par- 
zellen, verwüstete oder aber das Vollgut überschreitende, mit altem 
Herrenhof versehene Besitze zurückzuführen sein, wie es oft nach- 
weisbar ist. Städtische Grundstücke sind viel teurer. Zahltag ist all- 
gemein der 15. August, Mariae Himmelfahrt, da die Jungfrau seit 
dem 9. Jahrhundert den älteren Patron, Justus (5. Juni) ^), ver- 
drängt hatte und ihr Tag im August, wie die Urkunden schlichtweg 
sagen, damals wie heute als Hauptfest der Volterraner Kirche galt. 
Der Preis eines Gutes beträgt häufig 20 solidi (= 1 lib.) ; also bezog 
das Bistum den nicht hohen, aber für die schlechteren Umsatzver- 
hältnisse vollständig genügenden Zins von 5 Prozent ''). Aus der 

•) Doch wird viel mehr Bürgergut als Bischofsbesitz an den Abhängen 
des Poggio di Volterra erwähnt. Die wenigen Poderi der näheren Umgebung 
werden durch die Steppe viel zu sehr abgesondert, als dass an eine bedeutende 
bischöfliche Eigenwirtschaft in Volterra gedacht werden könnte; auch aus dem 
frühen Mittelalter haben wir ebensowenige Ortsnamen als jetzt in der nächsten 
Umgegend der Stadt. Uebrigens verzeichnet der Liber iurium episcopatus Vult. 
(Florenz, StA. Riform. III, 29; ich durfte ihn dort benützen, und eine mir 
gütigst zur Verfügung gestellte Kopie von Prof. Luigi Schiaparelli und seinein 
Assistenten Dott. Baldasseroni erleichterte die Arbeit, wofür ich auch an dieser 
Stelle bestens danke), der im 15. Jahrb. entstanden ist, noch genug verpach- 
teten Bischofsbesitz, so viel auch das Comune occupierte. 

") Cf. J-K. 740 (Bull. Rom. E. T. App. I 333) u.Leoncini S. 235. 393. 

=>) Diese spielen neben den in Volterra fast ganz fehlenden Naturalabgaben 
in Bobbio keine Rolle (Hartmann Zur WG. It. S. 58. 73; «durchschnittlich 
für die einzelne Familie nur 4 denarii n). 

^) Die alte Bezeichnung « massa « ist mir im Volterranischen nicht be- 
gegnet. Auch der plebanus einer dem Bistum gehörigen Landpfarre zahlte 
Pacht (meist auch 12 den., doch stand er wohl durch seine Nebeneinnahmen 
etwas besser als der Bauer). Seine Bestallungsurkunde ist ein Libell, in dessen 
Pflichtenklausel die geistlichen Funktionen, in dessen Rechte die Oflferten, 
Begräbnistaxen etc. eingeschaltet werden ; 12 den. = 1 sol., doch wird die Pacht 
nie in solidi angegeben. 

') Justus erscheint im Privileg Ludwigs d. Fr. (M. 745 [720]), 821 Okt. 27, 
zum letzten Mal als Titular des Doms, doch schon neben Maria. 

^) Heute kann man in Deutschland 4 "fo als Durchschnitt rechnen, wenn 
der Pächter die Staatsabgaben trägt (v. d. Goltz, Landwirtschaft § 28 in 
Schönberg, Handb. d pol. Oekonomie). 20 sol. = 1 libr., doch nie in librae 
angegeben. 



90 FEDOR SCH.NEIDER 

Normierung der Pacht in Geld darf man nicht schliessen, dass die 
Bauern wirklich ihre Produktion geldwirtschaftlich verwerteten ; sie 
werden, wie in Oberitalien '), ein paar Stück Vieh verkauft haben, 
wenn der Zahltag kam. Doch gab es auch — sonderbar, wie selten 
in Volterra — Naturalabgaben; noch 1219 wird eine solche neu 
festgesetzt, die das berühmte Hospital von Altopascio in Korn zu 
zahlen hatte, und am 5. April 1220 eine Hausmiete von 6 staria 
grani an den Bischof ausgemacht ^). Der Kaufpreis dieser kleinen 
Güter mochte in Geld aufzubringen sein, wie das seit dem Ende des 
10. Jahrh. mehrfach Zeugen bestätigen; doch wenn sich deren For- 
mel « pretio dante vidi » auf die runde Zahl « solidos mille " , übri- 
gens eine damals ungeheure Summe, bezieht, ist Barzahlung sehr un- 
wahrscheinlich, und man wird der Phrase nicht trauen dürfen. War 
doch in dieser Zeit die geringe Summe von einer Libra meist nicht 
bar aufzubringen. In diesem Falle sagte man, der Kaufpreis von an- 
genommener Höhe sei " in prefinito "^ bezahlt. Den höchsten Wert 
mochten Watfen haben, wenn auch unser Material nichts darüber 
enthält. Im Senesischen wird einmal ein Schwert, vielleicht aus 
Damascenerstahl, einem grossen Laudgute gleichgeschätzt; man 
glaubt sich an die Zauberklingen der Heldensage erinnert. Meist 
werden Schmuck- und Wertgegenstände genannt ■'). Die neue Geld- 

') Hartmann Zur W. G. It. S. 58. In Florenz (Davidsohn Forscli. I 1.58 f.) 
eine Anleihe von mehr als 10 Pf., und zwar 28 Pf., erst 1172 Apr. 21 ; vorher 
zahlreiche kleine, meist unter oder wenig über 1 Pf., ein gutes Spiegelbild 
der Naturalwirtschaft. An die in Deutschland (Inama I 463. Soetbeer FDG 
I 56, II 301 ff.; über das Geldwesen im allg. ebd. IV 854) bestehenden Preis- 
tarife ist weniger zu denken, da Bezahlung in Naturalwerten nur bei höheren 
Beträgen erwähnt wird (s. u.). 

«) Orig. Volterra A. Gap. n. 252. Doch 1263 Mai 31 (ib.) fordert Alto- 
pascio « restitui granum seu quod pro ipso reeeperunt canonici". 

■') Crosna (Gewand, Ducange s. v. crusna) als launechild 1105 Apr. 5 
(Volt. A. Cap.); nappo (Becher) de argento pro lib. 20, 1008 (A. Munic); 
ohne Wert n. de arg. launehilde 1029 (A. Cap.); anulus aureus in prefi- 
nito 1068 (A. Munic.) an. unum aureura 1110 Jul. 22 (A. Cap.); 1115 Jan. 26; 
150 lib. et meritnm an. unum de auro (A. Vesc; Ausnahmefall, Cadolinger- 
erbe, cf. Davidsohn Forsch. I 83 ff.) ; 1151 Apr. 16 meritum anulum aureum 
pro pretio 80 lib. (ib.). Oft etwa in valentes lib. 10 in prefinitum (1108 Nov. 
13, ib.); oder bloss pro valente lib. 20 den. lue. (1151 Sept. 3, A. Vesc). 
Merkwürdig 1 parpellum (Ducange s. v. palpa, Münze? 1109 Feb. 1 (ib.). Alle 
solidi längst in denarii bezahlt; denariorum sol. 20 (1084 Nov. 2, A. Munic); 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 91 

Wirtschaft dringt schnell in die Stadt, schon in der ersten Hälfte 
des 12. Jahrhunderts; langsam aber und furchtsam, als habe man 
sich in prophetischer Voraussicht gegen den gefahrbringenden Gast 
gesträubt, in das Land. Manches Bistum wurde vernichtet, als die 
neuen Wirtschaftskräfte den ländlichen Besitz entwerteten ; die Vol- 
terraner Kirchenfürsten waren für solche Verluste schadlos gehalten, 
sie besassen, wie im eigentlichen Toscana nur noch die Aretiner 
Bischöfe, in ihrer Grafschaft Herrenrechte. Darf man aus jener hohen 
Summe von 1000 Mark Silber, die Ildebrand 1190 dem Reichsle- 
gaten « gegen nahezu wucherische Sicherung " ^ vorstreckte, und 
aus der machtvollen, selbstbewussten Politik der Bischöfe auf ihre 
Mittel schliessen, ohne die jene Ziele Wahnsinn gewesen wären, 
so standen sie um die Wende des 12. Jahrhunderts, als in den 
Städten Toscanas die Geldwirtschaft endgültig siegte, auch wirt- 
schaftlich glänzend da. Wohl mochte Ildebrand stolze Gefühle 
haben, wenn er an der Spitze der Konsuln der grossen Stadtstaaten 
Pisa, Florenz, Siena die Geschichte des Tuskerbundes lenkte. Viel- 
leicht träumte er davon, dieses Städtervolk, das seine Standesge- 
nossen überall so tief gedemütigt hatte, zu beugen, ja eine oder 



meritum denarie de ariento valentes solides 20 (1085 Mai 12, A. Munic). 
Anfänge der Geldwirtschaft: Scheinverkauf 1086 Sept. 1 ib., das erste bekannte 
Volterraner Kreditgeschäft. Der angebliche Verkäufer " pretium recepit arienti 
sol. 2 'I2 in prefinito ». Kann er in 10 Jahren die Summe und pro Monat 1 den. 
zurückgeben, soll er das (also verpfändete) Gut wiederbekommen. Es sind 40 7o 
Zinsen, und zwar usurae. 1128 Barrenpraxis (40 libras arg., cf. Inama II 
481 ib.), und noch 1177 die Summe von 5G sol. (mehr als 2 '/s üb.) in den 
Luc. aut Pis. in prefinito, d. h. nach Luccheser oder Pisaner Währung in 
Naturalien). 1074 Juni (Siena, ASt. Bichi-Borghesi F 5, aus dem Volterra- 
nischen) zuerst die alte Landesmünze der herzoglichen Münzstätte zu Lucca, 
denarii de Luca rugi (vgl. « rote Heller n) erwähnt, dann öfter. In Siena etwa 
gleichzeitig, ich notierte mir 1082. 1085. 1090. Das sind nur einzelne Bei- 
spiele aus dem reichen Material. 

') Scheffer-Boichorst a. a. 0. S. 219. Vgl. K. Klohss, Untersuchungen über 
Heinrich v. Kalden (Berl. 1902) bes. S. 14 u. Stammtafel S. 40; er lehrt 
H. Testa von H. v. K. scheiden, beide sind Pappenheimer. Toeche, Heinrich VL 
S. 148 n. 2. Giachi S. 464. S. 0. 82 n. 5. Die Sicherung zeigt sein politisches 
Programm, indem sie besonders die militärisch und wirtschaftlich wichtigen 
Orte nach Siena zu umfasst. 



92 FEDOR SCHNEIDER 

die andere Stadt, besonders wohl Siena, seiner Signorie zu unter- 
werfen '). 

§ 4. Entstehung der Ansprüche Siena s. 

Doch das Kennzeichen des Mittelalters, ein bevorrechteter 
Adel, hat sich nie und nirgends den eigentümlichen Bedingungen 
der Geldwirtschaft angepasst. Es wäre möglich gewesen, dass er 
sich nochmals erhoben hätte ; im Wesen der Geldwirtschaft lie- 
gen keine Schranken gegen einzelne Stände ; eher bietet der durch 
Jahrhunderte stolzer Tradition ausgeprägte Feudalismus solche 
Hemmungen. Hier lagen sie vor. Zur Begründung eines Bistum- 
staates gehört ein grosser Vorrat an geprägter Münze; nicht 
nur zum Kriege, in dem die berittenen Vassalen '-) oft auf Kosten 
des Lehnsherrn kämpften ; entfremdetes und ausgetanes Gut musste 
zurückerworben, Streubesitz arrondiert, Enklaven aufgekauft, mi- 
litärisch oder handelspolitisch wichtige Orte in Besitz gebracht 
werden. So sehen wir schon in der Zeit wesentlich pisanischen 
Einflusses ') (vor 1150) die Bischöfe Crescentius und Odalmar *) 
an der Arbeit, das Land um Montieri ganz zurückzunehmen. 
Grosse Summen werden besonders an die Pannocchieschi gezahlt; 
zugleich endet man die Feindseligkeiten, die wohl ein Jahrzehnt 
ohne jeden Vorteil gegen die Koalition Genua-Lucca-Siena für Pisa 
und seine Bundesgenossen Florenz und Arezzo bestanden hatten. 



') Auch hatte er alle Ursache, auf Rücksicht des Papstes zu rechnen, 
seit er seine Politik gewechselt und sein Vater sich gegen Jahrzins von 
4 maurischen Goldstücken (marabotinij mit seinem Lande unter den Schutz 
der Kurie gestellt hatte (Lib. cens ed. Fahre p. 59). 

-) 1133 s. die u. 1153 Okt. 10 (A. Vesc.) die ersten (von den Yolter- 
raner Bischöfen Crescentius und Galgan vergebenen) Lehen. 

^) Roger Uppezinghi, Erzb. von Pisa und B. von Volterra, gest. 1131, 
aus Pisaner Stadtadel, hatte Volterra gänzlich Pisas Einfluss preisgegeben, 
Davidsohn I 404 ff. Notae Pisanae MGSS XIX, 266. Garns giebt 1131 April an; 
Quelle ? Cf. Leoncini S. 250. 

*) So schreibt er sich selbst, die Notare: Aldemar, Aldimar, Odimar. 
Die von Ughelli u. a. vermutete Verwandtschaft mit den Florentiner Adimari, 
einer Linie der Conti Alberti. ist nicht bloss wegen des Fehlens so früher 
Beziehungen zu Florenz unwahrscheinlich. Adimari: Davidsohn Gesch. L 360 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 93 

Siena gegenüber, dem aufstrebenden Rivalen, war man, wie stets, 
zur Abrechnung zu schwach, und von Pisas Uebergewicbt machte 
man sich erst allmählich los '); nach den Fehden, die seit dem 
Tode der Grossgräfin ^) unaufliörlich in dem bergigen Grafenlande 
gewütet haben, begann ein Aufatmen, eine Zeit friedlicher Klein- 
arbeit. Gleich nach Bischof Rogers Tode schloss Crescentius unter 
Vermittlung von Innocenz II. und dem Erzbischof von Pisa mit 
seinen Grossen Frieden, wobei er den Gherardesca unter anderm 
die Hälfte des wichtigen Ghiusdino überlassen miisste, Montieri 
aber behielt ')• Gegen das mächtige Grafenhaus dieser Gherar- 
desca spielte der Bischof die Pannocchieschi aus, die sich von ihnen 
umklammert und von Volterra nach der Küste abgedrängt sahen. 
Die natürliche Interessengemeinschaft zeigt sich in einem Kauf, der 
im Februar 1135 von einem Getreuen des Crescentius mit dem Grafen 
Rainer Pannocchia, Sohn des Ugolin Pannocchia, in der Stammburg 
des Hauses, dem festen Schloss Travale, abgeschlossen wurde. Es 
handelte sich um Montieris Umgebungen, und der Preis betrug 
die damals erhebliehe Summe von 50 Pfund Luccheser Denaren. 
Noch viel grösser, wenn auch der als « launehilt » bezeichnete 
Preis nur doppelt so hoch war, ist das Gebiet gewesen, das Bi- 
schof Odalmar am 22. Januar 1139 ^) von dem gleichen Grafen 
Rainer Pannocchia kaufte, es umfasst die wichtigsten Burgen im 
Nordwesten der Diözese, und die Besitzer, deren Machtcentrum 

■) Erst gegen 1162 endgültig, s. o. 

"j Mathildes letzter Feldzug im Volterranischen, an der Cecina: Over- 
mann Reg. 106 S. 179 (1107 Juli 25). Eeua-Camici IV b, 6u. David^ohn 
Gesch. I 358. 

^j Dass, wie Davidsohn Gesch. I 415 n. 1 aus dem Liber iurium weiss, 
um Montieri und Montalcino gestritten wurde, zeigt die Urk. 1134 c. Pis. 
ind. XI (also 1133 März-Dez., Volt. A. Vesc); die von ihm erwähnte gleichen 
Datums (bei Maccioni, Difesa del dominio dei conti della Gherardesca II, 
29 sq.) enthält nur den Schadenersatz an die Gherardesca von Frosini, Be- 
lehnung mit Frosini und halb Ghiusdino und Wert eines bei Miranduulo 
(nahe Ghiusdino) eingebüssten Fiosses samt Waffen. Diese Linie sass später, 
als Frosini senesisch war, in Donoratico. Die andre Urkunde ist für diese 
Kämpfe, die, wie ich im Gegensatz zu D. glaube, in die Zeit Rogers fallen, 
noch viel interessanter. 

^) Orig. wie das von 1135 in Volt. A. Vesc. d. d. ; dieses, ausgestellt 
auf dem Stammschloss dieser Pannocchieschi, Travale, ed. Giachi III, 136. 
Laiatico und Pignano im Er;ital, die andern nach der Elsa hin. 



94 FEDOR SCHNEIDER 

südlich der Cecina lag, waren vielleicht froh, den schwer zu ver 
teidip'enden Besitz in der Interessensphäre Pisas loszuwerden. 

Ehe wir weitere Zeichen wirtschaftlichen Gedeihens in Vol- 
terra finden, stossen wir auf eine Auseinandersetzung mit Sieua, 
au dessen Spitze, wie überall in Toscana vor Errichtung des 
Comune, der Bischof stand; es war der grosse Politiker Rainer. 
Waren die Fehden an dieser Grenze noch nicM beendet und un- 
glücklich verlaufen, oder, was wahrscheinlicher, brauchte Bischof 
Odalmar den Frieden auch um den Preis von Opfern: jedenfalls 
brachte er Opfer. Für Seneser Bistumsgut in der Volterraner 
Pfarre Scorgiano im Elsathal und im kleinen Orte Fabbrica über 
der Era — der sich obendrein nicht einmal gegen Pisa halten 
liess — gab man die Hälfte von Montieri und den Silberminen 
hin 0- Der Friede war viel teurer erkauft, als Odalmar ahnte; 
immer wieder sind daraus Unruhen und Verluste entstanden. Noch 
1327 ^), als wieder einmal schwerer Hader um Montieri ausbrach, 
wird er als von altersher üblich bezeichnet. Der heilige Hugo, 
den die Verhältnisse seiner Heimat im Eratal mehr interessier- 
ten 3) — sein Stützpunkt war dort Gambassi — wurde von Siena 
mit den wohl längst vergessenen Ansprüchen aufs neue behelligt ; 
vielleicht hatte er Florenz im Kriege mit Siena erfolglos unter- 
stützt. Im September 1181 wurde ein Abkommen geschlossen, 
nach dem Siena gegen Zahlung von 330 Pfund Denaren den vier- 
ten Teil von Montieri wirklich erhielt ^). Ildebrand konnte die Se- 



') Siena ASt. Rif. d. d., Ort: Montevasoni. Die Kirche S. Maria No- 
vella dort nicht nachweisbar, der Notar Roland, seit 1130 Jan. begegnend, 
war Kanzler des Seneser Bischofs. 

=) Ebd. Rif. 1327 Marzo 31. Siena besetzte damals Montieri und bat 
den Herzog von Calabrien um Fürsprache an der Kurie. Der Bischof von 
Volterra gab 1329 nach. 

") Der Süden hat ihm nur im Streite mit ßadia Isole zu schaffen ge- 
macht, Siena ASt., S. Eugenio, 1174 Mai 11. 1178 Jan. 26. Er war aus 
dem Hause der Volterraner Saladini, das in Agnano sass. Ob schon vor sei- 
ner Eroberung durch Pisa (Ann. Pis. des Marango, MGSS XIX 250), das 
es bald aufgegeben haben muss, ist unbekannt. Der Bischof empfand seine 
Würde so wenig, dass er sich in einem Zwiste mit Landgemeinden 1183 
Jan. 1 (Volt. A. Vesc.) dem Schiede der Konsuln von San Gimignano un- 
terwarf. 

*) Vertrag Siena, ASt. Rif. d. d. Durch Befriedigung der Senesen 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 95 

nesen in seinem Kastell nicht dulden, doch brauchte er den 
Frieden mit ihnen; als er mit Heinrich VI. zerfallen war, hat er 
sich zu einem Jahreszins von 215 Pfund Seneser Denaren an die 
mächtige Nachbarstadt entschlossen, für das die Bistumsieheu von 
Sienas alten Freunden, den Gherardesca, zum Pfände gesetzt wur- 
den ')• Siena verzichtete hiermit förmlich auf alle Ansprüche auf 
Moütieri ; kaum begannen aber Pagans Nöte, da rollte es die 
Frage wieder auf; im Bunde mit dem Comune von Volterra, den 
Contalberti und den Gherardesca begann es die Fehde ^) und 
kündigte den Florentiner Kaufleuten, denen Pagan die Gruben 
verpfänden wollte, an. dass es selbst darauf Rechte hätte -); zu- 
gleich nahm es Montieri weg und besetzte Frosini, das den Ghe- 



erkannte er den « Tausch n Odalmars an. Ebd. der Eid Ugos, Castalden und 
Besatzung in Montieri nur mit den Seneser Konsuln zu ernennen, und der 
des Kastellans von Montieri (Exemplar für den Bischof in Volterra, A. Vesc. 
s. XII dec. 9 n. 3). 

') Bund mit diesen gegen Volterra schon 1179 Jan. 15 (Siena ASt. 
Rif. suh 1178 Die. 19). Abkommen lldebrands mit Siena 1194 Jan. 1, Siena 
ASt. Rif. 1193 Geun. 1. Ildebrand war selbst nach Siena gekommen; in 
dem Kirchlein S. Cristofano, das zu politischen Verhandlungen gern benützt 
ward und noch manche Demütigung seiner Nachfolger sehen sollte, schloss 
er den Vertrag. Frosini konnte Siena im Ernstfalle sofort besetzen, Montal- 
cino lag weniger günstig, weil dem Centrum der Pannocchieschi zu nahe. 
Da « carta pacis et concordie n gesagt wird, werden Streitigkeiten vorausge- 
gangen sein. Heinrich VI. sagt Juli 1194 (St 4883, Böhmer Acta p. 180), er 
habe die Münze des Volterraner Bischofs für ungültig erklärt. Sollte das die 
Strafe für seine Unterwürfigkeit gegen Siena sein? Volterra muss diesmal 
auf der Seite Sienas gegen Florenz und Pisa (zu dessen Gunsten Heinrich VI. 
seine Konzession aufhob) gestanden haben, vielleicht war aber Volterra der 
Angreifer und musste Sienas Beistand erkaufen. Hängt damit zusammen, dass 
im Privileg Heinrichs VI. Sutri 1194 Aug. 17 (Scheffer-Boichorst a. a. 0. 
221 ff.), wo Ildebrand zu Gnaden angenommen wird, zu der Besitzaufzählung 
von 1186 (St. 4584) das Gherardescaschloss Miranduolo hinzugekommen ist ? 
1204 (Siena ASt. Rif. s. XII n. 62 a, Caleffo vecchio 1204) schwor ügolin 
von Strido den Senesen, es seien keine Rechte an den Bischof veräussert 
worden; es wird sich um formlosen Zwang gehandelt haben. Der Bischof 
stellte die Tributzahlung ein, 1215 ist nur vom Vertrage von 1181 die Rede. 
Sollte Siena wegen des Tuskerbundes darauf verzichtet haben? 

2) Die Konstellation ergibt die vorige Note zusammen mit Cecina 
p. 28, 1213. 

»; Siena ASt. Rif. 1214 Aug. 9. 



96 FKDOR SCHNEIDER 

rardesca gehörte. Der Bischof von Florenz als päpstlicher Schieds- 
richter sprach beide Orte und sogar das zweifellos senesische 
Monteriggioüi dem Volterraner Kirchenfiirsten zu '); die Waffen 
entschieden gegen ihn. Im Mai 1215 stürmten die Senesen unter 
ihrem Podestä Giovanni Cocchi von Viterbo die Burg von Chiu- 
sdino, wo Pagan sass, und nahmen ihn gefangen ^). Am 22. Mai 
wurde vor den Mauern beim Wallgraben der Vertrag abgeschlossen, 
nach dem der Bischof Ildebrands Zins versprach, vom kurialen 
Prozess abstand und Montalcino verpfändete. Von Frosini ist so 
wenig die Rede als von Chiusdino; beide kamen unter Sienas 
Herrschaft •')• Man sicherte sich besser als 1193; der Kastellan 
von Chiusdino und seine Brüder und Turmgenossen, die Vassaleu 
von Gasöle und Montier! verbürgten sich gleichzeitig ^) für den 
Tribut, und noch am 20. Juni ^j, während der Bischof noch ge- 
fangen gehalten wurde, kamen die Grafen Ardengheschi aus dem 
nahen Mersetal herüber, um sich ebenso für den verwandten 
Pagan zu verpflichten, dass er Bürgen und Geiseln stellen werde; 
dieser brach selbstverständlich sein Wort, schrieb an den Papst 
und erzielte, dass der Erzbischof von Pisa schon am 4. Oktober 
des Jahres den Vertrag kassierte und Siena bannte, wenn es nicht 
2130 Pfund Denare zurückgeben würde, die es von Pagan, wohl 
als Lösegeld, erpresst hatte, wie wir bei der Gelegenheit erfah- 
ren '•). Siena gab nach. Die Frage wurde also zu Gunsten des 

■) Volterra A. Vesc. 1214 Nov. 22. 

-) Ann. Sen. ad 1215 Juni 1. MGSS XIX, 227. Doch die Verträge 
sind schon vom 22. Mai, also wird Chiusdino etwa Mitte Mai erstürmt 
worden sein. 

ä) Schiedsrichter: Aht Johann v. S. Galfjano für Pagan und Johannes 
iudex von Viterho, Landsmann des Podestä Gianni Cocchi, für Siena. Haupt- 
vertrag ASt., Rif. 1215 Maggio 15 (!). Eid Pagans Volterra, A. Munic. Prov. 
div., cop. s. 13. Am 16.-18. Juni leisteten die Leute von Chiusdino den Un- 
terwerfungseid an Siena (Siena ASt. Rif. d. d.) doch am Ende des Jahres 
setzte Pagan schon wieder aus eigener Vollmacht einen Kastellan. 

') Siena ASt. Rif. 1215 Mai 22. 

ä) Ebd. Juni 20. Am 2. Juli des Jahres übertragen z. B. die Aldobran- 
deschi einen innern Zwist ihres Hauses zur Entscheidung an einen Pannoc- 
chieschi, Bruder Pagans, ebd. d. d. 

«) 2 Urkk. Volt. A. Vesc. s. XIII dec. 2 n. 26 (1216 c. Pis. Okt. 4), 
überreicht an Podestä und Bischof durch Vermittlung eines Volterraner 
Chorherrn am 9. Okt , ebd. n. 21. 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 97 

Volterraners entschieden, und bis 1253 ist keine Rede mehr da- 
von. Die ganze Entwicklung dieser ötfentlichrechtlichen Forderun- 
gen Sienas musste für sich behandelt werden, weil sonst die Ka- 
tastrophe nicht klar würde; wir werden sehen, wie sich die 
Angelegenheit mit privaten Ansprüchen von Seneser Kaufleuten 
an den Bischof verquickte. 



§ 5. Anfänge der Verschuldung 
unter den ersten Pannocchieschi. 

Setzen wir den bis zum Jahre 1150 geführten Ueberblick 
fort. Galgan verfolgt die Ziele seiner Vorgänger energischer; von 
den bei Prato begüterten Contalberti kauft er am 3. Septem- 
ber 1151 ihren für sie ungünstig gelegenen Besitz im Volter- 
ranischen, den er nocli nicht mit Münze bezahlt; etwas vorher 
halte er eine Minderjährigkeit der Gherardesca benützt, im Nor- 
den des Bistums das Land um Barbialla und von Empoli zum Arno 
anzukaufen. Wieder wird das « meritum « in angenommenem Werte 
bezahlt ; der Preis ist ein goldener Ring, der 80 Pfund galt -). 
Bibbona wurde 1154^) von einem andern Zweige der Gherardesca 
abgetreten, anscheinend nach einem Feldzuge, denn der Bischof 
liess sich die Kriegskosten ersetzen *). Am 7. Juli 1159 wurde 
der Linie der Gherardesca von Bisenzio im Val di Cornia =) ein 
Teil von Strido und anderes an der Seneser Grenze abgekauft; 
eine grössere Erwerbung zur Sicherung von Montieri maclite Galgan 
mit der Hälfte von Gerfalco ^), von dem Crescentius einen Teil 

') Orig. Volt. A. Vesc. d. d., s. o. S. 90 n, 3. 

") Orig. ib. d. d. « meritum anulum aureum pro pretio rctuaginta 
libr. « (Rest weggeschnitten, sicher « denariorum >i, nicht « argenti »' zu 
ergänzen, der Wert des Goldes (im M. A. in der Regel 1 : 12) wäre sonst 
von horrender Höhe. 

') Ib. 1155 c Pis. Juni 10. 

*) So fasse ich die Zusatzbestiramung " pignus pro impensis 200 soldos 
episcopo solvere promittiraus » auf; 10 libre, ein billiger Feldzug! 

*j Ib., Preis 70 Pf. Den., Val di Cornia nach Massa Marittima zu. 

"j Urkunden in dieser Sache kenne ich folgende: Volt. A. Vesc. App. 
s. 12 Galg. n. 5 (kurz vor 1156 März 29). Ib. 1156 März 29. 1158 Mai 23. 
Juni 30 (mit hochinteressantem Zeugenverhör bei Galgans Auseinander- 



98 FEDOR SCHNEIDER 

von den Pannocchieschi gekauft hatte und damals seine Familie 
ein weiteres Stück erbte. Er hat es sich etwas kosten lassen, seine 
Verwandten zum Verzicht zu bewegen, und der Rest, der dem 
Grafen Ildobrandinus Novellus aus dem Hause Aldobrandesca von 
Soana gehörte, wurde ihm erst nach langwierigen Verhandlungen 
gewährleistet — übrigens scheinen Pannocchieschi und Aldobraa- 
desca gute Freundschaft gehalten zu haben. Im Norden ward das 
Werk Odalmars fortgesetzt und von dem dort hausenden Zweige 
der Pannocchieschi von Laiatico der Rest seiner Schlösser, ausser 
der Stammburg vor allem Montecuccari, Chianni, Pietracassa und 
Ghizzano, gekauft ') ; der Preis war gering, 30 Pfund Denare so- 
fort, 10 « in funerando corpus " d. h. fürs Leichenbegängnis, ein 
Drittel von Montecorboli als Wohnsitz und Brotkorn und Wein 
jährlich. Alles zeigt die Macht des Bistumes selbst in den Schwie- 
rigkeiten der kaiserfeindlichen Zeit um 1160. Ganz anders wird 
sicli die Bedeutung des Volterraner Kirchenfürsten seit der Ver- 
leihung der Hoheitsrechte im Jahre 1164 gesteigert haben; fodrum 
und andere Abgaben flössen ihm zu, und an Glanz wird er die 
Edeln und Bischöfe seines Landes weit überragt haben, er. der 
Freund des ruhmreichen Staufers '^). Ein Schatten scheint zuletzt 
auf allen lichten Schimmer zu fallen, da er, um die geringe Summe 



Setzung mit dem Familienhaupte, seinem Vater Rainer Pannocchia). 1162 
Mai 31, .3 verschiedene Stücke. Senesen, Pisaner und Lucchesen vermitteln, 
Galgan, Pannocchia und Ildobrandiu erhalten ein Drittel, aber man mochte 
im Hause der Pannocchieschi gute Gründe haben, sicli mit Ildobrandin durch 
Gewährung der vollen Hälfte zu versöhnen: ib. 1163 Mai 19. 

') Ib. 1160 Jan. 14 (1159) und s. dat., doch von gleichem Tage, App. 
s. 12 Galg. n. 1. Nach Eepetti II 626, dem ich mich anschliesse, sind es 
Pannocchieschi. Es ist die erste Erwähnung von Pisaner Denaren (also galt 
noch das Bündnis, s. o. S. 86); 1155 Aug. 25 (St. 3937) Münzrecht an Pisa 
gewährt, was Fahre in seiner lehrreichen Note (Lib. cens. 48 n. 1) übersieht. 
In Florenz schon 1169 Jan. 22 (Davidsohn Gesch. I 467). Nur einmal im 
Lib. cens ausserhalb Pisas, und zwar in den Abruzzen. 

" ; Ein Zeichen seiner Maclit. dass er den Abt des Gherardescaklosters 
S. Maria di Serena zur emphyteutischen Landleihe, Verpfändung von Borso- 
lino und Verzicht auf Chiusdino zwingt, drei Orig. Volt. A. Vesc, 1165 Mai 31, 
ein viertes von gleichem Tage, undatiert ib. App. s. XII n. 6. Die Volterraner 
Notare geben Friedrich I. oft bewundernde Epitheta. 



BISTLM UND GELDWIRTSCHAFT 99 

von 40 Pfund Denaren zu erhalten '), Land verpfänden musste. 
Vielleicht waren die Kämpfe mit den Volterraaern schon begonnen, 
die ihm 1170 das Leben kosteten. Unter seinem Nachfolger, dem 
heiligen Hugo, hören wir von den Finanzen so gut wie nichts; 
nur einmal ist von Schulden des Bistums die Rede ^). Dann folo-t 
Galgans Bruder Ildebrand, und die unterbrochene Politik wird nur 
kräftiger fortgesetzt. Er war ein stolzer, waffenfroher Herr ^), und 
sein Land wird nicht immer in lokalpatriotischem Stolze zu ihm 
aufgeblickt, sondern oft genug auch unter den Lasten geseufzt 
haben. Dazu verstand der grosse Staatsmann wohl von den unver- 
meidlichen niedern Operationen der neuen Zeit, von Geld und Geld- 
geschäft, nicht viel. Bald ging das Borgen und Verpfänden an. 
Die nützlichen Erwerbungen *) fehlen nicht, meist aber waren es 
unproduktive Ausgaben, Heerfahrten und Fehden, Gewänder und 
kostbare Rosse, für die man sich mit den gefährlichen Geldleuten 
einliess. Man hatte ja Silberminen und Münzrecht; wo konnte es 
da auf die Dauer fehlen! Am 23. Juli 1192 musste Ildebrand die 
geringe Abgabe einer Mühle von einem halben Solidus für unbekannte 



') Ib. s. XII dec. 7 n. 15 (1167 Sept.-Dez.); der Wucherer, Hohn eines 
Notars, ist aus Gasöle Val d'Elsa, einer der ersten seiner Zunft im Volterra- 
nischen (Cristofanus Petri). Ein andres Mal, wir kennen Zeit und Umstände 
nicht, hat Ild. für 50 Pf. Den. Land verkauft, was Hugo bestätigt (1173 Mai 19, 
Volt. A. Munic). 

^) Volt. A. Vesc. 1185, s. XII dec. 9 n. 8, bei Gelegenheit eines Kaufes 
von der Badia Isole. Ferner spricht Friedrich I. (1185 Mai 17, St. 4419) von 
Hugos Verschleuderungen. 

^) Clemens III. ermahnt ihn 1188 Jan. 24 (J-L. 15998) gelegentlich der 
Verleihung der Collegiata in Colle, diese nicht « personarum vel equitatu- 
rarum numerosa multitudine " zu beschweren. 

*) Mir sind nur 3 unbedeutende Tauschverträge bekannt, 1191 Jan. 5 
(A. Vesc.) mit Serena, Erwerb von ehemaligen Gherardescagut in Miranduolo, 
1195 Nov. 14 (ib.) mit Privaten um Montecastelli und (1184-99, ib. s. XII 
dec. 9 n. 14) mit dem Piovan von Silano ebenda. Ein grösserer Kauf (ib. 
App. Ild. n. 1), undatiert, Montignoso um 1400 Pfund; nicht gleich bezahlt, 
die 500 Pf. aus dem Elsatale einem der Drittel, in die das Bistum verwal- 
tungstechnisch zerfiel, soll dessen vicecomes in 2 Monaten zahlen. 1186 Aug. 
28 (St 4584) wird die Hälfte dem Bistum Volterra, 1192 Mai 30 (St. 4745, 
Toeche S. 332) das ganze Kastell an Pisa, 1194 Aug. 14 (Scheffer-Boichorst 
a. a. 0. 222) ebenso das ganze dem Bistum Volt, bestätigt, wodurch sich die 
Zeit bestimmt. 



100 KEÜOR SCHNEIDER 

Verpflichtungen an einen Priestei- verpfänden ^). Zu unbekannter Zeit 
nahm er bei Ildebrand und Montanellus filii Mendrizi, Volterraner 
Bürgern, 60 Pfund Pisaner Denare auf, für die er den damals nicht 
gerade holien Zinsfuss A^on 35 7o im Jahre zahlte; dafür wurden 
Weideabgaben angewiesen ^). Ein Termin wird nicht genannt, die 
Zinsen treten gleich in Kraft, also liegt iisura, nach dem III. La- 
terankonzil von 1179 verbotner Wucher, vor ^). Und der gleiche 
Bischof trat mit voller Energie auf Grund des Kirchenrechtes, das 
ihn mit der Bekämpfung des unerlaubten Zinsengeschäftes be- 
traute, gegen den Abt des kleinen, von seinem Vorgänger Gum- 
fred 1030 erbauten Klosters S. Giusto vor den Mauern der Stadt 
auf, weil er einen usurarium manifestum in der Mönchsgruft 
bestattet hatte!') Als Ildebrand 1211 in Montieri gestorben und 
sein Neffe Pagan von Gefahren umringt war, da bebten auch die 
Gläubiger um ihr Kapital, und deslialb lernen wir die Schulden 
jenes erst nach seinem Tode kennen. Am 22. September 1214 ^) 
wurden zwei Anleihen von je 700 Pfund Volterraner Denaren neu 
fundiert; eine stammte aus der Zeit des Vorgängers, der Gläubiger 
war Belforte Bonafidantie aus jener Volterraner Familie, die 
100 Jahre später mächtiger noch und unumstrittener geherrsclit hat 



i)Volt. A. Vesc. d. d. 

') Ib. Ai)p. Ild. n. 3. 6 Pf. Abgaben Serenas und 15 des bekannten 
Hospitals Altopiscio im Luccheser Appennin, s. o. § 3. Sollten es noch die 
selben Weidegerechtigkeiten sein, die Hartmann, Zur WG. It. S. 107-112, für 
viel frühere Zeiten nachweist? 

ä) Vgl. meinen Aufsatz über « das kirchliche Zinsverbot » a. a 0. S. 
143 ff. Ueber Zinshöhe S. 149. 151. 162. In Florenz damals 20 "U, selten 25 »|o, 
gegen Pfandsicherung üblich, Davidsohn Forsch. I 159. Bedenkt man die 
Gefahren des damaligen Verkehrs, das Risiko jedes Geldtransportes und die 
mangelnde Sicherung gegen böse Zahler, namentlich wenn sie unter den Ge- 
waltigen dieser Erde sassen, so wird man dem bisherigen Wehklagen viel- 
leicht eine objektive Betrachtung von Fall zu Fall vorziehen. 

*) Der Abt, der irgendwo Rückhalt hatte, war recht harthörig. 1184 
Jan. 30 (A. Vesc.) hat ihn ügo, 1196 Aug. 30 (ib. App. s. XII Ild.) abermals 
Ildebrand und 1211 Jan. 29 dieser zum dritten Male gebannt. Der grosse 
Realpolitiker wird wenig ideale Motive gehabt haben, vielleicht wollte er den 
Abt vernichten, weil er sich den Klosterbesitz nicht in der Form von Lehen, 
Emphyteuse etc. abpressen liess. 

') Orig. Volt. A. Vesc. d. d., da der Urvertrag fehlt, wissen wir nicht, 
ob usura vorliegt. Die Belforti vorher in bischöflichen Diensten, s. o. 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 101 

als damals die Pannocchieschi. Von der Summe waren 90 Pfund für 
den Rückerwerb des Kastells in Pomarance, das nach 1208, wo 
es das Comune zurückstellte, an die Belforti für Einlager (in- 
trata) ') verpfändet, verfallen und weiterverkauft war, 390 für den 
Wiederkauf von Pfändern, die aus früheren Schulden stammten '), 
110 ohne nähere Angabe bei Montieri geliehen, wo der Bischof 
seine letzten Jalire verbracht zu haben scheint, weitere 110 für 
Kreuzfahrer, die doch wolil in den Rahmen des 4. Kreuzzugs 
gehören. Eine andre, wenn auch kleinere Schuld von 28 Mark 
Silber ^) war bei dem Florentiner Ubertino Guidonis aufgenommen. 
Der Termin betrug kaum zwei Monate, der Zins, der als « adi- 
mentum nomine lucri seu meriti » (dieses also in geänderter Be- 
deutung) bezeichnet wird, 128, 57 «/o- Das waren echte Wucher- 
schulden, und es mochte dem alten Herrn sehr schlecht gehen, 
dass er seinen Bankier so fern unter den schlauen Söhnen der 
werdenden Grossmacht am Arno suchen musste. Dafür wurden edle 
Rosse und Maultiere verpfändet, auch die Umgebung des Bischofs 
musste die ihrigen hergeben *). Die Schuld hat später eine ver- 
hängnisvolle Rolle gespielt, schon 1213 war sie auf das Vierfache 
angewachsen. Von seinem Kapitel hat Ildebrand zu unbekannter 

') Ueber das Wesen des Einlagers vgl. Schröder DRÖ'' S. 717. Es ist 
ein früher Fall; ein sicheres deutsches Beispiel finde ich aber auch schon 
1228 Strassb. ÜB. I 168 n. 1. 1242: ib. n. 277. Pomarance ein andres Mal 
dem Comune verpfändet: Cecina p. 29 sq. 

^) Und zwar 800 Pfund bei dem nicht näher bekannten Lucterins 
Bertuldi. 

^J Die Wertrelation der den Volterranern ähnlichen Pis.tner Denare zur 
Mark Silber ist 1225 Jan. 2 (Siena ASt. Rif. Massa), Mark: Pfund = 1:4, 73. 
Die Schuld zuletzt in Pisaner Den. reguliert, also ungefähr ein Anhalt. In 
Volterra kommt aber so oft gerade die Summe von 28 Mark Silber vor, dass 
ich glaube, dort galt 28 Mark == 100 Pf. Volt. Den. In Volterra war also 
nach dem Gesetz des grössern Angebots (bei gleicher Nachfrage ?) das Silber 
billiger als in Massa; es wäre 1:3,57. 

*) 1 mula nigra, 1 mula alba, 1 mulus, 9 ronchini (Rosse), 1 palafredus 
(Zelter), 2 equi, 1 somarius (Esel). Da man für die Pferde mindestens einen 
Durchschnittswert von 10 libre annehmen darf, für die Mauleselinnen nicht 
viel weniger, für den Zelter das Doppelte, so beträgt das Pfand weit mehr als 
das Objekt, was a priori anzunehmen wäre. — Ich kenne eine Schuld (10 Mark 
Silber bei dem Volterraner Kaufmann Aringherius), die Ildebrand am 15. März 
1211 (A. Vesc.) wirklich abtrug. 



102 KEDOR SCHNEIDER 

Zeit 600 Mark Silber entliehen, sie wurden am spätesten, erst 
1222, eingefordert. 



§ 6. Höhepunkt der Verscliuldung 
unter Bischof Pagan. 

Zu dieser Finanzlage bei Pagans Erhebung trat sofort der 
Krieg, den er, nur von San Gimignano und dem Hause Pannoc- 
chieschi unterstützt, gegen Volterra und Siena und ihre Verbün- 
deten bis 1220 zu führen hatte; gleich musste neues Geld geschafft 
werden, die Volterraner hatten die Salzdoana weggenommen, mit 
Siena wurde um Chiusdino gekämpft und die Minen von Montieri 
werden bei der allgemeinen Unsicherheit nicht betrieben worden 
sein; schon im September 1214 ') hatte er 700 Pfund Denare 
ffeborsrt, wovon die Romfalirt zur Weihe — er war ia exemt — 
und vorher die Reise des Bischofs von Florenz, Johannes von Vel- 
letri, zur Untersuchung und Bestätigung der Wahl allein 500 Pfund 
kosteten, und dabei war er gegen andre Prälaten noch bescheiden 
aufgetreten -). Der Rest, 200 Pfund, wurde auch an der Kurie 
ausgegeben ^). Für diese und die erwähnte ältere Schuld gleicher 
Höhe wurde den Gläubigern die Hälfte der eben zurückerhalte- 
nen Salzdoana sowie aller Salzquellen auf 15 Jahre verpfändet 
und ältere Pfänder, das Land zwischen Elsa und Era, bestätigt ''). 
Eine andere Anleihe von 28 Mark Silber, vielleicht auch aus der 
Zeit des Oheims, mit dem der Gläubiger Aringherius Maczuoli 
schon in GeschäftsverJjindung gestanden hatte, zahlte Pagan am 
5. März 1213 zurück '"■). Im November 1214 ernennt er seine 



■) S. 0. S. 100 n. 5. 

°) Beispiele etwa bei Gottlob, Servitieii S. 659. 

■'j Der Gläubiger ist Bonaguida qil. Parisii, weiter wird nichts gesagt. 

*) Dazu die nicht unwichtigen Burgen Gelle, Casaglia und Agnano, 
unweit Volterra bei Montecatini in Val di Cecina. Die Salzdoana war durch 
päpstliche Schiedsrichter vor wenigen Monaten (1214 Mai 27, Cecina 1. c ) 
dem Comune abgesprochen worden. 

*) Or. Volt. A. Vesc. d. d. Aringherius s. o. S. 101 n. 4. 28 Pfund ib. 
n. 3. Es könnte hier auch Zinszuschlag sein (3 auf 25 = 12 »U oder 8 auf 
>^'0 = 32 »lo). 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 103 

Sindici in "Wucherhäadeln (Utes usurariae) mit Volterrane;n ; am 
30. Oktober 1217 gibt er für nicht bekannte Verpflichtungen 
Montecerboli als Pfand mit Nutzung, was seit der Synode von Tours 
im Jahre 1163 verboten war, erst nach 1250 konnte es eingelöst 
werden. Die Gesamthöhe dieser kleinen Summen ist nicht zu 
berechnen, wir werden auch nur einen kleinen Teil kennen '). 
Besser übersehen wir die Schuld vom 20. Juli 1216, 300 Pfund 
Volterraner Denare ; am Michaelistage (29. September) sollte sie 
zurückgezahlt werden, und da das Land von der Elsa bis zur Era 
schon vergeben war, kam das nächste Drittel an die Reihe, von 
der Era bis zur Cecina einschliesslich der Stadt Volterra, nur 
Palast, Münze und Vigna des Bischofs im Volterraner Kastell 
wurden ausgenommen. Der treue Vassal Usimbard kam aus dem 
grünen Walde von Pichena, um sich für seinen Herrn zur ver- 
bürgen, und Pagans Bruder Bernardin tat das gleiche in den 
südlichen Bergen. Am wichtigsten wurde die Florentiner Anleihe ; 
sie war seit dem Tode des alten Ildebrand auf mehreren Terminen 
verhandelt worden, am 17. September 1213 *) hatte das Florentiner 
Handelsgericht den Hauptbürgen, den iudex Albithus Palmerii aus 
Figline, in contumaciam zu 120 Mark — so viel waren aus 28 
geworden ^) — verurteilt und seine Güter als verfallenes Pfand 
dem Ubertinus Guidonis zugesprochen; ausserdem sollten bis zur 

■) Dass sicli häufig mehrere auf das gleiche Geldgeschäft bezögen, ist 
unwahrscheinlich, da stets der Zweck des Kredits angegeben wird ; in solchem 
Falle sagt man etwa: «pro expediendo debito quo dominus episcopus tene- 
batur N. civi et mercatori Vulterrano ». Das Stück von 1217 Okt. 30, wie alle 
ohne nähere Angabe, Volterra A. Vesc. d. d.; Synode von Tours: Zinsverbot 
S. 143. Vermerk s. 13 auf der Urk. « Istud ius emit ven. pater d. ßanerius ep. 
Vult., ut in carta facta manu Justi not. de S. Geminiano continetur >i. Seit 
1250 sassen mehrere Bischöfe des Namens Rainer auf der Volterraner Cathedra. 
Ein Teil von Montecerboli war schon anderweitig verpfändet. 

^) S. 0. S. 101 n. 3. 

^) Wenn am Verfallstage (1211 Jan. 1) die peiia dupli in Kraft trat, 
war die Schuldsumme 84 Pfund; wenn nach 33 Monaten 120 Mark gefordert 
werden, verlangte der Gläubiger etwa IS^Io. Der kleine Rest von 4 Pf. 4 Sol. 
wäre dann für Auslagen (Kosten des Praesentierens der Forderung, des Pro- 
zesses etc., vgl. Zinsverbot S. 151) zu rechnen. Das sind, da wir das Urteil nur 
aus den Bemerkungen der Urk. von 1216 kennen, nur hj'pothetische Erklä- 
rungen. Die 15 °\o im späteren 13. Jahrh. in Italien ganz üblich, Muratori 
Ant. I 893. Kurz vorher waren 20-25 "lo gebräuchlich. 



104 FEDOR SCHNEIDER 

Zahlung 15 "/o jährliche « usnre » laufen. Ubertin cedierte seine 
Forderung später an Cambius Jugne '), und dieser erschien damit 
am 8. September 1216 vor dem Florentiner Richter Agolante in 
der Curia s. Cecilie -). Man einigte sich auf 490 Pfund Pisaner 
Denare, zahlbar bis zum 1. August 1217. Es war ein durchaus 
angemessener Ausgleich, die pena dupli wurde nur einfach in An- 
rechnung gebracht, für die seit dem Verfall vergangene Zeit aber 
nur 15 % usura, d. h. eigentlich legale Verzugszinsen, zugeschla- 
gen ^). Interessant ist, dass wir in diesem Dokument das älteste 
Zeugnis der ältesten Florentiner Handelsgesellschaft, der bisher 
nur zwei Jahre später nachweisbaren Cambi-Calvacanti. haben. 
Der Hauptgläubiger, der Bürge Ildebraudinus Cavalcantis, und drei 
der Zeugen gehören ihr 1218 an, vielleicht auch andere, etwa die 
übrigen 5 Bürgen "). Am 23. Juni 1216 wurde eine neue Anleihe 
bei dem Florentiner Rainaldetto Diffitenze aufgenommen, um 
2 Pferde zu bezahlen; das eine hatte Pagans Bruder Bernardin 
seinem Oheim, dem Bischof, verkauft, aber, wie er beschwor, den 
Preis noch nicht erhalten ; das andere hatte Pagan im noch dau- 



') Esheisst: k super 28 march. arg. et lucro et merito curso et eur- 
suro et pena, dampnis et expensis », so am 13. Sept. 1214 (erwähnt in der 
Urk. von 1216). 

•-) Seit 1209 als dritte der Kurien in Gebrauch, Davidsohn Gesch. I 660. 

") Ueber Wertrelation s. o. Danach müsste man entweder 103 oder 137, 2 
ilark annehmen. 15 7« Zinsen -\- Kapital betragen in den 6 '/a Jahren seit 
1211: 107,8 Mark; dazu werden noch Spesen getreten sein, so dass die Rela- 
tion 1:3, 57 wahrscheinlicher ist. 

^) Cf. Davidsohn Forsch. III, 3, Reg. n. 8, der in der Urk. v. 1218 Juni 9 
das älteste Zeugnis einer Florentiner Kompagnie sieht. Damals war der alte 
Cambio Giugni schon tot, und die Tutoren seiner Söhne treten auf. Die an- 
dern Bürgen sind Cice qd. Gherardini Ottaviani (Davidsohn ib. Reg. n. 7, 
1217), Recuperus de Lucardo f. (leerer Raum für den Vatersnamen), Guido 
Carrioci de ultra Arno und Abbate f. olim Ridolfi Guidalocti. Unter den 
Zeugen ist z. B. noch ein Burnectus Jugni, wohl Bruder des altern Cambio 
(so nenne ich ihn zum Unterschiede von seinem dritten Sohne); die andern 
sind Boninsegna u. Bencivenne Ghislincionis. Cavalcanti u. Cambi noch 1299 
in gewisser Verbindung, wenn auch nicht melir associiert, Davidsohn ib. Reg. 
n. 319. Man sieht, dass dem Bischof von Volterra in derselben Zeit wie der 
Kurie (Gottlob, Hist. Jahrb. 22,715 f.) der Einzelkaufmann nicht mehr ge- 
nügte. Die Cambi noch später Goldarbeiter: Dino Compagni I 21 (ed. Del 
Lungo II, 95). 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAF r 105 

erndeu Kriege einem Anhänger in Colle gegeben. Die Rosse waren 
teuer '), 200 Pfund Volterraner Denare betrug das Anleihekapital, 
2 Vo wurde sofort zugeschlagen, nach Ablauf der halbjährigen Frist 
treten die üblichen 30 Vo Verzugszinsen ein. Die Hauptschulden 
werden uns aber durch einen Vergleich vom 5. Juni 1218 be- 
kannt -), den zwei Vassalen des Bischofs zwischen ihm und dem 
Florentiner Hause Cambi-Cavalcanti schlössen, er war natürlich 
günstig für den Bischof, doch die Gesamthöhe, zu der auch jener 
am 1. August 1217 wieder nicht bezahlte ') Posten von 28 Mark 
Silber aus dem Jahre 1210 gehörte, betrug 1331 Pfund 13 Solidi 
Pisaner Denare oder etwa 400 Mark Silber ; dafür war seit unbe- 
kannter, doch nicht langer Zeit Montieri verpfändet, ferner Gam- 
bassi und andere Burgen. Und woher stammten die Verpflichtungen ? 
Ein Teil rührte wie gewöhnlich noch von Ildebrand her, das meiste 
hatte Pagan selbst für kostbare Tuche ausgegeben, die er sich von 
Florenz hatte schicken lassen, vielleicht für die Romfahrt von 1212. 
Ferner hören wir von einem Pferd *) und einem silbernen Misch- 
krug und selbstverständlich von vielen Zinsen, die im Kapital 



') Cf. oben p. 101 n. 4. 200 Pf. Den. mindestens = 56 Mark Silber, und 
die beiden Rosse mussten ausgesuchte Rassepferde sein, wenn sie auch nur 
40 Mark gelten sollten. Aber es war ja unter Freunden und Verwandten! 
100 Sol. im Monat. = 60 Pf. im Jahr, 30 % ; 40 Sol. = 2 Pf. Zuschlag = 2 'V„ 
(halbjährlich). Vielleicht war der Zuschlag wegen des 4. Laterankonziis so ge- 
ring, das den Bankiers noch frisch im Gedächtnis war. 

^J Davidsuhn Forsch. III Reg. n. 8. 

") Wie mild geurteilt wurde, zeigt, dass nur 300 lib. den. Pis. vet. statt 
jener 490 des Florentiner Gerichts zu zahlen sein sollten ; man hatte also 
auf die pena dapli verzichtet und sich auf 15 "/o Verzugszinsen geeinigt. 

■•) " menda unius equi « heisst Ersatz eines Rosses, wohl für einen 
Söldner, der sich in Florenz ein neues kaufte. Viehhandel trieben die Tolomei 
noch im ausgehenden 13. Jahrh. als hochangesehene Geldleute. Durch die 
« coppa argentea " zeigen sich die Wucherer wieder, wie so oft, zugleich als 
Goldarbeiter, die Brücke bildete der Geldwechsel, daher der charakteristische 
Name Cambius, wie in Siena Guadagnolus. Leider sind die Einzelposten sehr 
summarisch angegeben. Warum die Kaufleute nicht rigoros waren, zeigt die 
Urk. V. 1219 Apr. 26 (Volt. A. Vesc). Der Bischof trägt eine längst verfallene, 
sub pena dupli contrahierte Schuld bei einem Geschäftsmann aus Poggibonsi 
(50 Pf. Den.) ab, und dieser verzichtet auf das duplum, weil ihm der Bischof 
seinen Rappen « in pignus » gibt. Man Hess eben die Gläubiger in der recht- 
lich unzulässigen Pfandnutzung. 



106 FEDOR SCH.nEIDER 

stecken. Man ist erstaunt, wie solche nebensächliche Ausgaben ein 
grosses und reiches Bistum ins Verderben stürzen konnten, und 
sucht nach andern Ursachen, aber man wird schwerlich welche 
finden. Die umvirtschaftliche Art der grossen Herren, die wegen 
jedes Bechers oder Tuchballens den Kredit des jungen, noch ganz 
mit dem Wareuhandel verbundenen Geldmarktes in Anspruch 
nahmen und dann die Termine versäumten, sie hat den hohen 
Klerus tausendmal mehr ruiniert als alle Abgaben an Papst und 
Kaiser. Honorius III. hatte am 27. November 1217 einen Seneser 
Chorherrn mit der üblichen Untersuchung der Verschleuderungen 
in Volterra beauftragt; es hat nichts geholfen. 

Eine neue Friedensära schien anzubrechen, als der Bischof von 
Florenz am 19. Mai 1220 in der Pfarrkirche auf dem Monte Vol- 
traio den Frieden zwischen Pagan und seiner Hauptstadt einsegnete, 
und nochmals wird der Pannocchieschi sich stolz als Reichsfürst 
gefühlt haben, als er im November 1220 zur Krönung des jungen 
Staufers in Rom war'); doch schon war ein neuer Streit mit dem 
Domkapitel entstanden. Am 20. April des Jahres wusste der Papst 
bereits, Pagan bedränge seinen Archipresbyter unter der Behaup- 
tung, er habe einen Kleriker tätlich angegriffen ^). Den Zwist 
benutzten die Kanoniker, um alte Ansprüche zu erneuern ; er zog 
sich mit endlosen Zeugenverhören das ganze Jahr 1221 hindurch, 
erst am 16. August 1222 kommt es vor dem päpstlichen Schieds- 
richter zum Vergleich. Es stellt sich heraus, dass Ildebrand dem 
Kapitel 600 Mark Silber entliehen, dass weder er noch Pagan 
ihnen den Zehnten von den Silberminen, der ihnen gebührte, und 
den sie wohl sehr übertrieben auf 2000 Mark Silber bewerteten, 
ausgezahlt ^), dass der regierende Bischof ihnen in Cerreto für 

•) Dort (1220 Nov. 24/25, B-F. 1219, Ammirato S 117, Huillard II 41, 
cf. Ficker Forsch. II 91 if. Scheffer-Boichorst a. a. 0. 214 ff) bestätigte 
ihm Friedrich II. das Privileg Heinrichs VI. von 1186 Aug. 28 (St. 4584). 
Am. 26. Dez. 1220 war er wieder zurückgekehrt, Zeuge bei Konrad von Speier 
in Poggibonsi, B-F. 12654. Der Bischof von Toscanella z. B. hatte sich ge- 
genüber der Aufforderung zur Romfahrt mit Mittellosigkeit entschuldigt. 

*) Or. Volt. A. Cap. n. 195, nicht bei Potth. 

") Seit Alexander III. in päpstlichen Bestätigungen, w<ihl unrechtmässig, 
da seit Colestin II. nur der Zehnt der Pieve von Montier! ihnen gehört. Als 
die Gruben wichtiger wurden, hat man wohl die neue Deutung hineininter- 
pretiert. 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 107 

500 Mark Weizen, Oel und Wein verbrannt hatte — es müssen also 
Feindseligkeiten vorgefallen sein; 100 sollte er bezahlen, weil er den 
Schied des Abtes von San Paolo in Ripa zu Pisa nicht angenommen 
hatte, 70 hatte man ein andres Mal an den Vorgänger geliehen, 10 
sollte ilmen der Bischof gelegentlich des Besuches Ugolins, des Kar- 
dinals von Ostia und apostolischen Legaten, abgepresst haben '). Von 
diesen 3280 Mark Silber wurden den Chorherrn nur 268 ^) bewilligt 
und die 100 wegen verschmähter Vermittlung blieben in dubio, die 
alten Schulden Ildebrands wurden nicht anerkannt und der Bischof 
war mit seinem Appell an Rom noch gut weggekommen. Am 7. Juli 
1221 hatte er sogar an die Befriedigung der Cambi-Cavalcanti gehen 
können ^); freilich nur mit Hilfe einer neuen Gruppe von Kaufleuten, 
der Senesen *). Die Anleihe betrug 4000 Mark Silber, später wurden 
noch 2000 Pfund Seneser Denare hinzugeliehen und Montieri aber- 
mals verpfändet. 



') Es ist Hugolin, der spätere P. Gregor IX., seit 1206 Kardinalbischof 
von Ostia. Am 16. August 1217 hatte er in Volterra Podestä und Rat ge- 
bannt (B-F. 12511; dass er am Orte selbst war, wusste man bisher noch 
nicht), natürlich wegen des Zwistes mit dem Bischof. 

') Sie werden auf die Salzdoana angewiesen, die wohl seit 1214 von 
jenen Volterranern zurückgestellt sein muss ; sie werden also bezahlt worden 
sein, wenn auch durch neue Anleihen. 

'•') Auf Grund des Vertrages von 1218 Juni 9 (Volt. A. Vesc), dessen 
Termin freilich längst versäumt war, doch ist davon keine Rede. 

*) 1221 Juni 30 (ib.) erklärt er alles, was er in dem von dem (bekannten 
Seneser) Notar Arnolfinus zu machenden Kontrakt mit Piero dePernino 
(im Elsatal), Bolgarino, Ildebrandino und Bencivenne qd. Incole über " re- 
futatio de lucro montis de Monterio " versprechen wird, für ungültig. Dass 
es Senesen sind, denen er die Rolle der Florentiner in Montieri einräumt, 
zeigt die undatierte Urk. ib. App. s. 13 Pag. n. 2. Seracinus Rieche, Vigo- 
rosus Cittadini, Gualcherinus Guidibelli, Guido Stratumi, Ventura Arzoci, Al- 
bertus de Pernino cives Senenses und Bonaguida Parisii, Bonafidanza 
und Rustichinus, uns teilweise bekannte Volterraner haben über die 
4000 Mark des Kontraktes von Arnolfinus und die 2000 Pf. Den. des Kon- 
traktes von Bonacursus einen neuen Vertrag mit Pagan geschlossen, dessen 
Inhalt nicht angegeben wird, und garantieren sich ihre Anleihe; die Senisen 
haben zwei, die Volterraner ein Drittel. Die Senesen, die wohl den Betrieb 
in Montieri leiten, können den Anteil der Volterraner bis zu 2600 Pfund 
einkassieren. Das Stück ist also nach 1221 Juni 30 zu datieren. Dass dies- 
mal andere Senesen als vorher genannt werden, ist bedeutungslos, da die 
Gesellschaften noch nicht so fest als später konsolidiert waren. 



108 FKDOR SCHNEIDER 

Zum letzten Male spielen die Volterraner dabei eine namhafte 
Rolle und werden sogar der Ehre gewürdigt, mit den Senesen eine 
internationale Handelsgesellschaft einzugehen '); später concentrierte 
sich der Geldhandel der ganzen Welt immer mehr in Siena und 
Florenz, die kleinen toscanischen Städte wurden erst wirtschaft- 
lich und mit der Zeit auch politisch unterworfen. 

So hatte denn der Bischof ausser den kleinen Schulden, die 
er übrigens wacker vermehrte, endlich eine grosse Staatsanleihe, 
an der das Bistum lange genug gelitten hat. um 1225 besserten 
sich die Beziehungen mit dem Comune von Volterra, der Bischof 
trat in Orten, die er kaum noch dem Namen nach besass, seine 
Ansprüche ab und erkannte die Stadtverfassung an. Sofort dachte 
er an einen Zug an den Kaiserhof, nacli dessen Glänze er sich wohl 
sehnte, und bekam auch von dem Volterraner Rustichinus Ti- 
niosi 800 Pfund Volterraner Denare, rückzahlbar in einem Jahr '-). 
Bald nach seiner Rückkehr brach der alte Hader zwischen der 
Stadt Volterra und Sau Gimignano wieder aus; doch 1227 kam 
auch ein kleiner HolTnungstrahl. Der Wucherer Bonaguida Parisii 
verzichtete auf dem Krankenbette, um sein anscheinend stark ge- 
fährdetes Seelenheil besorgt, auf 500 Pfund Denare, die ihm der 
Bischof schuldete, und die dafiir verpfändeten Kastelle Gabbreto 
und Pomarance, auf 333 Pfund Denare, von denen Pagan 1222 
das Kapitel entschädigt hatte, und andere Summen unbekannter 
Höhe. Nur seinen Anteil an der grossen Staatsschuld auf Montier! 
nahm er aus '^); doch zum Unglück Pagans starb er damals nicht, 

') Aehnliche Verhältnisse Guttlob Hist. Jahrb. 22, 71-5. Schulte Handels- 
gosch. I 251 f. 

") Das ergibt sich aus Cecina ad 1225 sq. in Verbindung mit der Urk. 
Volt. A. Vesc. 1226 März 11, die jene Anleihe enthält und das Bistum verpfän- 
det « exceptis rebus que continentur in constituto Vulterrano », d. h. dass 
Volterraner Bürger das verpfändete Gut nicht bekommen dürfen (so 1232 
März 11, A. Vesc). Pagan war beim Kaiser und begleitete ihn über den Monte 
Bardone nach San Miniato (1226 Juli, B-F. 1659. 1660, 1669). 

") Volt. A. Vesc. 1227 Aug. 28. Sicherte er sich so die Hauptsache, so 
konnte er jene kleinen Summen, bei denen er wohl am wenigsten ehrlich 
verfahren war, leicht preisgeben. Die Reue auf dem Totenbette bei Wuche- 
rern landläufig, weil ihnen sonst das kirchliche Begräbnis versagt wurde: 
Schulte I 314. 326 f. War das Objekt der Bewucherung nicht mehr zu finden, 
so gab man den Ersatz der Kirche; Papst Johannes XXII. erhielt einmal 8l)0U fl. 
« loco pcne u^ur.iriae pravitatis ", .-\rch. Vat. Arm. XV caps. 11 n. 7, ji. 136- 



BISTUM UND GELDWIRTSCHAFT 109 

und die Verpflichtungen blieben. Die Lage des Bischofs wurde 
bedrängter, als er in den gefährlichen Krieg mit San Giraignano 
(1229-1231) verwickelt wurde; der Feind belagerte ihn in Gam- 
bassi und besetzte einen Teil seines Gebietes '). Die grossen Krie<^e 
der toscanischen Mächte, in die Volterra nur einmal (1222) einge- 
grilfen hatte, boten die Gelegenheit zu den unvermeidlichen Lo- 
kalfehden; hier zum ersten Male wurde es klar, dass der Kir- 
chenfdrst in seinem Lande nicht mehr gebot, und dass selbst 
seine kleinereu Orte es mit ihm aufnehmen konnten. Neue Schul- 
den folgen; bei Gogirus Guidi und dessen Socius Mercaderius Ilde- 
brandini nahm er 1852 Pfund Denare für seine und seiner Ma- 
snada Kleidung auf, wovon er am 17. März 1232 -) gegen 400 
abgetragen hatte ; er versprach den Rest in zwei Monaten zu 
zahlen. Ende des Jahres ^) lieh er von einem Kaufmann aus Chiu- 
sdino die kleine Summe von 40 Pfund Denare für einen Zug in 
des Kaisers Diensten nach der Lombardei, doch wissen wir nicht, 
ob er ihn wirklich unternahm *). Seine Verhältnisse waren so 
schlecht, dass er vor dem Reichslegaten, der von ihm den Census 

') Quellen: vor allem der undatierte Beschwerdeakt, den Pagan über die 
Belagerung vom 24-26. Januar 1230 aufnehmen Hess; er beziffert seine For- 
derung auf die ungeheure Summe von 15200 Mark Silber (Volt. A. Vesc. Aiip. 
s. )3 Pag. n. 4). Aus San Gimignano: Davidsohn Forsch. II S. 13 ff. Eeg. 
n. 38-49, dort auch die in Volterra befindlichen Akten verzeichnet, bes' 
n. 4ß = Giachi S. 470. Pecori a. a. 0. S. 51 f. Coppi S. 91 ff. 

-) Volt. A. Vesc. d. d. Ausstellungsort das feste Schloss Berignone, von 
lldebrand erworben und in Stand gesetzt, das in den städtischen Wirren 
immer mehr Zufluchtsort der Bischöfe, wie Crevole für die von Siena, wurde. 
Für den Historiker ist bedauerlich, dass das Archiv auf diesen Wanderungen 
Verluste erlitt, in Crevole völlig verbrannte. 

') Or. (1232 Ind. VI, V , also Sept.-Dez.) Volt. Arch. Vesc. Ajp. 

Ild.-Pag. coll'anno n. 5, durch Schnitte kassiert, auch in Berignone gegeben. 

*) Das Instrument sagt, Pagan recepit 40 lib. bon. den. nerorum pro 
expensis in Lombardia inservitiod. imperatoris. Im Januar (Da- 
vidsohn Forsch. II Reg. n. 76) war Pagans Absicht, zum Kaiser zu gehen, in 
S. Gimignano bekannt; am 27. März (s. c), am 28. April (ib. 7S) und am 7. No- 
vember (wo er mit dem Reichslegaten Gebhard von Arnstein in San Mini;ito 
zusammen ist, ib. n. 92) war Pagan im Volterranischen ; was er 1233 machte 
und ob er etwa die Reise in den Wintermonaten ausführte, ist unbekannt. 
Der Kaiser selbst war nur bis 1232 Mai 20 in Oberitalien und zwar im 
Friaul, nicht in der Lombardei; doch wurde 1232 und 1233 mit den Lom- 
barden verhandelt. 



110 FKDOR SCHNEIDER 

seiner Reichslehen oder ihre Aufgabe verlangte, feierlich auf sie 
verzichtete. Die politische Lage wurde wieder drohend, der Bischof 
unterstützte San Gimignano, als es wieder die übliche Fehde mit 
Volterra begann '), und darüber kam es zum letzten grossen Kriege 
zwischen Pagan und seiner Bischofstadt, der ihn verhinderte, dem 
Rufe des Kaisers zu folgen und an dem glorreichen Feldzuge 
von 1237 gegen die Lombarden teilzunehmen. Seine Privilegien 
hatte er schon in San Gimignano deponiert und verhandelte wegen 
der Stellung von Truppen, da wurde er mit dem päpstlichen Le- 
gaten Gottfried de Prefecto von den Volterranern in Montieri 
gefangen ^). Auf seinen Hilferuf haben die Sangimignanesen hohn- 
voll geantwortet, sie könnten gar nicht glauben, dass er in sei- 
nem eignen Lande von den eignen Untertanen gefangen gehalten 
würde; sie dachten wohl dabei an 1215. Der Kaiser nahm sich des 
reichstreusten der toscanischen Bischöfe an ^"'), noch im Septem- 
ber 1238 hatte Pagan Hoftnung, nacli der Lombardei gehen zu 
können, dann hören wir nichts mehr darüber ''). Den Niederschlag 
dieser Wirren bilden die letzten Finanzoperationen. Der Podestä 
von Volterra richtete am 3. November 1235 über jene 500 Pfund, 
die Bonaguida Parisii geliehen hatte; er hatte seine Reue inzwi- 
schen auch wieder bereut, abgezahlt war nichts, und so wurde er 
in den Genuss der Pfänder gesetzt, wobei jetzt Montecatini di Val 

') Davidsohn ib. n. 120. 123 (er lässt sich von S. Giin. für seine Aus- 
gaben zu dessen Schutze 10 Pfund Den. bezahlen!) 131. 138-142. 

2) Davidsohn n. 138. 141. 170. 173. 178. Tecori S. 56 ff. Darauf mag sich 
sein letzter Besuch an der Kurie beziehen, der 1239 Aug. 27 (Volt. A. Vesc.) 
erwähnt wird. 

^) 12:^.8 April 25 ist der Kastellan der Reichsburg Orgia (im Mersetal 
s. Sieiia) zum defensor der Kirche Volterra ernannt, Davidsohii ib. n. 188. 
1238 Juli 8 befiehlt Gebhard Bischof und Comune von Volterra, Frieden zu 
schliessen, B-F. 13257. 

*) Sein Brief an den Kaiser, er wolle gern kommen, doch die Volterraner 
Rebellen weigerten sich, Davidsohn ib. n. 182, 1238 Feb. 27. Die iiöstlichen Be- 
ratungen über den Zug ib. n. 191. 192. 193. 199-202. 207. 209 (1238 Sept. 2-1). 
S Gim. handelt zuletzt seinen Beitrag auf 2 milites herab, ist aber bereit, 
öffentlich zu sagen, was dem Bischof gefalle, um die Nachbarn " ad honora- 
bile servitium d. episcopi » zu veranlassen. Der Bischof nützte wohl die Heer- 
fahrten finanzpolitisch aus; schliesslich einigte man sich auf Geld. Als der 
Bischof dies haben wollte, traute man nicht und Hess ihm sagen, er bekäme 
es nur, wenn er wirklich in exercitum imperatoris gehe. 



BISTUM UND GELDWIRTS HAFT 111 

di Cecina statt Pomarance erscheint. Die Kirche war aucli ver- 
nachlässigt, die Ablässe mehrten sich, 1227 schon konnte ein sil- 
bernes Kruzifix nur auf diesem Wege bezahlt werden, ein andres 
Mal war eine silberne Altartafel im Werte von 200 Pfund De- 
naren von den Kaufleuten wieder abgeholt worden, und der Bischof 
bat um Beiträge '). Der letzte Akt Pagans ist eine Anleihe von 54 
Pfund Denaren zur Bezahlung von 5 Rindern zum Pflügen, 100 
fdr ein Streitross, 229 anlässlich des letzten Besuchs an der Kurie 
f.lr Kleidung^), 100 für Verwaltungsausgaben; die Gläubiger, 
jene Brüder Ildebrandin und Montanellus Mendrigi aus Volterra, 
Hessen sich Pomarance und Vecchienna mit den bischöflichen 
Herden verpfänden. Es war am 27. August 1239 ^); am gleichen 
Tage erteilte der schwer kranke und innerlich gebrochene Bischof 
seinen Volterranern, mit denen er fast ein Menschenalter in ehrli- 
chem Hass und blutigem Hader gelebt hatte, die Generalabso- 
lution *). 

Mit welcher Enttäuschung mochte er auf sein Leben blicken ! 
Er liess, sagte er, den Bürgern seinen Segen ; viel mehr liess er 
ihnen den Fluch der allzu weltlichen Autfassung seines bischöfli- 
chen Amtes, an dem bessere Nachfolger zu tragen hatten. Die 
ghibellinische Zeit der Bischöfe ging mit ihm zu Grabe, die spä- 
teren sind alle guelfisch gewesen. Der Kaiser aber nahm die Tem- 
poralien Volterras ans Reich ^), der letzte Kampf mit der Kirche 
war ausgebrochen, und diese Verstärkung seiner militärischen Stel- 
lung in Toscana konnte ihm nur lieb sein. Die Pannocchieschi- 
Periode in Volterra war zu Ende; 1279 war noch einer von ihnen, 
der aus der Divina Commedia bekannte Graf Nello II von Pietra, 



') Sonst fehlen die Motive der Indulgenzen; alles Volt. A. Vesc. 

'') Er war sparsamer geworden; 1220 hatte er mindestens 900 Pf. aus- 
gegeben. 

^) V(jlt. A. Vesc. d. d. Die Kaufleute standen, wie wir sahen, schon mit 
Pagans Oheim in Verbindung. Eine Schuld von 10 Pf. bei Bartholomeus 
civis Senensis (ein Tolomei?) wurde von der Bistumsverwaltung nach seinem 
Tode, um 1240, abgezahlt, B-F. 13167. Jedenfalls starb er bald nach 1239 
Aug. 27; Gregor IX. kassierte 1240 Feb. 27 (nach Eubel Reg. Greg. a. 13 
t. 19 ep. 241) die Wahl des Kapitels. 

*) Urk. bei Cecina S. 40 gedruckt. 

») B-F. 3156, 8167 und 13677. 



112 KEDOR SCHNEIDER. BISTUM UNÜ GELDWIKTSCHAFT 

Podestä, 1270 postulierte das Kapitel einen Wilhelm Pannoc- 
chieschi, Dominikaner und Bischof von Cremona '), aber der Papst 
konnte sich aus guten Gründen nicht dazu bequemen. Das sind 
die letzten Spuren des Einflusses ihres Hauses in Volterra. 

Die Gerechtigkeit erfordert noch ein Wort zu Gunsten dieser 
Bischofspolitik. Ihr verdankt Volterra, dass es im gefährlichsten 
Augenblick, um und seit 1160, vor der Pisaner Suprematie errettet 
wurde, deren unerbittliche Härte ihm das Schicksal Massas, den 
vollen Ruin, bereitet haben würde ; sie lastete schwerer auf iliren 
Untertanenstaaten als je eine andre Regierung in Toscana, die 
Florentiner nicht ausgenommen, denen es später verfiel. So waren 
die Leiden der Volterraner doch nicht ganz umsonst. 



1) Er fehlt bei Eubel unter Cremona (doch vgl. Vulterrae), begegnet 
aber in Seneser Urkk. Volterran.r Podestä aus dem Hause der Pannocchie- 
schi: 1268. 1270. 1273 (zwei). 1279. Cecina S. 260 f. 



DER LIBER TAXARUM 
DER PÄPSTLICHEN KAMMER. 



VON 

EMIL GÖLLER. 



Im zweiten Band seiner « Beiträge zur politischen, kirchlichen 
und Kultur-Gescliichte der letzten sechs Jahrhunderte " (Regensburg 
1863) veröffentlichte J. von Döllinger als erste Abteilung eine 
Römische Annaten-Taxrolle aus dem fünfzehnten Jahrhundert, zu 
der H. Silbernagl einen ausführlichen Kommentar geschrieben 
hat. Ist der Titel dieser Publikation schon sehr wenig glücklich 
gewählt, so verraten die einleitenden Ausführungen des Herausge- 
bers über die Entstehung der Annaten erst recht, welch unklare 
Vorstellungen über diese Materie damals noch herrschten '). Han- 
delte es sich etwa um eine völlige terra incogiiita? Die falsche 
Auffassung von der Erfindung der Annaten durch Bonifaz IX. -), 

') Es sei hier vor allem auf den Satz hingewiesen: «Johann XXII. 
forderte im Jahre 1.319 als ausserordentliche Steuer auf drei Jahre von allen 
Pfründen die Früchte des ersten Jahres nach der Zehnttase, oder, wo solche 
nicht vorhanden war, nach der Hälfte des wahren Wertes; es scheint, dass 
die Abgabe bei den Bistümern und Abteien sich auch nach Ablauf jener drei 
Jahre erhielt ». 

=) Sie findet ihre Erklärung darin, dass Bonifaz IX. zum ersten Male 
ganz allgemein sich die Annaten von sämtlichen nicht servitienpflichtigen 
Benefizien, deren Einkommen 24 Gulden überstieg, am 9. Nov. 1389 reserviert 
hat, während vorher nur Toilreservationen oder allgemeine Reservationen mit 
bestimmter Zeitgrenze (auf einzelne Jahre) vorkamen. Diese Reservation Bo- 
nifaz' IX. erwähnt Raynald, Ann. eccl. zum J. 1392. 1. — Jansen, Papst 
Bonifatius IX. und seine Beziehungen zur deutschen Kirche (Freiburg 1904) 
S. 204 hat das Schreiben selbst aus den Vat. Registern veröffentlicht, ohne 
jedoch zu wissen, dass der Hauptteil desselben (von « ad instar — 24 flor. 
auri de camera non excedant») schon im 16. Jahrhundert zwei Mal bei Gal- 
lesius (s. unten) gedruckt worden war. 

8 



1 14 EMIL GÖLLER 

die hauptsächlich wieder durch Gregorovius im letzten Jahrhundert 
weiter verbreitet wurde, mag manches entschuldigen, man hätte aber 
nicht übersehen dürfen, dass schon Antonius Massa Gallesius im 
] 6. Jahrhundert auf die Unwissenheit derer, die seit dem Konzil von 
Konstanz gegen die Annaten, ohne den Unterschied zwischen ihnen 
und den Servitien zu kennen, geschrieben hätten, hingewiesen und 
in einem historischen Exkurs, der auch die Stellung des Konzils 
von Vienne zur Auflage der fructus primi anni berührt, die ganze 
Frage ausführlich behandelt hat ^). Näher noch als dies lag die 
Einleitung zum 19. Bande der « Histoire de l'eglise Gallicane " 
deren Verfasser die Erhebung der Annaten bis ins 12. Jahrhundert 
zurückverfolgt und bereits die erste päpstliche Annatenauflage durch 
Clemens V. nachgewiesen hat ^). 

■) Antonii Massae Gallesii de annatis sermo. Nunc priraura in 
lucem editus, Romae apud Antoiiiura Bladum impressorem cameralem 1564, 
(ein zweiter Druck Eom 1588) S. 3: "Ignoratio autem diversitatis dictarum 
specierum errare fecit multos, qui tarn pro annatis quam contra annatas a tem- 
pore dicti coneilii Constantien. in preseiis usque scripserunt arbitrantes omnia 
esse unum et idem n. Obwohl Gallesius die Anschauung vertritt, dass die Annaten 
successive an die Stelle der « fructus primi anni " getreten seien (ac postremo 
patet dictam Bonifacii dimidiam successive in locum illius integrae, de qua 
in extrav. « cum nonnullae " et aliis superius citatis fit mentio), so glaubt er 
doch, dass sie zum ersten Male unter Bonifaz IX. erhoben worden seien, 
da der Ausdruck « annata » vorher nicht vorkäme und bei der Erhebung der 
fructus primi anni die Früchte des ganzen ersten Jahres, nicht aber nur die 
Hälfte, wie bei der Annate, verlangt worden wären. Tatsächlich war die Be- 
messung der Taxe in beiden Fällen die gleiche ; der Ausdruck « annata » 
kommt in den Kammerregistern des 14. Jahrh. wiederholt vor. Gallesius pole- 
misiert deshalb mit Unrecht gegen Cosmus Guinier, der in seiner Glosse 
zur pragni. Sanktion die Stelle bei Joh. Andreae, Novella super decre- 
talibus L. I, Venetiis 1505, fol. 170, cap. " Inter cetera " de ofF. ord. ganz 
richtig auf die Annaten bezogen hat. Trotzdem behalten seine Ausführungen 
ihren Wert, da er vor allem den Begrifif der Annata selbst richtig gefunden und 
von dem der Servitien klar unterschieden hat. Ausserdem findet sich bei ihm 
(S. 7) schon das Schreiben Bonifaz' gedruckt. Zur Aunatenfrage und - litte- 
ratur vgl. meine Besprechung von Kirsch, Die päpstlichen Annaten in 
Deutschland während des 14. Jahrh. (Paderborn 1904) in den Gott. Gel. Anz. 
1904 Nr. 10 S. 779 ff. — Wertvolle Angaben über die Annaten finden sich 
bei 0. Panvinius, De annatis; ferner in den Materialiensammlungen des 
Konzils von Trient, vgl. Vat. Arch. Arm. LXII Nr. 15., die Dr. Schweitzer 
bearbeiten wird. 

^) u Discours sur Ics annates n überschrieben, vgl. ed. IV (Paris 1827) 



DER LIBER TAXARÜM DER PAEHSTLICHEiN KAMMER 115 

Sehen wir nun aber auch von der Einleitung der Döllingerschen 
Publikation ab, so enthält die Ausgabe des Textes selbst so viele 
Flüchtigkeiten, dass sie nur mit Vorsicht gebraucht werden kann. 
Zur Datierung der Handschrift bemerkt der Herausgeber: «Das 
Original, welches sich auf der Stadtbibliothek zu Bologna befindet, 
ist eine Pergamenthaudschrift aus der Zeit kurz vor oder nacli dem 
Jahre 1460 mit einzelnen Nachträgen von späterer Hand». Also 
eventuell noch vor 1460, obwohl in der Taxliste wiederholt Neuein- 
schätzungen aus der Zeit Pius' IL, Pauls IL und Sixtus IV. er- 
wähnt werden. Wäre aber auch die Edition korrekt durchgeführt, 
so müsste sie doch als verfrüht bezeichnet werden. Es fehlten damals 
noch die unentbehrlichen Vorarbeiten zur Inangriffnahme einer 
Ausgabe des Taxbuches. Die nocli erhaltenen Handschriften sind 
so zahlreich und enthalten so viele Abweichungen, der Liber ta- 
xarum hat eine derartige Entwicklung erfahren, dass eine Edition 
nach einer einzigen Handschrift als völlig unzureichend zu erach- 
ten ist. Uebrigens hat der grosse Gelehrte ganz übersehen, dass 
das Taxbuch schon im 16. Jahrhundert dreimal gedruckt worden 
war und zwar zuletzt bei G. C o e 1 e s t i n u s , Historia comitiorum 
anno MDXXX Augustae celebratorum (Francofordiae 1587 T. III 
f. 113-126) '). Es handelt sich in allen drei Fällen um die gleiche 
Handschrift. Die Liste trägt die Ueberschrift : « Annata. Taxationes 
ecclesiarum et monasteriorum per Universum orbem » . Dass der 
Herausgeber seiner Sache nicht ganz sicher war, ersehen wir aus 
der Vorbemerkung, die dem Texte vorangestellt ist: " Quam vis 
non satis emendatum exemplar haberi potuit, ex quo annatarum 
extorsio ad praescriptum tempus promissa ex amussim descrit)e- 
retur, ut tamen intelligi possit, quam immensa auri summa ex eis 
quotidie extorqueatur, haec qualiacunque sunt, edidimus, quae tu 
(quisquis es) meliori nactus exemplari, arbitrio tuo emendare po- 



XIX, I-XXIV. Hierauf hat zum ersten Male wieder J. Hall er, Papsttum und 
Kirchenreforra (Berlin 1903) S. 49 Anm. 2 aufmerksam gemacht. Hier Bd. XV 
nach der ersten Ausgabe (Paris 1730-49). 

') Zusammen mit der " Legatio (Adriani VI) in conventu Norembergensi 
anno MDXXII inchoato etc. » und den « Gravamina Germanice nationis ini- 
quissima centum » gedruckt zum ersten Male « Noremberge apud Friderichum 
Peypus anno MDXXIII». Auf dem Titelblatt die Aufschrift : « Demum, qaum 



11(3 EMIL GÖLLEK 

teris, Caeterum ne putes his officiorum exactiones additas esse, sed 
habet inexplebilis haec et nuper instituta officina peculiares suas 
artes, quibus assidue aurum emungere non desinit » . Bezeichnend 
für den polemischen Charakter dieser Edition ist das Nachwort, 
das folgendermassen beginnt : « Et haec est annatarum extorsio, 
que olim in concilio Constantiensi, sed ad certum tempus tantiim 
instituta est, ut illius persolutione resisti posset, verum ex eo tem- 
pore plus quam in duplo crevit ita, ut ubi tum centum persoluti 
sunt floreni. iam ad minus ducentum persolvantur necesse est, 
demptis tamen officiorum gravaminibus, quae etiam quotidie excres- 
cunt " . Das Ganze schliesst mit einem Zitat aus dem Römerbriefe ') 
und einer von Luther herrührenden Parodie zu Rom. XI 33 -). 
Was ist nun von der Ausgabe des Taxbuches selbst zu sagen ? 
Schon ein flüchtiger Blick in die Liste der Bistümer und Abteien, 
die ähnlich wie die DöUingersche angelegt ist, aber nur an ein- 
zelnen Stellen erklärende Zusätze aufweist, genügt, uns von der 
vollständigen ünbrauchbarkeit dieser Edition zu überzeugen. Die 
Namen sind vielfach derart entstellt und verballhornt, dass es durch- 
aus uumöglich wäre, sie zu verifizieren, ständen uns nicht andere 



in responsione prefata saepius annatarum mentio fiat, operae precium fuit 
addere, quam ingens et vix credenda pecunia non solum a Germanie archie- 
piscopis, episcopis et praelatis sed omni cliristiano orbe Romae persolvatur, 
ut inde intelligi possit, quam praestet tantam auri vim in Germania retinere 
ac in commune utilitatis commodum vertere quam ita perdere et ad malos 
et indecentes usus Eomam mittere ». Einen Kölner Druck vom gleichen Jahre 
erwähnt Bank, vgl. unten; auf eine Wittenberger Ausgabe der gleichen 
Schriften vom Jahre 1538 verweist B. Gebhar dt, Die gravamina der deutschen 
Nation gegen den römischen Hof, 2 Aufl. (Breslau 1895) S 85 Anm. 1, ebenso 
Bank, s. unten. Auf beide Drucke verweist Ph. Woker. Das kirchliche Fi- 
nanzwesen der Päpste (Nördlingen 1878) S. 79 Anm. Vgl. auch Catal. cod. bibl. 
reg. Monac. ed. altera I (Monachi 1892) S. 77 Nr. 308. 

'j XIII 11: " Fratres, iam tempus est nos a somno surgere ». 

-) Die Stelle lautet nach Coelestin. 1. c. f. 127: «0 altitudo nequitiarum, 
avaritiae et rapinae eius, quam inaestimabilia sunt furta eins et immensae 
rapacitates eius. Quis enim cognovit scrinium pectoris eius? Aut quis prior 
dedit ecclesiae, quod post non rapuerit iste? Quoniam ex ipso, per ipsum et 
in ipso sunt omnia mala ecclesiae. Ipsi horror et ignominia in secula secu- 
lorura Amen». Die Stelle fehlt in der Ausgabe von 1528; ob sie in der von 
1538 schon sich findet, konnte ich nicht festellen, da dieser Druck mir nicht 
vorlag. 



DER I.IBER TAXARUM DER PAEPSTUCHEN KAMMER 117 

Handschriften zur Verfügung. Sehen wir näher zu, so ergiebt sich, 
dass auch die Taxen vielfach nicht zuverlässig sind. Nur selten 
linden wir bei den Zahlen die Bruchteile verzeichnet, wiederholt 
ist der Herausgeber von den Hunderten in die Tausende geraten 
und umgekehrt. Ein interessantes Beispiel: Die Diözese Sens, deren 
Taxe schon unter Clemens V. 6000 flor. betrug, steht hier mit 1500 
verzeichnet. Die in ihr liegenden Klöster S. Jean, PreuUy, S. Jacques 
de Provins sind bei Döllinger und in den anderen Handschriften 
des 15. Jahrhunderts mit 500 bzw. 200, 250 Goldgulden eincre- 
tragen '), hier aber lesen wir 1100 bzw. 1200, 1250. Es kann 
keinem Zweifel unterliegen, dass es sich hier um Verschrei bungen 
handelt, die entweder von Flüchtigkeit im Drucke oder Unsicher- 
heit in der Palaeographie herrühren. Absichtliche Entstellung ist 
deshalb nicht anzunehmen, weil manche Taxen viel zu niedrig an- 
gesetzt ■-) und ferner auch die Reduktionen vermerkt sind. 

In einer Hinsicht verdient diese Ausgabe Beachtung. Die ihr 
zugrunde liegende handschriftliche üeberlieferung scheint auf die 
avignonesischen Päpste aus der Zeit des grossen Schismas zurück- 
zugehen. Bei der Diözese Rubicon findet sich nämlich der Ver- 
merk : « erecta in episcopalem per dominum Benedictum papam XIII 
anno a nativitate Domini 1404, qui ad eam primo promovit do- 
minum Alfontium de S. Luca de Barramede ord. fratrum Minorum, 
cui bullae promotionis suae expeditae fuerant gratis « ^). Dass die 
Handschrift jedenfalls auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts 
zurückgeht, ergiebt sich daraus, dass bei verschiedenen unter Mar- 
tin V. neu eingeschätzten Benetizien noch die alte Summe ver- 
zeichnet steht, so bei Trier 7000, Mainz allerdings 10000, Trient 
2000, Lund 4000; für Sutri, 1433 um 13üor. erhöht, sind noch 
50 statt 63, für Clarevallis Camerinen. dioc, 1433 erhöht, noch 100 



■) Im Drucke von 1523 sind die Taxen der Klöster richtig angegeben, 
dagegen Sens ebenfalls mit 1500. Es liegen alsu hier wirkliche Druck- 
fehler vor. 

2) Vgl. beispielsweise : Glasgow 2005 statt 2500, Agram 400 statt 4000 
bzw. 2000. 

^) In einzelnen jüngeren Hss des Taxbuches lesen wir unter « Rubicen. » : 
" Nota quod ecclesia Rubicen. dicitur esse eadem que Canarien , que fuit 
taxata noviter ad flor. 300 per d. Alexandrum papam VI. et sie fuit solutum » . 
Vgl. Cod. S. und G. (unten). . 



118 EMIL GÖLLER 

statt 106 V3 flor. vermerkt. Dies ist um so wichtiger, als keine der 
bis jetzt bekannten römischen Handschriften, die die gleiche Anord- 
nung aufweisen, über die zweite Hälfte des 15. Jahrhundeits zu- 
rückgeht. 

Diesen Druck des Taxbuches verwertete im Jahre 16 57 L. 
Bank, Professor zu Franeker, in seinem Buche: Taxa S. Cancel- 
lariae Romanae. Den Hauptinhalt dieses Werkes bilden die in 
neuerer Zeit wieder von Woker nach einem Pariser Drucke vom 
Jahre 1520 aufgelegten Taxlisten der apostolischen Kanzlei und 
der päpstlichen Poenitentiarie. Daran schliesst sich ein Münz- 
verzeichnis und dann folgt nach einem Drucke von Venedig aus 
dem Jahre 1584 eine alphabetisch geordnete Liste französischer 
Bistümer und Abteien mit den dazu gehörenden Taxen. Es handelt 
sich um nichts anderes, als um eine Zusammenstellung aus dem 
Taxbuche \). Welchen Zwecken sie dienen sollte, werden wir später 
sehen. 

Hier ist hervorzuheben, dass diese Aufzeichnungen vielfach 
von denen der oben besprochenen Ausgabe des Liber taxarum 
a])weichen. Der letzte Teil des Bankschen Buches enthält nun die 
« nomina patriarchatuum, archiepiscopatuum, episcopatuum, abba- 
tiarum, prioratuum omniumque ecclesiarum et monasteriorum per 
Universum orbem christianum extra regnum Galliae secundum 
ordinem alphabeti « . Der Herausgeber versichert im Vorwort, er 
habe sich für sein Unternehmen ein Manuskript von dem Lector 
Sibon am Collegium Romanum verschaffen lassen. Ob es eine 
Handschrift des Liber taxarum der Kammer oder der Kanzlei war, 
lässt sich aus seinen Angaben nicht feststellen -). Tatsächlich 

') Die Ueberschrift lautet (S. 151): " Sequuntiir nomina archiepisco- 
patuum et episcopatuum secundum alphabeti ordinem in regno Franciae et 
eins dominus existentium necnon omnium abbatiarura, prioratuum et aliorum 
beneficiorum in eorum liraitibus contentorum cum tasa eorundem, quae (cum 
ea vacasse contingit) apostolicae sedi quandoque reservata seu pro annata 
aut provisione fuit soluta. Et prirao incipiendo a prima littera usque ad no- 
vissimam protrahuntur ». Vgl. Tractatus illustrium in utraque tum Pontificalis 
tum Caesarei iuris facultate iurisconsultorum de beneficiis, Tom. XV p. I 
(Venetiis 1-584) f. 377^. Vgl. ferner: Taxae beneficiorum regni Galliae cum 
taxis cancellariae apostolicae et poenitentiariae, Parisiis (AUiot) 1623. 

^) Die Stelle lautet: « Manuscriptum habui mihi Piomae a rev. d. Job. 
Biiptista Sibon. ]iatre monacho Bernhardin. et coli. Roman, lectore amico su- 



DER LIBER rAX^RUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 119 

giebt die von ihm für die nicht französischen Bistümer und Ab- 
teien gemachte Zusammenstellung den Text des oben erwähnten 
Druckes genau mit allen Fehlern und Entstellungen wieder. Da 
und dort finden sich nebensächliche Abweichungen. Welchen Zwek- 
ken die Banksche Veröffentlichung dienen sollte, sagt uns das 
Vorwort : « Inter alia vero numos cumulandi artificia non postremo 
censeo ipsam cancellariae apostolicae taxam et ecclesiarum ac mo- 
nasteriorum per Universum orbem Christianum annatas. His maio- 
rem auri copiam praesules Komani colligunt quam simpliciores 
unquam crederent vel calamo exprimere auderem. Quae tarnen, 
ut orbi melius nota forent, eadem ex cancellariae Romanae secretis 
eruta hie offero, quo veritatis lux facilius vel invitis animis se 
inserat et aperta clausos etiam oculos feriat ». Eine merkwürdig 
anmassende und hochfahrende Sprache, wenn man die Publikation 
selbst, deren Fehlerhaftigkeit jeder Beschreibung spottet, dage- 
genhält. Es ist aber von grosser Wichtigkeit, zu konstatieren, 
dass gerade auch das Taxbuch der päpstlichen Kammer gleich von 
Anfang an in den Kreis der polemischen Schriften des 16. Jahr- 
hunderts mit hereingezogen und wiederholt als Angriffsobjekt gegen 
die römische Kurie verwertet worden ist M. 



spiciendo fideliter communicatum, cui addidi unum editionis Coloniensis anno 
1523 et aliud editionis Wittebergensis anno 1538». 

■) Einzelne Auszüge aus dem Taxbuch s. bei D u d i k , Iter Romanum, 
I. Teil (Wien 1855) S. 67 aus einer Hs. der Bibliothek von S. Pietro in Vin- 
culis in Rom. 0. Meinardus, Päpstliche Formelsammlungen, N. Archiv X 
(1885) S. 49 aus einer Hs. des Staatsarchiv zu Hannover. Riezler, Ge- 
schichte Bayerns III (Gotha 1889) S. 814 aus DöUinger, Beiträge II. Geb- 
hardt, Die gravamina der deutschen Nation gegen den römischen Hof, 
2 Aufl. (Breslau 1895) S. 85 zu Mainz. Vgl. auch Ranke, Werke I 4 Aufl. 
(Leipzig 1867) S. 168. Lang, Acta Salzburgo-Aquilejensia I (Graz 1903), 
S. LXXIV f. und Jansen, Papst Bonifatius IX. und seine Beziehungen zur 
deutschen Kirche (Freiburg 1904) S. 116 ff. Schliesslich die Taxen in Eubels 
Hierarchia. Für die Taxen der Klöster haben wir zwei grosse Uebersichten ; für 
Deutschland in den Veröffentlichungen Eubels aus den Obligationen in 
den « Studien u. Mitteilungen aus dem Benediktiner- und dem Cistercien- 
serorden» XVI. S. 84-95 (1295-1378) u. XX. 8. 234-246 (1431-1503) und für 
Belgien Berliere 0. S. B., " Inventaire analytique des Libri obligationum et 
solutionum des archives Vaticanes » (Rome 1904) von 1296-1548. Von Spezial- 
publikationen (Sauerland, Lang, Fraikin, Glaser) sehe ich hier ab. 



120 EMIL GÖLLER 

Eine kritische Ausgabe des Liber taxarura wäre nach dem 
bisher Gesagten dringend vounöten. Der Vorschlag lässt sich al- 
lerdings leichter machen als verwirklichen. Ein flüchtiger Blick 
in die zahlreichen noch vorhandenen Handschriften und deren ver- 
schiedenartige Komposition klärt rasch darüber auf, welch gewal- 
tiger Stoff hier bewältigt werden muss '), gar nicht der schwie- 
rigen Arbeit zu gedenken, die die absolut notwendige Heranzie- 
hung der päpstlichen Kammeraufzeichnungen erfordern wird. Dabei 
hätte man nicht etwa bloss mit dem 15., sondern auch mit dem 
16. und 17. Jahrhundert zu rechnen. Ich hebe dies deshalb hervor, 
weil auch noch die jüngsten Redaktionen des Taxbuches mit der 
gleichen Ausführlichkeit, wie die älteren, die historisch wichtigen 
Noten und Zusätze der früheren Periode enthalten. 



II. 

Der Ausdruck « Liber taxarum » ohne nähere Angabe, um 
welche Taxen es sich handelt, könnte leicht irre führen, da auch 
die päpstliche Kanzlei ein besonderes Taxbuch hatte. « Liber 
taxarum cancellarie apostolice paparum Avinionensium tempori- 
bus » . lautet die Ueberschrift der von Tangl ') veröffentlichten 
Kanzleitaxliste aus der Zeit Johanns XXII. Es handelt sich hier 
nicht um die Abgabe der Servitien, sondern um die Taxen, die 
bei der Ausfertigung der Papstbriefe zu entrichten waren. Der Li- 
ber taxarum der päpstlichen Kammer ist also nicht mit dem der 
päpstlichen Kanzlei zu verwechseln ^). 

') Davon möge diese Studie einen kleinen Begriff geben. Eine volle Wür- 
digung wird erst dann möglich sein, wenn einmal die Vorarbeiten zur Edition, 
die ich im Auftrag des Preuss. bist. Instituts in Rom in Angriff nehmen werde, 
vorliegen. 

2) Das Taxwesen der päpstl. Kanzlei MIOG. XIII. S. 1 ff. 

3) Darauf macht auch besonders L. Gomez in seinem Kommentar zu 
den Kanzleiregeln (Paris 1547) aufmerksam: « Sed est ulterius praemittendum. 
quod ante editionem istius regulae (gemeint ist Urbans VI. Kanzleiverfü- 
gung über die Anführung der Höhe des Einkommens in den Suppliken. 
Ottenthai 49 nr. 14) duo illi taxarum libri, quibus nunc sedes apostolica utitur, 
inventi fuere. Quorum primus mercedes officialium cxpedientium literas aposto- 
licas taxat secundum valorem beneficiorum consistorialium . .. Quorum libro- 



DKR LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 121 

Ferner ist darauf zu achten, dass in ihm keine Annaten 
verzeichnet stehen; wohl gab es auch im ausgehenden Mittelalter 
besondere Taxlisten der Benetizien, die die Annate zu entrichten 
hatten ') ; in das Taxbuch der Kammer sind aber nur diejenigen 
Benefizien aufgenommen, bei deren Besetzung das Servitium com- 
mune erlioben wurde. 

Gottlob definiert den Liber taxarum als k eine im grossen und 
ganzen alphabetisch geordnete Zusammenstellung der servitien- 
pflichtigen erzbischöflichen und bischöflichen Sitze und der für jeden 



rum (ut opinor) inventor Joannes XXII fuit. De primo nullus dubitat eum 
fuisse inventorem, cum curia resideret Avinione... Seeundum vero librum, qui 
beneficia consistorialia et annatas respicit, eundem Joannem invenisse ex eo 
coniecturam capimus, quia in illo libro beneficiorum valor per florenos auri 
designatur, quod genus monetae primus omnium pontificum Johannes XXII 
cudi iussit". Tatsächlich fand der florenus schon 1252 an der Kurie Eingang. 

') Für Frankreich vgl. beispielweise: Vat. Arch. Arm. 33 Nr 8: Ta- 
xationes beneficiorum et locorum ecclesiasticurum civitatis Remen. (6000 libr.), 
Cathalaunen. (600 libr.), Beluacen. (5000 libr.), Noviomen. (3200 libr.), Sil- 
vanecten. (1440 libr.), Suessionen. (2000 libr.), Cameracen. (10000 libr. Tur ). 
Laudunen., Attrebaten. (3200 libr.), Ambianen. (2500 libr.), Tornacen. (4000 
libr,), Morinen. (301 libr.). — Papiercodex, 241 beschriebene Blätter, aus der 
Zeit Urbans V., inhaltlich wohl aus der Zeit Johanns XXII. 

Vat. Arch. Arm. 33 Nr. 9, gehört dem Ende des 14. Jahrh. dem 
Schriftcharakter nach an. Beginnt: « Taxationes beneficiorum et redditunm 
ecclesiasticorum provincie Remen. secundam reductionem per fei. rec. d. Ur- 
banum quintum ad medietatem factara. Et primo de beneficiis civitatis et 
dioc. Remen., que ex antiqua consuetudine ad monetam Turonen. taxantur et 
decimas seeundum hoc ad ipsam monetam solvere consueverunt, cuius monete 
francus pro 20 sol. Tur. computatur. Archiepiscopus Remen. seeundum dictam 
reductionem taxatur ad 3000 libr. Tur., que summa seu taxatio reducta est 
perpetuis temporibus per d. dementem papam VII. ad 2000 libr. Tur. parv . 
Abbas S. Remigii Remen. seeundum eandem reductionem taxatur ad 3150 libr. 
Tur, que quidem taxatio reducta fuit perpetuis temporibus per dictum de- 
mentem papam VII. ad 1500 libr. Tur. parv. Es folgen die Diözesen: Catha- 
launen. (3000 libr. Tur.), Laudunen. (Sequntur beneflcia civ. et dioc. Laudunen, 
non taxata ab antiquo, sed postmodum fuerunt extimata), Silvanecten. (725 libr. 
parv.), Ambianen. (1250 libr. parv.), Atrebaten. (1650 libr.), Parisien., Came- 
racen. (.5000 libr. Tur.), Tornacen. (2500 libr. parv.). 

Vgl. auch Bibl. Sainte-Genevieve in Paris Cod. 344, 11 (fol. 33) und 
12 (fol. 57); Catalogue genöral, Paris 1893 I 208. Ebenda unter Nr. 7 (fol. 9): 
« Sequitur estimacio seu valor, que alio nomine dicitur vaceancia, omnium 
archiepiscopatuum, episcopatuum et abbatiaruni Romane ecclesie«. 



122 EMIL Göl LEH 

derselben zutreffenden Servitiensätze oder - betrage " . Als Ergänzung 
fügt er noch an : « Für die tributpflichtigen Abteien sind nicht ge- 
sonderte Listen angelegt, sondern ihre Namen und Taxbeträge sind 
in der Bistumsliste jeweils unter den Namen der Diözese, in wel- 
cher sie gelegen, mit angeführt " . 

Diese Definition trifft nur im allgemeinen zu. Wohl sind in 
dem weitaus grössten Teil der Handschriften die Abteien unter den 
Bistümern eingetragen, es sind uns aber auch noch Exemplare 
des Taxbuches handschriftlich erhalten, in denen die Listen der 
Diözesen und Abteien getrennt von einander verzeichnet stehen. 

Weiterhin muss hervorgehoben werden, dass das Taxbuch in 
ständiger Entwicklung begriffen war. Durch zahlreiche, besonders 
seit Martin V. vorgenommene Neuerrichtungen, Teilungen und 
dementsprechende Neueinschätzungen, Erhöhungen oder Eeduktio- 
uen wurde das Taxbuch nach und nach weiter ausgestaltet, viel- 
fach verändert und mit zahlreichen Notizen versehen, die für die 
Geschichte des Liber taxarum selbst wie der in ihm eingetragenen 
Benefizien von grösster Wichtigkeit sind. 

Eine Klasse der Handschriften beginnt mit der Ueberschrift: 
« Incipit liber taxarum omnium ecclesiarum et monasteriorum dili- 
gentissime emendatus ad exemplar libri sacri collegii et camere 
apostolice " '). Hier ist auf die Führung dieses Buches in beiden 
Kammern direkt aufmerksam gemacht. 

Der Liber taxarum der päpstlichen Kammer ist 
also ein in der Camera apostolica und der Camera 
collegii cardinali um geführtes, im Verlaufe der Zeit 
allmählich erweitertes und in manchen Teilen um- 
geändertes Verzeichnis der bischöflichen Kirchen 
und servitienpflichtigen Abteien und der bei ihrer 
Neubesetzung nach vorausgegangener Obligation 
an beide Kammern gleichmässig zu entrichtenden 
Taxe. 

Die Anlage des Taxbuches hängt mit der Ausbildung des Ser- 
vitiemwesens an der päpstlichen Kurie zusammen. Zwei Fragen 
knüpfen sich unmittelbar daran: 1) Welches war der Massstab 
bei Festlegung der Taxe? 2) Wann hat man mit der Herstellung 
besonderer Listen zur Aufnahme der fixierten Beträge begonnen? 

') V.d. unten S. 154. 



DER LIBKR TAXARUM DER PAEPSTLICHEN K.AMMER 123 

Die Beantwortung der ersten Frage ist wiederholt versucht 
worden, eine abschliessende Antwort konnte bisher nicht gegeben 
werden. Die von Kirsch, Eubel, Baumgarten u. a. vertretene 
Auffiissung, dass das Servitium ein Drittel des bei der Festlegung 
der Taxe vorhandenen Einkommens betragen habe, wurde neuestens 
von Gottlob in Frage gezogen. Er verweist auf die Gleichheit 
der Taxen von Köln, Mainz und Trier, indem er von der Annahme 
ausgeht, dass das Servitium dieser drei Erzdiözesen anfangs 2000 bzw. 
4000 Mark und später je 10000 Goldgulden betragen habe. Dem- 
gegenüber muss hervorgehoben werden, dass aus den von ihm 
angeführten Beispielen von Zahlungen dieser Erzbischöfe im 13. Jahr- 
hundert ein fester Schluss auf die damalige Taxe nicht gemacht 
werden kann. Es ist vielmehr anzunehmen, dass deren Taxe schon 
damals ebenso wie im ganzen 14. und beginnenden 15. Jahrhundert 
verschieden war. Diese aber wird bereits unter Clemens V., wie 
Gottlob aus den gedruckten Kamraerakten dieses Papstes unschwer 
hätte erkennen können, für Köln ^) mit 2000 Mark = 10000 flor., 
für Trier mit 1400 Mark = 7000 flor. und für Mainz *) mit 
1000 Mark = 5000 flor. angeführt. Erst im Jahre 1420 wurden 
die Taxen von Trier und Mainz auf 10000 Goldgulden erhöht. 
Dieser Irrtum scheint bei Gottlob auf die Benützung der Taxan- 
sätze in Eubels Hierarchia zurückzuführen zu sein. Um hier jeden 
Zweifel zu beseitigen, sei darauf aufmerksam gemacht, dass diese 
nicht aus einer Quelle, sondern verschiedenen zeitlich auseinander 
liegenden stammen und deshalb keine sichere Grundlage bieten 
können •''). Auf einem grossen Missverständnis beruht die Angabe 
Jansens, das Servitium habe in der Regel ^A des taxierten, nicht 
wirklichen Jahreseinkommens betragen "). 



') Die Servitientaxe im 13. Jahrb., in Kirchenrechtl. Abhandlungen 
hg. von U. Stutz H. 2 (Stuttgart 1903) S. 121. 

2) Reg. Clera. V. (ed. Bened.) App. I S. 204 Nr. 4 Anm. 3. 

3) Ebenda S. 218 Nr. 76. 

') Ebenda S. 211 Nr. 31 Anm. 5. 

^) So steht bei Eubel Agram mit 2000 flor. verzeichnet, obwohl die Taxe 
bis zum Jahre 1420 4000, Mainz mit 10000, während die Taxe bis 1420 nur 
5000 betrug, Trient mit 2000, obwohl dasselbe von 1420 an, also noch unter 
Martin V. 3000 zu entrichten hatte. 

') L. c. S. 116, Anm. 1: « Das Servitium betrug in der Regel '/♦ des 



124 EMIL GÖLI.ER 

Sie verrät ein noch völligeres Verkennen des wirklichen Sach- 
verbaltes als die andere, dass man in Rom aus einem Taxregister 
die Höhe der Gebühren festgestellt habe. Die Heranziehung des 
Taxbuches bei Einschätzungen wird sich jedenfalls für das 14. Jahr- 
hundert, wie wir später sehen werden, wohl kaum nachweisen 
lassen. Die Hauptgrundlage bildeten damals in Zweifelfällen die 
Kammerregister, in erster Linie die Obligationen ; häufig benützte 
man auch noch vorhandene Notariatsinstrumente über früher voll- 
zogene Obligationen 0- 

Entweder wurden bei Festlegung der Taxe und bei Neuein- 
schätzungen die Vereinbarungen zwischen der Kammer und den 
sich obligierenden Prälaten oder deren Prokuratoren an der Kurie 
selbst getroffen oder man orientierte sich durch die päpstlichen 
Kollektoren ^), meist aber durch besondere Bevollmächtigte an Ort 
lind Stelle über die Höhe des Einkommens. Beispiele hierfür lassen 
sich in Menge aus den Kammeraufzeichnungen des 14. Jahrhun- 
derts anführen ^). Die Hauptquellen bilden die Sammlungen der 
Kämmererbriefe, die ursprünglich in den Obligations- und Solutions- 
registern zwischen den übrigen Eintragungen zerstreut aufgezeich- 
net, in der zweiten Hälfte des 14. Jalirhunderts aber in besonderen 
Registern zusammengestellt wurden und als solche die Vorläufer 
der sog. Di versa cameralia des 15. Jahrhunderts bilden. Aber auch 
andere Aufzeichnungen kommen hierfür in Betracht. 

Besondere Beachtung verdient in dieser Beziehung ein in der 
Kammer geführtes Provisionsregister aus der Zeit Clemens' VI. 



taxierten, nicht wirklichen (viel höheren Jahreseinkommens). Z. B. hatte 
Bamberg als taxiertes Jahreseinkommen 4000 Mark und als Taxe 3000 Gulden, 
Eichstätt Jahreseinkommen 1000 Mark, Taxe 800 Gulden ». Wie da, ganz 
abgesehen von der Unrichtigkeit der Behauptung selbst, das Verhältnis von 
"/4 in den Belegen zum Ausdruck gebracht sein soll, ist mir unerfindlich. 

') Vgl. unten. 

^) Vgl. hierzu auch L. König, Die päpstliche Kammer unter Clemens V. 
und Johann XXII. (Wien 1894) S. 8 f. Kirsch, die Finanzverwaltung des 
Kardinalkollegiums im 13. und 14. Jahrb. (Kirchengeschichtliche Studien her- 
ausg. von Knöpfler, Schrörs, Sdralek II, 4) Münster 1895, S. 7. Gottlob 
1. c. S. 122 f. 

'•^) Hierzu folgendes Beispiel, das über die Information selbst Auf- 
schluss giebt. (Obl. 36 f. 2, zum Jahre 1362 Dez. 10): « Presentatum fuit in 
Camera apostolica quoddam publicum instrumentum scriptum et signatum ma- 



DER LIBKR TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 125 

Es enthält eine Zusammenstellung der von der Camera apostolica 
in den Jahren 1347-1351 nach erfolgter Obligation wieder an die 
Empfänger bzw. deren Prokuratoren zurückgegebenen Provisions- 
urkunden. Am Rande der kurzen Eintragungen ist jeweils die ver- 
sprochene Summe vermerkt. In Fällen, wo das Servitium wegen 
Armut oder aus anderen Gründen erlassen wurde, ist dies beson- 
ders angegeben ^). Häufig aber konnte die Verpflichtung nicht erfol- 
gen, da man die Höhe des Einkommens bzw. die Taxe der in Frage 
stehenden Bischofssitze und Abteien nicht kannte. Die hierüber 
gemachten, sehr interessanten Aufzeichnungen sind im Anhange 
dieser Untersuchung abgedruckt. Wir sehen daraus, dass man 
zur Informierung bei den Diözesen meist benachbarte Bischöfe, bei 
den Abteien den zuständigen Bischof oder dessen Vikar, häuficr auch 
den Official oder Dekan des Kapitels heranzog. Welche Modalitä- 
ten sich hieraus für das Provisionsverfahren ergäben, habe ich an 
anderer Stelle ausgeführt. 

Wie steht es nun aber mit dem Veranlagungsprinzip der 
Taie selbst, welches war die rechtliche Basis, welches die unterste 
Grenze bei Festlegung des Servitiums? Diese Fragen erhalten 
ziemlich ausreichend ihre Beantwortung aus der bisher nicht bekann- 
ten Formel, die den Kommissionsbriefen bei der Fixierung der 
Servitientaxe unter Johann XXII. sowohl für die Bistümer wie für 
die Abteien zugrunde lag -). Zur Motivierung des Zahlungsmandats 



gnu (!) et signo Geraldi de Laden clerici Osiiaburgen. auctoritate ap. public! 
notarii ut prima facie apparebat, pro parte... Johannis ep. Osnaburgen., in qno- 
quidem instruraento continetur, quod rev. pater d. ep. Osnaburgen. ex conimis- 
bione sibi facta... fecit et recepit Informationen de fructibus, redditibus, pro- 
ventibus et obventionibus uiiiversis ecclesie seu episcopatus Minden., prout in 
dicto instrumento plenius continetur, pro quibus omnibus et singulis dns. Ge- 
raldus ep. Minden, piromisit camere ap. et collegio pro suo communi servitio 
400 fior. auri 5 servitia consueta solvendo infra unum annum continuum et 
completum a data ipsius instrumenti computandum; quod quidem instrumentum 
fuit factum et receptum 2. die mensis iunii anno D''' 1362 pont. d. Innocentii 
pape VI. anno decirao ". 

M Von mir besprochen: Rom. Quartalschr. XVII (1903) S. 410. 

2) Sie findet sich in mehreren Briefen der beiden Kämmerer Joh. XXII. 
in Obl. 13 f. 137 ff. Die hier folgenden Auszüge sind der « Commissio facta 
pro servitio eccl. Montisamaran n. (ebenda f. 138' f) entnommen. Vgl. hierzu 
auch Kirsch 1. c. S. 84. Beilage VIII, wo nur auf die Provision Bezug ge- 



126 EMIL GÖLLER 

wird hier darauf hingewiesen: « quia prelati, qiii per die tarn 
sedem promoventur seu auctoritateconfirmantur 
ei US dem, prout vos latere non credimus, de laudabili consue- 
tudine ab antiquo servata tenentur cameram domini nostri 
pape prefatumque collegium necnon et familiäres tam ipsius domini 
nostri pape quam dominoriim cardinalium predictorum in certa sub- 
ventione temporalis subsidii, quod commune servitium et quinque 
familiarium servitia nuncupantur, de facultatibus ecclesiarum seu 
monasterium manu grata respicere: nostri nos debitum perurget 
ofificii, ut ille, cuius electionem vos confirmare continget, statim 
post confirmationem huiusmodi ad servandum huiusmodi consuetu- 
dinem inducatur " . — Bei der Einschätzung hatten sich dann die 
Beauftragten für die Höhe und Abgrenzung der Summe an fol- 
gende allgemeine Kegel zu halten: « Si fructus, redditus et proven- 
tus ac obventiones huiusmodi unius anni communi extimatione ad 
summam 100 flor. auri ascendant, illius summe pro dicto communi 
servitio, quam tertia pars reddituum predictorum unius anni va- 
luerit, ad florenos reductione facta, ut fuerit extimata aut ultra 
ipsam pro supradicto communi servitio promittendam, quinque etiam 
summam servitiorum familiarium et oflicialium d. n. pape ac do- 
minorum cardinalium .... per solerapnis stipulationis contractum 
exigere et recipere studeatis » . 

Die für uns wichtigen Bestimmungen dieser Formel lassen 
sich hiernach in folgenden Sätzen zusammenfassen : 

]) Zur Zahlung des Ser Vitiums waren zur Zeit 



nommen ist.: " quia incognitum esse non debeat, quod prelati, qui per sedem 
apostolicanti promoventur vel auctoritate eiusdem, . . . commune servitium . . . 
ac quinque consueta servitia... offerre et promittere ... teneantur ». Die Ein- 
forderung des Servitiums ratione provisionis belegt Gottlob mit zwei Bei- 
spielen (1. c. S. 94 Anm. 1) aus Reg. Clem. V. App. I 219 u. 188. Ein Bei- 
spiel auf Grund der Konfirmation s. ebenda S. 206 zum Jahre 1306 Nr. 14: 
« Sub eadem forma ven. vir dominus Gaiardus electus confirmatus pro- 
misit 12000 flor. auri et 5 servitia hinc ad proximum festum nativ. Domini 
solvere ». Die päpstliche Bestätigung wurde auch seither schon als Vor- 
aussetzung des Servitiums angenommen (vgl. Kirsch 1. c. S. 76), sie konnte 
aber weder als allgemeines Prinzip noch als bestehende Gewohnheit nach- 
gewiesen werden. 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 127 

Johanns XXII. nach althergebrachter Gewohnheit ') 
diejenigen Prälaten gehalten, die entweder vom apo- 



') Die consuetudo antiqiia lässt sich in den Quellen verfolgen. 
Hochinteressant ist in dieser Hinsicht der Bericht Th. Walsinghams über 
die Bestätigung des Abtes Johann 11. von S. Alban (1235) und die Teil- 
nähme seines Vorgängers Wilhelm am 4. Laterankonzil. Von letzterem heisst 
es (Gesta abb. mon. S. Albani, ed. Riley. I, London 1867 S. 263): « Idem 
etiam abbas Willelmus, cum soluto concilio aeeepta licentia cum benedictione 
vellet recedere papa in muneribus non respecto, dixit ei papa: Nonne tu es 
abbas S. Albani, qui tot beneficia a nostra sede totiens obtinuisti? Siccine 
decet talem et tantum virum me papa non respecto recedere ? Et cum obtu- 
lisset quinquaginta marcas, amice redargutus, coactus est, antequam exisset 
e Camera papae (in quam poenituit eura intrasse) non sine turpi convicio 
coactus, papae super Solutionen! centum marcarum satisfacere, quas mutuo 
ab usurariis curiae non sine duris accepit conditionibus. Levius tamen hoc 
tulit abbas et aequanimius, quia hoc idem fecit papa praelatis 
universis. Von der Bestätigung des Nachfolgers, der infolge einer neuge- 
troffenen Bestimmung des IV. Lateranense, die auch in dem obigen Berichte 
schon durchschimmert, als exemter Abt in Rom sich konfirmieren lassen 
musste, wird gesagt: " Et cum ad curiam Romanam . . . pervenissent (sc. pro- 
curatores), ut promptiorem a d. papa gratiam obtinerent, pecuniae quandam 
summam papalibus pedibus obtulerunt ; quam statim gratanter receptam 
iussit dominus papa cuidam fratri Minori, thesaurario et cubiculario suo, 
illam pecuniam in gazophylacium suum deportare. Et accumulatis illis denariis 
aliis candidis esterlingis, noluit frater vel etiam forulum nunciis resignare... 
Electione igitur confirmata cum benedictione apostolica, quam satis compa- 
raverant, gaudenter sunt reversi ; nee unquam postea ipsam curiara diligere 
aut commendare potuerunt «. Wichtig ist hierfür auch eine Notiz über die 
Konfirmation des Abtes Randulph von Evesham 1214 (Chron. abb. de Evesham 
ed. W. D. Macray, London 1863 S. 259): « Nam cum abbates benedicti a 
domino papa consueverint visitare papam de triennio in triennium . . . timeo 
ne haec consuetudo trahatur ad confirmatos a domino papa; quod si factum 
fuerit, melius esset, quod abbas a d. Cantuariensi confimaretur, si tamen peri- 
cula imminentia possemus evadere. Sed et nunc haesito, utrum sumptus visi- 
tationis debeant comparari bonis, quae ecclesia Romana consuevit conferre 
specialibus filiis suis exemptis, quamvis pericula, quae imminent, si domino 
pape subtraxerimus confirmationem, millies graviora sint, quam sumptus vi- 
sitationis et confirmationis». Hiernach verstehen wir, wenn die Er- 
weiterung der Lateranensischen Bestimmung über die Bestätigung der Exeni- 
ten durch Alexander IV. 1257 (vgl. unten Anm.) damit begründet wird: « quia 
procuratores cuiusdam electi in abbatem de Anglia domino papa de aliqua 
munificentia non visitato a curia recesserunt ". 



128 EMIL GÖLLF.R 

stolischen Stuhle pro vidiert oder (auctoritate eiusdem) ') 
konfirmiert wurden. 

2) Die Höhe des Einkommens m u s s t e bei Bistü- 
mern wie Abteien die Summe von 100 Goldgulden 
erreichen. 

3) Als Servitium commune war ein Drittel des 
Gesamteinkommens zu entrichten. 

Damit fallen, um den letzten Punkt zunäclist lierauszugrei- 
fen, von selbst die Zweifel ^), die gegen die Taxierung des Servi- 
tiums auf ein Drittel des Gesamteinkommens erhoben wurden. 
Es bedarf keiner langen historischen Untersuchung, um festzu- 
stellen, ob man auch noch in der folgenden Zeit diesem Prinzip 
treu geblieben ist. Es findet sich ebenso in den Aufzeichnungen 
des 15. wie in den gedruckten Abhandlungen des 16, Jahrlmn- 
derts ^). AVenn sich also bei Spezialforschungen über den Vermö- 
gensstand einzelner Diözesen ein anderes Verhältnis ergiebt, dann 
ist der Grund hierfür niclit im Prinzip, sondern in anderen Um- 
ständen zu suchen. Will man Vergleichungen zwischen der Taxe 
und dem Einkommen anstellen, dann kann selbstverständlich nur 
der Vermögensstand zur Zeit der Einschätzung selbst in Betracht 
kommen. Es ist ganz klar, dass sich vielfach mit der Zeit ein an- 
deres Verhältnis ergab. Die Taxe konnte Jahrzehnte, Jahrhunderte 
hindurch dieselbe bleiben ; wer möchte aber annehmen, dass in 
diesen grossen Zeiträumen das Einkommen in allen Fällen gleich 
geblieben sei? Handelte es sich um Reduktionen, dann waren die 
Prälaten mit ihren Suppliken um Verminderung « propter pauper- 

■) Um so mehr natürlich bei unmittelbarer Konfirmation. 
^) Die übrigens auch schon nach den Quellenangaben von Kirsch kaum 
begründet waren, 1. c. S. 9 und besonders Beilage YIII. 

=*) Vgl. Kirsch, Die Annaten und ihre Verwaltung in der 2. Hälfte^des 

15. Jahrh's (Histor. Jahrb. IX, 1888), S. 805 : « Et si ad cameram veniat bulla 
super aliquo monasterio non taxato vel quod non reperiatur in libris antiquis 
camere seu coUegii..., si valeat ultra centum..., taxatur ad tertiam partem va- 
loris et describitur in libro camere de novo ». Galle sius 1. c. S. 40. Im 

16. wie im 14. Jahrb. finden sich, was auch aus den Taxen im Tasbuch selbst 
ersichtlich ist, in den Obligationen zahlreiche Verpflichtungen mit den Bruch- 
teilen -^ (33 -^) j (66 -|) etc., was natürlich eine runde Summe mit Drei- 
teilung voraussetzt. Vgl. hierzu meine Besprechung von Gottlobs Buch in 
den Gott. Gel. Anz. 1903 Nr. 12 S. 989. 



DER LIBER TAXARUM DEK PAEPSTLICHEN KAMMER 129 

tatem, propter guerras etc. » gleich zur Hand; sie werden aber 
schwerlich eine Erhöhung ihres Einkommens im Servitium zur 
Geltung gebracht haben, wenn nicht die Kurie selbst durch irgend 
einen Anlass hierauf aufmerksam gemacht wurde. Und der lao- 
meistens, wie die Notizen in den jüngeren Taibüchern ero-eben. 
bei ünierungen vor. Von diesen Gesichtspunkten aus sind auch die 
Angaben in den Gravamina der natio gallicana auf dem Konstan- 
zer Konzil über die Höhe einzelner Servitientaxen, die der Hälfte 
des Vermögens gleichgekommen seien, zu beurteilen '). Sie wollen 
nicht das Prinzip, sondern die praktischen Verhältnisse zum Aus- 
druck bringen. Bei der grossen Verarmung der französischen Be- 
nertzien im Zeitalter des lOOjäbrigen Krieges konnte sich dieses 
Verhältnis selir leicht ergeben, ohne dass die Kurie sich sofort zur 
Herabsetzung der Taxe überhaupt entschloss. Diese Frage wurde 
von Fall zu Fall entschieden. Dass in den letzten Jahrzehnten 
vor dem Konstanzer Konzil zahlreiche Prorogationen der franzö- 
sischen Servitien in der Kammer stattfanden, dass wiederholt voll- 
ständige oder teilweise Nachlassung erfolgte -), hat die natio gal- 
licana nicht erwähnt. 

Die Voraussetzung für die Erhebung des Servitium commune 
bildeten Konfirmation oder Provision durch den Papst. Dieser 
Grundsatz war nirgends durch eine rechtliche Bestimmung fixiert 
worden. Man berief sich auf die « antiqua consuetudo ". Es handelt 
sich also auch hier wie bei den Reseivationen und den Annaten um 
eine allmählich durch Gewohnheit festgelegte üebung-^). Von grosser 
Wichtigkeit ist die Hervorhebung der Konfirmation neben der Pro- 
vision. Kirsch *) vertritt unter Berufung auf Hinschius u. Philipps 

') Vgl. V. d. Hardt, Concil. Const. I 13, (764) : " Eo quod tunc nulla 
certa taxa esset in camera, quoad aliqua ad tertiam partem valoris episcopa- 
tus, monasterii, aliqua vero ad mediam, in aliquibus etiam taxa dictum va- 
lorem excedit, prout in libris cancellariae scriptae sunt et ultra pro minutis 
servitiis compulsi sunt dare et offere ad solvendum se et monasterium sive 
etiam obligare per suarum literarum retentionem. Vgl. auch König, Die 
päpstliche Kammer S. 18. 

^) Man vgl. Obl. 52V 

=) Vgl. meine Angaben in Gott. Gel. Anz. 1904, Nr. 10 S. 782. 

■*) L. c. S. 7. Vgl. auch Sägmüller, Die Thätigkeit und Stellung der 
Kardinäle bis Papst Bonifaz VIII. ( Freiburg 1896) S. 188: «Ende des drei- 
zehnten Jahrhunderts werden nur noch wenige Bischofswahlen stattgefunden 



130 EMIL GÖLLER 

die Auffassung, dass um die Mitte des 13. Jahrhunderts die Be- 
stätigung oder Ernennung fast sämtlicher Bischöfe und einer 
grossen Zahl von Aebten in der abendländischen Kirche durch den 
Papst zum stehenden Rechte geworden war. Nicolaus III. habe dann 
durch die ins Corpus iuris aufgenommene Konstitution « Cupientes « 
die päpstliche Bestätigung der Bischöfe fest geregelt. Der Text die- 
ser Konstitution lautet: « Hac generali et in perpetuum valitura 
constitutione sancimus, ut omnes electi cathedralium vel regula- 
rium ecclesiarum, quorum electionum confirraationes vel infirma- 
tiones ad ipsius sedis exameu deducit immediata subiectio vel 
appellatio interiecta devolvit, infra uQum mensem ^) post consen- 
sum vel post obtentara de ipsorum electione notitiam, si eam de- 
bito tempore non contigerit praesontari, ad sedem ipsam iter ar- 
ripiant et ex tunc . . . petituri suarum electionem, confirmationes 
vel prosecuturi electiones suas, quibus poterunt modis Ileitis com- 
parere cum omnibus actis, iuribus et munimentis suis et processus 
suos contingentibus coram nobis personaliter teneantur ''^). Diese 
Bestimmung bedarf keiner besonderen Erklärung. Es muss aber 
ausdrücklich hervorgehoben werden, dass damit nicht Vorschriften 



haben, deren Prüfung und Anerkennung in hergebrachter und auch danials 
noch gesetzlich giltiger Weise vom Metropoliten vollzogen wurde»; Gottlob 
1. c. S. 94. Vgl. hierzu auch Eubel, Zum päpstlichen Reservations- und 
Provisionswesen, Rom. Quartalschr. VIII (1894) S. 167 ff. B. ; Schwemer, 
Innocenz III. und die deutsche Kirche, Strassburg 1882; Loegel, Die Bi- 
schofswahlen zu Münster. Osnabrück, Paderborn 1256-1389, Münster 1885; K. 
Rodenberg Innocenz IV. und das Königreich Sizilien 1245-1254 (1892); P. 
Aldinger, Die Neubesetzung der deutschen Bistümer unter P. Innocenz IV., 
Leipzig 1900; Kummer, Die Bischofswahlen in Deutschland zur Zeit des 
grossen Schismas, Jena 1892; Wurm, Innocenz IV. u. die deutsche Kirche, 
Jahresb. d. Görres G. 1895; Jansen, Papst Bonifatius IX. 1. c. S. 80 f.; Säg- 
raüller, Lehrbuch des Kath. Kirchenrechts II (Freiburg 1900) § 71,72 und 
76 nebst der hier angegebenen älteren Litteratur ; Krabbo, Die Besetzung 
der deutschen Bistümer unter Friedrich II. I. Teil 1901. 

' ) Vgl. auch daselbst die übrigen Termine und dazu, was Gottlob S- 92 
ausführt: «Bemerkt sei noch, dass Papst Nikolaus III. (1277-80) die Konsti- 
tution über die Pflicht der Electi an die Kurie zu kommen, wahrscheinlich (!) 
mit näheren Bestimmungen, innerhalb welcher Frist das zu geschehen habe, 
erneuert hat». G. beruft sich dabei auf Reg. Clem. V. nr. 1561, wo diese Kon- 
stitution zitiert wird, ohne zu wissen, das sie im Liber Sextus zu finden ist. 

') C. 16 in VI. de electione I 6. 



DER LIBER TAXARUM DER HAEPSTLICHEX KAMMER 131 

Über die Bestätigimg der Bischöfe überhaupt, sondern nnr derje- 
nigen gegeben wurden, die entweder unmittelbar mit dem aposto- 
lischen Stuhle zusammenhingen oder infolge zwiespältiger Wahl 
an denselben appelliert hatten. 

Sie war nur eine Erweiterung der vom 4. Laterankonzil ge- 
troffenen Bestimmung, nach der die exemten Bischöfe und Aebte ') 

') " Ceterum, qui ad Romanum pertinent immediate pontificem, ad per- 
cipiendam sui confirmationem officii eius se conspectiii, si coramode potest 
fieri, personaliter repraesentent ; vel personas transmittant idoneas, per quas 
diligens inquisitio super electionis processu et electis possit haberi ». Mansi, 
Coiicil. coli. XXII, 1014, cap. 26. Vgl. hierzu auch Gesta abb. mon. Albani 
1. c. S. 307 zur Bestätigung des Abtes Johann (1235) : « Et quia primus erat in 
abbatem futurus electus post concilium Lateranense generale a papa Innocentio 
tertio celebratum, in quo constitutum erat, ut abbates esempti ab ipso papa 
confirniarentur et praedecessor eius Willelmus circiter viginti annis in pro- 
speritate praevixerat, haesitabant, quid agendum foret de huius negotii pro- 
gressu et egressu etc. »; ferner Chron. abb. de Evesham 1. c. S. 258. Die Be- 
stimmung Alexanders IV. : " qua electi ecclesiarum ad Romanam ecclesiam 
nuUo medio pertinentium ad eandem sedem pro consecratione sua per- 
sonaliter accedere tenentur » hat zuerst Eubel, Hierarchia I 129 und Rom. 
Quartalschr. VIII 173 erwähnt, nach ihm Gottlob 1. c. S. 92, der auch für 
die Klöster die Stelle bei Matheus Paris, Chron. maj. ed. Luard 3, 807 anführt: 
u. Eodem anno statutum est Romae a domino papa et fratribus cardinalibus . . . , 
ut quilibet qui in abbatem exemptum ex tiinc eligeretur, Romanam curiam 
adiret confirmandus et benedicendus " und mit zwei verschiedenen Bestim- 
mungen rechnet. Es handelt sich aber offenbar nur um eine einzige Verfügung. 
Was Math. Paris zum Jahre 1259 berichtet, lesen wir auch in der Chronica 
Buriensis (Memorials of St. Edmund's abbey, ed. Th. Arnold, London 1896, 
S. 61) unter 1257: « Anno Domini 1257 Symon de Lutone prior Sancti Edmundi 
electus est in abbatem eiusdem monasterii 19. kal. febr., pro cuius confirma- 
tione directi sunt nuncii ad curiam Romanam. Sed eis infecto negotio redeun- 
tibus, 60 quod statutum fuit omnes exemptos ad curiam Romanam 
in propria persona venire, idem electus arripuit iter versus dictam cu- 
riam 3. kal. augusti. Qui consecutus est munus benedictionis a papa 
Alexandro IV. apud Viterbium 12. kal. novembris. Hie erat primus omnium 
exemptorum in Anglia vocatus ad curiam Romanam pro sua confirmatione ha- 
benda ». Und nun der interessante Zusatz: « Ordinatio huius statuti a papa 
Alexandro IV. eodem anno Romae facta hac de causa extitit, quia procuratores 
cuiusdam electi in abbatem de Anglia, domino papa de aliqua raunificentia non 
visitato a curia recesserunt ». Der Erlass datiert also aus dem Jahre 1257 und 
war durch finanzielle Gesichtspunkte veranlasst. Er setzt die Bestimmung des 
Lateranense IV. voraus, betont aber das persönliche Erscheinen der Electi und 
den Akt der Benediktion. Inwieweit Alexander IV. durchdrang, wäre im einzel- 



132 EMIL GÖl.LEK 

ihre Bestätigung in Rom entweder selbst oder durch ihre Vertreter 
nachzusuchen hatten. Alexander IV. wiederholte dieselbe, ver- 
langte aber noch besonders das persönliche Erscheinen der Electi 
und deren Benediktion an der Kurie. Dass bereits um die Mitte 
des 13. Jahrhunderts, wie Kirsch hervorgehoben, die Bestä- 
tigung und Ernennung fast sämtlicher Bischöfe durch den Papst 
zum stehenden Recht geworden sei, hat neuestens Haller, ohne 
jedoch der Frage selbst näher zu treten, als unerwiesen bezeichnet. 
Tatsächlich wird sich diese Aufstellung nicht halten lassen. Sie 
lässt sich weder aus der Konstitution « Cupientes " nocli aus irgend 
einer anderen Bestimmung des kanonisclien Rechts herleiten. Sie 
ist aber auch nicht im Gewohnheitsrechte fundiert. Wenn es richtig 
ist, dass, wie die erwähnte Formel besagt, die Erhebung der Ser- 
vitien nach einer « consuetudo antiqua " auf der päpstlichen Pro- 
vision und Konfirmation basierte, dann muss sich auch aus den 
Servitienobligationen ebenso wie aus den Provisionen nachweisen 
lassen, wie weit das päpstliche Besetzungs- und Bestätigungsrecht 
selbst reichte. 

Ueberraschende Aufschlüsse bietet für diese Frage die Sta- 
tistik der durch den Papst bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts 
providierten deutschen Bischöfe. Sehen wir ab von den Metropoli- 
tansitz6n Mainz, Trier, Köln, Salzburg, Bremen, Magdeburg, Prag, 
so lässt sich für das 13. Jahrhundert eine kontinuierliche 
Provisionsreihe nur feststellen bei den zu diesen gehörenden Sufifra- 
ganen Lüttich, Utrecht, Metz, Toul, Verdun '), Halberstadt und 
Cammin. Vereinzelte Provisionen kamen vor bei Brandenburg, 
Brixen, Chiemsee, (Konstanz), Freising, Gurk, Havelberg, Würzburg, 
Hildesheim, Lübeck, Lavant, Münster, Minden, Olmütz, Paderborn, 
Passau, Seckau und Worms. Vereinzelte Provisionen im 14. Jahrhun- 
dert sind zu nennen bei : Brandenburg (Bonif. VIII. u. Job. XXII.), 
Brixen (Job. XXII.), Chiemsee (Innoc. VI.), Eichstätt (Clemens V.), 
und Worms (Clemens V.). Kontinuierlich wird die Reihe der Provi- 



nen noch zu untersuchen. Da seine Bestimmung bezüglich der Konfirmation das 
Lateranense IV. nur wiederholt, halte ich die Folgerungen, die Gottlob für die 
Entstehung des Servitiums daraus gezogen, für zu weitgehend. Ohne Zweifel 
bedeutete das Statut einen starken Schritt vorwärts in der Ausbildung des 
Servitienwesens. es setzt aber eine ältere Gewohnheit voraus. 
') Lücke 1271 u. 1275. 



DER LIBEH TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 133 

sionen durch den päpstlichen Stuhl bei den meisten erst im 14. Jahr- 
hundert uud auch da zum Teil erst sehr spät. Dies zeigt folgende 
Liste: Speier 1303, Strassburg 1306, Konstanz 1307, Münster 1310, 
Kegensburg 1313, Würzburg 1317, Passau 1317, Hildeslieim 1319^ 
Freising 1323, Olmütz 1326, Lebus 1326, Eichstätt 1328, Worms 
1329, Schleswig 1331, Verden 1331, Gurk 1337, Prag 1343, Lü- 
bek 1343, Minden 1347, Leitomischl (er. 1344), Schwerin 1348, 
Augsburg 1348, Naumburg 1349, Osnabrück 1349, Katzeburg 1356, 
Lavant 1357, Merseburg 1357, Paderborn 1361, Seckau 1372 (?), 
Brixen 1376 ^). Unter den zur Provinz Eiga gehörenden Diözesen 
beginnt die fortlaufende Reihe der päpstlichen Provisionen bei Erm- 
land 1250, Culm 1312 (?), Dorpat 1313, Samland 1319, Marien- 
werder 1319, Gesell 1322, Curland 1354. Bei Dorpat, Seiburg und 
Ciirland sind einzelne päpstliche Besetzungen schon im 13. Jahrh. 
erfolgt. Es wurden hiernach zum ersten Mal zwischen den Jahren 
1330-1372 von Rom aus providiert : Verden, Schleswig, Minden, 
(Leitomischl), Schwerin, Augsburg, Naumburg, Osnabrück, Ratze- 
burg, Merseburg, Paderborn und Seckau. Von diesen letzteren lässt 
sich nun für kein einziges die Verpflichtung zur Zahlung des Ser- 
vitiums vor den angeführten Jahren nachweisen. 

Noch interessanter ist die Statistik der englischen und iri- 
schen Suffraganbistümer. Die kontinuierliche Reihe der Provisio- 
nen beginnt bei Durham 1317, Hereford 1317, Ossorj 1317, Ro- 
chester 1319, Lincoln 1320, Meath 1321, Cork 1321, Connor 1323, 
Carlisle 1325, Exeter 1327, Down 1328, Salisburj 1330. Kerry 
1331, Kildare 1335, Ely 1337, Leiglin 1344, Killala 1346, St. Da- 
vids 1347, Ferns 1347, Achonrj 1348, Derry 1349, Limerick 1354, 
London 1354, Bangor 1357, Kilmacduagh 1358, Chicester 1362, 
Raphoe 1367, Kilfenora 1372, Clogher 1373, Ardagh 1374. Unter 
diesen weisen schon vor den angeführten Jahren meistens im 
13. Jahrh. vorübergehende päpstliche Provision auf Rochester, 
Lincoln, Meath, Connor, Carlisle, Down, Kildare, Ely, Leiglin, 
St. David, London, Raphoe. 

Bei Ungarn ist das Verhältnis folgendes: Raab 1309, Eger 
1330, Diacovar 1314, Waitzen 1318, Siebenbürgen 1320, Neutra 

') Einzelne Unterbrechungen finden sich im 14. Jahrhundert bei Utrecht, 
Toul, Erraeland 1301, Halberstadt 1804, Speier 1314, Curland 1332, Culm 1350. 



134 EMIL GÖLLER 

1334, Wesprim 1334, Csanad 1343, Grosswardein 1345, Fünf- 
kirchea 1346, Sirmiiim 1349. Unter diesen lassen sich in den 
Kegistern schon vor den angegebenen Jahren päpstliche Provisionen 
nachweisen bei Raab, Diacovar, Siebenbürgen, Grosswardein und 
Sirmium. 

Ein ähnliches Resultat würde auch die Statistik der nordi- 
schen und polnischen Provisionen ergeben. 

Es wui'de hiernach in den germanischen und slavischen Ge- 
bieten des orbis christianus noch zu Beginn des 14. Jahrhunderts 
der weitaus grösste Teil, und selbst im zweiten Viertel desselben 
ein starker Prozentsatz der dem hl. Stuhle nicht immediate un- 
terstehenden Bistümer ohne päpstliche Provision besetzt. Eine 
Durchforschung der Obligationsregister von 1295-1360 ergiebt das- 
selbe Verhältnis. Der Satz, dass beinahe alle Bischöfe um die Mitte 
des 13. Jahrhunderts durch den Papst providiert oder konfirmiert 
wurden, hat also nicht einmal Geltung für die ersten Jahrzehnte 
des 14. Jahrhunderts, soweit die genannten Gebiete in Betracht 
kommen. Etwas anders gestaltet sich das Verhältnis in Spanien und 
Portugal, zumal hier zahlreiche Bistümer dem apostolischen Stuhle 
immediate unterstanden. Trotzdem würde eine Zusammenstellung 
der päpstlichen Provisionen auch in diesen Ländern im Sinne der 
obigen Statistik ausfallen. Ganz verschieden hievon liegen allerdings 
die Dinge in Italien und Frankreich. In letzterem ist die praktische 
Wirkung der Reservation Bonifaz' VIII. ^), wie die Hierarchia 
Eubels ergiebt, unverkennbar, in Italien war eine sehr grosse An- 
zahl der Bistümer dem hl. Stuhle unmittelbar unterstellt, andere 
fielen schon im 13. Jahrhundert infolge von partiellen Reservatio- 
nen der päpstlichen Provision zu, ganz abgesehen davon, dass hier 
mehr wie in jedem anderen Lande die allgemeinen Bestimmungen 
über die Besetzung der Bistümer und Abteien infolge der unmittel- 
baren Nähe der Kurie zur Geltung kommen mussten. 

Verfolgen wir die Entwicklung des Provisionswesens nach 

') Vgl. liierzu u. zu dem folgenden E übel, Zum päpstlichen Reserva- 
tions- und Provisionswesen. Rom. Quartalschr. VIII (1894) S. 174. Lux, Con- 
stitutionum ap. de generali beneficiorum reservatione a. 1265 usque ad a. 1378 
einissarum tarn intra quam extra corpus iuris extantiura collectio et interpre- 
tatio (Wratislaviae 1905). Eine wertvolle Zusammenstellung der Reservationen, 
die jedoch das Thema nicht erschöpft. 



DER LIBF.R TAXAKLM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 135 

Johann XXII. in seiner Beziehung zum Servitiiim commune, so bietet 
auch da die Formel, die bei Neueinschätzungen gebraucht wurde, 
lehrreiche Aufschlüsse. Die Begründung lautet unter ürban V. : 
« Quia prelati per sedem apostolicam vel eius auctoritate promoti, 
sicut vobis incognitum esse non credimus, certam pecunie sum- 
mam pro suo communi servitio et collegio dominorum cardinalium 
et quinque servitia consueta familiaribus eorundem solvere tenean- 
tur ». Hier ist also, wie auch in den Formeln der folgenden Zeit '), 
der Hinweis auf die Konfirmation ausgeschieden und lediglich nur 
auf die Provision durch den päpstlichen Stuhl hingewiesen. Dies 
hängt oifenbar mit der Entwicklung des Provisionswesens zusam- 
men. Wie wir aus den Kanzleiregeln ersehen, hat ürban Y. zum 
ersten Male sich die Besetzung sämtlicher bischöflichen Sitze und 
Abteien, die Frauenklöster nicht ausgeschlossen, reserviert « quo- 
tiescunque sibi uti placuerit reservatione huiusmodi sive providendo 
vel mandando provideri de ecclesiis et monasteriis ipsis». Welchen 
praktischen Erfolg er mit dieser Verfügung hatte, lehrt die Sta- 
tistik der Provisionen. Selbst wenn diese Keservation Urbans in den 
Kanzleiregeln nicht stände, müsste man sie aus der Beobachtung 
erschliessen, dass von seinem Pontifikate au, wenn wir von der 
Lückenhaftigkeit des Quellenmaterials im Zeitalter des Schismas 
absehen, der weitaus grösste Teil der Bistümer eine kontinuier- 
liche Provisionsreihe in Eub.^ls Hierarchie aufweist. Es handelte 
sich in dem angeführten Falle zwar nur um eine reservatio spe- 
cialis, sie wurde aber sofort von Gregor XI. ^) wiederholt und von 



') Zum Jahre 1370 Aug. 7 vgl. Baumgarten, Untersuchungen und 
Urkunden über die Camera collegii cardinalium, Leipzig 1898 S. 74 nr. 119. 
Zum Jahre 138S vgl. Obl. 46 f. 125 (Commissio abb. de Boscoalbcrici Turonen.). 
Für die Zeit Martins' V. vgl. U. Berühre, Inventaire analytique S. 245: 
« Cum itaque de antiqua laudabili et approbata consuetudine hactenus sit 
observatura, quod omnes et singuli ecclesiarum et monasteriorum prelati per 
sedem apostolicam promoti teneantur et debent de eorum ecclesiis et reJdi- 
tibus unum commune servitium camere apostolice et sacro collegio domino- 
rum cardinalium necnon quinque servitia consueta pro familiaribus et offi- 
cialibus domini nostri pape et collegii predicti dare . . . «. ^ Ebenso unter 
Eugen IV., vgl. Vat. Arch. Div. cam. 20 fol. 1". 

") Vgl. hierzu ausser Otteuthal, Regulae canc. S. 29 auch Reg. Vat. 
Nr. 275 fol. 161: « Gregorius dil. fil. Bernardo Cariti can. Parisien. etc. 
Dudum ad instar fei. rec. Urbani pape V., predecessoris nostri fructus, redditus 



136 EMIL GÖLLER 

einzelnen Nachfolgern unter verschiedenen Modifikationen erneuert, 
bis sie schliesslich in der 2. Kanzleiregel Eugens IV. in folgender 
Form fixiert und dann festgehalten worden ist: " Item reservavit 
specialiter omnes ecclesias etiam patriarchales, archiepiscopales, 
episcopales necnon omnia monasteria virorum valorem ducentorum 
riorenorum auri coramuni estimatione excedentia quotienscunque 
illis uti Yoluerit". Die Frauenklöster, die in der Reservation 
ürbans V., Gregors XI. ') und Gregors XII. ') miteinbegriffen 
waren, sind hier ausgeschieden ^). 

Von grosser Wichtigkeit ist die Beschränkung der Reservation 
auf diejenigen monasteria, deren Einkommen die Summe von 2u0 
Goldgulden überstieg, insbesondere deshalb, weil dies für die Ver- 
leihung dieser Benefizien « per consistorium « ausschlaggebend 
geworden ist. Wie wir gesehen, galt bei der Erhebung des Servi- 
tium commune als unterste Grenze für Bistümer und Abteien unter 
Johann XXII. die Summe von 100 Goldgulden. Ist daran in der 
folgenden Zeit festgehalten worden? Urban V. behielt sich 9 Mo- 
nate vor der ohne alle Einschränkung erlassenen Reservation die 
Besetzung aller bischöflichen Kirchen, deren Einkommen über 200, 
und aller Männerklöster, deren Einkommen über 100 Goldgulden 
betrug, vor mit der Bestimmung: « quod in reservatione predicta 
primo attendatur taxa, si taxate ecclesie vel taxata monasteria 
fuerint vel valor annuus *) « . Eine bestimmte Einkommensgrenze 
findet sich dann erst wieder unter Alexander V. Er reservierte 
sich sämtliche Patriarchal-, Metropolitan- und Kathedralsitze, und 
diejenigen « monasteria virorum, quorum fructus 100 libras Tur. 
parv. valent... et etiamsi citra 100 libras, quando eis ex certa 



et proventus quarumcumque ecclesiarum cathedralium ac monasteriorura, 
prioratuum conventualiiim, quorum abbates et priores habent propria seu bona 
discreta etc. reservavimus. — Dat. Avin. 5 kal. ian. a. II". 

') Ottenthai, Regulae canc. S. 29 Nr. 22^: " Idem placet domino 
nostro Gregorio preterquam de monasteriis prioratibus et preposituris mu- 
lierum ». 

") Ottenthai 1. c. S. 85 Nr. 3: " que tarnen reservatio quoad illa 
monasteria mulierum debet intelligi, in quibus dicta reservatione velit uti ". 

=) Die Reformakte Martins V. bestimmt: « De monasteriis monialium 
papa non disponat nisi sint exemta ». Hübler 1. c. S. 134. 

*) Vgl. Ottenthai, Regulae S. 15 Nr. 6 und 17 Nr. 18. 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTI.ICHEN KAMMER 137 

causa uti voluerit " '). In der Konstitution « Pensatis guerrarum 
cladibus », die schon im 16. Jahrhundert Gregor XII. und neuer- 
dings irrtümlicher "Weise Johann XXIII. zugeschrieben wurde, 
bestimmte Martin V., dessen Autorschaft jetzt unzweifelhaft fest- 
steht, dass die Bistümer und Abteien des damaligen Frankreich 
und des Delphinats, die im Verlaufe der nächsten fünf Jahre vakant 
würden, nur die Hälfte der Servitiumstaxe an die päpstliche Kammer 
zu entrichten hätten '). Aus der Beibehaltung dieser nur für einen 

') Ebenda S. 160 Nr. 2 u. 3. 

-) Vgl. Hüb 1er, Die Konstanzer Reformation und die Konkordate von 
1418 (Leipzig 1867) S. 87. «Die kirchenrechtliche Doktrin des 17. Jahrhun- 
derts hat aus der Annatenstipulation des französischen Konkordats " Pensatis 
guerrarum» eine selbständige Konstitution Gregors XII. gemacht ». Tatsäch- 
lich findet sich diese auch durch Hüblers Erklärungsversuch nicht klar- 
gestellte Meinung schon bei Gallesius und führt wahrscheinlich noch weiter 
zurück. Hübler hat mit treffenden Gründen die Unmöglichkeit derselben 
dargetan, nachdem auch schon Philipps sie nur mit Bedenken aufgenom- 
men hatte. Eine neue Wendung nahm die Frage, nachdem Baum garten 
1. c. S. 80 f. diese Verfügung als von Johann XXIII. herrührend aus dem Obli- 
gationsregister 55* abgedruckt und (S. CXVI) in einen allgemeineren Zu.«am- 
menhang hineinzustellen versucht hatte. Sie ist in dieser Fassung nicht 
vollständig, enthält aber einen wertvollen Zusatz, s. unten. Die hierdurch ent- 
standenen Bedenken (Vgl. Valois, La France et le grand schisme d'occident 
IV, Paris, 1902, S. 410 Anm. 1.) lösen sich nun aber sehr einfach. Die Zeit- 
angabe (1413) Baumgartens beruht auf einem Versehen. Der Text in Obl. 55* 
steht nämlich in dem Papierfaszikel, der den Index zu dem ganzen Bande 
enthält, zwischen einigen Blättern versteckt. Der Band selbst enthält Obli- 
gationen Johanns XXIII. und Martins V. Da nun der Index zum Ganzen 
zwischen den Obligationen beider Pontifikate sich findet, konnte obiger Irrtum 
leicht entstehen. In "Wirklichkeit folgt die betr. Notiz nach den Obl. Mar- 
tins V. Dieser Papst ist ganz unzweifelhaft der Urheber der genannten Bestim- 
mung. Vgl. auch die unten mitgeteilten Aufzeichnungen über die Reduktion 
der Taxe des Klosters S. Germain, wo mit den Worten darauf aufmerksam 
gemacht ist: " ut etiam ordinatio per d. n. papam (sc. Martinum V.) de 
medietate communium et minutorum servitiorum pro prelatis et prelaturis 
regni Francie et Delphinatus Viennen. Constantie facta locum sibi vindicetn. 
Vgl. auch Berliere, Inventaire S. XVI f.; Schmitz, Die kirchliche Kollations- und 
Besteuerungsfrage in Frankreich in den Jahren 1417-1426, Münster 1902. Der 
Text in Obl. 55* reicht nur bis « gratiarura expectativarum », vgl. Hübler 
S. 201, enthält aber den weiteren Zusatz: «Item ordinavit idem dominus 
noster, quod de cathedralibus ecclesiis et monasteriis, quorum valor CG libr. 
Tur, parv. non excedunt secundum communem extimationem, communia et 
minuta servitia non solvantur «. Diese, wie mir scheinen möchte, nicht ganz 



138 KMIL GÖLLER 

kleinen Zeitraum vorgesehenen Ermässigung ergab sich in der spä- 
teren Zeit die Ausscheidung derjenigen französischen Bistümer und 
Abteien, die der « Patria reducta » angehörten ^). Sie wurden in 
besonderen Taxlisten verzeichnet '). Martin V. bestimmte aber aus- 



richtige Aufzeichnung hat ihre Grundlage in der Bestimmung des französi- 
schen Konkordats im Jahre 1418 (Cod. Palat. lat. 647 fol. 113): « De abbatiis 
aulem sedi apostolicae non immediate subiectis, quarum fructus sccundum 
taxationem decime 200 libr. Tur. parv. valorem annuum non excedunt fiant 
confirmationes aut provisiones canonice per illos, ad quos alias pertinet nee 
communia seu rainuta pro eis solvantur servitia ». Vgl. auch Hübler 1. c. 198 
und ebenda S. 224 u. 284 ff. 

Für die Auffassung der ganzen Frage vor dem Konstanzer Konzil vgl. 
Oblig. 56 fol. 130: 1315 Dez. 11. verspricht Dominicus de Eagusio als 

procurator des Erzbischofs von Spalato 200 flor. auri und 5 Servitia minuta 
ü ad quos ipsia ecclesia Spalaten. taxatur». Dazu im Register folgender Ver- 
merk : " Prefatus autem dominus Dominicus de Eagusio nomine predicto 
protestatus fuit quod casu, quo aliqua ordinatio sive constitutio per sacrum 
generale concilium seu Eomanum pontificem futurum super tax(is) ecclesia- 
rum cathedralium et monasteriorum quoruncunque seu solutione taxarum 
huiusmodi ecclesiarum et monasteriorum fieret in genere vel specie, quod 
predieta obligatio sibi seu domino suo predicto in aliquo preiudicari non 
possit » . 

'j Vgl. Hübler 1. c. S. 301 f., besonders die Stelle (302): " Protestamur 
quod statim lapso dicto quinquennio praedicto nostra natio Gallicana ad suas 
libortates antiquas plenarie fuit et est reducta », hauptsächlich aber die Be- 
stimmungen der pragm. Sanktion, Hefele Konziliengeschichte VII 765. 
Mansi XXVU, 1186. Vgl. auch Denifle, Chartularium IV nr. 2276. 

ä) Eebuffi, Additiones ad regul. cancell. (1540) in seiner Praxis bene- 
ficiorum, Lugduni 1586 S. 333, und desselben Glosse zu dem franz. Konkordat 
mit Leo X. ebenda 544 ff. Vgl. unten S. 156, ferner Eigantii comm. in regul. 
cancellarie I (1751) Nr. 54. Kirsch, Die Annaten u. ihre Verwaltung 1. c. 
S. 307: « Omnes ecclesie et monasteria quarumcunque provinciarum expe- 
diuntur secundum regulam suprascriptam excepto regno Francie, qui (!) dicitur 
patria reducta, cujus ecclesie et monasteria solvunt solum medietatem taxe, 
ita quod pro taxatis ad mille solvunt quingentos ». Für das Taxbuch 
selbst hatte die Konstanzer Eeduktion keine Bedeutung, 
da die Taxen nach wie vor in der alten Höhe eingetragen 
wurden. Bezüglich der deutschen Konkordatsbestiramraungen in Konstanz 
vgl. Hübler 1. c. S. 167 f. u. 318 ff. Bestimmte, in fixierter Summe ausge- 
drückte Eeservationsgrenzen finden sich hier ebensowenig wie im Wiener 
Konkordat. Vgl. Koch, Sanctio pragmatica Germanorum illustrata (1789) 
S. 205, 222 u. 222. 

') Vgl. oben. S. 118. 



DER LIBER TAXARUM DER FAEPSTLICHEN KAMMER • 139 

serdem, dass als unterste Reservations-Grenze in den genannten 
Gebieten bei den nicht exemten Klöstern die Summe von 200 Pfund 
kleiner Turnosen zu gelten habe \). Das war eine bedeutende 
Ermässigung. Vielleicht bildete sie den Uebergang zu der unter 
seinem Nachfolger für die Monasteria virorum überhaupt festge- 
setzten und in der Folgezeit beibehaltenen Reservationsgrenze 
von 200 Goldgulden ^). 

In welchem Verhältnis stand nun diese zu derjenigen Summe, 
die wir als Taxgrenze bei Neueinschätzung der Bistümer und 
Abteien kennen gelernt haben? 

Man möchte glauben, dass letztere mit der ersteren sich 
verändert habe. Tatsächlich ist dies aber nicht der Fall. Ein 
Blick in die noch vorhandenen Taxbücher sowie in die Obliga- 
tionsregister des 15. und 16. Jahrhunderts belehrt uns, dass nach 
wie vor die Taxe von 3S ^/a Goldgulden, was einem Einkommen 
von 100 Goldgulden entsprach, als Servitium erhoben wurde ^). 
Die Sache liegt auch ganz klar. Der Massstab war also nicht in 
beiden Fällen der gleiche. 



') Vgl. Hübler 1. c. S. 198. Für Italien und Spanien wurden 60 Pfund 
festgesetzt. In der Reformakte waren mit Ausnahme dieser beiden Länder 
150 Pfund bestimmt worden. Vgl. Hübler S. 132. 

^) Beachtenswert ist hierfür auch der Vorschlag zu Beginn des Konstan- 
zer Konzils: « quod nullus episcopus titularis de cetero flat et presertim 
de ordine Mendicantium, nisi habeat in redditibus evidenter saltim annuatim 
flor. 200, de quibus possit comraode substentari, ne in opprobrium pontificali.s 
dignitatis mendicare cogatur ". Vgl. C. Guasti, Gli avanzi deH'archivio di 
ua Pratese, vescovo di Volterra (Archivio stör. XIII, 1884, S. 357); über 
die Taxe im allgemeinen s. ebenda die interessante Stelle S. 858 mit der For- 
derung: " quod per sanctissimum dominum nostrum et sacrum concilium in 
qualibet provincia duo viri notabiles habentes Deum pre oculis deputentur, 
qui se habeant diligenter informare de fontibus et redditibus dictarum ec- 
clesiarum et monasteriorum et secundum eorum qualitates et valores taxare 
et taxas huiusmodi in camera apostolica exhibers, secundum quas taxas no- 
viter factas prelati in eorum promotionibus solvere debeant et non secundum 
antiquas ». 

') Für einzelne Fcälle vgl. Eubel. Die Besetzung deutscher Abteien 
mittelst päpstlicher Provision in den Jahren 1-431-1503 (Studien und Mittei- 
lungen aus dem Benediktiner- und dem Cistercienserorden XX, 1899 S. 241 
Nr. 8). Berliere, Inventaire S. X, und Nr. 1431,1869. 



140 EMIL GÖLLER 

Die Abgrenziiiigssumme von 200 Goldgulden verdient aber 
noch in anderem Zusammenhange beachtet zu werden. 

Schon in einer Kanzleiverordnung aus der Mitte des 15. Jahr- 
hunderts ist von Klöstern die Rede, die nicht im Konsistorium 
verliehen würden, obwohl sie im Taxbuch vermerkt seien ')• I» 
einer Aufzeichnung über die Verwaltung der Annaten aus dem Ende 
des 15. Jahrliunderts wird ausdrücklich unterschieden zwischen Klö- 
stern, die per consistorium und solchen die per signaturam besetzt 
würden ^). Genauer erfahren wir aus Aufzeichnungen über die Signa- 
tura gratiae zu Beginn des 16. Jahrhunderts, dass damals als Kon- 
sistorialabteien diejenigen betrachtet wurden, deren Gesamteinkom- 
men über 200 Goldgulden betrug '^). Das entspricht den Angaben, 
denen wir in den reformationes cancellariae Pauls III. vom Jahre 
1540 begegnen: « Quoad consistorialia, quae expediuntur per ca- 
meram, videtur, quod nihil debeant (sc. protonotarii) exigere, sed 
solum quoad ea, quae expediuntur per cancellariam vigore suppli- 
cationum. De monasteriis autem taxatis a 60 ducatis infra simi- 
liter nihil debent accipere, quia non reputantur consistorialia"*). 
Klar und übersichtlich behandelt die ganze Frage der unbekannte 
Autor ^) einer im Jahre 1626 gedruckten Summa von Kanzleitaxen 
und-vorschriften, die vornehmlich für den Verkehr zwischen Frank- 
reich und der Kurie bestimmt war und nach der praktischen 

') Vgl. Tan gl, Kanzleiordnungen S. 188. Vgl. unten. 

2) Kirsch, Die Verwaltung der Annaten etc. 1. c. S. 306: « Nota quod 
monasteria sive per consistorium sive per signaturam expediantur, inspicitur 
liber taxarum et ab eo regulatur, non autem ab expresso valore, cum in con- 
sistorialibus nunquam exprimatur, in obtentis autem per signaturam expri- 
mitur taxa; sed utrumque recurritur ad librum pro valore ". Diese für die 
Benützung des Taxbuches an der Kurie wichtige Angabe basiert auf der Kanz- 
leiverordnung Urbans VI. (Ottenthai 1. c. S. 49. Nr. 14) über die Angabe des 
Valor in Gesuchen um Erlangung eines Beneficiums. 

^) Vgl. E. Sol, L'ceuvre canonique du cardinal Giacorao Simonetta, Le 
traite sur les deux signatures de justice et de gräce. (Annales de St. Louis- 
des-Fran9ais VII (Rome-Paris 1902) S. 60: «Cum monasteria excedunt va- 
lorem ducentorum ducatorum, providentur consistorialiter «. 

*) S. Ehses, Concilium Tridentinum. Diariorum, actorum, epistularum 
tractatuum nova collectio. IV, pars prima (Freiburg 1904) S. 467. 

*) Summa seu singularis declaratio taxarum et expensarum omnium pro 
expeditionibus beneficiorum tarn simplicium quam consistorialium in Romana 
curia faciendis (Paris 1626 chez G. AUiot) S. 223. 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 141 

Seite wohl als das beste Werk dieser Art bezeichnet werden darf. 
Hier finden sich folgende Ausführungen: 

« Omnes ecclesiae cathedrales et metropolitanae sunt consi- 
storiales et expediuntur per consistorium, in quo proponuntur per 
unum ex reverendissimis dominis cardinalibus coram ss™° d. papa, 
qui etiam aliquando proponit, sed raro, quarum ecclesiarum expe- 
ditio per cancellariam et aliquando per cameram fit, ut infra di- 
citur. 

« Monasteria etiam dicuntur consistorialia, quando reperiuntur 
in libris camere taxata ad duc. 66 ^'3 . 

« Sunt alia monasteria taxata in libris camerae infra duc. 66 V3 
et alia, quae non reperiuntur taxata, sed illorum frnctus expri- 
muntur secundum communem extimationem. 

tf Quaedam etiam monasteria taxata etiam ultra duc. 66 V3 
expediuntur per signaturam et tunc solvitur compositio, ut patebit 
clarius, et expediuntur per cameram, possunt etiam per cancella- 
riam expediri". S. 172 heisst es mit Bezug auf Frankreich: «In 
patria reducta monasteria taxata iu libris camerae solvunt com- 
mune pro medietate, ut, si monasterium esset taxatum ad 400 dii- 
catos, solveret pro 200 ducatis » . 

Consistorialiter wurden also hiernach diejenigen Klöster ver- 
liehen, deren Servitium die Höhe von 66 Va Goldgulden bzw. Du- 
katen überstieg oder vielmelii- deren Gesam^teiukommen zum min- 
desten 200 Goldgulden betrug. In diesem Sinne lautet auch das 
Statut Leos X. über den Anteil der Protonotare an der Expeditions- 
taxe bei Besetzung der Konsistorialpfründen '). 

Da nun diejenigen Männerklöster, deren Gesamteinkommen 
zur Zeit der Eintaxierung unter 100 Goldgulden betrug « per an- 



') Bullarium Rom. (ed. Taurin) V. 574, § 7 : « Statuimus et ordinamus, 
quod sedis apostolicae notarii perpetuo deinceps futuris temporibus com- 
mune monasterionim, quorum fructus ducentorum ducatorum auri de Ca- 
mera secundum communem extimationem valorem annuum non exceduntet 
quae per supplicationem expediuntur, pro singulis decem du- 
catis valoris expressi dimidium ducatum usque ad primum centenarium et 
pro secundo centenario unum ducatum recipiant. Ubi vero ecclesia seu mo- 
nasterium vigore cedulae consistorialis expeditur sive per cameram 
sive per cancellariam, semel dumtaxat iura sibi debita capiant ». Bei Reduk- 
tionen « iuxta reductionem ipsam (sc. taxam) percipiant". 



142 EMIL GÜLI.ER 

Datani " verliehen wurden ^), haben wir also im ganzen drei Klas- 
sen zu unterscheiden: 1) solche, die das Servitium commune zu 
entricliten hatten und « per cedulam consistorialem « besetzt wurden, 
2) solche, die das Servitium commune zu entrichten hatten, aber 
nicht consistorialiter verliehen wurden, 3) solche, die die Annaten zu 
entrichten hatten und demnach schon eo ipso von der konsisto- 
riellen Verleihung ausgeschlossen waren. 

Bis zu welchem Zeitpunkte lässt sich nun diese Dreiteilung 
zurückverfolgen? Soweit ich die Sache für das 14. Jahrhundert 
überschauen kann, wurden damals alle monasteria, die das ser- 
vitium commune zu entricliten hatten, in consistorio verliehen. Aus 
der in der Konstitution « In apostolice sedis " Martins V. enthaltenen 
Verordnung über die Expeditionsgebühren der Protonotare « pro 
minutis litterarum provisionum patriarchalium, metropolitanarum 
ac aliarum cathedralium ecclesiarum ac monasteriorum quorunque 
consistorialiter factarum " geht hervor, dass auch damals die oben 
erwähnte Scheidung noch nicht gemacht wurde ^). 

Der Anteil der Protonotare bei der Ausfertigung der genann- 
ten Provisionen richtete sich nach der Höhe der Servitiumstaxe ^), 
Während nun in der Erweiterung der Verfügung Martins V. durch 
Leo X. *) hierbei eine scharfe Grenze zwischen denjenigen Abteien, 
deren Einkommen 200 Goldgulden nicht überstieg und deren Ver- 
leihung " per supplicationem « erfolgte, und den übrigen gezogen 
ist, findet sich in der ersteren keine besondere Unterscheidung. 
Die Expeditionsgebühren der Protonotare sollten hiernach bei den- 
jenigen Konsistorialpfründen, deren Servitiumstaxe unter 100 
Gulden betrug, « pro quodam decenario numero florenorum " be- 

') Kirsch, 1. c. « Si autein valeat minus centum. expeditur per an- 
natani n . 

^) Vgl. Tangl, Kanzleiordnungen S. 134. 

'j « Recipere valeant sicut plus vel minus pro communi servitio solvi- 
tur ab eisdem : videlicet pro primo centenario florenorum communis servitii 
ultra quinque et pro quolibet alio similium florenorum centenario, si plura 
sint, ultra unum et si servitium huiusmodi ad centum florenos non ascende- 
rit, ])ro quolibet decenario numero florenorum huiusmodi ultra medium flore- 
iium nullatenus recipiant vel exigant quocunqne quesito colore ». 

*) Vgl. oben Anm. — Besonders zu beachten ist, dass in der Kon- 
stitution Martins V. der Berechnung der Gebühren die Servitientaxe, in der 
Leos X. aber das jährliche Einkommen zu Grunde liegt. 



DER LIBER TAXARUM DER I^AEHSTLICHEN KAMMER 143 

rechnet werden. Hätte die Scheidung der Abteien, wie sie uns 
in der Bestimmung Leos X. begegnet, zur Zeit Martins V. bestanden, 
dann wäre in der Konstitution « In apostolice sedis " doch unzweifelhaft 
damit gerechnet worden. Anders liegt nun die Sache unter Eu- 
gen lY. In den Kanzleiregeln dieses Papstes finden wir zum 
ersten Male bei der Reservation der Abteien als unterste Grenze 
die Summe von 200 Goldgulden. Dass diese auch den Massstab für 
die konsistoriale Verleihung abgeben solle, ist nicht gesagt. Man 
wird aber nicht fehl gehen, anzunehmen, dass diese Summe, zumal 
sie in den Kanzleiregeln der folgenden Päpste über Leo X. hinaus 
beibehalten worden ist, mit der Taxe, die wir als unterste Grenze 
für die Provision per cedulam consistorialem kennen, in direkter 
Beziehung steht. Somit wäre als Ausgangspunkt jener dreifachen 
Unterscheidung, an der jedoch, wie es scheint, nicht immer festge- 
halten wurde, die Zeit Eugens IV. zu betrachten. 



IIL 

Fragen wir nacli der Geschiclite des Taxbuches selbst, so 
könnte eine abschliessende Antwort erst nach einer systematischen 
und gründlichen Durchforschung der päpstlichen Kammerregister 
des 14. und beginnenden 15. Jahrhunderts gegeben werden. Von 
dieser mühevollen und langwierigen Arbeit musste bei der vorlie- 
genden Untersuchung zunächst noch Abstand genommen werden, 
es seien aber hier einzelne Beobachtungen zusammengestellt, die 
uns der Lösung der Frage näher bringen. 

L. König vertritt in diesem Punkte folgende Auffassung: 
« Ein allgemeines päpstliches Taxenbuch gab es (zur Zeit Clemens V.) 
freilich noch nicht ; denn wenn auch das früheste uns bekannte Taxen- 
verzeichnis aus dem Pontifikat Innocenz IV. stammt, so bezieht sich 
dies doch nur auf die Kirchen Englands und Irlands und verlor 
durch die neue allgemeine Kirchenschätzung in England, Schottland, 
Irland und Wales im Jahre 1290 seine Geltung» ^). J. Ha Her 
hat jüngst die Meinung ausgesprochen, dass man sich schon unter 
Johann XXII. auf eine Taxliste der Kammer berufen habe, deren 

') L. c. S. 16. 



144 EMIL GÖLLER 

Anfänge in der Zeit vor der Einbürgerung des Guldens au der 
Kurie, also vor dem Jahre 1252 lägen ^). Er berief sich hierbei 
auf eine Angabe in den « gesta abbatum S. Albani " des Thoraas 
Walsingham (II. 191). Hier wird berichtet ^), dass der Abt Richard 
von S. Alban auf die Frage nach der Höhe der Taxe seines Klosters 
den Kurialen die Antwort gegeben, dass er ausser dem jährlich 
an die Kurie « nomine exemptionis " zu entrichtenden Census nichts 
von einer Taxe wüsste. Darauf hätten diese entgegnet : « Sileas, 
quia nos loquimur de taxa, que debetur pro visitatione nomine va- 
cationis, quam invenimus in registro nostro, 720 marcarum; quod 
est in ilorenis 3600 « . Dann fährt der Chronist weiter : « Et demon- 
straveruut ei registrum scriptum in papyro 720 marc. pro 
doDio S. Albani, comminantes. ut nihil amplius loqueretur » . Haller 
hält dieses » registrum scriptum in papyro " für eine Taxliste. Ich 
habe bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass die Münze 
für diese Frage nicht entscheidend sei "), da sie auch noch im 
14. Jahrhundert bei englischen Servitienzahlungen erwähnt werde 
und dass das hier genannte Register ebenso gut eines der noch 
heute aus jener Zeit erhaltenen Obligationsregister der päpstlichen 
Kammer gewesen sein könne. Die Existenz eines Taxbuches im 
13. Jahrhundert könnte man zwar annehmen, sie ist aber nicht 
sehr wahrscheinlich, da ausser den Metropolitansitzen und exemten 
Kirchen und Abteien doch verhältnismässig wenige andere für die 
Zahlung des Servitiums in Betraclit kamen und damals in der Ent- 
wicklung des Servitien- und Taxwesens noch alles im Flusse be- 
griffen war. 

Dass man sich in den meisten Fällen, wenn die Taxe nicht 
sicher feststand, auf die Verpflichtungen und Zahlungen der Vor- 
gänger, also auf die Obligations- und Solutionsregister, bisweilen 
auf Notariatsinstrumente berief, zeigt schon eine flüchtige Durch- 
sicht der Kammerregister. 

So wurde im Jahre 1307 dem Prior des Klosters von Heiligen- 
Kreuz in der Diözese Coimbra, der sich nur zur Zahlung von 1000 
Goldgulden verpflichtete, bedeutet, dass sein Vorgänger, wie man 

') Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. Kunst, XXII S. 344 Anm. 1. 
=) In anderem Zusammenhang auch besprochen bei Gottlob, Servitien- 
taxe S. 123. 

3) Gott. Gel. Anz. 1904 Xr. 10 S. 874 Anm. 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHKN KAMMER 145 

« in registris " fände, 2000 flor. an die Kammer entrichtet habe ^). 
In der Bulle Urbans V. vom Jahre 1360 über die Reduktion der 
Taxe des Klosters S. Germani de Pratis wird ausdrücklich verfugt: 
« quam (sc. summam 4000 flor.) pro vera et integra summa dicti 
servitii haberi perpetuo et in regestis prefate camere et collegii no- 
tari volumus « *). Zu einer Zahlung des Elekten Heinrich von Pa- 
derborn im Jahre 1363 findet sich der Vermerk zum 1. Febr.: 
« presentatum fuit in camera apostolica quoddam publicum instru- 
mentum scriptum et signatum manu et signo magistri Nicholay de 
Wissebaden clerici Maguntin . . . , in quo quidem Instrumente con- 
tiiiebatur, quod anno D°' 1361 ind. 14. et die 26. mensis iulii... 
d. Henricus electus Paderburnen. promisit camere apostolice et 
coUegio pro suo communi servitio 100 flor. auri et 5 servitia con- 
sueta . . . 1 ^). 

Gelegentlich einer Zahlung des Bischofs von Foligno im 
Jahre 1364 wird bemerkt: « et fuit persolutum unum servitium 
integrum, ut invenitur in regestris camere apostolice « *). Eine 
Marginalnotiz in Obl. 35 fol. 91 enthält zu einer Reduktion vom 
Jahre 1368 den Zusatz: « cum plus non reperiuntur in libris an- 
tiquis camere » ^). Besondere Beachtung verdient in diesem Zusam- 
menhang die Obligation des Bischofs Albert von Regensburg ^) 
vom Jahre 1409. Er verpflichtete sich zu 400 Goldgulden. Dazu 
wird nun bemerkt : Da das Bistum Regensburg « in nonnullis libris 
camere et collegii " zu 1400, « in aliis " zu 1300 Goldgulden 
taxiert und nach der Aussage der Prokuratoren des Bischofs die 
Taxe auf 800 oder 400 Goldgulden reduziert worden sei, hätten 
sich letztere bereit erklärt das plus auf die Taxe, die « in antiquis 
libris camere et collegii " verzeichnet sei, in bestimmten von der 
Kammer zu fixierenden Raten nachzuzahlen, falls die Verpflichtung 
hierzu •< per libros camere vel alias litteras " nachgewiesen werden 
könnte. 

Das Schreiben für die Reduktion des Bistums Lund von 4000 

') Vgl. König 1. c. S. 14. 

») Vgl. Beilage. 

») Obl. 36 fol. 8. 

*) Vgl. Obl. 36 fol. 67^ 

') Baumgarten 74, 

•] Vgl. Obl. 56 f. 18^ 

10 



146 EMIL GÖLLER 

auf 2000 Gulden enthält die ausdrückliche Bestimmung für die 
Kammer » ut reductionem huiusmodi in libris et registris camere 
et collegii . . . annotari faciat taxam antiquam abolendo » '). 

Vergleichen wir diese Angaben untereinander und im Zusam- 
menhang mit den vollständigen Schreiben, denen sie entnommen 
sind, so wird man kaum von ihnen aus einen Schluss auf die Existenz 
des Taxbuches selbst machen können ^). 

Es handelt sich in den erwähnten Fällen offenbar immer nur 
um die bereits früher angeführten Kammerregister ^), 

Besondere Hervorhebung verdienen in diesem Zusammenhang 
zwei Pergamentbände des Vatikanischen Archivs aus der Zeit Ur- 
bans V. 

Sie enthalten sämtliche Obligationen aus den Jahren 1316- 
1360 und am Schlüsse ein alphabetisch geordnetes Verzeichnis der 

■) Vgl. Obl. 55^ fol. 116\ 

^) Vgl. hierzu auch die Obligationsformel aus der Zeit Gregors XL 
(Gottlob, Servitientaxe S. 29): « Item recognoscitis eisdem camere et coUegio ac 
familiaribus et officialibus omnes illas pecuniarum quantitates, in quibus pre- 
dicta vestra ecclesia reperietur in libris ipsorum camere et collegii 
pro aliquorum predecessorum vestrorum personis obligata ». In der Reformakte 
Martins V. heisst es: «Pro sustentatione summi pontificis et fratrum suorum 
S. R. E. cardinalium de ecclesiis et monasteriis virorum duntaxat vacantibus 
et vacaturis solventur pro fructibus primi anni a die vacationis summae pe- 
cuniarum in libris camerae apostolicae taxatae, quae communia 
servitia nuncupantur" (Vgl, Hüb 1er S. 137). 

^) Nicht scheint mir dies der Fall zu sein bei der folgenden littera testi- 
monialis aus der Zeit Martins V., die ihrem Wortlaut nach doch zunächst auf 
das Taxbuch hinweist (Vat. Arch. Div, cam. Arm. 29, 5 f. 69) : « Universis etc- 
Ludovicus etc. salutem etc. Ad universitatis vestre notitiam deducimus et vobis 
tenore presentium attestamur, quod in lib ri s camere apostolice, in qui- 
bus taxe ecclesiarum et raonasteriorum quorumlibet sunt an 
notate, mon. Melliceu. OSB. Patavien. dioc. pro suo communi servitio post 
eius vacationem camere apostolice et reverendissimorum in Christo patrum 
dominorura sancte Romane ecclesie cardinalium collegio solvendo ad 323 flor. 
auri de camera et tertium unius similis floreni in eisdem libris taxatum repe- 
peritur, et ne quemquam de taxa ipsa hesitare contingat, has nostras litteras 
ad instantiam venerabilis viri domini fratris Nicolai abbatis dicti monasterii 
se ad certam causam aliam taxa huiusmodi indigere asserentis sub sigillo pre- 
fati domini camerarii duximus concedendas. Datum Florencie die tricesima 
mensis maii sub anno Domini 1419, ind. 12, pontif. etc. anno secundo. L. Ro- 
bring", Am Rand: Littera testimonialis taxe mon. Mellicen. (Mitteilung von 
Prälat Baumgarten), 



DER LIBEK TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 147 

darin genannten Bistümer und Abteien mit genauer Angabe der 
Servitientaxe '). Es kann gar keinem Zweifel unterliegen dass diese 
aus den Papierregistern hergestellten Abschriften für den praktischen 
Gebrauch bestimmt waren. Da nun eine Handschriftenreihe des 
Taxbuches, wie wir später sehen werden, die gleiche Anordnung 
wie die Indices dieser Pergamentbände aufweist, insofern auch hier 
die Bistümer und Abteien in zwei Abteilungen und alphabetischer 
Reihenfolge angeführt werden, habe ich an anderer Stelle die Ver- 
mutung ausgesprochen, dass diese Obligationsregister bei der Her- 
stellung des Liber taxarum in seiner ursprünglichen Fassung als 
Vorlage gedient und wir in ihnen die älteste Form des Taxbuches 
zu erblicken hätten. Diese Annahme ist aber hinfällig. Wie eine 
Vergleichung beider Aufzeichnungen ergab, enthalten die Perga- 
mentbände Eintragungen, die in der erwähnten Redaktion des 
Taxbuches fehlen ; eine unmittelbare^) Benützung ist demnach 
ausgeschlossen. Dazu kommt, dass nach einer Quellenangabe aus 
der Mitte des 14. Jahrhunderts sclion damals in der päpstlichen 
Kammer eine Taxliste existierte, deren Anlage von der aller übrigen 
vollständig abweicht. In dem Liber Ordinarius Nr. 242 der Introitus 
et Exitus des Jahres 1854 ist nämlich (fol. 213) folgende Zahlung 
gebucht: « Die 9 mensis septembris soluti fuerunt Johanni Annoti 
clerico commoranti Avinione pro scribendo in pergameno tabulam 
provincialem cum summis servitiorum pro camera apo- 
stolica necessariorum 5 flor. » ^). Hiernach gab es also bereits unter 
Innocenz VI. in der apostolischen Kammer ein Taxverzeichnis, 
dem das Provinciale zu Grunde lag. Ob es sich in der angeführten 
Notiz um eine erstmalige Aufzeichnung oder um eine Abschrift 
handelt, lässt sich aus dem Wortlaut nicht mit Sicherheit er- 

') Vgl. hierzu meine Angaben in der Rom. Quartalschr. XVIII (1903) S. 100, 
wo beide Bände kurz beschrieben sind, und Baum garten 1. c. S. XXXII. 
Baumgarten verweist noch auf «einen dritten Pergamentband", der die Obli- 
gationen von 1357-1361 enthalte und meint, die Fortsetzung von Obl. 6 sei 
de facto wohl nur bis 1357 benutzt worden. Da dieser dritte Band nicht näher 
angegeben ist, vermute ich, dass es sich um den Pergamentband Obl. Nr. 32 
handelt, der ebenfalls schön geschrieben ist und einen übersichtlichen Index 
enthält, jedoch ohne Angabe der Taxen. 

') Vgl. unten S. 162. 

^) Veröffentlicht bei Ehrle, Historia bibl. Romanorum pontif. S. 166, 
Nr. 35. Tan gl, Kanzleiordnungen XVIII Anm. 



148 KMIL GÖLLKR 

scliliessen; jedenfalls können wir daraus entnehmen, dass diese 
Taxliste nur für die Bistümer bestimmt war. Denkbar wäre es, 
dass ihre Anlage bereits im 13. Jalirhundert erstmals erfolgte. 
Das Provinciale ist den meisten noch vorhandenen Exemplaren des 
Liber taxarum als Anhang beigegeben. Man hat also guten Grund, 
anzunehmen, dass die « tabula provincialis cum summis servitiorum « 
des 14. Jahrhunderts die ursprüngliche Form des Taxbuches dar- 
stellt. Das entspräche auch ganz den tatsächlichen Verhältnissen. 
Welche Hilfsmittel standen der Kurie bei Herstellung eines 
derartigen Verzeichnisses zur Verfügung? Hier kam doch in erster 
Linie das Provinciale in Betracht. Eine andere, für sämtliche Bis- 
tümer der Welt bestimmte Liste gab es nicht. Hiernach würde 
man es auch begreiflich finden, dass von der Anlage einer Taxliste 
der Klöster in der angeführten Notiz nicht die Rede ist. Ein Ver- 
zeichnis der Abteien der ganzen Welt hat es wohl kaum gegeben. 
Das einzige Hilfsmittel, das etwa zu diesem Zwecke dienlich sein 
konnte, war der Liber censuum, in dem die censuspflichtigeu Klöster 
eingetragen waren. Obwohl nun letztere infolge ihres unmittelbaren 
Verhältnisses zum apostolischen Stuhl zuerst vor allen übrigen zur 
Zahlung des Servitiums herangezogen wurden, ist doch nirgends ein 
Anzeichen dafür vorhanden, dass man sich des Liber censuum bei 
der Hßrstellung der Taxliste bedient hätte. Ich möchte die Auffas- 
sung vertreten, dass man von der Anlage eines Taxverzeichuisses 
der Klöster mit Rücksicht auf die grossen Schwierigkeiten, die sich 
dabei ergeben mussten, zunächst absah und sich vorerst mit den 
Aufzeichnungen in den Obligationsregistern begnügte. War doch 
auf diesem Gebiete selbst noch unter Urban V. alles in Fluss, in 
ständiger Entwicklung, in steter Zunahme. Eine Vorstellung hiervon 
giebt die doch nur wenige Jahre umfassende Zusammenstellung des 
Anhanges dieser Untersuchung. Konnte schon die Liste der Abteien 
nur aus den Servitienzahlungen gewonnen werden, um wie viel 
schwieriger gestaltete sich die Feststellung der Taxe selbst. Wie 
häufig musste die Kammer das Geständnis ablegen : « cum hie in 
curia Romana de certitudine taxe ac de fructibus, iuribus et pro- 
ventibus atque valore dicti monasterii ad effectum faciende provi- 
sioni super debita et vera taia dicti monasterii notitiam habere 
nequeamus » '). Eine gewisse Sicherheit und Stabilität, die dann 

') Vgl. Obl. 55* fol. 105. 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 149 

mit Martiu V. auch in den Formeln der Kammerquittungen zum 
Ausdruck kam ^), konnte sich erst herausstellen, nachdem einmal 
sämtliche Klöster auf Grund der Keservationen, wie dies unter 
Urban V. zum ersten Male geschehen, zur Entrichtung des Servi- 
tiums verpflichtet waren. Jetzt war eine annähernde Vollständigkeit 
möglich. Vorerst musste man sich freilich noch mit den Obliga- 
tionslisten, deren Zusammenstellung natürlich einem dringenden 
Bedürfnis entsprach, begnügen; mit dem letzten Drittel des 14. 
Jahrhunderts war aber auf Grund der aus allen Ländern und Pro- 
vinzen inzwischen erfolgten Obligationen und Zahlungen besser 
denn je vorher die Möglichkeit gegeben, ein ziemlich vollständiges 
Verzeichnis der servitienpflichtigen Klöster, wie es uns im Liber 
taxarum vorliegt, herzustellen. Von jetzt an kann man ernstlich 
mit der Anlage des Taxbuches in seiner jüngeren Form rechnen. 
Sehen wir zu, welche Anzeichen hierfür in dessen handschriftlicher 
Ueberlieferung sich vorfinden. 



IV. 



In den Diversa caraeralia des Vatikanischen Archivs Bd. 45 
fol. 126 lesen wir unter dem 6. März 1487 folgende Mitteilung 
des päpstlichen Kamerars : « Ad universitatis vestre notitiam de- 
ducimus . . . , quod in libro taiarum camere apostolice in pergameno 
scripto cum tabulis taxas ecclesiarum et monasteriorum continen- 
tibus inter alia monasteria inibi taxata erat, prout est, monasterium 
S. Zenonis de Pisis ord. Camald. taxatum ad summam et numerum 
300 flor. auri de camera » ^). Hier ist also direkt auf den Liber ta- 
xarum der Kammer Bezug genommen. Da uns zahlreiche Perga- 
mentexemplare des Taxbuches aus dem 15. Jahrhundert erhalten 
sind, lässt sich aus dem angeführten Wortlaut nicht entnehmen, 
welches derselben hier gemeint ist. 

') Von da an findet sich regelmässiff in den Obligatiunen der vorher (vgl. 
Obl. 56) nur vereinzelt vorkommende Zusatz : « ad quos ipsa ecclesia (oder 
ipsum monasterium) tasatur ». Vgl. Obl. 58 fol. 1 ff . — Im 16. Jahrhundert 
lautet dieser: «ad quos dicta ecclesia in libris camere taxata reperitur ". 
Vgl. Obl. 88 (Jul. II.) 1505-1509. 

^) Mitteilung von Dr. v. Hofmann. 



150 EMIL GÖLLER 

Klarer und deutlicher ist ein Hinweis auf das Taxbuch in 
einer Littera testimonialis über die Taxe des Klosters » b. Marie 
Vallis Toletan. dioc. ", vom Jahre 1483 (Diversa cameralia 41 
fol. <32). Hier bringt der Kamerar zur Kenntnis: « quod in libris 
camere apostolice videlicet taiarum, in quo sunt taxate omnes ec- 
clesie patriarchales, metropolitane ac cathedrales necnon monasteria 
cuiuscunque ordinis, reperitur sub ecclesia Toletan. monaste- 
rium b. Marie Vallis Cist. ord., Toletan. dioc. taxatum ad florenos 
auri de camera quinquaginta " '). 

Aus dieser Angabe geht unzweideutig hervor, dass in den von 
dem Kamerar genannten Tailisten die Abteien unter den Diözesen 
verzeichnet standen. Das ist nicht ohne Wichtigkeit, da die Hand- 
schriften des Liber taxarum zwei verschiedene Redaktionen auf- 
weisen. In der einen sind die Bistümer und Klöster in der ange- 
führten Form, in der anderen sind sie getrennt von einander ein- 
getragen. Die Handschriften scheiden sich also in zwei Gruppen. 

Nach dieser Anordnung gebe ich eine vorläufige Zusammen- 
stellung der bis jetzt von mir teils eingesehenen, teils in Katalogen 
verzeichneten Handschriften : 

Erste Gruppe: 

1) Rom, Archiv Vat., Arm. 33 Nr. 6 = VA, mb., 26.5 X 19,5 
cm., ohne Foliierung, s. 15. Alte Signatur: Nr. 461. 

Beginnt: « Taxa omiiium mundi ecclesiaruni et primo Abiionen ". In 
der Initiale A sitzender Papst, vor ihm ein Kardinal und ein Kleriker 
mit einem Buch, über das der Papst den Segen giebt. Es folgen zunächst 
die bischöflichen Sitze in alphabetischer Ordnung, die aber innerhalb der ein- 
zelnen Buchstabon nicht immer streng durchgeführt ist. Die Liste der Abteien 
beginnt mit der Ueberschrift: « Incipiunt taxe omnium mundi monasterio- 
rum ». Die Namen der Bistümer und Abteien sind von einer Hand geschrieben. 
Am Eande ist durch die Abkürzungen : card. pa. ar. immer angedeutet, ob 
es sich um einen Kardinalssitz, ein Patriarchat oder Erzbistum handelt. Die 
Priorate und Frauenklöster sind durch die Vermerke: prior., moniales gekenn- 
zeichnet. Die Servitientaxen rühren von anderer Hand her, von einer dritten 
sind bei den Bistümern zahlreiche Nachträge und Vermerke hinzugefügt. In 



') Vgl. hierzu oben S. 146 Anm. 3 die viel ältere Nutiz aus der Zeit 
Martins V. 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 151 

einzelnen Fällen ist am Rande mit dem Hinweis « Nota in libro camere » 
auf andere Taxen aufmerksam gemacht. Es sind folgende: 

Cathalanen. in Francia flor. 4000, nota in libro camere 3000 

Colocen. in insula Rodorum flor. 220, n 120 

Condomien. in Equitania (!) flor. 1560, « 2500 

Electen. in Gocia flor. 2000, » 1500 

Eisteten, in Alemannia flor. 800, ;> 1800 

Lichefelden. et Conventren. flor. 5000, » 3500 

Quinqueecclesien. in Ungaria flor. 3400, n 3300 

Seguntia in Yspania flor. 2600, » 2000 

Trecoren. in Britannia flor. 466, >» 460 

Der liier erwähnte « Liber camere " war wohl ein Taxbuch. An die Obli- 
gationsregister ist deshalb schwerlich zu denken, weil es sich da nicht um einen 
Liber, sondern um mehrere gehandelt hätte. — Dem Taxbuch ist ein Pro- 
vinciale beigegeben. 

Die Zeit der Abfassung der Vorlage dieser Handschrift wird durch fol- 
gendes bestimmt. Obwohl die Neueinschätzung von Mainz und Trier auf 
10000 flor. auch hier in der Taxe ausgedrückt ist und bei Sutri durch den 
Zusatz " alibi 63 " die Erhöhung der Taxe von 50 auf 63 flor., die am 
27. Juni 1433 stattfand, angegeben ist, so sind doch bei den meisten unter 
Martin V. und Eugen IV. gemachten Neueinschätzungen, die zum Teil schon 
1420 vorgenommen wurden, noch die alten Taxen ohne jeden Vermerk ange- 
führt. Die Vorlage dieser Handscrift, wohl unter Eugen IV. entstanden, führt 
also selbst wieder auf eine ältere, den 2 ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhun- 
derts noch angehörende Recension der Taxliste zurück. Weitere Angaben aus 
dieser Handschrift s. unten. 

2) Rom, Arch. Vat., Arm. 33 Nr. 5 = VB, mb, gleiches 
Format wie VA, 61 beschriebene Folia, s. 15 ex., von einer Hand 
geschrieben. 

Stimmt inhaltlich vollständig mit VA überein. Doch fehlen hier die 
Randbemerkungen mit Ausnahme der Hinweise auf die oben angeführten Tax- 
unterschiede « in alio libro ". In der Anfangsinitiale ebenfalls segnender 
Papst. Fol. 45 beginnt das Provinciale, das aber fol. 60 einen in VA fehlenden 
Zusatz enthält. 

3) Hannover, Staatsarchiv Y 12 vol. I ^ H, s. 15. 

Beginnt: « Taxa omnium mundi ecclesiarum una cum abbatiarum u. Die 
Reihenfolge der Bistümer stimmt nicht vollständig, wie ich einer gütigen Mit- 
teilung von Dr. Hoogeweg entnehme, mit der in VA überein, es handelt sich also 
nicht um die gleiche Recension. Die Abteien fehlen. Vgl. 0. Meinardus, 
Päpstliche Formelsammlungen und Handbücher aus den Bureaux der päpstl. 
Verwaltung des 15. Jahrh. in Hannover, Neues Archiv X 48, wo auch einzelne 
Taxauszüge. G. Erler, Dietrich von Nieheim (Leipzig 1887; S. 111 Anm. 2. 



152 EMU, GÖLLER 

Zweite Gruppe: 

1) Vorlage des ältesten Druckes der Taxliste. Vgl. die oben 
S. 115 angegebeneu Drucke. 

2) Rom, Arcb. Vat., Arm. 33 Nr. 7 = VC, eh., 29 X 21,2 cm., 
ohne Foliierung, s. 15 ei. 

Vorangeht ein Provinciale. Das Taxbuch beginnt: « Romana ecclesia 
sub se continet abbates infrascriptos. Et ideo in hoc opusculo preponitur or- 
dine alphabeti pretermisso, quia omnium ecclesiarum mundi Caput est et nia- 
gistra: Pauli de Urbe etc. ». Die Diözesen, alphabetisch geordnet, sind durch 
Fettschrift hervorgehoben. Die Abteien stehen unter den Diözesen verzeichnet. 
An einzelnen Stellen Vermerke über die Veränderung der Taxe. Unter den 
Abteien viele Lücken. Wiederholt die Notiz am Rande: « Quaere in libro 
Alexandri V. ». So beispielsweise bei « Signiaco » (Remen. dioc): « Aucta est 
taxa propter unionem mon. de Consolatione ad flor. 50 ». Unter « Januarii de 
Capolana 0. S. B. n (Aretin. dioc.) fl. 138: « Quia unita sunt certa beneflcia, 
aucta fuittaxa ad fl. 8, ut patet in libro Alex.». Ausführlicher bei: «Prior. 
de Lampione » (Engolisnien. dioc): « Quaere in libro Alexandri V. in postilla 
inferiori «. — Diese Hs. scheint auf eine ältere zurückzugehen, die aber nicht vor 
dem Jahre 1460 entstanden ist. Das unter Pius II. (1460 3 non. martii, wie 
der Zusatz in jüngeren Taxbüchern angiebt) errichtete Bistum Ottochaz (Ot- 
tocien.) ist hier schon aufgenommen. Angaben aus dem 14. Jahrb. bei « Ger- 
mani de Pratis ') (Parisien dioc.) : « Dicitur reducta per Urbanum V. ad 4000 flor.» 
(vgl. unten),bei « Sancti Michaelis de Aretio ord. Camal. »: « antea prioratus 
et ereptus (!) in abbatiam per d. Jo. XXIII. ». " Prioratus generalis heremi o. 
Camal.," ut patet libro Gregorii, fl. 200», bei « Germani » (Autissiodoren) 0. 
SB.»: «Olim fuit taia fl. 1000, sed dominus Urbanus reduxit ad 500», bei 
u Aurelianen. »: Olim flor. 4000, sed d. Gregorius XI reduxit ad flor. 2000» 
(Vgl. Obl. 35 fol. 151: "1371 Jun. 20 d. Johannes ep. Aurelianen. promisit 
pro suo communi servitio 2000 flor. et 5 serv. minuta, alii (!) 2000 flor. sunt 
perpetuo sibi remissi»). 

3) Bologna Stadtbibl. = B. 

Vgl. Döllinger, Beiträge II (Regensburg 1863) S. 1 ff. ohne Angabe 
der Signatur, mb. Nach Döllinger circa 1460 \\). Unter « Andreae et Gregorii 
de Urbe » Datumsangabe: Sixtus IV. kal. iun. a. VII. Also nicht vor 1477 ge- 
schrieben. Vgl. oben S. 115. Hier zahlreichere Noten als in \C. Bei « S. Mi- 
chaelis de Aretio ord. Camal. » : antea prioratus et erecta in abbatiam per. d. 
Johannem XXII. — Prioratus generalis heremi ord. Camal., ut patet libro Gre- 
gorii fol. CCV anno secundo, flor. 200». Johann XXII. auch erwähnt S. 253 
unter « Thuamen. ». Bei « Germani de Pratis » wie VC, doch mit dem 
Zusatz: « Ita doctum fuit per publicum transumptum bullae dicti Urbani 
(sc. V) registratum in libro diversarum inchoatum tempore d. Martini V. 
f. 176 ». (Vgl. unten). 



DER LIBER TAXARUM DEK PAEPSTLICHEN KAMMER 153 

4) Rom, Cod. Vat. lat. 9239 = VD, mb., 27 X 19 cm., ohne 
Foliierung, s. 15 ex. 

Vorangeht ein Provinciale. Das Taxbuch beginnt: « Romana ecciesia sub 
se continet etc. » Hier unter den einzelnen Bistümern und Abteien mitunter 
sehr ausführliche Zusätze über Veränderung der Taxe, die durch rote (abge- 
blasste) Tinte hervorgehoben sind. Am Schluss ein Nachtrag zum Provinciale: 
1) De regibus Christianorum, 2) De regibus, qni sunt feudatarii ecclesie Ro- 
■mane, S) Quare incarnationis facta sunt incepta. Schlussvermerk: « Comple- 
tura anno Domini 1482 »• 

5) Rom, Bibl. Corsini, 41 D 14, == C, eh., 130 beschriebene 
Blätter, s. 15. 

Auf dem Vorsetzblatt von späterer Hand : « Taxa abbatiarum etc. ad 
usum Joannis Hieronymi Lanthii Vintimillien. n ms. 130. An einzelnen Stelleu 
Nachträge von anderer Hand. Nicht ganz vollständig. Am Schlüsse fehlt die 
Diözese Agram. Jüngste Datumsangabe fol. 108 unter " Tuden. " : Sixtus IV. 
a. XI. — Fol. 130 beginnt das Provinciale; schliesst: « Deo gratias «. 

6) Rom, Cod. Ottob. 65 = VO, mb. 36 X 25 cm., ohne Foliie- 
rung, s. 15 ex. Alte Signatm-: HH, 19. 

Auf dem Vorsetzblatt: u Joannis Brisaighae über, quem habui ex here- 
ditate Petri Pauli Tarsiae iam scriptoris apostolici vere Israelitae, in quo 
dolum non agnovi et ratione gratitudinis et verae amicitiae in eins funere, 
qucd exopto ab aliis pro me expendi officium ». Elegant geschrieben, beginnt 
mit einem Provinciale. Die Initialen der alphabetisch geordneten Diözesen 
auf Goldgrund. Jüngste Datumsangabe unter « Apruntin. » : Innocentius VIU. 
8 kal. febr. a. III. Fol. 112 folgen: « Statuta sacri collegii de oiBcio et po- 
testate camere » aus der Zeit Eugens IV. und Pauls U., dann « iuramenta 
clericorum sacri collegii, stationes quadragesime n. Zu den Kamraerstatuten 
vgl. Baumgarten, Untersuchungen und Urkunden über die caraera collegii 
cardinalium (Leipzig 1897) S. LXXX Villi, wo der erste Teil derselben aus 
der Zeit Eugens IV. nach anderen Hss. publiziert ist. 

7) Rom, Bibl. Vitt. Em. 1471 (Cod. Sessor. 46) = S, mb., 
32,8X23 cm., s. 15 ex. 118 Folia. 

Schöne Schrift, die alphabetischen Anfänge mit Zierinitiale. Vgl. J. 
P. Kirsch, Die Annaten und ihre Verwaltung in der zweiten Hälfte des 
15 Jahrb., Hist. Jahrb. IX (München 1888) S. 301., L. König, Die päpstliche 
Kammer unter Clemens V. und Johann XXII. (Wien 1894) S. 18 Anm. 1., 
M. Mayr-Adl wang, Ueber Expensenrechnungen für päpstl. Provisions- 
bullen des 15. Jahrhunderts, MIÖG XVII (Jnnsbruck 1896) S. 48 Anm. 2. 
Die Angabe von Kirsch über die Datierung dieser Hs. beruht auf einem Ver- 
sehen, da nicht Sixtus IV., sondern Alexander VI. als der letzte unter den 



154 EMIL GOLLER 

Päpsten genannt ist. Vgl. fol. 31 u. fol. 86. Demnach werden auch die Aiif- 
zeichnunffen auf den 2 ersten Blätttern und der letzten Seite der Hs., die 
Kirsch veröifentlicht hat, schwerlich noch dem 15. Jahrh. zuzurechnen sein. 
Diese Hs. beginnt abweichend von den bisher genannten: " In nomine s. 
Trinitatis. Incipit über taxarum omnium ecclesiarum et monasteriorüm dili- 
gentissime emendatus ad exemplar libri sacri collegii et camere apostolice ». 
Von anderer Hand sind Nachträge, an einzelnen Stellen nach 1525 (vgl. f. 90, 
wo Clemens VII. 1525 genannt ist) hinzugefügt. 

8) Rom, Bibl. Vitt. Em. 3167 (Gesuit. 1038) = G., eh., 
29 X 21, cm., ohne Foliierung, s. 16 in. 

Das Taxbuch beginnt wie S und kommt diesem auch in der ganzen 
Anlage sehr nahe. Es ist an Notizen nicht so reichhaltig wie S, enthält 
aber auch einzelne Zusätze, die dort fehlen, so z. B. unter « Zagabrien. » — 
Abweichungen liegen auch in der Reihenfolge vor. Vgl. Hai 1er, Die Ausfer- 
tigung der Provisionen etc., Quellen und Forschungen II (Rom 1899) S. 2, 
wo die Inhaltsangabe des ganzen Bandes, dem die Taxliste angehängt ist, zu 
finden ist. 

9) Rom, Arch. Vat., Miscell. Arm. 12 Nr. 152 = VE, eh. 
33,5 X 23,9 cm., 96 foliierte Blätter, s. 16. 

Fol. 1-13 Provinciale. Fol. 14 Taxbuch, beginnt: « Romana ecclesia sab 
se continet etc., " also wie VC. Das Ganze von einer Hand geschrieben. 
Jüngste Datumsangabe unter « Augusten. » ffol. 20): Innoc. VIII., 8 kal. 
febr. a. III. Die Vorlage hierzu stammt hiernach wohl noch aus dem 15. Jahrh. 
und gleicht sehr VD und VO. 

10) Rom, Areh. Vat., Miscell. Arm. 8 Nr. 83 = VF, mb., 
33,2 X 22,6 cm., ohne Foliierung, s. 16. 

Auf der Einbanddecke innen: « Liber taxarum dominorum Julii et 
Laurentii D. Philippi de Strozzis et sociorum de Urbe ". Darunter von an- 
derer Hand: « Mense martii 1630». Das Ganze von einer Hand in schöner 
Zierschrift des 16. Jahrh. niedergeschrieben. Jüngste Datumsangabe unter 
u S. Marie de Melanico » (Saonen. dioc.) : « Fuit noviter taxatum ad dictum 
valorem de mense iunii 1530 sub demente VII «. Auffallend, dass bei den 
Vermerken meist nur das Sachliche ohne Zeitangabe, wie in den anderen 
Hss. angeführt ist. Im Uebrigen gleicht diese Hs. sehr VE. Beachtenswert 
folgende Notiz unter « Agathe ord. S. Aug. » (Urbinat. dioc): « Nota quod 
ista ecclesia est taxata ad flor. 300 et ita bulle fuerunt expedite anno Do- 
mini 1484 die 21. octobris et antea, ut nobis veridice relatum est, idque an- 
notavit d. Philippus Barbaricus olim prothonotarius numerarius in libro taxa- 
rum d. custodis cancellarie apostolice «. 



DKR LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 155 

11) Rom, Cod. Ottob. 910 = VOA, eh., 28 X 20 cm., zum 
Teil foliiert, s. 16. 

Auf dem ersten Blatte : « Ex codicibus illustrissimi et excellentissimi d. 
Joaniiis Angeli ducis ab Altaemps n. Auf der folgenden Seite eine Notiz über 
die Taxe eines nicht genannten Klosters und andere Vermerke aus der Zeit 
Clemens VII. (1534). Das folgende Blattfragment enthält ein Münzverzeichnis. 
Die Vorlage dieser Hs gehörte noch dem Ende des 15. Jahrh. an. Zusätze 
-und Notizen aus der Zeit Innoc. VIII. fehlen, die beispielsweise in VO sich 
vorfinden. Die letzte Datierung aus der Zeit Sixtus' IV. s. fol. 61^ unter « Fri- 
singen " : 4 id. octobris a. XI. Zahlreiche Zusätze auch in den Taxen stammen 
von derselben späteren Hand. Unter « S. Andree » (Astoricen. dioc.) ist noch 
Paul III. genannt. Diese Hs. gehört zu den interessantesten und reichhaltigsten 
Nach. fol. 145 beginnt das Provinciale, ohne Foliierung; es schliesst: « Quo- 
niam domino disponente post scripturam huius libri provincialis fides Christiana 
est in aliquibus partibus ampliata et alique ecclesie sunt noviter in cathedrales 
erecte tarn in Polonia quam alibi, que non erant in predicto provinciali dc- 
scripte, ideo ego Jo(annes) Card. Ostien. S. Pi. E. vicecancellarius de mandato 
domini nostri pape Martini V. nie sufficienter informavi de quibusdam ex ipsis, 
quas feci adiungi ad hunc librum, ut de earum erectionibus non dubitetur in 
futurum". Es folgen die betr. Kirchen und dann weitere aus der Zeit Pius' II. 
(1460). Am Schlüsse von anderer Hand eine kurze Liste " de monetarum 
valore n und einzelne Notizen über den Anteil des Kamerars an den « sacra, 
subdiaconum, minutum, quietantia". Auf Grund der obigen Angabe des Vi- 
cekanzlers Martins V. hat Mayr-Adlwang (MIÖG XVII 48j irrtümlich 
geschlossen, dass auch das Taxbuch aus dieser Zeit stamme. 

12) Rom, Cod. Vat. lat.. 10427, (alte Signatur 10457) 
= YG, eh., 34 X 26, 247 Folia, s. 16 ex., mit späteren Zusätzen. 

Taxbuch fol. 1-242. Folio 1 Kardinalswappen mit Beischrift: Josephi 
Nigri. Der zu Grunde liegende Text, von einer Hand geschrieben, führt auf 
eine Vorlage aus der Zeit Leos X. zurück, dessen 5. Pontifikatsjahr S. 14 
unter " Aretin. » noch genannt ist, und enthält viele und wichtige, haupt- 
sächlich aus 3 Perioden herrührende Zusätze, die bis in das 18. Jahrh. hi- 
neinreichen. (Vgl. S. 136 u. 190, wo zuletzt das Jahr 1730 erwähnt ist). Die 
älteren Notizen vom 14. Jahrh. sind ebenfalls vorhanden. Unter « Acherontin. » 
zum Jahre 1585 die Notiz.: « mandatum fuit adnotari in libris taxarum ". 
Auf u Marie de Lura » (Sistaricen. dioc.) ein Zettel aufgeklebt mit dem 
Vermerk: « lo ho cercato tutti i libri nostri delle tasse, vecchi e moderni> 
cd anche ho guardato il libretto intitolato Le pouille de France, ed in 
nessun luogo si trova descritto il raonastero di Lura ». Fol. 243 folgt eine 
Münztabelle mit der Aufschrift: u Ad officium cubiculariorum et scutiferorum 
apostolicorum pro receptione seu partis (!) annatarum videlicet 20 pro cen- 
tenario Interesse nosce valorem et cursum monetarum secundum antiquae 
caraerae apostolicae consuetudinem idcirco ad communem ipsorum utilitatem 



156 EMIL GÖLLER 

cura et diligentia Niti dictoriua dorainorum notarii et capellani; earum cursus 
infrascriptus est et primo: Libra Turonen. etc. F. 245 folgen die Diözesen 
der «Patria reducta ». F. 247: «Nomina et taxae ecclesiarum nietropol. et 
cathedral. nuper in Flandria per Pium papam IV. erectarum ». Fol, 248: 
') Index 24 ecclesiarum regni Neapolitani, que sunt ad noniinationem regis, 
datus ab ill^^o card. Gesualdo ». 

13) Rom. Arch. Vat., Miscell. Arm. 13 Nr. 53, eh., s. 17. 

Zweiter Teil des Taxbuches mit dem Buchstaben M beginnend. Enthält 
besonders ausführliche Angaben über die neuerrichteten Bistümer im Orient 
und in Amerika, aber auch die älteren Vermerke. 

Zu diesen hier einzeln beschriebenen verzeichne ich nocli 
folgende, nicht von mir eingesehene Handschriften. 

14) Wien, Bibl. Rosiana, s. 15, ohne Signatur angegeben von L. König 
S. J., Die päpstliche Kammer unter Clemens V. und Johann XXII. (Wien 
1894) S 18 Anm. 1. Die Taxen stimmen nach K. mit denen bei DöUinger 
überein, « nur die Anordnung der Benefizien in Cod. Rossian. ist eine etwas 
andere und die Aufzählung vollständiger». 

15) Florenz, Archivio di Stato, Carte Strozziane Nr. CCCLVIII (antico 
no. 918), « Scritture ecclesiastiche 6, s. 15. Vgl. Le Carte Strozziane del R. 
Archivio di Stato di Firenze, Inventario II (Firenze 1891), S. 783. 

16) Paris, Bibl. nat. Fonds lat. 4194, eh., s. 15, olim. Tellerianus. Vgl. 
Catalogus codicum manuscriptoruni bibl. regiae III (Paris 1744): « Hi con- 
tinentur taxae episcopis et abbatibus subditis ab ecclesia Romana impositae. 
Ad calcem subiiciuntur officiorura Romanorum nomina». 

17) Paris, Bibl. nat. Fonds lat. 4195, mb., s. 15, olim Faurianus. Vgl. 
Catal. 1. c. S. 1561: « Ibi continentur: 1) taxae ecclesiarum et monasterio- 
rum; 2) provinciale omnium niundi ecclesiarum; 3) forma obligationis, quae 
pvaestatur in camera apostolica per praelatos pro eorum communibus et mi- 
nutis servitiis ; 4) modus dividendi quinque minuta servitia camerae et col- 

l.'gii n. 

18) Venedig, Bibl. Marcian. Cl. IV cod. 66, mb., s. 15. Vgl. Blume, Bi- 
bliotheca S. 18. Vorangeht ein Provinciale. Zweifelhaft erscheint mir die Auf- 
schrift des Taxbuches: «Taxae annatarum, quae a patriarchis, archiepiscopis, 
episcopis et abbatibus in Romana curia persolvuntur ". Weitere Angabe, der 
Codex sei « a Joanne de Auolio Patauo anno 1476 elegantissime scriptus cum 
initialibus depictis et deauratis n. 

19) Lyon, Bibl. Cod. 858, mb., 27,2 X 19,9 cm., 148 Folia s. 15 ex. Vgl. 
Catalogue general des manuscrits, t. XXX, Lyon. (Paris 1899) S. 83. 

20) München, Cod. lat. 308, mb. 2". 1131 Folia, s. 16. Beginnt wie S. 
und G. Vgl. Catal. cod. bibl. regiae Monac, ed. altera I (Monachi 1892) S. 
77 Nr. 308. 

21) München, Cod. lat. Nr. 105, mb. 2° s. 16. Beginnt wie S. und G. 
Vgl. Catal. I 28 Nr. 105. 



DHR LIBER TAXAHUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 157 

22) Paris, Bibl. Mazarine, Cod. 2002 fol. 201 : « Taxae Romanae eccle- 
siarum et monasteriorum ex libris camerae apostolicae ». 16. Jahrh. Vgl. Catal. 
II (Paris 1886) S. 309. 

23) Paris, Bibl. S. Geneviöve, Cod. Nr. 11, eh., 28,1 X 20 cm., 106 Fol., 
s. 18. Schliesst mit einer Münztabelle. Vgl. Catal. II 105 Nr. 1633. 

Auszüge aus einem Taxbuch der Bibliothek bei dem Kloster S. Pietro 
in Vinculis zu Rom giebt B. Dudik, Iter Romanura I (Wien 1855) S. 66. 

Einige andere Handschriften erwähnt Montfaucon, Bibl. I 200 (unter 
Bibl. Rom. Catal. codicum, qui extabant in hospitio congregationis S. Mauri 
Romae): « Taxationes Romanae omnium per orbem episcopatuum, abbatiarum », 
ferner II 909 (Bibl. Regia Paris. CCCXXI): « Liber continens taxas episcopa- 
tuum et abbatiarum in curia Romana et nomina archiepiscopatuum et urbium 
suffraganearum n. II 1141 (Bibl. S. German. Paris Nr. 968): «Taxae eccle- 
siarum et monasteriorum in libris caniere apostolice «. 

Eine Hs. in Siena, Bibl. com. (K, I, 22) mb., s. 15 erwähnt P. Savignoni, 
Archivio della R. Storia Patria XVIII (1895) S. 217 Anm. 1. 

Eine Florentiner Hs. ohne genaue Angabe steht yerzeichnet in « F. A. Za- 
chariae Iter litterarium " (Venetiis 1762) S. 32: Cod. chart. in'folio continens: 
" librum taxarum omnium ccclesiarum et monasteriorum diligentissime emen- 
datum ad exemplar libri sacri coUegii et camere apostolice». In fine legitur 
« explicit liber taxarum beneficio et impensis rev.'"' in Christo patris et d. d. 
lohannis Sacci Anconitani aep. Ragusini, Innocentii VIII. pontif. max. datarii, 
diligenter, fideliter, studiose scriptus, correctus cum libris apostolice camere 
perfectusque per me Simeonem de Porciis de Novaria ipsius summi pontificis 
scutiferum taxaeque plumbi collectorem 3 kal. febr. a. D. 1451 pont, eius- 
dem a. VII. n. 

24) Rom, Bibl. Angelica, Cod. 112 (B. 2. 12), eh., 28,6 X 20 cm. 605 
Folia, s. 18 in. Text des Taxbuches fol. 2-254. Dann folgt fol. 455-456: " Ec- 
clesiae Franciae, quae appellantur in patria redncta, quarum taxae in expedi- 
ditionibus litterarum apostolicarum ad medietatem, et quamquam reductiones 
huiusmodi nonnullis de causis tunc forsan legitimis concessae fuerint ad quin- 
quennium tantum a Martino V pont. max., ut in eins primo obligationum lib. 
fol. 75 patet. usus tamen vel abusus potius obtinuit, ut usque in hunc diem 
observentur in non mediocre incomraoduni Romanae curiae». Fol. 459 ff. Auf- 
zeichnungen über einzelne Klöster, zusammengestellt « a Guidone abb. Pas- 
sionei s. collegii secretario». Im einzelnen vgl. Catal. Codicum raanuscript. 
in Bibl. Angelica, I (Romae 1893) p. 55. Erwähnt und benützt von A. Lubin, 
Abbatiarum Italiae brevis notitia, Romae 1698. Daselbst auch im Anhang ver- 
zeichnet ein : « Vetus codex taxae cameralis ordine alphabetico sanctorum titu- 
larium cuiuslibet abbatiae; in fine legitur prim. d. Eugenii, unde colligitur 
scriptus anno 1431 ". Diese hiernach sehr frühe, ohne Fundort angegebene 
Hs. habe ieh bis jetzt nicht aufiBnden können. 



158 EMIL GÖLLER 



V. 



Die meisten der hier beschriebenen und von mir eingesehenen 
Handschriften gehen ihrer Entstehung nach nicht über die Mitte des 

15. Jahrhunderts hinauf. Welche Resultate eine Untersuchung der 
ausserrömischen Handschriften ergeben wird, bleibt noch abzu- 
warten. Die Katalogangaben, so dürftig sie zum Teil auch sind, 
lassen nichts Günstiges erhoffen. Dass die gedruckte Taxliste des 

16. Jahrhunderts auf eine Handschrift aus der Zeit Benedikts XIII. 
hinweist, wurde schon hervorgehoben. Besondere Aufmerksamkeit 
verdient Cod. VC. Der häufige Hinweis auf den « Liber " Alexan- 
ders V. lässt auf eine andere Vorlage schliessen. Wie eine Nach- 
prüfung ergab, kann jedenfalls das Obligationsregister dieses Papstes 
nicht darunter verstanden sein, da die Antwort auf die Zitate hier 
nicht zu finden ist. 

Die Bedeutung der ersten Gruppe wurde bereits bei der Be- 
schreibung von Cod. VA gekennzeichnet. Wie es kommt, dass der 
Liber taxarum eine doppelte Anordnung erfuhr, die Frage ferner, 
welche der beiden Redaktionen die ^ursprünglichere ist, ob ein 
Abhängigkeitsverhältnis besteht oder beide neben einander anfäng- 
lich gebraucht wurden, aus welchen Gründen schliesslich, wie 
es scheint, die Anordnung nach Diözesen mit Einfügung der Abteien 
den Vorzug erhielt, kann mit den vorliegenden Hilfsmitteln noch 
nicht festgestellt und beantwortet werden. Der Zusammenhang mit 
dem 14. Jahrhundert kommt zunächst in einigen in sämtlichen Hand- 
schriften wiederkehrenden Vermerken zum Ausdruck. Dass diese 
auf einer älteren Vorlage basiert, die bis Urban V., aus dessen Pon- 
tifikat zwei Taxreduktionen angeführt werden, zurückführen müsste, 
möchte ich nicht behaupten. Bei S. Germain, das im 1. Pontifi- 
katsjahre Urbans V. von 4000 auf 2000 flor. rücktaxiert wurde, 
lässt sich mit Bestimmtheit nachweisen, dass der an und für sich 
schon unsichere Vermerk « dicitur reducta per ürbanum V. » mit 
einem Notariatsakt aus der Zeit Martins V., auf dessen Eintragung 
in den « Diversa cameralia " in mehreren Handschriften aufmerk- 
sam gemacht ist, zusammenhängt Da man das Reduktionsschreiben 
in den Registern des 14. Jahrhunderts nicht mehr auffinden konnte. 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 



159 



wurde auf Grund der vonseiten des Klosters beigebrachten Origi- 
nalurkunde unter IMartin V. eine Neueinschätzung vorgenommen und 
das als echt erkannte Original dem hierüber angefertigten Notariats- 
instrument inseriert *). 

Wichtiger als diese Einzelvermerke sind Taxunterschiede, die 
bei mehreren Bistümern und Abteien in der Angabe der Summe 
ausgedrückt sind und besonders in Codex VA häufig vorkommen. 
Zur Uebersicht seien sie aus dieser Handschrift nachstehend ver- 
zeichnet. Um das Verhältnis zu früher und später zu veranschau- 
lichen, füge ich die entsprechenden Taxen aus den erwähnten 2 Obli- 
gationsbänden -) und aus der Liste bei DöUinger an. 

1) Die Bistümer. 



Cod. VA 



flor. 



Curonien. 

Ebroicen. n 

Exonien. n 

Faventin. ^) n 

Gneznen. '> 

Havelbergen. *) » 

Ispalen. » 

Lavellen. » 

Mazarien. » 

Merseburgen. n 

Minden. °) » 

Montisregal. » 

Nucerin. ^) » 

Nuscan. « 

Ottanen. ') » 

Farmen. » 

Pasten. » 

Ratisponen. *) » 



L in antiquis 
MM alibi 

ccc 

MM 
CCC 

MMDC .. 
LXX 

cc 
ex 
cccc 

MD 

cxxx « 

XL » 

LVI » 

CCC 

c 

MCCC .. 



C 

MMD 

VI» 

CCCC 
yM 

VP 

V" 

CC 
CCCCL 

cxx 

VC 

MM 

CCXXX 
L 
LXVI 

MM 
CC 
MCCCC 



Obl. 6 u. Forts. 

L* 

MMD 

V", im Reg. VI« 

CCCC 

V" 

MMDC 



Cod. B 
(b. DöUinger) 
L, in antiquis C 

miD 

VI« 

CCCC 

v« 

Vic 

yu 



CC, im Reg. LXX LXX 



CC* 

cxx* 

MM 

XL* 

MM 

CC 

MCCC 



CCCCL 

CXX 

M 

MM 

CCCXXX 

LVIII 

LXVI 

MM 

C 

MCCCC 



') Vgl. hierzu Denifle, Chartularium IV nr. 2136. 

^) Vgl. oben. Die mit * bezeichneten stammen aus der Fortsetzung von 
Obl. 6 Cod. Vat. Borghes. 125 B. Die in beiden Bänden fehlenden Taxen sind 
teilweise aus anderen Registern ergänzt. 

») CCC in Obl. 48 fol. 109 (1391). 

♦) V in Obl. 48 fol. 5^ (1386). 

') CCCC in Obl. 36 fol. 2 (1362). 

«) CXXX in Obl. 36 fol. 45^^ (1363). 

') LVI in Obl. 48 fol. 15 (1386). 

») Vgl. oben S. 145. 



160 






KMIL GÖLI.ER 








Keginen. 


flor. 


VIP XXV alibi 


VHP 


VHP 




VHP 


Saonen. ') 


)) 


CXXV 


)) 


cxxxv 


— 




CXXXV 


Sedunen. 


)) 


ccc 


n 


MM 


MM 




MM 


Siracusan. ») 


» 


ccc 


» 


cccc 


CCCC 


u. CCC* 


CCC alibi 
CCCC 


Slrigonien. ^) 


n 


MM 


n 


MMMM 


— 




MM alibi 
IkIMMM 


Sutrin.*) 


I) 


L 


n 


LXIII 


— 




LXIII 


Traventin. 


!) 


C 


.. 


CL 


c* 




CL 


Tieveren. 


11 


VII» 


» 


X" 


VII«* 




X« 


Tridentin. 


n 


MM 


)) 


MMM 


MM* 




MMM 


Turritan. 


1) 


CCC 


n 


CCCC 


ccc 




CCC alibi 
CCCX 


Valven. 


» 


CL 


.. 


CLXX 


CL 




CLXX 


Veneten. 


n 


CCL 


)) 


CCCL 


— 




CCCCL 


Visen. =) 


n 


MMCCC 


n 


MMCCCC 


— 




MMCCCC 


Wratislavien. 


)i 


MMM 


» 


MMMM 


— 




MMMM 


2) Die Klöster. 












Cüd. VA 












Obl. 6 


Cod. B 



alibi LX 

» CC CC 

n CCL CCL* 

.. CCCCXXV — 



mit Forts 
Albotractu 0. Cist. tlor. XL 

Bartholomei de Campo Regio 

OSE. Eugubin. dioe. » LXVI 

Benedicti de Quinciaco OSB. 

Pietaven. dioo. » CC 

Marie de Alneto 0. Cist. Baio- 

cen. dioc. " CCCC 

Marie de Josaphat Cuseutin. 

dioc. » CCC 

Marie de Lamico 0. S. Bas. 

Alecanen. dioc. .. XXXVIII » XXXI\ 

Nicolai de Crumborch (!) vel in 

Karaborgh. OSB. Herbipo- 

len dioc. » LXVIII .. C 

Nicolai prope Andegavis OSB. 

Andegaven. dioc. n CCCCL » VIPL 

Novillaren. Argentin. dioc. » CCCCL » CCCL 



>. C 



CC u. C* 
XXXV* 



CC 
CCL 

c 
c 

XXXV 



CCCCL* CCCCL 
- CCCL 



') CXXV in Obl. 48 fol. 149 (1394). 
») CCC in Obl. 48 fol. 23 (1386). 
") MM in Obl. 36 fol. 140^' (1367). 
*) L in Obl. 36 fol. 82 (1364). 
•) MMCCCC in Obl. 36 fol. 180^ 



DER LIBER TAXÄRUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 161 

Petri in Userchia OSB. Le- olim M sed 

movicen. di'jc. flor. M primo et nunc CCCC M* nunc Y«' 

Pulteriarum[Linc:oneii.dioc,]») » VIII= alibi CC VHP CC 

Saturi OSA. Bituricen, dioc. r, VPXXV n Vl<^75 VFXXV* VPLXXV 

Stephan! et Bartholoraei Bono- 

nien. dioc. OSB. " VI<= « 135 VI<= CXXXV 

Villabertrandi Gerunden, dioc. ^ V^LIII sol. XXV VcLIII VP 

alibi VHP 

Vergleichen wir nun die hier angeführten Taxunterschiede, so 
ergiebt es sich, dass in einzelnen Fällen eine der beiden Summen 
in den Obligationen des 14. Jahrhunderts sich findet, während die 
andere bei Dollinger bzw. in den jüngeren Handschriften verzeich- 
net steht. Es muss also hier inzwischen eine Veränderung der Taxen 
stattgefunden haben. In einzelnen Fällen, wie bei Trier (1420), 
Trient (1420), Sutri (1433) können wir dies aus den Angaben in 
den jüngeren Handschriften feststellen. Bei den übrigen wird es 
nur insoweit möglich sein, als die dazu gehörenden Kammerauf- 
zeichnungen noch vorhanden sind. Bei verschiedenen wurde die 
Taxänderung bereits im 14. Jahrhundert vorgenommen. So re- 
duzierte Urban V. die Taxe des Klosters S. Petri in Userchia im 
Jahre 1367 von 1000 auf 500 Goldgulden «). Der Fall ist um so 

') CC Obl. 56 fol. 104' (1413). 

*) Obl. 36 f. 140: « Universis etc. Arnaldus etc. quod cum pro parte 
abbatis et conventus monasterii Saucti Petri Vserchie ord. s. B. Lemovicen. 
dioc. propositum fuisset in eonsistorio coram d. n. papa, quod dictum mona- 
sterium iamdiu propter guerras et mortalitatem, que in illis partibus vigue- 
ruiit, destructum in parte extitit ipsumque, possessione[s] et terre cum bonis 
mobiljbus taliter devastata fuerunt, quod a magno tempore citra monasterium 
ipsum ita depaupertatum remansit, quod ipsius monachos opportuit alibi que- 
rere vitam suam quodque dictum )nonasterium ante desolationem huiusmodi 
et tempore prosperitatis pro communi servitio camere apostolice et saero eol- 
legio dominorum cardinalium predictorum in 1000 flor. auri taxatum fuisset, 
supplicatumque fuit pro parte dictorum abbatis et conventus domino nostro 
pape, ut dictam taxam 1000 flor. de benignitate apostolica moderare dignaretur, 
idem . . . papa . . . dictam taxam 1000 flor., ad quam dictum monasterium pro 
huiusmodi communi servitio camere apostolice et collegio predictis erat taxatum, 
ad quingentos flor auri auctoritate apostolica reduxit et moderavit, ita quod 
deinceps abbates, quos ad ipsum monasterium contingeret pro tempore pro- 
moveri, quingentos flor. tandummodo solvere teneantur et ad solvendum ultra 
ipsam quantitatem compelli vel artari non possint; quas quidem reductionem 
et moderationem nobis commisit, ut in libris camere apostolice ad perpetuam 

11 



162 EMU. GÖLLER 

bemerlienswerter, als er auch im Taxbucli selbst besonders hervor- 
gehoben ist '). 

Auffallen muss es, dass in der obigen Liste in mehreren 
Fällen Taxunterschiede angegeben sind, obwohl die betr. Taxen in 
Obl. 6 und dessen Fortsetzung mit denen bei Döllinger und in den 
jüngeren Handschriften übereinstimmen. Woher stammt nun die an- 
dere in VA angegebene Taxe; sollten hier noch Reminiscenzen aus 
der Zeit vor dem Jahre 1316, mit dem Obl. 6 beginnt, vorliegen? 
Ich halte dies für mehr als unwahrscheinlich. Man wird vielmehr 
annehmen müssen, dass diese Doppelangaben von vorübergehenden 
Veränderungen (Reduktionen in Notfällen, Nachzahlungen für den 
Vorgänger) herrühren, die wiederholt vorkamen, ohne dass die Taxe 
selbst alteriert wurde. 

Wie die obige üebersicht ergiebt, ist auch in späteren Hand- 
schriften neben der jüngeren die ältere Taxe angeführt. Dies ist 
von grosser Wichtigkeit besonders dann, wenn nicht durch eine 
besondere Note auf die Reduktion oder Erhöhung des Servitiums 
hingewiesen ist. 

Für die handschriftliche Ueberlieferung des Cod. VA ergeben 
sich aus der Vergleiclmng desselben mit Obl. 6 und dessen Fort- 
setzung einige wertvolle Anhaltspunkte. Bei Exeter (V" alibi VI") 
und bei Lavello (LXX alibi CG) stellte es sich heraus, dass in 
Obl. 6 im Texte die Summe von V" bzw. CG flor. eingetragen ist, 
während in dem Index, der auf diese Verpflichtungen mit Angabe 
der Folionummer verweist, VI** bzw. LXX Goldgulden verzeichnet 
stehen. Zu Syracus (CGC alibi GGGG) enthält Obl. 6 400 und 
dessen Fortsetzung, die nur bis 1860 reicht, 300 Goldgulden, ohne 
dass irgend wie im Register selbst auf diese Differenz hingewie- 



rei inemoriam scribi facereraus et notari, prout in litteris rev. patris domini 
cardinalis Cesaraugustan. caraerarii collegii antedicti, quibus fidem plenam 
adhibemus, vidimus contineri. In cuius etc. Datum Avinione die 7. aprilis 
anno a nativitate Domini 1367 ind. quinta pontificatus d. Yrbani pape V. 
anno quinto ». 

Am Rand: « Moderatio taxe abbatie S. Petri Vserchie». 

') Hierher gehören auch die wenigen in fast allen Handschriften ge- 
nannten Taxveränderungen im 14. Jahrh. vgl., oben S. 152 bes. S. Germain 
und Orleans. 



DER LIBER TAXARLM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 163 

sen ist. Wie diese Unterschiede entstanden sind, vermag ich nicht 
zu erklären. Die Tatsache aber, dass sie noch in Cod. VA sich 
vorfinden, beweist dass diese Handschrift wenn auch nicht direkt, 
wie früher dargethan, so doch indirekt auf die beiden grossen Samm- 
lungen der Servitienobligationen, die uns in Cod. Obl. 6 und dessen 
Fortsetzung erhalten sind, zurückgehen. 

Und nun noch einige Bemerkungen zu den oben beschriebenen 
Handscliriften selbst. Obwohl einzelne unter ihnen, wie z. B. S und G, 
im Wortlaut und der Formulierung der Vermerke im allgemeinen 
übereinstimmen, so lässt sich doch eine völlige Gleichheit in kei- 
nem einzigen Falle feststellen. Zu beachten ist besonders, dass 
einzelne jüngere Handschriften nicht bloss infolge der fortschreiten- 
den Entwicklung der Taxverhältnisse grössere Reichhaltigkeit als 
die älteren aufweisen, sondern auch über die Taxveränderungen der 
iVüheren Zeit ausführlichere und genauere Angaben bringen. Man 
begnügte sich nicht damit, darauf aufmerksam zu machen, wann 
die einzelnen Reduktionen und Erhöhungen des Servitiums statt- 
gefunden, man wollte auch feststellen und wissen, in welchen Kam- 
merregistern der Nachweis hierzu zu finden ist. Daher der häufige 
Hinweis auf die « Libri diversorum " . Klar und übersichtlich illu- 
striert dieses Verhältnis folgende Liste der Diözese Brescia und der 
in ihr gelegenen Klöster aus fünf verschiedenen Handschriften : 



164 

Cod. Arch. Vat. 
Arm. 33 Nr. 7. 

Brixien. fl. dcc. 

Euphemieprope 
Brixiam OSB fl. ccl. 



EMIL GÖLLER 

Cod. Bononien. 
(Döllinger). 

Brixien. fl. dcc. 

Euphemie prope 
Brixiam OSB fl. ccl. 



Cod. Sessor. ! 

Brixien, in provincia Mediolanen. floci 
Euphemie prope Brixiam OSB fcc 

Item 2) unitus fuit prioratus SS. Na;ri 
et C e 1 s i valor. 50, augetur taxa in flor. ! ') 



Hospitale S. Ja- 
cob i valet fl. 26 et 
ante (!) taxa ad fl. 8. 



Unitum fuit hospitale S. Jacobi de oi 
stendulo Talor(is) 26, augetur taxa in flor: «) 



Petri in Monte 
OSB fl. cxxx. 

Eccl.S.Brigide 
va[let] fl. xiiii, fuit 
unita. 

Benedicti de 

Leone ord. ejusdem 

fl. L. 



Petri de Monte 
OSB fl. cxxx. 



Benedicti de 
Leone OSB fl. l. 



Petri in Monte OSB 



fl.iXJ 



Unita est eccl. S. Brigide valor{is) Ua. 
getur taxa in flor. 4 =| j. I 

Benedicti de Leone ord. eiusdemil. 

Taxa presentis mon. S. Benedicti de Toi 
est aucta in totum ad 766 [flor.] de ma a 
dominorum camere. Item fuit etiara rsi 
aucta taxa ad flor. 16=1, propter uni\e 
certarum petiarum terre pro annuo censu 
ex eis percipiendo de mandato Johannj < 
Viterbio clerici camere 22 oct. 1518. | 



Jovite OSB. 



Jovite OSB 



fl. cccc. 



Faustini et Jovite OSB 



fl.;c 



AquanigraOSB AquanigraOSB 

fl. l. fl- L- 

Nicolai äj de Nicolai de Ver- 

Vergiano 0. Clun. fl. giano OSB fl. cxxxiii, 
cxxx, lt. I ^• 

Gervasii et Pro- 
tasii 0. Vallisumbr. 
fl. LXVI, II t. 



Unita fuit capella S. Trinitatis valor(i;;l 
augetur taxa in flor. 4. I 

Aqua nigra OSB | 

Nicolai de Vergiano fl. cxxxiiSti 
Gervasii et Protasii fl- Lxv'l 



') Das in < > stehende rührt vt.ii .'■päterer Hand hir. ^j Im Ms. steht der nä s 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 

Cod. Ai-cli. Vat. Miscell. Cod. Ottob. 910 

Arm. 12 Nr. 152. 



165 



r i X i e II . fl. dcc. 

aphemie prope Brixiam OSB 

fl. CCL. 



t 



)ta quod monasterio S. Euphemie 
Biien. mandatura fuit uniri hospitale 
pa erum S. Jacobi Brixien., cuius fruc- 
tn:26 flor. auri de camera, et ideo 
ta: ipsius monasterii est aucta flor. 8 
et tertiis. F. Lauezius. 



Brixien. <in provincia Mediolanen.) ') <fl. dcc). 
Euphemie prope Brixiam OSB fl. ccl. 

Nota quod die 3. meiisis ian. 1463 per bullam d. 
rn pape II. mandatum fuit uniri prioratus SS. Na- 
zarii et Celsi de Blerola, cuius fructus 50 flor. eidem 
nionasterio S. Eupliemie prope Brixiam, et ideu 
eius taxa debet augeri ad fl. 16 et 2 tertios 
rius. G. Blondus (per litteras d. Pii II sub 
Koma 7 kal. nov. anno VI, libro 1. annat. fol 
aliter 240). 

Nota quod monasterio S. Euphemie Brixien. man- 
datum fuit uniri hospitale pauperum S. Jacobi 
Brixien., cuius fructus etc. 25 fl. auri de camera, et 
propterea taxa ipsius monasterii est aucta ad flor. 8 
et 2 tertios. F. Lauezius (per litteras Eugenii 4 
sub data Rome ii kal. sept. anno XIII, libro 6 an- 
nat. f. 44). 



alte- 
data 
210 



58 de mense augusti mandatura 
fu: uniri diclo monasterio hospitale 
5. icobi de Castenetnlo Brixien. dioc, 
!U 5 fructus 26 flor. auri de camera. 
'd augetur taxa. 

1 jstri de Monte OSB fl. cxxx. 



)ta quod predicto mon. S. Petri 
snita ecci. S. Brigide valoris 14 flor. 

ienedicti de Leone ord. eius- 
e( fl. L. 

ustini et Jovite OSB 
fl. 



cccc 

laita est capella S. Trinitatis de 
ismo Brixien., cuius fructu« ^9 



debet augeri taxa in 



qua nigra OSB 



1458 de mense augusti mandatum fuit uniri diclo 
monasterio hospitale S. Jacobi de Costedulo Brixien. 
dioc. cuius fructus 26 flor. auri de camera, ideo 
augetur taxa. 

Petri de Monte OSB fl. (cxxx 

unitum congregationi S. Salvatoris in Alega per lit- 
teras Eugenii 4. libro 7 annat. fol. 60).' 

Nota quod predicto monasterio S. Petri est unita 
eccl. S. Brigide Brixien. valoris 14 flor. (aliter 23). 

Benedicti de Leone ord. eiusdem 

fl. (l alias dcclxii). 



Faustini et Jovite OSB 



fl. (ccc). 



Nota quod mon. SS. Faustini et Jovite Brixien. 
OSB mandatum fuit uniri perpetuo capella S. Tri- 
nitatis de Botesmo (!) Brixien. dioc, cuius fructus 
12 flor. auri de camera, per bullam d. Sixti sub 
data Piome pridie non. raart. anno VI etc., ideo de- 
bet augeri taxa dicti mon. etc. Jo. Gerones. 



Aqua nigra OSB 



fl. (L). 



icolai de Vergiano 0. Clun. 
fl. CXXXIII. I t. 

3ta prioratum S. Nicolai de Ver- 
extra muros Brixien. Clun. ord. 
Tis] 40 fl. auri erectum fuisse in 
isterium dicti ord. die ultima aug. 
'. Faustini. 

srvasi et Prothasii 0. Val- 

^^^- fl. LXVI, II t. 



Nicolai de Vergiano 0. Clun. fl. cxxxiii, i t 
unitum Congregationi Lateran. OSA 

Nota prioratum S. Nicholai de Vergiano extra 
muros Brixien. Clun. ord. valoris 40 flor. auri ere- 
ctum in monasterium dicti ord. die ultima aus 
1433. Faustini. ^ 



Gervasii et Prothasii 0. Vallisumbr. 

(fl. LXVI Va). 



lerk vor diesem. »j Im Ms. andere Reihenfolge. 



166 EMIL GÖLLER 

Die grosse Zahl der Handschriften und deren Verschiedenheit 
erklärt sich zunächst aus der Entwicklung des Taxbuches selbst. 
Unter einzelnen Pontifikaten, so besonders unter Sixtus IV., waren 
die Taxveränderuugen zo zahlreich, dass man schon des Raumes 
wegen wiederholt im Verlaufe mehrerer Jahre in die Lage kom- 
men musste, neue Listen anzulegen. Es müssen ferner die Um- 
stände, unter denen sie entstanden, die Zwecke denen sie ge- 
dient haben, ins Auge gefasst werden. Wer war im Besitze des 
Taxbuches? Zunächst natürlich die Camera apostolica und die 
Camera collegii cardinalium. Ohne Zweifel auch, wie wir aus 
Cod. VF ersehen, die mit der Kammer in Verbindung stehenden 
Bankhäuser. Schliesslich diejenigen päpstlichen Beamten, die bei 
den Konsistorialprovisionen am meisten interessiert waren. In der 
Konstitution « Vices illius gereutes « Pius' IL (1463) werden u. a. 
aucli erwähnt die ^ Littere provisionum ecclesiarum et monasterio- 
rum, que fiunt consistorialiter et per prothonotarios " . Das gleiche 
erfahren wir aus der Kanzleibestimmung « Romani pontiticis » 
Martins V. Hier werden (§ 36) genannt die « Littere provisionum 
ad ecclesias cathedrales et monasteria quelibet factarum et fien- 
darum in consistorio nostro, que per manus ipsorum notariorum trans- 
eunt rf. Die Expedition der Konsistorialprovisionen erfolgte also 
durch die Protonotare ^). Die Taxe, die sie dafür zu beanspruchen 
hatten, bemass sich, wie wir bereits aus der Konstitution >• In apo- 
stolice sedis » des gleichen Papstes entnehmen konnten, nach der 
Höhe des Servitiums. Hiernach erscheint es als durchaus wahrschein- 
lich, dass die Protonotare auch im Besitze eines Exemplars des Liber 
taxarum waren. Dass dies tatsächlich der Fall war, ergiebt sich 
aus einer schon früher erwähnten Kanzleivorschrift wahrscheinlich 
Pauls IL, in der den Kanzleibeamten befohlen wird : « ne de cetero 
litteras apostolicas super quovis monasterio etiam non consistoriali, 
si tamen in libro prothonotariorum eiusdem domini nostri pape ta- 
xatum reperiatur, absque earundem prothonotariorum cedula et 
consensu expedire presumant " . Dem ganzen Zusammenhange nach 
ist dieser « liber prothonotariorum " nichts anderes, als ein Exem- 
plar des Taxbuches der päpstlichen Kammer. Was wir von den 

")Virl. Ottenthai, Die Biüleiiregister Martins V. und Eugens IV 
MIÖG Erszbd. I 452. 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHE.N KAMMER 167 

Pi-otonotaren sicher wissen, können wir bei den Sollicitatoren 
annehmen. In der Errichtungsbulle dieses Kollegs ist folgendes 
über dessen Bezüge angegeben : « Percipiant videlicet pro qualibet 
consistoriali provisione ecclesie vel monasterii, cuius fructus in libris 
camere apostolice taxati forent ad 500 flor. auri de camera et 
ultra duodecim, et pro reliquis infra dictam summam taxatis sex; 
et si titulares ecclesie forent, decem flor. auri similes « . Inwieweit 
andere päpstliche Beamten ') hierbei noch in Frage kommen könn- 
ten, müsste durch eine Spezialuntersuchung festgestellt werden. 

Von grosser Wichtigkeit ist bei der Verschiedenheit der 
Handschriften die Frage, welches unter den vielen Exemplaren das 
amtliche Handbuch in den beiden Kammern gewesen ist. Dies 
konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Als verbesserte 
Abschriften «ad exemplar libri sacri collegii et camere aposto- 
lice fl haben wir die Cod. G und S kennen gelernt. 

Unter den offiziellen Handbüchern der päpstlichen Kammer 
nimmt der Liber taxarum neben dem Liber censuum die hervor- 
ragendste Stelle ein. Während nun die Bedeutung des letzteren 
hauptsächlich im 13. und 14. Jahrhundert zur Geltung kam, tritt 
das Taxbuch erst im 15. nachhaltig hervor, um dann von Ponti- 
fikat zu Pontifikat immer grössere Ausdehnung und Umgestaltung 
zu erfahren. Seine volle Bedeutung für die kirchlichen Verhältnisse 
des ausgehenden Mittelalters und der Neuzeit, für die Verfassungs- 
und Finanzgeschichte der päpstlichen Kurie wie für die Diözesan- 
geschichte wird erst dann voll und ganz gewürdigt werden können, 
wenn einmal eine einheitliche, die Gesamtentwicklung umfassende 
kritische Ausgabe vorliegen wird. 



•) Vgl. hierzu die Angaben in der oben S. 157 angeführten Florentiner 
Hs,, ferner S. 154 f. unter Nr. 10 u. 12. 



168 EMIL GÖLLER 



BEILAGEN. 



1. 



Die Obligationsformel 
bei Uebernahme der Verpflichtung zum Servitium commune. 

Die Forma obligationis, die bei der Verpflichtung der Prä- 
laten zur Entrichtung des Servitium commune in der päpstlichen 
Kammer in Anwendung kam, lag bisher in mehreren Drucken 
vor, die neuestens Gottlob in seiner Untersuchung über die Ser- 
vitientaxe im 13. Jahrhundert (S. 125 u. 161 ff.) erstmals zusam- 
menstellte und auf ihren Inhalt und ihre textliche Komposition hin 
untersuchte. Als Ergebnis stellte er zwei Redaktionen fest, eine 
ältere bis auf Benedikt XL oder vielleicht noch weiter hinaufrei- 
chende und eine jüngere, die unter Gregor XL jene abgelöst habe. 
Den Unterschied beider kennzeichnet er in folgenden Worten: 
« Was den Inhalt der beiden Redaktionen betrifft, so unterschei- 
den sich diese, wenn man will, nicht wesentlich. Die jüngere, B, 
ist im allgemeinen etwas kürzer gefasst, und ferner ist in ihr 
der Versuch, die Servitien kirchenreuhtlich fester zu begründen, 
sie auf die allgemeine Subventionspflicht der Kirche gegenüber 
dem Papste und der römischen Kirche und sogar auf die papale 
Eicrentumstheorie des Kirchenvermögens zurückzuführen, wieder 
aufgegeben worden ». Die Entwicklung der beiden Formeln aus 
inneren Gründen festzustellen, hat G. vermieden, obwohl dazu 
wichtige textliche Anhaltspunkte vorlagen. Sehen wir bei A von 
der Einleitung, die in B fehlt, ab, so zerfällt der Inhalt in 
zwei Teile: 1) Das eigentliche Versprechen mit den gegebenen 
Bedingungen, 2) die Androhung der Strafsentenz im Falle der 
Nichterfüllung. Diese letztere ist in A zunächst ganz allgemein 
ausgesprochen, um dann nach dem kurz gefassten Schlüsse noch 
einmal ausführlich in ihrem vollständigen Wortlaute wiederholt zu 
werden. Die Exkommunikationsformel, (beginnend: « Nos mise- 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 169 

ratione divina . . . camerarii ^ ) ist in Form der Anrede abgefasst 
(« a vobis domine frater ^ etc.), bricht aber plötzlich damit ab und 
fährt in der dritten Person referierend weiter'): ^ Ad maiorem 
quoque roboris firmitatem omninm predictornm reniintiavit inibi 
idem (abbas), etc. ". Der dann folgende Teil « Si vero — punien- 
dum » enthält wieder die Anrede. Das ganze, als Notariatsinstru- 
ment abgefasst, schliesst: « Que quidem precepta et mandata, de- 
nunciationes et comminationes prefatns (abbas) volimtarie in se 
recepit, et quod omnia et singula sie adimplebit et faciet, sponte 
consensit ". Es folgt die Datierung und die eigenhändige Unter- 
schrift eines als Notar fungierenden Kammerklerikers. Zu beachten 
ist, dass in der Exkommunikationsformel der Schluss des voraus- 
gehenden 1. Teils noch einmal inhaltlich in einzelnen Wendungen 
wörtlich wiederholt ist. 

Vergleichen wir nun B mit A, so sind auch hier beide Teile 
vorhanden. Das Interessante daran ist aber nun, dass die Androhung 
der Exkommunikations- und Suspensionssentenz nicht als besondere 
Formel am Schlüsse angefügt, sondern ohne äussere Unterscheidung 
in das Ganze eingeschoben ist und zwar nicht, wie die Gegenü- 
berstellung der beiden Texte durch Gottlob angiebt, nach der kurzen 
Fassung des ersten Teils, sondern in den Hauptpunkten nach dem 
Wortlaute der Exkommunikationsformel selbst. Der bei G. S. 167. 
mit " quod si non feceritis " beginnende Abschnitt von B wäre 
im Drucke hiernach besser erst S. 169 dem mit « si de ipsa in- 
tegram " beginnenden von A an die Seite gestellt w^orden. Hieraus 
geht hervor, dass der zweite Teil von B aus der Exkommunika- 
tionsformel abgeleitet bzw. an deren Stelle getreten ist. 

B weist in der von Gallesius veröffentlichten Fassung die 
Form der Anrede auf, ist uns aber auch als Notariatsinstrument 
und zwar bereits aus der Zeit Johanns XXII. erhalten und dem 
die Jahre 1332-1347 umfassenden Obligationsbande Nr. 14 voran- 
gestellt. Dieser Text stimmt mutatis mutandis wörtlich mit dem des 
Gallesius überein, enthält aber nicht den kurzen Abschnitt « item 
recognoscitis obligata » (G. S. 163) und schliesst vor i^ prout di- 
ctum est " (S. 169). In Form der Anrede ist uns B ferner noch 

') Dies ist nicht zufällig, denn das gleiche können wir ebenso wie in 
Obl. 5. auch in Obl. 8 fol. 1 f. beobachten. Dass hiermit die Formel ur- 
sprünglich geschlossen hat, wird wohl kaum anzunehmen sein. 



170 EMIL GÖLLER 

in Obl. 29 fol. 71 (1352) und Obl. 43 fol. 30 (1376) ii. fol. 181 
(Clemens VIT.) überliefert; jedoch fehlt in den beiden zuletztge- 
nannten der Schlnss von « Si vero » an. Die Formel Obl. 43 fol. 181 
ist zudem für mehrere bestimmt. 

Die Annahme Gottlobs, dass B erst mit Gregor XL begonnen 
habe, ist also hinfällig. Da nun A ausser in Obl. 5 zum Jahre 1316 
auch in Obl. 8 zum Jahre 1323-1324 sich findet, da ferner 
B bereits 1332 auftritt und A von da an in den vorhandenen Re- 
gistern nicht mehr sich aufweisen lässt, könnte man die Auffassung 
vertreten, dass die Ablösung von A durch B unter Johann XXII. 
erfolgt sei. Etwas Sicheres lässt sich jedoch hierüber vorerst eben- 
sowenig feststellen wie über die Frage, wann (und ob dann aus- 
schliesslich) B in Form der Anrede gebraucht worden ist. Nach 
den Obligationsregisteru des 14. Jahrhunderts ergeben sich folgende 
Daten : Schluss von A (Exkommunikations- und Suspensionsandro- 
hung) unter Benedikt XL; A vollständig (für den betr. Bischof 
oder Abt selbst) Obl. 5 fol. 2 (1316), ferner (für den Prokurator) 
Obl. 8 fol. 1 (1323). B als Notariatsinstrument Obl. 14 fol. 1 
(1332), in Form der Anrede (für einen) Obl. 29 foL 71 (1352), 
OW. 43 fol. 30, (für mehrere) ObL 43 fol. 181 ') (Clemens VII); 
für die von Gregor XL bis Nikolaus V. reichenden Recensionen 
von B vgl. die Druckangaben bei Gottlob S. 125. Da uns B in 
Form eines Notariatsinstruments und zumal aus so früher Zeit 
bisher nicht bekannt war, stelle ich im Folgenden den Text in 
ObL 14 fol. 1 (=BJ) dem von ObL 29 foL 71 (=BC) mit den 
Varianten aus Obl. 43 fol. 30 (= BG) gegenüber. Einige Lücken 
in BJ sind aus BC ergänzt. 

Obl. 14 fol. 1 = BJ. Obl. 29 fol. 71 = BC. 

Anno quo supra pontificatus domini 
nostri pape anuo XVL indictione XV. 
in hospitio reverendi in Christo patris 
dominiP(etri)titulisanctePraxedispres- 
biteri cardinalis sacri collegii came- 
rarii die ultima mensis martii dominus 
Arnaldus electus in archiepiscopum Vos domine electe in archiepisco- 

V) Auf diese und die beiden folgenden Eecensionen hat bereits Baum- 
garten, Untersuchungen S. XCIX aufmerksam gemacht. 

2) Die Pluralform weist darauf hin, dass bei dem Akt der Verpflichtung 
mehrere zugleich anwesend sein konnten. Sie tritt auch an einzelnen Stellen, 
wie die unten angeführten Varianten zeigen, in Obl. 43 fol. 30 wieder hervor. 



DER LIBEK TAXARUM DER PAEPSTLICHKN KAMMER 



171 



Beneveiitanumde liceiitiaet auctoritate 
apostolica gratis et sponte obtulit, de- 
dit promisit et donavit per magistrum 
P. de Fractis procuratorem suum pro 
commuui servitio camere sanctissimi 
patris et domininostri pape et sacri col- 
legii reverendorum patrum dominorum 
sancte Romane ecclesie cardinalium 
septingentos quinquaginta florenos auri 
et quinque servitia consueta pro fami- 
liaribus et officialibus domini nostri 
pape et dominurura cardinalium pre- 
dictorum. Quos quidem florenos cum 
quinque servitiis supradictis promisit 
solvere et reddere realiter cum effectu 
in Komana curia, ubicumque fuerit, 
reverendo in Christo patri domino P(e- 
tro) tituli sancte Praxedis presbitero 
cardinali sacri coUegii et venerabili 
patri domino Gasberto archiepiscopo 
Aralatensi, domini pape camerariis, vel 
eorum successoribus aut deputatis ab 
eis, videlicet medietatem in proximo 
festo natalis Domini et aliam medie- 
tatem in nativitate beati Johannis Bap- 
tiste extunc secuturo. Quod si dictis 
Inco et terminis dictam summam flo- 
renorum et quinque servitia supradicta 
non solverit, ut est dictum, promisit 
reddire ad curiam infra quatuor raen- 
ses post lapsos terminos vel alterum 
eorundem immediate sequentes et co- 
ram dictis dominis camerariis vel eo- 
rum altero aut successoribus suis per- 
sonaliter comparere et inde non rece- 
dero, donec per eum de predictis fuerit 
.ntegraliter satisfactum. Super hoc 
obligavit se et suam ecclesiam et suc- 
cessores suos et orania bona dicte ec- 
clesie, mobilia et immobilia, presentia 
etfutura, ubicunque sint et consistant, 
et ut sit vinculo fortioris obligationis 
astrictus, submisit se et successores 
suos iuridictioni et cohertioni dictorum 
dominorum camerariorum et cuiuslibet 
eorum in solidum ac etiam successorum 



pum. . . de licentia et auctoritate apo- 
stolica vobis concessa gratis et '^) 
sponte offertis, datis '';, promittitis et 
donatis pro vestro comrauni servitio ") 
camere sanctissimi patris et domini 
nostri pape '^) et sacri collegii *) re- 
verendorum patrum dominorum sancte 
Romane ecclesie cardinalium '') .. flo- 
renos auri de Florentia boni et le- 
gittimi ponderis et quinque f) servitia 
consueta pro familiaribus et officiali- 
bus domini nostri pape et domino- 
rum cardinalium predictorum. Quos 
quidem florenos cum quinque servitiis 
supradictis promittitis ?) solvere et 
reddere '*) realiter cum effectu in 
Romana curia, ubicunque fuerit '), re- 
verendo in Christo patri domino *) 
Guillermo *•) miseratione divina epi- 
scopo Tusculano sancte Romane ec- 
clesie cardinali, sacri collegii came- 
rario, et . . thesaurario domini nostri 
pape et eorum successoribus *•) aut 
deputatis ab eis, videlicet medietatem 
in festo ^j . . et aliam medietatem in 
festo extunc futuro "*). Quod si dicto 
loco et terminis dictam summam flo- 
renorum et quinque servitia "■) supra- 
dicta non solveritis °), ut est dictum, 
promittitis redire ad curiam infra 
quatuor menses post lapsos p) termi- 
nos vel alterum eorumdem immediate 
sequentes et coram dicto i) domino 
cardinali dicti sacri collegii ac vene- 
rabili patre domino . . archiepiscopo 
domini nostri pape camerariis aut 
successoribus suis corporaliter «) com- 
parere et inde non recedere, donec per 
vos de predictis fuerit '') integraliter 
satisfactum. Super hoc obligatis vos 
et ecclesiam vestram ^) et successores 
vestros et omnia bona dicte ecclesie, 
mobilia et immobilia, presentia et fu- 
tura, ubicumque sint et consistant, et 
ut sitis vinculo fortioris obligationis 
astrictus '), submittitis vos et succes- 



172 



EMIL GÖLLER 



suorum et de voluntate sua, qui hoc 
voluit et petiit et hanc iuridictionem 
in se porrogavit, prefati domini eandem 
iuridictionem inse su[s]cipientes idem 
mandatum fecerunt et preceptura tan- 
quani de re confessata de solvendo 
dictam summam florenorum et quinque 
servitia supradicta et de reveniendo ad 
Romanam cnriam et non recedendo ab 
ea absque satisfactione, et quod omnia 
alia et singula supradicta e£Bcaciter 
compleat et atendat. Quod bi non fe- 
cerit suspensionis ab administratione 
spiritualium et temporalium dicte sue 
ecclesie et ab executione pontificalium 
et inaioris exconimunicationis senten- 
tias ex nunc prout ex tunc in eundem 
canonica monitione preinissa proferunt 
in scriptis, coraminaiites et protestantes 
nichilominus prefati domini se contra 
eundem dominum electura processuros 
absque alia vo[catione et] citatione ad 
graviores penas et sententias spirituales 
et temporales et agravationes eo[rura, 
prout^ eis placuerit et visum fuerit 
expedire, et quod eundum denuntiabunt 
et denuntiari fa[cient per se] vel per 
alium seu alios excommunicatum sus- 
pensum et periurum et dictis penis 
et sentent[iis astrictum], quas propter 
hoc in eundem duxerint proferendas. Et 
dictus electus renuntiavit super [hoc 
omnibus] litteris et indulgentiis apo- 
stolicis, impetratis et inipetrandis, cui- 
cumque concessis et co[ncedendis], et 
beneficio appellationis et restitutionis 
in integrum et omni foro, usui, prescri- 
ptioni et iuri revocandi domum et 
omni auxilio iuris canonici et civilis, 
per quod contra premissa iure vel facto 
venire posset vel aliquod premissorum. 
Omnia ista et singula iuravit ad sancta 
Dei evangelia tenere, complere, invio- 
labiliter observare et in contrarium 
non venire. Si vero ante satisfactionem 
huiusmodi ipsum oontingat mori, ce- 



sores vestros iurisdictioni et coher- 
tioni dictorura dominorum camerario- 
rum et cuiuslibet eorum '*) in solidum 
et etiam successorum suorum et de 
voluntate vestra, qui hoc vultis et pe- 
titis et hanc ^) iurisdictionem in vos 
prorogatis ^), prefati domini y) eandem 
iurisdictionem in se sucipientes vo- 
bis -) mandatum faciunt et preceptum 
tanquam "") de re confessata ad sol- 
vendum dictam summam '''') floreno- 
rum et quinque servitia supradicta 
et de reveniendo ad Romanam curiam 
et") non recedendo ab ea absque satis- 
factione, et quod omnia alia et sin- 
gula supradicta efficaciter corapleatis 
et attendatis. Quod si non feceritis 
suspensionis ab administratione spi- 
ritualium et temporalium dicte vestre 
ecclesie et ab esequutione pontifi- 
calium, si quam habetis, et maioris 
excommunicationis sententias exnunc 
prout extunc in vos canonica mo- 
nitione premissa proferunt '*'*) in 
scriptis "), comminantes et protestan- 
tes f^) nichilominus prefati domini se 
contra vos S9) dominum electum pro- 
cessuros 39) absque alia vocatione vel 
citatione ^^) ad graviores penas et 
sententias, spirituales et temporales ") 
et agravationes earum, prout eis pla- 
cuerit et visum fuerit expedire. Et 
quod vos denuntiabunt et denuntiari 
facient per se vel ''^) alium seu alios 
excommunicatum "j, suspensum ") et 
periurum ") et aliis penis et sententiis 
astrictum "), quas preter hoc in vos 
duxerint proferendas. Et vos domine 
electe "*"*) renuntiatis super hoc omni- 
bus litteris, privilegiis et indulgentiis 
apostolicis, impetratis et impetrandis, 
cuicumque *"*) concessis et conceden- 
dis et beneficio appellationis et resti- 
tutionis in integrum et omni foro, 
usui, prescriptioni et iuri revocandi 
domum et omni auxilio iuris canonici 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER 173 

dere vel transferri et is, qui in regi- et civilis, et °°) quod contra premis- 

mine ipsius ecclesie eidem substitutus sa iure vel facto Pi') venire possetis 

fuerit, infra quatuor menses post sub- vel aliquod premissorum, omnia «9) et 

stitutionem et dicte ecclesie posses- singula ista iuratis ad sancta Dei 

sionem adeptam de predictis florenis evangelia tenere, complere, inviolabili- 

et servitiis satisfacere non curaverit, ter observare et in contrarium non ve- 

ex nunc prout ex tunc has easdem nire ««j. Si vero ante satisfactionem 

penas et sententias in eundem substi- huiusmodi vos contingat mori, cedere 

tutura canonice proferunt et infligunt. vel transferri, et is, qui in regimine 

Et dictus electus voluit, quod nos cle- ipsius ecclesie vobis substitutus fuerit, 

rici camere de predictis faciamus pu- infra quatuor menses post substitutio- 

blicum instrumentum. Acta fuerunt nem et dicte ecclesie possessionem 

hec anno, pontificatu, die et loco supra adfptam de predictis florenis et ser- 

scriptis, testibus ad hoc vocatis et ro- vitiis satisfacere non curaverit, ex- 

gatis magistro Micahele Ricomanni et nunc prout extunc has easdem penas 

Guillermo Medici, clericis dicti sacri et sententias in eumdem substitutum 

collegii. canonice proferunt et infligunt. Et vos 

domine electe vultis, quod nos clerici 
camere, qui sumus hie, faciamus unum 
vel plura publica instrumenta. 

") om. BG. ^) dare BG. ") vestro communi servitio] Plural EG. 
**) nostri pape] nostri domini Gregorii pape BG. ^) sacri collegii] sacro col- 
legio BG. f) cardinalium — quinque] cardinalium videlicet quingentos flor. 
auri et quinque BG. s) promittit BG. '') s. et r] reddere et solvere BG- 
') fuerit — domino] fuerit videlicet reverendis in Christo patribus BG. ''} 0. — 
s.] Guill(er)mo miseratione diviiia tit. S. Stephani in Coeliomonte presb. Card, 
et domino Arnaldo aep. Arelaten. domini pape et sacri collegii dominorum 
cardinalium caraerariis vel eorum successoribus BG. *) BG. add. nativitatis 
Domini proxime venture. "*) in — futuro] in simili termino annis revolutis BG. 
"■) BG. add. servicia pro rata consueta °) solvatis BG. p) elapsos BG- 
«) dicto — corporaliter] dictis dominis aut successoribus suis personaliter BG. 
'■) f. d. p.] de predictis fuerit BG. *J e. v.] vestram ecclesiam BG. ') astricti 
BG. **) eorundem BG. ^) hac (!) BG. ^) eos porrogatis BG. ^) prefatus 
dominus BG. ^) in vobis BG. "") ut BG. ^^) ad s. d. s.] de solvendo dictas 
summas BG. "") et de BG. ''') BG-, quod ferunt (!) BC '') hiis scriptis 
BG. ff) et p. om. BG. s^) vos — processuros] dictos dominos electos et 
episcopos BG. *'') monitione BG. ") BG., episcopales (!) BG. ^^) vel per 
BG. ") Plural BG. "'"') domini electi BG. "»*) quibuscunque BG. °°) per 
BG. ^P) de iure vel de facto BG. *5) et-venire] et omnia premissa et sin- 
gula iuratis ad sancta Dei evangelia tenere, servare, approbare et in contra- 
rium non venire. Hier Schluss von BG. 

(Fortsetzung folgt ) 



ZUR LEBENSGESCHICHTE 
DES LAUREXTIUS ALBERTUS. 

VON KAEL SCHELLHASS. 



Laurentius Albertus wird auch heute noch wohl nur in den 
Kreisen der Germanisten näher bekannt sein. Für sie gilt er mit 
Recht als der Verfasser der ersten im Jahre 1573 erschienenen 
deutschen Grammatik '). Dass er auch verschiedene Abhandlungen, 
die früheste in lutherischem, die andern in katholischem Sinne 
in den Jahren 1563-1572 veröffentlichte, daraufwies im Jahre 1897 
eingehend N. Paulus hin -). Er gab hierbei zuerst, gestützt vor 

') Teutsch Grammatick oder Sprach-Kunst. Certissima ratio discendae, 
augendae, ornandae, propagandae conservandaeque linguae Aleraanorum sive 
Germanorum, graminaticis regulis et exeraplis comprehensa et conscripta: per 
Laurentium Albertum Ostrofrancum. Augustae Vindelicorum excudebat Michael 
Manger 1573. Neu ediert wurde sie 1895 in Strassburg von Carl Müller (in 
Aeltere deutsche Grammatiken in Neudrucken ed. Job n Meier Bd. 3). Jene 
Bezeichnung Ostrofrancum auf dem Titelblatt, die doch nur geographisch 
zu fassen ist, hatte zur Folge, dass Albertus lange nur mit diesem Namen 
aufgeführt wurde (vgl. Eeifferscheid's unten genannten Artikel). 

2) In Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland Bd. 119 
(München 1897) S. 549 ff. und 625 ff. unter dem Titel" Lorenz Albrecht. 
Der Verfasser der ersten deutschen Grammatik n. Auf S. 631 ff. wendet er 
sich überzeugend gegen Müllers Ansicht, dass Albertus mit Albert Oelinger, 
der Ende 1573 in Strassburg eine ähnliche deutsche Grammatik herausgab, 
identisch sei (Laurentius erinnere an Oelinger); vgl. hierzu unten S. 181 
Anm. 6. Das Richtige ist gewiss mit Paulus, dass Oelinger Albertus, nicht aber 
letzterer jenen ausgeschrieben hat. Ich verweise wegen der Streitfrage, die 
lange Albertus' Ruf verdunkelte, jetzt aber zu seinen Gunsten entschieden 
ist, auf A. Reiff ersc heid in der Allg. Deutschen Biographie Bd. 24 
S. 301 f. und 509 f. (Artikel Oelinger und Osterfrank). — Schon i. J. 1850 
nannte übrigens G. J. Keller, worauf mich zuerst Kreisarchivrat Göbl in 
Würzburg aufmerksam machte, in seiner Schrift « Die Gründung des Gymna- 
siums zu Würzburg durch den Fürstbischof Friedrich von Wirsberg», als 



ZUR LEBENSGESCHICHTE DES LAURE.NTIUS ALBERTUS 175 

Allem auf die Vorreden zu den einzelnen Werken ^), Notizen über 
Albertus' Leben, vermochte aber über die Jahre nach 1572 keine 
Nachrichten beizubringen : aus dem Schweigen der Quellen schloss 
er auf den baldigen Tod des Mannes -). 



Werke des Albertus (vgl. hierzu unten S. 189 Anm. 5) kurz die Propositiones, 
den Bericht vom Bapst Johann dem achten, die Uebersetzung der TertuUiani- 
schen Praescriptiones und den Sendbrief etc. an Wormbs etc. (vo-1. S. 188 
Anm. 6); die von Keller angeführten Daten der Drucke 1580, 1572, 1582 
und 1600 sind mit Ausnahme des 2. Datums andere als die der Münchener 
Drucke (vgl. S. 189 Anm. 5 und unten Anm. 1). A. Räss, der in seinem Werk 
" Die Convertiten der Reformation Bd. 1 Freiburg i. B. 1866 " auf S. 585-604 
eine Uebersetzung der Propositiones giebt, kennt von Albertus sonst nichts. 
Karl Borinski [Johann Egolph von Knöringen. Ein Beitrag zur Geschichte 
des geistigen Lebens Bayerns im 16 Jahrhundert (Beil. Allg. Zeit. 1883 
Nrr. 240 und 241). Die Poetik der Renaissance und die Anfänge der litte- 
rarischen Kritik in Deutschland. Berlin 1886] giebt zwar einige wenige No- 
tizen auch über Albertus' Leben, sicherlich auf Grund der in der Münchener 
Universitätsbibliothek liegenden Schriften des Gelehrten (vgl. Poetik S. 4.3 
Anm. 1), Quellennachweise aber für seine Angaben, die in mehr als einer 
Richtung zur Kritik herausfordern (vgl. Paulus a a. 0. S. 557 Anm. 1, 
S. 560 Anm. 2, S. 628 Anm. 3, S. 629 Anm. 2. S. 630 Anm. 3 und S. 635 
Anm. 1), finden sich bei ihm nicht. 

*) Die Werke befinden sich in der Hofbibliothek zu München. In der 
dortigen Universitätsbibliothek sind laut Zettelkatalog nur die Propositiones, 
die Absurda Lutheranorum, der Bericht vom Bapst Johann dem achten und 
die Ausgabe der Apologi von 1574. Die Würzburger Bibliothek besitzt laut 
gütiger Mitteilung von Dr. Göbl nur die Absurda Lutheranorum, die Pro- 
positiones, die Deutsche Grammatik und die Schrift Vom heiligen Abend- 
mahl, letztere in einer Ausgabe von 1596 (vgl. zu dem Allen S. 189 Anm. 5 
und S. 177 Anm. 5). Bemerkt sei, dass im Katalog der Wiener Hofbibliothek, 
wo man wegen Albertus' späterer Uebersiedelung nach Wien seine Schriften 
vermuten könnte, der Name Laurentius Albertus nicht aufgeführt wird (laut 
freundlicher Mitteilung der Direktion). 

2j Siehe Paulus S. 628 f. Die Vorrede zu der Grammatik, Albertus' « letzte 
uns bekannte Kundgebung ", ist vom 20. September 1572. Wenn Paulus trotz- 
dem (S. 557) in Albertus den Autor der 1589 in München bei Ad. Berg heraus- 
gegebenen Predicanten Practic sieht, so setzt er deren Abfassung in den An- 
fang der 70^'' Jahre und äussert die Vermutung, dass ein Freund des Ver- 
fassers lange nach dessen Tod das Manuskript dem Druck übergeben habe. 
Gegen die Abfassung Anfang der 70er Jahre spricht aber schon der Titel mit 
seinem Hinweis auf den neuen Kalender: Predicanten Practic. Prognostic oder 
Judicium von der Predigkunden stand gluck und fruchten diser jaren hin- 
umb und aller zeit geherend zu dem newen unpäpstischen kalender. Einen 



176 KARL SCHELLHaSS 

Auf Grund von römischem Material, dessen einer Teil bereits 
in meinem zweiten Portia-Bande vorliegt und dessen anderer hier 
zum Abdruck kommt, vermag ich Paulus' Mitteilungen nicht 
unwesentlich zu ergänzen, auch mit Hülfe einer intensiveren Aus- 
nutzung der verschiedenen Vorreden von Albertus, von denen mir 
mein Freund Hermann Herre in München ausführliche Aus- 
züge zur Verfügung stellte. 



Albertus oder, wie er sich Anfangs bezeichnete, Albreclit 
entstammte einer lutherischen Familie de Malleis und hatte im 
Thüringer Wald im Gebiet lutherischer Fürsten, vielleicht um 
1540, das Licht der Welt erblickt ^). Seine früheste Kindheit ver- 
lebte er aber offenbar nicht dort, sondern im östlichen Franken, 
vermutlich in Neustadt a. d. Saale ^) ; seiner Herkunft nach ein 
Saxo, konnte er somit später Ostrofrancus, Francus und Bovus, in 
der Matrikel der Universität Wittenberg aber, die er als Spross 
einer dem Luthertum ergebenen thüringischen Familie im Jahre 1557 



Hinweis auf Albertus als Autor dieser " derben Schmähschrift oregen die lu- 
therischen Prediger » konnte Paulus nur in den Buchstaben L. A. D. ent- 
decken, die unter dem Titel stehen. Aber die Auflösung Laurentius Albertus 
doctor ist durchaus unsicher. Verfasser war vielleicht, wie Dr. Herrn. Herre 
vermuthet. Johannes Raschius (vgl. Allg. Deutsche Biographie 27, 316), 
der seine Bücher bei Berg in München drucken Hess. Herre entdeckte, dass 
die Anfangsbuchstaben von 16 unter dem Titel abgedruckten Reimzeilen, in 
denen gegen das Bücherschreiben gewettert wird, den Namen Johannes 
Raschius ergeben. Darüber an anderer Stelle vielleicht Näheres. 

') Siehe Beilage Nr. 3 Anm. 2. Vgl. Paulus S. 549 Anm. 2. Dass er sich 
zuerst Albrecht nannte, zeigen die übernächste Note und S. 177 Anm. 5. 

2) Paulus a. a. 0. S. 549 Anm. 3 möchte an Neustadt an der Aisch im 
heutigen Mittelfranken denken, da Albertus in der Widmung der Absurda 
Lutheranorum an den Bamberger Bischof i. J. 1570 von den Grenzen seines 
Vaterlandes spreche, die er mit Schreiben besuchen müsse, Neustadt a. d. A. 
aber Bambergisch, Neustadt a. d. S. dagegen Würzburgisch gewesen sei. 
Dieser Schluss scheint mir nicht zwingend. Sollte er mit der Grenze seines 
Vaterlandes nicht eher an seine sächsisch-thüringische Heimat denken, auf 
■die er bekehrend und bessernd durch seine Schrift einwirken wolle ? Vgl. S. 180 
Anm. 6. 



ZUR LEBENSGESCHICHTE DES LAURENTIUS ALBERTUS 177 

bezog ')? Neapolitanus Francus genannt werden ^). Bald nach 1560 
mag Albertus in Wittenberg die Magisterwürde erlangt haben ^). 
Als eine Frucht seiner dort gewonnenen Eindrücke, die er gewiss 
durch persönliche Beobachtung in der Umgegend, unter Anderem 
in Eisleben, hatte vertiefen können ^), wird seine Schrift Vom 
heiligen Abendmal, aus dem Jahre 1563, zu betrachten sein, in 
der er Worms, Speier, Landau und andere Stände, « so den Zwing- 
lischen Orts halben nahe verwandt » , eindringlichst mahnte, « ihren 
Irrthumb im Nachtmahl dess Herrn erkennen zu wollen " ^). Soll- 
ten ihn zu dieser Abhandlung, deren Vorrede nur das Jahr- und 



') Vgl. Paulus S. 550 Anm. 1. In der Matrikel heisst er Laurentius 
Albrecht. 

2) Wegen der Bezeichnung Saxo siehe Beilage Nr. 4 Quellenbeschrei- 
bung. Als Ostrofrancua erscheint er auf dem Titelblatt seiner Grammatik (vgl. 
S. 174 Anm. 1), als Francus auf dem Titelblatt seines Berichts vom Bapst 
Johann dem achten und seiner Uebersetzung Tertullians (vgl. S. 189 Anm. 5) 
und in Beilage Nr. 2 und als Bojus [Bovo ?] in einer chiifrierten Schlussnotiz 
zu seiner N. B. III 4 S. 427 ff. von mir abgedruckten Denkschrift. — 
Erwähnt sei, dass Albertus in der Vorrede zu dem Bericht vom Bapst Johann 
dem achten (vgl. S. 189 Anm. 5) datiert: Wirtzburgi Ostrofrancorum me- 
tropoli. Er fühlte sich wohl hauptsächlich als Würzburger, wenn er sich 
Ootrofrancus nannte. In dem S. 191 Anm. 3 genannten Breve vom 12. Juni 1573 
wird er geradezu Herbipolensis genannt. 

3) Vgl. Paulus S. 550 und übernächste Note. In Wittenberg hatte er 
noch Melanchthon gehört, vgl. Paulus S. 550 Anm. 1. 

■*) In Kapitel 11 (« Von den heyligen Sacramenten ») der Absurda Lu- 
theranorum fragt Albertus: «Warunib excommuniciert dann Sarcerius, wie ich 
zu Eyssleben gesehen und gehöret, einen Dorffpredicanten, der die wort 
der einsetzung über ein bierglass gesprochen?" Ueber Erasmus Sarcerius, der 
von 1553 bis 1558 Generalsuperintendent in Eisleben war und als Prediger 
an der Johanniskirche in Magdeburg am 28. November 1559 starb (f durch 
Selbstmord), siehe Karl Färber in Pieal-Encyklopädie für protestantische 
Theologie und Kirche 2. Aufl. 13, 397-401. Jene Exkommunikation erinnert 
daran, dass Sarcerius i. J. 1558 einen liederlichen mansfeldischen Geistlichen 
seines Amtes entsetzte und dadurch in Konflikt mit dem Grafen von Mansfeld 
gerieth (gütige Mitteilung von H. Herre). 

s) Den genauen Titel der Ausgabe von 1563 siehe Paulus S. 550 
Anm. 3. Auf dem Titelblatt der Ausgabe von 1597 (vgl. Paulus a. a. 0.) 
sind einige Abweichungen ; von sachlichen ist indessen nur zu vermerken, dass 
es hier heisst: « alle andere Stände, so den Kalvinischen oder Zwinglischen n. 
Der Autor nennt sich hier M. Laurentius Albrecht (vgl. S. 176 Anm. 1). Das 
M. deutet auf den Magistertitel; vgl. S. 180 Anm. 5 und S. 181 Anm. 3. 

12 



178 KARL SCHELLHASS 

Tagesdatum 1563 in die conversionis Pauli aufweist und über 
sein Leben schweigt, auch Erörterungen mit Johann Brenz und 
Valentin Vannius, den bekannten reformatorischen Theologen, ver- 
anlasst haben')? Dass sie ihm, natürlich vor seiner Aufnahme 
in die katholische Kirche und sicherlich vor Anknüpfung seiner 
katholischen Beziehungen in Würzburg im Jahre 1565, Mittei- 
lungen über das Verhalten der lutherischen Theologen auf dem 
Tridentiner Konzil gemacht hatten -), erwähnt er wenigstens im 
Jahre 1570 ^). Vielleicht war er Brenz etwa im Württembergi- 
schen *), Vannius aber, der seit 1558 evangelischer Abt von Maul- 
bronn war, dort oder in der Nachbarschaft vorgestellt worden. Zur 
Abfassung seiner Schrift hätte er dann wohl nicht allzu fern von 
den auf dem Titel genannten Städten Gelegenheit geliabt. 

Im Jahre 1565 finden wir Albertus in Würzburg '"). Den Wen- 
depunkt in seinem Leben brachte hier sein wohl eben damals ge- 
schlossener Ehebund mit der Wittwe eines Lizentiaten der Rechte. 
Sie war älter als er und katholisch und wirkte augenscheinlich so 
stark auf den jüngeren Ehegemahl .ein, dass dieser an der Richtig- 
keit der Lehre Luthers, den er noch im Jahre 1563 als den 



') Johann Brenz, der schwäbische Reformator, der vornehmlich auch 
wegen seiner Abendmahls- und Eechtfertigungslehre viele Polemiken zu be- 
stehen hatte, starb am 11. September 1570 (Allg. Deutsche Biogr. 3, 314 f.). 
Valentin Vannius, der erste evangelische Abt des Klosters Maulbronn (seit 1558). 
s^arb am 27. August 1567 (Allg. Deutsche Biogr. 39, 483 f.). 

2) Brenz und Vannius hatten dort die württembergische Konfession 
öffentlich verteidigen sollen, waren aber nicht zugelassen werden (Allg. 
Deutsche Biogr. 39, 483 f.). 

3) In Kapitel 18 (Von den Conciliis) seiner Absurda Lutheranorum be- 
ruft er sich auf mündliche Mitteilungen («auss dem mund gehöret") 
« Brentzii und Valentini Vannii n . 

'') In Kapitel 17 (Von den heyligen Sacramenten) der nämlichen Schrift 
sagt er: «Etliche gedunckt. es sey nur der leib da, so lang in der predicant 
in bänden habe und dem nemmenden überreiche, andere sagen, der leib und 
blut Christi sey so lang verbanden, biss das ganze ampt auss ist. darumb 
liab ich im land zu Wirtenberg gesehen, das sie den übrigen und 
(wie sie vermeinten) gesegneten wein nicht ehe widerumb zum andern wein 
gegossen, dann ihr gottesdienst gänzlich verriebt worden». Die Abschrift der 
Stelle verdanke ich H. Herre. 

^) Siehe, auch zum Folgenden, Beilage Nr. 1 Anm. 2 und 4 und S. 190 
Z. 7 f. dort. 



ZUR LEBENSGESCHICHTE DES LAUREiNTIUS ALBERTUS 179 

thewren frommen Mann seliger Gedächtniss bezeichnet hatte '), zu 
zweifeln begann. Auch seine sonstige Umgebung musste ihn an 
seinem bisherigen Leben irre werden lassen. Der Würzburger Dom- 
herr Johann Egolf von Kuöringen, ein literarisch hochgebildeter 
Mann, war auf ihn aufmerksam geworden und übertrug ihm, we- 
nigstens vorübergehend, die Leitimg seiner Bibliothek ^). Zusam- 
mengeführt hatte sie wohl das Beiden gemeinsame Interesse für 
die Geschichte und Entwicklung der deutschen Sprache, das Knö- 
ringen nach Kräften in seinem Schützling rege zu erhalten suchte '■'). 
Dank Johann Egolf trat Albert auch dem Würzburger Bischof 
Friedricli von Wirsberg und dem Abt des bei Würzburg gelege- 
nen Klosters Gotteszell nahe ^). Im Verkehr mit ihnen Allen be- 
reitete sich langsam sein Uebertritt zum Katholizismus vor. Ihn 
beschleunigte, wie es scheint, eine schwere Krankheit '"). Es war 
begreiflich, dass der Genesende, der seine Müsse auf theologische 
und historische Studien und mit Benutzung auch der Bücherei von 
Gotteszell auf Abfassung einer Reimchronik der Franken ver- 
wandte ''), religiösen Ermahnungen besonders leicht zugänglich war. 
Seine Aufnahme in die katholische Kirche, die auch durch den 
Besuch katholischer Predigten vorbereitet worden war, erfolgte 
nunmehr im Jahre 1568; Bischof Friedrich in Person vollzog die 
feierliche Handlung ''). 

Der Glaubenswechsel eines Mannes, den Persönlichkeiten wie 
Brenz und Vannius ihres Umganges gewürdigt hatten, erregte 

^) In der Schrift Vom Abendmahl; vgl. Paulus S. 551 Anm. 1. 

2) In der Vorrede zu der S. 180 Anm. 8 genannten 1571 herausgegebenen 
Chronik sagt er, dass er " etwan auch historien gelesen habe, vorab da vor 
etlichen jaren des — herren Johann Egloffen von Knöringen bibliothec ich 
ein zeit lang versehen und innen gehabt". Vgl. Paulus S. 558 Anm, 3. 

3) Vgl. Paulus S. 626. 

•*) Laut der Vorrede zur Grammatik stand Albertus « ex tua » (Johann 
Egolfs) u commendatione » in vertrautem Gedankenaustausch mit einigen « Op- 
timates » und auch dem Bischof. Auch dem Abt wird er in letzter Linie 
durch Knöringen empfohlen worden sein. 

•■') Man lese die in der drittletzten Note genannte an den Abt von Gottes- 
zell gerichtete Vorrede (bei Paulus S. 558 f.). Seine Krankheit lag für ihn 
damals viele Jahre (vor vilen jähren) zurück. 

^) Laut der nämlichen V^orrede (vgl. Paulus a. a. 0.). Auch mit der Ju- 
risprudenz wird er sich schon damals abgegeben haben, vgl. S. 184 Anm. 2. 

') Siehe Beilage Nr. 1 Anm. 2. 



180 KARL SCHEI.LHASS 

offenbar Aufsehen und zog dem Konvertiten viele Vorwürfe aus den 
Kreisen der Häretiker zu '). Um sie wissenschaftlich zu beantworten, 
begab er sich, zweifellos auf Rat Johann Egolfs und mit empfeh- 
lenden Zeilen seines Gönners an Herzog Albrecht -), vorüber- 
gehend auf die Universität Ingolstadt. Herzoglich bairischer Boden 
war ihm als der geeignetste Platz für Abfassung seiner Werke, in 
denen er auf die Absurditäten der lutherischen Lehre hinweisen 
wollte, bezeichnet worden ■^). Seine Rechtfertigung legte er dort in 
Ingolstadt in zwei Schriften nieder. Die erste « Propositiones ali- 
quot " widmete er am 28. Februar 1570 als Dank für die För- 
derung, die er vom Herzog erfahren hatte ^), dessen sechszehn- 
jährigem Sohne Ernst, dem Administrator von Freising ^) ; die 
zweite « Absurda Lutheranorum «, durch die er vielleicht auch 
auf seine thüringischen Landsleute einwirken wollte ^), richtete er 
am 31. Mai an den Bamberger Bischof"). 

Im März 1571 treffen wir Albert wieder in Würzburg. Hier 
schrieb er am 31. März die Vorrede zu seiner fränkischen Reim- 
chronik; ihre Widmung hatte der Abt von Gotteszell, der ihrem 
Werden tatkräftiges Interesse bezeugt hatte *), angenommen. Noch 

') Siehe Paulus S. 555. 

2) In der an Herzog Ernst gerichteten Vorrede zu den Propositiones 
(siehe folgende Note) sagt er: « cumque jam fidem meam prorsus ecclesiae 
catholicae subjugaverim ac hisce temporibus propter furorem haereticorum 
confessiones scribi, edi et divulgari consueverint: idcirco ego quoque a bonis 
et optime de me meritis viris persuasus et in hanc adversus haereticos are- 
nam non invito animo adductus sum. ac proposito meo credidi commodissi- 
mum locura fore catholicum Bavariae ducatum. quo cum ego me conferrem, 
statim - - - - Celsitudinis Tuae parentis laudatissimi summam clementiam 
erga qualiacumque mea studia sensi, illustrissime Celsitudini ejus commen- 

datus per Joannem Aegolphum a Knöringen, cujus studio et afFectu erga 

religionem summopere gaudet eoque illum dementia singulari amplectitur 
et fovet ». 

2) Siehe vorige Note, wo er es als seine persönliche Auffassung (cre- 
didi) hinstellt. 

*j Zu dieser Annahm^ zwingt die Vorrede (siehe vorletzte Note). 

^) Er nennt sich M. Laurentius Albertus; vgl. S. 177 Anm. 5 und S. 181 
Anm. 3. 

6) Vgl. S. 176 Anm. 2. 

'') Eline Beilage gleichsam bildete hier ein von Albertus verfasstes 
deutsches Gedicht von 226 Versen: Antithesis et discrimen Papatus et Lu- 
tlieranorum; vgl. Paulus S. 555 Anm. 2. 

'J Vgl. S. 179 Anm. 6. 



ZUR LEBENSGESCHICHTE DES LAURENTIUS ALBERTUS 181 

im November beendete er dort eine Widerlegung der Fabel von 
der Päpstin Johanna und Ausführungen über einen unechten Brief 
des heiligen Ulrich von Augsburg an Papst Nicolaus L, sowie drei 
« Traktätlein ^ : eine deutsche Uebersetzung von Tertullians Prae- 
scnptiones adversus haereses omnes, eine ^ Apologi und Schutz- 
schrifft " für die zum Katholizismus Uebertretenden und einen 
Bericht über den Nutzen der Ketzer für die Katholiken '). Er 
hatte sich also in Würzburg und unter dem schützenden Arm 
Johann Egolfs, der ihm unverändert wohlgesinnt blieb, nach wie 
vor literarischen und theologischen Studien hingegeben '). Wenn 
er die 1572 in einem Band erscheinenden « Traktätlein " am 
30. November 1571 dem Augsburger Abt von S. Ulrich und Afra 
widmete ^), jene Widerlegung aber am nämlichen Tage dem Kar- 
dinalbischof von Augsburg Otto Truchsess, so verdankte er diese 
Beziehungen in erster Linie gleichfalls dem Knöringer, der auch 
Domherr zu Augsburg war "*). 

Wie viel er für seine sprachgeschichtlichen und grammatischen 
Forschungen, die er unausgesetzt neben seinen sonstigen Arbeiten 
betrieben haben wird, diesem Gönner schuldete, bezeugte er Johann 
Egolf in Würzburg am 20. September 1572 in der Vorrede zu 
der ihm gewidmeten Grammatik ^). 

Wohl noch vor oder kurz nach Ausgabe dieses Werkes, das 
Albertus hauptsächlich der Vergessenheit entrissen hat (es lag im 
Jahre 1573 gedruckt vor), ging er nach Rom 0). Er stand damals 

') Die genauen Titel siehe Beilage Nr. 1 Anm. 7. Wegen des Datums 
der Vorrede zu dem Bericht vom Bapst Johann dem achten siehe S. 177 Anm. 2. 

'^) Siehe folgende Note. 

3) In der Vorrede sagt Albertus, der sich M. Laurentius Albertus unter- 
zeichnet (vgl. S. 177 Anm. 5 und S. 180 Anm. 5), er sei durch vornehme Herren, 
besonders aber durch Johann Egloffen bewogen worden, dem Abt diese drei 
Traktätlein zu widmen. Und er gesteht, dass nicht allein alle seine Studia, 
« der zeit ich mittels der götlichen gnaden katholisch gewesen ", sondern 
auch seine jetzigen Streitschriften « durch kosten, hülf und rhat » seines 
Patrons « in das werk gestellt >» seien. Albertus betont auch, dass er durch 
« Fordernis » Johann Egolfs, der " nicht schlechte freundtschaft " mit dem 
Abte halte, « lieb und freundtschaft » im Gotteshaus erfahren habe. 

■*) Wegen der Beziehungen zu Kardinal Otto siehe S. 182 Anm. 1. 

5) Vgl. Paulus S. 626. 

^) Müllers S. 174 Z. 22 f. erwähnte Hypothese, die eine Uebersiedlung von 
Albertus nach Strassburg i. J. 1573 wahrscheinlich machen möchte (vgl. Paulus 
S. 631), fällt schon Angesichts dieser Tatsache in sich zusammen. 



182 RAKL SCHELLHASS 

im besten Mannesalter und musste, nachdem er das Ergebnis seiner 
Studien der Oeffentlichkeit übergeben hatte, als neues Mitglied 
der katholischen Kirche den brennenden Wunsch hegen, die ewige 
Stadt zu schauen. Sein Name war hier nicht melir unbekannt, seitdem 
im Jahre 1570 dort Albertus' « Propositiones « in italienischer üe- 
bersetzung mit einer Dedikation des üebersetzers au Kardinal 
Otto von Augsburg gedruckt worden waren '). Wohl durch den 
Augsburger, dem er sich inzwischen ja auch durch seine Schrift 
über die Päpstin Johanna in's Gedächtnis gerufen hatte, wurde 
er kurz vor dessen Tode (er starb am 2. April -)) den Kardinälen 
Madruzzo und Hosius und auch dem Papste zugeführt ^). 

Es kamen dann die April-Tage, in denen an der Kurie eingehend 
über eine Reform der deutschen Kirche beraten wurde ''). Die An- 
nahme, dass auch Albertus, wie so viele andere mit den deutschen 
Angelegenheiten vertraute Männer, um sein Urteil befragt wurde ^), 
hat sehr viel für sich. Fest steht auf alle Fälle, dass Gregor XIII. 
ihn ermunterte, in der Bekämpfung der Feinde des katholischen 
Glaubens fortzufahren. Ja er machte ihm auch Hoffnung auf eine 
gelegentliche Unterstützung in Geld zur Förderung seiner Arbei- 
ten '''). Wie wohl man ihm in den leitenden römischen Kreisen 
damals wollte, zeigt nichts besser, als dass ihm der Papst am 
12. Juni die Würde eines lateranensischen Pfalzgrafen und eines 



1) Vgl. S. 189 Anm. 5. In der Vorrede zu dem Bericht vom Bapst Johann 
dem achten nahm Albertus am 31. November 1571 Kardinal Otto gegenüber 
auch auf die " ante biennium » [sicj dem Freisinger überreichten Propo&i- 
tiones Bezug, « quas reverendus et nobilis vir dominus Joannes Aegolphus a 
Knöringen patronus mens observandus Eomae Italico idiomate recusiis Tuae- 
que R. C. a translatore dedicatas mihi exhibuit». 

2) Vgl. N. B. III 3 S. XXXIII Anm. 2. 

3/ Laut dem S. 184 Anm. 3 genannten Briefe Johann Egolfs vom 16. Fe- 
bruar 1575 an Portia hatten Albertus in Rom Empfehlungen der Kardinäle 
Hosius, Madruzzo und Otto von Augsburg zur Seite gestanden; vgl. N. B. 
III 4 S. 425 Z. 17 f. 

*) Siehe meine Ausführungen in N. B. III 3 S. XXXIII Z. 12 ff. 

5) Vgl. a. a. 0. S. XXIV f. und oben S. 191 Anm. 2 (zu vgl. N. B. 
III 4 S. 424 Z. 45 f.). 

^) Vgl. den in der drittletzten Note genannten Brief in N. B. III 4 
S. 425 Z 14 ff. 



ZUR LEBENSGESCHICHTE DES LAURE.NTIUS ALBKRTUS 183 

Eques auratae militiae übertrug ')• Voll befriedigt konnte Albertus 
somit heimziehen. 

Die Verhältnisse in Würzburg hatten sich mittlerweile für 
Albertus verändert. Am 18. Mai 1573 war sein Patron Johann 
Egolf zum Augsburger Bischof gewählt worden ^). Nicht so sehr 
hierdurch aber als durch den Tod des Würzburger Bischofs Frie- 
drich, der am 12. November eintrat ^), bereitete sich ein Umschwung 
in Albertus' Leben vor. Der Nachfolger Friedrichs, der am 1. De- 
zember 1573 zum Bischof gewählte Julius Echter von Mespel- 
brunn *), hatte offenbar kein Gefallen an dem Gelehrten '"). Möglich, 
dass er ihm eine von seinem Vorgänger bewilligte Pension entzog ^'). 
Auf alle Fälle scheint es, dass Albertus' pekuniäre Lage von nun 
an sehr unerfreulich wurde. Um so unerfreulicher, da der Augsburger 
Bischof sich wegen der Verschuldung des Bistums ausser Stande 
erklärte, ihm in Zukunft ferner wie bisher zu helfen ''). Als nun 
seit dem 19. April 1574 auf Monate der päpstliche Nuntius Portia 
in Augsburg Quartier nahm, da erhoffte Albertus von dessen Für- 
sprache in Kom eine Besserung seiner Lage. Er war auf dem Dil- 
linger Schloss anwesend, als Portia vom 12. bis 16. Juni beim 
Bischof dort weilte ^). Dieser unterliess es damals und augenschein- 

') Vgl. S. 191 Anm. 3. In der Adresse findet sich übrigens kein 
akademischer Titel; vgl. dort. 

2) Vgl. N. B. III 4 S. XXXIII. 

3j Vgl. N. B. III 3 S. 277 Anm. 2. 

■«) Vgl. a. a. 0. S. 264 Anm. 4. 

=) Das wird man bei dem Hass, mit dem Albertus den Bischof später 
verfolgte, annehmen dürfen. 

ö) In der Vorrede zu seiner Grammatik hatte Albertus erklärt, dass er 
Bischof Friedrichs " civis » sei und « sumptibus illius partim » lebe. Keller, 
in der S. 174 Anm. 2 genannten Schrift auf S. 15, wollte aus diesen Worten 
ohne Grund auf eine Anstellung von Albertus am bischöflichen Gymnasium zu 
Würzburg schliessen. 

'') In jenem S. 182 Anm. 3 genannten Briefe betonte er, dass er bisher 
viel für Albertus getan habe, sich nun aber, da die grosse Schuldenlast 
der Diözese in Zukunft das nicht zulasse, an den Papst wenden wolle; vgl. 
N. B. III 4 S. 425 Z. 21 ff. Albertus' Vermögensverhältnisse hatten sich, wie 
der Bischof ausführte, durch dessen Tätigkeit, die ihm auf katholischer Seite 
Dank und Anerkennung verschafft, bei den Gegnern aber Hass zugezogen habe, 
eher verschlechtert als verbessert (a. a. 0. S. 424 Z. 47 ff.). 

«) Ueber Portia's Aufenthalt in Dillingen siehe N. B. III 4 S. 75 Anm. 4 



184 KARL SCH ELLHASS 

lieh zu wiederholten Malen im Lauf der nächsten Monate auch brief- 
lich nicht, das Lob seines Schützlings zu singen ^). Der päpstliche 
Gesandte verhielt sich aber ablehnend. Und aus dieser Zurückhaltung 
ging er auch nicht heraus, als sich am 19. Februar 1575 Albertus, der 
bei dieser Gelegenheit leg um canonumque doctor genannt 
wird ^), mit empfehlenden Zeilen seines Patrons vom 16. Februar 
bei ihm meldete ^). Zwar konnte er es mit Rücksicht auf den Bischof 
nicht vermeiden, Albertus' Auffassung über die religiöse Lage in 
Franken und im Würzburgischen und über die Möglichkeit einer 
Reform entgegenzunehmen ^), aber die Idee, in Erinnerung an Gre- 
gors freundliches Entgegenkommen im Jahre 1573, dem Papst eine 
jährliche, zeitweilige oder auch lebenslängliche Unterstützung des 
Mannes im Interesse von dessen schriftstellerischem Wirken nahe 



und S. 77 Aum. 4. In jenem S. 182 Anm. 3 genannten Briefe des Bischofs 
heisst es (vgl. hierzu meine nicht ganz genaue Wiedergabe N. B. III 4 S. 424 
Z. 40 f.) : u (Rmae j) V.) Laurentium hunc, leguni canonumque doctorem, virum 
catholicum, non minori favore quam anno superiori eundem in Castro no- 
stro praesentem verbotenus praedicavimus. nunc rursum per hasce quas 
tradet literas fidoliter commendamus ». 

>) Vgl. N. B. III 4 S. 424 Z. 40 f. (auch hier ist wieder jener Brief 
des Bischofs unsere Quelle) und Portia's Aeusserung vom 21. Februar 1575 
(S 426 Anm. 6 dort), dass er seit dem Sommer « sotto diversi pretesti molte 
diversioni »> hinsichtlich einer Unterstützung von Albertus versucht habe. 

*) Am 30. November 1571 hatte er in seiner Vorrede zu dem Bericht 
vom Bapst Johann dem achten Kardinal Otto gegenüber geäussert: « atque 
Interim, dum haec qualiacunque officia matri ecclesiae defero. simul ad con- 
suetajurisprudentiae studia me recipio, ex quibus dante Deo novam 
contra haereticos panopliam producturus sum «. Albertus wird also in dem 
Zeitraum, der zwischen 1571 und 1575 liegt, zum Doktor beider Rechte kreiert 
worden sein; aber wo?! Zu beachten ist, dass auf dem Titelblatt seiner 1574 
separat gedruckten Apologie und Schutzschrift (vgl. S. 190 Z. 19 f.) Laurentio 
Alberto D. steht (vgl. Paulus S. 556 Anm. 2). Johann Egolf schätzte die 
juristische Begabung seines Schützlings offenbar sehr ; in dem Brief vom 
16. Februar an Como gab er der Ueberzeugung Ausdruck, dass jener fraglos 
durch das Mittel der wahren Jurisprudenz, durch deren falsche Anwendung 
heute Viele der Kirche gewaltig geschadet hätten, im Weinberg des Herrn 
gute Dienste leisten werde (N. B. III 4 S. 425 Z. 27 ff.). 

3) Siehe die Zeilen des Bischofs in ausführlichem Auszuge N. B. III 4 
S. 424 Anm. 2. 

*) Vgl. hierzu Portia's Bericht an Como vom 21. Februar in N. B III 4 
S. 424 ff. 



ZL-R LEBE.NSGESCHICHTE DES LAURENTIUS ALBERTUS 185 

ZU legen, suchte er dem Prälaten auch jetzt noch auszureden '). 
Indessen vergeblich. Am 14. März musste Portia in Sachen von 
Laurentius Albertus an Como für diesen selbst und für den Papst 
und Kardinal Madruzzo bestimmte Zeilen des Bischofs schicken '). 
Das Einzige, was Portia bei Johann Egolf hatte erreichen können, 
war die Zusicherung, dass jede Aeusserung des Autors vor der Druck- 
legung von der Universität Dillingen geprüft werden solle ^). 

Der Nuntius hatte augenscheinlich wenig Günstiges über Al- 
bertus gehört. Er war ihm mehr als ein Mann von gutem Ver- 
stände als von solider Gelehrsamkeit geschildert worden und sollte 
mehr befähigt zur üebersetzung nützlicher Werke in's deutsche als 
zu deren Abfassung sein •*). Bin Urteil, das für Albertus' Kenntnisse 
auf dem Boden der Germanistik kaum als zutreffend bezeichnet 
werden wird. In dieser vorgefassten Meinung konnten Portia im- 
merhin Albertus' mündliche Ausführungen, die er sich zur Nach- 
prüfung auch scliriftlich geben Hess '"), nur bestärken. Sie waren 
von einem blinden Hass gegen den Bischof Julius Echter, den er 
unter Anderem mit ganz unberechtigten Vorwürfen wegen seiner 
Klosterpolitik überhäufte ''), durchtränkt und verrieten auf der an- 
dern Seite mangelndes Verständniss für die reale Politik. Konnte es 
einen phantastischeren Vorschlag geben als den, dass allenfalls 
Kaiser und Papst durch einen mächtigen lutherischen Fürsten die 
Bischöfe zum Gehorsam gegen die Konkordate und päpstlichen Er- 
mahnungen zwingen könnten ") ! ? Im Uebrigen war die Unterre- 
dung mit Albertus, der in seiner Denkschrift auch eine Kenntnis 
der Lage in Bamberg verrät und Sympathien für die Gesellschaft 
Jesu zeigt *), für Portia anregend genug. Der Gedanke, dass man 
von Erfurt aus durch Anlage eines Jesuitenkollegs den Versuch 
zu einer katholischen Restauration in Sachsen machen könne, mit 



') Vgl. N. B. III 4 S. 426 Anm. 7. 
«) Siehe N. B. III 4 S. 451 Nr. 103. 
3) Siehe a a. 0. Z. 18 ff. 

*) Siehe a. a. 0. S. 426 Z. 80 f. in Portia's Bericht vom 21. Februar. 
5) Siehe a. a. 0. S. 426 Anm. 1 und die Denkschrift S. 427 ff. 
ö) Man lese meine Bemerkuntren in N. B. III 4 S 428 Anm. 2 und 
429 Anm. 3. 

') Vgl. a. a. 0. S. 433 Anm. 1. 

8) Vgl. a. a. 0. S. 4.33 Z. 29 ff und S. 431 Z. 15 f. 



186 KARL SCHELLHASS 

dem er am 5. April gegen Como hervortrat, war ihm zuerst dm-ch 
jenen, den geborenen Thüringer, nahe gelegt worden '). 

Portia's Kritik an Albertus' nach Rom gesandter Denkschrift 
und seine Como gegenüber geäusserten Bedenken über dessen Persön- 
lichkeit machten an der Kurie Eindruck 2). Auch dort schöpfte man 
Misstrauen gegen seine Schilderung der Würzburger Verhältnisse 
und hielt sie in Folge einer Verstimmung des Autors gegen Julius 
Echter für getrübt ^). Albertus' Gesuch fand unter diesen Umstän- 
den keine Berücksichtigung, zumal nachdem der Nuntius dessen 
Ausführungen ganz entschieden als mit den Tatsachen in Wider- 
spruch stehend charakterisiert, den Verfasser aber als unklaren 
Kopf hingestellt hatte *). Ein Verzicht von Albertus auf seine 
nächsten literarischen Pläne, die, wie es scheint, eine eingehende 
Schilderung der im Würzburger Kult vorhandenen Missbräuche im 
Auge hatten =), war davon wohl die unausbleibliche Folge, und 
das auch darum, da der Tod Johann Egolf's am 4. Juni 1575 
seine ganze Existenz mehr wie je in Frage stellte. 

Bis zum Jahre 1583 entschwindet Albertus jetzt unseren Bli- 
cken. Als er wieder auftaucht, ist er in Wien, verwittwet und mit 
der Ausübung einer Advokatur beschäftigt ''). Gegen Erzherzog Ma- 
ximilian äusserte er damals, dass er mit dem (am 24. Oktober 
1579 verstorbenen) Herzog Albrecht seinen letzten Gönner verlo- 
ren habe und dass er nach dem Tode seiner Patrone nach Oester- 
reich übergesiedelt sei '). Daraus wird man schliessen dürfen, 
dass er vom Sommer 1575 bis in den Oktober 1579 im Bairischen 
gewesen war. Sorge um das tägliche Brot hatte ihn, wie es scheint, 
zum Kummer vor Allem seiner Frau die letzten Jahre an der 
Fortsetzung seiner literarischen Tätigkeit und an der Bekämpfung 



') Vgl. a. a. 0. S. 4G7 Anm. 5. 

2j Siehe N. B. III 4 S. 455 Z. 10 if. 

3) Siehe a. a. 0. 

'•) Vgl. a. a. 0. S. 474 Z. 16 ff. Portia's Zeili-n vom 16. April: « non si 
})ii6 dubitare che Tauthore sia mosso da perturbatione d'animo ». 

5) Vgl. seine Denkschrift N. B. III 4 S. 432 Z. 4 f. (zu vgl. S. 432 Z. 12 f.): 
« alle - tempore conscripturus siim qnae impia in ipsornm » (der Würzburger) 
« sacris accidant ». 

*) Siehe Beilage Nr. 1. 

■') Siehe a. a. 0. 



ZUR LEBENSGESCHICHTE DES LA.UKENTIUS ALBERTUS 187 

der Häretiker gehindert '). Dass er sie wenn irgend möglich noch 
einmal energisch wieder aufnehmen werde, das hatte er seiner 
sterbenden Gattin, zugleich mit dem Gelöbnis keine neue Ehe 
eingehen zu wollen, versprechen müssen. 

Es nimmt nicht Wunder, dass sich Albertus die Vorbedingung 
für ein ungestörtes wissenschaftliches Arbeiten, einen sicheren Un- 
terhalt, jetzt durch seinen Eintritt in den Priesterstand zu ver- 
schaffen gedachte. Ein Hindernis bildete nur der Umstand, dass 
er, der lutherisch Geborene, mit einer katholischen Wittwe ver- 
heiratet gewesen war. Die als Beilagen gegebenen Aktenstücke 
zeigen, dass kein Geringerer als der Bruder des Kaisers, Erzherzog 
Maximilian, am 1. Januar 1583 es übernahm, Albertus' Gesuch 
um Dispens wegen dieser Irregularitas beim Papste zu befürwor- 
ten. Und persönlich bemühte sich für ihn am 15. April des Jahres 
bei Gregor der Provinzial der oesterreichischen Provinz der Gesell- 
schaft Jesu, Lorenzo Maggio ^). Ihrem Einfluss war es zu verdan- 
ken, dass schon am 7. Mai ein Breve ausgefertigt wurde, das die 
Erfüllung der Wünsche ihres Klienten enthielt •^). 

Wo Albertus, dessen Geschicklichkeit im Suchen neuer Pa- 
trone Staunen verdient, von der Erlaubnis sicli weihen zu lassen 
Gebrauch machte und ob er noch irgendwie literarisch auftrat, 
darüber lässt sich bisher nichts sagen. Man möchte glauben, dass 
er zur Abfassung neuer Werke überhaupt nicht mehr kam. Viel- 
leicht war seine Lebenskraft erschöpft. Der Eindruck, dass er zu 
denen gehörte, die geistig und wissenschaftlich im Anfang mehr 
versprechen als sie in der Folge halten, lässt sich nicht abweisen. 



') Siehe, auch zum Folgenden, die Nr. 1. 

^) Ob Maggio im April erst nach Rom gekommen oder ob er schon 
länger dort war, kann ich zur Zeit nicht feststellen. Am 15. April 1583 trug 
er dem Papst die Angelegenheit vor, vgl. Beilage Nr. 3 Quellenbeschreibung 
S. 193 Z. 12 V. u. f. 

',1 Siehe Beilage Nr. 4. Die Quellenbeschreibungen der Nrr. 3 und 4 zeigen 
besonders deutlich, wie sehr die rasche Ausfertigung eines Breves von dem 
Eingreifen eines energischen Sollezitanten abhing. Maggio hatte offenbar, 
nachdem er die mündliche Einwilligung des Papstes hatte, in Person die 
Ausfertigung des Breves in der Segreteria dei brevi betrieben. 



188 KARL SCHELLHASS 



BEILAGEN. 



1. Dr. jitr. Laurentius Albertus an Erzherzog Maximilian: 
Seine Vergangenheit und sein Wunsch wegen Eintritts in den 
geistlichen Stand. Bitte, sein Gesuch um Dispens wegen seiner 
Ehe mit einer Wittive beim Papst oder Kardinal Madruzzo be- 
fi'rrworten zu wollen. {1583 um Neujahr Wien ').] 

Lettere Principi Vol. 36 fol. 78'^'' die vom Erzherzog (siehe Nr. 2) 
iceiter gegebene undatierte OriginahuppUk mit dem Vermerk von der Hand 
des Stücks: Supplicatio Laurentii Alberti j. u. doctoris. 

Serenissime ac Illustrissime Archidux Austriae Princeps et 
Domine Clementissime. 

Anniis jam agitiir decimus octavus, quo Wiirtzeburgi in 
Franconia primiim de sectariorum dogmatibus dubitare caepi. et 
post multam vetustissimoriim quorumlibet tarn Graecorum quam 
Latinorum ecclesiae patnim, sicut etiam quonmdam scholasticorum 
lectionem et frequentem verbi Dei catholice expositi auditionem 
ad catholicum sacrae Romanae ecclesiae consensum me contuli -). 



') Das Datum der Nr. 2 und die in der nächsten Note sich findende 
Aeusserung Annus jam quintus ag-itur führen uns auf Neujahr 1583 als den 
atinähernden Zeitpunkt der Abfassung der Denkschrift. 

2) Sein Uebertritt war, ivie er in der vom 28. Februar 1570 und aus 
Ingolstadt datierten Vorrede zu den S. 189 Anrn. 5 genannten Propositiones be- 
merkt, im Jahre 1568 erfolgt, nachdem er seit 1565 zu zweifeln begonnen 
hatte. Ausführlicher, aber ähnlich wie oben, führt er dort aus {vgl. hierzu 
die Uebersetzung des ersten Theils bei Paulus a. a 0. S- 553 f.; er setzt den 
Uebertritt von Albertus Ende 1567 oder Anfang 1568): Annus jam quintus 
agitur [das ergiebt für unsere Nummer das Datum 1583: siehe oben l. 6], 
illustrissime princeps et praesul dignissime [_der Administrator von Freising 
ist gemeint\ ab eo tempore quo de Lutherano dogmate, sub quo natus eram, 
])rinium dubitare et paulatim catholicorum scripta legere eorumque conciones 
Wirtzebur<;i in Franconia audire coepi. quanquam vero insita persuasio Lu- 
therana difficulter ex animo avelli potuit, continua tarnen lectione quorundam 
patruni et crebro auditu verbi Dei catholice expositi ita paulatim demiti" 
gatus sum, ut taudem schismaticum illum furorem omnino remiserim, quo 



ZUR LEBKNSGESCHICHTE DES LAURENTIUS ALBERTCS 189 

hiijus rei non solum occasio erat Friderici ibidem episcopi sedula 
ac paterna exhortatio et commonitio '), sed etiam conjugium ipsum. 
viduam etenim duxeram, qiiae catholicae ecclesiae obediens et pars 
magna conversionis meae fiiit -). tum, non solum episcopo Wurtz- 
burgensi Friderico et Augustano Otthone ^) ac successore ejus 
Joanne Egolfo, sed et Alberto Bavariae duce, patronis meis, ju- 
bentibus ac studia mea promoventibus ^), aliquot scripta pro re- 
ligione catholica latine et germahice edidi ^). et licet catholicis rem 



contra catholicos occupati haeretlci omiies insaniunt. fuit autem illud non 
meum nee huinanum, sed potius divinum opus, sicut enim verae fidei infusio 
non consistit in potestate nostra, ita solus spiritus sanctus salutaria quaedam 
media ad hanc rem praeordinavit, per quae ille veram ecclesiam mihi de- 
monstrans ex sectariorum conventiculis me abripuit et ante biennium Wirtze- 
burgi per reverendissimum Francorum praesulera eo modo ac processu, qui 
ab ecclesia catholica in recipiendis haereticis et infidelibus longo tempore 
atque a prima nascentis ecclesiae origine adhibitus et hucusque conservatus 
est, fidelium numero me cooptavit. 

■) Vgl. die letzte Note. Bischof Friedrick regierte 1558-1573. 

^) Vgl. Näheres in Nr. 3. 

^) Kardinalbischof Otto von Augsburg regierte 1543-15 73, sein Nach- 
folger Johann Egolf 1573-1575 (t Jmii 4). 

*) Sein Hauptgönner war Johann Egolf von Knöringen, vgl. Einleitung. 

'") Zuerst im Jahre 1570 zu Ingolstadt bei Alexander Weissenhorn 
Propositiones aliquot, in quibus breviter, clare et perspicue demonstratur, cur 
Laurentius Albertus abjecta Lutheranorum causa oranes haereticos errores, 
quos olim fovebat et defendebat, revocavit ac in gremium catholicae ecclesiae 
sese receperit, ab ipso scriptae, cum Ingolstadii versaretur. Wegen der vom 
28. Februar 1570 datierten Vorrede siehe S. 180 Anm. 2 und S. 188 Anm. 2. 
Biese Propositiones wurden noch im Jahre 1570 in Rom in italienischer Ueber- 
Setzung gedruckt und von dem Uebersetzer dem dort anvcesenden Kardinal 
Otto gewidmet {vgl. S. 182 Anm. 1 ; das Erscheinungsjahr der mir nicht vor- 
liegenden Uebersetzung entnehme ick Paulus^ Bemerkung a. a. 0. S. 554 
Anm. 1). — Noch im nämlichen Jahre folgte, ebenfalls bei Weissenhorn in 
Ingolstadt, eine andere Schrift: Absurda Lutheranorum, das ist ein kurtze 
verzaichnuss etlicher unfüglicher zweyträchtiger Articuln und Lehm, so 
bissher auss dem Predigen und Schreiben der Sectischen erwachssen. Dem 
geraeynen einfältigen Leser zu nutz und Warnung zusamen getragen durch 
Laurentium Albertum. Die Unterschrift der vom 31. Mai aus Ingolstadt da- 
tierten und an Bischof Vitus von Bamberg gerichteten Vorrede lautet: 
Laurentius Albertus liebhahaber [sie] der Katholischen Warhait. In dem, 
Gedankenkreis der Absurda betcegte sich Albertus, vsenn er wohl unmittelbar 
nach deren Abschluss Q. Septimii Florentis Tertulliani certae justae et ne- 



190 KA.KL SCHELLHASS 

gratam prestiterim, attamen sectariorum odiiim et iuvidiam sum- 
raam inde contraxi ')• qnare post obitum meorum qiios dixi pa- 
troDorum, qui nunc ex hac vita omnes evocati sunt -), in has oras 
et ditionem me contuli. multum autem doleo, quod simul cum 
tantis fautoribus ipsa etiam honestior sustentatio defecerifc et quod 
ab illo scribendi exercitio ad practicam forensem, qua nunc hie 
fungor, me conferre coactus fuerim. uxori enim, quae senior me 
t'i-at, illud idem decertandi pro religione catholica exercitium et 
perpetuam viduitatem ac continentiam, in qua reliquos vitae meae 



cessariae praoscriptiones adversns haereses omnes unter dem Titel Des für- 
treflichen und uralten Lehrers TertuUiani gewise rechtmessige und notwen- 
dige Verlegung aller Ketzereyen in's deutsche übersetzte. Gleichzeitig verfasste 
er eine Apologi und Schutzschriift deren, so sich jetzund von den Secten 
abgerissen und zu den Katholischen tretten, und einen Bericht, wie und 
warzu die Ketzer den Katholischen Christen nutz sein. Diese drei Traktätlein 
(so nennt sie Albertus in der vom 30. November 1571 aus Würzburg da. 
tierten Vorrede an den Augsburger Abt Jakob zu S. Ulrichen und S. Afren) 
icurden im Jahre 1572 in einem Band von Sebaldus Mayer zu Dillingen 
gedruckt. Jene Apologi muss grossen Beifall gefunden haben, da der Verleger 
Mayer im Jahre 1574 von ihr einen Separatabdruck veranstaltete (ohne 

Vorrede). Die letzte der hierher gehörigen Schriften von Albertus betitelt 
sich Bericht vom Bapst Johann dem achten. Welcher soll ein Weib gewesen 
sein. Sa-mpt einem Sendbrieff Sanct Ulrichs Bischoffen zu Augspurg, den 
er an Bapst Nicolaum geschriben und darinnen ihme die gelübd der Keu- 
scheit soll widerrhaten haben. Menigklichen lustig und nutzlich zu lesen. 
Albertus bekämpft auf's entschiedenste die über Papst Johann VIII. und 
Sanct Ulrich umlaufende Legende. Auch diesen Bericht, der ebenso ivie 
je?ie drei Traktätlein eine von 30. November 1571 aus Würzburg datierte 

Vorrede aufweist (gerichtet ist sie an Kardinal Otto), druckte im Jahre 
1572 Sebaldus Mayer. Bedenkt man, dass Albertus am 31. März 1571 die 

Vorrede zu seiner Chronik der Franken geschrieben hatte [vgl. Einleitung), 
so muss man sich über seine Vielgeschäftigkeit im Jahre 1571 wundern. 

Von da an s cheint er indessen keine Abhandlungen kirchen- 
politischer Art mehr verfasst zu haben, wenn man von der Denk- 
schrift absieht, die er im Jahre 1575 dem Nuntius Portia überreichte [vgl. 
Einleitung)! Ueber die oben aufgeführten Schriften siehe Paulus a. a. 0. 
S. 554 Anm. l, S. 555 Anm. 2, S. 556 Anm. 1 und 2 {zu vgl. S. 552 Anm. 4) 
und S. 557 Anm. 3; über das Gedicht von Albertus Antithesis et discrimen 

l'apatus et Lutheranorum siehe oben S. 180 Anm. 7. 

') Sie sahen in ihm ivohl vor Allem den Apostaten, vgl. Paulus a. a. 0. 

S. OO.'J. 

«) Herzog Albrecht war am 24. Oktober 1579 gestorben. 



ZUR LKßKNSGESCHICHTE DES LAURE.NTll'S AIliKUTUS 191 

annos iiiciiipate transigerem (sab hac conditione si ipsa praemo- 
ritura sit), saepe ac praecipue paiüo ante obitum ejus promisi. 
existimans nil nisi soll Deo servire majus, iitilius liberiusqiie esse. 
in quo genere vitae me forte aliqua adhuc praestare posse spero, 
quae vel saltem simplicioribus, etsi non doctis accepta grataque 
futura sint. et huic proposito clericalis vita sacrorumque ordinum 
initiatio commodissima esset, a quibus ego propter bigamiam et 
inde contractam irregularitatem ') per conciliorum decreta et juris 
canonici constitutioues impedior. etsi autem non dubito, si ipse me 
coram Sanctissimo Domino Nostro sisterem, quin dispensationem 
obtinerem; nam Sua Sanctitas anno Domini 1573, cum in urbe 
essem ~), proprio motu quibusdam privilegiis me ornavit et officiariis 
aulae suae Lateranensis annumeravit ^). tum etiam lectionem prohi- 
bitorum librorum et alia mihi competentia jura concessit ^). quia 
vero intercessione opus est, ut eo majorem Sua Sanctitas ödem 
meis adhibeat literis, cum ipsemet personaliter hoc tempore coram 
Sede Apostolica comparere non possim: quapropter Vestram Sere- 
nissimam Celsitudinem humiliter et obnixe rogo, ut apud Suam 
Sanctitatem vel saltem apud dominum cardinalem Ludovicum Ma- 



*) Fr icar irregulär ex bigamia interpretativa, insofern als er eine 
Wittwe geheiratet hatte, die in einer vollzogenen Ehe gelebt hatte ; vgl, 
J. B. Sägmüller, Lehrbuch des katholischen Kirchenrechts, Freiburg 
i. B. 1904, S. 166 Anm. 3. 
*) Vgl. Einleitung. 

') Unter dem Datum des 12. Juni 15 73 hatte Gregor ihn motu proprio 
zum Sacri palatii nostri et aulae Lateranensis comitem et nobilem et au- 
ratae militiae equitem gewählt (die von Pius IV. vorgeschriebene Professio 
fidei sollte er in die Hände des Kardinals Ludovico Madruzzo oder des 
Würzburger Bischofs ablegen) ; siehe das Breve mit dem inserierten Wort- 
laut der Professio fidei im Brevenarchiv 1572. 1573 Diversi Gregor. XIII 
Lib. 2 num. 505. In der Adresse heisst es: Laurentio Alberto Herbipolensi 
[ogl. S. 177 Anm. 2) aulae nostrae Lateranensis comiti et anratae militiae 
equiti. Jene Würde wurde ihm übrigens verliehen citra tarnen usum facul- 
tatum, quae comitibus Palatinis et auratae militiae equitibus alias concedi 
solitae sunt. Von Laurentius erv:artete der Papst Fortdauer seiner Erge- 
benheit und immer grössere Vervollkommnung, ut in nostro et hujus Sanc- 
tae Sedis conspectu te ad majora semper constituas meritorum studiis dig- 
niorem nosque et Sedes ipsa proinde ad faciendum tibi majorem honorem et 
gratiam merito invitemur. 

*) Die hierauf bezüglichen Breven kenne ich nicht. 



192 KARI- SCHELLHASS 

druzium, Germanicarum rerum in curia Romaua protectorem et 
promotorem, hac in re clementer pro me interceclat et meum pro- 
positum ita commendet, quo facilius et sine temporis jactura dis- 
pensationem super bigamia consequi possim. hoc modo Serenissima 
Celsitudo Vestra faustum meo instituto initium et vim magnam 
atque successum addet. quod ego vicissim de Serenissima Celsi- 
tudine Vestra praeclare et merito apud omnes praedicabo et pre- 
cibus meis quotidianis pro longaeva Serenissimae Celsitudinis Ve- 
strae vita orando coram Deo omnipotente sedulo diligenterque re- 
compensabo, me humiliter commendans. 

Serenissimae et Illustrissimae Celsitudinis V. 
Humilis devotusque minister 
Laurentius Albertus juris utriusque doctor, c[omes] p[ala- 
tiniis]. 

2. Erzherzog Maximilian an Papst Gregor XIII. : befür- 
wortet das Gesuch des Fraiikea Dr. Laurentius Albertus um 
Dispeas von der Irregularitas. 15 83 Jan. 4 Wien '). 

Lettere Prtucipi Vol. 36 fol. 79"^ Original. 

Bsatissime in Christo Pater ac Domine Domine Clementis- 
sime. 

Post obsequiorum meorum humilem commendationem filialis 
meae erga Sanctitatem Vestram et hanc Sedem Apostolicam ob- 
servantiae perpetuum incrementum. 

Honestus et doctus fidelis mihi dilectus Laurentius Albertus 
Francus -), juris ") utriusque doctor, per adpositum supplicem 
suum libellum ^) intercessionem, quo facilius dispensationem im- 
petrare possit, a me petiit. quam illi, tum quod propositum ejus 
pium esse et ad perfectiorem statum tendere intelligerem, tum 
quod mihi a tide dignis signirtcatum sit illum ecclesiae nostrae 

*; j. u. d. am Rande mit Verweisungszeichen. 

') Diesen Brief mit der Einlage überreichte der Jesuit Lorenzo Maggio 
dem Papst, vgl. Nr. .3 und Einleitung. 

^) Hier wird er also Franke genannt; vgl. S. 17 7 Anm. 2. 
■') Die Nr. 1. 



ZLR LEBENSGESCHICHTE DES I.AURENTIUS ALBERTUS 193 

catholicae egregiam operam et Studium contra haereticos navasse. 

denegare noliii. itaqiie Sanctitatem Vestram demisse logo ut piiim 

hunc et hominem doctiim mei causa ita velit habere comeudatum, 

ut sublata irregularitate eo citius ad sacros ordines pro animi sui 

fervore et zelo pervenire possit. quod beneficium ad intercessionem 

meam praestitum pro magna et singulari Sanctitatis Vestrae in 

me benevolentia accipiam ipsique supplicanti calcar addet majora 

et illustriora offitia in ecclesia conferendi. reliquum est ut me 

Sanctitati Vestrae quam studiosissime commendem, quam Deus 

suae ecclesiae diu incolumem servet. Datae Viennae die quarta 

mensis januarii anno millesimo quingentesimo octuagesimo tertio. 

Ejusdem Sanctitatis Vestrae 

obsequentissimus 

filius 

Maximilianus Dei gratia archidux Austriae, dux Burgundiae, 
comes Tyrolis 

[eigenh. .] Maximilianus etc. 

3. Gesuch des Jesuiten Lorenzo Maggio an den Papst für 
Dr. Jur. Laurentim Albertus de Malleis um Beseitigung der 
Irregularitas und ivegen Empfangs der Priesterweihen. 1583 
vor April 15 Rom '). 

Brevenarchiv Epistolae Gregorii XIII 1583 lib. 57 fol. 419'^ Original- 
supplik auf der dritten Seite eines Blattes von 4 Seiten, auf dessen erster 
Seite das Breve {Nr. 4) steht. Unter der Supplik von Maggio eigenhändig : 
Fateor ego Laurentius Madius, quod Sanctissimus D. N. concessit mihi die 
15 aprilis 1583 qnaecunque in praefato memoriali continentur. 

Beatissime Pater. 

Laurentius Albertus juris utriusque doctor sub Lutheranis 
principibus Saxoniae ex familia de Malleis in Turingica sylva 
natus ■-), cum olim Herbipoli duxerit viduam cujusdam licentiati 

') Wegen Jllaggio's und wegen des Datums siehe Quellenbeschreibung 
zu dieser Nummer. Vgl. Nr. 4 Quellenbeschreibung und Einleitung. — Die 
Abschrift dieser und der folgenden Nummer fertigte für mich der liebens- 
vsürdig* Archivar des Brevenarchivs, Monsignor De Romanis, an. 

-) Er hiess also wohl von Hammer f Beiden lutherischen Fürsten mag 
insbesondere an Johann Friedrich den Gronmilligen gedacht werden. 

13 



194 KARL SCHELLHASS 

jiins, faeminam catliolicam, et in eo matrimonio ad catholicam 
Romanam ecclesiam conversus perpetiiam post obitum uxoris con- 
ti nentiam et caelibem vitam vovisset '), nunc a Sanctitate Vestra 
dispensationem super bigamia et ablationem irregularitatis humi- 
liter petit, quam ex illo matrimonio atque etiam ex haeresi con- 
traxit. et quoniam in Saxonia, patria sua, nuUus est episcopus, 
a quo tanquam ordinario suo possit obtinere dimissorias litteras -), 
supplicat etiam Sanctitati Vestrae ut faciat illi potestatem susci- 
piendi sacros et presbiterales ordines a quocunque antistite co- 
munionem Sedis Apostolicae liabente. 

4. Papst Gregor XIII. aa Dr. Laurentüis Albertus de 
Malleis: erteilt ihm auf seine Bitten Dispens von der Irre- 
gularitas, in die er durch seine Heirat und seine Ketzerei 
gefallen ist, und Erlaubnis zum Empfang der niederen und 
höheren Weihen in näher bezeichneter Weise. 1583 Mai 7 Rom. 

Brevenarchiv Epistolae Gregorii . XIII 1583 Hb. 5 7 fol. 414" Konzept, 
auf der ersten Seite jenes in der Quellenbeschreibung zu Nr. 3 genannten 
Blattes. Ueberschrift Dilecto filio Laurentio Alberto de Malleis u. j. d. 
Unter dem Stück von hellerer Dinte Pater Magius. Auf fol. 414^ steht: 
Sanctissimo Domino Nostro Pro Laurentio Alberto a supplicatione del padre 
M&gg\o. Auf fol. 419^ der 4. Seite jenes Blattes steht: Pro Laurentio Al- 
berto de Malleis Saso. Dispensatio super irregularitate et quod possit pro- 
moveri extra tempora. P. Madius. 

Dilecte tili, salutem etc. Expositum nobis nuper fuit pro 
parte tua, quod, cum olim sub principibus Lutheranis in Saxonia 
natus Herbipoli duxisses viduam quandam, faeminam catholicam, 
et in eo matrimonio ad catholicam Romanam ecclesiam conver- 
sus perpetuam post obitum dictae uxoris contiuentiam et caeli- 
bem vitam vovisses, eadem uxore modo defuncta cuperes tecum 
super bigamia et irregularitate hujusmodi dispensari. quare nos 
tibi specialem gratiam facere volentes supplicationibusque pro te 
nobis super hoc humiliter porrectis inclinati, tecum super hujus- 
modi irregularitate tam ex bigamia quam ex haeresi ut prefertur 

') Vgl. hierzu und zum Folgenden die Nr. 1. 

*) Diese Litterae haben den Sinn der Entlassung zur Weihe, vgl. Säg- 
müller a. a. 0. S. 154. 



ZUR LEBENSGESCHICHTE DES LAURENTIUS ALBERTUS 195 

contracta auctoritate apostolica tenore presentium misericorditer 
dispensamus tibiqiie ut ad omnes etiam sacros et presbyteratiis 
ordines a quocunque catholico antistite gratiam et comunionem 
Apostolicae Sedis habeute etiam sine litteris dimissoriis ordinarii 
tili, cum catholicum non adesse asseras, ad ") quatiiör minores vide- 
licet quocunque unico die, ad reliquos vero sacros et presbyteratus 
ordines, si ad id alias idoneus repertus fueris, aliquibus ^) tribus do- 
minicis seu aliis festivis diebus etiam extra tempora a jure statuta 
et ^) anni circulo minirae expectato rite proraoveri et sie promotus 
in ipsis ordinibus etiam in altaris ministerio ministrare libere et 
licite valeas, ipsique antistiti ut eosdem ordines tibi conferre possit 
auctoritate apostolica tenore presentium facultatem concedimus et 
indulgemus. non obstantibus preraissis ae constitutionibus et ordi- 
nationibus apostolicis caeterisque contrariis quibuscunque. Datum 
ßomae apud sanctum Marcum etc. die 7. maii 1583 anno 11. 
[_eige?ih.:^ Cae. Glorierius. 



") ad — ordines am Rande mit Verweisungszeichen. 

*") aliquibus — expectato am Rande mit Venveisungszeichen. 

") folgt durchstrichen temporis [.^] interstitiis minime servatis. 



MISZELLEN. 



DOCÜMENTI DELL'EPOCA SA'EVA 



DA 

C. A. GARÜFI. 



1. M n a s t e r d i S. Maria d i M e s s in a. 

Di questo moiiastero, conosciuto piuttosto col titolo " S. Ma- 
riae de Scalis de Messana " , oltre le poche notizie date dal Pirro 
e piü propriamente dal Mongitore nelle aggiiinte, si sapevano al- 
cuni documenti trascritti nel ms. Qq. H. 10 della Biblioteca co- 
munale di Palermo, nel quäle, non sempre di carattere dello Schiavo, 
sono indicati come fonti: 1) Tarchivio di S. Maria delle Scale di 
Messina; 2) volumen diplomatnm in Bibliotheca regia Panormi; 
3) tabulariiim mon. s. Gregorii magne urbis Messaue. 

S'ignorava perö dove si trovassero le pergamene originali, anzi 
si riteneva che fossero state disperse; ma nel settembre del 1903 
ebbi la grata sorpresa di rinvenirne parecchie in casa d'un colto 
ed intelligente raccoglitore, l'avY. Adolfo Frassinetti. giudice 
del Tribunale di Messina '). 

Tralascio per ora tutto ciö che si riferisce al tempo Normanno, 
di cui m'occuperö in segiüto, e aggiimgo alcune notizie a quelle 

') Prof. L. Schiaparelli in Florenz teilt mir mit, dass 6 Urkunden 
von S. Maria di Messina von dem bekannten Antiquar Leo Olschi in Flo- 
renz erworben und verkauft sind, darunter das Original von Manfred von 
1260 November BF. 4725 und das Original von Innocenz IV. von 1254 Mai 
30 Berger III 474 n. 7817, ferner zwei Diplome von Karl I. von 1279 Mai 29 
und 1280 Juli 15. Kehr. 



DOCÜMENTI DELL EPOCA gVEVA 197 

giä date pel tempo Svevo nelle 2* edizione della mia « Curia Stra- 
tigoziale di Messina nel tempo Normanno-Svevo " (piibbl. nel- 
l'Arch. stör. Messinese, anno V, fasc. 1 e 2), e nello studio sii 
« Giacomo da Lentino notaro » . 

In casa Frassinetti si conservano i segueuti diplomi Svevi : 

1. Costanza imperatrice, Palermo 1196 settembre, Originale, 

V. niim. 1. 

2. Federigo II, Messina 1220 maggio, Originale, BF. 627. 

3. Federigo II, Messina 1221 maggio, Transunto in im atto 

della Curia Stratigoziale di Messina del 1258 gennaio 9, 
V. niim. 2. 

4. Manfredi, Foggia 1260 novembre, Originale e Copia nota- 

rile del 27 luglio 1375, BF. 4725. 

5. Manfredi, Foggia 1260 novembre 7, Originale, v. num. 7. 

II. Badia di Cava dei Tirreni. 

Di questo monastero si conoscono quasi tutte le carte del 
tempo Svevo, di cui la maggior parte son contenute nella raccolta 
deirHuillard-Breholles e nella pubblicazione del Guillaume; tut- 
tavia a me parve che una ricerca sistematica nelle carte di giudi- 
cato avesse potuto dare buoni risultati. Difatti rinvenni : 

1. Federigo II, anteriore al maggio 1242, v. num. 5. 

2. Federigo II, Vittoria 1247 novembre 25, v. num. 6. 

A questi due mandati iraperiali ho creduto di aggiungere due 
mandati inediti di Enrico di Morra (num. 3 e 4) che sono 
anteriori a quelli pubblicati dal Winkelmann. 

I. 

L'imjieratrice Costansa confenna al monastero di S. Maria 
delle moiiiali di Messiaa il privilegio delpadre suo re Ruggiero 
e la donazione fatta da Rainaldo di Moac. 

Palermo 1196 Settembre. 

Originale nell'Arch. Frassinetti. Manca il suggello. 

f IN NOMINE DEI ETERNI ET SALVATORIS NOSTRI 
lESü CHRISTI AMEN. 1 Constantia diuina fauente clemencia Ro- 



198 C. A. GARUFI 

manorum imperatrix semper augusta et regina Sicilie. Decet reges 
et principes ea quam susceperunt a Domino plenitudine po testatis 
ecclesiis, monasteriis et locis iienerabilibus tam grate quam diligen- 
ter cura prouisionis adesse, ut imperialis [pru]dentie communite 
presidio tam in | se, quam in rebus et tenimentis earum quiete pre- 
sentium et securitate in posterum glorientur. Inde est quod Mabilia 
uenerabilis abbatissa monasterii monia lium sancte Marie de Mes- 
sana celsitudini nostre instantius supplicauit, ut priuilegium domini 
magnifici regis Rogerii patris nostri sancte et inclite recordationis | 
ipsi monasterio indultum, libertates quoque et obedieutias nichi- 
lominus et apothecas, quas Raynaldus de Moac olim habuit in 
Messana, eidem monasterio | a nostra serenitate concessas, nee non 
possessiones et omnia tenimenta eiusdem monasterii per priuilegium 
ipsi monasterio nostra serenitas confirmaret. Nos autem | diuine re- 
tributionis intuitu preces eins super boc benignius admittentes, 
priuilegium ipsum domini patris nostri et quicquid in eo conti- 
netur, libertates quoque et | obedientias nichilominus et apothecas, 
quas Raynaldus de Moac olim habuit in Messana, prefato mona- 
sterio a magnitudine nostra concessas, nee non possessiones | et 
omnia tenimenta memorati monasterii que iuste tenet ac possidet 
uel que in antea Domino auxiliante iusto titulo poterit adipisci, 
eidem monasterio con[firmamus et presentis scripti nostri pagina 
communimus. Ad huius autem confirmationis nostre memoriam et 
inuiolabile firmamentum iam dicto mona|sterio perpetuo ualitu- 
rum, presentem inde paginam per manus Gosfridi notarii et tidelis 
nostri scribi et nostro sigillo iussimus roborari. anno, mense et 
indic|tione subscriptis. 

Data Panormi anno dominice incarnationis millesimo cente- 
simo nonagesimo sexto, mense septembris quintedecime indi- 
ctionis. 



II. 



Federigo II conferma cd monastero di S. Maria delle mo- 
niali di Messina tutti i frivilegi irrecedenlemente concessi da 
Ruggiero II, Guglielmo I e II e dairimperatrice Costanza. 

Messina 1221 Maggio. 



DOCUME.NTl DHLL'ePOCA SVEVA 199 

Arch. Frassuietti : Transunto conteniUo in im atto della 
Curia Straiigoziale di Messina nel 1258 Gennaio 9. — Garufi, 
La Curia Strat. di Messina nel tempo Normanno-Svevo, Messina 
1004, p. 18 e seg. 

Fredericus Dei gratia Romanoriim Imperator semper augiistus 
et rex Sicilie. Diuine maiestatis intnitu, in cuiiis nomine uota 
nostra dirigimiis et omnem dispositionem nostram feliciter com- 
munimus, sacrosanctas ecclesias, monasteria et alia loca iienerabilia 
dignum duximiis reuerenter colere, rationes eanim defendere, iura 
seruare, et eariimdem paci et qiiieti misericorditer prouidere. Inde 
est quod uos attendentes laudabilem religionem nenerabilis abba- 
tisse et conuentus sancte Marie monialium Messane, pro salute 
nostre et remedio animarum diuorum aiigustorum parentiim nostro- 
rum memorie recolende eandem abbatissam ipsamqiie ecclesiam 
cum Omnibus locis suis de iure pertinentibus sub protectione nostra 
recepimus et tutela ; confirmantes ipsi [monasterio] in perpetuum 
homines, casalia, possessiones, tenimeuta, libertates, bonos usus et 
consuetudines approbatas et omnia quecumque tempore regis Ro- 
gerii et regis Guillelmi primi et secundi et aliorum predecessorum 
nostrorum felicis recordationis per eorum priuilegia, que inde hinc 
iuste et pacifice dignoscitur tenuisse, et que inantea iusto titulo 
poterint dante Domino adipisci, nisi smt de pheudis uel debitis 
curie seruiciis obligata. Statuentes ut quibuscumque bonis actenus 
ipsa et alie priores abbatisse ipsius abbatie rationabiliter use sunt, 
eadem bona tarn ipsa abbatissa quam alie que sibi in predicta 
abbatia succedent, de cetero possideant et utantur, et nullus sit 
qui contra hanc constitutionem nostram molestare presumat. Quod 
qui presumpserit, indignationem nostri culminis se nouerit incursu- 
rum, saluo mandato et ordinatione nostra. Ad huius itaque confir- 
mationis nostre memoriam et robur perpetue ualiturum presens 
Privilegium per manus Philipp! de Piacia notarii et fidelis nostri 
scribi et maiestatis nostre sigillo iussimus communiri. 

Anno dominice incarnationis millesimo ducentesimo uicesimo 
primo, mense madii none indictionis, imperii domini nostri Fre- 
derici Dei gratia magnitici Romanorum imperatoris semper au- 
gusti et regis Sycilie anno primo, regni uero Sycilie uicesimo 
tertio; feliciter amen. 



200 C- A- GARLFI 



III. 



Enrico de Morra, maestro giustuiere del Priiicipalo e Terra 
dl Lavoro, ordina al baiulo ed ai giudici di Salriano che 
dirimano una questione insorta fra ü monastero di Cava e gli 
uomini della stessa Satriano. Salerno 1223 Settembre 23. 

Arch. della Badia di Cava {Area XVI ff n. 113). 

Henricus de Morra magne imperialis curie magister iusticiarius 
baiulo et iudicibus Satriani salutem. Venerabilis abbas Cauensis 
monasterii in imperiali curia coram nobis graviter est conquestus 
quod quidam ex hominibus Satriani nequitia ducti, monasterium 
suura de quadam p[ossessione] ecclesie sue sancti Blasii de Salvi ') 
iuste spectante, in preiudicium et grauamen monasterii sui mo- 

lestant indebite et perturb[ant] [i]mperialis serenitas omnia 

iura ecclesiarum uelit penitus integra et inuiolata seruari : mau- 
damus uobis ex imperiali parte auctoritate qua fungimur firmiter 
iniungendo, quatinus super [hoc uelitis] inquirere diligencius ue- 
ritatem, et si uobis constiterit ita esse, molestatores Iscle mona- 
sterii supradicti de cetero taliter conquiescere compellatis, ut proinde 
iteratus clamor ad imperialem curiam non recurrat. 

Datum Salerni uicesimo tercio septembris indictionis duo- 
decime. 

IV. 

Earico de Morra, maestro giuüiziere, ordina al baiulo e 
ai giudici di Montoro onde definiscano una Ute sorta fra l Abate 
di Cava e alcuni uomini del terrüorio di Montoro. 

Foggia 1226 Decembre 4. 

Arch. della Badia di Cava {Area XL VIII n. 86). 

Henricus de Morra magne imperialis curie magister iusticia- 
rius baiulis et iudicibus Montorii amicis suis salutem et amorem 

1) 11 priorato di S. Biafjio di Salvi, detto anche di Satriano, nelVan- 
Vaniico Val Diano... Cf. Guillaume. op. cit. 70, App. LXXXI. 



DocuMENTi dell'epoca sveva 201 

sincerum, Venerabilis abbas Cauensis conquestus est in impe- 
riali curia coram nobis qiiod ordinati Sapactini iiice nostri et quidam 
aiii de Montorio molestant eiim coatra iusticiam super qnodam 
castaneto et aliis possessionibus, non promittendo ecclesiam tenere 
pacifice, siciit debet. Quare iiobis mandamus ex parte imperiali 
auctoritate qua fungimur firmiter iniungentes, quatenus, si est ita, 
predictos omnes instructione debita constringatis ") taliter cessare ab 
indebitis molestiis ipsius abbatis super castaneto et possessionibus 
supradictis, ut iterato propter hoc conqueri non cogatur. 
Datum Fogie III decembris V^ indictionis. 



V. 



Giacomo « extallerius » di Terra di Lavoro e Priacipato, se- 
guendo Cordine del Camerario Riccardo di Pulcaro, che gli 
aveva irasmesso un mandato deW imperatore, incarica Guglielmo 
di Turioae giudice di Nocera e Unfredo di Sarno, d'indagare 
ed accertare alcuni fatti circa la questione verteilte fra gli iio- 
mini di Giovanni Laura e iL monaslero di Cava. 

Capua 1242 Maggie. 

Ärc/i. della Badia dt Cava [Area LI n. 69). 

Prudentibus uiris iudice Guillelmo Turione de Nuceria et iu- 
dice Unfrido de Sarno amicis suis lacobus iudicis Leonis de Ca- 
pua imperialis extallerius Principatus et terre Beneuentane salu- 
tem et sincerum dilectionis affectum. Noueritis nos a nobili uiro 
domino Riccardo de Pulcaro ') recepisse litteras in hac forma : 

Nobili et prudenti uiro domino lacobo iudicis Leonis de Capua 
imperiali extallerio Principatus et terre Beneventane suo sicut fratri 
Riccardus de Pulcaro salutem et amorem sincerum. A domino 
nostro serenissimo imperatore nuper sacras recepimus litteras in 
hac forma: 

") constrinxatis. 

') Riccardo di Pulcaro opparisce « in officio S. Angeli de Marra de nouo 
statutus n cioe come Camerario di Terra di Lavoro e Principato nelVottobre 
del 1239. Cfr. Winkelmann, /, 648 e seg. B. F. 328l-o-''^7. 



202 C. A. «nARLFI 

Fredericus Dei gratia etc. Riccardo de Pulcaro et cetera. 
Ex querela uenerabilis abbatis et conventiis Cauensis monasterii 
nostronim fideliiim nostra serenitas intellexit, quod stallerii impe- 
rialis dominii nostri de Sarno a te constitiiti siipradicta occasione, 
quod inuente magistro lohanne de Lauro notario nostro ') qnibusdam 
hominibiis suis qui laborabant quasdam terras ipsius monasterii, 
iidem abbas et conuentus permiserunt ut eidem notario de terragiis 
responderent ad tempus ; conpellunt nunc ipsos laboratores ut de 
ipsis terragiis eisdem debitis respondeant in ipsorum abbatis et 
conuentus et predicti monasterii preiudicium et grauamen. Quo- 
circa fidelitati tue precipiendo mandamus quatenus de predictis di- 
ligenter inquiras, et si per eandem inquisitionem tibi constiterit de 
premissis, dictos extallerios et predictos laboratores ipsarum terra- 
rum non conpellant ad respondendum de terragiis supradictis, de- 
bita cohertione conpellas, ita quod iuxta sibi non supersit mate- 
ria conquerendi. 

Datum et cetera. 

Quare prudencie uestre ex imperiali parte mandamus quate- 
nus, considerata forma imperialis mandati superius exemplata °) ac 
diligenter conseruata, de predictis diligenter inquiratis, et, si per 
eadem inquisitionem uobis constiterit de premissis, dictos extalle- 
rios ut predictos laboratores ipsarum terrarum non conpellant, ad 
respondendum eis de terragiis supradictis cohercione qua conuenit 
conpellatis. 

Data etc. 

Verum quia predicta exequenda aliis imperialis seruiciis pre- 
pediti non possumus personaliter Interesse, confisi de prudencia 
uestra, de qua laudabilem testimonium perhibetur, hoc uobis du- 
ximus committendum ^) ex imperiali parte uos requirentes ex nostra 
rogantes, quatenus iuxta formam imperialis mandati super premissis 
per bonos et tideles uiros inquisitionem cum diligentia faciatis '^) 
et quicquid per eam inuentum fuerit, fideliter in scripta publica 

") excemplata. ^) commictendum. ") faceatis. 

') Giovanni di Lauro, di cui il Bresslau non fa alcuna menzione, fu 
notaro di Federico IL Cf. oltre H. B., Winkelmann, I, 194, 196 ecc. (Anche 
il diploma falso per S. Maria di Volle Giosafat, Winkelmann, I, 120, sa- 
rebbe statu scritto da Giovanni di Lauro). 



DOCUMENTI DELL'ePOCA 8VEVA 203 

redigentes, instrumentum quod exinde confeceritis, ad noy mittatis, 
uestris subscriptionibus roboratiim. 

Datum Capiie quintodecimo madii quintedecime indictionis '). 



VI. 



Federico II or (Lina al giudice Giacomo de Sanetis di Cajma, 
Camerario del Priacipato e Terra di Lavoro, d' inquirere su 
alcuni beai che erano stati lasciati yer teUamento al monastero 
di Cava. Vittoria 1247 Novembre 25 -). 

Arch. della Badia di Cava {Area LII n. 65). 

Fredericus Dei gratia etc. Magistro camerario Principatus et ce- 
tera ^). Leonardiis uenerabilis abbas et conuentus monasterii Caiien- 
sis fideles nostri siia nobis petitione monstrarimt quod, cum quon- 
dam archipresbiter castri loe. quod sunt Gisulfi de Mannia *) pro- 
ditoris nostri bona sua omnia eidem mouasterio in ultima uoluntate 
dimiserit, iudex Aldemarus de Trano predecessor tuus in officio 
bona iamdicta qua sie fuerunt dimissa monasterio antedicto, pretextu 
quod iudex Guillelmus fuerat tilius predicti archipresbiteri et bona 
ipsa temierat pro parte curie nostre, cepit in eorumdem abbatis 
et conuentus ac predicti monasterii preiudicium et grauamen. Sed 



') II doG. 13 luglio 1241 {Arch. di Cava, Area LI, 70) porta un'altra 
lettera scritta da Giacomo " -procurator imperialis demanii et reuocati Prin- 
cipatus et terre Beneuentane " e diretta ä Giovanni " de Saraphina de Nu- 
ceria extallerio pheudi sancti Marciani », nella quäle si stabilisce che il 
monastero di Cava ha diritto ai uterragia» che maestro Giovanni Lauro 
notaro deW imperatore godette sulle terre che il detto monastaro aveva in 
Sarno. 

^) Pel mese di Nov. 1247 le notizie di privilegi di Federico sono 
molto scarse, se ne conoscono soltanto due BF. 3551 e 3552. 

=) Come si desume dalla lettera data da Eboli del 27 giugno 1248, 
donde ho tratto il mandato di Federico II, il Camerario era il giudice 
ii Jacobus de Sanetis de Capua ". 

*) Gisulfus de Mannia, secondo Riccardo di S. Germano, fu nominato 
giustiziere di Terra di Lavoro nel febhraio del 1242. Con tal carica spunta 
pure nel seit. 1232 in IVinkelmann I, 684, e nel 1246 in H.-B. VI, 458. 
Si cf. per le terre BF. 3561. 



204 C. A. GARUFI 

quia sibi supplicauerunt per nostram excellentiam prouideri, fide- 
litati tue precipiendo inandamiis qiiateniis, si tibi constiterit de 
premissis, predicta bona monasterio restituas antedicto, ut proiude 
non oporteat nos tibi scribere iterata 

Datum apud Victoriam in obsidione Parme uicesimo quinto 
nouembris sexte indictionis. 



YII. 



Manfredi ordina che si rispettassero i diritti e le prero- 
gative dt cui ü monastero di S. Maria delle moniali di Messina 
godeva per precedenti concessioni. Foggia 1260 Novembre 7. 

Originale nell'Arch. Frassinetii. 

Manfredus Dei gratia rex Siciliae magistris iusticiariis, iuüti- 
ciariis, magistris camerariis. camerariis, baronibus, | stratigotis, 
baiulis, iudicibus, collectoribus et uniuer&is fidelibus suis presentes 
litteras inspecturis | gratiam suam et bonam uoluntatem. Ex 
querela Beatricis uenerabilis abbatisse et coniientus monasterii | 
sancte Marie monialium de Messana fidel ium nostrorum nuper 
nostra «erenitas intellexit, quod uos eas, obediencias, | clericos et 
homines suos collectis et exactionibus, angariis et perangariis, exer- 
citibus et procurationibus trahendo | eos in cinilibus et secula[ri- 

bus iudic]ium seculare, nee non et aliis [ 3 oftenditis 

et grauatis. | Quod tanto nostre displicet pietati, quanto dictam 
abbatissam, coniientum monialium, clericos et | homines suos in 
libertatibus et rationibus suis uolumus conseruari. Verum quia 
eins intuitu, per quem | feliciter uiuimus et regnamus, tam uene- 
rabilem abbatissam, conuentum et homines monasterii supradicti, | 
tam iustis possessionibus et bonis suis manutenere uolumus et fouere 
nee pati possumus aut debemus | quod a nobis uel officialibus aut 
aliis fidelibus nostris debeant molestari, quos tenemur in propriis 
liberta|tibus et honoribus ex commisso nobis regimine confouere, 
fidelitati uestre sub pena gratie nostre districte precijpimus, qua- 
tinus dictam uenerabilem abbatissam et conuentum cum homi- 
nibus, iustis possessionibus et | bonis suis in nullo indebite ag- 
grauantes omnes libertates et immunitates, quas tempore regis | 



DOCUMENTI dell'epoca sveva 205 

Guillelmi secundi predecessoris nostri et temporibiis etiain quon- 
dam domini imperatoris karissimi patris nostri felicis | memorie 
et usque ad hec felicia tempora habere consueuerunt, eis integre 
conseruetis et in omnibus iusticiis | et rationibus suis sie manii- 
teneatis easdem, quod in nullo de cetero se sentiant aggrauatas, 
et nos deuocionem | uestram exinde commendemus. Nos enim tanto 
in Omnibus protegere uolumus et dictum monasterium sancte | Ma- 
rie in suis rationibus specialibus confouere, quanto nos diuina 
clemencia pre aliis orbis principibus exalta|uit. 

Datum Fogie septirao nouembris quarte indictionis. 



DREI URKUNDEN ZUR GESCHICHTE DER HEIRAT 

DES HERZOGS OTTO VON BRAUNSCHWEIG 

UND DER KÖNIGIN JOHANNA I. VON NEAPEL. 

VON H. V. Sauerland. 



Königin Johanna I. von Sizilien ist wahrscheinlich im Jahre 
1326, spätestens im nächstfolgenden Jahre geboren als die ältere 
Tochter des Herzogs Karl von Calabrien, des einzigen Sohnes des 
Königs Robert IL von Sizilien. Da aber Karl schon im Jahre 1328 
und 14 Jahre vor seinem Vater gestorben war, wurde Johanna durch 
letztwillige Verfügung ihres Grossvaters und im Gegensatze zu der 
von Clemens IV. für Karl von Anjou und dessen Nachkommen im 
Jahre 1265 erlassenen Belehnungsurkunde \) die Erbin des König- 
reichs Sizilien. Vermählt mit dem Prinzen Andreas von Calabrien, 
dem jüngeren Bruder des Königs Ludwig von Ungarn, wurde sie nach 
dem Tode ihres Gross vaters (19. Januar 1343) Königin und am 
19. November 1344 für mündig erklärt. Johanna, eine prunksüchtige, 
verschwenderische und der Sinnlichkeit arg ergebene Frau ver- 
mählte sich nach der Ermordung ihres ersten Gemahls (18. Sept. 
1345) noch dreimal. 

Nachdem ihr dritter Gemahl Jakob von Aragonien in seiner 
Heimat im Kampfe gefallen war, erkor sie sich und zwar wenig- 
stens zum Teil mit Rücksicht auf die Wirren und Unruhen inner- 
halb ihres Königreichs -) zum neuen Gemahl einen tapferen und 
kriegserfahrenen deutschen Söldnerhauptmann aus ebenbürtigem 
fürstlichen Geschlechte, den Herzog Otto von Braunschweig, einen 
jüngeren Sohn des Herzogs Heinrich IL von Braunschweig-Gru- 
benhagen. 



') Vgl. Rayiialdi Annal. eccl. a. 1265 §§14-16. 

2) Vgl. insbesondere Ughelli Italia sacra, ed. 2, t. VIII, 195. 



DRKl URKUNDEN ZUR GESCHICHTE DER HEIRAT ETC. 207 

Otto erscheint während der ersten Jahre des Pontifikats Gre- 
gors XI. (1371-1378) in den Registern des vatikanischen Archivs 
vielfach als Söldnerhaiiptmann im päpstlichen Dienste während 
des Krieges gegen Galeazzo und Bernabö Visconti. Da sein Vater 
bereits im Jahre 1323 gestorben war, miiss Otto zur Zeit seiner 
Vermählung mit Johanna (28. Dezember 1375) etwa 55-60 Jahre 
gezählt haben, also nur wenige Jahre älter gewesen sein als seine 
Gemahlin. Er wird von seinem Landsmanne Dietrich von Nieheim 
sehr günstig beurteilt, ja von ihm sogar als « ille pater principum ^) 
et norma nobilium " -), als « prudentissimus ac strenuus nimis in 
factis armorum a pueritia in talibus potissime in partibus Lom- 
bardie ac Pedemontii enutritus " 3) und daneben auch als « aliqua- 
nter litteratus " "*) gepriesen. Mag dieses Urteil auch durch Die- 
trichs Vorliebe für seinen Landsmann stark beeinflusst sein, sicher 
ist, dass Otto auch von dem Verfasser der ersten Vita Gregorii XI 
als « valde generosus, statura pulcher et admodum strenuus in 
armis « bezeichnet wird ^). Und selbst der Franzose Gregor XI. 
erkennt in Otto einen « vir strenuus, circumspectione providus et 
ma^nanimitate sublimis ". der als Gemahl Johannas im Stande 
sein werde das Königreich vorsichtig zu regieren und mannhaft 
zu verteidigen ''). 

Die ersten Anregungen zu dieser Heirat sind wohl sicher von 
Neapel ausgegangen und dort in den Hofkreisen der Königin zu 
vermuten, in denen man immer mehr einsehen musste, dass die 
leidenschaftliche Frau ausser Stande sei das Staatsschiff in fried- 
liche Bahnen zu lenken und dass es hierzu eines mutigen und 
erfahreneu Mannes bedürfe. Leicht begreift es sich, dass die von 
Neapel ausgegangenen Anfragen wegen der geplanten Heirat bei 
Otto in Asti, wo dieser mit seinen Neffen und Mündeln wohnte, 

■) Otto war Vormund seiner Neffen, der Söline des im Jahre 1372 
gestorbenen Markgrafen Joliann I. von Montferrat. Tgl. B. de S. Georgio 
Historia Montisferrati in Muratori Scr. Eer. Ital. XXIII, 566. 

') Th. de Nyem De scismate I, 6. 

') L. cit. I, 24. 

*) L. cit. I, 8. 

^) Baluze Vitae papar. Avin. I, 433; Muratori Scr. Rer. Ital. III 
pars II, 649. 

") Vgl. Urk. nr. 1. 



208 H. V. SAUERLAND 

ein geneigtes Ohr fanden. Im Sommer oder spätestens im Herbste 
des Jahres 1375 ist eine Einigung beiderseits erzielt worden. 
Johanna wandte sich nach Avignon an Papst Gregor XI. mit 
der Bitte um die in der obengenannten Belehnungsurkunde vom 
Jahre 1265 vorgeschriebene päpstliche Einwilligung zu der ge- 
planten Vermählung. Nach reiflicher Erwägung gab der Papst diese 
am 1. Dezember'). Darauf unterzeic':nete Otto am 18. Dezember 
in Asti die ihm von Johannas Bevollmächtigten vorgelegten Bedin- 
gungen zur Eingehung der Ehe '-). Mit dieser Urkunde begaben 
sich die Bevollmächtigten beider nach Avignon zur päpstlichen 
Kurie. Hier wurde dann am 28. Dezember in Gegenwart des Papstes 
und mehrerer Kardinäle sowie anderer Geladener die Ehe der bei- 
den Abwesenden durch Bevollmächtigte feierlich geschlossen und 
darüber eine notarielle Urkunde aufgenommen. Ihr wurde auch 
der Wortlaut der eben erwähnten Ehebedingungen einverleibt ^). 
Sie erhielten am 2. Januar die Bestätigung des Papstes *). 

Johanna entsandte darauf baldigst von Neapel eine Flottille von 
2 (oder 4) Galeeren und auf diesen den Erzbischof von Bari samt 
einer Zahl neapolitanischer Magnaten, um den neuen Gemahl feier- 
lich abzuholen. Von diesen begleitet langte Otto am 25. März 1376 
im Hafen von Neapel an und hielt sodann seinen feierlichen Einzug 
ins Castello Nuovo, die angiovinische Königsburg. Hier wurde in 
der folgenden Nacht die Ehe vollzogen ^). 

Urkunden. 

• J. 1375 Dezember 1. Avignon. 

[Gregorius XI. etc.] Carissime in Christo filie lohanne regine 
Sicilie illustri salutem etc. Personam tuam inclitam ac regnum Si- 
cilie. quod a nobis et Romaua ecclesia tenes in feudum. paternis 
atfectibus prosequentes, tuis et ipsius regni honoribus et commodita- 

') Urk. nr. 1. 
= ) Urk. nr. 2. 
=•) Urk. nr. 2. 
") Urk. nr. 3. 

■'■) Giornali Xapolitani (del Duca di Monteleone) bei Muratori Scr. 
Eer. Ital. XXI, 1038 ; De Blasiis Chronicon Sicnlum p. 28. 



DRF.I URKUNDEN ZUR GESCHICHTE DER HEIRAT ETC. 209 

tibus promovendis, quantum cum Deo possiimus, libenter ictendimus 
et illa apostolica benignitate concedimiis, per que honori tuo et sa- 
lubri regni predicti regimini consulatur. Sane cum in concessione 
dicti regni olim per prefatam ecclesiam inclite memorie Carolo 
primo regi Sicilie attavo tuo facta inter alia specialiter continea- 
tur, quod, si forte deficientibus masculis contigerit feminam in- 
nuptam in ipso regno succedere. illa maritabitur persone, que ad 
ipsius regni regimen et defensionem existat ydonea, Romani tamen 
pontificis super hoc consilio requisito, nee nubet nisi viro catho- 
lico et ecclesie predicte devoto; et si contra hec fieret, licebit 
eidem Romano pontitici contra ipsam ad privationem predicti regni 
sine fignra iudicii et absque omni iuris solennitate, in quacunque 
etate filia ipsa consistet, procedere, si hoc ei videbitur expedire '), 
pro parte tua fuit nobis reverenter expositum, quod tibi, que in- 
commodis viduitatis afficeris, pro honore tuo dictique regni felici 
regimine ac tutela per consiliarios tuos expediens reputatur, quod 
alicui viro strenuo, qui generis nobilitate preditus, circumspectione 
providus et magnanimitate sublimis iddem regnum sciat pronde 
regere ac viriliter possit defendere, matrimonialiter copuleris, 
quodque tu ac iidem consiliarii dilectum filium nostrum nobilem 
virum Ottonem ducem Brusvicensem ydoneum et utilem ad liuius- 
modi contrahendum matrimonium extimatis, et propterea provide 
super hoc nostrum consilium requisisti, Nos igitur reputacioni et 
extimacioni huiusmodi post multam deliberationem super hoc pre- 
habitara non immerito concurrentes, prefatumque ducem virum catho- 
licum et devotum predicte ecclesie reputantes, super eodem per te 
et ipsum ducem contrahendo matrimonio nostrum prebemus con- 
silium et assensum. Datum Avinione kl. decembris anno quinto. 

Reg. Avin. 197 fol. 270. Taxe = L. Am Rande links: A; ferner: 
de ca(mera) Dilseurj"). 

2. 1385 Dezember 28. Avignoii. 

In nomine Domini. Amen. Anno nativitatis eiusdem millesimo 
trecentesimo septuagesimo sexto, mensis decembris die vicesima 



>) Cf. Raynaldi, Annal. eccl. a. 1265 § 16. 

') Der Sekretär Le Diseur. Vgl. Toraaseth in MIOG XIX S. 441, 

14 



210 H. V. SAUERLAND 

octava, indictione quartadecima, pontificatus sanctissimi in Christo 
patris et domini nostri domini Gregorii divina Providentia pape 
imdecimi anno quinto. üniversis presens instrumentum publicum 
inspectiiris pateat evidenter, qiiod dudum de contrahendo raatri- 
monio inter illustrem dominum Ottonem ducem Brusvicensem et 
serenissimam principissam dominam lohannam Dei gracia regi- 
nam Jerusalem et Sicilie, ducatus Apulie, principatus Capue, Pro- 
vincie et Forcalquerii ac Pedimontis comitissam certis tractatibus 
habitis hinc et inde tandem divina fauente ") clemencia de huius- 
modi inter eos matrimonio contrahendo per ipsos concordato hiis 
pactis et condicionibiis inter eosdem intervenientibus et initis, que 
talia sunt: 

Primo quod illustris dominus Otto dux predictus non debeat 
intitulare se aliquo modo titulo domine regine predicte nee debeat 
nee possit petere eoronationem et inunctionem ac ligium homa- 
gium a comitibus baronibus et regnicolis aliis cuiuscunque con- 
ditionis status et gradus, sive tanquam rex Sicilie sive tanquam 
vir domine regine ipsius. nee de administratione dicti regni et 
Gomitatuum Provincie et Forcalquerii et Pedimontium se quo- 
modolibet intromifctet, sed penes ipsam dominam reginam insoli- 
dum debeant remanere. 

Seeundo quod iion oceupabit seu invadet aut occupari seu iu- 
vadi faciet per se vel concurrentes cum voluntate sua cuiuscun- 
que nationis terras seu fortalicia dicti regni seu comitatuum pre- 
dictorum sub quocunque colore causa vel pretextu, quinymo ad 
ipsius regni et comitatuum defeneionem manutentionem et preserva- 
tionem, quandocunque et quocienscunque expediens seu necessarium 
fuerit, suis personalibus non parcendo laboribus et euieunque vi- 
venti persona nullatenus deferendo vacabit et cum votis ipsius do- 
mine regine se in omnibus eonformabit. 

Tercio quodsi contingeret dominam predecedere, superstitibus 
filiis ex utroque, et ipso duce superstite filios ipsos sive infra le- 
gitimam etatem sive post quandocunque predecedere, sibi nullum 
ius vendicet vel acquirat in successione regni et hereditate ma- 
terna ipsorum filiorum, sed devolvatur successio ad illos de genere 
dicte domine ^) ad quos deferri contingeret secundum tenorem con- 

") Faciente Reg. *) Folgt durchstrichen regine. 



DREI URKUNDEN ZUR GESCHICHTE DER HEIRAT ETC. 211 

ventionum regni, legibus seu iuribus quibuscimque in contrariiim 
loquentibus nullateniis obstitutis. 

Quarto quod idem dominus dux semper concurrat et teneatur 
concurrere cum ipsa domina regina in reverentia et obedientia 
sancte matris ecclesie et apostolice sedis et quibuscunque aliud 
directe vel indirecte suadentibus non acquiescat ac pure et sim- 
pliciter assistet et favebit toto posse circa satisfactionem census 
impendendam eidem ecclesie seu apostolice sedi pro regno Sicilie 
annis singulis et circa ipsam ecclesiam perpetuo contentandam, 
prout domina ipsa tenetur. 

Quinto quod premissis sie procedentibus, si forte coutingat 
iu posteriim super illis difficultatem aliquam exoriri vel forsitan 
hesitari, ipse difficultas et hesitatio declarande remaneant in iu- 
dicio domini summi pontificis, qui pro tempore fuerit, et ad eum 
spectet declaratio eorundem '*) interpretando, sicut censure sue 
consulte et [de]liberate visum erit, cuius iudicio et interpretationi 
sine replicatione alia stetur et stari debeat et pars utraque repu- 
tare exinde se contentat ^). 

lidem illustris dominus Otto dux et serenissima principissa 
domina lohanna regina ad laudem et gloriam omnipotentis Dei et 
reverentiam sancte matris ecclesie ad huiusmodi matriraonii perfec- 
tionem procedere volentes nee presencialiter illud proficere "') valen- 
tes, obsistentibus causis et negotiis quampluribus arduis, ad premissa 
et infrascripta omnia et singula faciendum solenniter specialiter 
et expresse, videlicet illustris dominus Otto dux predictus reveren- 
dissimum in Christo patrem et dominum dominum Petrum Dei gratia 
sancti Eustachii diaconum cardinalem et virum magniticum dominum 
Guillermum de Bellolbrti vicecomitem Turenne nee non venerabilem 
virum dominum Franciscum Merzarium de Montenico, decretorum 
bachalarium, canonicum Astensem, consiliarium eins et quemlibet 
eorum in solidum, ut constat per publicum instrumentum scriptum 
manu mei lacobini de Capella de Liburno, diocesis Vercellensis, 
infrascripti secretarii dicti domini ducis, sub anno Domini millesimo 
trecentesimo septuagesimo quinto, indictione terciadecima, die decima 
octava presentis mensis decembris, in civitate Astensi in palatio 
illustris domini marchionis Montisferrati nepotis sui et suo, et 

") Corr. ex carundem. *J Contentam Reg. '^) Corr. ex perficere. 



212 H. V. SAUERLAND 

prefata serenissima principissa domina lohanna lerusalem et Si- 
cilie illustris regina reverendum in Christo patrem dominum Ni- 
colaum archiepiscopum Barensem ac magnificum et nobilem viros 
dominos Nicolaum Spinellum de luvenacio regui Sicilie cancella- 
rium, senescalliim Proviuc-ie ac Ludoviciim de Constancio de Neapoli 
militem, locumtenentem vii-i maguifici magui camerarii dicti regni, 
arabaxiatores in Romana curia uec non et magistrum Angelum de 
Furno de Ravello, secretarium dicte domine regine, seu ipsum ma- 
gistrum Angelum in solidum aut cum uno duobus vel tribus ex 
eis, prout constat per publicum instrumentum scriptum manu Lan- 
dulfi de Cayacia publici apostolica et imperiali auctoritate notarii 
sub anno Domini millesimo trecentesimo septuagesimo quinto, in- 
dictione quartadecima, mense novembris, die decima eiusdem, in 
Castro Ovi Neapolitane diocesis, suos veros certos et legitimes con- 
stituerunt procuratores cum plena libera et omnimoda potestate. 
Unde supradictus dominus Franciscus Merzarius procurator ante- 
dicti illustris domini Ottonis ducis Brusvicensis ut huiusmodi ma- 
trimonium debitum et gratum Deo sorciatur effectum, procuratorio 
nomine antedicto suprascripta omnia et singula pacta et conven- 
tioues ei intelligibiliter et publice de verbo ad verbum in pre- 
sentia eiusdem domini nostri pape coram testibus infrascriptis, 
prout etiam in mandato ipsorum continetur, ad requisitionem su- 
pradicti magistri Angeli de Furno procuratoris domine regiue pre- 
dicte pro ipsa et eius nomine stipulantis et recipientis, prout 
scripta sunt superius et lecta approbavit ratificavit, rata et grata 
habuit eaque attendere et observare perpetuo et inviolabiliter dicto 
nomine et contra ipsa non facere vel venire, seu quod idem do- 
minus dui attendet et observabit perpetuo et inviolabiliter et contra 
ea non faciet vel veniet per se vel alium, de iure vel de facto, 
publice vel occulte, directe vel indirecte, quovismodo causa vel 
ingenio aut quesito colore nee unquam ullo tempore vite sue ve- 
niendi dicendi aut faciendi licentiam petet seu utetur petita vel 
obtenta, solenniter promisit et convenit ac dicto procuratorio no- 
mine prestitit ad sancta Dei evangelia corporaliter tacto libro in 
dicti domini ducis animam iuramentum, obligans dicto procura- 
torio nomine eidem magistro Angelo procuratori dicte domine re- 
gine stipulanti, ut supra pro hiis omnibus et singulis perpetuo et 
inviolabiliter observandis et attendendis omnia et singula bona 



DRKI URKUNDEN ZUR GESCHICHTE DER HEIRAT ETC. 213 

mobilia et immobilia dicti domini ducis presentia et fiitiira, que 
ipse procurator dicti domini ducis ipsius domine regine nomine 
precario se constituit possidere. 

Post hec aiitem iidem predictarum partium procuratores vo- 
lentes, que eis per prefatos illustrem dominum ducem et serenis- 
simam dominam reginam committuntur et mandantur, et specia- 
liter huiusmodi matrimonium, quantum in eis est, procuratoriis 
nominibus antedictis perficere et contrahere per verba utriusque 
consensum eiprimentia legitime de presenti inter prefatum illustrem 
dominum Ottonem ducem Brusvicensem ex parte una et prelibatam 
serenissimam principissam dominam lohannam lerusalem et Sicilie 
reginam ex parte altera, ad hec devenerunt, videlicet quod iam 
dictus dominus Franciscus Merzarius premissi illustris domini Ot- 
tonis ducis Brusvicensis procurator interrogatus per nos notarios 
infrascriptos stipulantes et recipientes nomine et vice domine re- 
gine eiusdem, si volebat procuratorio nomine ipsius domini ducis 
in premissam serenissimam dominam lohannam Dei gracia reginam 
lerusalem et Sicilie, ducatus Apulie et principatus Capue, Pro- 
vincie et Porcalquerii ac Pedimontis comitissam, tanquam in uxo- 
rem veram et legitimam ipsius domini Ottonis ducis Brusvicensis 
secundum legem et consuetudinem sancte matris ecclesie consentire 
et consentiebat, respondit quod sie dicens et ore proprio expri- 
mens : Ego Franciscus Merzarius de Montenico, decretorum bacha- 
larius, canonicus Astensis, procurator et procuratorio nomine illu- 
stris domini Ottonis ducis Brusvicensis consentio in serenissimam 
principissam dominam lohannam reginam lerusalem et Sicilie, 
ducatus Apulie et principatus Capue, Provincie et Forcalquerii ac 
Pedimontis comitissam, tanquam in veram et legitimam uxorem 
prefati illustris domini Ottonis ducis Brusvicensis ipsamque exnunc 
procuratorio nomine dicti domini ducis in eins uxorem volo et 
accipio. Prelibatus quoque magister Angelus de Furno procurator 
eiusdem serenissime principisse domine lohanne lerusalem et Si- 
cilie illustris regine interrogatus etiam per nos notarios sepedictos 
stipulantes et recipientes nomine et vice prefati domini Ottonis 
ducis Brusvicensis, si ipse magister Angelus tanquam procurator 
et procuratorio nomine dicte domine regine volebat in prefatum 
illustrem dominum Ottonem ducem Brusvicensem consentire et 
consentiebat tanquam in verum et legitimum virum maritum et 



214 H. V. SAHERLAND 

sponsum domine regine prefate secundum legem et consueUidinem 
sancte matris ecclesie, respondit quod sie dicens et exprimens ore 
proprio: Ego Angelus de Fiirno de Ravello, reginalis secretarius 
procurator et procuratorio nomine serenissime principisse domine 
lohanne Dei gracia regine lernsalem et Sicilie, ducatus Apulie et 
principatus Capue, Provincie et Forcalquerii ac Pedimontis comi- 
tisse, consentio in illustrem dominum Ottouem ducem Brusvicen- 
sem tanquara in verum et legitimum virum maritum et sponsum 
prefate serenissime principisse domine lohanne regine et exnunc 
ipsum illustrem dominum Ottonem ducem Brusvicensem in verum 
et legitimum virum sponsum et maritum eiusdem serenissime prin- 
cipisse doraine lohanne regine procuratorio nomine antedicto volo 
et accipio. 

Hiis siquidem peractis iidem dominus Franciscus Merzarius 
domini ducis et prefatus magister Aiigelus domine regine predi- 
ctorum procuratores procuratoriis nominibus eorum sibi invicem, 
scilicet unus alteri et alter alteri, promiserunt et convenerunt so- 
ienni stipulatione habita inter eos et ad cauthelam omnium pre- 
dictorum iuraverunt ad sancta Dei evangelia corporaliter tacto libro, 
quod iidem domini eorum predictum matrimonium et omnia et 
singula circa illud acta et facta per eos, prout superius recitatur, 
grata rata et firma habebunt et perpetuo ac inviolabiliter obser- 
vabunt et contra ea non facient vel venient quoquo modo siib 
obligatione et ypotheca omnium bonorum ipsorum dominorum et 
cuiuslibet eorum presentium et futurorum. 

De quibus omnibus et singulis prefati dominus Franciscus 
et magister Angelus procuratores rogaverunt nos notarios infra- 
scriptos et nostrum quemlibet, ut eis unum et plura semel et 
pluries ac quotiens opus erit, conficiamus publica instrumenta, 
dantes et concedentes nobis licentiam et potestatem dictum instru- 
mentum sive instrumenta eiusdem tenoris ponendi et scribendi 
cum omnibus clausulis et cautelis oportunis ad sensum et dictamen 
iuris cuiuscunque periti, veritatis in aliquo substantia non mutata. 

Acta fuerunt hec Avinione in papali palacio, in camera secreta 
prefati domini nostri pape, anno mense die indictione et pontifi- 
catu suprascriptis, in ipsius domini nostri pape presentia, presentibus 
reverendissimis in Christo patribus et dominis dominis Anglico Al- 
banensi et Petro Portuensi et sancte Ruüne episcopis nee non Hugone 



DREI URKUNDEN ZUR GESCHICHTE DER HEIRAT ETC. 215 

sancte Marie in porticii, lacobo sancti Georgii ad v^elum aureum et 
Petro sancti Eustachii diaconis sancte Romane ecclesie cardinalibus 
et nonniillis aliis testibus ad hec omnia vocatis specialiter et rogatis. 

Et ego Nicolaus Lediseur presbiter Laudunensis diocesis, pii- 
blicus apostolica auctoritate notarius predictorum pactorum et con- 
ventionum approbationi et ratificationi, matrimonii predicti con- 
tractui seu celebrationi, promissionibus iuramentis renuntiationibus 
et obligationibus omnibusque aliis et singulis suprascriptis, dum, 
ut pvemittitur, agerentur et fierent anno mense die indictione pon- 
tificatu et loco predictis, iina cum prenominatis testibus et infra- 
scripto notario presens fui eaque sie fieri vidi et audivi et huic ") 
instrumento publico exinde confecto et in hanc formam redacto 
atque mea propria manu scripto me subscribens Signum meum 
solitum apposui, per procuratores antedictos requisitus iu testi- 
monium veritatis. 

Et ego lacobinus de Capeila de Liburno Vercellensis diocesis, 
publicus imperiali auctoritate notarius et secretarius prefati do- 
mini ducis suprascriptis omnibus et singulis, prout superius scripta 
sunt et acta, una cum prenominato domino Nicoiao vocatis et testibus 
prelibatis anno mense die pontificatu et loco predictis interfui meque 
rogatus et requisitus per eosdem procuratores subscripsi et meo 
solito signo signavi in testimonium premissorum. 

Insertum in n. 3. 

3. 1376 Januar 2 Avignon. 

[Gregorius XI etc.] Ad perpetuam rei memoriam. Ea que ad 
obviandum futuris dissentionibus et scandalis et ad nutriendum 
coniugalem dilectionem presertim personarum sublimium sunt pro- 
vide ordinata, decet apostolici favoris patrocinio communiri. Sane 
peticio pro parte carissime in Christo filie nostre Johanne regine 
Sicilie illustris nobis exhibita continebat, quod olim, dum de con- 
trahendo inter dilectum filium nostrum nobilem virum Ottonera 
ducem Brusvicensem et ipsam reginara matrimonio tractaretur, 
certas conventiones seu pacta per dictum ducem servanda invicem 
habuerunt, quas postmodum dilectus filius noster Franciscus Mer- 

") hunc Reg. 



216 H. V. SALEKLAND 

zarius de Montenico, decretorum bachallarius, canonicus Astensis, 
pi'ociirator procuratorio nomine dicti ducis ad promittendum, quod 
idem dux conventiones et pacta huiiismodi inviolabiliter observabit, 
et ad contrahendiim dictum matrimonium specialiter constitiitus 
tempore contractiis ipsiiis matrimonii per eum et dilectiim filium 
nostrum Angelum de Furno de Ravello, ipsins regine secretarium, 
prociiratorem procuratorio nomine dicte regine ad hoc specialiter 
constitutum contracti solenniter promisit ac in animam dicti ducis, 
prout hec ab eo in mandatis habebat, corporaliter tacto libro 
iuravit, quod dux prefatus easdem conventiones et pacta inviola- 
biliter attenderet et servaret, prout in Instrumente exinde et de 
contractu dicti matrimonii confecto plenius continetur. Quare pre- 
fata regina nobis humiliter supplicavit, ut conventiones et pacta 
huiusmodi contenta in instrumento predicto, cuius tenorem pre- 
sentibus inseri fecimus, pro ipsarum conventionum et pactorum 
observantia firraiori ac pro bono et quieto statu regni sui Sicilie. 
quod a nobis et Romana ecclesia tenet in feudum, ex certa scientia 
confirmare auctoritate apostolica dignaremur. Nos igitur visis et 
diligenter exarainatis conventionibus et pactis eisdem supplicationi 
dicte reginc benignum impertientes assensum, easdem conventiones 
et pacta rata et grata habentes, eas ex certa scientia confirmamus 
et presentis scripti patrocinio communimiis, volentes et decernentes 
illas habere roboris perpetuam tirmitatem. Tenor autem dicti in- 
strumenti talis est: In nomine Domini. Amen... {Sequitur instru- 
metitum i^raecedeas sub nr. 2)... Nulli ergo etc. nostre confirma- 
tionis communitionis voluntatis et decreti infringere etc. Datum 
Avinione 4 nonas ianuarii anno quinto. 

Reg. Avin. 19 7 f. 268-270. Taxe = CL. Am Rande Vermerke ivie 
Nr. 1. 



2^n 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTE RTÜMS 
IN ITALIEN. 

VON HANS NIESE. 



Italien ein Tummelplatz der überschüssigen Kräfte des krie- 
gerischen Deutschland. Die Politik der Kaiser des Mittelal- 
ters hat man oft unter diesem Gesichtspunkt betrachtet. Die 
Wiederaufrichtung der Reichs Verwaltung brachte deutsche Pro- 
vinzialverwalter, Potestaten und Kastellane; in den hervorra- 
genden Festungen wurden deutsche Besatzungen bevorzugt i). 
Bis zu dem Augenbück, in dem Friedrich II. die deutschen 
Beamten durch Apulier zu ersetzen begann-), hat es fast 
den Anschein einer sich für dauerndes Bleiben einrichtenden 
Krieger- und Beamtenkaste. Die Heere bestanden auch nach- 
her in ihrem ausschlaggebenden Kern aus Deutschen ; hier 
wurden sie auch weiterhin bevorzugt. Was in dieser Zeit, als 
die Ordnungen des Reiches sich aufzulösen begannen, die Ver- 
pflichtung der Ministerialen und der Reichslehensträger für die 
italienischen Kriege noch lieferte, konnte unmöglich ausreichen; 
so sind die Heere Friedrichs IL in der späteren Zeit und die 
seiner Söhne überwiegend aus Söldnern zusammengesetzt. 
Da der schwergewafEnete Reiter die ausschlaggebende Waffen- 
gattung war, so konnte ein erheblicher Bruchteil des niederen 
süddeutschen Adels, der, ohne ausreichenden Besitz, auf den 
Gewinn des Schwertes angewiesen war, jenseits der Alpen sich 
ausbreiten. 



') Ficker, Forschungen z. Reichs- und Rechtsgeschichte Italiens, II, 
p 545. 

") Seit 1238. 

15 



218 HANS XIKSE 

Dies Alles sind bekannte Dinge, und es könnte müssig scheinen , 
nochmals auf sie zurückzukommen. Doch legte ein Fund im 
Staatsarchiv zu Siena, der neues Material liefert, nahe, einmal 
genauer zu untersuchen, aus welchen ständischen Kreisen und 
welchen Gegenden sich die besoldeten Ritter, mit denen die 
späteren Staufer ihre Kriege führten, ergänzten. Denn der 
Begriff «niederer Adel» ist doch zu wenig bestimmt, als dass 
man sich dabei beruhigen könnte. 

Dieser Untersuchung reiht sich als zweiter Abschnitt eine 
Zusammenstellung dessen an, was ich über deutsche Söldner 
in Toscana von 1250-1267 habe ermitteln können. In einem 
dritten Abschnitt folgt die Besprechung des Inhaltes der Ur- 
kunden selbst mit den nötigen orientierenden Bemerkungen 
über den politischen Zusammenhang und die Formen, in denen 
sich damals das Söldnerwesen überhaupt bewegte. Der Ab- 
druck der beiden ungedruckten Stücke macht den Beschluss. 

I. 

Zur Beantwortung der Frage nach der Herkunft staufischer 
Ritterheere trägt die zweite der im Anhang abgedruckten Ur- 
kunden wesentlich bei. Sie überliefert uns die Namen von 
50 deutschen Soldrittern, die im Januar 1267 die Dienste der 
Stadt Massa Marittima annahmen. Dass die Werbung nicht 
für Konradin direkt, sondern (worüber nachher) für seine tosca- 
nischen Anhänger geschah, darf uns nicht hindern, das Stück 
auch für unsern Zweck zu benützen. Denn Abstammung und 
Vaterland fielen natürlich für die Wahl des Soldherrn höch- 
stens insofern ins Gewicht, als etwa ein Herr aus schwäbischer 
Ritterfamilie nicht unter allen Umständen auch den Guelfen 
seinen Arm verkauft haben würde. Als w^eitere Quelle kommt 
hinzu das Verzeichnis, das die Stadt Bologna nach der Schlacht 
bei Fossalta über die mit König Enzio Gefangenen anlegen 
liess '), und auf das schon Ficker aufmerksam machte'-). Es 
enthält 62 deutsche Namen. Die Zahl der Namen, die wir auf 



') Frati, La prigionia del re Enzo (Biblioteca storica bolognese ü), 
p. 88 ff. 

-) A. a. O.. p. 'Ad. 



ZtTR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS IN ITALIEN. 219 

diese Weise kennen zu lernen scheinen, reduziert sich indessen 
sehr durch die Entstellungen, welche die itahenische Nationalität 
der Schreiber verschuldete. Sie machen die Identifizierung 
in vielen Fällen unmöglich. Sonstiges Material wird durch das 
erste der beiden neuen Stücke, sodann durch gelegentliche Er- 
wähnungen in erzählenden Quellen und durch wenige zufällig 
erhaltene Urkunden geboten. 

Als S ö 1 d n e r f ü h r e r im Dienste Friedrichs II., Konrads IV. 
und Manfreds sind mehrere Deutsche bekannt. Die, welche auch 
sonst als hohe Reichsbeamte dem Kaiser dienten, wie Gebhard 
von Arnstein und Berthold von Hohenburg, können für den vor- 
liegenden engeren Zweck unberücksichtigt bleiben, da sie die 
Führung nur wie jeden andern Auftrag des Kaisers übernahmen. 
Interessanter für uns ist Gottfried der Püllaere (« Got- 
fridus dictus PuUarius »), der 123(3 des Kaisers neu angeworbene 
Armee über die Alpen führte'). Er dürfte dem Geschlecht 
PüUer von Hohenburg zuzuweisen sein, das, wahrscheinlich 
reichsministerial -'), auf einer Burg des südlichen Speyergaues, 
hart an der Grenze des Elsass gesessen war. Es ist zu beachten, 
dass sein Familienname urkundlich erst 1288 zu belegen ist 
und auch dann noch bis in die zwanziger Jahre des 14. Jahr- 
hunderts nur selten genannt wird^). Seine Familie gehörte also 
im 13. Jahrhundert zu den weniger angesehenen. Der Zufall 
hat eine Verkaufsurkunde erhalten, durch die auch einer der 
Ritter, die mit ihm über die Alpen zogen, bekannt wird: der 
oberschwäbische Ritter Friedrich von Baumgarten verkaufte 
1236 einen Hof für das zwei-bis dreifache unter Wert, weil er 
mit dem Kaiser über Berg wolle *). Offenbar fehlte es ihm an 
Baargeld zur Beschaffung der Ausrüstung, die von jedem Sold- 
ritter verlangt wurde. Konrad Bussar, Hauptmann unter 



') Ann. Marbac. Mon. Germ. SS. XVII, 178. 

■-) 1288 Zeuge zwischen den Reichsministerialen Fleckenstein und Wasi- 
chenstein. Reg. der Markgrafen von Baden n. 574; 1305 Gerichtsstand vor 
dem Reichslandvogt. Strassb. U. B. V, n. 064. 

^) Siehe vorige Anm. und Reg. Bad. n. 508. 589; Strassb. U. B. III, 
n. 1228; II, n. 526; V, n. 330. 660. 664. 741. 

*) Wirtemberg. U. B. V, 430. 



220 HANS NIESF 

Friedrich II. und Konrad IV. ^) dürfte in der Familie Buezer 
von Ostheim -') zu suchen sein, die zu den freien Herrn von 
Hohenlohe im Verhältnis ritterlicher Eigenhörigkeit stand, also 
nicht zu den eigentlichen Ministerialen, sondern in die niedrigste 
Klasse der ritterlich Lebenden, die der Mitterleute, der clien- 
tes •^), zu rechnen ist. Obwohl ich das Geschlecht des Mar- 
schalls Gilbert, des Führers der Deutschen Ezzelins, nicht 
habe ermitteln können, möchte ich ihn als eine charakteristische 
Persönlichkeit hier nicht übergehen. Rolandin von Padua 
nennt ihn « vir sapiens et strenuus et laudabiliter literatus »; 
er war kriegsgefangen; losgekauft kehrte er nach Deutschland 
zurück ^ ) . Doch scheint er bald wieder bei Manfred Kriegs- 
dienste angenommen zu haben, da er wohl mit Gilfred von 
Rovemburch identisch ist, der 1261 als Marschall der Truppen 
Manfreds in der Lombardei stand ■'). Der neben ihm als « co- 
mestabilis » erscheinende Heinrich von Slegilthal ist 
nach Schleithal im Unterelsass zu setzen. Dort sind selten 
erwähnte, also ganz unbedeutende Ministeriale des Klosters 
Selz nachweisbar^'). Als Führer der Deutschen in der Schlacht 
bei Montaperti 1260 nennt der Senesische Schlachtbericht den 
Heinrich von Ascinberg^) und den Grafen vonAr- 
rasi *). Da auf den Grafentitel in italienischen erzählenden 
Quellen kein Gewicht zu legen ist. so dürfte Arrasi vielleicht 
der niederösterreichischen Familie de Harroz angehören, aus 
der mehrere um 1250 unter den Servi und Clientes, also in der- 
selben Klasse, in der auch Bussar nachgewiesen werden konnte, 



') Später von Konradin in diplomatischen Aufträgen vei wendet. B. -F. -W. 
n. 4777 a. 14142. 14937. 

-) Ostheim bei Uffenheim in Franken. Ein Konrad B. erscheint 12.5.5 
und 1261, Hohenloh. U. B. I, n. 260. 281, ist aber mit unserem nicht iden- 
tisch, da dieser schon 1260 ermordet wurde. B.-F.-W. n. 4777 a. 14142. 

■') ^'gl- — a^ch zum folgenden — Z allinger, Ministeriales und milites. 

') Rolandinus Patav. Mm-atori SS. VIII. 331. 

^) B.-F.-W. n. 14286. 

") Reg. der Markgrafen von Baden n. 147. 

") Im Text ist Astinberg gedruckt; doch wird t für c verlesen oder ver- 
schrieben sein. 

■■) P' r e i d li o f , Die Städte Tusciens zm- Zeit Manfreds. Metz. Progr. I. p. IS. 



ZUK GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS IN ITALIEN. 221 

belegt sind '). Ascinberg wird aus einem österreichischen Eschen- 
berg stammen; der Famihenname begegnet in den Urkunden 
überhaupt nicht. Die bekannten Söldnerführer gehörten also 
entweder wenig angesehenen Ministerialenfamilien oder der un- 
tersten Klasse der ritterlich Lebenden, den Mitterleuten, an. 
Von den 62 Namen, die das Bologneser Verzeichnis 
überliefert, lassen sich 42 lokalisieren -). Von allen Landschaften 
stellt Schwaben den durchaus überwiegenden Prozentsatz, be- 



') Fontes rer. Austr. II, n. 9, XVIIl. n. 39. 

'-) 1. Anselmus de Asia wohl Hessen i. Lothr. — 2. Ai-amannus de Pren- 
nesen wohl in die Familie de Brmiese gehörig, die B.-F.-W. n. 4109 nach- 
weisbar. Vielleicht ]Ministerial der Grafen von Lechsgemünd oder Dillingen. — 
3. Corradus Stelmus, wohl versclirieben für Scelmus, dann zu der reichsmi- 
nisterialen Familie Schelm v. Bergen (b. Frankfurt) gehörig. — 4. Dietrich 
V. Mainz. — ö. Otto de Soneuane z=^ Schongau. Der Familienname .selten zu be- 
legen, doch kommt er vor. Wahrscheinlich staufische Ministeriale. Mon. 
Boica VIII, 35 (1263). — G. Rudolf von Buch. Man kann an Buch bei Züi-ieh 
denken, wo habsburg. Ministeriale (Reg. der Bisch, v. Constanz n. 2647 (128(i) ), 
oder an Bucli am Ahorn in Baden, wo badische. (Reg. der Markgr. v. Baden 
n. 4.5.5 (121)2)). — 7. Fridericus de Altef u. Ai-mannus de Altofer beide auf 
irgend ein Altdorf zu beziehen. — 8. Albertus de Guisnouane = Weisslingen, 
Wizenanc im Thurgau, wo Ministeriale der Grafen von Kyburg. Zur. U. B. 
III, n. 847. 860, IV, n. 1287. 1334. 1502. — 9. Henricus de Roganie; vielleicht 
Rötzing in Baiern, eine Familie dieses Xamens kann ich nicht nachweisen. — 
1 0. Diatelmus de Ma^esane. Wahrscheinlicher als Mässing in Baiern (1292 Hein- 
rich von M. Mon. Boica III, 179) sind Matzingen im Thurgau und Metzingen 
im Schwarzwald. Dort freie Herrn, aber auch Ministeriale (habsburgische) nach- 
weisbar (Züricher U B. III, 14. 51. n. 929), hier Ministeriale der Grafen von 
Urach (Wirtemb. V. B. III, 209). — II. Coradus de Argasaen = Ergersheim, 
i. El«, b. Molsheim oder b. Uffenheim in Franken, eher ersteres. Dort in dieser 
Zeit oft erwähnte Strassburger Ministeriale. Vgl. Register z. Strassb. U. B. I. 
Hier kann ich nur 1209 einen Dienstmann des Hauses Hohenlohe nachweisen. 
Hohenloh. U. B. I, n. 29. — 1 2. Gualterius de Harburg = Horburg i. Eis. 
Dort freie Herrn, bei denen der Name Walther oft vorkommt. Da diese da- 
mals auf Seiten der Gegenpartei (Strassb. U. B. I, n. 314), ist an Ministe- 
riale dieser freien Herrn zu denken, die ich freilich sonst nicht zu belegen 
vermag. — 1 3. Saurinus de Rostam, vielleicht = Rosheim i. Eis. Dann also 
Reichsministeriale. Belege: Strassb. U. B. I, 350,34; n. 495. 547. — 14. Cor- 
radus de Saingri; wenn Singen b. Constanz annehmbar, so sind dort reichen- 
auische Ministeriale nachweisbar. Krieger, Topograph. Wörterbuch von 
Baden, s. v. — 15. Eberhardus de Lustinstacha, Eberhard v. Lustnau, Mi- 
nisterial des Pfalzgrafen v. Tübingen, ist in dieser Zeit urkundlich belegt. 



222 HANS NIESE 

sonders Oberscliwaben mit dessen heute schweizerischen Teilen. 
Es folgen Elsass, die fränkischen Gegenden um Main und Neckar 
und die südlichen Teile des Mittelrheinlandes mit gleichen 
Zahlen. Daneben stehen dann ganz vereinzelt zwei Baiern und 
ein Lothringer. Weitaus die meisten sind Ministeriale von 
Grafen; nächstdem nennen sich 8 nach Orten, die dem Reiche 
gehörten, jedoch keiner ist einer der bekannteren reichsmini- 
sterialen Familien zuzuweisen ; selten oder gar nicht werden 



Wirtenib. U. B. III, 444. IV, 76. — 1 (i. Henricus de Gotisam = Gottesheim 
i. Eis. Ich kann, den Famihennamen nicht belegen. — 17. Lodericus de Gray- 
sam, wohl Griessen bei Waldshut, damals Griesheim. Hier habsburg. Mini- 
steriale. Zur. U. B. IV, n. 1432. — 1 8. ^Marcovaldus de Osbergi, Hausbergen 
b. Strassburg, worauf mich Herr Prof. Schröder aufmerksam macht; also 
strassburgische Ministeriale. — 1 9. Henricus de Santemio, könnte Sateins 
b. Chur sein; wohl Ministeriale der Grafen v. Montfort. Belege: ü. B. St. Gallen 
III, n. 840. 954. — 2 0. Henricus de Luidon. Wohl Lauda b. Tauberbischofs- 
heim. mhd. Ludin. Hier Ministeriale der Grafen von Rieneck. Krieger, a. a. O. 
s. V. Arch. des liist. Ver. f. Unterfranken III, 3, 28. — 21. Gottifredus de 
Rostam siehe n. 13. — 2 2. Corradu.s de Ysam. yian kann au Isni, Eisenheim 
in Franken, Eisisheim b. Heilbronn und Ei.sersheim b. Heilbronn denken. Ein 
Konrad von Eisersheim ist 1243 miles des freien Herrn von Bocksberg. Wir- 
temb. U. B. IV, 49. — 2 3. Gre^us de Loanexe, etwa Lauingen ? Dieses war 
Reichsört; dann wäre G. Reiehsministerial; doch gab es auch in Augsburg eine 
ritterliche Familie dieses Nainens. — 2 4. Henricus de Rotenburg. I\Ian denkt 
an die bekannte Reichsstadt; doch ist um diese Zeit ein Heinrich v. R. Mi- 
nisterial der freien Herrn v. R. bei Luzern nachweisbar. Zur. LT. B. III. n. 
956. 971. — 2 5. Corradus de Odoguir; entweder Ottweiler (b. Zabern, i. d. 
Pfalz, b. Trier) oder Oetwil b. Zürich oder St. Gallen; in Oetwil b. Zürich 
^linisteriale der Grafen v. Toggenljurg. Zur. U. B. I, n. 445. — 2 6. Pregno von 
Speyer. — 2 7. Gualtierus de Proninbo; Brannenburg b. Rosenheim in Baiern? 
Hier Ritter, wohl des Herzogtums Baiern. Mon. Boic. XVII, 20. 1288-91 hat 
ein Walther v. Brünenberch Beziehungen zu St. Gallen. U. B. St. Gallen 
III, 743; weiter nicht zu belegen. — 2 8. Roges de Sisonis; am ehesten Seissen 
b. Blaubeuren. Keine Belege. — 2 9. Fulchus de Rachistich; Rachenstein 
I). Appenzell? — 3 0. Bretholdus de Frambergo; wohl Frohnberg b. Nürnberg: 
damals Reichsort, also Reichsministeriale. Belege : Mon. Boic. XXVII, 52, 
77. — 3 1. Henricus de Baysem: Beisheim in Hessen? Keine Belege. — 32. 
■Tohaninus de Durno, Dürn in Franken, ^linisteriale der dortigen Edelherrn, 
Beleg erst 1307 Hohenloh. V. B. I. n. 688. — 3 3. Coradus de Murnono; Murnau 
in Baiern; Ministeriale von Benediktbeuren. Belege: Mon. Boic. VII, 128. 131. 
139.219. — 3 4. Heinrich v. Speyer. — 3 5. Armonus de Alpe.sene = Altjisheim 
i. d. Pfalz. — 3t>. Heinricus de Gosae = Gossau b. St. Gallen oder b. Zürich. 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDKITTERTTJJMS IN ITALIEN. 223 

ihre Namen in den Urkunden genannt. Die Namen « von 
Mainz » und « von Speyer » weisen auf Ritter geistlicher Fürsten, 
sodass im ganzen deren 7 im Verzeichnis erscheinen. Nicht 
wenige waren bloss ritterliche Eigenleute von freien Herrn und 
Ministerialen, sie gehörten also auf jeden Fall zur mitersten 
Stufe der ritterlichen Stände, zu den Mitterleuten. Beachtens- 
wert ist namentlich, dass keiner mit Sicherheit zur Ministe- 
rialität eines weltlichen Fürsten gezählt werden kann. 

Ein ganz ähnliches Resultat ergibt die Untersuchung des 
im Anhang abgedruckten zweiten Aktenstückes ' ) : Ueberwie- 
gend Schwaben und Franken, dann in langem Abstand Ritter 
aus den südöstlichen Reichsteilen Baiern, Oesterreich, Kärnten; 
nur 2 vom Mittelrhein, ein Lothringer, auffallender Weise auch 
nur 2 Elsässer. Die meisten sind Ministeriale- von Grafen, 
dann solche von freien Herrn und Ministerialen, einige von 
geistlichen Fürsten, nur wenige sind nach Reichsorten benannt, 
und zwar fast nur solche, deren Familiennamen in den Ur- 
kunden kaum vorkommen. Nur wenig ergibt die erste unserer 
Urkunden. Von den dort genannten Namen konnte ich nur 
zwei von Italien aus identifizieren : Rüdeger von Giersberg wird 
Dienstmann des Bischofs von Strassburg gewesen sein, Heinrich 
von Wiesloch ein solcher der freien Herrn gleichen Namens. 

Keine Belege. — 3 7. Gualtei'ius de Clino. Entweder aus Ulm, dann also 
Reichsministerial; aber auch die kyburgische Ministerialenfamilie de Ulmo 
zu Winterthur ist möglich. — 3 8. Gandolfus de Rimana, wohl Rheinheim 
b. Waldsliut, wo ritterliche Eigenleute der freien Herrn von Regensberg. Zur. 
U. B. I, n. 393, III, n. 969. - 3 9. Egidius de Bereram, Bernheim in Franken, 
Reichsort, also wohl Reichsministerial. Ritter Hermami v. Bernheim war 
unter Adolf und Albreeht Landrichter des Reiches zu Rotenburg. — 40. Ge- 
rardus de monte Herc. Wahrscheinlicher als Herzberg a. Harz (Norddeutsche 
kommen sonst gar nicht vor) ist mir die Familie v. Hertenberg in Oberfranken, 
die wohl Ministeriale der Landgrafen von Leuchtenberg waren (Bin hack, 
Aebte des Cistercienserstifts Waldsassen p. 51 f. 55. 59). — 41. .Axnoldus de 
Waland = Bolanden i. d. Pfalz, also Ritter des bekannten reichsministerialen 
Geschlechts, da Mitglieder dieser mächtigen und damals gewiss manchen Grafen 
überragenden Familie keinesfalls auf Sold gezogen sind. — 4 2. Fredericus de 
Brisaco. Breisach war Reichsort, Friedrich also vielleicht Reichsministerial. 
Für den Familiennamen kein Beleg. 

') Ich muss hier auf die Noten zum Text der unten abgedi-uekten Ur- 
kunden verwei.sen. 



224 HL\NS NIESE 

Da also ein erheblicher Teil der uns überlieferten, in Italien 
auf Sold dienenden Deutschen mit Sicherheit der Klasse der 
Clientes zugewiesen werden kann, die Familiennamen eines 
weiteren erhebhchen Teiles in den Urkunden der Heimat aber 
selten oder gar nicht auftreten, wird man sagen können, dass 
im wesentlichen die Mitterleute, welche Zallinger als « die eigent- 
lich dienende Klasse» bezeichnet'), es waren, die die Kriege 
der Staufer in Italien ausfochten. Daneben kommen allerdings 
die Ministerialen der Grafen sehr in Betracht. Auffallen muss, 
dass nur in ganz wenigen Fällen die Ritter selbst (mit dem 
Vornamen) sich nachweisen Hessen : Es waren eben die jün- 
geren Söhne, die auf Sold dienen mussten. Es ist etwa die 
Sphäre, in der Wolfram von Eschenbach selbst lebte, und in 
der sein Parzival anhebt. Manchen trieben die Schulden'); 
es lockte die Aussicht auf Beute und Lösegeld ^) ausser dem 
Sold. Man verkaufte sogar Grundbesitz, um die teure Aus- 
rüstung zu ermöglichen ''). Dieser und jener mochte sich etwas 
erübrigen, anderen gelang es nicht '). 

Als Rekrutierungsbezirke ergeben sich also Schwaben und 
Franken : daneben sind nur die Rheinlande und die bairischen 
Stamm.esgebiete — in weit geringerem Masse — von Bedeutung. 

IL 

In den Kämpfen Italiens nach 1250 spielen deutsche Ritter 
eine noch jetzt wohl erkennbare und zuweilen entscheidende 
Rolle. Sie sind vorwiegend auf Seiten Manfreds und der Ghi- 
bellinen — der Papst hat wiederholt versucht den Zustrom 

') A. a. O. 

") Siehe unten: Die zweite Urkunde nennt einen Heinrich von Steusshngen; 
er und sein Bruder sind 1270 <■ gravati magno honere debitoruni >> (Wirtemb. 
U. B. VII, n. 2121). 

•'') Ein Soldvertrag, den Florenz 12()(l mit einem Mailänder Unternehmer 
abschloss, enthält die Bestiininung einer Taxe, für die die Gefangenen dem 
Kriegsherrn überlassen werden müssen; sie beträgt X lib. Flor. parv. für den 
Mann (Libro di Montaperti, Documenti di storia Italiana IX, p. 46); Massa 
zahlte nacli dem unten abgedruckten Vertrag für den Reiter X, fm* den Fuss- 
soldaten V lib. Wie bedeutende Summen ein guter Fang einbringen konnte, zeigt 
die erste unserer Urkunden; es handelt sicli um die Summe von 13200 lib. den. Sen. 

') Vgl. S. 219 Anm. 4. 

") Vgl. Anm. 2. 



ZUR CxESCHICHTE DES DEUTSCHEM SOLDRITTEKTUMS IN ITALIEN. 225 

Deutscher zu Manfred zu hemmen'), — haben aber verein- 
zelt auch den Guelfen ihren Arm gehehen -). Die überlieferten 
Zahlenangaben lassen erkennen, von wie erheblicher Stärke 
einzelne Trupps gewesen sind. 

Manfred verwandte deutsche Truppen wie in den Aussen- 
stellungen, der Lombardei =*), der Mark Ancona^) und Toscana, 
so im eignen Heer, in dem sie zum Teil von Friedrich IT. und 
Konrad IV. her ■') übernommen waren und noch bei Benevent 
den Kern bildeten *'). Auf einige hundert deutsche Soldritter 
stützte sich auch die Herrschaft Ezzelinos da Romano "). 

') 1263 Juli 11: « Universis Theutonicis in Tuscia, Lombardia, Marchia 
Anconitana et in aliis diversis Italie partibus ad servitium Manfredi suo- 
rumque fautorum morantibus » : ermahnt sie, von ihm abzulassen, will in 
der Mark Ancona 200 von ihnen auf ein Jahr, weitere 200 auf .3 Monate in 
Dienst nehmen und denselben Sold zahlen wie Manfred. M. G. Epp. III, 
n. 544. — 1264 Aug. 13. an Kom-adin: möge bewirken, dass die Deutschen, die 
Manfred bei sich hat, « ab ipsius persecutoris servitio retrahantur *, ib. n. 629. 

-) Die in S. Miniato liegenden deutschen Söldner müssen sieh, als der 
Ort nach dem Tode des Kaisers guelfisch wurde (Freidhof a. a. O. p. 6), den 
Guelfen angeschlossen haben und blieben dabei, auch als S. Miniato dem ghi- 
bellinischen Bund von 28. Mai 1261 beigetreten war (B.-F.-W. n. 14161), 
da 1263 die Kapitäne der Deutschen von S. Miniato auf Seite des guelfischen 
Lucca stehen (ib. n. 14209). Auch « Teutonici Lucensium » werden erwähnt 
(ib. n. 14211). Juni 120.") beschliessen Orvieto und die Guelfen, 200 deutsche 
Soldritter aufzustellen (ib. n. 14251). 

'') 1258 schickte er seinem Hauptanhänger in der Lombardei, dem Mark- 
grafen Pallavicini, 200, 1265 weitere 600 deutsche Soldritter (B.-F.-W. n.l4072o. 
114ct, 177 a, 242a). 

*) Ergibt sich aus dem in der Anm. oben n. I citierten Brief des Papstes 
von 1263. 

'=) Nicol. de Jamsilla Muratori SS. VIII, 499. 1251 Apr. Ihr Führer hiess 
Hegano: cf. B.-F.-W. n. 4636« ff., 1254 von Konrad IV übernommen: Mura- 
tori SS. Vin, 533 n. 

") Unter der Besatzung von S. Germano, die keinen Widerstand zu lei- 
sten vermoclite, werden Deutsche genarmt (B.-F.-W. n. 4770 r undrf, Ann. 
Jan. Mon. Germ. SS. XVIII, 255). — Kurz vor der Schlacht, « venerunt ad 
Manfredum octingenti Teutonici, qua de causa fuit magis ad committendum 
proehum animatus» (Del Giudice, Cod. dipl. I, 110°). « Erant namque pre- 
dicti M Teutonici quasi melior pars exercitus totius Manfridi » (Saba Malaspina, 
Muratori SS. VIII, 827). « l'una schiera fu di Tedeschi, di cui si rifidava molto » 
(Villani VII, 7). — Es müssen etwa 1000 gewesen sein; demi diese Zahl giebt 
Saba, und nach dem sehr zuverlässigen Schlachtbericht bei Del Giudice waren 
allein die neu hinzugekommenen 800. 

'') Ausführliche Nachrichten bei Rolandin. Patav. Muratori SS. VIII, 311, 



226 ItANS NIESE 

Für die toscanischen Ghibellinen kämpften Deutsche seit 
1251. Damals hatte Pisa deutsche Söldner '), und im folgenden 
Jahr lagen sie mit ihnen und den Florentiner Ghibellinen im 
Mugello '). Die Friedensschlüsse des Jahres 1254 ') scheinen 
ihrer Tätigkeit zunächst ein Ende gemacht zu haben, erst nach 
dem Eingreifen Manfreds in Toscana hört man wieder von 
ihnen. Nachdem im Mai 1259 nach langen Verhandlungen 
endlich das Bündnis Manfreds mit Siena zu stände gekommen 
war*), war die Unterstützung, die er gewährte, zunächst nur 
schwach und ohne durchgreifende Wirkung. Nach Villani Maren 
es nur 100 deutsche Ritter, zu deren Sendung er sich verstand ■')• 
Sie hatten zugleich gegen das Herzogtum Spoleto zu agieren '). 
Auf die Klagen Sienas versprach Manfred im August ver- 
stärkte Hülfe '), doch dauerte es bis zum Dezember, ehe der 
könighche Vikar, Graf Jordan d'Agliano, in Siena einzog, nun 
allerdings mit einer sehr beträchtlichen Schaar deutscher Ritter ^) . 
Es waren nicht etwa Truppen des tuscischen Bundes, sondern 
Leute, die von Manfred — freilich, wie wir sehen werden, mit 
senesischem Gelde — bezahlt '), auch ausschliesslich in seinen 
Diensten standen. Sie hatten in erster Linie die Aufgabe, 
dem König die Maremma zu unterwerfen '"). Nebenbei stand 

314, 319 f.. 322 f„ 327 f., 331. und Monacli. Patav. (Ann. S. Justinae) ib. — 
Ohne seine deutschen Ritter zog Ezzelin niclit in den Kampf: «in istorum 
fjuippe impetuosa virtute niaxime confidebat •> (il). (199). Von den Zahlenan- 
gaben nennt die höchste 300 Ritter als Teihieluner an einem Ueberfall (il). 322). 
Xaoh Ezzelins Tode waren sie bei seinem Bruder Alberieh (ib. 3.56). 

') Freidhof a. a. O. p. ;'». 

•-•) Ib p. 7. 

») Ib. p. <S f. 

^) Fahrenl)r ueh. Zur (Jescliichte König Manfreds p. 34. 

•') Villani VI. 74. Angeblich erwarteten die Toscaner 150U. — Der Kom- 
mandant. Ciiliolo. im ,Iuli r2.')9 im Gebiet von Siena. Freidhof a. a. U. p. 12. 

«) Ib. p. 12. 

■) Fahrenbruch p. 35. J3.-F -W. n. 4707. 

^) Villani VI, 76 giebt 800 an; das wird etwa stinnuen, wie die Zalilan- 
gaben anderer Quellen über die Schlacht he\ Montaper.ti zeigen. S. unten. — 
Malavolti, Historia di Siena II. 2. Fahrenbruch p. 3.5. 

■') Malavolti II, 3. 

'") Freidhof a. a. O. p. 12. Von :\Ianfreii selbst schon im August aus- 
gesprochen. Für das pcjlitische Verliältnis zwischen Siena u. Manfred war 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEST SOLDRITTERTUMS IN ITALIEN. 227 

eine kleine Abteilung in der Stadt '). Die Deutschen standen 
also zum grössten Teil in Grosseto und vor Montalcino, als 
im Frühjahr die Florentiner einen Zug gegen Siena unternah- 
men -); wenn Jordan der Aufforderung des Rates von Siena 
gefolgt ist, hat er 200 Ritter in Grosseto zurückgelassen und 
ist mit dem Rest zu Hilfe geeilt, so dass dann eine sehr erheb- 
hche Zahl Deutscher an dem Treffen vom 18. Mai, über dessen 
Ausgang die Ueberlieferungen sich strikt widersprechen ■'), Teil 
genommen haben würde. Laut Villani wären erst nach diesem, 
wie er behauptet, für Siena ungünstigen Treffen jene 800 
Ritter von Manfred geschickt worden, nachdem die Ghibel- 
linen 2000 Florene vom Hause Salimbeni entliehen und mit 
dieser Summe die Hälfte des Soldes für drei Monate gezahlt 
hätten. Die Truppensendung gehört zwar nicht hierher, son- 
dern, wie wir sahen, in den Dezember des vorigen Jahres ; 
wahrscheinlich aber ist, dass Manfred Geld bereits damals 
angenommen, jetzt aber, im Juli, eine weitere Verstärkung 
geschickt hat, zumal die Senesen wieder ernstlich darauf dran- 
gen ^). Die Deutschen Avurden jedenfalls zwischen diesem 
Gefecht und der Schlacht bei Montaperti bei der Belagerung 
von Montalcino verwandt ■'). Dann haben sie im Herbst den 
grossen Sieg der Ghibellinen entschieden ; dass sie die entschei- 
dende Rolle spielten, ergeben die Schlachtberichte mit unzwei- 
felhafter Gewissheit. Wie viele teilnahmen, ist nicht auszuma- 

das von Belang. Denn seit lange suchte die Stadt diese Gegend zu beherr- 
schen, die sie vom Meere abschnitt. Die Unterwerfung des Grafenhauses 
Tldobrandesca, das dort eine fast landesherrliche Stellung einnahm, diente 
diesem Zweck. Daher Konflikte mit Friedrich II., als dieser die Grafschaft 
einzog (Ficker IV, n. 371, 389). Die Uebergabe an Siena 31. Dez. 12.50 
geschah mit der Bestimmung der Verteidigung gegen die Reichsreliellen (ib. 
II p. 518), Siena hatte das Land nicht behaupten können, imd nun nahm 
es Manfred wieder an sich. 

') Ergibt sich aus dem bei Malavolti II, -1 mitgeteilten Ratsbeschluss 
vom 6. Jan. 1260. 

") Freidhof a. a. O. p. 13. 

■■') Malavolti II, 8. Fahrenbruch p. 38 f. B.-F.-W. n. 14131«. Hartwig, 
Deutsche Zeitsehr. f. Geschichtswissenschaft 1, 3<), spricht, Villani folgend, 
von 100 deutschen Reitern. 

*) Freidhof ib. 

») Ib. 



228 HANS NrESE 

chen. Während der Seneser Bericht 800 nennt '), verfügten 
nach Malavolti die unter Jordan kämpfenden Deutschen über 
1500 Pferde und 8000 Fusssoldaten '-). 

Während bis dahin die deutschen Ritter, die Manfred den 
Toscanern zu Hilfe geschickt hatte, von ihm selbst besoldet 
waren, trat mit dem Abschluss des tuscischen Ghibellinen- 
bundes am 28. Mai 1261 eine Veränderung in der Kriegsver- 
fassung ein, indem die Aufstellung von 500 Rittern von beiden 
Seiten, sowohl Manfreds wie der Städte, in Aussicht genommen 
wurde ■'). Der König konnte also nunmehr seine in Toscana 
stehenden Deutschen vermindern. Bei dem Widerstand des 
guelfischen Lucca verstärkten dann beide Bundesgenossen im 
Sommer 1263 ihre Ritterschaft auf das doppelte^). Ueber 
deren Nationalität ist nichts ausgesagt, doch wird es sich auch 
diesmal um Deutsche handeln, da auch bei Erneuerung des 
Bundes vom 23. Mai 1265 ausdrücklich 500 deutsche Ritter 
aufgestellt wurden "), und da für Anfang 1264 Deutsche als 
Bundestruppen Sienas '), für Anfang 1266 als Kontingent von 
S. Gimignano'^) bezeugt sind. Eine weitere Erhöhung des 
deutschen Kontingentes König Manfreds forderte Siena bei 
Gelegenheit des Wechsels im General vikariat, indem es Guido 
Novello. nur unter der Bedingung als Generalvikar anerkennen 
wollte, dass er 500 oder, wenn Lucca sich nicht ergebe, 400 
deutsche Soldritter gegen Orvieto aufbringe **), eine Leistung, 
die sich offenbar noch ausser der eigentlichen Bundeslei- 
stung verstand. Trotz der von Karl von Anjou drohenden 
Gefahr stellten die Städte selbst bei den Bundeserneuerungen 
von 1265 und vom 11. Februar 1266 nur 500 Soldritter auf; 



') Tb. p. 18. 

-) II, 17. — M., der manche uns bis jetzt unbekannte Quellen besass, 
ist immer zu berücksichtigen. 

") So verlangten es wenigstens die Städte. B.-F.-W. n. 141(>1. 

') Ib. n. 946.J. 14211. 

-') Ib. n. 1424S. 

«j Ib. n. 142 IC. 

") Davidsohn, Forschungen zur älteren Geschichte von Florenz 11, 
n. 8!»1. 

~) B.-F.-W. n. 14234. 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS IN ITALIEN. 229 

jene Anstrengung des Jahres 1263 war also nur vorüber- 
gehend '). 

Von den Taten unserer Deutschen ist in dieser Zeit wenig 
überhefert. Sie werden an den Kämpfen gegen Lucca, das 
sich im August 1264 unterwarf ''), wie an denen, die 1265 an 
der Grenze des Kirchenstaates geführt wurden und Orvieto 
zum Ziele hatten '■'■), teilgenommen haben. 

Bei letzterer Gelegenheit war es, dass es einem Trupp deut- 
scher Ritter gelang — wir wissen nicht, welche Comune oder 
ob Manfred sie besoldete — , die Häupter der guelfischen Aus- 
senpartei von Siena gefangen zu nehmen und ein hohes Lö- 
segeld an ihnen zu gewinnen. Die erste der unten ab- 
gedruckten Urkunden handelt davon. 

Von den 500 deutschen Soldrittern, welche die Städte Tos- 
canas zum Bunde aufbrachten, stellte Florenz 150, Pisa und 
Siena je 125. Pistoja 40, S. Miniato 16, Prato, S. Gemignano 
und Volterra je 12, Colle-Val d'Elsa 8 ^). Die Besoldung der 
Kontingente geschah in der Weise, dass jede Stadt den Sold 
ihrer Abteilung aus sich aufzubringen und nach Aufforde- 
rung des Generalvikars an die betreffenden Hauptleute zu 
zahlen hatte'). Berechnet wurde nach. Monaten und Ta- 
gen *^). Guido Novello pflegte den Sold für je 2 Monate prae- 
numerando einzuziehen'). 

Die Quittung stellten der Generalvikar und die betreffenden 
Hauptleute aus ^). Wohl nur die Kontingente der grösseren 

') Hartwig a. a. O. I. 39. 

^) Freidhof II p. 13. 

") Ib. p. 18. 

') Ib. p. 10. 

*) Davidsohn a. a. O. n. 870. 885. 886. 890-894. 

•') 1266 Febr. 15: Der Generalvikar hat von San Gimignano die Zahlung 
des Soldes für 2 Monate weniger 12 Tage gefordert (ib. n. 891). 

'') Ib. n. 871: Hat von S. Gemignano, 1265 vor Dez. 15, den Sold für 
2 Monate gefordert. — n. 890: Soll Sold für 2 Monate weniger 12 Tage 
schicken. 1266 vor Feb. 13. — 1266 vor Feb. 24: soll sofort zahlen für 
2 Monate und die folgenden 2 Monate vom 1. März an. n. 893. — Colle, 
Volterra und San ^Miniato haben den von ihnen zu zahlenden Sold für die 
« Theotonici » bis zum 1 März schon am 12. Januar abgeschickt, n. 894. 

«) B.-F.-W. n. 14216. 



230 HANS NIESE 

Städte bildeten eine militärische Einheit fiu' sich'). Die Wer- 
bungen fielen wohl den einzehien Städten zur Last '^). 

Das Auseinanderfallen des tuscischen Bundes nach der 
Schlacht bei Benevent musste die Deutschen wenigstens zum 
Teil des Brotes berauben. Auch Siena scheint seine Leute 
nach dem Frieden mit der guelfischen Aussenpartei, im Au- 
gust 1266, entlassen zu haben ^). Bald aber kam der Rück- 
schlag der Ghibelhnen, die sich mit Konradin verbanden. Wie 
unsere zweite Urkunde ergibt, nahm bereits in den 
ersten Tagen des Jahres 1267 Massa Marittima, seit langem 
ganz in der Gewalt des ghibellinischen Pisa, deutsche Ritter 
in grösserer Zahl in Dienst, und dies Geschäft konnte in Siena 
vor sich gehen. Auch nach dem Erliegen Konradins bedurfte 
es jahrelanger Kämpfe, um die guelfische Herrschaft in Tos- 
cana aufzurichten. Auch an diesen waren deutsche Ritter 
beteiligt'), und seitdem hielten sie sich als bewährte und 
unentbehrliche Truppe wie im übrigen Nord- und Mittelita- 
lien, so auch in Toscana"^). 

III. 

Ich komme nun zur Besprechung der Urkunden selbst. 

Nr.I: Die Guelfenpartei in Siena war aristokratisch. Die 
grossen Kaufmannshäuser wollten in der Stadtverfassung herr- 
schen : aus deren Angehörigen bestand die Partei. Doch war 
es wohl weniger eine popolare Bewegung, die, wie Malavolti 
meint**). 1262 zahlreiche grosse Häuser veranlasste, die ghi- 

') An der Spitze des Kontingentes von Siena (125 Mann) standen 3 Co- 
mestabiles. B. F.-W. n. 1421(). Ficker IV, n. 442. 

2) Hätte der General vikar die Werbungen vorgenommen, so wäre nicht 
einzusehen, warum Siena 1264 sein Kontingent direkt besoldete (ib.), und 
warum das Geld nicht an den Vikar ging. 

^) Folkinard, Bertold und Heinrich 12(U im Dienste Sienas (ib.) er- 
scheinen 1267 im Massaner Verzeichnis. 

^) 1269: Hartwig, Quellen und Forschungen II. 280. 

=) Im 14. Jahrhundert bildeten die deutschen Söldner berühmte Banden. 
1368 quittiert « Guillelmus Guillelmi Teotonicus comistabilis equester co- 
' munis Senensis -> der Stadt :\Iassa Marittima über .lO fl. (Stadtbuch von Massa, 
Siena Areli. di Stato. C'apitoli X). 

'■) II. 27. 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS IN ITALIEN. 231 

bellinische Heimat zu verlassen, sondern vielmehr die Rück- 
sicht auf den Papst. Denn auf den kurialen Verbindungen 
beruhte das geschäftliche Gedeihen. Sie machten ihren Frie- 
den mit dem Papst und ersahen Radicofani zum Sitz ihrer 
Partei und zum militärischen Mittelpunkt ihres Widerstandes '). 
1263 gerieten ihrer mehrere, Petrus de Tolomeis und Rane- 
rius Turchii, der ein Piccolomini war -), — beide kommen 
auch in unserer Urkunde vor — mit zwei anderen Tolomei in 
die Gefangenschaft ihrer Vaterstadt und mussten Manfred den 
Eid der Treue leisten »). Sie haben den Schwur nicht gehahen. 
Schon im nächsten Jahre war Petrus de Tolomeis mit Noctus 
Salimbene Capitan der Guelfenpartei von Siena *). 

Er und Ranieri di Turchio fielen mit andern nicht genann- 
ten Senesen — offenbar bei den Kämpfen an der Grenze zwi- 
schen Kirchenstaat und Tuscien 1265 — in die Hände deut- 
scher Soldtruppen des ghibellinischen Bundes. 

Hier setzt unsere Urkunde ein: Sie ist ausgestellt am 29. Ja- 
nuar 1266 zu Siena von den Vertretern derjenigen Truppe, 
der der Fang gelungen war, im Namen ihrer socii und ist die 
Quittung für die zweite Rate eines Lösegeldes von 13200 Pfund 
kleiner Seneser Denare im Betrage von 6600 Pfund ^'). Dies 
Lösegeld zahlte die Comune für ihre gefangenen Mitbürger «), 
obwohl sie zur damaligen Stadtregierung im schärfsten Gegen- 
satz standen. Vielleicht wollte die Stadt die gefährlichen Guel- 
fenhäupter in ihre Hand bringen, um sich ihrer nach Wunsch 
zu bedienen; vielleicht auch, dass man aus Furcht vor künf- 
tiger Rache der Guelfen nicht wagte, sie, die zu den Reichsten 
gehörten, in deutscher Gefangenschaft zu lassen^). Die Quit- 



') Freidhof IT p. IS. 

-) Lisini-Li berat i, Genealogia dei Piccolomini di Siena. 

") Freidhof II Beilage n. III. 

*) Ib. n. VIII. IX B. 

°) Es heisst: «de remanenti tredecim milium ducentarum librarum ». 

') Es heisst: « quas nobis dare debebat comune Senensium pro recom- 
peramento Petri de Talomeis et Ranerio Turchii Chiaramontesis et aliorum 
civium Senensium, quos in nostro carcere tenebamus ». 

') Schon 1262 bestanden Spaltungen in Siena, und man fürchtete den 
Abfall der Stadt. B.-F.-W. n. 14189. 



232 HANS NIESE 

tung über die erste Rate des liösegeldes ist nicht erhalten. 
Ueber die Namen der Deutschen gebe ich Einiges in den An- 
merkungen zum Text. 

Nr. II: Am 17. Januar 1267 nahm die Stadt Massa Marit- 
tima 50 deutsche Soldritter zunächst auf 2 Monate in Dienst. 
Massa, der neue »Sitz des alten Bistums Populonia, war schon 
vor der Mitte des 12. Jahrhunderts Unterthan Pisas ^), erst 
recht aber, seit der Stadtherr, Bischof Albert, das tatsächhch 
längst bestehende Verhältnis durch eine urkundliche Abtretung 
1215 auch formell rechtskräftig gemacht hatte '-). In Dingen 
der äusseren Politik nur ein Glied Pisas und niemals selb- 
ständiges Mitglied des tuscischen Bundes, blieb die Stadt stets 
ghibeUinisch ') und wurde auch durch den Umschwung nach 
der Schlacht bei Benevent kaum berührt. Die uns durch un- 
sere Urkimde überlieferte Anwerbung entsprach der Verpflich- 
tung, mit der sich Massa als Unterthan Pisas an den Anstren- 
gungen der Ghibelhnen für Konradin zu beteiligen hatte ^). 
Die Last war für die kleine Stadt drückend genug; brauchte 



') 1132 wurde das Bistum Populonia mit der Hälfte der corsischen und 
allen sardischen Bistümern dem Erzbistum Pisa unterstellt. Bedeutete dies 
die politische Unterwerfung von halb Corsica und ganz Sardinien iinter die 
Stadt Pisa, so wird man der Unterstellung Populonias die gleiche Bedeutung 
zuerkennen müssen (Davidsohn, Gesch von Florenz I, p. 432). Hier ist auch 
der Grund zu dem Kriege Pisas mit Siena 1125 zu suchen (ib. 403): in der 
Maremma stiessen die Interessen zusammen. Der Kaiser erkannte Pisas 
Herrschaft 1191 und 1192 an, indem gegenüber der Vorurkunde von 1162 
« eastrum ^lassa et ipsa Massa» eingeschoben wurde (St. n. 3936. 4(i86. 
4745). 

'■') Galli. Memorie storiche di Massa Marittima I, 385 f. 408 ff. Re- 
petti, Dizionario della Tosoana III, 142. 

") Wiederholte Fodrumzahlungen Massas an Pisa aus den 40er und 
50er Jahren im Staatsarchiv Siena; vgl. Petrocchi, Massa Marittima, 
storia ed arte p. 255. — Nach Hartwig, D. Zeitschr. f. Geschichtswissenschaft 
I, 39, hätten 12()0 in Massa die Guelfen geherrscht (ohne Beleg); jedoch 
verlangte Siena schon im Frühjahr 1260 von Pisa, es solle Scarlino, Piom- 
bino und Massa befehlen, von Siena belagerte Orte nicht zu unterstützen. 
Malavolti 11, 7. 

') Dass die Anwerbung für ghibellinische Zwecke gescliah, wird durch 
die Vornahme des Geschäftes in Siena und die Potestarie eines Pisaners 
bewiesen. 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEM SOLDRITTERTUMS IN ITALIEN. 233 

sie doch später für Karl von Anjou nur 12 Ritter zu stellen '), 
und für den tuscischen Bund hatte das viel grössere Pistoia 
nur 40 Ritter aufgebracht. Man sieht aber, wie wenig ernst 
es den Pisanern mit den Friedensverhandlungen war, die sie 
gleichzeitig mit dem Papste führten -). 

Die Ritter traten in den Dienst versehen mit Waffen und 
Pferden, wie es damals bei Abschluss von Soldverträgen all- 
gemein üblich war '). Die Stadt machte über die Art der Be- 
waffnung genaue Vorschriften, aus denen sich ergibt, dass die 
Ritter sämtlich schwerbewaffnet waren *). Wie in anderen 
Fällen, welche wir kennen, wurden die Pferde, auf deren Güte 
so viel ankam ■'), mit allen Merkmalen aufgezeichnet, für den 
Verlust an Waffen und Pferden im Kampf Ersatz zugesichert •^). 
Die Söldner versprachen, mit den vorgeschriebenen Waffen 
und den aufgezeichneten Pferden den Dienst zu leisten. Sie 
schwuren unbedingten Gehorsam dem Kriegsherrn '). Wie 
Florenz vor der Schlacht bei Montaperti "), nahm auch Massa 

') Quittung eines Beamten Karls. Siena Arch. di Stato. Rif. Massa. 
l-2()8 febb. 1. 

-) Hampe, Gesch. Konradins p. 12.") f. 

■') Bei Anwerbungen Friedrichs II.: Huillard-Breholles V, T-j-ö. 827. 93(j. 
1262 ernennt Massa Marittima einen « Procurator ad conducendum X bonos 
et idoneos homines cum X bonis equis et armis ». Siena Ai-chivio di Stato, 
Capitoli X f. 134 6. — Lieferung von Waffen und Pferden durch den Kriegs- 
herrn nur in Ausnahmefällen: Huillard V, 94(1 (Friedrich II.), Nico- 
laus de Jamsilla Muratori SS. VIII, r)33 (Manfrede. 

') Die Rüstnngsstücke sind: Armschienen oder kleiner Brustpanzer, 
Handschuhe, Eisenschuhe, Brünne, Sturmhaube, flacher Helm oder Eisenhut. 
Beinschienen. Vgl. dazu über die auffallend gute Bewaffnung der Deutsehen in 
der Schlacht bei Benevent: Köhler, Entwicklung des Kriegswesens I, 469. 
■') Die Deutschen verfügten offenbar über bessere Pferde, als man sonst 
in Italien hatte; bei Rolandin. Patav. Muratori SS. VIII, 328 bringen die Pa- 
duaner deutsche Gefangene heim « cum dextrariis nobilibus altis et animosis >; 

die deutschen Pferde in der Schlacht bei Montaperti: Freidhof I, p. 24. 

vgl. auch Malavolti II, 17 fe. 

'■) «ad eorum (populi et comunis) rischiuin de equis et armis». — Vgl. 
MikuUa, Der Söldner in den Heeren Friedrichs II. p. 527. So auch im 
Florentiner Soldvertrag von 1260, Libro di Montaperti, Documenti IX, p. 45 ff. 

') « luraverunt stare et facere stare et .servire omnes et singulos de sua 
constabilaria ubi... dicto comuni placuerit ». — Vgl. Mikulla p. .52. 
**) Documenti IX, p. 47. 

10 



234 HANS NIESE 

seine Söldner auf 2 Monate, behielt sich aber vor, sie auch 
länger zu behalten. Der Sold, der nach Monaten berechnet 
wurde ' ) und für den Mann X Pfund « meschiatter » Denare 
betrug, wurde ihnen für die zwei Monate praenumerando aus- 
gezahlt -). lieber Beute und Gefangene traf man detaillierte 
Bestimmungen''). In unsere Urkunde ist das Verzeichnis der 
50 Ritter eingerückt in zwei Kolumnen zu je 25 Namen. An 
der Spitze der einen liest man « Bertoldus marischalchus et co- 
nistabile », an der der andern« magister Severinus conistabile ». 
Marschall bezeichnet in dieser Zeit den Höchstkommandie- 
renden; die unter ihm stehenden Abteilungsführer hiessen co- 
mestabuli^). In unserem Falle waren 2 comestabuli vorhan- 
den, von denen der eine zugleich das Amt des Marschalls 
versah. Die comestabularia, über deren Grösse übrigens nichts 
allgemein feststand •^), war die militärische Einheit ''). 

') So auch in den erhaltenen Soldurkunden Friedrichs IT. Huillard V, 558. 
641. 859. 886. 916. 936. 946 und in dem citierten Florentiner Vertrag. Berech- 
nung nach Tagen seltener; so die toscanischen Ghibellinen 1251: Freidhof 
I p. 4. — In unserem Falle brachte jeder Ritter nur ein Pferd mit; sonst 
variierte der Sold nach der Zahl der Pferde (Huillard V, 589; Freidhof I, 
4: Libro di Montaperti p. 47: « ad rationem libraruni VIII florenorum pro 
quolibefr mense pro unoquoque vestrum ad uniim equiun »), wobei natür- 
lich nur die Streitrosse, nicht die Packpferde zählten. Vgl. Köhler I, 448. 

-') Auch Friedrich II. zahlte in der Regel praenumerando (Huillard V, 
641. 886. 936. 946) vmd alle zwei Monate (ib. 641. 936. 946), seltener mo- 
natlich (ib. 886); Manfred viertel] äh'-lich praenumerando (Seneser Ratsbe- 
schluss vom 6. Jan. 1260, Malavolti II, p. 4; Freidhof I, 13); über die Praxis 
Guido Nüvellos oben S. 229. 

") Weniger genaue Bestimmungen in dem citierten Florentiner Vertrag. 

*) Es giebt nur einen Marschall im Heere. Vgl. die Heerordnung des 
13. Jalirhunderts bei MikuUa p. 61. — Die Senesen haben 1264 bei ihrem 
Bundeskontingent 3 comestabuli, aber keinen Marschall, offenbar weil ihre 
Truppe nicht selbständig operierte. — Der oben erwähnte Gilbert heisst 
« rector et mareschalchus Theotonicorum » (Muratori SS. VIII, 331). — Gilfred 
von Rovembiu-ch, « mareschalchus » der Truppen Manfreds in der Lombardei, 
hat 2 « comestabiles » neben sich (B.-F.-W. n. 14286), 

•') 800 Deutsche bei Montaperti hatten 16 Hauptleute, die Abteilung 
war also 50 Mann stark (Freidhof I p. 18); 1264 hatten die Senesen, die 
damals 125 Mann stellten, 3 comestabiles (Ficker IV, n. 442. B.-F.-W. 
n. 14286); in unserem Falle war die comestabularia 25 Marm stark. 

*) Nie. de Jamsilla, Muratori SS. VIII, 537: « creditum est, quod esset illa 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS IN ITALIEN. 235 

Die Offiziere hatten zugleich die geschäfthche Aufgabe, zwi- 
schen der Genossenschaft der Söldner und dem Kriegsherrn 
zu vermitteln'), wie sie in unserem Falle nicht nur den von 
allen Söldnern zu leistenden Gehorsamseid schwuren, son- 
dern auch die Aufrechterhaltung der Einzelbestimmungen und 
sogar die Rückerstattung des Soldes der Säumigen eidlich 
allein bekräftigten -). Die Anwerbung unserer Ritter geschah 
durch Agenten der Stadt, die mit der Gesamtheit der Söldner, 
nicht, wie es wohl auch vorkommt, mit einem Unternehmer •^), 
abschlössen ^); man bedurfte keines vermittelnden Unterneh- 
mers, weil genug unbeschäftigte Söldner in Toscana vorhanden 
waren ^'). Demgemäss hat die Stadt die Offiziersstellen selbst 
besetzt ''). 



comestabulia Theutonicorum, de qua per nuiitios principis tractatum caute 
fuerat... » 

^) Sie besorgten die Verteilung des Soldes. MikuUa p. 61. 

'-) « Et promiserunt dicti comistabiles restituere pagam illius de sua com- 
mestabilaria, qui discederet »; versprechen weiterhin Beobachtung der Be- 
stimmungen über die Gefangenen und die Beute. 

") So Florenz 1260 mit dem Petrus de Bazacape von Mailand (Docu- 
menti IX p. 4.5 ff.). Vgl. über die Werbungen Friedrichs II, Mikulla p. 50. 

*) Die beiden Comistabiles waren nicht etwa Unternehmer, denn, es 
heisst ausdrücklich: « comistabilarie quorum Teotonicorum facte et ordinate 
sunt per... ambasciatores comunis de Massa ». 

'') Bertoldus marischalcus et conistabile, Folchimare de Septembrache 
und Arrigus de Septembrache sind wohl identisch mit Bertuldus, Folkinar- 
dus und Henricus comestabiles der deutschen Söldner Sienas 1264 (Ficker 
IV, n. 442), die Siena wahrscheinlich im Sommer 1266 entlassen hatte (oben 
S. 230). 

^) Vgl. vorletzte Anm. 



230 HANS NIESE 



BEILAGEN 



1. Gennamite deutsche Soldriüer quittieren der Stadt Siena 
über Lösegeld für gefangene Seneser Bürger. 

Siena 1266 Jan. 29'). 

Or. Siena, Archivio di Staio. Riformagioni 1266 Gennaio 29. 
B.-F.-W. n. 14279 sehr unvollständiges Regest. 

Anno Domini millesimo CCLXV, indictione Villi, die IUI. 
kalendas februarii. Nos magister Heverardus et magister Sac- 
chalinus | Tehotonici pro nobis et pro magistro Bertoldo et 
domino Frederigho olim Frederighi de Dormen(o) et Scencho 
de Laltenborgo et Ru digherio de Giasparghe '-) et Currado 
de Blasenbergo ^) et lohanne de Monteostacch(o) et Henrigo de 

') Die Publikation dieser und der folgenden Urkunde rechtfertigen vornehmlich 
die in ihnen erhaltenen deutschen Namen. Ihre Identifizierung ist — so gut es von 
Italien aus möglich war — in den Noten versucht ivorden. Dass sie verderbt sind, 
versteht sielt in einem italienischen Aktenst ilck fast von seihst. Die Verderb- 
nisse gehen einerseits auf Missverständnisse des Gehöres zur ilck, andererseits 
finden sich Absonderlichkeiten, die schlechterdings nur aus Verschreibungen 
zu erklären sind, also eine schriftliche Vorlage, ein Verzeichnis der Angewor- 
benen, das in die Urkunde übernonwien wurde, voraussetzen. Die Feststellung 
der Namen war somit schwierig; doch hatte ich tnich der gütigen Unterstüt- 
zung von Herrn Prof. E. Schröder in Göttingen zu erfreuen. Ihm möchte 
ich auch an dieser Stelle danken. In vielen Fällen konnten trotz Allein nur 
Hypothesen geboten werden, in nicht wenigen versagte selbst das Raten. 

') Giersberg b. Colmar, das unterste der Rappolsteiner Schlösser. Ein liü- 
diger nicht nachweisbar. Die von G. wohl Ministeriale des Bistums Strass- 
hurg. Schöpf lin Als. dipl. n. 41J. (S'Jl. Strassburg. U. B. I, n. .'>4ß; vgl. 
Die alten Territorien des Elsass p. '>8 {diesen und den in den bei den fol- 
genden Anmerkungen gegebenen Nachweis verdanke ich z. T. Herrn Dr. Schnei- 
der, z. T. Herrn Dr. Wentzcke in Strassburg). 

^) Ein Blasenberg nur bei Beromünster zu finden. Mitt. des hist. Vereins 
der fünf Orte IHIIS, p. i*/.;. 



ZCIR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS IN ITALIEN. 237 

Guicellauca '), Theotoniois, et | omnibus et singulis aliis sociis 
nostris et ipsorum et cuiuslibet eorum nomine promittendo de 
rato pro eis sub infrascripta pena ob causam infrascrip[tam 
remittimus et refutamus vobis domino lacobo Palliarensi iu- 
dici priori duodecim bonorum hominum comunis et populi Se- 
nensis et Chiarimbal do Palmerii lordan(i) priori viginti qua- 
ctuor dicti populi et comunis, recipientibus pro ipso populo 
et comuni Senensi omnia et singula iura et | actiones et pe- 
titiones competentes et competentia nobis et cuique nostrum 
et dictis Theotonicis et aliis consociis nostris et cuique eorum 
ad versus comune et populum Sen(ensem) et omnem aliam 
personam quamcumque pro dicto comuni et populo et in bonis 
dicti comunis et populi Senensis pro sex milibus sex centis 
libris denariorum Senensium minutorum et eorum occasione, 
quos dominus lacoppinus de Cornazan(o) tunc capitaneus po- 
puli et comunis Senensis de con silio, consensu et auctoritate 
domini Soldi de Pistorio tunc iudicis populi Senensis et Arin- 
gherii Ciampolini tunc camerarii dicti populi et | Catelan(i) de 
Montech(io) tunc prioris vigintiquactuor prefati populi et Hen- 
rigi lacobi tunc camerarii comunis Senensis et dominorum 
Bona guide iudicis et Ranerii Palliaren(sis) tunc ex quactuor 
provisoribus eiusdem comunis et de consilio etiam et consensu 
et auctoritate atque parabola gene ralis consilii comunis et 
populi civitatis Senensis cohadunati in ecclesia sancti Christo- 
fori, Lit moris est. ad sonum campane et per bannum missum, 
cum j adiuncta duorum artium et societätum et eorum consi- 
liariorum et vexiliferum civitatis Senensis et cum adiuncta de 
centum bonis homini bus per tergerium, et ipsi hiidem offi- 
ciales, camerarii, priores et consiliarii et alii predicti una cum 
dicto capitaneo per se et comune | Senense et successores eo- 
rum nomine et vice comunis Senensis nobis promiserunt et 
dare debere confessi fuerunt pro dicto comuni Senensi de re- 
manen(ti) tredecim milium ducentarum librarum denariorum 

') Es f/ah ein freiherrliches Geschlecht von Wiesloch, aus dem ein Hein- 
rich l-2i'>, rjr)l, 12r>H nachweisbar {Wirtemb. U. B. IV, S7. 2H4. V, 22). Da 
aber dies Geschlecht ziemlich begütert scheint, auch schwerlich ein Edelherr Sold- 
dienst nahm wie ein Servus, so ist eher an ritterliche Eigenleute der edlen Fa- 
milie zu denken. 



238 HAKS NIESE 

Senensium, quos nobis et dictis sociis nostris dare debebat 
comune Senense et ipsi pro ipso comuni Senensi | pro recom- 
peramento dominorum Petri de Talomeis et Ranerio domini 
Turchii Chiarmontesis et aliorum civium Senensium, quos in 
nostro carce re tenebamus et habebamus, quod recompera- 
mentum a nobis fecerunt pro comuni Senensi, prout de dictis 
sex milibus libr(arum) sexcentis libris | continetur in publico 
instrumento facto manu Guiduccini olim lohannis notarii. Quod 
instrumentum vobis recipientibus pro ipso populo et comuni 
Senensi restituimus in presen tia notarii et testium subseri- 
ptorum pro casso et vano et cancellato. De quibus sex mili- 
bus sexcentis libris et de tota dicta summa tre decim milium 
ducentarum librarum, computatis in hiis omnibus solutionibus 
nobis vel alteri nostrum vel sociis nostris vel alteri eorum 
f actis I ab hodie retro a quocumque vel a quibuscumque lio- 
minibus vel personis pro dicto populo et comuni Senensi, nos 
pro nobis et dictis sociis et The otonicis bene quietos et pa- 
gatos vocamus. Et dictum comune Senense et bona ipsius co- 
munis et populi Senensis et omnem aliam personam nobis 
vel I alteri nostrum vel dictis Theotonicis vel sociis nostris 
obligatam pro predictis vel aliquo predictorum vel eorum oc- 
casione liberamus penitus et | absolvimus et vqbis recipienti- 
bus, ut dictum est, generalem finem et refutationem facimus 
et pactum de ulterius non petendo, promittentes vobis | reci- 
pientibus, ut dictum est, per nos et dictos Theotonicos et alios 
socios nostros de predictis vel aliquo predictorum vel eorum 
occasione vobis pro dicto ] comuni et populo vel alii sive aliis 
pro comuni et populo antedicto aut ipsi comuni et populo 
in perpetuum nullam litem vel controversiam vel | molestiam 
vel questionem aliquam facere vel movere, nee facient vel 
movebunt dicti Teotonici vel alii ex sociis nostris sub pena 
dupli quantit(atis), unde lis fieret vel questio moveretur, quam 
vobis recipientibus pro dicto populo et comuni dare promit- 
timus et ipso populo et comuni, si commissa fuerit, | et data 
pena, ut dictum est, observare. 

Promittentes ius nostrum vel alterius nostrum vel dicto- 
rum Teotonicorum vel sociorum nostrorum vel | alterius eorum 
nulli alii esse datum. cessum, mandatum neque aliquo modo 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS ES' ITALIEN. 239 

aliena tum sub pena dupli eius quod datum vel alienatum 
apparet, quam vobis recipientibus, ut dictum est, dare pro- 
mittimus, si contra factum esse appar(et), et pena data pre- 
dicta firma teuere. Et | in hiis obligamus nos et quemlibet 
nostrum in solidum et nostros heredes et omnia bona nostra 
presentia et futura pignera vobis recipientibus, ut dictum est, 
et vestris successoribus "): Et hec ideo vobis recipientibus, ut 
dictum est, facimus, quia pro complemento dictarum pecu- 
nie I [qujantitatum a vobis pro dicto comuni et populo habui- 
mus et recepimus et habuisse et recepisse confitemur • CCL • 
libras denariorum Senensium, renuntiantes ex [ceptioni] non 
numerate et non habite pecunie et non facte refutationis et 
absolutionis et rei dicto modo non geste, condictioni indebiti 
et sine causa et | [contra] leg(em) et omni iuris et legum 
auxilio. Quibus Heverardo et Sacchilino volentibus etconfitenti- 
bus predicta precepi ego la [cobus] notarius infrascriptus no- 
mine iur(amenti) et guar(andie) secundum formam costituti 
Senensis, quod dictum contractum per singula observent. 

[Actum] Senis in palatio domini Rustichini Ranerii et filio- 
rum, in presentia domini Inghiramii de Gorzan(o) capitanei 
populi Senensis, Co [...jdo PaUiaren(si), Pellegrino Satin(o) et 
domino Ugolino et Neri Palmerii Rainen(sis) et Arriguccio Ar- 
righi te | [stibujs presentibus et rogatis. 

(S. N.) Ego lacobus quondam Ran(erii) notarius predictis 
interfui et ea rogatus scripsi et publica vi. 

2. Die Stadt Massa Marittirna nimmt 50 genminte deutsche 
Ritter in Solddienst. Siena 1267' Jan. 17. 

Or. Siena, Archivio di Stato. Riformagioni di Massa 1266 
Gennaio 17. 

Anno Domini millesimo CCLXVI, indictione X, die XVI. 
kal. febr. In nomine Domini amen. Omnibus hanc paginam 
inspecturis appareat manifeste, quod infrascripti sunt milites 
Teotonici et stipendiarii populi et | comunis civitatis Masse, qui 
debent servire dicto comuni et populo cum equis et armis infra- 

«) Fohfi dir Tll/jung renuntiantes exceptioni. 



240 II.\ICS NIESE 

scriptis ad eorum rischium et fortunam de equis et armis. Co- 
mistabilarie quorum Teotonichorum facte et ordinate sunt 
per I Ubertum Bernardini et Ugolinum Fatascionem ambascia- 
tores dicti comunis de Massa, positos et electos pro dicto co- 
muni et populo ad ipsas constabilarias ordinandas et faciendas 
et ad ipsos soldandos tempore domini Guidonis | de Pisis po- 
testatis civitatis Masse. Qui omnes constabiles et singuli Teo- 
tonici et stipendiari iuraverunt stare et facere stare et servire 
omnes et singulos de sua constabilaria bene et legaliter, ubi 
et in quo loco dicto j comuni et populo placuerit, et renuntiare 
illum et illos. qui non servirent. Et promiserunt dicti commi- 
stabiles supradictis ambasciatoribus recipientibus pro dicto 
comuni restituere dicto comuni pagam illius de sua commesta- 
bilaria, qui discederet a servitio dicti comunis et populi et non 
serviret, sicut tetigerit pro rata temporis, quod non staret ad 
servitium dicti populi et comunis. Item promiserunt dictis 
ambasciatoribus recipientibus pro comuni iam dicto, quod, 
quando predicti stipendiar(ii) equitarentur cum comuni de 
Massa, reddere et restituere comuni de Massa omnes presciones, 
quos caperent, sine aliquo pretio. Item promiserunt dictis am- 
basciatoribus recipientibus, ut dictum est, quod, | quando equi- 
tarentur separatim et caperent alic{uem prescionem, qui esset 
eques vel pedes, promiserunt restituere comuni de Massa pre- 
scionem, qui esset eques, pro X libris, et si esset pedes, pro 
C solidis. si comuni de Massa pla cuerit emere et habere, reci- 
pientibus, ut dictum est. Item promiserunt dictis ambasciato- 
ribus recipientibus, ut dictum est, quod, si de militibus Masse 
irent cum eis in aliqua cavalchata seu tracta, promiserunt 
dictis ambascia toribus ■"*) dare eis rectam et legalem partem, 
sicut tetigerit pro rata. Item promiserunt recipientibus, ut 
dictum est, quod, si aliqui de peditibus Masse vel iurisdict(ionis) 
Masse irent cum eis in aliqua cavalchata seu tracta, I promi- 
serunt dictis ambasciatoribus recipientibus, ut dictum est, dare 
eis rectam et legalem partem, modo quod duo pedites habeant 
de preda et prescionibus ad ratum pro uno milite. Item promi- 
serunt dictis am basciatoribus recipientibus, ut dictum est, 

a) is aml) in ras. 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS HST ITALIEN. 241 

pro comuni de Massa, quod, si comune de Massa voluerit ipsos 
Teotonichos retinere ultra duos menses, de quibus est eis sa- 
tisf actum, stare et servire dicto comuni j et populo pro X libris 
de meschiattis ' ) pro unoquoque per mensem quemlibet cum 
pactis et condictionibus supradictis. Item promiserunt dictis 
ambasciatoribus recipientibus. ut dictum est, venire et stare 
in servitium | dicti comunis et populi ad locum sive ad loca 
eis et cuilibet eorum adsingnata per predictum comune et 
populum cum equis signatis et scriptis per manum notarii in- 
frascripti cum man9ieris -') sive chorectis, ^) cum | manicis, *) 
caligis ferreis **), '") lamieris, '') barbutis, ") baccinoctis "■) sive 
pampalmiis ^) et gamberuolis '") forti. Item iuraverunt omnes 
supradicti stipendiar(ii) sive infrascripti ire in servitium dicti 
comunis | de Massa cum dictis equis et armis ad voluntatem 
et inquisitionem supradictorum ambasciatorum et observare 
per singula capituia quicquid in hoc instrumento continetur, 
et pro supradictis omnibus et singulis [ observandis obligave- 
runt in solidum se et suos heredes et equos et arma pingnus ^) 
dictis ambasciatoribus recipientibus, ut dictum est, et renun- 
tiaverunt exceptioni rei dicto modo non sie geste | et fori 
privilegio et omni alii iuris et legis auxilio et possimus realiter 
et personaliter ubilibet convenir(i). | 

Actum Senis coram lacobo magistri Ranerii de Bulciano, 

a) ferris. b) pingus. 

') Den Ausdricck meschiatti = gemischte, den ich bei Ducange nicht finde, 
möchte ich auf die starke Legierung der Münze beziehen. Das Wort ist mir 
sonst nur noch in einem Dokument von l'iS2 begegnet. Massaner Stadtbuch. 
Siena Arch. di Stato, Cap. X, f. 3S. 

'-) Armschienen. 

") Kleiner Brustpanzer. Auch die Florentiner Vorschrift im Libro di Mon- 
taperti, Docunienti IX, .'i'M nennt panzeriain sive corictum. 

*) Handschuhe. Ebenlalls in der Florentiner Vorschrift. 

^) Eisenschuhe, 

^) Panzer, Flate, vom Schwerbewaffneten über dem, Halsberg getragen. 
Köhler, III. 41 f. 

~) Sturmhaube mit Nackenschutz und Nasenband. ib. S'.V. 

^) Eisenhaube unter dem Helm, cervelliere, bacinet. ib. .77. cervellaria Libro 
di Montaperti 374. 

■') Eisenhut. Libro di Mantaperti 374: cappellum de acciario. 

'") Beinschienen. 



242 HANS NIESE 

Bm-naxio Paganelli, G090 Gheiardini -'), Buonchovaro Maffei, 
Gino Benvenuti Pe9oli testibus presentibus. 

Insuper eodem anno et indictione et die XV. kal. febr. 
Appareat omnibus manifeste, quod conistabiles et Teotonici et 
stipendiarii infrascripti et quilibet eorum fuerunt confessi | in 
presentia mei notarii et testium infrascriptorum recepisse et 
habuisse et habuit et recepit a Uberto et Ugolino supradictis 
ambasciatoribus solventibus pro predictis comuni de Massa et 
populo pro unoqiioque pro paga cuiuslibet eorum, duorum 
mensium futurorum videlicet, hinc ad proximum medium men- 
sem raar9ii, ut infra continetur. In primis: 
§ dominus Bertoldus marischalchus et conistabile ') XX libras. 
§ Folchimare de Septembrache -) XX libras. 

§ Arrigus de Septembrache ') XX libras. 

§ Marchovaldus de Brunese ^) XX libras. 

§ Pietrus de Sassari XX libras. 

§ dominus Ricchardus de Lingriscin(()) ') XX libras. 

§ dominus Rudigerius de Suari '') XX libras. 

§ Suuichiere de Surbege ') XX libras. 

§ Dieterigus **) de Ulmo ^) ' XX libras. 

a) Gherrardini. b) Dietirgeus. 

') V^(i4 Februar 12 C()inesta.bilis 'Jlieuthonicorum ii)i Dienst von. Siena. 
B.-F.-W. n. ]4'2U'. — /.VOV; Januar 'J'J abermals als inagister deutscher Söldner 
ih. n. 1427'J. 

~) Wohl identisch mit dem VJI14 als comestabilis TlieHtonicorum ^-on Siena 
(/enannten magister Folkinardus. ib. n. 14'21(i. Für den Familiennamen Juibe 
ich keine annehmbare Erklärung finden können. 

■^) Wohl identisch mit dem am rfleichen Ort in gleicher Stelhtng genannten 
magister Henricus. 

*) Gehört in die Familie de ßrumiese, von denen ein Heinrich Zeuge bei 
Heinrich (VII) 122H Donauwörth. B.-F.-W. n. 4]()tK Wohl Ministerial der 
Grafen von Lechs gern iind oaer Dillingen. 

•'') Weder diesen nocli dm L-orher gehenden Ortsnamen vermag ich zu iden- 
tifizieren. 

'') Vielleicht Suhr im Aargau, wo ein kyburgisches Ministeriul enge schlecht 
nachweisbar ist. Züricher U. B. II, n. .'jö8-')-');). .'>()(). 

') Zu denken ist wohl an das salzburgische Ministerialengeschlecht von 
Surbcrg; vgl. Meiller, Regesta Salzburgensia, Personenregister, p. 4(>0. 

*") Der Ulmer Patrizier Dietricus Racgilinus (V2')i-72: Wirternberg. U. B. V, 
n. I.''<4. t'i'>2. 14<;^; VII, n. 22:U). 22'.)0) ist kaum möglich, da er aus sehr 



ZUK GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLPEITTEETUMS IX ITALIEN. 243 

§ Orrigus de A9olino ') XX libras. 

§ Merboctus de Intesan(o) '-) XX libras. 

§ Rimboctus de Ingilistanti ') XX libras. 

§ Arrigus Tibertini de Modina ^) XX libras. 

§ Folcholinus de Norimberge XX libras. 

§ Frederigus de Longa '") XX libras. 

§ Gottifredus de Gobilistante '"') XX libras. 

§ Sabat de Chunisofani ') XX libras. 

§ Bernardus de Singari XX libras. 

§ Jacopp de Singari ") XX libras. 

§ Dominichus de Larocha ') XX libras. 

§ Dietrigus de Salerabucho '") XX libras. 

§ Acrhorsus de Villacha ") XX libras. 



reicher Familie stammte. Unser Ritter wird irr/end ein unbekannter Mi- 
nisterial oder ritterlicher Eigenmann aus Ulm sein. Ebenso gut ist aber ein 
Angehöriger der in Winterthur gesessenen kyburgischen Ministerialenjamilie 
de Ulino möglich. 

') Wahrscheinlicher als Esslingen oder Assling scheint mir Eschenau i. Wür- 
temberg. 12()2 finde ich einen Hem-icus de E. miles dictus Brukessel, Wirtem- 
berg. U. B. VI, n. 1655. Die Familie gehörte zur Dienstmannschaft der 
Grafen von Löwenstein, ib. V. n. 14-')i; VII, n. '2')'><J. 

') Inzing in Baiern? Ein Pilgrimus de T. miles 12H') Monumenta 
Boicu IV. ■I-I4. Imzing in OeMreich? Auch hier milites nachweisbar. U . B. ob 
der Enns III, n. H4. Da später nicht als her bezeichnet, wohl dem Stande der 
Mitterleute angehörig. Vgl. ib. V, n. 7. 13. 61. 71. 

") Wahrscheinlich ritterliclier Eigenmann der freien Herrn von Ingolstadt 
in Franken. 

*) Mödingen bei Dillingen. Ein Friedrich von M. 1209 Ministerial des 
Grafen von Dillingen. B.-F.-W. n. 1504'>. 

'') Wohl von Lunz; Salzburgische Ministeriale. Heinricus purcgravius de 
Lunca 1232. Meiller a. a. 0. n. 3X5. 

") Am ehesten Giebelstadt i. Franken, worauf mich Herr Prof. Schröder 
aufmerksam macht. Ritter dieses Namens kann ich nicht nachweisen. 

') Weder in dem fränkischen noch in dem elsässischen Königshofen kann ich 
eine Ritterfamilie nachweisen. 

*) Wenn Singen bei Constanz annehmbar ist, so sind dort reichenauische 
Ministeriale nachzuweisen. Krieger a. a. 0. s. v.; Oberrh. Zeitschr. 31, 71; 
Weech, Codex Salemitanus, I, xl. 

■') Oftgenannte Ministeriale der Grafen von Lu.vemburg. 

'") Salmbach i. Eis. Kein Geschlecht belegt. 

'') Also ein Kärntener. 



244 HANS NIESE 

§ Lietoldus de Stolfo ') XX libras. 

§ Ormannus de Groeningeni "-) XX libras. 

§ Arrigus de Cingani ^) XX libras. 

§ magister Severiniis conistabile XX libras. 

§ Galfernus de Michelvel ') XX libras. 

§ Tiemene de Erbutian '") XX libras. 

§ Bruchardus de Ominichol9an(o) '') XX libras. 

§ Adanelmo de Uso ') XX libras. 

§ Marrchovaldus de Letrosuso ^) XX libras. 

§ Gottifredus de Otingini '■') XX libras. 

§ Rodolfus de Alchimi '") XX libras. 

§ Corradus der pour -») XX libras. 

§ Albertus de Bolgingene XX libras. 

i>) derpo mit einem Schnörkel über dem o. 

') Ritterliche Eigenleute der freien Herrn von Stoffeln sind nachweishar. 
Cuno de St. lSi):i: Fürstenberg. U. B. V, n. •J'J2. 

-) Markgröningen bei Ludwigsburg, das damals den Grafen von Grüningen 
gehörte (Staelin, Würtemberg. Gesch. II, 239'^, 480), zu deren Ministerialitüt 
also die auch sonst nachweisbare Familie (vgl. Register zu Wirtemberg. U. B. 
VII) gehörte. 

") VieUeicht Zinken bei Salzburg^' Eine Familie dieses Namens kann ich 
nicht nachweisen. 

*) Der Vorname wohl = Wolfram. In Michelfeld bei Sinsheim ein Ritter- 
geschlecht nachweisbar . das wohl zur Ministerialitüt des Bistums SjKyer 
gehörte. Oberrh. Zeitsc.hr. 13,428. vgl. Krieger, Topograph. Wörterbuch des 
Grossherzogtums Baden s. v. Michelfeld. 

■') Die Vermutung i'on Herrn Prof. Schröder, Herbolzheim sei gemeint, 
leuchtet durchaus ein. Es bleibt dann die Wahl zwischen H. im Breisgaii und 
H. bei Mosbach; an beiden Orten sind ritterliche Familien nachweisbar; im 
ersteren Falle Dienstmannschaft der Grafen von Freiburg, im zweiten der freien 
Herrn von Walldürn, vgl. Krieger a. a. O. s. v. 

'^) Herr Prof. Schröder denkt an Obernholzheim; mir fehlt es an Hülfs- 
mitteln. um diesen Ort festzustellen. 

') Die Zahl der Hausen ist zu gross, um diesen Namen lokalisieren zu können. 

**) Wohl Leutershausen (Liitrishusen) bei Ansbach, wo kein Rittergeschlecht 
nachzuweisen. 

■') Vielleicht in die hohenlohische Dienstmannenfamilie von Uettingen 
gehörend, cf. Hohenloh. U. B. II, -375, 3. 377, 10, 11. 

'") Altheim bei Dillingen. Rudolfus de A. 1258: Wirtemb. U. B. V. n. 14X0. 
127'<: Man. Boic. XXXIII u. 13'>. Ministerial des Grafen von Dillingen. 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS IN ITALIEN. 245 

§Mattolf de Nif') XX libras. 

§ Albertus de Lingeni '-) XX libras. 

§ Curradus de Frambergo ') XX libras. 

§ Orlandus de Villach XX libras. 

§ Petrus de Grunifelto ^) XX libras. 

§ Frederigus de Guerde ^) XX libras. 

§ Curradus de Offusa '') XX libras. 

§ Michele de Spir XX libras. 

§ Johannes Framengo ') XX libras. 

§ Rudigerius de gimane ^) XX libras. 

§ Curradus de Bernaim '') XX libras. 

§ Cuiano de MoUesemo '") XX libras. 

§ Arrigus de Stocolino ") XX Hbras. 



') rJH,S als Ministerial der freien Herrn von Neiffen nachweisbar: H. miles 
dictiis de Nifen et fratruelis suus C. dictus Mahtolf. Wirtemberg. U. B. VI, 
n. J969. 

^) Ich vermag diesen Namen nicht zu identifizieren. Vielleicht Leininrien? 

") Wohl nach Frohnberg bei Nürnberg zu setzen. F. war Reichsort, Konrad 
also Reichs ministerial. Da der Ort später an Baiern kam, erscheinen die von 
F. öfters in Urkunden der Herzoge, vgl. Mon. Boica XXVII, .'>2, 77. 

*) Griinsfeld in Franken. Danach benannten sich Ministeriale der Grafen 
von Rieneck. Krieger a. a. 0. s. v. Grünsfeld. 

') Wohl sicher Reichsministerial aus Donauwörth. Andere Mitglieder 
dieser Familie: B.-F.-W. n. 791. HS9. lUii. 11'>1. 142.'). 14:iH. 1435. 4ülö. 4109. 

') Aufhausen in Niederbaiern, wo es passauische Ministerialen gab {Mon. 
Boica 'J'S b, 91), oder Aufhausen bei Neresheim in Würtemberg, wonach sich 
Dienstmannen der freien Herrn von Hürnheim nannten {Wirtemberg. U. B. 
VII, 430). 

') Wohl als Flaeminc zu erklären. 

^) In Zimmern bei Haigerloch finde ich Ministeriale der Grafen von Ho- 
henberg. Wirtemberg. U. B. VII, 268. 269. In Zimmern bei Tauberbischofs- 
heim Ministeriale der Grafen von Rieneck. Krieger a. a. O. s. v. Zimmern. 

^) Reichsministerial, da Bernheim {in Franken) Reichsort. Ritter Her- 
mann v. B. war unter Albrecht Landrichter des Reiches zu Rotenburg. 

'") Molsheim i. E. Danach benannten sich strassburgische Ministeriale. U. B. 
der Stadt Strassburg I, 1.58, Anm. 1; ib. n. 569. 590; III, n. 1179 Zeile 20. 
Ferner Kindler von Knobloch , Das goldene Buch von Strassburg, p. 202 ff. 

") Heinrieh von Steusslingen {i. Württemberg) ist urkundlich zu belegen. 
1254: Wirtemb. U. B. V, 54. 1270: Hainricus et Rudolfiis fratres filii domini 
Hainrici b. m. de Stuezelingin, ib. VII, n. 2121; sie bezeichnen den Grafen von 
Würtemberg als dominus noster, waren also Ministeriale desselben. Sie waren 



246 HANS NIESE 

§ Arrigus de Ballanda ') XX libras. 

§ Frederigus * de Cuambruch '-) XX libras. 

Et promiserunt omnes supradicti stipendiarii ambasciado- 
ribus supradictis recipientibus, ut dictum est, de sold(o) supra- 
dictorum duorum mensium in perpetuum nuUam litem, brigam, 
Petitionen! sive molest(ationem) | aliquam iuris vel facti non 
facerent vel moverent, sub pena dupli illius quantitatis, unde 
pro tempore lix fieret ab aliquo ex eis, quam eis dictis amba- 
sciatoribus dare promiserunt, et liberaverunt et | absolverunt 
dictum comune de Massa et populum, et pro predictis Om- 
nibus et singulis obligaverunt se et suos heredes et equos et 
arma ping(nus) dictis ambasciatoribus recipientibus, | ut dictum 
est. Renuntiaverunt exceptioni non numerate et non recepte 
peccunie, ut dictum est, et rei dicto modo non sie geste et 
fori privilegio et omni alii iuris et legis auxilio, et possimus 
pro supradictis omnibus et singulis ubilibet convenir(i) sub 
quolibet iudice et curia. | 

Actum Senis coram Viviano Rugi, Cione Albertini et Cione 
Bagnese testibus presentibus. Infrascripti sunt equi rep(ortati) 
et singnati et scripti per manura notarii infrascripti. 
§ dominus Bertoldus marchalchus. Rep(ortavit) unum equum 

pili nigri. 
§ Folchimare. Rep(ortavit) unum equum pili sori Stella in fronte. 
§ Arrigus de Septembrach. R(eportavit) unum equum pili fer- 

rantis vai bruni frontinum. 
§ Marchovaldus. R(eportavit) unum equum pili vai sori. 
§ dominus Ricchardus. R(eportavit) unum equum pili russi et 

bal9anum in quineto. 
§ dominus Rudigerius. R(eportavit) unum equum pili ferrantis. 
§ Suuicire. R(eportavit) unum equum pili desnini spento. 

a) Froderigus. 

datnals gravati magno honere debitorum. Also hatte das Reislaufen nach Ita- 
lien der Lage Heinrichs wenig geholfen. 

') Bolanden, also ritterlicher Eigentnanti der bekannten Reichsministerialen 
von B. 

') Wohl Kuernbachin IVürtemberg; eine nach diese?» Ort benannte ritterliche 
Familie vx)hl Ritter der freien Herrn von Wartenberg. Wirtemb. U. B. V., 
n. i:i7(i. 141H; VII, n. -iliS. -^810. 209.'). 



ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS IX ITALIEN. 24:7 

§ Dietrigns de Ulmo. R(eportavit) unum equuni pili vai bruni. 
§ Orrigus de A9olin(o). R(eportavit) unum equum pili vai sori 

et bäl9anum pede sinistro post(eriore). 
§ Marboctus. R(eportavit) unum equum pili ferrantis ischuri. 
§ Rimbertus de Ingilistanti. R(eportavit) unum equum pili 

ferrantis. 
§ Arrigus de Modina. R(eportavit) unum equum pili sori mar- 

chatum in choscia. 
§ Petrus de Sassari. R(eportavit) unum equum pili sori fron- 

tinum ingistum isfrecitum. 
§ Lietoldus. R(eportavit) unum equum pili nigri, 
§ Hermannus. R(eportavit) unum equum pili albi meschad(i). 
§ Arrigus. R(eportavit) unum equum pili vai bruni. 
§ Folchelmus. R(eportavit) unum equum pili vai sori Stella in 

fronte. 
§ Frederigus de Lon9a. R(eportavit) unum equum pili desnini 

Stella in fronte. 
§ Gottifredus. R(eportavit) unum equum pili nigri balyanum 

pede sinistri posteriore. 
§ Sabat. R(eportavit) unum equum pili vai bruni Stella in fronte. 
§ Bernardus de Singari. R(eportavit) unum equum pili vai sori 

Stella in fronte. 
§ Jacopp. R(eportavit) unum equum pili vai bruni. 
§ Dominichus de Laroclia. R(eportavit) unum equum pili fer- 
rantis. 
§ Dieterigi ^). R(eportavit) unum equum pili vai bruni cottus 

spalla. 
§ Acrhorsus de Villach, R(eportavit) unum equum pili sori 

frontini. 

§ magister Severinus constabile. Rep(ortavit) imum equum pili 

russi frontinum isfresciatum. 
§ Golferanus. Rep(ortavit) unum equum pili vai sori. 
§ Tiemene. R(eportavit) unum equum pili ferrantis marchatum 

in choscia. 
§ Brochardus. R(eportavit) unum equum pili russi cochus de 

oculo dextro. 

a) Dietigiri. 



24*^ HANS NIKSE, ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN SOLDRITTERTUMS. 

§ Adanelmo. R(eportavit) unum equum pili vai bruni. 

§ Mattolfo. R(eportavit) unum equum pili morelli. 

§ Albertus de I.ingi. R(eportavit) unum equum pili vai bruni 

front inum bal9anum. 
§ Michel. R(eportavit) unum equum pili vai bruni '-^ bal^anum. 
§ Marcliovaldus. R(eportavit) unum equum pili vai bruni Stella 

in fronte. 
§ Gottifredus. R(eportavit) unum equum pili ferrantis. 
§ Rodolfus. R(eportavit) unum equum pili bruni marchatum 

in choscia detra. 
§ Curradus. R(eportavit) unum equum pili bruni. 
§ Albertus de Bolyingene. R(eportavit) unum equum pili nigri 

balganum pede dextro post(eriore). 
§ Johannes Framengo. R(eportavit) unum equum pili ferrantis. 
§ Curradus de P'rambergo. R(eportavit) unum equum pili vai 

sori Stella in fronte. 
§ Rudigerius. R(eportavit) unum equum pili ferrantis et oculum 

boUiolum . 
§ Curradus de Bernaime. R(eportavit) unum equum pili bruni. 
§ Ciuone de Molsen. R(eportavit) unum equum pili vai sori. 
§ Petrus. R(eportavit) unum equum pili albi ingisto. 
§ Frederigus. R(eportavit) unum equum pili nigri balganum et 

frontinum. 
§ Orlandus de Villach. R(eportavit) unum equum pili vai bruni 

marchatum in choscia. 
§ Arrigus de Ston9olin(o). R(eportavit) unum equum pili nigri 

marchatum in choscia. 
§ Arrigus de Ballan. R(eportavit) unum equum pili vai sori 

Stella in fronte. 
§ Frederigus. R(eportavit) unum equum pili russi bal9anum. 
§ Curradus de Ofusa. R(eportavit) unum equum pili vai bruni 

Stella in fronte. 

(S. N.) Fgo Griffolus quondam Adote iudex et notarius pre- 
dictis Omnibus interfui et quod supra continetur rogatus sub- 
scripsi et publicavi. 

b) joigt getilgt Stella in fronte. 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 



VON 

HALLER. 



Der Pontifikat Martins V. ist beherrscht von der Absicht, 
dem Papsttum, das in der Krisis der grossen Spaltung an 
Macht und Einfluss so viel verloren hatte, die alte Stellung 
zurückzuerobern, in Italien den Kirchenstaat, in der Kirche 
die Ausübung der « plenitudo potestatis » wiederzugewinnen. 
Ein erster und grosser Erfolg war es schon, als es dem soeben 
gewählten Papste gelang, die von der Reformpartei des Kon- 
zils in Angriff genommene gründliche und dauernde Beschnei- 
dung der päpstlichen Rechte zu verhindern und statt dessen 
in Gestalt der Konkordate ein zeitweiliges Kompromiss mit 
den Landeskirchen .und Staaten herbeizuführen, das den ku- 
rialen Rechtsstandpunkt grundsätzlich wahrte und den Weg 
der Rückkehr zu den alten Verhältnissen offen liess '). 

Es ist hier nicht meine Absicht, zu verfolgen, wie diese 
Politik der vorsichtigen Rückeroberung an den meisten Punkten 
zu unbestreitbaren Erfolgen führte. 

Ich erinnere nur an den grössten dieser Erfolge, die im 
Jahre 1426 nach schwierigen Verhandlungen erreichte Aufhe- 
bung der Gallikanischen Freiheiten -). Dagegen soll es die 
Aufgabe der folgenden Blätter sein, zu zeigen, wie das gleiche 
Bemühen gegenüber England mit einem vollständigen Misser- 
folge geendet hat '). 

') Hüblei', Die Konstanzer Reformation (1867), S. 40 ff. 

-) Vgl. Hübler, a. a. O. 309 ff. Beaucourt, Histoii-e de Cliarles VII., III, 
601 ff. 

■') Es sei hier noch ausdrücklich bemerkt, dass ich mich ausschliesslich 
auf die kirchenpolitisclien Beziehungen des Papstes zu England beschränke' 

17 



200 J. HALLER 

In England war, als Martin V. zur Regierung gelangte, das 
päpstliche Recht der Pfründenverleihung und damit der Bezug 
der kurialen Abgaben — Servitien und Annaten — nach dem 
Buchstaben des Gesetzes schon seit Menschenaltern ausge- 
schlossen, tatsächlich seit mehr als zwanzig Jahren auf ein äus- 
serst geringes Mass eingeengt und von der Duldung durch den 
König abhängig gemacht '). Dort war nach Gesetz und Ue- 
bung nicht mehr der Papst, sondern der König Herr der Kirche: 
oder, wie Martin V. es einmal prägnant ausgedrückt hat: 
Christus hat Sankt Peter aufgetragen, seine Schafe zu weiden, 
das englische Gesetz aber will, dass der König sie weide '). Die 
Grundlage dieses Zustandes bildete das Statut, das Richard II. 
im Jahre 1390 in Erneuerung früherer Gesetze Eduards III. 
erlassen hatte, das sogenannte Statut gegen Provisoren. Seine 
Aufhebung musste die Kurie um so dringender wünschen, als 
das Beispiel Englands bereits in den Gallikanischen Freiheiten 
Nachahmung gefunden hatte und — nach dem eigenen Zeug- 
nisse Martins V. — noch weiter zu wirken drohte '). 

Wie Martin V. dieses Ziel in wiederholtem Anlauf und alle 
Male vergeblich zu erreichen gesucht hat, soll im Folgenden 
gezeigt werden. 

Das Quellenmaterial über diese für das Verhältnis Englands 
zu Rom ausserordentlich bezeichnende Episode liegt gröss- 
tenteils gedruckt vor, bei Raynaldus, in Rymer's Foedera, 
Wilkins' Concilia und einigen neueren Publikationen. Ein paar 
bislang unbekannte Stücke hat das päpstliche Geheimarchiv 
geboten. Sie werden, soweit der Inhalt es rechtfertigt, am 
Schlüsse dieser Abhandlung abgedruckt^). Freilich fehlt noch 



und von den gleichzeitigen engliscli-t'ranzösisclien Verwicklungen, in die der 
Papst beständig eingreift, absehe. 

') Für das Nähere darf ich auf die Darstellung verweisen, die ich in 
Papsttum luid Kirchenreform I, 410 ff., besonders 443 ff. gegeben habe. 

■-) a. a. O. 4ß4 Anm. 1. 

■') a. a. O. 473 Anm. 3. 

') Die Stücke entstammen sämtlich den Bänden 5, und 7« des Armar. 
XXXIX, die die Serie der sogenannten « Brevenregister » eröffnen, und dem 
Reg. 3.')9. Es sind Abschriften, vol. 5 und la au^ dem i7., vol. 6 aus 
dem lö. Jalirhundert. Kaltenbrumier, Mittheilungen des Instituts für öster- 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. Üo 1 

viel, class dadurch die ihrer Natur nach sehr verwickelten und 
delikaten Vorgänge vollständig aufgehellt wären. Wahrschein- 
lich findet sich in England selbst noch ungedrucktes Material 
dafür. Es würde mich freuen, wenn durch die nachfolgende 
Erörterung der Anstoss zu Nachforschung und Veröffentli- 
chung gegeben wäre '). 

Martin V. verdankte seine Wahl dem Zusammenwirken der 
Deutschen und Engländer. Bischof Heinrich Beaufort von Win- 
chester galt später in England als der Mann, der den neuen 
Papst « gemacht » habe -'). Gleichwohl hören wir, dass Hein- 
rich V. sich dem Gewählten gegenüber zunächst etwas zurück- 
gehalten und namentlich seinen Untertanen den. Verkehr mit 
der Kurie nicht eher gestattet habe, als bis zwischen ihm und 
dem Papste ein Schriftwechsel erfolgt sein werde ^). Worauf 



reich. Geschichtsforscliiina; VI, SO nannte sie « Abschriften. Auszüge oder Zu- 
sammenstellungen von jetzt verlorenen Bänden». Das wäre jedoch erst zu 
prüfen. Ebenso wohl könnten es Abschriften sogenannter Formelbücher sein, 
die nicht aus verlorenen Registerbänden, sondern aus aufbewahrten Konzepten 
zusammengestellt wurden. Mir ist dies einstweilen das Wahrscheinlichere. 

') Ich muss bemerken, dass mir die Abfassung dieses Aufsatzes nur 
möglich war durch weitgehende Unterstützimg von Seiten des K. Preussischen 
Instituts. Insbesondere hat mich Herr Dr. A. O. Meyer durch wiederholte 
Nachforschungen, wo ich selbst bei meinem römischen Aufenthalte nicht zum 
Abschluss gekommen war, zu Danke verpflichtet. 

■-) Ueber die Wahl Martins s. Lenz, Sigismund und Heüirich V. (1874), 
S. 172 ff. Frominc, Römische Quartalschrift X, 133 ff. Valois, La France et le 
grand schisme IV, 402 ff. Thomas Gascoigne (Loci e libro veritatum, ed. E. 
Thorold Rogers, 1881, p. 1.55) sagt: « quando [Martinus V.] fuit electus in 
papam, alius bonus doctor electus fuisset, nisi fraus et labor episcopi tunc 
Wintoniensis, Henrici Beauford, iinpedivisset ». Das ist etwa in den fünf- 
ziger Jahren gesclirieben. 

^) Duck, Vita Henrici Chichele (Oxford 1617; ich kann leider nur die 
englische Uebersetzung, London 1699, benutzen) gibt ein Schreiben des Erzb. 
Chicheley von Canterbury an Heinrich V. v-om 6 März 1 1418] wieder, worin 
dies erwähnt und der abwesende König um Verhaltungsmassregeln gebeten 
wird, ob der Verkehr mit der Kiu-ie freigegeben werden solle. Dort wird 
auch eine päpstliche Gesandtschaft erwähnt, die kürzlich nach England ge- 
kommen sei. — Das Buch von Duck ist hauptsächlich nach archivalischen 
Quellen gearbeitet, die zum Teil sonst nicht publiziert sind. 



2ö2 J. HALLER 

sich dieser beziehen sollte, wird nicht aiisdriicklich angegeben; 
es liegt nahe, daran zu denken, dass der König — neben an- 
derem — auch über die Haltung Aufschluss wünschte, die der 
neue Papst in der Frage der Pfründenverleihung emnehmen 
würde. Im englischen Konkordat wird dieser Punkt bekannt- 
lich überhaupt nicht erwähnt '), ein deutliches Zeichen, dass 
man auf englischer Seite diese Frage als 'durch die eigenen 
Landesgesetze erledigt angesehen wissen wollte. Es kam nur 
darauf an, ob der Papst diesen Standpunkt, wenn auch nicht 
grundsätzlich anerkennen, so doch in der Praxis gelten lassen 
würde. 

So hören wir, dass Heinrich V. dem Papste — es scheint 
zu Beginn von Martins Pontifikat geschehen zu sein — ge- 
schrieben habe, er solle sich nicht in die Verleihung englischer 
Pfründen mischen, die « nach früheren Vereinbarungen zwischen 
Königen und Päpsten und gemäss seinen königlichen Vorrech- 
ten » ihm, dem Könige, zustehe'-). 

Indes dauert es nicht lange, so ist zwischen der Kurie 
und England ein freundschaftlicher Verkehr im Gange. 

Die Vermittlung des Papstes zwischen England und Frank- 
reich wird nicht nur zugelassen '), der eine der Legaten erhält 
auch einen besonderen Gunstbeweis ^), König Heinrich selbst 
empfängt eine Reihe päpstlicher Gnadenbriefe ■'), und der Papst 
darf ihm sogar einen französischen Gelehrten angelegentlich 
empfehlen •"'). 

Von der Pfründenverleihung durch den Papst, von dem 
englischen Provisorenstatut ist vorläufig nicht die Rede. 

Aber nur vorläufig aufgeschoben hatte Martin diese Dinge; 

') Hübler, a. a. O. 207 ff. 

■-) Das Schreiben citiert Duck 1. c, p. 92 der englischen Ausgabe. 

■'') Rymer IV 3, 49. 52. 78. 

*) 1418 Juni 24: Erlaubnis für den Kardinal von S. Marco — er ist 
ein Franzose, Wilhelm Fillastre — zvim Genuss seiner Pfründen in der Xor- 
mandie oder sonst im Gebiete Heinrichs, erteilt mit Rücksicht auf den Papst. 
Rymer IV 3, 57. 

°) 1418 August 19: u. a. die Erlaubnis, Reliquien aus französischen Kir- 
chen fortzuführen, und die Bestätigung einer Stiftung. Rymer IV 3, 63. 

'^') 1418 April 17 ersucht er Heinrich, dem Xicolaus von Clamenges den 
Genuss seiner Kantorei in Bayeux zu gestatten. Rymer IV 3, 48. 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 253 

auf die Geltendmachung seiner alten Rechte gedachte er hier 
so wenig wie anderswo zu verzichten. Er sprach es gelegent- 
lich offen aus, dass er bei Beförderung englischer Geistlicher 
die Männer auswählte, in denen er künftige Kämpfer für die '^ 
Wiederherstellung seiner Rechte zu erkennen glaubte '). 

Und schon nach anderthalb Jahren wagte er einen ent- 
scheidenden Schritt in dieser Richtung -). 

Im Sommer 1419 macht sich ein Gesandter auf, der zu- 
nächst wegen des Friedens mit Frankreich beglaubigt ist, da- 
neben aber den Auftrag erhält, den König um « Erläuterung, 
Aufhebung oder Abänderung » •'') des Provisorenstatuts zu er- 
suchen. 



') An den B. von London schreibt er: « Quando te promovebamus de 
gradu in gradum, ampliantes lionorem et statum tuum, parare nobis et Ro- 
mane ecclesie defensorem et pugilem in regne Anglie putabamus, qui clericos 
per nos ad beneficia nobis et sedi apostolice reservata promotos protegeret 
et tiieretur et collationes per nos factas pro posse defenderet. Sed ut videmus 
secus accidit ». Denn der Bischof hat die Bevollmächtigten eines niclit näher 
bezeichneten « Wilielmus, utriusque iuris baccalarius, in Romana curia resi- 
dens » init Drohungen abgewiesen, als sie eine jenem vom Papste verliehene 
Pfründe (vakant durch den Tod des früheren Kollektors Walter Medford, 
der beim Konzil in Pavia starb) einnehmen wollten, und hat die Pfründe 
einem andern verliehen. « Sed quicquid hactenus actum sit, benigno feremus 
animo et non ascribemus alicui inobedieneie contumaci », wenn der Bischof 
nur künftig den Providierten begünstige. Arm. XXXIX, vol. 6, fol. 138 a. 
Der Adressat, da das Breve seinem Inhalte nach ins Jahr 1423 gehört, ist John 
Kemp, der innerhalb dreier Jalire 1419-22 durch päpstliche Gunst von Ro- 
chester nach Chichester und London vorrückte. Im vorliegenden Falle hat 
er die Hoffnungen des Papstes getäuscht, denn die Liste der Pfründner von 
London führt als Nachfolger des Walter Medford keinen Wilhelm auf. Le 
Neve, Fasti ecclesiae Anglicanae II, 372. Trotzdem wnirde 1425 Kemp's 
Erhöhung auf den erzbischöflichen Stuhl von York von der Kurie vollzogen. 
Die Einladung, die im November 1421 an den B. Richard (Flerayng) von 
Lincoln ergeht, für einige Zeit {« ad tempus aliquod moraturus ») an die Kurie 
zu kommen, hat wohl auch keinen anderen Zweck gehabt, als den B. für die 
Absichten des Papstes zu gewinnen. Arm. XXXIX, vol. Ta, fol. 606; vol. 0, 
fol. 138a. Das Datum ist beidemal verdorben: dort 13., hier 14. idas (!) de- 
cembr. an. .5. 

= ) Einzige Quelle für das Folgende ist die Aktennotiz bei Rymer IV 
J^ 136. 

/ ") « Interpretari, tollere aut modificare >>. 



254 J. HALLEK 

Dieser Spezialgesandte, ein Deutscher iiamens Heinrich 
Grenfeld, führt den Titel eines päpstlichen Protonotars und 
soll, wie die englischen Gesandten an der Kurie ihrem Kö- 
nige schreiben, als kurmainzischer und kurpfälzischer Rat bei 
den deutschen Kurfürsten in hohem Ansehn stehen '). Am 
16. Oktober erhält er von Heinrich, der zur Zeit in der Nor- 
mandie weilt, in der Nähe von Mantes seinen Bescheid, über 
den mit einer sonst nicht üblichen Förmlichkeit eine umständ- 
liche Aktennotiz aufgenommen wird -). Darin wird die Frie- 
densvermittlung mit höflichem Danke erwidert, hinsichtlich 
des Provisorenstatutes aber heisst es, der König, seit zwei 
Jalu'en ganz vom Kriege gegen Frankreich in Anspruch ge- 
nommen, könne auf die Frage nicht näher eingehen ): das 
Statut sei schon vor Heinrich IV. im Parlamente erlassen und 
der König folglich durch seinen Krönungseid ausser Stand ge- 
setzt, dieses wie irgend ein anderes Statut ohne Zustimmung 
der drei Stände seines Reiches aufzuheben, zu deuten oder 
abzuändern, «selbst wenn er es wollte»^). 

Diese Antwort, die schwerhch noch kürzer ablehnend hätte 
ausfallen können, hat den Papst nicht entmutigt. Obwohl 
Heinrich nicht die geringste Bereitwilligkeit verraten hatte, 
hören wir doch schon nach zwei Jahren von erneuten Bemü- 
hungen, die Aufhebung des Statuts zu bewirken. Wer dieses 
Mal der oder die Träger der schwierigen Mission waren, ist 
nicht überliefert. 

Für gewöhnlich war die Vertretung der päpstlichen Inte- 
ressen dem Kollektor überlassen, der in England — und gewiss 
nicht nur dort — ausser der Sammlung der geschuldeten Ab- 

') Rymer IV 3, 124: << penes electores iinperii magnae. ut intellexiiniss, 
auctoritatis virum ». Die Empfehlung datiert vom 30. Juni 1419. 

'■■) Ista responsio erat data niagistro Henrico Grenefelde prothonotario 
per magistrum Philippum ^Morgan in die s. Michaelis in Monte Tumba, vi- 
delicet (?) XVI. die octobris apud Mante de mandato dorn, regis in prae- 
sentia eiusdem dorn, regis et ducis Gloucestriae etc. Rymer IV 3, 130. Im 
Datum steckt ein Felilei-. Wahrscheinlich ist es so zu verstehen, dass der 
erste Empfang Grenfelds am 29. September, der Bescheid am Kl. Oktober 
erfolgte, 

■') « Non possit latius intendere et vacare >>. 

■") « Xon posset, etsi vellet >. 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 255 

gaben auch eine politische Stellung einnahm ^). Ihm lag na- 
mentlich die fortlaufende Berichterstattung an den Papst ob -), 
und wiederholt finden wir ihn später mit besonderen politischen 
Aufträgen betraut ■■). Das Amt verwaltete damals der Konsi- 
storialadvokat Simon von Teramo *), ein angesehener Jurist, 
der nachmals auf dem Konzil von Basel eine bedeutende Tä- 
tigkeit als Sachwalter ausübte '). Im Jahre 1421 hat er vom 
enghschen Klerus eine Geldhilfe für den Papst erbeten, die 
abgelehnt wurde, da die gewöhnlichen Einnahmen der päpst- 
lichen Kammer ausreichten ^). Er ist auch bei den sonstigen 
Verhandlungen dieses Jahres beteiligt gewesen und deshalb zur 
Berichterstattung an den päpstlichen Hof zurückgekehrt. Doch 
verstände es sich fast von selbst, wenn es nicht ausdrücklich 



') Die entgegengesetzte Meinung von Miltenberger, Rom. Quartalschrift 
VIII (1894), 411 (« besass keinerlei politischen Einfluss ») wird durch die Tat- 
sachen widerlegt. Vgl. Concilium Basiliense I, 17(). 

-) Concil. Basil. 1. c: « Solebat enirn papa de oninil)us (!ontiri(;entibus 
in illo regno avisari per collectorem fideliter ». 

") Während des Basler Schismas ist der Kollektor Petrus de Monte ge- 
radezu als ständiger Gesandter anzusehen, nach seiner eigenen Korrespondenz, 
die ich näciistens an anderer Stelle vorzulegen hoffe. 

') ^lartin V. hatte zuerst (1416) einen Einheimischen, Walter Medford, 
Dekan von Wells, ernannt, der auch 1419 Juni 2i') die Summe von 1219 fl. 
ablieferte. Miltenberger, a. a. O. 4iri. Es liegt nahe, anzunehmen, dass er 
damals in Simon von Teramo einen Nachfolger erhalten habe. Er starb erst 
1423 (Le Xeve, Fasti ecclesiae Anglicanae I, 152), und zwar in Pa\ia beim 
Konzil, s. oben S. 253 Anm. 1. Einen Anhalt für die Zeitbestimmung würde 
ein Brief Poggios an Xiccoli (Poggii Epistolae ed. Tonelli I, 52) bieten, worin 
es von dem an die Kurie zurückgekehrten Simon (cf. I, 49. 51) heisst: « Col- 
lector hie fuit mensibus quatuor ». Nur ist leider die Chronologie von Poggios 
Briefen selbst .selir unsicher, sie könnte vielleicht durch das von mir hier vor- 
gelegte Material berichtigt werden. Die Abhandlung des Petrus Gryphus über 
die englische Kollektur (Vatik. Archiv XXXIII, 26; Gryphus war selbst seit 
1508 Kollektor in England) gibt das Jahr 1421 für den Wechsel der Personen 
an, ist aber gerade in ihren chronologischen Daten nicht zuverlässig. Konsi- 
storialadvokat heisst Simon in einer Urkunde Martins V. von 1423 März 18, 
die ihm eine Schvildverschreibung des Vizekämmerers vom 14. März über 1300fl. 
bestätigt und ihn auf seine englische Kollektur anweist. Vatik. Archiv Reg. 354,- 
fol. 182 a 

') Concil. Basil. II-IV (Register). Als Advokat Englands V, 100. 

') Xach Duck p. 104. Bei Wilkins findet sich darüber nichts. 



2ö() J- HALLER 

bezeugt wäre, dass ein so wichtiger Auftrag nicht den Händen 
des Kollektors allein überlassen wurde. Wer ihm zur Seite 
stand, wissen wir leider nicht '). Wohl aber hören wir, dass 
der Erfolg dieser Sendung ein ungleich grösserer war, als zwei 
Jahre zuvor. 

Man hatte an der Kurie ernsthch gefürchtet, Heinrich könnte 
die englischen Kirchengesetze auch auf die eroberten französi- 
schen Gebiete übertragen. Am 19. Oktober 1421 dankt der 
Papst dem Könige, dass er versprochen habe, dies nicht zu 
tun-). Aber für ein noch viel grösseres Versprechen kann 
Martin diesmal danken: Heinrich, der sich damals in Frank- 
reich befand, habe in entgegenkommenderweise zugesagt, dass 
demnächst nach seiner Rückkehr die Aufhebung des Proviso- 
renstatuts im Parlament zur Sprache kommen und, wenn das 
Statut sich als widerrechtlich herausstelle, auch wirklich erfolgen 
solle ■ ). Mit dem Danke hierfür verbindet Martin einige nach- 
drückhche Ermahnungen, den Hinweis auf die Spaltung der 
Kirche, die durch die englischen Gesetze fortdauere, und auf 
das böse Beispiel, das durch sie gegeben werde. Er schliesst 
mit der Erklärung, er wolle sich der Schmach, dergleichen 
geduldet zu haben, nicht aussetzen. 

Der Papst muss sich seinem Ziele sehr nahe geglaubt haben, 
da er eine so entschiedene Sprache für angebracht hielt. Er 

') .Am 19. Oktober 1421 dankt [Martin V. dem Könige für die Erklä- 
rungen (s. u.), die Simon von Teramo überbracht hat. Raynaldus 1421 § 18. 
(dat. 17. Oktober; zu verbessern nach Arm. XXXIX vol. 5 fol. 1Mb), Später 
— unten, Beilage n. 3 im Eingang — ist von « oratores nostros » die Rede. 
Die Gesandtschaft Heinrichs an den Papst, zu der sich B. Richard Clifford von 
London am 20. Mai 1421 Vjereit erklärt (Ellis, Original lotters, 2d. series I, 90), 
ist schwerlich abgegangen. Der B. selbst starb schon am 20. August in Eng- 
land. Le Neve II, 294. 

-) « In terris et dominus, quae noviter ad tuas manus devenerunt, Ro- 
manae ecclesiae iura et libertates nullo modo tollere vel mutare, sed in suo 
pristino statu secvindum consuetam obedientiam conservare voluisti et sie 
intendis etiam in futurum >>. Raynaldvis 1. c. 

•■) <'Et insuper in ipso regno Angliae... te daturum operam liberaliter 
obtulisti, ut in primo parlamento, quod quamprimum fueris reversus in An- 
gliam celebraturus es, haec ipsa edicta tollendi materia pertractetm-, ut si 
edicta illa honesta et legitima ratione sustineri non potuerint..., satisfactm-iun 
te nostrae voluntati pro tuae iustitiae debito polliceris ». 



KNGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 



zählte dabei auf Unterstützung unter den englischen Prälaten. 
Vor allem war es Heinrich von Winchester, der ihm ja von 
Konstanz her so nahe stand, über dessen Eifer für Recht und 
Ehre des heiligen Stuhles und für die Freiheit der Kirche jetzt 
die vorteilhaftesten Berichte einliefen ' ) . Aber auch der Kanzler 
des Königs, Bischof Thomas Langley von Durham -), verdiente 
sich den gleichen Dank. 

Wie sicher der Papst sich fühlte, geht auch daraus hervor, 
dass er es wagte, in einem nicht unwichtigen Falle die Wün- 
sche des Königs zu durchkreuzen. Wie seine Vorgänger, so 
hatte auch Heinrich V. das Landesgesetz, soweit es sich um 
die Besetzung von Bistümern handelte, stillschweigend igno- 
riert. So oft ein Bischofssitz frei wurde, erfolgte eine päpstliche 
Provision, bald in Uebereinstimmung mit einer Wahl des Ka- 
pitels, bald ohne solche^). Gerade dies war der Weg, auf dem 
der König seine Leute zu befördern und seine Zwecke zu er- 
reichen wusste. Nun war am 20. August Bischof Richard Clif- 
ford von London gestorben, und Heinrich wünschte an seine 
Stelle seinen langjährigen Gesandten an der Kurie, Thomas 
Polton von* Hereford, erhoben zu sehen. Er ersuchte also 
den Papst um dessen Ernennung und Hess seinen Kandidaten 
gleichzeitig durch das Londoner Kapitel wählen^). Martin aber 
glaubte den Augenblick günstig, um einen eigenen Willen zu 
beweisen. Er lehnte nicht nur die gewünschte Ernennung ab; 
denn, wie er dem Könige schrieb •'), durch einen Abwesenden 



') Unten Beilage n. 1. 

-) Ebenda n. 2. 

") Bis zu diesem Zeitpunkt — Ende 1421 — hatten seit der Anerken- 
nung Martins in England 11 bischöfliche Vakanzen stattgefunden, in 
10 Fällen hatte Martin providieren dürfen, und zwar hiervon nur dreimal 
nach vorausgehender Wahl oder Postulation (Exeter 1420-1, Rochester 1411), 
Worcester 1419), dagegen siebenmal ohne solche (Chichester 1418, 1421, St. Da- 
vids 1418, Hereford, Lichfield, Lincoln und Carlisle 1420). Nur ein einziges 
Mal ist eine päpstliche Provision nicht bezeugt (Exeter 1419). Widerstand 
haben die Ernannten nirgends gefimden. Le Neve I, 244 f. 290. 373. 375. 464. 
552. II, 17. III, 60. 238. Vgl. füi- die frühere Zeit Papsttum und Kirchen- 
reform I, 454. 

■*) Le Neve II, 294: am 22. November. 

'") Arm. XXXIX vol. 6, fol. 46 &. 



könne London nicht verwaltet werden, und Polton hätte die 
Kurie ungern verlassen: er ging noch weiter und benutzte die 
Gelegenheit zu einer grossen Verschiebung unter den englischen 
Bischöfen, zu der er die Zustimmung des Königs erst nach- 
träglich mit der Bemerkung einholte, es sei alles aus guten 
Gründen und nach dem Rate der Kardinäle geschehen. Er 
schol) nämlich den Bischof John Kemp von Chichester nach 
London. Thomas Polton von Hereford nach Chichester, Thomas 
Spofford, der soeben erst von St. Mary m York nach Roche- 
ster ernannt war, von hier nach Hereford und ernannte für 
Rochester einen Mönch von Canterbury, John Langdon ). Solch 
eine Völkerwanderung aus Anlass einer einzigen Vakanz dürfte 
seit den Tagen Johanns XXII. nicht mehr vorgekommen sein; 
sie beweist, was man an der Kurie sich erlauben zu können 
meinte. 

Um so grösser muss die [Enttäuschung gewesen sein, die den 
hochgespannten Hoffnungen auf dem Fusse folgte -). Nach 
dem Berichte der heimgekehrten päpstlichen Gesandtschaft 
hatte man erwartet, dass die nächsten Boten des Königs die 
endgiltige Erledigung der Sache in dem an der Kurie ge- 
wünschten Sinne bringen würden. Nun erschien zwar ein Ge- 
sandter Heinrichs, der Rechtsgelehrte Nicolaus Bildeston ^), aber 
in Sachen des Provisorenstatuts hatte er nicht die geringste 
Instruktion, nicht einmal Vollmacht zum Verhandeln. Man 
begreift, dass Martin über diese Verzögerung ungehalten war. 
Dem heimkehrenden Bildeston wurde ein Breve an seinen Herrn 
mitgegeben, w'orin an die Vorwürfe wegen solcher Säumigkeit 
eine ernste Mahnung zu Demut und Gehorsam gegen den 
päpstlichen Stuhl geknüpft ist. 

Unmöglich wäre es nicht, dass die Eigenmächtigkeit, mit 

') Die Eriianiiteu siml saaitlich in den Besitz ilin>i- Würden gelangt. Le 
Xeve I, 241. 4G5.; II, ä(i(i. 

■} r)ariU>er das Breve an Heinrich, Beilage n. 3. 

■•) Er wird noth 14;i(l zu einer Gesandtschaft nach Rom, wegen der fran- 
zösischen Frage, hestinunt. Proceedings and Ordinances of the Privy Council, 
ed. Xicholas IV. II'. 1427 heis.st er Kanzler des Kardinals von Winchester. 
Heg. :}.>!» fol. 44 r/. 14;}.") wird er Dekan von Salisbury und stirbt 1441. Le 
Xeve II. CiC. \'fil. auih I'oggii Epistolae I, 112, 143. 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 2.39 

der Martin soeben in die Besetzung der Bistümer eingegriffen, 
den König aufgebracht hatte. Wenigstens lesen wir in einem 
Breve an ihn '), dass Heinrich sich beschwert hatte, der Papst 
habe sich durch seine Neider gegen ihn einnehmen lassen. 
Martin weist diesen Vorwurf zurück und gibt dem Könige zu 
bedenken, dass er nicht jede seiner Bitten erfüllen könne, weil 
er und die Kardinäle zum Wohle der gesamten Kirche auf viele 
Dinge Rücksicht nehmen müssten. Für alles Nähere verweist 
er den König auf die brieflichen Mitteilungen des Kollektors 
und des Gesandten Polton. 

Die vorhandene Spannung wurde alsbald durch einen pein- 
lichen Zwischenfall bedenklich gesteigert. Am Osterfeste 1422 
gerieten während des Hochamtes in St. Peter, in Gegenwart 
des Papstes, die Gesandten Englands und Kastiliens wegen des 
Vorrangs in einen Streit, der in Tätlichkeiten ausartete. Martin 
Hess sie deswegen gerichtlich zur Rechenschaft ziehen und 
machte hiervon den beiden Herrschern Mitteilung ). Wir wissen 
nicht, wie Kastilien die Sache aufgenommen hat; Heinrich aber 
geriet in grossen Zorn. Er sah die Ursache des Streites in 
einer Zurücksetzung seines Vertreters und beschwerte sich beim 
Papste in einer Form, die ungewöhnlich genug war, um zu 
beweisen, wie ernst der König die Sache nahm: er schrieb 
eigenhändig und in englischer Sprache. ^lartin zögerte nicht, 
sich zu entschuldigen, indem er alles auf ein Versehen der Ce- 
remonialbeamten schob und mit vielen Worten seine Liebe zu 
dem Gesandten und seine Achtung vor dem Könige beteuerte'^). 
Von einem Prozesse gegen jenen ist nicht mehr die Rede. 

Dies ist das letzte Wort, das aus dem Verkehr zwischen 
Martin V. und Heinrich V. erhalten ist. Das frühe Ende des 
Königs zerschnitt alle etwa noch schw^ebenden Verhandlungen. 
An der Kurie glaubte man oder gab man sich doch den Anschein 
zu glauben, dass ungeachtet der letzten Missklänge nur der 
Tod ihn gehindert habe, die Wünsche des Papstes, wie er ver- 
sprochen, zu erfüllen ^). Ein Zweifel an der Richtigkeit dieser 

') Beilage n. 4. 

-) Beilage n. 5. 

■') Beilage n. t>. 

*) An das königliche Conseil schreiljt ^lartin unmittelbar nach Heinrichs 



260 J. HAI.LEK 

Meinung ist wohl erlaubt. Bei aller Reclitgläubigkeit und 
Kirclilichkeit wird auch Heinrich V. nicht ernstlich gewillt ge- 
wesen sein, ein Gesetz aufzuheben, das den in der Nation 
herrschenden Anschauungen entsprang, und einen Zustand zu 
ändern, der für ihn selbst und seine Macht dei denkbar vor- 
teilhafteste war. Wenn er dem Papste Hoffnungen erweckte, 
die er nicht erfüllen wollte, vielleicht — gegenüber dem Wi- 
derspruche des Parlaments — nicht einmal erfüllen konnte, 
so bewog ihn dazu die Rücksicht auf die äussere Politik. 
Für die Behauptung und Befestigung seiner französischen 
Eroberungen musste es ihm wertvoll sein, dass er den Papst 
nicht gegen sich hatte. Das offen feindselige Verhältnis, in 
das sich die Regierung des Dauphins Karl von Anfang an 
gegen Martin gesetzt hatte, erleichterte ihm die Sache ohne 
Zweifel. Hielt sich der Papst in dem Kampfe um die franzö- 
sische Krone auch neutral, so war seine Neutralität doch eine 
fiü* England wohlwollende. Diese sich zu bewahren, sind die 
— übrigens nicht sehr bindenden — Versprechungen Heinrichs 
bestimmt gewesen: nicht mehr. 

An seiner Stelle regierte seit dem 31. August 1422 dem 
Namen nach ein kleines Kind, in Wirklichkeit ist die Staats- 
gewalt in den Händen von Regenten, die unter einander nichts 
weniger als einig sind. 

Wenn unter ihnen eine oder einige Personen von entschei- 
dendem Einflüsse waren, die sich für die Wünsche der Kurie 
gewinnen Hessen, so war das für eine Wiederaufnahme der ge- 
scheiterten Bemühungen nicht ungünstig. Bischof Heinrich 
Beaufort von Winchester, der Grossoheim des kleinen Königs 
und in den ersten Jalu-en sein Kanzler '), bedeutete jetzt un- 

Tüde: < Postreino, quod vobis esse ante oiniiia curae debet, non est de im'e 
Rom. eeelesiae negligenduin et de abülitione illiiis asserti statuti, per quod 
in regno Angliae libertas ecclesiastica longo tempore oppressa est. Xam prae- 
fatus rex defunctus spem optimam nobis dabat, quod quamprimum reversus 
esset in Angliam, parliamentum ad hoc necessarium celebraret et pro resti- 
tutione iuris praefatae eeelesiae et ecciesiasticae libertatis effeetualiter provi- 
dere;t». Raynaldus 1422 § 2t>. 

') Stubbs, Constitutional historj- of England, chap. XVIII, § 330(111', 
100 f.). 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 2()1 

Streitig mehr, als unter der Regierung seines selbstherrschenden 
Neffen. Er gilt dem Papste nach wie vor als treu ergebener 
Anhänger; das Lob für seinen Eifer wird nicht gespart, an ihn 
wendet man sich, wenn es gilt, eine dem päpstlichen Nuntius 
widerfahrene Unbill zu sühnen '), und schliesslich wird ihm der 
rote Hut verliehen-), « damit er unter diesem undurchdringH- 
chen Helme sicher vor den Geschossen der Bösen furchtlos für 
Kirche und kirchliche Freiheit kämpfe»'). 

Dem Kardinal von Winchester steht sein Neffe, Herzog 
Humphrey von Gloucester, feindselig gegenüber, zwar mit dem 
Titel eines Protectors und Regenten geschmückt, aber an wirk- 
licher Herrschaft durch den Widerstand der Lords von Anf antr 
an gehindert '). Auf seine Gefügigkeit hätte man, zunächst 
wenigstens, rechnen dürfen, solange er nämlich noch die Hoff- 
nung hegte, seine im Herbst 1422 geschlossene Ehe mit Jacque- 
hne von Holland durch einen päpstlichen Spruch legitimiert zu 
sehen '"). 

Weitaus am wirksamsten aber musste für die Kurie der 
Beistand des Herzogs von Bedford sein. Niemand war besser 
befähigt, als dieser würdige Bruder des grossen Königs und 
eigentliche Erbe seiner Politik, dem Papste zur Erfüllung seiner 
Wünsche zu verhelfen. Wie sein Vater, so hat auch Bedford 
als Regent in Frankreich stets ein gutes Verhältnis zur Kirche 
gepflegt, ohne deren Hilfe die Stellung der Engländer in dem 
eroberten Lande noch früher unhaltbar geworden wäre, als sie 
es nachher tatsächlich wurde *"). Doppelt sah sich Bedford auf 
diese Rücksicht hingewiesen, da er von Anfang an eine Po- 

') Beilage n. 11. 

") 1426, 24. Mai. Evibel, Hierarehia catholica I, 33. 

") In dem Breve, das den Ueberbringer des Hutes beglaubigt, heisst es: 
« Sed speramus in Domino, quod tu munitus hoc pileo adversarios ecclesie 
Dei terrebis velut galea impenetrabili a iaculis malignorum. Igitur . . . sub 
illo... militare non timeas pro defensione ecclesie et ecclesiastice libertatis ». 
Reg. 359, fol. 3 a. Arm. XXXIX vol. ä, 2. Hälfte, fol. öa. 

*) Stubbs, 1. c. III=, 99 ff. Pauli, Geschichte von England V, 182 f. 

^) lieber diesen Prozess, der sein regelrechtes Ende erst viel später finden 
sollte, vgl. Löher, Jakobäa von Bayern II, 190. 232 ff. 271, und unsere Bei- 
lage n. 10. Blök, Geschichte der Niederlande II, 1.38 ff. 

') Vgl. Hübler, a. a. O. 305. 



2(;-2 .T. HAT,LEE 

litik engsten Anschlusses an Bnrgimd befolgte, das schon längst 
mit Martin V. vollkommen einig war '). 

Aber alle diese Berechnungen täuschten. Die Begünstigung 
Winchesters verstimmte den Primas, Heinrich Chicheley, der 
seinem zum Kardinal erhobenen Suffragan nur ungern den Vor- 
rang überliess. Hatte er doch schon früher einmal (1417) diese 
Standeserhöhung Beauforts durch einen Protest beim Könige 
zu verhindern gewusst'-'). Und Erzbischof Chicheley war vom 
Gefühl seiner Würde nicht wenig durchdrungen; er, der es ein- 
mal (1420) sogar gewagt hat, ganz von sich aus, ohne den 
Papst auch nur zu befragen, einen Jubelablass für die Besu- 
cher seiner Kirche auszuschreiben, denen er dieselbe Sünden- 
verzeihung verhiess, wie sie den Rompilgern zuteil wurde ^). 
Das deutet nicht eben auf einen starken Glauben an die Rechte 
des heiligen Stuhles gegenüber der Landeskirche, und man wird 
dem Manne schwerlich Unrecht tun, wenn man trotz allen seinen 
Beteuerungen annimmt, dass die Leute Recht hatten, die dem 
Papste immer wieder den Primas selbst als den vornehmsten 
Gegner der römischen Wünsche denunzierten^). 

Noch mehr Grund erhielt mit der Zeit der Herzog von 
Gloucester, dem Papste gram zu sein, der den erhofften Spruch 
im Eheprozess hinausschob und damit die grossen Eroberungs- 
pläne in den Niederlanden aufs nachdrücklichste hemmte. Auch 
Gloucester wird schon früh als Hindernis für die Erfüllung 
der päpsthchen Wünsche bezeichnet, und er hat nichts getan, 
um diesen Verdacht zu widerlegen '"). 

•) Ueber Bedfüi-ds Politik s. Stubbs 1. c. § 331 (III', 101 ff.), Pauli V, 
186, Pirenne, Geschiolite Belgiens II, 279 f. Ueber die Haltung der burgun- 
dischen Partei Valois IV, 432 ff. 

") Duck p. 115 ff. Vgl. Stubbs § 334 (111% 111). 

=■) Erst am 19. März 1423 ordnete Martin V. deshalb eine Untersuchung 
an. Raynaldus 1423 § 21. Sollte er sich davor gescheut haben, solange Hein- 
rich V. lebte? 

') Vgl. unten S. 273. 

•'') Für die Haltung, die der Regentschaftsrat in der Praxis gegenüber 
den päpstlichen Ansprüchen einnahm, liegen nur wenige Zeugnisse vor. Soweit 
diese reichen, muss man annehmen, dass die bisherige Politik streng festge- 
halten worden sei, d. h. die Regierung lässt Bischofsernennungen diu-ch den 
Papst in der Regel zu. wahrt sich aber das Recht, sie unter Umständen 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 203 

Die Kurie scheint während des Regierungswechsels in Eng- 
land nicht vertreten gewesen, der Kollektor, der im Oktober 1421 
nach Rom gegangen war M, erst im Frühling 1423 auf seinen 
Posten zurückgekehrt zu sein. Ihm ist diesmal der Bischof 
Jakob von Triest beigegeben; «wichtige Geschäfte» bilden ihren 
nicht näher bezeichneten Auftrag '). Es ist nicht ausdrücklich 
überliefert, aber wir haben Spuren, dass darunter auch ein er- 
neuter Versuch war, die Verfügung über die englischen Pfründen 
für den Papst zurückzugewinnen. 

Sehr bedauerlich bleibt es, dass wir über diese Phase der 
Verhandlungen gar keine Nachrichten haben, denn allem An- 
scheine nach ist die Frage damals, zu Ende 1423 oder Anfang 
1424, bis vor das Parlament gelangt und hat zu lebhaften 
Auseinandersetzungen Anlass gegeben •*). 



zurückzuweisen (Proceedings III, 210 f.: Verweigerung der Temporalien bei 
Versetzung des B. von Lincoln nach York). Vgl. sonst Le Neve I, 102. 1-10. 
245. 338; II, 248. 295. 467. 603; III, 60. HO. 238. Als bezeichnend für das 
Verhältnis der beiden Gewalten erscheint das Breve, womit Martin V. dem Kö- 
nige die Ernennung des B. Robert von SaUsbviry (1427 Juli 9) anzeigt: « desi- 
derantes semper ea facere, que tue regie celsitudini grata t'orent ». Arm. XXXIX, 
vol. 6, fol. 129 a. Vgl. Le Neve, II, 603. Man dispensiert unter LTmständen 
zu Gunsten eines hochstehenden Kurialen von dem Provisionsverbote bei 
Pfründen, betont aber zugleich entschieden, dass daraus keine Anerkennung 
einer päpstlichen Reservation folgen solle (Proceedings III, 190: Erlaubnis 
für den Papstneft'en Prosper Colonna zum Besitz englischer Pfründen im 
Werte von .500 Mark und mehr, unter der Bedingung, dass das Verfügungs- 
recht des Ordinarius in jedem Falle ausdrückhch anerkannt werde). 

') Oben R. 255. 

") Am 4. März 1423 wird dem Kollektor der Pass ausgestellt. Vatik. 
Archiv, Reg. 354 fol. 175*. Vom 19. März datiert der Auftrag, die Ablassan- 
gelegenheit von Canterbury (s. oben) zu untersuchen, an den Kollektor und 
den B. Jakob von Triest, « quos ad regnum Angliae nuncios deputätos pro 
nonnullis arduis nostris et Romanae ecclesiae negociis destinamus •>. Ray- 
naldus 1423 § 21. 

'') Martin V. betont später (1420-7), es sei nicht das erste Mal, dass die 
Sache ans Parlament komme. Ich finde für eine frühere Parlaments Verhand- 
lung keinen bessseren Platz, als 1424. Die Rollen enthalten nichts darüber, 
weder hier noch später. Nur in den Gesta abbatum s. Albani des Joh. de 
Amundesham (Rolls Series) I. 5 wird erwähnt, der Kollektor habe im Sep- 
tember eine päpstliche Bulle vom 1. März 1423 überbracht, betreffend Wie- 
derherstellung der päpstlichen Rechte in England. Vielleicht, ja wahrschein- 



•2tl4 J- HALLER 

Erreicht wurde jedenfalls nichts. Die vergeblichen Verhand- 
lungen hatten aber für den Kollektor ein unangenehmes Nach- 
spiel. 

Der Vorgang ist nicht ganz zu durchschauen. Nur soviel 
ist klar, dass sich in England eines Tages — es muss im Ok- 
tober 1424 gewesen sein — das Gerücht verbreitete, Simon 
von Teramo habe dem Papste berichtet, er solle nur in der 
« Eheirrung » des Herzogs von Gloucester einen verurteilenden 
Spruch fällen, so werde ihn niemand mehr an der Verfügung 
über die englischen Pfründen hindern '). Der Papst aber habe 
diesen Rat abgelehnt: ein Vater dürfe nicht so gewaltsame 
Mittel anwenden, um die Herzen seiner Kinder zu gewinnen'-). 
So wurde verschiedentlich aus Rom nach England gesclirieben •^). 

Gloucester schäumte vor Zorn. Simon hatte sich ihm ge- 
genüber erboten, seine Ehesache in Rom zu betreiben, er hatte 
deshalb Einblick in die geheimen Zusammenhänge erhalten 
und sollte das Vertrauen nun auf so schmähliche Weise mis- 
braucht haben ^). Von Calais aus, Avohin er sich zur Erobe- 
rung Hennegaus gerade begeben hatte, schrieb der Herzog dem 



lieh betrifft dies jedoch nur die Einziehung der Prokurationeu (annuns census 
vulgariter procurationes nuncnpatos) von den englischen Klöstern, womit der 
Kollektor durch Bulle vom 1. März 1423 beauftragt wird. Vatik. Archiv, Reg. 
354 f. 182 6. Eine Spur von gespaimten Verhandlungen hat sich überdies 
erhalten in der Korrespondenz Poggios. Dieser schreibt aui 10. Februar 
[1424] an Simon de Teramo nach England (ed. Tonelli, I, 105 f.), um sich 
gegen den Vorwurf zu rechtfertigen, er habe die Sache des Papstes dadurch 
geschädigt, dass er dem B. von Winchester von den Erfolgen der Ketzer 
(Hussiten), der (bevorstehenden?) Auflösung des Konzils (von Siena) und dem 
Abfall Aragons geschrieben. « Prosperitas haereticorum debuit magis movere 
praelatos ad obedientiam papae quam ad pertinaciam. Quodsi hoc fecit laicos 
audaciores, quare publicarunt sibi nocitm-a?. . . Tergestinus quoque scripsit » . 

') « Quod si contra me in possessorio sententiam ferre velletis, gaude- 
retis in dispotiendis Angliae beneficiis plenissima libertate ». Gloucester an 
Martin V. Official Correspondence of Thomas Bekynton, ed. Williams, 
I, 279. 

-) « Sincera filiorum corda non esse per tarn violenta media ad patres 
littrahenda ». 

■') <' Variis ab apost. sede litteris transmissis >>. Kemp an Gloucester, 1. c. 
1, 280 ff. 

') Gloucester an Martin V., 1. c. 



ENGLAND UND KOM rNTEP. M.\KTIN V. •2()5 

Papste'); er dankte ihm, dass e- den giftigen Einflüsterun- 
gen dieses zweiten Judas, dieses falschen, hstigen Verräters -) 
keinen Glauben geschenkt habe, bereitete ihn aber zugleich 
darauf vor, dass der Kollektor ergriffen und bis auf weiteres 
gefangen gehalten werden solle. Dieser hatte sich gerade nach 
Irland begeben; bei seiner Rückkehr nach England lag bereits 
ein Beschluss des Geheimen Rates vor, der seine Verhaftung 
anordnete. Der Italiener kam dem zuvor. Frei^iUig stellte er 
sich dem Conseil, erklärte alles für Verleumdung und wusste 
damit Eindruck zu machen. Von einem entschuldigenden Schrei- 
ben, das er an Gloucester selbst richtete ^), liegt nur ein hoch- 
trabender Anfang vor, eine Abhandlung über « iustitia » und 
« temperantia ». Seine Sache bei dem erzürnten Herzog zu 
führen, übernahm der Kanzler. Bischof John Kemp von Lon- 
don ^). Dieser gab der Ansicht Ausdruck, Simon sei wirklich 
verleumdet worden, und zwar von seinen Gegnern an der Kurie 
selbst, die ihm vorwarfen, er sei durch englische Pfründen be- 
stochen und bemühe sich zu wenig im Interesse der Kurie ■'). 

Wer da nun Recht gehabt hat, wird sich nicht entscheiden 
lassen. Jedenfalls muss versucht worden sein, den Papst gegen 
Gloucester einzunehmen, da Martin V. selbst am 13. Dezem- 
ber 1424 dem Herzoge sclireibt, seine Bitte, den Verleumdern 
nicht zu glauben, sei unnötig gewesen, er habe ihnen ohnedies 
kein Gehör geschenkt '). 

üebrigens handelte es sich damals nicht nur um die all- 
gemeinen Prinzipien, sondern zugleich um einen besonderen 
Fall, die Versorgung des Papstneffen Prosper Colonna mit 

') Am 27. Oktober. Das Jahr [1424] ergibt sieb aus dem Ortsdatum. 
Vgl. Pauli V, 192. 

-) « Venenosa suggestio... illius alterius ludae, proditt)ris falsi-^simi...; 
praevaricator nequissimus, dolosissimus proditor Simon de Taramo >. 

") Bekynton I, 2>i3. 

^) Aus seinem Schreiben vom 4. November, 1. c. I, 280 ff., erfährt man, 
was vorgegangen war. 

'") «Forte propter beneficia quae recepit in Aiiglia, propter quae creditur 
non efficaciter laborasse ». Von englischem Pfründenbesitze des Mannes, der 
übrigens nur die niederen Weihen besass und später verheiratet war (Concil. 
Basiliense V, 108), ist in Le Xeve's Fasti nichts zu finden. 

') Bekynton I, 284. 

18 



2(i(i J. HALLEK 

einem Arcliidiakonat in Canterbury. Auch diese war nicht zu 
erlangen ; Martin nahm den Rat des Herzogs von Gloucester 
an und vertagte die Sache '). Im Jahre 1426 sclieint er we- 
nigstens dieses Ziel erreicht zu liaben '). 

Die Vermutung liegt nahe, dass der peinliche Zwischenfall 
dazu beigetragen hat, die Abberufung Simons von Teramo und 
seine Ersetzung durch eine andere Persönlichkeit zu veran- 
lassen, sei es nun dass der Mann sich in England unmöglich 
gemacht hatte ^), sei es dass der Papst mit seinem Eifer nicht 
zufrieden war^). Der Wechsel trat schon im Beginn des näch- 
sten Jahres, 1425, ein. Der neue Kollektor ist Johannes Obizzi, 
Auditor der Rota, ein Mann, der schon zur Zeit des Konstanzer 
Konzils in den Geschäften der Kurie heimisch gewesen war '). 



') 1. c. 

-) Proceedings and Ordinances of tlie Privy Council III, lil'». Rjnier X, 
3ö4. Le Neve I, 42. Vgl. oben S. 2113 Anm. 

'"') In der Briefsammlung, die als Bek3'nton's Korrespondenz publiziert 
ist, findet sich II, 363 ein Brief des Abtes von St. Albans, worin über den 
Verrat eines Simon de T. geklagt wird. Der Herausgeber hat das ohne wei- 
teres auf Simon von Teramo bezogen, was aber nach dem Zusammenhange 
sehr unwahrscheinlich klingt und jedenfalls durch nichts erwiesen wird. 

') Seine KoUektur hatte ein merkwürdiges Nachspiel. Er scheint näm 
lieh die Abrechnung verweigert zu haben. Vom 4. Juli 142.3 bis 17. Mai 142'i 
wird in der Kammer der Prozess gegen ihn verhandelt. Er fordert für sein 
Erscheinen sicheres Geleit, was abgeschlagen wird. Der Prozess endet mit 
dem Exekutionsbefehl « eitra brachium seculare », der aber erfolglos geblieben 
sein muss (Vatik. Archiv Arm. XXIX vol. 3, fol. 1706-1766, 1846). Erst 
nacli elf Jahren kam ein Vergleich zustande, der fih" den Kollektor einen 
glänzenden Erfolg bedeutete. Er hatte sich inzwischen auf dem Konzil zu 
Basel eine so angesehene Stellung erworben, dass er für seinen Uebertritt 
zum Papste den Preis machen konnte. Am 11. Juli 1437 versprechen, in Ge- 
genwart des Erzb. von Mailand und B. von Pa\ia, die Legaten des Papstes 
in Basel, Cervantes, Cesarini und Tarent, ihm und allen seinen Nachkommen 
und Erben volle Sicherheit für alle Zukunft und Rückerstattung von 2000 fl., 
wofüi- ihm jährlich je 100 fl. aus den Kollektorien von England und Aquileja 
augewiesen werden. Der Papst bestätigt das Abkommen am 17. September 
und 1. Oktober und macht dem Kard. von Winchester, den BB. von Bath, 
Rochester, Padua und Castello und dem l'rior von S. Sofia in Padua davon 
Anzeige. Reg. 374, fol. 199a-203 6. 

''') Sein Pass datiert vom 20. Februar 1425. Vatik. Archiv, Reg. 3.35 
fol. 178 6, die Breven. die ihn bei dem Könige, dem Erzb. von Canterbury 



ENGI.AXD TTXD ROM UNTER MARTTX V. 26 7 

Es bedurfte allerdings einer besonders befähigten Persön- 
lichkeit, um das Verhältnis des hl. Stuhles zu England wieder 
herzustellen, denn dieses hatte sich im Laufe des Jahres 1425 
ernstlich getrübt. Sogar ein Mann, auf dessen Gesinnung die 
Kurie bisher gezählt hatte, änderte seine Haltung, der Herzog 
von Bedford. Er führte jetzt eine stolze Sprache und pochte 
auf die grosse Macht seines Königs. Martin musste ihn (2. Fe- 
bruar i ziemlich scharf zurückweisen ^): Gottes Macht sei noch 
grösser, Er werde keine Unterdrückung seiner Kirche dulden 
und dem Herzoge hoffentlich bessere Gedanken eingeben, damit 
er das Recht der römischen Kirche, die kirchliche Freiheit und 
die Würde des hl. Stuhles schütze und denen widerstehe, die 
mit ihrem Ehrgeiz den Frieden der Kirche stören wollten. Die 
Mahnungen hatten zunächst einen unbestreitbaren Erfolg: am 
1. April 1425 kam jener Vertrag zwischen dem Papste und Bed- 
ford als Regenten Frankreichs zustande, der den Engländern die 
politische Beherrschung der unterworfenen französischen Geist- 
lichkeit, dem Papste die kaum geschmälerte Wiederherstellung 
seiner früheren Befugnisse in Pfründenverieihung und Abgaben- 
bezug gewährte-). 

Aber der geschlossene Friede war von kurzer Dauer. Im 
Oktober schon erschien in Rom eine stattliche Gesandtschaft 
Heinrichs VI. als Königs von England und Frankreich. Neben 
einem englischen Abte trat ein französischer als Sprecher 
auf; beide bliesen die Backen tüchtig voll, Hessen das Lied 
vom jämmerlichen Verfall der Kirche, von der dringend not- 
wendigen Reform an Haupt und Gliedern, von der Gefahr 
für den geistlichen Stand in den stärksten Tönen erschallen 
und forderten nichts Geringeres, als den Zusammentritt des 
erst für 1431 ausgeschriebenen Konzils von Basel binnen Jahres- 
und B. von Winchester empfehlend beglaubigen, vom 23. Januar 142."), Reg. 
359, fol. 43 6-44a, Arm. XXXIX, vol. 5, 2. Hälfte, fol. 766-79 6. Als Auditor 
der Rota gehörte er der Konzilsgesandtschaft an, die König Sigmund 1415 zu 
den Verhandlungen mit Benedikt XIII. begleitete. Besss, Histor. Jahrbuch 
XXII, 698. 

') Raynaldus 1425 § 7. 

^) Diesen sogenannten Rotulus Bedfordianus s. bei Bulaeus, Hist. univ. 
Paris. V, 366. Vgl. Hübler 3(>5 f. 



268 .T. HALLER 

frist unter persönlichem Vorsitze des Papstes. Sogar bis zu 
der deutlichen Drohung. verstieg sich der eine Redner, dass im 
anderen Falle die Reform von weltlichen Mächten in die Hand 
genommen werden könnte '). 

Was bewog die englischen Regenten zu so schroffem Vor- 
gehen gegen einen Papst, mit dem sie bisher so vertraulich 
verkehrt hatten? Nicht der Groll Gloucesters über den Kol- 
lektor Simon von Teramo kann die Ursache davon gewesen 
sein. Gloucester ist diesmal nicht der eigentlich Handelnde, 
vielmehr ist dies ersichtlich Bedford, der Regent des englischen 
Frankreich. Der französische Gesandte, der Abt von Urscamp, 
war in Rom als Hauptredner aufgetreten und hatte die alten 
Klagen über die besondere Bedrückung Frankreichs durch die 
Kurie mit Annaten, Provisionen und Prozessen wieder aufleben 
lassen, Klagen, die man von den Pariser Synoden von 1398 
und 1406 her und aus den Verhandlungen der französischen 
Nation in Konstanz sehr wohl kannte -'). 

In den französischen Verhältnissen, nicht in England werden 
wir auch die Ursache der Spannung zu suchen haben. Was 
aber hatte den Sinn des Herzogs so schnell geändert? Die 
Antwort brauchen wir nicht lange zu suchen, wenn wir uns 
erinnern, dass gerade während des Jahres 1425 die Annähe- 
rung Karls VII., des «Dauphins», wie ihn die Engländer 
nannten, an die Kurie sich vollzog '). Schon vom 10. Februar 
1425, noch vor dem Vertrage zwischen Bedford und Martin, 
datierte die Ordonnanz, die auch im Machtbereiche Karls die 
Gallikanischen Freiheiten aufhob, und wenn sie auch vorläufig 
noch nicht in Kraft trat, wenn es dazu auch noch weiterer 

') Die Reden, die am 27. November 142Ö gehalten wurden, stehen im 
Wortlaut bei Ortvin Gratius, Fasciculus rerum expetendarum et fugiendarum, 
ed. Brown (l(j9U), vol. I, praef. p. x-xxi. Sie sind übersehen Reichstagsakten 
X, 2.J, n. 2, wo andere Notizen über die Gesandtschaft angeführt werden. 
Die eben citierte Drohung in der Rede des Abtes Will. Sulbury von Beaulieu 
lautet (p. xx): « Estne (!) convenientius et auctoritati S. Rom. ecelesiae magis 
aecommodum, quod sanctitas vestra... huiusmodi faciat reformationem, quam 
(|uod in eius defectu eam usurpet potestas secularis ». 

"') Vgl. Papsttum und Kirchenreform T, 361 ff. Valois IV, 416 f. 

■) Für das Folgende vgl. die oben S. 249 Anm. 2 citierten Stellen, und 
insbesondere Beaucourt II, 344 f. 6ü3. 



ENGL.AJSD UND ROM UNTER MARTIN V. 269 

Verhandlungen und Abmachungen bedurfte, die sich bis ans 
Ende des nächsten Jahres hinzogen — perfekt wurde das Ge- 
schäft erst im November 1426 — , so warfen doch die kom- 
menden Dinge, die wachsende Intimität zwischen Rom und 
Bourges, einen tiefen Schatten auf die englisch-römischen Be- 
ziehungen. Es scheint, als ob Bedford sich habe täuschen las- 
sen. Den Vertrag vom 1. April 1425 hätte er schwerlich in 
dieser Form geschlossen, wenn er gewusst hätte, dass auch 
sein Gegner im Begriffe stand, seinen Frieden mit Rom zu ma- 
chen. Nun, wo er dies erfuhr, konnte er das Beschlossene 
nicht rückgängig machen; aber er spielte das Konzil und die 
allgemeine Reform an Haupt und Gliedern gegen den Papst 
aus, von dem er so gut wie andere gewusst haben wird, wie 
verhasst ihm schon das blosse Wort « Konzil » in der Erinne- 
rung an die Konstanzer Erlebnisse war '). 

Martin V. wusste die englische Forderung, die zunächst auf 
keiner Seite Unterstützung fand, ohne Mühe bei Seite zu schie- 
ben. « Er besänftigte die Gesandten nach gewohnter Weise und 
schickte sie, in der Hauptsache mit leeren Händen, ihrem Herrn 
zurück », sagt ein Zeitgenosse, dem der Hof Martins nicht fremd 
war -'). 

Er tat aber noch mehr. Gerade diesen Zeitpunkt wählte 
er, um den schon zu dreien Malen abgeschlagenen Sturm auf 
die verhassten englischen Gesetze zu erneuern. Nachdem Frank- 
reich, das englische sowolil wie das französische, sich zu einer 
Wiederherstellung der päpstlichen Rechte bequemt hatte, fehlte 
nur noch die Unterwerfung Englands. Gelang auch sie, dann 
hatte Martin V. das Ziel seines Lebens erreicht, der Papst war 
in der Hauptsache wieder, was er vor der grossen Spaltung 
gewesen, und den Nachfolgern wäre nur übrig geblieben, das 
so glücklich Wiedergewonnene klug zu bewahren. 

') «In immensiim nomen concilii abhorrebat ». Mon. Coiicil. I, <5G. 

") Job. von Ragusa (der als Prokurator des Predigerordens in Rom lebte), 
Initium et prosecutio Basiliensis concilii (Monuraenta conciliorum generalium 
saec. XV, T, 65): ;• sed ipse more solito ambassiatores demulciens, eos vacuos 
quoad intentionem principalem ad dominum eorum remisit >>. Das « more 
solito demulciens» soll wohl andeuten, dass die Gesandten sich haben beste- 
chen lassen. 



270 J- HALLEK 

Dass diesmal die volle Kraft beim Angriff eingesetzt werden 
sollte, Hess denn auch schon die Persönlichkeit des Gesandten 
erraten, der zu Anfang April 1426 seine Kreditive für England 
erhielt. Den begabtesten unter den jüngeren Beamten der 
Kurie wählte man zu dem schwierigen Geschäfte, Julian Cesa- 
rini, den Kammerauditor, nachmaligen Kardinal und lang- 
jährigen Führer des Konzils von Basel. Vom 5. April 1426 
datiert sein Pass zur Reise nach England « in schwierigen Ge- 
schäften » '), vom 29. März seine Empfehlung an die Universität 
Oxford, die bei dieser Gelegenheit ein mit einem vorsichtigen 
« man sagt » verklausuliertes und kaum wirklich verdientes 
Kompliment wegen ihrer gut päpsthchen Gesinnung erhält -). 

So gut wie nichts ist uns von der Tätigkeit Cesarinis in 
England unmittelbar überhefert '). Nur von einerglänzenden 
Rede hören wir, die er vor der Konvokation gehalten und 
worin er die Prälaten gemahnt_^habe, dem Papste zu gehorchen '). 
Im übrigen sind wir auf das wenige angewiesen, was aus den 

') Vatik. Arclüv Reg. 3.10 fol. •2Vr2 ti («pro arduis >>). 

'-') Rciyualdns 142(5 § 20: «cjuod suniuia devotio atqiie affectio vestra esse 
dicitiu- erga. conservationem et defensionem status et üignitatis Romanae ec- 
clesiae et apostolicae sedis ». 

■'*) Erhalten hat sich unter seiner A(h'esse {als * orator » in England) nur 
ein Breve \om 17. Juli 1426, woiin er beauftragt wird, dem Könige, den 
Lords und Prälaten mitzuteilen, dass der Papst sieh entschlossen habe, gegen 
Alfons von Aragon (vgl. Pastor 13-4, 273) als Scliisinatiker einzuschreiten. 
Reg. 3.59, fol. 37 &. Arm. XXXIX, vol. -i, 2. Hälfte, fol. (57 a. Ausserdem 
darf man hierlier mit einiger Wahrscheinlichkeit auch ein undatiertes Breve 
beziehen, worin der i'apst einem niclit genannten « dilectus filius * seine Freude 
ausspricht über die Meldung von der guten Gesinnung Winchesters — an der 
er übrigens nie gezweifelt — und \ on dem Erfolge des Nepoten. weil das 
Interesse der Kii'che «in hoc maxime servabitur » (bezieht sich auf die Zu- 
lassung Prospero Colonna's zum Archidiakonat in Canterbury, die am 20. Juli 
142t) vom Erzb. zugestanden wurde, vgl. oben S. 2()6. Le Neve I, 42). Daran 
schliesst sich die Weisung, Winchester zu danken, « atque in onmibus (jue 
negotia nostra et ecclesie concernunt, recjuiras semper consilium suum >>. Reg. 
3.)<t, fol. \iri. Arm. XXXIX, vol. ö, 2. Hälfte, fol. 23 6. 

^) Poggio sagt in der Gedäclitnisrede auf Cesarini : «nam in frecjuenti 
(;oncilio praelatorum cum luculentam örationem contra certa regni statuta 
adversus auctoritatem Romanorum pontificum edita habuisset, statini illos 
debitis censuris momüt, ut pontificis vohmtati parerent .a Angelo 3Iai, Spici- 
legiiim R'jmanuin .\, 37S. 



ENGLAND UND R05I UNTKR IIARTIX V. 271 

nach seiner Rückkehr gewechselten Schriften hervorgeht. Wäh- 
rend seines Aufenthaltes in England wurde er, am 24. Mai, 
zum Kardinal ernaniit, aber vorläufig noch in petto behalten ^), 
so dass er damals wie auch noch eine Weile später für die 
Oeffentlichkeit nur der Kammerauditor blieb. Am 1. Dezember 
1426 war er bereits an die Kurie zurückgekehrt, denn an die- 
sem Tage antwortet Martin auf den Bescheid, den Cesarini 
mitgebracht hat. 

Das päpstliche Breve, formell an die Adresse des kleinen 
Königs gerichtet, ist ersichtlich für die Oeffentlichkeit be- 
stimmt"). Es ist vielleicht das schönste Schriftstück, das aus 
dem Kabinet Martins hervorgegangen ist, ein Schreiben von 
ungewöhnlicher Klarheit und Beredtsamkeit. Islaii erkennt die 
Hand des Konzipienten: er kann kein anderer sein, als Cesa- 
rini selbst, der hier eine erste Probe jenes publizistischen Ta- 
lentes ablegte, durch das er später von Basel aus die Welt 
zur Bewunderung reizen sollte. 

Der Bescheid der englischen Regierung hatte gelautet, 
genau wie einst unter Heinrich V. : aus eigener Machtvoll- 
kommenheit vermöge der König in dieser Sache nichts, aber 
auf dem nächsten Parlamente wolle er sein Möglichstes tun ). 
Die päpstliche Antwort beschwert sich über diesen Aufschub. 
Mehr als einmal ist schon die gleiche Forderimg erhoben wor- 
den, auch vor dem Parlamente. Wenn jetzt wieder auf dieses 
verwiesen wird, so ist das offenbar nur Ausflucht; man will 
die Sache verschleppen! Wir halten uns nicht auf bei der aus- 
serordentlich beredten und wirksamen Kritik der englischen 
Gesetze, nach denen ein christlicher Priester härter behandelt 
werde, als ein Jude oder Sarazene. 

Dem gegenüber werden nun alle Register der Vermahnung 

') Die Urkunde hierüber Balnze, Miscellanea ed. Mansi I, 3j1. 

■) Wilkins III, 4S(» ff. Xur für die Oeffentlichkeit — das Wort natür- 
lich in einem nicht zu weiten Sinne genommen — kann, neben anderem, die 
Erinnerung an den Kampf und das Martyrium des hl. Thomas um die kirch 
liehe Freiheit bestimmt sein. 

■') « Quod quam citius commode poteris, parliameutum. sine quo — ut 
inquis — idem aboleri nequit statutum, convenire intendens, in quo quod 
ibi possibile fuerit pro nostrae requisitionis implemento voUiceris ». 



gezogen: die Rücksicht auf das Seelenheil — denn König und 
Land sollen wissen, dass sie eigenthch der Exkommunikation 
verfallen sind'); die Rücksicht auf den irdischen Namen — 
wie murren die anderen Völker über das englische Sonder- 
statut, dessen verhängnisvolles Beispiel auch in die Ferne ge- 
wirkt, viele Gläubige angesteckt und vom Wege der Wahrheit 
verleitet hat! '-) Die Aufhebung ist um so mehr Sache der 
Pflicht, da noch nie ein Papst irgend einer Nation solche 
Anerbietungen gemacht hat, wie sie jetzt den Engländern ge- 
macht werden '). Aber, um jeden Vorwand abzuschneiden, 
will der Papst doch bis zum nächsten Parlamente warten. 
Da wird sich denn zeigen, was die schönen Worte und Ver- 
sprechungen wert sind. 

Zugleich begann die Bearbeitung der Anhänger oder derer, 
die man dafür hielt. 

Vom Herzog von Bedford hatte Cesarini das Beste berich- 
tet: er sollte sich mit Eifer und Nachdruck für die Aufhebung 
des Statuts bemüht haben. Reichliches Lob spendet deshalb 
der Papst seiner Klugheit; auf sie rechnet er, ihr werde es zu 
danken sein, wenn das erwünschte Ziel erreicht werde. Mit 
dem Lobe verbindet sich die Mahnung, nicht nachzulassen 
in den bisherigen Bemühungen um die Bekehrung des könig- 
lichen Conseils, damit die Spaltung, die durch das bestehende 
Gesetz zwischen den Engländern und der übrigen Kirche ge- 
schafifen sei, endlich aufhöre. Aber nicht nur Mahnungen, auch 
Drohungen werden angewandt. Es war ein Dispens erbeten 
worden für den Grafen von Huntingdon zur Ehe mit Anna, 
der Tochter des Grafen von March. Der Graf soll sich ge- 

') « Admonitum te tuumque regnuni esse volumus, quod onines qui hoc 
reatu astringuntur Iscil. Verletzung der Kirchenfreiheit], per sanctos patres 
umversalemqiie ecelesiam anathematizati excommunicati et a partecipatione 
fidelium sacramentorumque separat i sunt ». 

") « Interroga et perscrutare, quam graviter adversus huiusmodi statu- 
tum illudque observantes reliquae gentes murmurent et obloquantur... Tstius 
statuti pernitiosum exemplum etiam longius est progressum, cathoücos multos 
infecit et a via veritatis abduxit *. 

'') <'Quae cjuidem talia sunt, quaha nulH nationi quisquam Romanus pon- 
tifex nee nos unquam obtuHinus, ex quibus nuUum regno tuo — iudicio 
enim tuorum oninium — detrimfentum contingeret ». 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 273 

dulden; denn einstweilen müssen alle Suppliken von Englän- 
dern zurückgelegt werden, bis die Forderungen des Papstes 
auf dem in Aussicht genommenen Parlamente die gewünschte 
Erledigung gefunden haben. Nur mit den Angelegenheiten 
Bedfords selbst und seiner Gemahlin soll eine Ausnahme ge- 
macht werden '). 

Hält der Papst es Bedford gegenüber bei allem äusseren 
guten Vertrauen dennoch für nötig, einen Druck auszuüben, 
so kann er sich dies ersparen in dem gleichzeitigen Schreiben 
an den Kardinal von Winchester. Da herrscht vollste Zufrie- 
denheit, uneingeschränktes Lob und gute Zuversicht; der Kar- 
dinal ist noch immer der unermüdlich treue Anhänger des 
heiligen Stuhles, seinen Rat sollte der Gesandte in allen Stücken 
einholen-), ihn braucht man nur dadurch zu ermutigen, dass 
man ihm kräftigen Beistand verspricht, wie ihn einst Papst 
Alexander der Dritte — das Breve nennt ihn den Vierten — 
dem hl. Thomas von Canterbury geliehen hat ■^). 

Wir wissen nicht, ob Heinrich Beaufort ein besserer Kenner 
der Kirchengeschichte war, als Martin V., ob er vielleicht gewusst 
hat, wie wenig eine Unterstützung wert gewesen wäre, die sich 
Alexanders III. Verhalten gegen Thomas Becket zum Vor- 
bilde nehmen wollte. Wir wissen noch weniger, ob den Kar- 
dinalbischof von Winchester danach gelüstete, die Rolle Beckets 
zu spielen. Wohl aber wissen wir, dass der Amtsnachfolger 
des Märtyrers von Canterbury, dass Heinrich Chicheley sehr 
weit von solchen Gedanken entfernt war. Ueber ihn lauteten 
die Berichte — sie können nur von Cesarini ausgegangen sein — 
ausserordentlich ungünstig. Das war nichts Neues; aber es 
erschien jetzt doch in schärferer Beleuchtung: Chicheley ist dem 
Papste geradezu als die Seele des Widerstandes geschildert 
worden. Nicht genug, dass er für die Beseitigung des Statuts 
nichts getan, es vielmehr, soviel an ihm lag, beobachtet, er 
sollte sich sogar haben vernehmen lassen, nur Geldgier treibe 
den Papst, die Aufhebung des Gesetzes zu wünschen^). Dass 

') Beilage n. 8. 

-) Oben S. 270 Anin. 3. 

*) Beilage n. 9. 

*) Martin V. schreibt ihm am 6. Mai [1427. s. w. S. 277]: « Avidivimus te 



274 J. HALLER 

es Cesarini gelang, die Zulassung des Papstneffen zum Ar- 
chidiakonat in Canterbury durchzusetzen, die Chicheley seit 
Jahr und Tag verweigert hatte, konnte an diesem Urteil nichts 
ändern, denn der Erfolg war hauptsächlich Beaufort zu ver- 
danken'). Es scheint sogar, als wenn das Verhalten des Erz- 
bischofs bei dieser Gelegenheit den Papst und die Kurie vol- 
lends erbittert hätte. Gegen den Primas richtete sich deshalb 
das Vorgehen der Kurie, sein Widerstand sollte gebrochen 
werden. 

Dem Karnj^fe, der nun beginnt, fehlt es nicht an drama- 
tischem Interesse, wenn wir ihn auch leider nur an der Hand 
der Akten mit ihrer halb verhüllenden Sprache verfolgen können. 
Aber selbst der konventionelle Ton diplomatischer Korrespon- 
denz wird hier mehr als einmal von der vorhandenen Erregung 
durchbrochen, und ganz unverhüllt wechseln Vorwurf und Wi- 
derrede zwischen dem erzürnten Papst und dem gereizten Erz- 
bischof. 

Martin hatte acht Tage nach dem grossen ^lahnbriefe an 
den König einen formell juristischen Schritt getan. In einem 
Breve an die beiden Erzbischöfe hatte er (9. Dezember 1426) 
ihnen und allen Bischöfen und Prälaten des Landes die Be- 
obachtung der päpstlichen Reservationen, soweit sie in den 
Extravaganten « Execrabilis » und « Ad regimen » enthalten, bei 
Strafe der Exkommunikation eingeschärft, mit der Weisung, 
diesen Befehl überall bekannt zu machen, « unbeschadet aller 
Gewohnheiten und Statuten des englischen Reiches, insbeson- 
dere der von weiland den Königen Eduard (III.) und Ri- 
chard (II.) erlassenen, die wir als der kirchlichen Freiheit zu- 
widerlaufend hiermit für verdammt und verurteilt erklären» '). 

Zur Ausführung dieses Befehles nun meinte man den Primas 
zwingen zu können. Vom gleichen Tage datiert ein langes 
J^reve an ihn '), voll der heftigsten Vorwürfe wegen seiner 

dixisse irr(!vereuter et iniprobe, propter jjeevinias exliauriendas al)olitioiiein 
illiiis Statut! sedcni apustolicain (|uaerere ». Wilkins III, 47."?. 

') Vtil. oh(>n S. 270 Aniii. 3. 

■) Wilkins 111. 471. 

) Wilkins III. 4^2. Ilaynaldus 1421) § 1!) mit der falschen Adresse an 
11. Ilciniicli \i)n W'inclip.stcr. Creighton, Histury of the Papacy during tlie 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 275 

Pflicht Versäumnis, da er denen nicht entgegentrete, die sich 
an den Privilegien des hl. Stuhles vergriffen. Mit vollendeter 
Klarheit und Schärfe wird hier das « verwünschte Statut » cha- 
rakterisiert, das an Stelle des hl. Petrus den König zum Hüter 
der Schafe Christi mache. Daran trage vor anderen Chicheley 
mit seiner Nachgiebigkeit die Schuld. Und es handelt sich 
ja um keinen schwierigen Kampf: man stelle nur den Laien 
vor, welche Sünde das Statut sei, und der Erfolg wird nicht 
auf sich warten lassen. Das sagen alle '). Darum erhält der 
Erzbischof gemessene Befehle bei Strafe der Exkommunika- 
tion: erstens soll er das königliche Conseil sofort auffordern, 
das Statut auf dem nächsten Parlament abzuschaffen, und da- 
rauf aufmerksam machen, dass seine Beobachtung die Exkom- 
munikation ipso facto nach sich ziehe; zweitens soll er die 
gleiche Aufforderung auf dem bevorstehenden Parlamente wie- 
derholen; und endlich drittens allen Pfarrern und Predigern 
bei Strafe der Exkommunikation befehlen, das Volk häufig 
über die Frage aufzuklären. Das ganze Mistrauen, das man 
an der Kurie in die Gesinnung Chicheleys setzte, spricht sich 
am Schlüsse des Schreibens aus. Da wird er angewiesen, über 
die Ausführung der erhaltenen Aufträge mit Unterschrift von 
zwei glaubwürdigen Augenzeugen zu berichten. 

Die Kurie scheint sich die Erreichung ihres Zieles auffal- 
lend leicht gedacht zu haben. Nach dem Tone, den sie gegen 
Chichelej^ anschlägt, müsste man annehmen, England warte 
eigentlich nur auf eine Gelegenheit, den Wunsch des Papstes 
zu erfüllen, und nur der Lauheit des Primas sei es zuzuschrei- 
ben, wenn das nicht längst geschehen sei. Chicheley ist in 
ihren Augen das einzige Hindernis, und um es zu überwinden, 
wendet man nicht nur Mahnungen, Befehle und Scheltworte 
an, man scheut sich nicht einmal, ihn schon jetzt eine heil- 
same Züchtigung fühlen zu lassen. Wohl gleichzeitig mit den 
Schreiben vom 9. Dezember ging eine päpstliche Bulle nach 

period of the Reformation II, 2.") hat von diesem Sehreiben nicht den rich- 
tigen Gebrauch gemacht. 

') «Non magnum certamen subeundum est. Persuale... secularibus, ostende 
eis peccatum..., et erunt, ut onines asserunt, prava in directa et aspera in 
vias planas ». 



27(5 J- HALLER 

England ab '), die den Primas von der Würde eines päpst- 
lichen Legaten suspendierte und ihm den ihm bisher zuste- 
henden Bezug der geistlichen Einkünfte vakanter Bistümer 
untersagte. Begründet wird die ausserordentliche Massregel 
damit, dass der Erzbischof die Rechte und Ehren des hl. 
Stuhles bekämpfe, statt sie zu verteidigen, und dass er um 
des Genusses der erwähnten Einkünfte willen gegen päpstliche 
Provisionen widerspenstig sei. 

Sollten es die Berichte Cesarinis gewesen sein, die zu sol- 
chen Zwangsmitteln den Anlass gegeben hatten? Wenn ja, 
dann hat der sonst so kluge Mann, dessen Scharfblick und 
Weitsichtigkeit später gerühmt wurden, hier nicht gerade eine 
glänzende Probe seiner Befähigung zum Botschafter abgelegt. 
In jugendlichem Optimismus und in dem begreiflichen Wunsche, 
einen grossen Erfolg heimzubringen, wird er die Dinge an- 
ders gesehen haben, als sie in Wirklichkeit lagen, wohl auch 
den Vorspiegelungen, die ihm von päpstlichen Parteigängern 
oder von schlauen Gegnern gemacht wurden, zu viel Ver- 
trauen geschenkt haben. Jedenfalls täuschte er sich selbst 
und seinen Herrn gründlich, wenn er die Meinung erweckte, 
die Unterwerfung der Engländer sei eine leichte Sache, die man 
durch Befehle und Drohungen an die Adresse des widerwil- 
ligen Primas erzwingen könne. 

Man kann das Geschick nur bewundern, womit Erzbischof 
Chicheley das Spiel der Kurie durchkreuzte. Dabei kam ihm 
zu statten, dass ausser Bedford auch der Kardinal von Win- 
chester zur Stunde auf dem Festlande weilte "-'). 

Dass er und andere in England von den Entschlüssen des 
Papstes durch die englischen Vertreter in Rom bald benach- 
richtigt wurden, kann man sich denken. So konnte er den 
Schlag mit leichter Mühe parieren, indem er ihm zuvorkam. 
Noch ehe er eine Zeile empfangen hatte, gab er am 22. März 
1427 gegenüber der befürchteten Suspension seine Berufung 



') Wilkins III, 4S4, ohne Datum. Die Eintragung im Register, die das 
Datum ergeben müsste, ist niciit mehr vorhanden. 

-) Beihige n. 11. Die Abreise beider erfolgte zwischtMi dem 12. und 
2.-.. März 1427. Pauh V, 201. 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 277 

an ein allgemeines Konzil zu Protokoll '). Xocli früher, am 
10. März, hatte er sich zu seiner Verteidigung brieflich an 
Papst und Kardinäle gewandt, gleichsam an den besser zu un- 
terrichtenden Papst appelherend -). 

Er hat seit Cesarinis Abreise von England gehört, dass man 
ihn in Rom verleumde, als sei er das stärkste Hindernis für die 
päpstlichen Bemühungen. « Gewisse Leute — der Hieb scheint 
Cesarini zu gelten — die viel mehr versprochen haben, als 
sie erfüllen können, suchen jetzt anderen die eigene Schuld 
aufzuladen»'). «Die Erfahrung aber lehrt, dass trotz aller 
feierlichen Gesandtschaften und Aufforderungen niemand im 
Lande der Beförderung von Ausländern geneigt ist, als ich 
ganz allein » ^). Daneben weiss Chicheley auch den Herzog 
von Gloucester geschickt ins Treffen zu führen. Auch dieser 
sei beim Papste als Hauptgegner verleumdet worden, und al- 
lerdings scheine es vielen unter den Vornehmen des Landes, 
dass der Herzog vom Papste in der Brabanter Sache - — ge- 
meint ist die Ehe mit Jacqueline — schlecht behandelt wor- 
den sei. Er sei aber trotzdem dem Papste treu ergeben. 

Martin antwortet (6. Mai) sehr kühl und streng ■"). Die 
Hereinziehung Gloucesters sucht er abzuwehren; der Herzog 
ist nie als Feind kirchlicher Freiheit denunziert worden. Gegen 
Chicheley aber sind die Beschwerden alt, und jetzt werden 
sie durch Tatsachen unterstützt. Taten allein können den An- 
geschuldigten jetzt noch rechtfertigen, die pünkthche Ausfüh- 
rung der erhaltenen Befehle wird seinen guten Willen beweisen. 
Zum Schluss wird dem Primas jene oben schon erwähnte ver- 



■) Wilkins III. 48.5. 

-) Wilkins III, 472 f. ohne Jahreszahl. Wilkins ergänzte 1426, doch er- 
gibt der Zusammenhang, dass nur 1427 möglich ist. 

") « Quidam forte, qui supra posse niontes et maria promiserunt, per id 
apud sanctitatem vestram excusari se credvint, qnod iit spinam a pedibus 
suis evellant, aliis culpae notam imponant ». 

*) « Experientia docet, quod non obstantibus ambassiatis solemnibus, 
imo et requisitionibus apostolicis, etiam sub censuris diversis, non est in 
regne qui quem quam in promotionibus extraneorum exaudierit, nisi solus ego ». 

^) Wilkins III, 473. Die Jahresangabe « pontificatus nostri anno tertio » 
korrigiert sich von selbst in « anno deciino ». 



278 «T- HALLER 

fängliche Aeusserung ') über die Geldgier der Kurie vorgerückt: 
er solle nur zusehen, ob er nicht selbst bloss um Geldgewinnes 
willen den päpstlichen Provisionen widerstrebe. 

Chicheleys geschickte Anspielung auf Gloucester hatte aber 
den Papst doch bedenklich gemacht. Er hielt für nötig, noch 
am gleichen Tage ein langes Entschuldigungsbreve an den 
Herzog zu richten-), worin er sich namentlich gegen den Vor- 
wurf der Parteilichkeit in der Ehesache zu wehren sucht. 
Gott und Menschen ruft er als Zeugen an, dass er in diesem 
Falle nur der strengsten Gerechtigkeit gefolgt und ein Spruch 
nur darum nicht ergangen sei, weil die Parteien sämtliche 
Kardinäle als befangene Richter zurückgewiesen hätten. Die 
Entschuldigung, wenn sie den Tatsachen entsprach, kam doch 
etwas spät ; denn an Jacqueline dachte der Herzog schon 
lange nicht mehr, da er vielmehr im Begriffe stand, eine eng- 
lische Dame zu ehelichen'). Es scheint auch nicht, dass das 
Breve beim Herzoge die gewünschte Wirkung getan hat. Sehr 
bald wenigstens lief eine neue Beschwerde über ihn ein. 

In England war nämlich inzwischen etwas noch nicht Da- 
gewesenes geschehen, ein « böses Unheil für das Reich », wie 
ein klösterlicher Chronist sich ausdrückt '). Am 29. März hatte 
der Kollektor endlich es unternommen, die hochnotpeinlichen 
Briefe und Urkunden vom 9. Dezen)ber dem Erzbischof zu 
überreichen; Tags ciarauf war der Stellvertreter des Consta- 
blers von Dover bei Chicheley erschienen und hatte sie in be- 
sonderem Auftrage des Herzogs von Gloucester eingefordert. 
Am 1. April wh'd dem Erzbischof die königliche Weisung er- 
teilt, die er am 7. April empfängt, alle päpstlichen Schreiben 
die ihm bis zum 29. September zugehen, unveröffentlicht zu 
bewahren und von Zeit zu Zeit dem Conseil auszuliefern '"). 
So war der Verkehr der Kurie mit dem englischen Klerus vor- 

') S. 273 Anin. 4. 

-■) Beilage n. U». 

") l'auli V. 202. 

') << Malum infortuniiim in regno ». Job. de Aniundeshani, s. u. 

*) Die Urkunden hierüber bei Wilkins III, 48.1 f. In den Protokollen 
des Conseils (Proceedings III, 2(i7) ist bedauerlicher Weise gerade an dieser 
Stelle eine Lücke, die vom 1."). I\lärz bis 10. Mai reicht. 



ENGLAND UND ROM UNTER MAETIN V. 279 

läufig gesperrt, und die scharfen Weisungen vom 9. Dezem- 
ber, mit denen der Papst sein Vorgehen zu eröffnen gedachte, 
lagen bis auf weiteres, nur von wenigen gekannt, bei den 
Akten des Geheimen Rates. 

Es war aber noch mehr geschehen. Die Regierung hatte 
die Gesandtenqualität des Ueberbringers nicht geachtet und 
den Kollektor Obizzi in den Tower führen lassen. Sein Los 
wurde zwar bald erleichtert. Die Landessynode, die nicht 
lange darauf, am 5. Mai, zusammentrat, verwandte sich für 
ihn; der Herzog von Bedford intervenierte nachdrücklich und 
wollte Bürgschaft leisten. Am 16. Mai wird Obizzi denn auch 
auf Beschluss des Conseils aus dem Tower entlassen und dem 
Londoner Sheriff zur Bewachung übergeben. Um den 24. Juni 
scheint er seine Freiheit, hauptsächlich infolge der Bemühun- 
gen Bedfords, wieder erhalten zu haben. Aber er hatte schwö- 
ren müssen, einstweilen nichts gegen die Landesgesetze zu un- 
ternehmen, war also ausser Gefecht gesetzt '). 

') Ueber den Vorfall berichtet Job. de Amundesham, Gesta abbatum 
s. Albani (Rolls Series) I, 13: « Die lune post Inventionein sanctae Criicis ar- 
chiepiscopis, episcopis et paucis abbatibus apud Westmonasterium congre- 
gatis consilium inierunt pro collectore d. papae Johanne de Opyzis in cu- 
stodia ciiiusdam vicecomitis Londoniarum ad tempus existente, pro eo quod 
quasdani litteras papales rion reserav-it domini'* neque concilio regio, con- 
tinentes provisiones in Anglia, ut creditiir. Malum infortunium in regno». 
Ebenda I, Hr. die Beratungen werden fortgesetzt <' ante festum s. lohannis 
baptistae, simul pro collectore d. papae, qui post Pascha in initio concilii 
commissus fuit Tnrri et tandem paucis amicis mediantibus commissus erat 
uni vicecomitum Londoniarum, domum quidem per plegios dimissus ad li- 
bitum, ut cum vocaretur responderet ad regis c(jncilium •>. Ferner Proceedings 
and Ordinances of the Privy Council III, 268 (16. Mai): « an collector d. papae 
incarceratus pro deliberacione certarum bullarum contra statutum regis etc., 
pro quo collectore domini spirituales fecerunt supplicacionem consilio regis, 
quod posset ti-adi in ballivam super securitate sufficienti?» Beschlossen, «quod 
poäset tradi in ballivam sub manucapcione ». Der Kollektor wird vorgeführt 
und schwört, « quod citra crastinum s. lohannis baptiste, quo die produ- 
cetur per manucaptores eiusdem coram magno consilio regis tunc vocando..., 
non attemptabit erga regem et statuta regni <> vi. s. w. — Bedfords Verwen- 
dung geht aus zwei undatierten Breven Martins V. hervor, worin ihm in 
warmen Ausdrücken gedankt wird. In dem einen heisst es, dass der Kol- 
lektor, <<cvim ibidem in obprobrium et contemptum nostrum et ecclesie captus 
esset et in custodia teneretur, tua efficaci intercessione et opera liberatus 



280 J- HALLKR 

Für den Urheber dieser Massregeln hielt man in Rom den 
Herzog von Gloucester '). Wir brauchen aber nicht zu be- 
zweifeln, dass er nur den Ratschlägen Chicheleys folgte, der 
sich so auf die einfachste und sicherste Art die unbequemen 
Aufträge vom 9. Dezember und die demütigende Suspension 
vom Halse zu schaffen verstanden hatte. 

Der Papst war über die Nachricht v(jn der Verhaftung 
aufs höchste empört. Nicht genug, so schrieb er an Winche- 
ster — der eben in diesen Tagen den roten Hut empfangen 
hatte '-) — und an ßedford, nicht genug, dass England, das 
sich rühmt das frömmste Volk der Christenheit zu sein, die 
Kirche und ihr Oberhaupt durch seine Gesetze beleidigt, es 
hat nun auch das Völkerrecht verletzt, das doch von jeher 
selbst den Heiden heilig war und heute noch den Türken und 
Sarazenen heilig ist ). 

Er erwartet von den beiden Männern seines Vertrauens, 
dass sie das Geschehene gut machen werden, und will sich 
im übrigen dadurch nicht irre machen lassen. 

Dem entspricht allerdings seine weitere Haltung. Aber 
auch Cliicheley hess sich nicht irre machen. Noch immer gab 
er sich den Anschein, als kenne er den Inhalt der beschlag- 
nahmten Schreiben nicht, doch wandte er sich nochmals mit 
dringenden Vorstellungen an den Papst. Er wiederholt, dass 
er verleumdet, ungehört und unüberführt verurteilt sei, for- 
dert Aufhebung der Massregel oder eine Untersuchung an Ort 
und Stelle und behauptet, nur durch Alter und Krankheit 
von einer Reise an die Kurie abgehalten zu sein ^). Aber er 

fuit »; im zweiten: « soleinpnem legationem pro ipsius liberatione inisisti cum 
mandatis obligandi bona amicos et personam tuam ». Vatik. Archiv, Arm. 
XXXIX vol. (1 fol. 133fe. 117 6. — Dass den Grund der Verhaftung die päpst- 
lichen Schreiben vom 9. Dezember bildeten, deutet Martin V. im Breve an 
Winchester (Beilage n. 11) aia: « presertim cum littere ille nostre nil aliud 
quam salutem animarum, honorem regni ac per omnia paternas et sanctas 
admonitiones continerent ->. 

') Beilage n. 12. 

-') Am 2.5. März in Calais. Pauli V, 2i)l. 

") Beilage n. 11. 

') Wilkins 111, 474, ohne Datum, das sich aber annähernd ergänzen lässt: 
es fällt zwisclien die Veriiaftung des Kollektors und die Sitzung des Grossen 
Rates (25. .Juni), s. imton. 



EXGLA>JD UND ROM UNTER M.tRTTN V. 281 

verschmähte doch auch andere Mittel nicht. Gleichzeitig mit 
dem Briefe an den Papst schrieb er an einen ihm nahestehenden 
Kardinal — wir wissen leider nicht, wer es war — , den er durch 
ein stattliches Trinkgeld — 50 Nobel für Wein! — zu gewinnen 
und zugleich durch lebhafte Ausmalung der drohenden Ge- 
fahren einzuschüchtern sucht. Er droht, wenn etwa wirklich 
seine ungehörte Verurteilung erfolgen sollte, mit grossem Skan- 
dal in der englischen Kirche, mit einem Aufstand der Laien, 
Herren und Volk, gegen die Geistlichen, ja sogar mit einem 
Schisma. « Denn die Leute in England sind nicht so wie in 
anderen Ländern; wenn sie in Bewegung geraten, kennen sie 
kein Mass, sind zu jeder Grausamkeit und Rache wie die Tiere 
geneigt und schwer zu beruhigen» '). 

Inzwischen kam die auf den 25. Juni anberaumte Sitzung 
des Grossen Rates heran, worin der Kollektor verhört und die 
beschlagnahmten Urkunden vorgelegt werden sollten"-). Wir 
haben keine Nachricht, wie das geschehen ist. Dass es ge- 
schah, erkennen wir aus den Folgen. Denn nun bietet Chi- 
cheley in offenem Vorgehen seine Hilfstruppen auf. Am 10. Juli 
treten die sämtlichen Bischöfe des Landes beim Papste brief- 
lich für den verleumdeten Primas ein, dessen ausgezeichnete 
Eigenschaften und Ergebenheit gegen die römische Kirche sie 
rühmen ). Am 25. Juli folgt die Universität Oxford ihrem 
Beispiel in einem langen, ebenso überschwenglich stilisierten 
wie inhaltsleeren Schreiben '). Noch entschiedener nehmen 
sich einige Lords des Verfolgten an: es sei abscheuliche Ver- 
leumdung, was man ihm vorwerfe, der den päpstlichen Ge- 
sandten in Sachen der Freiheiten der römischen Kirche auf alle 
Weise, öffentlich und im Geheimen, beigestanden habe. Nie 
habe er den vom Papste ernannten Bischöfen nach Erteilung 



') « Xon eniin sunt regni vulgares sicut ceterorum regnorum; qui cum 
commoventur, medium habere neseiunt, sed ad omnem crudelitatis et iac- 
turae vindietam bestialiter inclinantur, non faciliter quietandi ». Wilkins 
III, 475. 

') Oben S. 279. 

"j Wilkins III, 476. Das Schreiben verfasste der Abt von St. Albans. 
Amundesham I, 17. 

*) Wilkins III, 470-478. 

19 



2S2 J. HALLER 

der königlichen Zustimmung die Spiritualien vorenthalten, ja 
er habe sie ihnen sogar schon vorher überlassen und sie unter- 
stützt 1). 

Noch immer bleibt der Papst kühl wie zuvor. Seine Ant- 
wort ist (6. August) an Chicheley gerichtet. Wenn das, was 
du schreibst und deine Freunde beteuern, wahr sein sollte, 
so würden wir uns sehr freuen. Beweise es durch Taten! An- 
dernfalls wirst du unsern Zorn fülilen, denn wir können nicht 
länger warten und werden keine Ausrede mehr dulden, wo es 
nur auf deinen Willen ankommt -'). 

Auf dem nächsten Parlamente also musste die Entschei- 
dung fallen. Es trat am 13. Oktober zusammen und tagte 
bis zum 25. März (1428) ■^). Strenge Ladungen sind dazu er- 
gangen: niemand darf fehlen '). Noch einmal hat die Kurie 
alle Mittel der Ueberredung aufgeboten. Der Papst sclireibt 
— seine Briefe datieren zufällig von dem Tage der Parla- 
mentseröffnung, dem 13. Oktober — an den König, an Glou- 
cester, an Chicheley, ja an das Parlament selbst. Auch die 
Prälaten und weltlichen Lords erhalten jeder eine besondere 
Mahnung '). Er rekapituliert die bisher wiederholt geführten 



') Wilkins III. 478. 

^) « Si vero aliter feceris, cvim tarn graves iacturas et vnlnera corpori rei- 
publicae ecclesiasticae iniecta diutius tolerare non possuraus, intelliges quan- 
tum huiusmodi transgressio nobis et sedi praedictae displiceat, non aceepta- 
turi de cetero ullam tuam sive impotentiae sive aliorum respectuum excu- 
sationem, cum ad hano rem niliil tibi nisi voluntas deficere possit ». Wilkins 
III, 479. 

") Rotuli Parliaraentorum IV, 31(i. 318. 

*) Amundesham I, 18. 

") Die Schreiben an Heinrich VI, Chicheley und das Parlament bei Wil- 
kins III, 479. 480. Das Schreiben an Gloucester Beilage n. 12. Dasjenige 
an Chicheley (Wilkins III, 480) ist nur die Formel, nach der an die Prälaten 
und weltlichen Lords geschrieben wurde. vSo findet sich im Reg. 359, fol. 46 6 
und Arm. XXXIX vol. 5, 2. Hälfte fol. H4h dasselbe Breve wörtlich gleich- 
lautend unter der Adresse des Grafen von Huntingdon, nur mit einem Zu- 
satz am Schlüsse: «De diligentia vero, quam praestitisti pro liberatione col- 
lectoris, summe commendamvis pobilitatem tuam et ei condignas gratiarura 
agimus actiones ». Im gleichen Sinne, aber in anderen Ausdrücken wird an 
den Abt von Waltham geschrieben, 11. cc, fol. 47 6, resp. 86 a. Hierher kann 
man am besten auch die Xotiz in dem Inhaltsverzeichnisse von vol. 50 Arm. 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 283 

Verhandlungen und die Zusage, die Cesarini empfangen hat, 
betont die Geduld, mit der er so lange gewartet, und fordert 
nunmehr Erfüllung. Wie früher, so steht neben der Warnung 
vor der Gefahr der Seelen auch die vor zeitlicher Schande, end- 
lich fehlt nicht der Hinweis auf die grossen Anerbietungen, mit 
denen der Papst jeden Vorwand für das abscheuliche Gesetz 
beseitigt hat. Die stärksten Trümpfe enthält das Schreiben an 
das Parlament. Wer — so heisst es da — das abscheuliche 
Statut beobachtet oder beobachten lässt, kann nicht erlöst 
werden. Wer das Gegenteil euch sagt, der ist ein Feind eurer 
Sehgkeit, ist kein Katholik: « Wir sind vom allmächtigen 
Gotte, Jesus Christus, über euch und die ganze Kirche gesetzt, 
unserer Belehrung sollt ihr wie alle Christen ohne Widerspruch 
gehorchen; wer uns missachtet, der missachtet Christum»'). 
Es fehlt wiederum jede Nachricht darüber, ob diese Schrei- 
ben auch an ihre Adresse gelangt sind. Der wieder befreite 
Kollektor sollte sie überreichen und zugleich ihren Inhalt münd- 
lich vortragen, auch die früher gemachten Anerbietungen 
wiederholen-'). Ob er Gelegenheit fand, seinen Auftrag auszu- 
richten, und wie er es etwa tat, ist nirgends überliefert. Nach 
dem jüngst Vorgefallenen wäre es sehr wohl denkbar, dass man 
ihm seine Briefe abnahm, um sie im Archiv verschwinden zu 
lassen. Aber selbst wenn Obizzi dazu gekommen sein sollte, 



XXXII des Vatik. Archivs (aus dem Besitze des Kardinals Capranica) be- 
ziehen: « fol. 499 Quedam buUa Martini pape V. adBathoniensem episcopum, 
quod insistat apud regem Anglie, iit certa edicta contra libertatem ecclesia- 
sticam tollantur. Fol. i'A'A) Alia eiusdem ad regem Anglie de eodem ». Dieser 
Teil des Codex ist nicht melir vorhanden. 

') « Abominabile statutum... quod qui observat vel observari facit, sal- 
vari non potest... Nos quidem ipsi sumus ab omnipotenti Deo lesu Christo 
super vos et universalem ecclesiara constituti, cuius doctrinae et persuasioni 
sine ulla contradictione omnimodam fidem vos et quilibet christianus habere 
[lies praebere] debetis... Si quis nos spernit, Christum spernere convincitur ». 

") Reg. 359, fol. 47a. Arm. XXXIX, vol. 5, 2. Hälfte, fol. 85 6, undatiert: 
Martin lobt seinen bisher bewiesenen Eifer vind beauftragt ihn, auf dem bevor- 
stehenden Parlamente für die Aufhebung des Statuts zu wirken, die Breven 
an den König, Gloucester, Prälaten und Barone zu übergeben, « secundum 
tenorem litterarum nostrarum >> zu den Adressaten zu sprechen, « ac eis offeras 
qua alias oblata fuerunt ». 



284 T- HALLER 

das päpstliche Pergament auf den Tisch des Hauses zu legen, so 
wäre doch alles vergebene Mühe gewesen. Das zeigte sich, als 
am 30. Januar 1428 Erzbischof Chicheley sich aufmachte, um 
den strengen Befehl, den er seit dreiviertel Jahren kannte, 
endlich auszuführen. 

An diesem Tage erscheint der Primas, umgeben von seinem 
Kollegen von York, fünf Bischöfen und zwei Aebten ') im 
Hause der Gemeinen und hält hier eine lange Rede für die 
Abschaffung des Provisorenstatuts, eine Predigt über den Text 
« Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist ». Er beweist das 
Recht des Papstes auf die Provisionen, das die früheren 
Päpste geübt haben und das jetzt überall sonst in der Welt 
geübt wird. Eindringlich weist er auf die Gefahren für das 
Seelenheil hin, die das Statut mit sich bringt, unterlässt auch 
nicht, die Zugeständnisse zu betonen, die der Papst angeboten 
hat, und verwahrt sich nachdrücklich gegen den Verdacht, als 
rede er nicht aufrichtig. «Bei dem Gehorsam, den ich Gott 
und der Kirche schulde, versichere ich euch, dass ich vorziehen 
würde, nie eine Pfründe zu verleihen oder zu besitzen, als dass 
zu meiner Zeit solche Gefahren oder Strafen zur Schande der 
englischen Kirche über uns kämen » -). 

Man kann sich den feierlichen Vorgang, über den ein aus- 
führliches notarielles Protokoll aufgenommen •) wurde, recht 
wohl ausmalen. Er wurde gewiss mit echt englischem Applomb 
dargestellt, gleichsam eine breit ausgeführte Staatsszene aus 
Shakespeare's Königsdramen. Chicheley spielte seine Rolle ohne 
Zweifel so gut wie immer; sogar einige Tränen bezeugt ihm der 
beurkundende Notar. 

Und der Erfolg? In den Parlamentsrollen dieser langen 



') Es sind die Bischöfe von London, St. Assaph, Ely, Bath und Nor- 
wich, die Aebte von Westminster und Reading. 

-') « Forte videtur quibusdam vestrum, quod haec quae regni praelntos 
])otissime concernunt ex corde non profero. Soiatis pro certo, et in fide qua 
f^eo teneor et ecclesiae affirmo corara vobis, quod magis mihi foret acceptum 
nunqviam eonferre aut etiani habere aUquod beneficium ecclesiasticum, quam 
ahqua talia pericula seu processus meo tempore in ecclesiae Anglicanae scan- 
dalum venirent ». 

•) Wilkins III, 4S8. 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 285 

Tagung findet sich eine Eingabe der Gemeinen — in englischer 
Sprache — an den König. Sie haben zu ihrer grossen Be- 
trübnis vernommen, dass ihr guter Vater, der Erzbischof von 
Canterbury, beim heiligen Vater dem Papste böswilHg und 
grimdlos verleumdet worden sei, und bitten deshalb den Kö- 
nig, sich seiner anzunehmen und die königlichen Gesandten in 
Rom in diesem Sinne anzuweisen oder dem Papste zu schrei- 
ben, da die Anklage falsch und der Erzbischof an der ihm 
zur Last gelegten Verletzung der kirchlichen Freiheit nicht 
schuld ist. Die Antwort ist das bekannte « Le roi le voet » '). 
Das ist alles. Von einer Aufhebung des Provisorenstatuts ist 
keine Rede -). Der Sturm, den die Kurie eröffnet hat, ist 
vollständig abgeschlagen, ganz mühelos abgeschlagen. Als 
völlig verfehlt hat sich ihre Berechnung erwiesen, da sie meinte, 
durch einen Zwang gegen den Primas ihr Ziel erreichen zu 
können. Chicheley ist einfach unangreifbar; er verfügt über 
die Regierung, wird von den übrigen Bischöfen, von den Lords, 
der Oxforder Universität gedeckt und vermag schliesslich sogar 
vom Parlamente selbst ein Zeugnis seines Wohlverhaltens bei- 
zubringen. Unbestritten steht er an der Spitze der Nation in 
seinem Widerstände gegen Rom; er braucht den empfangenen 
Auftrag nur formell auszuführen, um ihn glatt zu Boden fallen 
zu lassen. 

Den Papst hatte er entwaffnet. Mochte auch das Mistrauen 
gegen ihn noch so gross, die Ueberzeugung von seiner Schuld 
noch so fest sein, es war ihm schlechterdings nichts anzuhaben, 
da die Regierung und das Land einmütig für ihn eintraten. 
Nunmehr blieb nur noch das schwerste Geschütz übrig, wenn 
man den Kampf überhaupt fortsetzen wollte: die Exkommuni- 
kation gegen König, Regenten und Prälaten, das Interdikt 
über das Land. Martin V. war klug genug, diese Mittel nicht 
zu versuchen, er gab den Kampf auf. Ein stark übertriebe- 
nes Gerücht freilich behauptete sich in England, dass er den 

') Rotuli Parliainentorum IV, 322. 

-) Ob die Gesandtschaft (B. \on Luiidon, Lord Scrope und Magister 
John Stokes), die im Jahre 1428 nach Rom geschickt wurde, sich auf die 
Statutenfrage bezog, ist der Urkunde bei Rymer X, 405 (olme Datum) nicht 
anzusehen. 



280 J. HALLER 

Bann gegen die Bischöfe tatsächlich ausgesprochen und nur 
durch den Tod an der Verhängung des Interdiktes gehindert 
worden sei i). Es wird schon durch die Tatsache widerlegt, 
dass Martin die erlittene Niederlage um drei Jahre überlebte; 
aber es mag die Stimmung des Papstes wohl ungefähr richtig 
wiedergeben. 

Uebrigens dürfen wir sagen: unverschuldet war diese Nie- 
derlage nicht. Die sonst so vielgerühmte Diplomatie der Kurie 
hatte vollständig versagt, man hatte sich gerade über das 
Wichtigste getäuscht -). Nicht im Klerus, nicht beim Primas 
war der Kern des Widerstandes. Sie wären vielleicht gar 
nicht übel zufrieden gewesen, wenn der Papst sein Ziel er- 
reicht hätte. Vom Parlamente war das Statut ausgegangen, im 
Parlamente hatte es seinen unüberwindlichen Rückhalt, und 
es war, wenn nicht mehr, so doch politische Klugheit, was 
Heinrich Chicheley abhielt, sich zum eifrigen Diener der päpst- 
lichen Wünsche zu machen. 

') Gascoigne, p. 17: « Nuper enim Martinas V. papa Romanus scripsit 
episcopis michi notis, ut certas consuetudines malas et certa mala statuta 
regni publice reprehenderent et contra ea praedicarent et contraria statuta 
in Parlamente regni decerni et statui laborarent. Et quia episcopi nee haec 
feeerunt nee haec ausi facei-e fuerunt, idem papa Martinus excomniunicavit 
eos et archiepiscopuin Cantuariensem suspendit a sua legacia... Et tunc epi- . 
scopi dixerunt plane, quod concilium generale fuit supra papam et ideo a 
papa appellaverunt ad concilium generale proxinio post tunc celebrandum, 
quamvis pluries antea mutaverunt sentenciam suam, dicentes quod quilibet 
papa est sviper concilium generale et illud potest ad libitum suum dissolvere, 
ut ipsi dixerunt. Et idem papa Martinus ol)iit infra breve tempus et ideo 
non tulit sentenciam interdicti quam promisit se illaturum contra regnum... 
Archiepiscopus Cantuariensis Henricus Chichele, doctor iuris ci\-ilis, et dux 
Glocestriae Humfridus... tunc regnum Angliae principaliter gubernabant *. 
Die ganze Notiz ist ein fürchterlicher Galimathias. 

4 ') Sollte ein Zusammenhang bestehen zwischen diesem diplomati-chen 
^lisserfolge und der Tatsach(\ dass Cesarini, mit dessen Sendung die Aktion 
der Kurie begonnen hatte, noch volle vier Jahre auf den schon 142() ver- 
sprochenen roten Hut warten musste? Xach seinem Tode wusste freilich der 
Lobredner Poggio auch die unglückliche englische Mission in einen Ruhmes- 
titel zu verwandeln: nur ein Mann wie Cesarini habe solch einen Auftrag 
ohne Gefahr für die eigene Person in England auszurichten wagen düi'fen. 
Ang. ^lai, Spicileg. Rom. X, 378. Wir wissen aber, dass das schon vor ihm 
nicht weniger als dreimal durch andere geschehen war. 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 287 

Einen Punkt haben wir bisher noch nicht erörtert: welches 
waren die Zugeständnisse, die Martin V. für die Aufhebung 
des Statuts anbot? Sie sind nirgends direkt überhefert, und 
nur annähernd kann man ihren Inhalt aus den wiederholten 
Aeusserungen des Papstes erraten. Er betont mehrfach, noch 
nie seien einer Nation so grosse Konzessionen gemacht wor- 
den '), er hebt einmal ausdrückhch hervor, dass die Kurie 
dabei auf jeden Geldgewinn verzichte; nur auf die Anerken- 
nung des päpstlichen Rechtes komme es ihm an -). Vergleicht 
man diese Bemerkungen mit jener formellen Weisung an die 
enghschen Prälaten vom 9. Dezember 1426, worin ihnen die 
Beobachtung der Extravaganten « Execrabilis » und «Ad regi- 
men» eingeschärft wird •^), so kann man sich den Umfang der 
päpstlichen Anerbietungen vermutungsweise wohl vorstellen. 
Martin V. scheint sich gegenüber England mit der Aner- 
kennung der beiden eben erwähnten Erlasse seiner Vorgänger 
haben begnügen zu wollen, wonach ihm die Verleihung der 
durch unerlaubte Pfründenhäufung, durch päpsthche Verset- 
zung oder Beförderung und durch den Tod eines Kurialen 
oder päpstlichen Beamten frei werdenden Pfründen vorbe- 
halten blieb *). Auf die Zahlung der Annaten hat er vielleicht 
auch für diese Fälle verzichtet, jedenfalls aber auf alle die so 
viel weitergehenden Befugnisse, die Exspektanzen und spe- 
ziellen Reservationen, die in den Kanzleiregeln, die alternie- 
rende Pfründenbesetzung, die in den Konkordaten von Kon- 
stanz und jüngst noch in den Abmachungen mit Frankreich 
enthalten waren '). 

Vom Standpunkte der Kurie angesehen wären solche Zu- 



'■) Oben S. 272 Anm. 3, S. 283. 

-) « Unde et pecuniae et temporalis cuius\is cominodi suspieio evidenter 
excluditur... Nostra enim solicitudo et procuratio ad hunc finem fuit semper 
intenta, ut Romanae ecclesiae et sedis apostolicae iura et privilegia... in ipso 
regno Angliae recuperaremus ». Wilkins III, 474 (an Cliicheley). 

•') Oben S. 274. 

■*) Vgl. Papsttum und Kirclienreform I, 98. 12.5. 

') Hübler, a. a. O. 30.3. 312. Die hier, Anm. 99, als verloren bezeich- 
nete Konstitution steht bei Döllinger, Beiträge zur kirchl. etc. Geschichte II, 
343. Nicht \erstanden von Hefele, Conciliengeschichte VII, 411. 



288 J- HALLER 

geständnisse in der Tat sehr beträchtlich gewesen, sie gingen 
auch wirkhch viel weiter, als was den anderen Nationen in den 
Konstanzer Konkordaten eingeräumt worden war. Und doch 
mussten sie den Engländern unannehmbar erscheinen. Denn 
gerade das, worauf es der Kurie ankam, die Anerkennung der 
grundsätzlichen Befugnis, W'ollte und konnte man nach der 
englischen Rechtsauffassung, die sich seit einem bis zwei Men- 
schenaltern immer tiefer im Volke eingelebt hatte, unmöglich 
zulassen. 

Die Kurie aber scheint aus dem Erlebten die Lehre ge- 
zogen zu haben, die sie bei gründlicherer Kenntnis der eng- 
lischen Verhältnisse schon früher hätte wissen dürfen, dass 
in England jede Aussicht auf Wiederherstellung der päpsth- 
chen Macht abgeschnitten sei. Zwar hat Cesarini in seinen 
Reformvorschlägen für das bevorstehende Konzil von Basel 
noch emmal auch die Beseitigung des englischen Provisoren- 
statuts, überhaupt die engere Verknüpfung Englands mit der 
Kurie als dringend wünschenswert bezeichnet ' ) ; aber ernstliche 
praktische Versuche in dieser Richtung sind nie wieder gemacht 
worden. Man fand sich darein, die verhassten englischen Gesetze 
zu ignorieren. Sie bildeten bald kein Hindernis mehr für son- 
stige gute Beziehungen und, wie man es in den kritischen Zeiten 
des Konzils von Basel erleben konnte, sogar für eine enge 
Verbindung zwischen England und Rom. 

') Conciliuui Basiliense I, IT'J. 



ENGLAND UND ROM UNTER JIARTIN V. 28'.» 



BEILAGEN. 



1. 

Martin V . belobt den Bischof Heinrich von Winchester ivegen 
seines Eifers für den päpstlichen Stuhl, wovon der Kollektor in 
England, Simon de Teramo, berichtet hat. Er ermahnt Hin, darin 
fortzufahren, und spricht die Hoffnung aus, dass durch ihn die 
Rechte des Papstes, die während des Schismas Abbruch gelitten 
haben, luieder hergestellt iverden möchten. 

Rom 14^1 Dezember 6. 

Arm. XXXIX vol. C fol. Sß (V); — vol. :> f. Vih.b (F7):— vol. }a /. t;ia (FV). 

Martinus etc. Venerabili fratri Henrico episcopo Wynto- 
niensi salutem et apostolicam benedictionem. 

Dudum personam tuam regio sanguine et preclaris virtu- 
tibus excellentem vidimus in sacro Constantiensi concilio 
indefessis studiis pro unione stat^i et libertate sancte Dei ec- 
clesie laborare; nunc autem ex diligenti et fideli relatione di- 
lecti filii magistri Symonis de Theramo, utriusque iuris doc- 
toris, reddituum et proventuum camere apostolice debitorum 
in regno Anglie collectoris, accepimus fraternitatem tuam pro 
iure et honore sedis apostolice et libertate ecclesiastica in regno 
prefato non minus studiosis operationibus vigilasse et continuo 
vigilare, teque, ut honorabile ecclesie membrum decet, ea sem- 
per dicere et operari, que profutura sint ecclesiastice digni- 
tati. Que omnia de te summa consolatione audivimus et plu- 
rimum letamur et in Domino gratulamur, sentientes Romanam 
ecclesiam talem et tam assiduum habere «) defensorem iuris 
et honoris sui. Tua enim diligentia et generosa virtute adiu- 
trice speramus pristinam ecclesie libertatem in illo christia- 

a) fehlt V. 



290 J- H.4IiLEK 

nissimo regno, qiie iam pridem malignitate temporum stante 
scismate aliqua ex parte perierat, recuperare. In quod opus 
honestiim ac sanctum ut «) quemadraodum cepisti indefesso animo 
curas et cogitationes tiias conferas in futurum, eandem frater- 
nitatem tuam hortamur et affectuose rogamus. Pro hiis enim 
te dignis in Romanara ecclesiam meritis sperare ante omnia 
debes premium retributionis eterne, quod ab Altissimo conse- 
queris, et nos ac prefatam ecclesiam tuorum officiorum me- 
mores ad protectionem nedum tui, sed et tuorum in perpe- 
tuum obligabis. 

Datum Rome octavo idus decembris anno quinto ''). 



Desgleichen an den B. Thomas von Durhani^). 

[1421 Dezemher 6']. 

Arm. XXXIX ml. u lol. Sl". 

Martinus etc. Venerabili fratri Thome episcopo Dunelmensi 
salutem et apostolicam benedictionem. 

Reversus nuper ad nos de regno Anglie dilectus filius magister 
Symon de Theramo, iuris utriusque doctor et reddituum ac pro- 
ventuum camere apostolice debitorum in prefato regno collector, 
nobis exposuit diligenter, quantum fraternitas tua ferventer et 
affectuose pro iure et lionore Romane ecclesie et libertate eccle- 
siastica laboravit, pro quibus laudabilibus operationibus tuis com- 
mendationem magnam apud nos et apostolicam sedem meruisti. 
Quod ut indefesso animo facere studeas in futurum, eandem 
fraternitatera tuam in Domino hortamur et affectuose rogamus. 
Pro hiis enim tuis in ipsam Romanam ecclesiam meritis sperare 
ante omnia debes premium retributionis eterne, quod ab Altis- 
simo consequeris, et nos ac prefatam ecclesiam tuorum offi- 
ciorum memores ad tui tuorumque protectionem et exalta- 
tionem in perpetuum obligabis. 

Datum Rome etc. 

") et V. ^) F.-* }iat 'Ich Zusatz Jn simili forma Thomae episcopo Die- 

nelmensi (!) etc. ut supra. 

M Thomas Laru/ley, B. von Dnrham IJOH-'i/, Kanz/er .seit lil/. Le Neve, 
Fasti ecc/fsiae .An'/t/cauae III, :':>1. 



ENGL-iXD UXD ROM UNTER MARTIN V. 291 

3. 

Martin V. an K. Heinrich [V .\ von England: ist erstaunt 
gewesen, als des Königs Gesandter Nicolaus Bildeston nichts 
von dem brachte, was die zurückkehrenden 'päpstlichen Gesandten 
angekündigt hatten. Mahnt den König, er möge, wie ihn Gott 
über alle Herrscher erhoben, so auch in Erhaltung und Mehrung 
der Würde des apostolischen Stuhles den andern mit seinem 
Beispiel vorangehen. Beglaubigt den zurückkehrenden Nicolaus 
Bildeston. Rom \l4,<f;^]. 

Req. :',:>'.> fol. l'.)b (F) und l'.)/« {Vi). Ann. XXXIX vol. .j, -2. Hälfte, 
fol. :i4b (V-J). 

Martinus etc. Carissimo in Christo iilio Henrico regi Anglie 
illustri salutem etc. 

Sperabamus, cum dilectus filius Nicolaus Bildeston, doctor 
legum, orator serenitatis tue, ad nos venisset, audire aliquid 
iuxta spem nostram de rebus ad nos et sedem apostolicam 
et honorem quoque tuum et regni spectantibus, quas petive- 
ramus per oratores nostros. Verum ipse, nullum earum rerum 
tractatum aut conclusionem afFerens, alia quedam exposuit 
longe remota ab opinione nostra. De quo non indigne paulum 
admirati sumus, tantam enim spem conceperamus ex relatione 
ipsorum oratorum, qui procul dubio asserebant venturos esse 
nonnuUos ex parte celsitudinis tue pro votiva huius negotii 
conclusione, ut nuUo modo crederemus oratorem tuum huc 
venire sine aliqua vel pusilla commissione huiusce negotii vel 
tractandi vel concludendi. Nihil enim postulabamus nisi ho- 
nestum iustum debitumque et quod faciendo ingentem lau- 
dem consequeris. Hoc cum longius quam crediderimus prote- 
lari videamus, non sine causa mirum nobis debet videri. Se- 
renitatem ergo tuam rogamus atque exhortamur in Domino, ut 
considerans quantum Deus exaltavit ") celsitudinem tuam atque 
hec attribuens illi, in cuius manu sunt regna et per quem 
regnant reges, velis, quo te omnipotens Deus magis extulit inter 
principes terre, hoc te humiliorem reddere et favorabiliorem 

(i) in Domino — exaltavit fehlt VI, i. 



292 J. HALLER 

erga ecclesiam sacrosanctam suam et vicarium ipsius, atque ita 
te gerere erga dignitatem sedis apostolice, que reliquarum est 
mater et caput, conservandam et augendam, ut et Salvator 
noster ex bonis tuis operibus suam erga te gratiam augmentet 
et reliqui exemplo tuo excitati ad devotionem et obedientiam 
ipsius sedis et nostri ") provocentur, nosque ad satisfaciendum 
votis tuis prout cupimus merito invitemur. Hec autem prefato 
Isicolao, qui propter virtutem et scientiam suam merito est 
diligendus et habendus carus, commisimus eidem serenitati 
latius explicanda. 
Datum Rome etc. 

4. 

Martin V. an K. Heinrich [F.] von England: lehnt den 
Vorwurf feindseliger Parteilichkeit ab und verweist auf hrießiche 
Mitteihingen des englischen Gesandten B. von Chichester und 
des Kollektors Simon de Teramo. Born \i4'^2\. 

Arm. XXXIX vol. i; joL }?f'. 

Martinus etc. Carissimo in Christo filio nostro Henrico regi 
Anglie illustri salutem et apostolicam benedictionem. 

Admirati fuimus cum illas tuas literas legeremus, in quibus 
commemorata fidei sinceritate, quam maiores tui reges Anglie 
semper ad sanctam sedem apostolicam liabuerunt, et spe- 
ciali devotione erga nos tua conquereris et gravaris, quod pe- 
titiones tuas rationabiles et honestas minus favorabiliter ad 
exaudicionis gratiam admittamus, et subiungis hoc evenire 
propter ahquos inv^identes feücitati tue, qui in nostra curia 
commorantur. Quibus tuis literis respondemus vera esse omnia 
que de maiorum tuorum et tua fide et devotione scripsisti. 
Seimus enim reges Anglie semper apud sedem apostolicam in 
gratia et honore habitos tanquam devotos eccksie filios exti- 
tisse. Et nostris temporibus personam tuam preclaris atque 
regalibus virtutibus illustratam nostram et huiusmodi sedis 
benevolentiam singularibus in ipsam ecclesiam officiis meruisse. 
Et propterea te scire volumus apud nos nullam invidiam tibi 

<') nostrc l'.Vl. iKjsti-ae Vi'. 



ENGLAND UND ROM UNTER JIARTIN V. 293 

obstare, quin omnem gratiam favorem pro te et tuis fidelibus 
consequaris. Sed si aliquando non fiant omnia que petuntur, 
existimare debes, nos et venerabiles fratres nostros sancte Ro- 
mane ecclesie cardinales in universali ecclesia gubernanda 
multarum rerum rationem habere oportere. Super qua materia 
plene contulimus cum venerabili fratre episcopo Cicestrensi ' ), 
apud nos oratore serenitatis tue, et cum dilecto filio magistro 
Simone de Theramo, utriusque iuris doctore, in tuo regno Anglie 
pro camera apostolica coUectore, nuper ad nos reverso, per 
quorum fidam «) relationem et literas de paterna nostra erga te 
et tuos caritate poterit ad plenum regia tua sublimitas in- 
formari. 

Datum Rome etc. 

5. 

Martin V. zeigt K. Heinrich [V .] von England an, dass sein 
Gesandter B. von Chichester und der Gesandte Kastiliens Bischof 
von Cuenca '-) wegen eines Bangstreites neulich am Osterfeste in 
St. Peter mit einamler handgemein geworden sind, und dass des- 
ivegen gegen sie ein Gerichtsverfahren eröfjnet worden ist. — Ebenso 
dem K. Johann von Kastilien ''). Rom 14^2 April 13. 

Ann. XXXIX vol. (i fol. .').-)b (V); vol. ;a fol. r,i.a (J//, Fassung an Kastilien). 

Martinus. Carissimo in Christo filio Henrico regi Anglie^) 
illustri salutem etc. 

Cum pridem orta esset altercatio de prioritate sedendi inter 

ff) fidem HS. b) Joanni regi Castelle et Legionis VI. 

') ThonMS Polton, seit 1419 als Vertreter Englands an der Kurie nachweisbar 
(Rymer IX, 08' l f. 7 HO), B. von Hereford, 1421 November 17 nach Chichester, 1426 
nach Worcester versetzt, f ^4.3.'i August Hl in Basel. ^Le Neve I, 4G4. 24.5. III, 
(JO. Concil. Ba.sil. V, (>2. Ueber seine Beförderung nach Chichester vgl. oben S. 2.'>7. 

-) Alvar Nuliez de Isorna 141H-4'>, f 1449 als Erzb. von Santiago de Com- 
postela. Euhel I, 20S. II, 14>^. Als Gesandter Kastiliens nahm er eifrig am 
Konzil i^on Basel teil. Concil. Basil. II -V, Register. 

") Der Rangstreit zwischen England und Kastilien Ivat sich bekanntlich auf 
dem Konzil von Basel erneuert und sehr beträchtlichen Umfang angenommen, 
ja auch dort zu Tätlichkeiten geführt. Martin gibt sich hier den Anschein 
vollster Unparteilichkeit. Dass aber der Kasfilianer tatsächlich bevorzugt wurde, 
zeigt n. (j. Interessant ist dort ausserdem die Unterscheidung zwischen Gesandten 
und Bevollmächtigten, womit der Papst sich herauszureden sucht. 



2D4 J. HALLKR 

venerabiles fratres.. Cicestrensem et Conchensem «) episcopos, 
serenitatis tue et carissimi in Christo filii nostri lohannis regis 
Castelle et Legionis ^^) illustris oratores in Romana curia resi- 
dentes, et nos continuo daremus operam, ut inspectis insti- 
tutis antiquis et consuetudinibus curie diu servatis sine ali- 
cuius iniuria et odiosa novitate hec controversia toUeretur, 
in tantam licentiam prorupit humana superbia, ut dum pro 
solemnitate pascali missam celebrantes in ecclesia sancti Petri 
essemus, apud altare in ipso pene consecrationis articulo pre- 
fati episcopi contendentes de loco in rix am inhonestam de- 
venirent, qui tumultu suscitato, omni Dei et nostra reverentia 
postposita, in seipsos manus violenter et turpiter iniecerunt, 
parvifacientes pro vano quodam mundi lionore negligere 
honorem Dei et sanctum misse pontificahs sacrificium per- 
turbare. Rem itaque tam enormem in loco sacro, in die ce- 
lebri, in actu omnino venerando, in devoto silentio, in nostris 
et tot insignium virorum ocuhs perpetratam sie taciti per- 
transire non possumus, quin pro Dei sacrificio et nostro ho- 
nore contempto contra transgressores procedi mediante iu- 
stitia faciamus. Quod ideo tue subhmitati significamus, ut 
informatus de scandalo non mireris, dum senseris de pro- 
cessu. Omnes enim tuos apud nos hbenter videmus et honore 
et gratiis ampUamus, sed tam manifesta transgressio non po- 
test, etsi non debita punitione plectatur, omnino correctione 
carere, ut omnes intelligant honorem regum a nunciis et mi- 
nistris eorum apud nos et sedem apostoHcam ea moderatione 
debere defendi atque servari, ut })ropterea non vihpendatur 
cultus Dei et nostra et eiusdem sedis dignitas non ledatur. 

Datum Rome apud sanctum Petrum idibus aprilis anno 
quinto ^). • . 

6. 

Martin V. antwortet K. Heinrich [F.] von England auf dessen 
eigenJuiwdiges englisches Schreiben, worin der König sich über 
Zurücksetzung seines Gesandten Thomas B. von Chichester hei 

"■) Cohen V, Conchensem et Cicestrensem 1'/. '') Henrici regis Anghe VI. 
*') V hat nur Datum Rome apud; VI hat den Zusatz In siniili forma regi 
Anghe ut supra. 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 295 

öffentlichein Konsistorium, gegenüber dem Gesandten Kastiliens, 
beklagt hat: der B. sei nicht als Gesandter, sondern als Proku- 
rator angesehen ivorden, doch werde künftig jeder, den der König 
sende, entsprechend geehrt werden. Rom 1422 Juni 13. 

Arm. XXXXIX vol. C iol. 4:^b (yy, _ roL ."> fo/, Llcb (i'/). 

Martinus etc. Carissimo in Christo filio Henrico regi An- 
glie illustri salutem et apostolicam benedictionem. 

Carissime in Christo fili «). Cognovimus ex certis Utteris, que 
tua propria manu Scripte dicuntur in idiomate anglicano, per 
Interpretern nobis expositis, serenitatem tuam egre tulisse, quod 
venerabilis frater Thomas episcopus Cicestrensis iam pridem in 
quodam pubHco consistorio fuerit in sedendo tractatus minus 
honorabiliter quam oratori regio conveniret, et in persona sua 
parum diligens ratio fuerit habita honoris tui, quem profecto 
propter tuam erga Romanam ecclesiam devotionem et fidem et 
propter tuam regiam excellentiam dudum nobis affectam beni- 
volentia singulari debemus et volumus conservare et quantum 
cum Deo poterimus omnibus favoribus ampliare. Et propterea 
existimare non debes nostrum iudicium fuisse ^), ut orator 
carissimi in Christo filii nostri lohannis Castelle et Legionis 
regis illustris oratori tuo anteponeretur et aliquahter tua di- 
gnitas lederetur. Verum ut de hac re, de qua tibi non ea que 
debuit, ut videmus, informatio data est, veram Cognitionen! 
habeas, noverit tua regia celsitudo, quod usque tunc prefatus 
episcopus apud nos communi Romane curie opinione versa- 
batur non ut orator, sed tantummodo procurator sublimitatis 
tue. Quamvis eidem interdum benignitas tua scriberet ut ora- 
tori et procuratori suo, tamen hec erat opinio infixa iam ani- 
mis hominum, forsitan propter eins iam pridem residentiam 
in curia inveteratam, et quia primo curiam non intraverat ut 
orator. Que opinio fecit, ut ministri nostri circa talia deputati 
minus accuratam diligentiam haberent loci sui, dum in eins 
persona non continuo observarent oratoris regii dignitatem. 
Quoniam multum interest inter oratoris et procuratoris officia, 
secundum quod fert antiqua curie consuetudo, unumque longe 

«) et apostolicam — fili fehlt VI. *) non fuisse V. 



296 J- HALLER 

alio dignius reputatur. Itaque cum conveniebat ad conventus 
publicos in nostro conspectu, collocabatur interdum prelatus 
inter prelatos honeste. Nam et ipsum sua värtute diligimus et 
per se dignum honore iudicamus. Sed quicquid hactenus actum 
sit in persona huius episcopi, non propter diminutam existima- 
tionem sublimitatis tue nee propter indignitatem persone sue, 
sed propter sui officii opinionem : senties in futurum, quod cui- 
cunque ad nos venienti tuo nomine locum pro honore tuo de- 
bitum assignari mandabimus, secundum cerimonialia et instituta 
prefate curie diu servata. 

Datum Rome apud sanctum Marcum idibus iunii anno 5toa). 

Martin V. ersucht den Bischof [Heinrich von Winchester?], 
sich dafür zu vertuenden, dass Lucia Visconti, Witwe [des Her- 
zogs Edmujid von Kent] -'), infolge des Thronwechsels keinen 
Schaden an ihrer Versorgung erleide. [1423 ca.']. 

Arm. XX XIX vol. C fof. 'J.->a. 

Martinus. Venerabili fratri . . episcopo . . . 

Multa concurrunt in persona dilecte in Christo filie, nobihs 
muheris Lucie de Vicecomitibus, propter que nostra paterna 
commendatione, quam ipsa suppHciter postulavit, digna nobis 
merito visa est: progenitorum nobihtas, sua honestas et virtus, 
sexus infirmitas, in externa patria solitudo et miserabihs con- 
ditio viduitatis. Hec considerantes et propterea ipsi Lucie pa- 
terna caritate compatientes, eam fraternitati tue quantum af- 
fectuose possumus commendamus.^Fuit enim ipsa dudum in 
regno Anghe benignitate superiorum regum, coniugata et vidua, 
liberaliter pertractata, ita quod ceteras eins calamitates pa- 
tienter prefatorum regum munificentia tolerabat et vitam suam 



«) Datum Rome etc. V. 

,') Der fol r/ende Brief möge hier Platz finden, obivohl er in den Zusam- 
menhmuf der übrigen nicht hineingehört. 

-) Sie war eine Tochter des Bernabd, heiratete 1407 den Herzog von Kent, 
wurde 14(is Witwe und starb 1424. Wenck, Mitlheihmgen des Institute für 
österreichische Geschichtsforschung XVIII, (i'.> ff. 



ENGLAND XTND ROM UNTER MARTIN V. 207 

honestissime sustentabat; et sie in futurum sub presenti rege 
faeere posse desiderat, nulla ei facta subtraxione provisionis 
ante concesse. Quod ut plene consequatur, pro nostri compla- 
centia et humanitate tua velis apud consilium regni omni studio 
intercedere et operari, ut beneficium clarissimorum regum in 
mulierem, quam merito dignam ipsorum gratia iudicarunt, ipsis 
etiam mortuis conservetur et hec ipsorum elemosinaria libera- 
litas non toUatur, que vix posset pro animabus eorum et honore 
presentium melius et dignius collocari. 



Marüji V . an den Herzog Johann von Bedford: dankt ihm für 
seine Bemühungen um Abschaffu7ig des Statuts gegen die kirch- 
liche Freiheit, wovon der aus England zurückgekehrte Kammer- 
auditor Julian Cesarini berichtet hat. Der Herzog möge nun 
auch dafür sorgen, dass dieses Statut unrklich aufgehoben iverde, 
da es auch nach Beseitigung des Schismas eine Art von Spal- 
tung zwischen England und der übrigen Kirche erzeuge; zumal 
da der Papst volle Abhilfe für alle Beschwerden anbiete. Die Bitte 
um Ehedispens für den Grafen John von Himtingdon und Anna, 
die Witrve des Grafen von March, ivie auch alle anderen An- 
gelegenheiten von Engländern sind auf den Rat der Kardinäle 
zurückgestellt tvorden bis zu dem nächsten Parlament, auf dem 
K. Heinrich die Aufhebung jenes Statutes m Aussicht gestellt 
habe. Indessen sollen einige Wünsche des Adressaten und seiner 
Ge7nahlin doch erledigt Verden. [1426 Dezember]. 

Arm. XXXI X vol. C, jol. ll}b. 

Martinus. Dilecto filio nobili viro lohanni duci Betfordie 
salutem etc. Reversus nuper ad nos de regno Anglie dilectus 
filius lulianus de Cesarinis, utriusque iuris doctor Romanus, 
curie camere apostolice causarum auditor, omnia de preclaris 
virtutibus tuis nobis grata retulit et opinioni nostre diu de 
excellentia tua concepte conformia, in primis significans te sin- 
cerum illum vereque filialem affectum erga personam nostram 
et Romanam ecclesiam non solum conservare constanter, sed 
dietim etiam adaugere. Pro quo et diligentia ac studio tuo, 

20 



•29iS J- HALLER 

quod pro tuendo iure et honore nostro et prefate ecclesie ab 
eodem auditore nostro nomine requisitus adhibuisti circa ma- 
teriam illius execrabilis statuti editi contra ecclesiasticam liber- 
tatem referimus gratias nobilitati tue, conservantes in corde 
nostro indelebilem memoriam laudabilium operationum tua- 
rum et facultatem desiderantes retributionis generositate tua 
digne. Et quoniam magnis et altis ingeniis, quäle tuum est, res 
iocunda et gloriosa videri debet . bene cepta perficere, confi- 
denter hortamur et paterna caritate magnificentiam tuam ro- 
gamus, ut sicut cepisti, ita continuo prosequendo regnum re- 
giumque consilium tua prudentia et autoritate coneris inducere, 
quatenus pro animarum salute et honore regni penitus abo- 
leant i|llu|d statutum, cui omnis divina et humana ratio, vetus 
ac novum elogium, conciliorum veneranda autoritas, sanctorum 
patrum summorumque pontificum diffinitio, ipsius denique 
universalis ecclesie ritus et observantia contradicit, quo du- 
rante abscissio quedam videtur in corpore ecclesie demonstrari, 
Anglicis circa obedientiam Romane ecclesie debitam diverso 
modo se habentibus, quam se habeant alle nationes et regna 
christianorum. Ex qua differentia seritur species quedam divi- 
sionis et scismatis, diuturno scismate per Dei gratiam iam sub- 
lato. Quod tolerare non deberent Anglici, etiam sine nostra 
requisitione, ut propter i[llu]d statutum viderentur a relique cri- 
stianitatis perfecta unione et obedientia discrepare, cum pre- 
sertim per nos ipsis talia oblata sint, quod nee regnum nee 
quevis privata persona preiudicium sentire possit. Huius autem 
rei perficiende in circumspectione tua maxima[m] spem habemus, 
non dubitantes quod, si optatus finis eveniet, plurimum ascri- 
bendus erit diligentie tue, cui cum iam ex hiis que fecisti mul- 
tum debeamus, felici conclusione perfecta longe plus debere 
gaudebimus. Ceterum supplicationem tuam pro dilecto filio no- 
bili viro lohanne comite de Hontiton et dilecta in Christo filia 
nobili muliere Anna relicta comitis Marchie de Anglia ), deside- 
rantibus ut non obstantibus certis impedimentis consanguini- 
latis et afifinitatis possent per dispensationis ") nostre gratiam 

") (lispositionis HS. 

') Edntund (Iraf von March. ein Urenkel Eduarde III, j 1 i-i'i Janintr ]'.) 



ENGLAND UND BOM UNTKR MAKTIN V. 299 

matrimonialiter copulari, libenti animo exaiidiremus. Sed 
quoniam ex parte carissimi in Christo filii nostri Henrici regis 
Anglie illustris suique consilii super predicti statuti aholitione 
ad proximum parliamentimi extitit dilata responsio, licet fre- 
qiienter in pluribus parliamentis per nos fuerint antea requi- 
siti, ne continuata favorum exhibitio et copia exauditionis 
illos in nostri et sedis apostolice contemptu obstinatiores effi- 
ciat, et ut aliquando errore suo cognito integram Romano 
ecclesie obedientiam exhibeant sicut debent : de venerabilium 
fratrum nostrorum sancte Romane ecclesie cardinalium con- 
silio iisque ad i[llu]d tempus tam prefate dispensationis conces- 
sionem quam cetera illius nationis negotia suspendere decre- 
viraus. Quod si tunc nobis et Romane ecclesie debitum ius 
restituerint, prout tenentur, in liuiusmodi dispensatione et in 
ceteris negotiis nos propitios et ad eorum vota favorabiliter 
inclinatos invenient. Verum, fili dilecte, cum tua fidelis libe- 
ralisque devotio nostrum et apostolice sedis ius et honorem 
continuis favoribus tueri non desinat, dignum est ut hiis. que 
tuam et dilecte in Christo filie nobilis consortis tue personam 
concernant, pro gratitudine nostra reddamus vices. Quocirca 
quedam postulata per prefatum auditorem pro te et consorte 
prefata, prout rationi conveniet, mandabimus expediri. 
Datum etc. 

9. 

Martin V. an den Kardinal Heinrich von. Wincheder: loht 
ihn und dankt ihm für seinen Eifer tun die Verteidiguny der 
kirchlichen Freiheit, trovon der Kaw,merauditor Julian Cesariai 
berichtet hat. Feuert ihn an, darin fortzufahren, und verspricht 
ihm gleichen Beistand, wie ihn einst Alexander {HI.] dem heil. 
Thomas [Becket] geleistet habe. [l-^^-'i Dezember]. 

Arm. XXXIX vol. C, fol. lila. 

IMartinus. Dilecto filio Henricho tituli sancti Eusebii pres- 
bitero cardinali salutem etc. 

Ex fideli relatione dilecti filii luliani de Cesarinis, utrius- 
que iuris doctoris Romani, curie camere apostolice causarum 
auditoris, nuper de regno Anglie ad nos reversi, cognovimus 
id, de quo eramus etiam ante certissimi, te singulari afFectione 



30n J. HALLER 

ciga personam nostram statumque et honorem nostrum et 
Romane ecciesie affectum esse, et hanc tuam affectionem am- 
plissima commendatione dignissimam cum pari animi magni- 
tudine in rebus concernentibus nostram et sedis apostolice 
dignitatem, sicut decet verum pugilem Romane ecciesie, de- 
monstrasse ac obtulisse forti animo. autoritate consilio et 
omni studio non deesse pro defensione libertatis ecclesiastice 
ci honoris nostri. Pro qua quidem pia et magnifica intentione 
tua, per quam speramus omnia nobis in illo regno feliciter 
successura, gratulamur in TJomino et jjcrsonam tuam summis 
hiudibus commendantes ad consummationem") huius sanctipro- 
positi tuam devotionem et diligentiam exhortamur. Hec causa 
Dei est et ecciesie sue sancte, in cuius defensione nullus metus, 
nulli labores, nulla te pericula humana perterreant, nee tui 
excellentis animi magnitudo frangatur. Aderit tecum Dens 
et pro domo sua laborantem al) omni adversitate liberabit, 
nosque et ipsa Roniana ecclesia te totis viribus et cum omni 
potestate iuvabimus nostra ac ipsius iura libertatem et 
autoritatem constantissime defendentem. Nee minus tibi, si 
opus fuerit, efficaciter assistemus, quam olim felicis recorda- 
tionis Alexander papa lllltus '') predecessor noster adiumento 
fuit sancte memorie beato Thome archiepiscopo Cantuariensi 
pro liliertate ecciesie laboranti. 
Datum etc. 

K». 

Martin V. schreibt an Her^tj Humphrey von Gloucester im 
(/leichen Sinne irie in dem Breve an Erzbischof Heinrich von 
Canterbnry vom selben Tage, Wilkins III, -17. 'J. Er fährt fort: 
Sed addit etiam archiepiscopus in litteris suis, multis in eo 
legno videri, te in causa Brabantina a sede apostolica mo- 
dicos favores reportasse et ex hoc forsitan a quibusdam ad- 
versus eandem sedem animatum fuisse. Qui vero sint isti 
{[uibus ita videatur et qui te ita animaverint, ignoramus, nisi 
forsitan ipse idem sit archiepiscopus, qui. sicut habet ipse 
zelum modicum ad iura prefate sedis defendenda, optaret 

«) coiiimeiidatioueni HS. b) so ! • ' 



ENGLAND IND ROM UNTER MARTIN V. 301 

habere socios voluntatis sue. Sed Deus testis est nobis et ho- 
mines scire possunt, quod in dicta causa nulli partium fa- 
vores impendimus contra iusticiam, sed commissarios depu 
tavimus, quibus stricte precepimus, ut hanc causam equo 
libraiinne, prout iuri convenit, terminarent, quod ideo fortassis 
impletum non «est iuxta cor nostrum, quia venerabiles fratres 
nostri sancte Eomane ecclesie cardinales omnes ab utraque 
parte suspecti habiti et dati sunt '). Er versichert den JI erzog 
nochmals seiner gnädifjen Gesinnung. [1427 Mai OK 

Ann. XXXIX vol. H hl. Vi'.«. 

11. 

Marlin V . an den Kardinal Heinrich von Winchester: be- 
schwert sich lebhaft üb^r dir Gefangennahme des Kollektors Jo- 
hannes Obizzi, der nur heilsame Schreiben des Papstes ilber- 
bracht habe. Droht mit Strafen. Die Tat ividers preche dem 
Völkerrecht; sie wäre vielleicht nicht geschehen, wenn der Adressat 
in England gewesen wäre. Nun solle er zur Wiederherstellung 
der Ehre des h. Stuhles tun, tvas ihm angezeigt scheine. Der 
Papst werde inzwischen seines Amtes walten. 

Ebenso an den Herzog Johann von Bedford. 

[14,2? Mal-J wni\. 

Ann. XXXIX vol il hl. ir,b. 

Martinus. Dilecto filio Henrico tituli sancti Eusebii pres- 
bitero cardinali Wintoniensi. 

Quam vis dudum in regno Anglie iurisdictio Romane ec- 
clesie et libertas ecclesiastica fuerit oppressa vigore illius exe- 
crabilis statuti, quod omni divine et humane rationi contra- 
rium est, tamen adhuc ad tantam violentiam prolapsum |non 
erat', ut in sedis apostolice nuncios et legatos manus temere 

') Der Spruch ist in der Tat erst viel später gefüllt worden. Er steht, 
uulatiert, im Reg. :i.'>i) fol. 2630' zwischen Breven von 14.')4/.'>; ebenda, fol. 26!!" 
seine Bestätigung durch Eugen /F (' Gregis dominici '), gleichfalls ohne Datum. 
Darin erklären die Kardinäle Antonius (Correr) von Porto und Johann {Cer- 
vantes) von S. Peter in Vincoli die Ehe des f Herzogs Johann von Brabant 
mit Jacoba von Baiern für legitim; Jacoba habe kein Recht gehabt, bei Lebzeiten 
ihres Gatten eine andere Verbindung einzugehen. 



302 J- HALLER 

inicorentur, sicvit novissime factum est in persona dilecti filii 
lohannis de Opizis, palatii apostolici causarum auditoris et in 
])refato regnonuncii et collectoris nostri, quem audivimus ex Iiac 
s(jla causa, quod litteras apostolicas nostro nomine presentabat, 
fuisse per aliquos de ipso regno carceribus mancipatum. Que 
injuria nobis et apostolice sedi illata animum iiostrum atTecit 
a(hniratione turbatione et molestia singulari. Miramur enim 
stupescimus et dolemus, quod tam fedum et turpe facinus in 
illo regno commissum sit contra sedem beati Petri et nuncios 
eius, presertim cum littere ille nostre nil aliud quam salutem 
animarum, honorem regni ac per omnia paternas et sanctas 
admonitiones continerent. Fuit enim semper, etiam apud gen- 
tiles, qui nullam tenebant vere fidei rationem, inviolabile no- 
men nuncii atque legati, etiamsi ab hostibus mitterentur. Et 
hodie ad Saracenos et Turcos a quibuscunque tute destinantur 
legationes et littere, etiamsi illis ad cjuos deferuntur moleste et 
iniuriose sint. Et nuncius noster, vir humanus et moderatus et 
eontinua conversatione notissimus in regno Anglie, quod devo- 
tione fide et cultu divino se iactat omnes alias christianas natio- 
nes superare, turpiter captus est, nichil impium nee hostile defe- 
rens, sed litteras salutares et iustas. Sed vereantur aliquando 
illi (;[ui sie contumaciter et süperbe ecclesiam Dei contemp- 
nunt et sedis apostolice autoritatem, ne super ipsos veniat 
iusta punitio ex Christi iudicio, qui eam instituit et fundavit, 
caveantque ne tot cumulatis offensis Deum irritent ad ultio- 
iieni et tarditatem supplicii gravitate compenset. Non vide- 
batur eis satis offendisse Deum, statuta condendo contra vi- 
cariuni eius, contra ecclesiam et ecclesie caput, nisi pertina- 
ciler perseverantes in malo proposito in nuntium apostolicum 
violentas nianus inicerent, quod non dubitamus tibi, qui ec- 
cl(>sie et regni honorem diligit, displicere, et certi sumus, quod 
si fuisses in Anglia, pro tua naturali prudentia et j)ro fide ac 
(IcNolione, quam geris erga nos et ecclesiam Dei, illos incur- 
rcic in hunc furorem nullatenus permisisses. Verum, cum non 
sohim ipsis qui hoc fecerunt, sed toti regno magna acciderit 
ignominia et dietim, si perseverabitur in errore, accessura sit 
major, circumspectionem tuam, in qua valde confidimus, ex- 
ii(jrtarniu- et alfectuose rogamus, ut circa hoc provideas, prout 



ENGLAND UND ROM UNTER MARTIN V. 303 

sapientie tue videbitm* honori nostro et ecclesie ac saluti regni 
convenire. Ceterum te scire volumus, quod propterea a prose- 
cutione officii nostri nullatenus desistemus. 

Datum etc. 

In simili forma dilecto filio nobili viro lolianni duci Bet- 
fordie, mutatis mutandis. 

12. 

Martin V. beschwert sich heim Herzog Humphrey von Glou- 
cester über die Gefangennahme des Kollektors Johannes Obizzi. 
als deren Urheber der Herzog genannt irerde. Er fordert ihn 
auf, in dem bevorstehenden Parlamente dahin zu wirken, dass 
das Statut gegen die kirchliche Freiheit abgeschabt iverde, wie 
der König int Beisein des Herzogs dem Kammerauditor Julian 
[Cesari7ii\ in AussicJd gestellt habe, zumal der Papst vollen Er- 
satz anbiete. Rom 1427 Oktober Vj. 

Arm. XXXIX vol. ■',. -J. Hallte iol. Xlb — Reg. :ir,[) jol. }.'>o. 

Dilecto filio nobili viro Hunfrido duci Glocestrie salutem etc. 

Inter multas, quas a regno Anglie sedes apostolica iniurias 
pertulit, vis illa in personam dilecti filii magistri lohannis de 
Obizis, in dicto regno nuntii et collectoris nostri, nuper illata 
et eius captivitas vehementius cor nostrum amaritudine af- 
fecit... Licet autem nonnulli tuam celsitudinem huius delicti 
ream fuisse asseverent, nos tamen... ad id credendum animum 
nostrum applicare non possumus... Sed quemadmodum aliis 
litteris polliciti sumus, priusquam talia de te credamus, ea tibi 
scribere et a te quomodo res ista processerit responsum expec- 
tare decrevimus. Ceterum c[uia te presente carissimus in Christo 
filius noster Henricus rex Anglie illustris super abolitione illius 
execrabilis statuti contra libertatem ecclesiasticam editi per 
dilectum filium magistrum lulianum causarum curie camere 
apostolice auditorem requisitus nobis responsum prebuit, quod 
quamprimum commode posset, parlamentum, sine quo dictum 
statutum tolli non potest, convocaret et in eo quod sibi foret 
possibile pro nostre requisitionis executione faceret, expresse 
protestando quod sancte Romane ecclesie iuribus et privilegiis 
nullatenus derogare intenderet: ideo, cum dicti parlamenti iam 



3(14 J. HALLER. KNGLAXn I'Nn ROM ITXTER MARTIN V. 

tempus advenerit, quod nos patienter expectavimus, speramus 
illiquid ibidem etiam per tuam industriam concludi, quod regie 
inomissioni et ipsius regnisaluti honorique conveniat. Et quando 
tua celsitudo in eodem parlamento aderit post regem maior 
et principalis, que pro sua sapientia et auctoritate multa ])o- 
terit efficere, ipsam maxime exhortamur, ut pro honore Dei et 
sedis ajiostolice reverentia proque propria et omnium regnico- 
larum sahite ad extirpandum illud detestabile statutum omnem 
diligentiam ac solicitudinem adhibeat. Ex quo ultra meritum, 
quod apud Deum consequeris, efficies sedem apostolicam tuis 
iustis desideriis semper obligatam. Et ne quis contradicendi 
oecasionem quovis modo pretendat, ecce denuo oft'erimus Om- 
nibus causis, ob quas statutum dicitur fuisse conditum, salu- 
))riter providere, ita ut nee regno nee cuiquam private per- 
sone detrimentum aliquod propterea contingat. Beglaubigt den 
Johannes de Ohizis, nuntius et collector. 

Datum Rome apud sanctos Apostolos 3. idus octobris anno 
decimo. 



SOS 



DER LIBER TAXARUM 
DER PAEPSTLICHEN KAMMER. 

vo^ EMIL GÖLLER. 

(Fortsetzung). 



BEILAGEN 
IL 

Quellenbelege zum Informations verfahren 
der päpstlichen Kammer bei Festlegung der Servitientaxe. 

Im Zusammenhang mit den S. 124 gegebenen Ausführungen 
über das Verfahren der Kammer bei Heranziehung der Prä- 
laten zur Entrichtung der Servitientaxe folgt nachstehend eine 
Liste derjenigen Bistümer und Abteien, über deren Einkom- 
men die Kurie in den Jahren 1347-1352 Informationen einzog. 
Dass gerade diese Jahre hierfür ausgewählt sind, hängt mit 
der Zeitabgrenzung der Quelle, der die Aufzeichnungen selbst 
entnommen sind, zusammen. Wie bereits früher erwähnt und 
in Band XVII der Rom. Quartalsehrift ausgeführt wurde, ent- 
hält Cod. 456 der Kollektorienserie des Vat. Archivs ein Ver- 
zeichnis der « littere provisionum prelatorum restitute » aus 
den genannten Jahren und zugleich genaue Angaben über die- 
jenigen Beneficia maiora, die von der Leistung des Servitiums 
aus irgend einem Grunde befreit wurden, ferner alle jene, über 
deren Taxe nichts Sicheres feststand. 

Die von der Entrichtung der Taxe damals entbundenen 
Benefizien finden sich auch in den Obligationsregistern. Ihre 
Zahl ist für diese Jahre eine ganz beträchtliche. Dabei darf 
allerdings nicht ausser Acht gelassen werden, dass es sich in 
vielen Fällen um solche Bistümer und Abteien handelt, die in 
den Gebieten der griechischen Patriarchate lagen. Unter den 
Klöstern finden sich mehrere Basilianerabteien. Immerhin 

21 



3()() EMIL GÖLLER 

aber wird man den Gedanken nicht abweisen können, dass 
die Kurie trotz energischer Durchführung der gegen säumige 
Zahler einmal getroffenen Bestimmungen doch vielfach Nach- 
sicht übte und entweder den Termin der Einziehung verschob 
oder davon überhaupt Abstand nahm. Von einer Veröffent- 
lichung dieser Fälle muss hier abgesehen werden, zumal für die 
Entwicklung und Ausbildung des Taxwesens im einzelnen nichts 
daraus gewonnen werden kann. 

Anders verhält es sich mit den Aufzeichnungen, die uns 
über das Informationsverfahren der päpstlichen Kammer Auf- 
schluss geben. In erster Linie kommen hier die Kommissions- 
briefe der beiden Kämmerer ^) in Betracht, die, ursprünglich 
zerstreut in den Libri solutionum, später in besonderen Kam- 
merregistern und schliesslich im 15. Jahrhundert in den Bänden 
der Diversa cameralia Aufnahme gefunden haben. Leider sind 
diese Aufzeichnungen für die Mitte des 14. Jahrhunderts nicht 
mehr vollständig erhalten. Noch grössere Lücken weisen die 
Notariatsregister -) der Kammer auf, die etwa noch in Betracht 
kommen könnten. Um so wertvoller ist für die Zeit Cle- 
mens VI. die in dem genannten Cod. Coli. 456 gegebene Zu- 
sammenstellung der «littere provisionum prelatorum restitute». 
Ob derartige Verzeichnisse auch in anderen Jahren angelegt 
wurden oder nur in diesem einzigen Falle, in dem sie einer 
Anordnung des Kämmerers Stephanus, Bischofs von S. Pons 
de Tomieres, ihre Anlage verdanken, lässt sich nicht feststellen. 

Für die Aufzeichnungen ist charakteristisch, dass sie nicht 
das Datum der Commissio selbst, sondern jenes Zeitpunktes 
enthalten, an dem letztere gewöhnlich mit der Littera prov-i 
sionis zur Uebermittlung an die päpstlichen Kommissäre hinaus- 
gegeben wurde. Die einzelnen Eintragungen enthalten zumeist 
folgende drei Punkte: 

1 . Angabe der mit der Information über den Vermögens- 
stand der betreffenden Bistümer und Abteien und zugleich mit 
der Entgegennahme der Obligation beauftragten Vertreter der 



•) Vgl. Beilage III. 

-) Vgl. R. Quartalschr. l'.>().') S. 82, wo auf ein Registerfragment des 
Johannes Palavsini aus dein Jahre I34S hingewiesen ist. 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER. 307 

Kammer. Vielfach waren dies Kollektoren, Subkollektoren 
oder päpstliche Nuntien. In vielen Fällen wurden bei Klö- 
stern der zuständige Bischof, dessen vicarius in spiritualibus, 
der Offizial des Kapitels oder bei Bistümern benachbarte Bi- 
schöfe mit dieser Aufgabe betraut. Im letzteren Falle war 
wohl die Praxis bei Ausfertigung der Litterae executoriae vor- 
bildlich. Unsere Aufzeichnungen enthalten hierfür einige inter- 
essante deutsche Beispiele. Bei der Provision des Elekten Ni- 
colaus von Naumburg am 7. Januar 1349 hatten die Bischöfe 
von Meissen und Halberstadt die Einschätzung und Obligation 
vorzunehmen. Die « littere prpvisionis . . . una cum commis- 
sione... super recipienda informatione de valore dicte ecclesie 
et recipienda obligatione » des Bischofs Gerhard von Minden 
im Jahre 1348 wurden dem Elekten am 23. Januar selbst zu- 
gestellt, die Commissio war an den Bischof von Osnabrück 
gerichtet. Bei der Ernennung des Bischofs Andreas von Schwe- 
rin 1348 hatten Bischof, Propst und Prior von Ratzeburg sich 
über die Höhe des Einkommens zu informieren und die Ver- 
pflichtung zum Servitium abzunehmen. Für das Kloster S. Lau- 
rentii in Oestbroch extra muros Traiectenses wurden am 
26. Juli 1352 der Kollektor Johannes de Casleto in Köln und 
der Subkollektor Reynerius Modde in Utrecht mit dieser Auf- 
gabe betraut. Die Einschätzung der Abtei S. Werburgh zu 
ehester im Jahre 1352 hatte der päpstliche Nuntius Hugo 
Pelegrini vorzunehmen, die der Abtei S. Jakob zu Pegau an 
der Elster 1348 der Bischof von Merseburg, beide natürlich 
mit dem gleichzeitigen Auftrage, den Verpflichtungsakt für das 
Servitium vorzunehmen. 

2. Die Hervorhebung des Mandats an die päpstlichen 
Kommissäre « ad informandum de valore et obligatione reci- 
pienda ». Bisweilen ist der Wortlaut des Regests ausführli- 
cher. So z. B. bei der Provision auf das Kloster S. Petri de 
Pedemonte Casertan.dioc: «Et committitur per litteras domini 
cardinalis atque mei camerarii episcopo Casertano, quod inqui- 
sito de valore monasterii predicti recipiant Obligationen! no- 
mine camere et collegii ». Einmal lautet der Auftrag direkt: 
« Idem nuntius informet se de valore et recipiat obligationem ». 



308 EMIL GÖLLER 

3. Die Uebergabe der Provision mit der Coramissio an 
die Petenten oder deren Prokuratoren bzw. an die Kommis- 
säre. Waren die Prälaten an der Kurie selbst anwesend, dann 
erhielten sie die Briefe zugestellt, jedoch mit der eidlichen Ver- 
pflichtung « non uti dictis litteris donec secuta fuerit obligatio». 
Das Versprechen der Boten « super litterarum assignatione » ist 
gewöhnlich in der abgekürzten Form gegeben « iuravit et obli- 
gavit, ut est moris » oder einfach « iuravit etc. ». Vereinzelt 
auch ausführlicher « super litterarum assignatione obligavit se 
penes magistrum Johannem Palaisini»'). 

Die Abnahme der Verpflichtung zum Servitium « in par- 
tibus », also ausserhalb der Kurie, war ein Ausnahmeverfahren 
und wäre bei dem Bestreben der Kurie, die Prälaten möglichst 
eng an Rom zu fesseln, sicher vermieden worden, wenn man 
einen anderen Weg gefunden hätte. Um so mehr bemühte 
man sich natürlich, das ganze Verfahren möglichst sicher zu 
gestalten. Die Kommissäre hatten das über den Akt selbst 
auszufertigende Notariatsinstrument an die Kurie zu schicken. 
Hier wurde dessen Inhalt in Form eines kurzen Regests in die 
Obligationsregister eingetragen '-). Dadurch sind wir in der 

' ) ■ Diese Versprecliungcn vviu'den in der Kammer notariell festgelegt. 
Drei Fälle konnten aus dem Notariatsregister Obl. 23 Fase. 1 festgestellt werden, 
darvmter der folgende: Anno a nativitate Doinini 134S ind. prima die ultima 
niensis decembris pontif. d. Clementis div. prov. pape VI. anno sexto ma- 
gister Johannes de Castronovo can. Trecen. proeurator d. Hugonis abb. [mon.] 
b. Marie de Castellione supra Setanam dioc. Lingonen. promisit ut privata 
persona presentare litteras apostolicas confectas super provisione eisdem 
fratri Hugone facte (!) de abbatia predicti monasterii, que eidem proeuratori 
ibidem fuermit tradite per d. camerarium i-eligioso viro d. abbati mon. Pul- 
teriarum ord. s. B. Lingonen. dioc. ad recipiendam Obligationen! communis 
servitii per dictum fratrem Hugonem nomine camere et collegii commissarium 
deputatiun, priusquam utatur dictus abbas vel alius pro ipso dictis litteris, et 
dictum abbatem ad dictum commune servitium faciet seu procurabit facere 
cum effectu obligari. Et propter hoc obligavit ut etc. Actum Avinione in 
camera thesauraria prefati d. pape coram d. camerario, presentibus magistro 
Stephane Vrsi clerico S. Flori dioc. et d. Symone de Sagio capellano honoris 
d. n. pape etc. ad premissa vocatis. 

'") Die Form möge folgendes Beispiel veranschaulichen f. 12.j: Eisdem 
anno ind. et pont. 1352 die 30. mensis martii fuit presentatum camere ap. 
quoddam publicum instrumentum sigillatum sigillo ven. viri domini Johannis 



DE l LxBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER. ^09 

Lage zu kontrollieren, welches Ergebnis das Informationsver- 
fahren in einzelnen Fällen hatte. Zu diesem Zwecke sind m 
dem unten folgenden Texte für die dort angeführten Fälle 
Auszüge aus dem bis 1360 reichenden Obligationsbande, soweit 
sie vorhanden waren, angefügt. Für einzelne Klöster lassen 
sich die Obligationen nicht auffinden. Ob diese erst nach 1360 
erfolgte oder das Ergebnis der Nachforschungen über den Ver- 
mögensstand ein rein negatives war, wäre im einzelnen noch 
festzustellen. Hier möge davon abgesehen werden. Andere 
wieder wurden von der Leistung des Servitiums für den betr. 
Fall «propter paupertatem » oder aus anderen Gründen ent- 
hoben. Hierzu folgendes Beispiel (OB. f. 101, 1350 Jul. 12): 
« Dicta die monasterium omnium Sanctorum extra muros Cre- 
monen. ord.s. B.,cui provisum est de persona fratris Petri de 
Parma, propter paupertatem et iuxta relationem commissarii 
super inquisitione facienda de et super valore fructuum ipsius- 
monasterii per dominos camerarios deputati fuit a prestatione 
communis servitii liberatum hac vice ». 

Auffallend ist, dass bei mehreren Fällen, wie man nach der 
Form des Registereintrags annehmen muss, die Obligation nicht 
«in partibus », sondern doch an der Kurie vorgenommen wurde; 
die betreffenden Prälaten zogen es offenbar vor, mit der Kam- 
mer direkt zu verkehren. 

Bei einem grossen Teile allerdings bestätigt die Angabe in 
dem Obligationsregister den Vollzug der Taxation und Obliga- 
tion durch die ernannten Kommissäre. Von höchstem Inter- 
esse ist es nun, die einzelnen Stadien des Informationsver- 
fahrens zu verfolgen und die Zeitdauer festzustellen. Zur 
genauen Uebersicht möge hier eine Zusammenstellung folgen. 
Sie enthält 1) das Datum der Traditio, d. h. den Zeitpunkt, an 



de Casleto can. Leodien. ap. sedis nuntii scriptum et .signatimi manu et signo 
magistri Johannis de Vinderhoute de Gadano dioc. Tornacen. publica aucto- 
ritate imperiali notarii, in quo in effectu continebatur, quod d. Johannes 
abbas mon. Flonen. ord. s. Augustini Leodien. dioc. promisit pro suo com- 
muni servitio 91 regales auri antiquos iusti ponderis cum dimidio solvenda 
medietate infra unum annum a data dicti instrimienti computandmii, que est 
anno Domini 1352 ind. quinta die penultima mensis decembris, quod nisi etc. 
et iuravit etc. 



310 



EMIL GOLLER 



dem die Briefe hinausgegeben wurden, 2) die Angabe, wann 
die Obligatio erfolgte, 3) das Datum, an dem das Notariats- 
instrument an die Kammer gelangte oder, wie es gewöhnlich 
heisst, assigniert oder praesentiert wurde. In einigen Fällen 
konnte aus den Solutionsregistern Nr. 25. und Nr. 28. noch 
die Differenz des Datums der Commissio und der Traditio 
festgestellt werden. Dies ist in der Liste noch besonders her- 
vorgehoben. 



1 ) Bistümer 
Minden. 
Zwerinen. • 
Xueniburgen. 
Waterford^n. 
Ceplialunen. 

2) Abteien 
Ebrulfi Lexovien. 
Gildasii Bituricen. 

Marie de Castellione Lin- 
gonen. 

Renati Surrentin. 

Andren. Morinen. 

Marcelli Caturcen. 

Marie in Cosmedin Raven- 
naten. 

Job. in Valleya Carnoten. 

Heremi Camaldulen. 

Petri de Pedemonte Ca- 
sertan. . 

Petri de Ebulo Salernitan. 

Jacobi Biterren. 

Blauimontis Vasaten. 

Leodegarii Suession. 

Refayos Bracharen. 

Marie de Marola. 

Regali (de) Maioricen. 

Salvatoris Aretin. 

]MichaeIis de ^Nliehaele Vir- 
dunen. 

Johannis de Jardo Senonen. 

Petri foris p(irtain Vien. 

Guillermi Clusin. 

Egnnanden. Traiecten. 

Marie de Holin Nidrosien. 

Oneiaeen. Eduen. 



Traditio 
1348 Jan. 23 

1348 Jun. 6 

1349 Febr. 7 

1350 Mai. 21 
13.50 Jul. 15 

1347 Jul. 28 
1347 Dec. 10 

1347 Dec. 29 

1348 Febr. 28 
1348 Apr. 7. 
1348 Jun. 13 

1348 Aug. 18 

1348 Dec. 6 

1349 Apr. 17 

1349 Apr. 18 
1349 A])r. 22 
1349 Mai. 20 
1349 Aug. 18 
1349 Sept. 3 
1349 Sept. 22 
1349 Oct. 10 
1349 Oct. 12 

1349 Oct. 2« 

1350 Mart. 1 
1350 Mart. 2 

1350 Jul. 8 

1351 Apr. 2 
1351 Mai 24 
1351 Jun. 4 
1351 Jul. 8 



Obligatio Praesentatio instr. 
1362 Jun. 2 1362 Dec. 10 
1356 Nov. 18 
1351 Oct. 22 
1350 Jun. 25 
1354 Dec. 23 



1348 Jan. 6 

1349 Mart. 27 

1348 Mai. 31 
1.349 Jul. 2 

1348 Oct. 27 

1349 :Mart. 20 

1353 Jul. 6 
1349 Oct. 9 
1349 Mai. 8 



1348 Mart. 8 



1349 Jun. 12 



1349 Jun. 5 



1349 Jul. 6 

1350 Apr. 28 
1350 Nov. 12 

1349 (?) Febr. 12 1350 Jul. 12 

1350 Febr. 24 1350 Jul. 1 
1358 Apr. 1 1 

— 1350 Nov. ö 

1349 (?) Mart. 21 1351 Mai 17 

1350 Mart. 5 1350 Jul. 20 



1350 Nov. 5 
1350 Mart. 20 

1350 Aug 19 

1352 Mai. 22 

1351 Jul. 6 

1353 Aug. 18 
1351 Sept. 11 



1351 Jul. 23 
1350 Mai. 10 

1350 Sept. 23 

1352 Sept. 7 

1351 Oct. 7 
1354 Sept. 23 

1352 Mart. 24 



Trinitatirtdc Exaquio 

Constantien. 
Flonen. Leodion. 
Trudonis Leodien. 
Claritatis 1'uroncii. 
Mnrigniaco Senonen. 



Conimissio 

1350 Dec. 4 

1351 Febr. 12 
1351 Jun. 3 

1351 Jul. 26 

1352 Oct. 4 



Traditio 

1350 Dec. 5 

1351 Febr. 15 
1351 Jun. 28 

1351 Jul. 30 

1352 Oct. 4 



1351 Dec. 30 
1351 Jul. 27 

1351 Aug. 25 

1352 Dec. 22 



1351 Mai. 18 

1352 Mart. 29 

1352 Jan. 28 
1351 Sept. 18 

1353 Febr. 4 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER. SU 

Besonders auffallen müssen die grossen Abstände zwischen 
der Traditio der Urkunden und der Obligatio bei den Bis- 
tümern :\Iinden und Schwerin. Verhältnismässig schnell wurde 
die ganze Untersuchung bei einzelnen Abteien erledigt. Die 
Uebersicht ist nicht bloss hierfür, sondern für die Beurteilung 
des Geschäftsverkehrs der päpstlichen Kurie überhaupt sehr 
wertvoll. An zwei Stellen scheint in der Datierung ein Fehler 
vorzuliegen oder aber handelt es sich, wie das einmal festge- 
stellt werden konnte, um eine zweiten Auftrag. 

Das Verhältnis des Servitium zum Gesamteinkommen ( i ' ; . ) 
kommt auch hier zum Ausdruck. Für die expeditio per con- 
sistorium ist von besonderem Interesse eine Notiz fol. 116: 
«Die 25. dicti mensis (Jun. 1350) fuit provisum domino fratri 
Pontio de prioratu s. Marie de Suzano ord. s. Aug. Vicen. dioc, 
et licet factum fuerit per consistorium, tenetur ad fructus ». Die 
Höhe des Einkommens erreichte hier offenbar nicht die Summe 
von 100 Goldgulden. 

Um einen Einblick in die Entwicklung der Taxe zu geben, 
sind in den Anmerkungen den Auszügen aus dem Obligations- 
register, Vat. Bibl. Borghes. 125, (= OB) die Taxen aus Döl- 
linger, Beiträge II f . 1 ff. ( — D) mit Angabe der Seitenzahl vor- 
angestellt. 

Cod. Arch. Vat. Coli. 456 fol. 132 ff. 

Littere provisionum prelatorum restitute per d. Stephanum 
episcopum S. Poncii Tomeriarum camerarium domini nostri 
pape ab anno 1347 die 16. ianuarii pontif. d. Clementis pape VI. 
anno VI. 

(f. 132 V.). !.''4:7 Febr. 8 littere provisionis cl. fratris Bene- 
dicti Biliotti abbatis mon. s. Salvatoris de Symano ord. s. B. 
Saxennaten. dioc. fuerunt tradite una cum commissione super 
valore dicti monasterii et obligatione facta d. Poncio de Pereto 
archidiacono Vindocinen. in eccl. Carnoten. cl. fratri Francisco 
abb. mon. s. Bone de Vi[o]doro Senecen. dioc. per ipsum assi- 
gnande dicto cl. Poncio. 

Febr. 19 fuerunt assignate littere apostolice domino fratri 
Ray mundo Reboti abb. mon. s. Lucie de Brenta in dioc. Vi- 
centin. dirigende una [cum] commissione super valore dicti 



312 RiltL GÖLLER 

monasterii domino Poncio de Pereto coUectori in Lumbardia, 
super quo se obligavit, ut constat per instrumentum receptum 
per magistrum S. Vrsi. 

(f. 135 t'.). Mai. 14 assignate fuerunt littere cum commis- 
sione dirigenda officiali Cameracensi super valore monasterii 
Lisiensis ') ord. s. B. Cameracen. dyoc. et obligatione pro com- 
muni servitio facienda domino fratri Aymerico de Brius pre- 
posito prioratus de Cogeto Clugniacen. ordinis dioc. Lomba- 
riensis -'). 

') St. Lambert de Liessies. Vgl. Berliere, Inventaire, Xr. 1()S. ") D. ö8> 

Taxe 238 flor. 2 gr. 

(f. 137). Jul. 28 domino fratri de Boscogensselmi abbati 
abbatie Ebrulfi ord. s. B. Lexouien. dioc. 

Assignate fuerunt littere una cum coramissione directa do- 
mino B. Cariti archidiacono Augi de ecclesia Rothomagen. col- 
lectori in provinciis Rothomagen. et Senonen. super valore 
dicti monasterii et obligatione servitii communis per eum re- 
cipienda magistro A. de Villa et domino Petro de Nemosio 
curato s. Jacobi Ambianensis capellano domini cardinalis 
Eduensis '). 

') D. 13-2, Taxe S50. Vgl. OB. 3S: 134,S Mart. S fuit reportata quedam 
obligatio recepta in partibus — die VI. mensis ianuarii per d. Bertranduni 
Cariti can. Tornacen. ad ea auctoritate dominoruin cainerarionun deputatum, 
per quam apparebat, quod venei"abilis p. d. frater Johannes abbas mon. 
S. Ebrulfi ord. s. B. Lexouien dioc. promiserat pro suo com. serv. 850 libr. Tut. 
parv. et 5 .serv. familie consueta, que summa iuxta informationem per dictum 
commissarium receptam erat tertia pars fructuvim, reddituum et proventuiun 
annfujorum eiusdem mon., quam summam promisit solvere infra VIII menses 
a die obligationis predicte computandos. Insuper promisit, quod si posset 
habere 100 libr. Sterling., quas annis singulis consuevit recipere in partibus 
Anglieanis, quas propter guerram diu est non recepit, quod etiam tertiam 
partom illorum exsolvet. 

(f. 131 V.). Oct. 27 facta est commissio dominis Tullensi, 
Virdunensi episcopis et eorum cuilibet insolidum super infor- 
matione recipienda de valore monasterii s. Micahelis (!) de sancto 
Micahele ') ord. s. B. Virdunen, dioc. et recipienda obligatione 



DEK LIBER TAXAKUM DER PAEPSTLICHEX KAMMEK. 313 

a domino fratre Amedeo abbate dicti monasterii. Magister Vrsi 
recepit obligationem abbatis ab illo, qui portavit litteras. 

') D. 263, Taxe (Hifi flor. 

(f. 138 V.). Nov. 28 littere provisionis domini Dalmatii abb. 
mon. beate Marie de Villabertrando ord. s. Aug. Gerunden, dioc. 
fuerunt assignate Berengario Rubeo nuntio ') domini abbatis de 
Besulduno assignande domino episcopo Gerundensi et predicto 
abbati de Besulduno una cum commissione facta eidem super 
valore dicti monasterii de Villabertrando et obligatione reci- 
pienda pro communi servitio. '-) 

') «nuntii» Ms. ") D. 110, Taxe (iOO fl. 

(f. 139). Dec. 5 littere provisionis fratris Danielis abb. mon. 
s. Petri de Bergolio ord. s. B. Aquen. dioc. in provincia Me- 
diolanensi fuerunt restitute domino Andree de Terdona advo- 
cato in Romana curia, quas debet assignare episcopo Terdo- 
nensi una cum commissione sibi facta super informatione va- 
loris dicti monasterii et obligatione recipiendis pro communi 
servitio. ^) 

') D. 23, oliae Taxe. Vgl. OB. :i~v.: Abt Daniel am 4. März 1348 <- libe- 
ratus proptei- panpertatem », 

(f. 139). Dec. 10 littere provisionis domini P. abb. mon. 
s. Gildasii ord. s. B. dioc. Bituricen. assignate fuerunt una 
cum commissione facta domino Pe(tro) Chautardi super infor- 
matione valoris dicti monasterii et obligatione facienda super 
hoc per se vel alium; et fuerunt tradite domino Reginaldo de 
Arfolherio canonico s. Ylarii Pictauensis socio domini cardi- 
nalis Lemouicensis, qui promisit litteras et commissionem pre- 
dictas reddere dicto commissario. ') 

') D. 45, Taxe 4.")0 flor. Vgl. OB. 70: .A.bt Petrus verspricht am 
27. März 1349 als serv. com. 4öO fl. und 5 serv. min. 

(f. 139 V.). Dec. 29 littere provisionis domini Hugonis de 
Corbigniaco abb. mon. beate Marie de Castellione ord. s. Aug. 
Lingonen. dioc. fuerunt una cum commissione assignate ma- 



314 EMTL GOLLER 

gistro Johanni de Castronouo canonico Trecensi et Lausanensi 
super informatione valoris dicti monasterii et obligatione super 
hoc facienda, que debuit presentari abb. mon. Pulteriarum ord. 
s. B. dicte dyocesis; super quibus litteris eidem abbati assi- 
gnandis et obligatione facienda, ut est moris, idein magister 
Johannes obhgavit se penes magistrum J. Palasini i) recipien- 
tem nomini camere apostoKce. -) 

') Ueber Joliannes Palaysini vgl. R. Quartalschr. 1905 S. Sl. '-) Vgl. 

ÜB. 4()r: Am 31. Mai 1348 versprioht Abt Hugo 5()() fl. als serv. cüui. u. ö 
serv. min. 

(f. 140). l:US Jan. 23 littere provisionis domini Gerardi epi- 
scopi Mindensis in provincia Coloniensi sibi ipsi assignate fuerunt 
una cum commissione facta episcopo Osnaburgensi in eadem 
provincia super recipienda informatione de valore dicte ecclesie 
et recipienda obligatione pro communi servitio; et iuravit et 
obligavit etc., recepto exinde instrumento per magistrum Ste- 
phan um Vrsi. 1) 

M D. 1(12. Taxe 10(10 fl. Vgl. oben S. 1.)!): nach ()1)1. :^(> f. 2 l)etrug die 
Taxe 13li2 400 fl.: Eubel giebt «500 alias KKtO » au. 

(f. 140;'). Febr. 8 fuit assignata com missio facta per domi- 
num cardinalem de Puteo ') et dominum camerariura domini 
pape directa domino archiepiscopo Panormitano domino fratri 
Jacobo Manardi de ordine Predicatorum episcopo Sebastensi 
super valore dicte ecclesie Sebastensis et obligatione ab eo 
super communi servitio recipiendis. -) 

') Kännnei-er des Kardinalskullegiunis 1340-134S; vgl. Baumgarten LH. 
■) D. 22:», Taxe ÖO-! fl. Vgl. OB. iSr.: Jacobus ej). Sebasten. verpflichtet 
sicli am 28. Juli 1341) zum ser\-. com. \on 58 fl. und 5 ser\'. min. 

(f. 141 f.). Febr. 28 fuerunt assignate domino Benedicto 
abb. mon. s. Renati ord. s. B. Surrentine dioc. littere sue pro- 
visionis una cum commissione facta domino archiepiscopo Sur- 
rentino de valore dicti monasterii et obligatione pro communi 
servitio accipiendis; et iuravit prius dicto commissario assi- 
gnare, quam ipsis utatur. ') 

') B. 21S, Taxe 33 ' , fl. Vgl. OB. 70: Abt Xicnlaus verspricht am 2. Juli 
134!t als .serv. com. ?>? ' , fl. u. 5 ser\-. min. 



DER LIBER T.\XARUM D CR PAEPSTLICHEX KAMMER. 3lö 

(fol. 143). Apr. 7 fuerunt tradite domino fratri Johanni 
Peckei abb. mon. Andrensis ord. s. B. Morinen. dioc. littere 
provisionis sue una cum commissione facta per dominos car- 
dinalem de Puteo et dominum camerarium domini pape di- 
recta officiali Morinensi super informatione valoris dicti mona- 
sterii et obligatione pro communi servitio camere domini nostri 
pape et collegio dominorum cardinalium et communi bus ser- 
vitiis eorumdem recipiendis; et promisit et iuravit non uti dictis 
litteris absque licentia dicti ofificialis commissarii presentibus 
domino B. de Nexonio et Johanne Palaysini. ') 

') Fehlt bei D. Vgl. OB. 76: Instrum. vorgez. am 12. Jan. 134<», dass 
Abt Johann am 27. Oktober 1348 « in partibus in pj-esentia officialis Morinen. » 
50 fl. als serv. com. und 5 serv. min. versprochen. Darin auch angeführt, 
quod annui fructus eiusdem monasterii istis temporibus propter guerram non 
excedimt srmimam laO flor., sed quod ante guerram ipsam valebant coni- 
munibus annis 1200 libr. bonorum parv. 

(fol. 143?;.). Jun. 6 assignate fuerunt littere apostolice pro- 
visionis domini Andree episcopi Zwerinensis et commissio facta 
per dominum Guillermum sanctorum quatuor Coronatorum 
presbiterum cardinalem camerarium sacri collegii et nos do- 
mino episcopo Raczeburgensi, preposito ac priori ecclesie eius- 
dem ecclesie super valore episcopatus predicti et obligatione 
recipienda magistro Johanni de Ratisbona canonico Cracouiensi 
ac clerico collectoris regnorum Polonie et Vngarie. ') 

') Vgl. OB. 181 r: Bischof Albert verspricht am 18. Xov. 13.1() als sei'v. 
com. (ili7 flor. u. ;") serv. min. 

(fol. 143 i;.). Jun. 13 assignate fuerunt littere provisionis 
domini fratris Guillermi ') abb. mon. s. Marcelli Caturcen. dioc. 
ord. Cisterciensis Johanni Deualaiz eiusdem diocesis per eum 
exibende officiali Montis Albani et magistro J. de |Castronouo] 
coUectori nostro ibidem ad informandum de valore et obligatio- 
nem recipiendam -'); et iuravit fldeliter reddere, antequam utatur 
de dictis litteris, et etiam magister sacri palatii hoc promisit. 

') Im Ms. « Johannis» gestrichen. — Vgl. D. M\ Taxe .")0 fl. Vgl. OB. (ii)i-: 
Abt Wilhelm verspricht am 20. März 1.S49 als serv. com. ."iO fl. u. 5 serv. min. 
") Iin Ms. bald Accusativ, weil von « ad >;, bald Ablativ, weil von « de » abiiängig. 



3 IG EMIL GOLLER 

(f. 144). Jim. 13 assignate fuerunt littere apostolice pro- 
visionis domini fratris Berengarii abb. s. Marie de Jubino Cist. 
ord. dioc. Januen. Raymundo de Longorrono Vabren. dioc. 
per eum assignande archiepiseopo Januensi vel abb. s. Ste- 
phan! in suburbiis Janue ord. s. B. pro recipienda infor- 
matione de valore et obligatione recipienda; et iuravit ut 
prius. ^) 

') D. 120, Taxe (kS fl. Vgl. OB. 70: Al)t Julian anerkennt am 24. März 1340 
für seinen Vorgänger eine Schuld von (19 flor. als serv. com. u. ö serv. min. 

(f. 145). Aug. 18 assignate fuerunt littere provisionis do- 
mini fratris Ademarii abb. s. Marie in Cosmedin Raveimaten. 
ord. s. B. dicto domino Deodato per eum presentande et 
assignande archiepiseopo Rauennatensi vel eius vicario ad in- 
formandum de valore dicti monasterii s. Marie et refferendum 
domino cardinali et camerario domini nostri; et promisit di- 
ctus abbas non uti dictis litteris, donec secuta fuerit obli- 
gatio. ') 

') D. 207, Taxe iO fl. Vgl. OB. 142: Abt Rayneriu-i verspricht am 
f). Juli 13.")3 als serv. com. 4(1 flor. u. .") serv. min. 

(f. liöv.). Anno domini 1325 die 27. mensis maii dominus 
Johannes papa XXII. declaravit in consistorio publico prio- 
rem de Altopassu Lucane diocesis ad prestandum commune 
servitium non teneri, cuius declarationis vigore dominus Ja- 
cobus dicti loci prior fuit hberatus. 

(f. 151 V.). Dec. 6 assignate fuerunt littere apostolice pro- 
visionis domini fratris Blasii abb. mon. s. Pancrasii ord. s. B. 
dyoc. Tudertine magistro Jacobo de Eugubio procuratori in 
audientia curie Romane assignande domino Berengario Bla- 
sini thesaurario patrimonii beati Petri ad informandum de va- 
lore dicti monasterii et referendum domino Albo et camerario 
domini nostri; obligavit et iuravit se traditurum dictas litteras; 
extat instrumentum receptum per Johannem. ') 

') D. 247, Taxe .">() fl. Vgl. OB. 17<i: Abt Valentin anerkennt für seine 
beiden Vorgänger, für Blasius 2.'j flor. und für Cechus .50 flor. am 17. Juni 
13.")(i und die entsprechenden serv. min. Vgl. Obl. 23 Fase. I f. 31 r. 



DER LIBER TAX.A.RtJ31 DER PAEPSTLICHEN KAMMER. 317 

(f. 151 1;.). Dec. 6 littere apostolice de provisione domini 
fratris Petri abb. mon. s. Johamiis in Valleya ord. s. Aug. Car- 
noten. dioc. fuerunt assignate domino fratri Georgio Gonteoai 
canonico dicte ecclesie per eum assignande domino Johanni de 
Parisius subcollectori apostolico et dominis Arnaldo et Guil- 
lermo Johanni et Luche de Vrbeueteri canonicis Carnotensibus; 
iuravit etc. ') 

') D. 00, Taxe 400 fl. Vgl. OB. 84?;: Abt Arnald verspriclit am 9. Ok- 
tober 1349 als serv. com. 400 fl. und 5 serv. min. « et fuit facta protestatio, 
quod si dictum monasterium plus solvat pro decima quam pro 800 libr., 
secundum rjuas fuit facta taxatio supradieta, quod hec taxatio ad conse- 
quentiam non trahatur, sed quod servitium augmentetur pro rata in subse- 
quentibus provisionibus >>. 

(f. 152). Dec. 9 littere apostolice de provisione abbatie Pe- 
gauiensis ord. s. B. Merseburgen. dioc. in Boernia facta domino 
fratri Frederico dicti loci abbati fuerunt assignate Benfifio ') 
plebano ecclesie de Vtelna Prägen, dioc. et Valentino Johannis 
notario et Benedicto Wancislaui clerico Prägen, et Symoni Pi- 
storis per eos assignande episcopo Merseburgen. -) et eins vicario 
et officiali; super valore eiusdem extat obligatio recepta per ma- 
gistrum J. Palasini dicta die. ^) 

') «Bunssio* Ms. -) « Besseburgen » Ms. •) D. 163, Taxe 66".^ ^' 

(f. 154) Dec. 21 littere d. fratris P. de Doa ord. Premon- 
straten. Anicien. dioc. fuerunt assignate magistro Bertrando de 
Rupe clerico fr. dicti abb. per ipsum assignande d. P. Gervasii 
coUectori apostolico ad informandum de valore et obligationem 
recipiendam; iuravit etc. ') 

') D. 12, Taxe 80 fl. 

Dec. 21 littere domini fratris Angeli abb. mon. s. Demetrii 
Neapolitani ord. s. B. fuerunt assignate domino Bartholomeo 
archidiacono Tranensi per eum assignande domino archiepi- 
scopo Neapolitano pro informatione per eum recipienda et 
obligatione et hie remitenda (!); iuravit et obligavit se idem 
archidiaconus ut supra. ') 

') D. 172, Taxe (il. fl. 



318 EMIL GÖLLER 

Dec. 21 littere domini fratris Guillermi de Castanhaco ab- 
batis monasterii de Blangiaco ord. s. B. Morinen. dioc. assi- 
gnate fuerunt domino Vincencio Dalmacii rectori ecclesie de 
Boscho Huelini Roth(omagen). dioc. per eum assignande decano 
Beliiensi collectori apostolico in provincia Reraensi pro infor- 
matione et obligatione recipiendis; iuravit et obligavit utsupra. ') 

') D. US, Taxe fl. -200. Vgl. Obl. 2^ f. !.")(): Eine zweite Conimissio vom 
7. Juni 13.")3. Vgl. Berliere, Inventaire Nr. 279. 

(f. 157 y.). 1349 Jan. 30 domino fratri Nicholao Alzaden. 
episcopo ord. Cist. in provincia Tuaniensi in Ybernia, quia non 
poterat dicere de valore ecclesie, fuit commissio facta archi- 
episcopo Tuamen. modo et forma consuetis, et iuravit reddere 
litteras commissario predicto et obligavit; et recepit obligatio- 
nem J. Palasini. ') 

') Erstmalise Provision 134S Okt. 22. Vgl. Eubel. Hierarchia. 

(f. 158). Febr. 7 littere de provisione episcopatus IMembur- 
gensis fuerunt assignate domino Nicholao electo dicti loci per 
eum exhibende dominis Misnensi et Alberstadensi episcopis vel 
eorum vicariis pro informatione valoris dicti episcopatus et 
recipienda per eos obligatione; iuravit portare litteras nee eis 
uti ante faciendam obligationem. ') 

') D. 17."), Taxe 2(M» fl. Vgl. OB. 12(l: Bischof Johann verspricht am 
22. Okt. 13.51 als serv. com. 2(»(t fl. ii. .'> ser\-. min.; ebenda 12.'5 r.: Der Elekt 
Johann «recognovit (am 2(5 Apr. 13.52) per d. Theodoricum ep. Sleuicen. >>, die 
versprochenen 200 flor. seines Vorgängers zu zalilen. Erste Provision 1347 Jan. 7. 

(f. 158). Eadem die et siniili modo littere de provisione 
mon. s. Angeli de Clacerna Eugubine diocesis ord. s. B. facta 
fratri Martin o fuerunt assignate magistro Jacobo de P]ugulaio 
procuratori in audientia per eum exhibende episcopo predicto vel 
eins vicario pro informatione valoris et obligatione recipienda; 
iuravit ut supra etc. ') 

') D. 97, Taxe fl. 40. 

(f. 159 t'.). Mart. 2 littere apostolice de provisione domini 
fratris Thorini abbatis monasterii sanctorum Nazarii et Celsi Ve- 
ronen. dioc. ord. s. B. fuerunt eidem assignate portande episcopo 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER. 319 

Briciensi vel eius vicario in spiritualibus ad informandum de 
valore dicti monasterii et recipienda obligatione; iuravit, obli- 
gavit, prout patet publico instrumento recepto per dominum 
J. Palasini, ut est moris in talibus'). 

') Die zwei folgenden Posten stehen im Als. voran. 

(f. 152 V.). Apr. 17 assignate fuerunt littere de provisione 
prioratus heremi maioris capitis totius ordinis Camaldulensis 
facta domino fratri Johanni priori generali dicti loci per eum 
assignande, antequam eis utatur, episcopo Aretino ordinario 
loci, cui data est commissio de inquirendo valore dicti prio- 
ratus nee non abbatibus s. Flore de Arecio et s. Marie de 
Parratalia Aretine dioc. et collectori nostro Tuscie ipsi et ip- 
sorum cuilibet, et quod facta informatione de valore recipiant 
Obligationen! pro servitio communi. ') 

') D. 20, Taxe 200 fl. Vgl. OB. 7(5 Instrum. vorgez. am 5. Juni 134<), 
dass Abt Johann «prior heremi Camaldulen. » am S. Mai 1350 (?) als serv. com. 
200 fl. u. ') .serv. min. versprochen: « Quia secundum informationem factam 
in partibus super valore fructuum eiusdem prioratus ad valorem (iOO flor. 
communiter ascendebant, prout per dictum commissarium relatio fuit facta, 
licet credatur verisimiiiter dictum prioratum esse maioris valoris et fuisse ca- 
merani defraudatam, propter quod fuit per dictam cameram facta protestatio, 
quod si de fravide in futurum posset aliqualiter apparere. quod dicta taxatio 
non preiudicaret camere in futurum ». 

(f. 153). Apr. 18 mandatur per litteras apostolicas archi- 
episcopo Beneuentano, ut provideat fratri Petro Roll [er] ici (?) de 
Stabile de abbatia mon. s. Petri de Pedemonte ') Caserti ord. 
s. B. Casertane dyoc, si reperiatur ydoneus. 

Et commititur per litteras domini cardinalis atque mei ca- 
merarii episcopo Capuano et episcopo Casertano, quod inqui- 
sito de valore monasterii predicti recipiant Obligationen! no- 
mine camere et collegii, quibus etiam littere apostolice debent 
presentari per Donatum Francischi de Florentia; iuravit et 
obligavit more solito; factum instrumentum per dnm J. Pa- 
lasini. -) 

') «Pedemontis » Ms. -) D. 77, Taxe fl. 70. Vgl. OB. 79 r: Abt Johann 

verspricht am (i. Juli 134!» als serv. com. TiO fl. und ö serv. min. 



320 EMIL GÖLLER 

(f. 163). Apr. 22 littere apostolice de provisione facta fratri 
Jacobo de abbatia mon. s. Petri de Ebulo ord. s. B. Salernitan. 
dioc. fuerunt assignate necnon et commissio super valore eius- 
dem presbitero Laurentio per enm exhibende episcopo Capud- 
aquensi vel eius vicario in spiritualibus; iuravit, obligavit etc., 
magister J. Palasini recepit. ') 

') D. -i-iO, Taxe fehlt. Vgl. OB. 97: Abt Andreas verspricht am 28. April 
13ö() als serv. com. tid flor. und .") serv. min. 

(f. 164). Mai. 7 littere apostolice de provisione facta fratri 
Laurentio de abbatia s. Marie Noue de Ebulo dioc. Salernitane 
assignate fuerunt Rogerio de Amifrada de Ebulo per eum tra- 
dende episcopo Capudaquensi vel eius vicario pro obligatione 
recipienda, informatione de valore eiusdem monasterii prius 
facta; iuravit etc.; extat instrumentum conficiendum per domi- 
num J. Palasini. ') 

') D. 220, Taxe fehlt. 

(f. 165). Mai. 20 fuerunt littere super provisione facta fratri 
Kaymundo abb. mon. s. Jacobi Bitteren, ord. s. Aug. de dicta 
abbatia assignate Raymundo Mathei domicello nepoti dicti ab- 
batis per eum portande episcopo Bitteren, vel eius vicariis ad 
informandum de valore et recipiendam Obligationen! etc.; iuravit, 
obligavit etc. J. Palasini. ') 

') D. 3.1, Taxe 120. Vgl. OB. 104: Abt Bertrand verspricht am 12. Nov. 
13.")0 als serv. com. 120 flor. u. '-> serv. min. 

(f. 166?;.). Jun. 25 littere apostolice de provisione monasterii 
s. St'ephani] de Columpna facta fratri Luce de Veste ord.s. B. 
Tranen, dioc. fuerunt misse archiepiscopis Beneuentano et Tra- 
nensi ad recipiendam Obligationen!, facta prius inquisitione de 
valore, et fuerunt assignate magistro Lombardo de Fractis; iu- 
ravit, obligavit etc. 

Jun. 25 littere provisionis domini fratris Jacobi de ordine 
Predicatorum de episcopatu Minoren, in provincia Melfitana 
fuerunt tradite fratri Thome de Teleta (?) eiusdem [ordinis] 
per eum portande abbati de Galdo nuntio sedis apostolice ad 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN K^VJIMER. 321 

iiiquirendum de valore et recipiendam Obligationen! deputato 
per comissionem, ut est moris; iuravit etc. ') 

') Bei Eubel 3(i() flor., erstmalige Prn\'ision 134X Nov. 5. 

(f. 168 V.). Aug. 18 littere apostolice de provisione facta fratri 
Bernardo de Tamario de abbatia Blauimontis ord. s. B. dioc. 
Vasaten. fuerunt misse abbati de Blauia collectori apostolice in 
provincia Burdegalensi pro informatione super valore dicti mo- 
nasterii facienda; iuravit etc.') 

') D. 265, Taxe 116 fl. Vgl. OB. 101: Instrum. vorgez. am 12. Juli 13öO, 
dass Abt Bernhard am 12. Febr. 1349 (?)als serv. com. « 196 scutos auri legi- 
timi ponderis et de cunio veteri Gallicano -> und 5 serv. min. versproclien. 

(f. 169). Sept. 3 littere de provisione facta fratri Johanni 
de Vineol(is) de abbatia s. Leodegarii Suessionensis ord. s. Aug. 
fuerunt assignate doniino Aichardo de Alneto canonico eiusdem 
monasterii exibende sanctorum Johannis in Vmers et Crispiniani 
in Cauea Suessionen. abbatibus et magistro Robberto de Vas- 
sionia scolastico Suessionensi et portande eidem; iuravit etc. ') 

') D. 215, Taxe 166 fl. Vgl. OB. lüUw.: Instrum. voraez. am 1. Juli 135(», 
dass Abt Johann am 24. Febr. 1350 als serv. com. 166 ^/, flor. und 5 serv. min. 
versprochen. 

(fol. 169 V.). Sept. 22 littera unica de provisione facta domino 
fratri Gondisaluo Laurentii Michaelis de abbatia de Refayos 
ord. s. B. Bracharen. dioc. directe (!) archiepiscopo Bracharensi 
eius vicario super inquirendo valore dicti monasterii; fuerunt 
assignate fratri Johanni Gonsalui monacho dicti loci et pro- 
curatori dicti monasterii portande dictis commissariis; iuravit 
et obligavit etc., prout moris. ') 

') D. 41, Taxe 400 fl. Vgl. OB. 203: Abt Johann verspriclit am 11. Apr. 
1358 als serv. com. 400 fl. und 5 serv. min. 

(f. 170). Oct. 1 littere de provisione facta domino fratri Ma- 
theo Februarii de abbatia s. Angeli Nucherine dioc. ord. s. B. 
fuerunt assignate eidem et per eum tradende episcopo diocesis 
eiusdem ad inquirendum de valore et recipienda obligatione; 
iuravit etc. 

22 



3-22 EMIL GÖLLER 

(f. 170 t'.). Oct. 5 littere provisionis facte domino fratri Petro 
Bononiensi de Parma de abbatia omnium Sanctorum extra 
muros Cremonenses fuerunt assignate eidem per eum exibende 
domino episcopo Cremonensi vel eius vicario pro habenda in- 
formatione de valore et recipienda obligatione; iuravit etc. ') 

') D. 73, Taxe öl» fl. Vgl. OB. 101 r.: Abt Petrus de Parma am 12. Jul. 
13.')0 befreit. 

(f. 170?'.). Oct. 10 littere provisionis facte domino fratri 
Francisquino abbati s. Marie de Marola et s. Trinitatis de 
Campanhola insimul unitorum dioc. Regine ord. s. Aug. fue- 
runt assignate Petro de Potenariis clerico de Regio; portavit 
magistro J. de Regio procuratori in curia Romana per eum 
restituendas abbati s. Nicholay collectori Tuschie pro inqui- 
rendo de valore et obligatione recipienda; iuravit etc. ') 

') D. 208, Taxe 120 fl. Vgl. OB. 104: Instrum. vorgez. am .3. Xov. 13.30, 
das!« Abt Francischinus 67 fl. als serv. com. vi. 5 serv. min. versprochen. 

(f. 171). Oct. 12 littere apostolice de provisione monasterii 
de Regali Maioricen. dioc. ord. Cistercien. fuerunt assignate 
domino fratri Johanni abbati dicti loci assignande per eum 
decanö et ofificiali Maioricen. ad informandum et recipiendam 
obligationem: iuravit etc. ' ) 

') D. 149, Taxe fl. 171 Tur. 17 den. .'>. Vgl. OB. 111: Instrum. vorgez. 
am 17. Mai 13.51, dass Abt Johann am 21. März 1349 (?) als serv. com. 171 fl. 
17 sol. 4 den. und ö serv. min. versprochen. 

(f. 171 V.). Oct. 19 littere apostolice de provisione mona- 
sterii Marmisioli ord. Cistercien. Velletren. dioc. facta domino 
fratri Thomasio fuerunt assignate magistro Magno Vetulo cano- 
nico Anagnino per eum exibende vel alium vicario Vrbis pro 
obligatione recipienda et informatione precedente; iuravit etc.') 

') D. 2H7, Taxe 40 fl. 

Oct. 21 littere de provisione monasterii alias nuncupati he- 
remi s. Benedicti de Montefano ordinis eiusdem sancti Came- 
rinen. dioc. facte fratri Nicholao dicti loci priori fuerunt assi- 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER. 323 

gnate eidem electo per eundem exibende episcopo Camerinensi 
ad informandum de valore et obligatione recipienda; iura- 
vit etc. ') 

') D. 71, Taxe <)3 fl. 

Oct. 21 littere provisionis monasterii s. Victoris de Clusis 
ord. s. B. Camerinen. dioc. facte fratri Francisco de Clauellis 
fuerunt assignate fratri Franciscuchio Cassuchii per eum exi- 
bende Camerinensi et Forosinfroniensi episcopis vel eorum vica- 
riis in spiritualibus ad informandum de valore et obligationem 
recipiendam; iuravit etc. 

(f. 172). Oct. 26 littere provisionis facte domino Venceslao 
de abbatia s. Salvatoris de Berardenga Aretine dioc. et s. Vir- 
gilii Senensis monasteriorum ad invicem unitorum ord. Camal- 
dulen. fuerunt assignate Burellino fratri dicte abbatie per eum 
tradende dominis de Tuderto collectori Tuscie et Johanni de 
Serzanna pro informatione de valore facienda; et iuravit. ' ) 

') D. 19, Taxe 134 fl. Vgl. OB. 101 v.: Instrum. vorgez. am 20. Juli 1350, 
dass Abt Ventura am 5. März 13r)0 134 fl. als. serv. com. und 5 serv. min. 
versprochen. 

(f. 172 V.). Nov. 4 littere de provisione monasterii s. Marie 
de Casali Pisticii ord. s. B. Acherontine dioc. facta domino 
fratri Raynaldo abbati dicti monasterii per ipsum assignande 
archi episcopo supra dicto commissario deputato ad informan- 
dum de valore dicti monasterii et alias, ut in forma; iuravit, 
obligavit, ut est moris. ') 

') D. H, Taxe 40 fl. 

(f. 176 y.). r^öO Febr. 15 procuratori domini fratris Aymonis 
abb. s. Vincentii Bisuntini ord. s. Ben. commisum est super va- 
lore monasterii eiusdem domino G. de Imbuco per se vel alium 
et obligatione recipienda; littere apostolice super hoc fuerunt 
assignate domino Hugoni Chatardi rectori ecclesie Gigniaci Lug- 
dimen. dioc. procuratori dicti abbatis presentande dicto col- 
lectori; iuravit et obligavit, ut in forma. ') 

') Felilt bei D. Vgl. OB. 13t>r.: Abt Wilhelm am 4. März 1353 ♦ propter 
paupertatem liberatus ». 



324 EJIIL GOLLER 

(f. 177). Febr. 22 littere provisionis monasterii s. Julian! 
de Scalaria Turonen. ord. s. B. facte domino Johanni dicti 
loci abbati fuerunt misse domino Raymundo de Tauris cantori 
curie ac nuntio apostolico ad inquirendum de valore et obli- 
gationem recipiendam; idem abbas portat litteras; iuravit etc. ') 

') D. 235, Taxe 400 fl. Vgl. OB. !I7 v. 13.")0 Febr. 2U quia per inquisitioneiii 
hie factam in curia de valore redituuni « mon. s. Juliani de Scalaria ord. s. B. 
Tm"on.,de quo fratri Johanui tum; priori prioratus de Bellimonte deCarca supra 
lidum dicti ord. Cenomanen. dioc. per sedem ap. provisuni extitit, non potest 
bene constare, domini cainerarii ven. virod. Raynuindo de Caunis cantori eccl. b. 
Martini Turonen. sedis ap. nuntio per suas litteras commiserunt, ut si frvictvis 
ipsius mon. invenerit valere 100 flor. auri vel ultra, quod de illa summa quam 
tertiam partem dictorum fructuum invenerit valere et ultra illam suuimam pro 
5. serv. fam. cons. solvendis in Romana curia infra unum anmun... recipiant 
Obligationen! a dicto domino abbate et refferant. >, Dementsprechend taxiert zu 
400 flor., zu deren Leistung er durch die beiden Kämmerer angehalten wird 

Mart. 1 littere de provisione facta domino fratri Hugoni de 
CeKoz de abbatia s. Micaheüs (!) de s. Micahele Virdunen, dioc. 
ord. s. B. commisse fuerunt domino Johanni camerario domini 
Tutellen, cardinalis per eum mitende (!)episcopo, Ancario et ofificiali 
Virdunen, et eorum cuilibet ad informandum de valore et Obli- 
gationen! recipiendam, ut in forma; iuravit etc. ') 

') D. 2()3, Taxe (i(>H fl. Vgl. OB. IKir. : Instrum. vorgez. am 23. Juli 13.>1, 
dass Abt Hugo am ■'* Nov. 13.)0 als serv. (idii ' ^ fl. und .i serv. min. ver- 
sprochen. 

(f. 177 V.). Mart. 2 littere provisionis facte de abbatia 
s. Johannis de Jardo ord. s. Aug. Senon. dioc. domino fratri 
Guillermo dicti loci abbati fuerunt commisse archiepiscopo Se- 
nonensi et episcopo Trecensi eorumque vicariis et eorum cui- 
libet presentande per Johannem (?) le Homihac clericum oriun- 
dum de Villanoua archiepiscopi; iuravit, promisit etc. ') 

') D. 214, Taxe 225 fl. Vgl. OB. (»8: Instrum. vorgez. am 10. Mai 13.>0, dass 
.•\bt Johann am 20. März 1350 serv. com. 225 flor. u. 5 serv. versprochen. 

(f. 180). Apr. 26 littere de j)rovisione mon. s. Andree de 
Ardinga ordinis Vallisumbrose Senen. dioc. de fratre Jacobo 
translato de monasterio Abbatie nove ordinis et diocesis pre- 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEX KAMMER. 325 

dictoriim misse fuerunt per manum magistri Guidonis de Necio (?) 
procuratoris curie fiscalis domus s. Eugenii prope Senas et de 
Insula Vulterane dioc. abbatibus ad inquirendum de valore et 
recipiendam Obligationen!. Dat. die 26. aprilis; iuravit etc. ') 

') D. 2-23, Taxe 4U fl. Vgl. OB. 1.57: Abt Bernardus am 12. Xov. 1354 
« fuit propter paupertateiii liberatus ». 

(f. 180 y.). Mai. 21 littere provisionis facte domino fratri 
Rogero de ordine Minorum de ecclesia Waterf ordensi in Ybernia 
in provincia Cassellen^i misse fuerunt domino Raymundo Pele- 
grini collectori apostolico in regno Anglie pro informatione va- 
loris dicti episcopatus vel Hugoni eins fratri subcollectori, quas 
assignavimus dicto domino Raymundo existenti hie in curia; 
iuravit etc. ' ) 

') D. U3, Taxe 110 fl. Vgl. OB. 100 r.: Bischof Rogerius verspricht am 
2.'). Juni 13.50 als servitimn com. 40 fl. u. .5 serv. min. 

(i.lSlv.). Jun. 10 littere de provisione facta domino fratri Ray- 
mundo de Apcherio de abbatia s. Vitoni Virdunensis ord. s. B. 
assignate fuerunt domino fratri Hugoni de Creissello monacho 
sancti Guillermi per eum assignande collectori Lugdunensi et 
Treuerensi vel eins locumtenenti in civitate et diooesi Virdu- 
nensi ad inquirendum de valore et obligatione recipienda; 
iuravit, obligavit etc. ') 

') D. 262, Taxe (U) libr. 13 vol. 4 den. Vgl. Obl. 2.5 f. 22!t r.: 13.50 Juli .5. 
Am Rand: Commis.sio de coUegio. 

(f. 182). Jul. 8 littere promotionis fratris Egidii ad abbatiam 
s. F. in Bouaria Spoletane dioc. ord. s. B. assignate fuerunt ma- 
gistro Angelo Vifreducii notario domini Tutellensis cardinalis 
per eum assignande domino Andree collectori Tuscie ad in- 
quirendum de valore et obligatione recipienda; iuravit etc. ') 

') Vgl. Obl. 25 f. 22'J r.: Hier Juü 1., aber am neunten « tradita ». Am 
Rand zu diesem und dem folgenden Posten: De collegio ambe commissiones. 

Jul. 8 littere domini fratris Petri abbatis s. Petri foris por- 
tam Viennen. ord. s. B. tradite fuerunt domino fratri Am- 



326 EMIL GOLLER 

blardo Quintelli priori de Bleys dicti monasterii subiecto per 
eum assignande collectori Lugdunensi ad informandum de valore 
et Obligationen! recipiendam; iuravit etc. obligavit. ') 

') D. -i.lS, Taxe 200 fl. Vgl. Obl. 25 f. 229 ;•. Vgl. OB. 103: Instrum. 
vorgez. am 23. Sept. 1350, dass «fr. Bartholomeus abbas mon. Athanacen. 
Lugdvinen. dioc. virtnte commissionis sibi faote » am 19. Aug. 1350 die Obl. 
des Abtes Petrus von 200 fl. und 5 serv. entgegengenommen. 

(f. 182 V.). Jul. 15 littere provisionis faote fratri Emanueli 
ord. s. B. de episcopatu Cephalunensi et Jacintensi in pro- 
vincia Charintina (!) vel Patracensi fuerunt assignate domino epi- 
scopo per ipsum tradende domino Ray mundo abbat! s. Nicholai 
in litore maris collectori Lumbardie ad informandum de va- 
lore ipsius episcopatus et Obligationen! servitii communis reci- 
piendam deputato; iuravit etc. ') 

') Vgl. Obl. 25 f. 230: Commissio vom 13. Juli mit dem Auftrage am 15. ' 
die littere zu befördern. Am Rand: De eollegio; ferner OB. 159: Emanuel 
ep . Cefalunen. in provincia Corintliien. verspricht am 23. Dez. 1354 100 fl. 
als serv'. com. und 5 serv. min. 

Jul. 20 littere provisionis facte de prioratu mon. s. Marie 
de Rafayos de Lunia ord. s. Aug. dioc. Tudensis fuerunt tradite 
Valasco Gomecii familiari dicti prioris per eum assignande do- 
mino Petro de Marcello ad informandum de valore et reci- 
piendam obligationem etc.; iuravit etc. ') 

') Vgl. Obl. 25 f. 230. Am Rande: De eamera. 

(f. 182 y.). Aug. 20 littere provisionis mon. de Lucho ord. 
Clun. Oloren. dioc. facte fratri Ray(mun)do Attonis abb. eius- 
dem mon. fuerunt tradite una cum commissione facta d. Mar- 
tino de Gerardo apostolice sedis nuntio in provinciis Tholosan. 
et Auxitan. deputato super informatione facienda de valore 
eiusdem mon. et obligat ione recipienda in forma consueta ma- 
gistro Ray(mun)do de Armaniaco clerico familiari vicecomi- 
tisse Turenne, qui iuravit eas facere presentari dicto collectori, 
antequam dictus abbas utatur eisdem. ^) 

') D. 177, Taxe 150 fl. Vgl. Obl. 2;) f. 230. Hier Aug. 29. OB. 125 f.: 
Abt Ilaymund Acoma verspricht am 22. ^lärz 1352 als serv. com. 150 flor. 
und 5 ser\-. min. 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER. 327 

(f. 184 f.). Dec. 5 littere provisionis facte de abbatia s. Tri- 
nitatis de Exaquio ord. s. B. Constantien. dioc. fratri Johanni 
de Curceyo monacho dicti monasterii, quod siquidem monaste- 
rium vacaverit per liberam resignationem fratris Johannis de 
Crienciis, tunc dicti monasterii abbatis commisse fuerunt por- 
tande collectori Rothomagensi vel eius subcoUectori in diocesi 
Constantiensi domino Thome Fabri rectori parrochialis ecclesie 
s. Opportune dicte diocesis, ut inquiratur de valore et alias, 
ut extitit consuetum. ') 

') D. 03, Taxe BUUfl. Vgl OB. 111: Instrum. vorgez. am 18. Mai 1351, dass 
Abt Benedikt (iOO fl. als serv. com. u. 5 serv. min. versprochen. Vgl. Obl. 25 
t. 230, Dec. 4. (13.30): Coinmissio für Bertrand Cariti oder dessen Svibcol- 
lector, die Obligation von (iOO flor. (ad quam summam dictum monasteri\im 
est taxatum de novo) und ö serw min. von Abt Johann entgegenzunehmen. 

(f. 186?;.). 1:^51 Febr. 15 littere provisionis facte domino 
fratri Johanni de abbatia mon. Flonensis ord. s. Aug. Leodien, 
dioc. fuerunt assignate magistro Theobaldo curato parrochialis 
ecclesie de Borsoit eiusdem dioc. eiusdem monasterii canonico 
portande domino J. de Casleto nuntio apostolico ad iiiforman- 
dura de valore et obligatione recipienda; iuravit etc. et alias, 
prout est moris. ') 

') Vgl. hierzu OB. 12.").: Instrum. vorgez. am 2;». März 13.52, dass Abfc 
Johann am 30. Dez. 1312 als serv. com. «91 regales auri antiquos iusti pon- 
deris cum dimidio >> ver?:proclien. Obl. 25 f. 230 v. Hier Commissio vom 12. Febr. 
Am Rand: De camera. 

(f. 186). Febr. 16 littere de provisione prioratus Guil- 
lermi, qui quidem prioratus est caput ordinis predicti, facte do- 
mino fratri Francisco de Agello dioc. Grossetane fuerunt assi- 
gnate fratri Ludouico de Cellis monacho dicti ordinis per eum 
domino Andree de Tuderto collectori Tuscie exibende ad infor- 
mandum de valore et obligatione recipienda ') ; iuravit etc. 

') D. 113, Taxe 109 fl. Vgl. OB. 187?;: Abt Wilhelm verspricht am 
18. Apr. 1357 als serv. com. 109 flor. auri imd 5 serv. min. Obl. 25 f. 230: 
Hier Commissio vom 12. Febr. Ebendaselbst eine Monitio vom 14. März gerichtet 
von den beiden Kämmerern an die Bischöfe von Schwerin, Ratzeburg, Lü- 
beck, Osnabrück, Minden und Paderborn, den Erzb. Gottfried von Bremen 
wegen Zahlung des Servitiums zu monieren unter Androliung der kirclil. Censur. 



328 EMIL GÖLLER 

(f. 187). Apr. 2 littere de provisione prioratus mon. Guil- 
lermi de Acerona ord. s. Aug. Clusine dioc. per priorem so- 
liti gubernari facta domino fratri Blasio fuerunt eidem tradite 
per eum assignande domino Andree de Tuderto collectori Tuscie 
pro recipienda obligatio ne et informatione facultatum facienda 
et alias, iit est moris; iuravit etc. ') 

') Vgl. Obl. •2."') f. 230 i-. und OB 130r: Instrum. vorgez. am 7. Sept. 13.52, 
dass Pi'ior Blasius de Gello am 22. Mai 13,'52 als ser\'. com. (i() üor. u. .1 serv. 
min. versprochen. 

(f. 187 1;.). Apr. 28 littere prov^isionis fratris Ricardi abbatis 
mon. de Torre ord. Premonstraten. Exonien. in Anglia fuerunt 
assignate dicto domino abbati per eum dande et reddende col- 
lectori apostolico in Anglia ad informandum de valore et obb- 
gationem recipiendam; iuravit etc., ut est moris. ') 

') Vgl. Obl. 2.0 f. 231: Hier CommissJo vom 24. mit Angabe, dass sie am 
28. dem Abt übergeben worden sei. 

(f. 188 V.). Mai 24 littere provisionis facte domino fratri 
Jolianni Olond abbati Egmunden. ord. s. B. Traiectensis dio- 
cesis fuerunt assignate dicto domino abbati per eum assignande 
domino subcollectori apostolico in civitate et diocesi predictis 
et Theoderico de Intfaaz canonico Traiectensi pro informa- 
tione de valore dicti monasterii et obligatione recipienda; iu- 
ravit et se obligavit in forma solita. ') 

') D. 244, Taxe 2.51 fi. Vgl. OB. 12t»: Instrum. vorgez. am 7. Okt. 13.51, 
dass Abt Johann am *). Juli 1351 als serv. com. 2.5U fl. u. .5 serv. min. 
versprochen. Obl. 28 f. 1.53 t'., am Rand: Com. de coUegio. 

(f. 189). Jun. 4 littere provisionis facte fratri Halluado de 
mon. s. Marie de Holin ord. s. B. Nidrosien. dioc. et commissio 
super informatione facienda de communi servitio fuerunt tra- 
dite portande domino Johanni Guilateti canonico Virdunensi 
apostolice sedis nuntio in partibus illis, videlicet magistris 
Jolianni de Regio in Romana curia procuratori et Jostavos 
Estani presbitero Hamarensis diocesis, qui ambo promiserunt 
dictas litteras et commissionem dicto collectori presentare seu 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER. 329 

presentari facere et tradere, priusquam utantur eisdem et pro- 
curabunt, ut informatio et obligatio fiant, ut in forma. ') 

') D. 173. Taxe 75 fl. Vgl. OB. 1.".6: Instrum. vorgpz. am 23. Sept. 1354, 
dass Abt Alnardu'* am 18. Aug. 1353 als serv. 15 march. pm-i arg. und 5 
serv. min. verspi'ochen. Vgl. Obl. 28 f. 154. 

(f. 189v.). Jun. 28 littere de provisione facta domino fratri 
Robberto de Crenwyc de monasterio Tridonis ord. s. B. Leodien, 
dioc. fuerunt assignate domino Waltero de Hemetines canonico 
Leodiensi per eum tradende dominis Philippo decano ecclesie 
s. Crucis Leodiensis et Radiilpho de Monte Nacle subcoUectori 
apostolico in eadem civitate ac Galtero de Hemetines cum clau- 
sula, quod si non omnis (!), unis (!) cum dicto subcoUectore possit 
procedere; iuravit etc. et quod non utetur, donec facta fuerit 
obligatio de servitio communi, habita prius informatione de 
valore. ') 

') D. 13!), Taxe 15(>8 flor. 5 gi-. Vgl. OB. 123: Instrum. vorgez. am 
28. Jan. 1352, dass Abt Robert am 27. Juli 1351 als serv. com. 1568 flor. 
6 Tut. gross, u. 5 serv. min. versprochen. Obl. 28 f. 153 r. Hier Com. vom 
3. Juni. Am Rand: Com. de camera. 

(f. 190y.). Jul. 8 littere de provisione facta domino fratri 
Pontio de abbatia Ongiacensi ord. s. Aug. Eduen. dioc. fue- 
runt misse domino G. de Arbenco coUectori Lugdunensi per 
manum dicti abbatis ad informandum de valore et obligationem 
recipiendam; iuravit, obligavit etc. ') 

') Vgl. OB. 125c.: Instrum. vorgez. am 24. ;\Iärz 1352, dass Abt Poncius 
am 11. Sept. 1351 l(i(> fl. als serv. com. u. 5 ser\'. min. versprochen. 

(f. 192). Jul. 30 littere de provisione abbatie Claritatis Dei 
ordinis Cistercien. dioc. Turonensis facta domino fratri Petro 
abbati dicti loci fuerunt misse domino Raymundo de Caunis 
collectori curie(?) pro obligatione recipienda, informatione prius 
facta; iuravit etc. ') 

') D. 235, Taxe lOU fl. Vgl. OB. 120: Instrum. vorgez. am 18. Sept. 1351, 
dass Abt Petrus am 25. Aug. 1351 als serv. com. 100 fl. imd 5 serv. min. 
versprochen. Obl. 2-^ f. 154: Hier Com. vom 20. Juli, « f uit tradita » am 30. 
Am Rande: Com. de collegio. 



330 EMIL GOLLER 

Aug. 3 littere de commenda archiepiscopatus Rauennatensi 
facta dicto domino Forcanerio ex ordinatione domini pape et 
totius collegii, proiit dominus Ostiensis cardinalis mihi retulit, 
fuerunt sibi libere assignate de gratia speciali absque solicita- 
tione servitii noviter prestandi. ') 

') D. -iO*). Taxe 4(Mlll fl. Vgl. OB. 32 r. 

(f. 195 V.). 185*2 Jan. 17 littere apostolice de provisione 
mon. de Besua ord. s. B. Lingonen. dioc. facta domino fratri 
Guillermo de Chanhaco fuerunt assignate magistro Nicholao 
Davidis de Parisius licentiato in legibus per eum tradende 
officiali Lingonen. et subcollectori apostolico ibidem pro reci 
pienda informatione de valore dicti monasterii et obligatione 
servitii; iuravit etc. ') 

') D. 1-24, Taxe -100 fl. Vgl. Obl. 2S f. Iö4w.- Com. vom 13. Jan., «fuit 
tradita > am 17. Am Pv^ancl: De camera. 

|(f. 196?'.). Aug. 21 anno (13)48 fuerunt assignate littere col- 
lationis facte domino fratri Geraldo de Bonoda de prioratu 
monasterii s. Sophie Paduane d. Elcano de Sala scriptori seu 
abreviatori litterarum domini pape, qui, ut asserit, tenetur ad 
fructus annales et non solvit servitium commune]. ) 

') Dies Nachtrag. Die Fortsetzung beginnt t'ol. 11.3: «Littere de provi 
sione facta fratri Tliome J'rederici de abbatia s. Georgii de Fossano ord. s. B. 
Cliigien. dioc. fuerunt misse abb. s. Nicholay in litore maris collectori Lum- 
bardie ad informandum de \ alore mon. ». Dies, obwohl das Kloster <• propter 
])aupertatem » befreit worden sei, da man sage, Kammer und Kollegium seien 
hintergangen worden. 

(f. 115 t;.). Jul. 26 domino fratri Jacobo abbati monasterii 
s. Laurentii in Oestbroch extra muros Traiectenses ord. s. B.- 
Commissum est domino J(ohanni) de Casleto ) collectori apo- 
stolico in provincia Coloniensi et Reynerio Mode-) subcollectori 
in Traiecto ad informandum de valore et recipienda obligatione; 
portal litteras apostolicas et commissionem Lubertus Bollee cle- 
ricus Traiectensis: iuravit etc. et alias, ut in forma. •^) 

') \'gl. Kirsch, Die päpstl. Kollektorien in Deutschland (Quellen u. For- 
schimgen der (icirresgesellschaft), Paderborn 18!)4. S. 2.>9 Abschnitt VII, 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER. 331 

Kollektoriebericht von 1345-1349. ') Bei Kirsch als Xotar angeführt. 

") D. 243, Taxe lOU fl. Vgl. Obl. 28 f. löö. Hier Commissio vom 27. Juli. 
Am Rande: De collegio. 

(f. 116 V.). Aug. 18 littere de provisione facta domino fratri 
Willermo Gamol de abbatia monasterii s. Johannis iuxta Mo- 
rinum ord. s. B. fuerunt misse domino I. de Castronouo col- 
lectori Remensi vel eius subcollectori in civitate et diocesi Mo- 
rinen. ad inform andum de valore et obligatione recipienda '), et 
portat litteras Robertus Bayardus '^)de Hondescota(!) dioc. Mo- 
rinen.; iuravit etc. 

') D. 148, Taxe 312 '/o fl. Vgl. Obl. 28 f. löö. Hier Commissio vom 
11. Juni. Am Rand durchgestrichener Vermerk mit der Angabe, dass die 
Briefe « Symoni Cauwel de Hondescota >> übergeben worden seien. ' ) Dar- 

übergeschrieben, « d. Symon Calves » durchgestr. Das im Ms. folgende « de 
Hondescota» gehört, wie Anm. zeigt zu dem ausgestrichenen Namen. Vgl. 
hierzu Berliere, Inventaire, Nr. 236 vind 207. 

Oct. 4 littere de provisione facta domino fratri Johanni 
abbati monasterii s. Trinitatis de Morigniaco ord. s. B. Senonen. 
dioc. fuerunt assignate Guioto Maletincto (?) de Parisius ad pre- 
sentandum eas domino Bernardo Cariti collectori provinciarum 
Senonensis et Rothonensis pro informando de valore ipsius 
monasterii et obligatione recipienda; iuravit et dedit notitiam 
magistri Johannis. ') 

') D. 214, Taxe 465 fl. Vgl. OB. f. 13ö: Instrum. vorgez. am 4. Febr. 1353, 
dass Abt Johannes am 22. Dez. 1352 sich z>im serv. com. von 433 libr. et 
15 sol. Tur. parv. und 5 serv. min. vei-pflichtet hat. Vgl. auch Obl. 28 f. 155. 
Am Rand: De camera. 

(f. 117). Oct. 6 per litteras apostolicas commissum fuit do- 
mino Hugoni Pellegrini nuntio sedis apostolice, quod post apro- 
bationem et ratificationem electionis, confirmatione et munere 
benedictionis receptis per fratrem Ricardum de Seynesburdo 
monasterii Cestrie ord. s. B. Lichefordensis dioc. ad Romanam 
ecclesiam |nullo medio] pertinentis, idem nuntius informet se 
de valore monasterii et recipiat Obligationen! pro servitio com- 
muni persolvendo iuxta tenorem commissionis sibi misse sub 
sigillo domini cardinalis Albi excamerarii i) ; et fuerunt assi- 



332 EMIIi GÖLLER 

gnate littere ad portandum domino fratri Rogero de Popehulle 
monacho dicti monasterii; iuravit, obligavit etc. -) 

') Kardinal Guillennus de Carte, tit. ss. IV Coronatorum, Kämmerer des 
KardinalskoUegiimis. Vgl. Baumgarten, Untersuclmngen LIII, f. 13. Vgl.Obl. 28 
f. 1.55. Hier 5. Oct., tradita ß. An:i Rand: De camera. ) D. 128, Taxe 

500 fl. 

(f. 118 y.). Nov. 19 littere provisionis facte domino fratri 
Johanni de Cathalauno de abbatia de Orbaco ord. s. B. Sues- 
sionis dioc. sunt commisse domino Johanni de Coola precentori 
Cathalaunensi subcollectori apostolico ibidem ad informandum 
de valore dicti monasterii et obligatione recipienda; assignate 
sunt littere domino Gerardo Radoni curato parrocliialis ecclesie 
de Capeila in Bria Cathalaunensis dioc; iuravit etc. ') 

') D. 215. Taxe 5.')0 fl. Vgl. Obl. 28 f. 155 r.; OB. f. 135: Instrura. vorgez. 
am 4. Febr. 1353, dass Abt Johann am 17. Dez. 13.52 als serv. com. 500 libr. 
Tm'. parv. u. 5 serv. min. versprochen habe. 



III. 

Urkunden über Festlegung und Reduktion der Taxe. 

1) Der KardinalMimiierer Petrus und der Kämmerer Jo- 
hanns XXII. Gashertus beauftragen den Abt von S. Sophia in 
Benevent, nach erfolgter Prüfung der Wald die Einschätzung 
de^ Bistums Monte Marano vorzunehmen und für den Fall, 
dass das Einkommen die Höhe von 100 Goldgulden erreiche, 
den Erwählten immittelbar nach der Konfir7nation zum Servitium 
i)ii Betrage von einem Drittel des Gesamteinkommens zu ver- 
pflichten. '■) 1330 Juli 19 Avignon. 

Arch. Vat. Ol'l. 13 /. \3^ r. A?n Rand: Commissio facta pro servitio ec- 
clesie Montisnnarane. 

Miseratione divina P(etrus) ep. Portuen. et s. Rufine s. col- 
legii rev'""" patrum dominorum S. R. E. cardinalium et Gas- 

') Diese Urkunde, die schon f tir die Geschichte des Bistums von \Vichti<j- 
heit ist. da Kuhels Hierarchia (6'. .304) in der Provisionsreihe hier eine Lücke 



DER LIBER TAXARUM DER PAEPSTLICHEN KAMMER. 333 

bertus Arelaten. archiep., d. pape camerarii, ven. et religioso 
viro d. . . abbati mon. s. Sophie Beneuentan. saliitem in Domino. 
Pridem venles viri canonici ecclesie Montismaran. d. n. summo 
pontifici exponi fecerunt, quod ipsi ecclesie predicte Montismaran. 
per obitum bo. me. Barbati olim ep. Montismaran. pastoris 
solatio destitute de pastore providere volentes, ad electionem 
huiusmodi processerunt, demum due in ea, una videlicet de 
ven. viro Angelo Audini canonico eiusdem ecclesie ab omnibus 
canonicis in dicta ecclesia tunc presentibus et se asserentibus 
capitulum facere in eadem,et altera non in dicta ecclesia nee eins 
diocesi, sed apud Castrum Montisfusculi Beneuentan. dioc. per 
quosdam se mendaciter fore canonicos eiusdem eccl. preten- 
tentes(!) de Petro archipresbitero eccl. de Planisio dicte Bene- 
uentan. dioc. electiones fuerunt diversis temporibus in discordia 
celebrate, quibus Angelus et Petrus prefati eisdem electionibus 
de se taliter celebratis prestitere consensum. Et licet procura- 
tores ipsius Angeli ac ipsorura eligentium coram rev. in Christo 
patre d. . . ep. Sancteagathen. vicario generali rev. in Christo 
patris d. . . archiep. i) Beneuentan. loci metropoHtani, non ut in 
ipsum tanquam in suum iudicem consentirent, sed ad propo- 
nendum, quare ipsum ex causis legitimis merito suspectum 
habebant, comparuissent, verum episcopus huiusmodi propositio- 
nem malitiose preveniens, causam electionum huiusmodi Ste- 
phane priori s. Andree Beneuentan. audiendam com[m isit ac 
etiam terminandam, qui in huiusmodi causa procedens ex ar- 
rupto ac perperam electionem de dicto Petro celebratam aucto- 
ritate metropolitana confirmavit; demum pro parte dictorum 
canonicorum ehgentium dictum Angelum et ipsius Angeli fuit 
ad sanctam sedem apostolicam appellatum ac d. n. summo pon- 



enthält, ist ganz besonders wertvoll für die Frage der Einschätzung, wie früher 
ausgeführt wurde. Sie enthält l) fast wörtlich inseriert das Schreiben Johanns XXII. 
{s. unten), die Wahlprüfung vorzunehmen, 2) die Angaben über den Massslab 
bei der Taxierung, 3) die Androhung der Censuren im Falle der Nichterfül- 
lung des Obligationsversprechens, jedoch in allgemeiner Form, nicht nach dem 
Beilage I. gegebenen Wortlaut. Ausserdem ist auch hier neben dem Dattim der 
Commissio das der Traditio erwähnt. 
') (/. 139). 



334 EMIL GÖLLER 

tifici humiliter ') siipplicatum, ut paupertati eiusdem ecclesie 
paterno compateretur afiectu eiusque indempnitati salubriter 
provideret atque huiusmodi negotium in illis partibus audien- 
dum et legitime terminandum com[m]ittere dignaretur; ipse au- 
tem dominus noster attendens, quod inter curas multiplices 
et immensas, quibus iugiter angitur et meditationis assiduitate 
pulsatur, vigil mentem suam solicitudo perurget, ut viduatis 
ecclesiis et monasteriis provisio fructuosa proveniat et salubris, 
vobis, de cuius circumspectionis et fidelitatis industria plenam 
fiduciam obtinet, de fratrum suorum consilio per apostolica 
scripta com[m"ittit et mandat, quatinusvocatis qui fuerint evo- 
candi, inquiratis de modo electionum predictarum et conditio- 
nibus eligentium et an canonici fuerint et vocem in electione 
habuerint, qui ad electiones huiusmodi processerunt, et meritis 
electorum diligentius veritatem, et illam, quam ex eis canoni- 
cam inveneritis et de persona ydonea canonice celebratam, 
auctoritate apostolica confirmare cliretis, prout hec et alia in lit- 
teris apostolicis plenius videbitis contineri. 

Verum quia prelati, qui per dictam sedem promoventur 
seu auctoritate confirmantur eiusdem, prout vos latere non cre- 
dimus, de laudabili consuetudine ab antiquo servata tenentur 
cameram d. n. pape prefatumque collegium necnon et familiäres 
tam ipsius i) d. n. pape quam dominorum cardinalium predicto- 
rum in certa subventione temporalis subsidii. quod commune 
servitium et V familiarium servitia nuncupantur, de faculta- 
tibus ecclesiarum seu monasteriorum suorum manu grata re- 
spicere, nostri nos debitum perurget officii, ut ille, cuius ele- 
ctionem vos confirmare continget. statim post confirmationem 
huiusmodi ad servandum huiusmodi consuetudinem inducatur, 
igitur vobis presentium tenore committimus et districte ea qua 
fungimur auctoritate mandamus, quatinus ab illo, cuius electio- 
nem duxeritis auctoritate apostolica confirmandam, immediate 
post confirmationem eandem per se vel procuratorem ad hoc legi- 
time constitutum coram vobis primitus -) exposito, quod a sm« 
in Christo patre et d. n. summo pontifice ac sede predicta pro 

' ) Dar iiherqeschriehen. 
■-■) (/. V.V.)r.). 



DER LIBER TAXARTTM DER PAEPSTLICHEX KAMMER. 335 

Omnibus et singulis infrascriptis obligandi se et successores suos 
ac ecclesiam Montismaran., bona mobilia et immobilia, presentia 
et futura, necnon submittendi et subiciendi eo modo et forma, 
quibus exprimetur inferius, plenam habeat et liberam potesta- 
tem, de omnibus et singulis ecclesie predicte Montismaran. 
fructibus, redditibus, proventibus et obventionibus universis ad 
episcopum Montismaran. spectantibus annuatim undecunque 
provenientibus, nullis deductis ') expensis, per diligentem et 
solertem inquisitionem informatione recepta, super qua facienda 
vestram conscientiam oneramus, si fructus, redditus, proventus 
et obventiones huiusmodi unius anni communi extimatione ad 
summam C. flor. auri ascendant, illius summe pro dicto com- 
muni servitio, quam tertia pars reddituum predictorum unius 
anni valuerit ad flor. reductione facta aut fuerit extimata, ac 
ultra summam ipsam pro supradicto communi servitio pro- 
mittendam V etiam servitiorum familiarium et officialium d. n. 
pape ac dominorum cardinalium predictorum, que solutionis 
tempore iuxta ratam ipsius communis servitii venient decla- 
randa, oblationem, promissionem et Obligationen! sub penis et 
sententiis, que substantialiter inferius annotantur et que per 
nos in similibus consueverunt contractibus adhiberi, hac vice 
auctoritate nostra solvend(e) in Romana curia, ubicunque 
fuerit, infra sex menses a die provisionis et obligationis huiusmodi 
inantea computandos per solempnis stipulationis contractum 
exigere et recipere studeatis. Et ut ad hoc infallibilius ob- 
servandum vinculo sit fortioris obligationis astrictus iurisdic- 
tioni vestre et cuiusque vestrum aut successorum vestrorum 
ex certa scientia se sponte subiciat et submittat, ipsamque in 
se prorogans, velit, petat et expresse consensiat (!) quod vos 
huiusmodi negotium exequentes exnunc cum nostro nomine 
premonendo precipiatis eidem tanquam confesso debitum huius- 
modi, ut ipsius tertie partis summam pecunie una cum quinque 
familiarium et ofiicialium d. n. pape et dominorum cardinalium 
predictorum servitiis loco et termino solvere memoratis sine 
aliqua difhcultate procuret, eum ad id nichilominus sententia- 
liter condempnantes, et exnunc in eundem expresse petentem, 

') Von anderer Hundam Rande nachqetragen. 



331) EMIL fJOLLEE 

si in predictis loco et terniino eum contigerit a predictorum 
solutione defficere, excommunicationis maioris, interdicti ab in- 
gressu ecclesie, suspensionis ab administratione spiritualium et 
temporalium ecclesie prefate ac executione pontificalis officii 
necnon et in dictam ecclesiani interdicti penas et sententias') 
promulgetis, quas eo ipso se noverit incursurum, quo prefatus 
sibi prefixus terminus non facta solutione huiusmodi laberetur. 
Ultra hoc etiam obliget camere, collegio et familiaribus supra- 
dictis per Stipulationen! solempnem omnia et singula bona sua, 
suorum successoruni eidem ecclesie futurorum episcoporum ac 
ecclesie predicte mobilia et immobilia, presentia et futura, in 
quibuscunque et ubicunque ea fore constiterit, se constituens 
et recognoscens illa ab eis, donec de predictis servitiis tarn 
communi quam quinque aliis eisdem camere, collegio et fami- 
liaribus integre satisfactum fuerit, precario nomine possidere. 
Promittat insuper sub penis et obligationibus antedictis, quod 
si prefatis loco et termino a predictorum solutione defecerit, 
infra IUI menses post elapsum dicti termini immediate «equen- 
tes, non obstante, quod sie fuerit sententiis ligatus, ad prefa- 
tam Eomanam curiam personaliter venire curabit et de ipsa 
sine nostra licentia speciali non discedet, donec de predictis 
servitiis satisfecerit cum efPectu et alias absolutionis beneficium 
de prefatis sententiis atque penis, quam nobis expresse ac spe- 
cialiter reservamus, meruerit obtinere, renuntiando nichilominus 
generaliter et specialiter, prout expedire videbitis, omnibus et 
singulis exceptionibus, deffensionibus, appellationibus, privilegiis, 
litteris apostolicis, constitutionibus, statutis, consuetudinibus et 
auxiliis tam iuris canonici quam civilis sibi competentibus vel 
competituris in posterum, per que vel eorum aliquod idem 
electus confirmatus contra premissa vel aliquod premissorum 
per se vel alium seu alios, directe vel indirecte, ullo nunquam 
tempore, quominus debitum sortiatur effectum, posset quomo- 
dolibet se defendere vel tueri. 

Et quod predicta omnia et singula efficaciter adimplebit 
nee contra veniet, positis coram eo sacrosanctis evangeliis ac 
per eum tactis affirmari facias -) proprio iuramento sibi preterea 

') (/. 140). 

'-) Hier Sini/u/nr statt Plural. 



DER LIBER TAX.VRU3I DER PAEPSTLICHEX KA.MMER. 337 

predicentes, quod si contra premissa venire presumpserit aut 
aliquod eorundem, contra ipsam ecclesiam et bona predicta 
per denuntiationem publicam dictarum penarum et senten- 
tiarum ac agravationes alias absque alia expectatione seu cause 
cognitione, prout contumacis meruerit protervia, procedemus. 
In predicto qiioque contractu ceteras penas, conditiones et 
pacta inseri facietis, de quibus ad maiorem premissorum cau- 
telam et robur discretioni vestre videbitur expedire. 

Instrumentum autem publicum, quod super hiis conficietur, 
nobis per fidelem nuntium quam citius poteritis cum vestris 
litteris destinantes, mandatum et comissionem nostram huius- 
modi taliter adimplere curetis, quod de nulla possitis incuria 
seu necligentia reprehendi nee nos propter inhobedientiam 
vestram cogamur in vos nostrum officium experiri. 

Sivero per inquisitionem predictam forsitan appareret, quod 
omnes fructus, redditus et proventus prelibati summam C. flor. 
auri non attingerent annuatim, vos hac vice auctoritate no- 
stra illum, cuius electionem confirmaveritis, a prestatione dicti 
communis servitii liberetis, nisi forsan huiusmodi reddituum 
diminutio sive exiguitas propter malam administrationem vel 
dilapidationem predecessorum episcoporum vel guerras aut 
casum alium fortuitum contingisset; tunc enim nostro nomine 
facta protestatione, quod si ecclesia ipsa ad pinguiorem deve- 
niret fortunam, quod propter huiusmodi liberationem nuUum 
dictis camere et collegio preiudicium generetur quoad succes- 
sores episcopos in ecclesia prelibata, vos etiam sub protesta- 
tione predicta [h]ac vice ipsum a prestatione dicti communis 
servitii absolvatis. Presentes autem litteras in premissorum te- 
stimonium scribi et regestrari mandavimus ad cautelam ac 
sigillorum nostrorum appensione muniri. 

,^jDatum Amnione die XIX mensis iuUi anno Dni MCCC.» 
XXX°, indictione XIII, pontificatus smi patris et d. n. d. Jo- 
hannis divina Providentia pape XXII anno XIIII. 

* * 
Die XXIIII mensis iulii predicta commissio una cum lit- 
teris apostolicis fuit tradita Petro de Montemarano canonico 
ecclesie ^lontismaran., quas iuravit ad sancta Dei evangelia 

23 



338 EMIL GÖLLER 

bene et fideliter assignare et reddere. Littere apostolice rege- 
strate erant ad MMMXXXIII '). 

2) Urban V. reduziert die Taxe des Klosters S. Germain des 
Pres von 8000 auf 4000 Goldgulden. 

1363 Februar 27 Avignon. 

Arch. Vat. (Coli. 423) 0hl. 31 /. 166?'. Am Rand: Diminutio communis 
sei'vitü mon. s. Geumani de Pratis iuxta Parisius. 

Inseriert einem Notariatsakt über diese Reduktion unter Martin V. vorn 
24. Juni 1319, Div. cam. 2. /. 176 w-181 und OU. 55a /. 109^-116 [vgl. De- 
nifle, Chartularium IV 2136) mit der Aufschrift: Sequitur registrnm cviius- 
dam instrumenti iudicati sufficientis ad probatioiieni reductionis taxe mo- 
nasterii infrascripti, quod de verbo ad verbum de mandato domini Venetiaruni 
cardinalis camerarii etc. hie exstitit registratura ■). 

Vgl. DöUinger, Beiträge II 181. 

Urbanus episcopiis servus servorum Dei. Ad perpetuam rei 
memoriam. Ad ecclesiarum et monasterioriim omnium, prout 
ex debito tenemur pastoralis officii, statum salubriter dirigen- 
dum solicitis studiis intendentes, illis maxime dexteram aposto- 
lice relevationis porrigimus, que per casus adversos oppressa 
conspicinius et importabilium oneruin magnitudine pregravata. 

') .Jetzt Reg. Avin. 35 fol. 461. Tare =:X]., Index ebenda f. -ISv: Ahhati 
mon. s. Sophie Beneventan. committitur sibi causa electionis Angeli electi 
Montisluarani. . 

") Das hierzu erlassene Schreiben des Bischofs Ludwig von Maguelonne, 
Stellvertreters des damaligen Kamerars vom (i. Mai 18 lU bestimmt: « Quod eo 
casu, quod ideni d. abbas [der damalige Abt Johannes Bourron) per alteruiu 
certorum modorum in dicta obhgatione specificatorum infra XVI menses a 
data ipsius obligationis computandos de reductione huiusmodi docuerit, obli- 
gatio liuiusmodi teneat pro duobus dumtaxat milibiis pro camera et collegio 
predictis ac pro V minutis pro rata dictorum duorum milium, ut etiam or- 
dinatio per dominum nostriun de medietate communium et minutorum ser- 
vitiorum pro prelatis et prehituris regni Francie et Dalphinatus Viennensis 
Constantie facta (deshalb nur 2000 statt 4000) locuni sibi vindicet. Casu vero, 
quo de huiusmodi reductione infra eosdem XVI menses non docuerit, quod 
obhgatio ipsa censeatur et intelligatur facta de quatuor millibus pro collegio 
et camera predictis... » Ersteres geschah auf Grund des Originals, nicht des 
Registereintrags, de quo in libris camere et collegii... non constat. Vgl. hierzu 
0hl. 58, /. 68, Registereintrag vom 2S. April 1418, dass der Prokurator Ancelmvis 
Gorberii in artibus magister et baccalarius in decretis des Abtes Johannes 
von s. Germain des Pres sich gemäss Reduktion durch Urban V., iras noch zu 
erireisen, zu 2000 ß. auri verpflichtet, mit dem oben ausgesprochenen Vorbehalt 



DER LIBER TAXARrM DER T-AErSTLICHEN' KAMMER. 339 

Nuper siquidem pro parte dilectorum filiorum abbatis et 
c'onventus mon. s. Germani de Pratis iuxta Parisius Romane 
ecclesie immediate subiecti ord. s. B. proposito in consistorio 
coram nobis, quod monasterium ipsum adeo erat in suis 
redditibus et facultatibus diminutum, quod ipsi incumbentia 
eis onera iuxta morem solitum nullatenus supportare valebant, 
fuit nobis pro ipsorum parte humiliter supplicatum, ut provi- 
dere ipsis super hiis et maxime de diminutione communis 
servitii, quod abbates dicti monasterii, qui pro tempore extite- 
runt, tempore promotionis eorum apostolice camere et vene- 
rabilium fratrum nostrorum Romane ecclesie cardinalium col- 
legio pro ipsis camera et coUegio solvere consueverunt, in quo 
nimium sunt gravati, providere misericorditer dignaremur. Nos 
itaque super premissis plenaria informatione recepta et cum 
dictis fratribus nostris diligenti deliberatione prehabita huius- 
modi supplicationibus inclinati, de ipsorum fratrum consilio 
huiusmodi servitium, cuius summa seu taxatio vice qualibet 
erat et esse consuevit ad octo milia flor. auri, ad medietatem 
taxationis seu summe predicte, videlicet ad summam quatuor 
milium flor. auri et medietatem quinque servitiorum consue 
torum pro nostris et dicti collegii familiär ibus ad rationem 
dictorum quatuor milium flor. auri solvendorum apostolica 
auctoritate reducimus et ad ipsam summam quatuor milium 
flor. auri et medietatem ipsam servitiorum ' ) de novo taxamus, 
tenore presentium statuentes, quod abbates dicti monasterii, 
qui pro tempore fuerint, ad solvendum ipsis camere et col- 



f/er Kammer. Der Nachweis für die Reduktion kann erbracht werden « p?r 
bullam dicti domini Urbani aut alterius Romani pontificis seu pro tali in regno 
Francie reputati aut per litteras quitantiarum comnivuiis et minutorum ser- 
vitiorum alias pro dicto monasterio solutorum a dominis camerariis aposto- 
licis et dicti collegii vel pro talibus reputatis emanatas aut per libros 
taxarum camere et collegii predictorum seu etiam per vidimus fien- 
dum per., dominum camerarium d. n. Auinionensem de bullis et litteris 
predictis ac taxarum et solutionum libris ». Zu diesem Zweck soll letzterer 
gehalten sein « facere ostendi libros taxarum et solutionum et registra littera- 
rum apostolicarum in Auinione existentes». Der Fall ist in der Tat hoch- 
interessant, besonders beachtenswert sind die libri taxarum camere et collej:i'. 
') Darüherqeschrieben. 



340 EMIL GÖLLER 

legio pro huiusmodi servitio in singulis promotionibus eorum 
huiusmodi, quas de cetero per tempora fieri contigerit, ultra 
predictaEQ siimmam quatuor milium flor. auri, quam pro vera 
et integra summa dicti servitii haberi perpetuo et in regestis 
prefate camere et collegii notari volumus, et ultra medietatem 
dictorum quinque servitiorum consuetorum ad rationem pre- 
dictam, ut premittitur, solvendorum nuUatenus teneantur nee 
ad id artari vel compelli possint per quoscunque quavis aucto- 
ritate, etiam per litteras apostolicas non facientes plenam et 
expressam ac de verbo ad verbum de indulto huiusmodi ac de 
predictis omnibus et singulis mentionem. 

Nos enim exnunc irritum decernimus et inane, si secus super 
hiis a quoquam quavis auctoritate scienter vel ignoranter con- 
tigerit attemptari... Xulli ergo etc. 

Datum Auinione III kal. martii pontificatus nostri anno 
primo. 

3) Urhan V. reduziert die Taxe des Klosters St. Germain in 
der Diözese Auxerre, dessen Abt er vormals gewesen, von 1000 
hziu. 1200 auf 600 Goldrjulden. 

1S6S Februar •) Avignon. 

Arch. Vat. Reg. Avin. 270 {Faszikel von Obligationen dem Registerband 
rorgeheHet)-f. 94 (XLIX), init der Aufschrift: Copia bulle super reductione 
communis servitii facta per sancte memorie dominum Urbanura papam V. 
pro monasterio s. Germani Autissiodorensis videlicet de 1000 florenis ad 500, 
prout inferius continetur. Am Rand: Pro monasterio s. Germani Autissio- 
dorensis. 

Vgl. DöUinger, Beiträge II S. i und oben S. l'>2. 

Urbanus episcopus servus servorum Dei. Dilectis filiis Ste- 
phane abbati et conventui monasterii sancti Germani Autissio- 
dorensis ordinis sancti Benedicti salutem et apostolicam bene- 
dictionem. Inducit nos equitatis debitum et etiam specialis 
dilectionis affectus, quem habemus ad monasterium nostrum, 
cuius regimini dudum prefuimus, ut illud favoribus apostohcis 
prosequamur. Dudum siquidem cum feheis recordationis Cle- 
mens papa VI. predecessor noster de persona nostra tunc in 
minoribus constituta dicto monasterio tunc vacanti, cuius pro- 
visio erat ea vice dispositioni sedis apostohce reservat a, apo- 
stohca auctoritate providit, preficiendo nos eidem monasterio 



■DER LIBER TAXAEUM DER PAEPSTLICHEX KAMMER. 341 

in abbatem, propter quod secundum morem Romane curie de- 
cuit nos pro dicto monasterio offerre ac promittere apostolice 
oamere et collegio sancte Romane ecclesie cardinalium com- 
mune servitium et quinqiie alia servitia consueta, sed quia 
inveniri non potuit eidem monasterio de abbate per dictam 
sedem antea fuisse provisum et per consequens monasterium 
ipsum non esse taxatum apud sedem eandem ad aliquam cer- 
tam summam pro liuiusmodi servitiis persolvendis, nos de or- 
dinatione camerariorum dictorum predecessoris et collegii pro 
dicto servitio obtulimus et solvimus mille florenos auri et se- 
cundum ipsius quantitatis ratam quinque alia servitia con- 
sueta deindeque per pie memorie Innocentium papam VI. dicti 
Clementis successorem et predecessorem nostrum nobis ad re- 
gimen monasterii sancti Victoris Massiliensis ' ordinis prefati 
translatis de persona tua, fili abbas, ipsi monasterio sancti Ger- 
mani dicta auctoritate proviso tu de ordinatione camerario- 
rum dictorum Innocentii predecessoris et collegii pro dicto 
communi servitio mille ducentos florenos auri obtulisti et ad 
hoc te obligasti et quinque alia servitia consueta non absque 
multo gravamine nostri monasterii prelibati. 

Nos autem informati plenarie de statu dicti monasterii no- 
stri in facultatibus valde collapsi ac de quantitate predicta 
dictorum mille ducentorum florenorum, que erat imposterum 
in similibus - casibus persolvenda, ipsum monasterium nostrum 
nimis esse gravatum merito reputantes volentesque propterea 
illud a prefato onere relevare, vobis vestrisque successoribus 
tenore presentium indulgemus ac etiam auctoritate predicta 
statuimus et ordinamus, quod abbas dicti nostri monasterii, 
qui eidem per dictam sedem preficietur pro tempore, ultra 
quingentos florenos auri pro dicto servitio et quinque alia 
consueta servitia eisdem camere et collegio offerre promittere 
et solvere minime teneatur nee ad id a quoquam compelli va- 
leat quoquomodo, non obstantibus omnibus supradictis et aliis 
ordinationibus etiam apostolicis et consuetudinibus contrariis 
quibuscumque. Xulli ergo etc. Si quis etc. 

' Auch die Taxe dieses KIoHers liat Urhan herab;/esetzi. Vgl. Rerj. Avin. 279 
/. 157 (CXII). 

^ simiüs Ms. 



;5 42 KMIL GÖLLEK 

Datum Auinione nonis februarii pontificatus nostri anno 
primo. 

4) Gregor XI. reduziert die Taxe des infolge von Kriegsnot 
und Pest verarmten Bistums Orleans von 4000 auf 2000 Gold- 
qulden. 187' l Juni 20 Villanova. 

Arch. Vat. Req. Avin. 279 /. 147 (CII). Ferner ebenda f. 92t'; Obliga- 
tion des Bischofs Fulco am (!. April ]-^>iS zu 200i) fl. [die ursprünglichen 
lOdt) durchgestrichen) mit Hinweis auf diese Reduktion. 

Vgl. Döllinger, Beiträge II. S. Vi und oben S. 1'>'L 

Gregorius episcopus servus servonim Dei. Ad perpetuam rei 
memoriam. Regimini universalis ecclesie quamquam inmeriti 
disponente domino presidentes iuxta pastoralis officii debitum 
ecclesiarum omnium utilitatibus libenter intendimus et, ne ec- 
clesie ipse et earum prelati pregraventnr oneiibus debitorum, 
quantum nobis ex alto permictitur, partes nostre solicitudinis 
adhibemus. Sane nuper pro parte venerabilis fratris nostri 
Johannis episcopi Aurelianensis exposito in consistorio coram 
nobis et venerabilibus fratribus nostris sancte Romane ecclesie 
cardinaiibus, quod episcopus Aurelianensis, dum ad ecclesiam 
Aurelianensem vacantem per sedem apostolicam promovetur, 
pro communibus servitiis apostolice camere et collegio predic- 
torum cardinalium debitis summam quatuor milium floreno- 
rum auri de usu[s| observantia necnon et quinque servitia con- 
sueta predicte sedis et eorumdem cardinalium familiaribus 
ecclesia ') et mensa episcopalis Aurelianensis solvere tenebatur 
quodc{ue ecclesia ipsa propter guerras et mortalitatum pestes, 
que continue in illis partibus viguerant et adhuc vigebant, adeo 
fuerat et erat paupertate depressa, quod ideni Johannes epi- 
scopus reddebatur impotens ad solvendum summam et servitia 
supradicta, ac humiliter supplicato, ut ei super hoc de alicuius 
subventionis auxilio providere de benignitate apostolica digna- 
remur, nos itaque ipsorum episcopi et ecclesie statui paterno 
compatientes affectu, huiusmodi supplicationibus inclinati, auc- 
toritate apostolica de consensu predictorura cardinalium pre- 
fato Johanni episcopo et eins successoribus episcopis Aurelia- 
nensibus, -) qui inantea per sedem apostolicam ad dictam ec- 

') IrrtiimHch Subjekt doppelt. 

") NarJt, Nr. ;> zu ergänzen: iiiiliilgiMims ac etiaiii... ordinamus, quod ipsi. 



DER LIBER TAX.'UIUM DER PAEl'STLICHEN KAMMER. 343 

clesiam promovebuntur vel erunt pro tempore promoti, aut 
ecclesia ipsa ad solvendum inantea ac imperpetunm pro huius- 
modi communibus servitiis camere apostolice ac collegio su- 
pradictis ultra suminam duorura miliura florenorum auri et 
huiusmodi {fol. 147v.) servitia consueta iuxta huiusmodi quan- 
titatem minime teneantur nee ad id possint a quoquam altero 
compelli aut coartari, constitutionibus apostolicis, ordinationibus 
camere et collegii taxationibus et statutis factis et consuetu- 
dinibus non obstantibus quibuscumque; mandantes dicti col- 
legii et nostro camerariis ac gentibus predicte camere aposto- 
lice, ne ultra huiusmodi summam duorum milium florenorum 
et quinque servitiorum successivis perpetuis temporibus ab 
ecclesia et mensa episcopali Aurelianensi predictis pro singulis 
vacationibus aliquid levent, petant seu etiam exigant quoquo- 
modo et quod in libris camere et collegii predictorum scribi 
faciant nostram concessionem supradictam. Nulli ergo etc. Si 
quis autem etc. 

Datum apud Villamnouam Auinionensis diocesis 12. kal. 
iulii pontificatus nostri anno primo. 



NACHTRAG UND BERICHTIGUNG. 

Zu dem Verzeichnis der Hss S. 150 vgl. noch; 

Rom, Cod. Vat. lat. 8246 mb. s. 16 in. fol. 1-165: Liber 
taxarum. Erstes Blatt mit Zierleisten, Kardinals wappen. 

Wien, Hofbibliothek. Cod. lat. 5751. 

S. 121 Z. 18 lies : Cathalaunen. (6000 libr.) — S. 126 Z. 9 : 
monasteriorum suorum ; — S. 158, Z. 7 von unten : von 8000 
auf 4000 fior. 



BlBLIOrmAPHIE 

ZUSAMMENGESTELLT vox KARL SCHELLHASS 



INH ALTSUBE RSICHT. 

I. AUuciiu'iiics. 

1. Arbeitsprojekte Methodik S. 345 

•2. Archive S. 345 

3. BibUotheken S. 34(i 

4. Bibhographieen und Indices S. 348 

II. Allgemeine (Jescliiclite. 

1. 500-l(t(l0: a. Quellen S. 349 

b. Darstellungen und Aufsätze S. 3-30 

•2. 10ÜO-b"00: a. Quellen S. 353 

b. Darstellungen und Aufsätze S. 303 

3. 150(>-17()0: a. Quellen . S. 371 

b. Darstellungen und Aufsätze S. 375 

4. 170U-1SO0: a. Quellen 8. 381 

b. Darstellungen und Aufsätze S. 382 

ö. ISOO-IOIH): a. Quellen S. 3Sö 

b. Darstellungen und Aufsätze S. 387 

III. Spezialgeschicht e. 

1 . Paläograpliie. Diplomatik. Chronologie. Heraldik. Xumismatik. Siegel- 

kunde. Maasse . . S. 303 

2. Theologie und Kirchenreclit. (Jrdensgeschichte. Hagiographisches. S. 395 

3. Reehtsgeschichte (Statuten. Commune). Soziale Verhältnisse. Handels- 

geschichte. Statistik S. 399 

4. Familiengeschichte (alphabetische Folge) S. 404 

5. Biographieen (auch Briefe) von Schriftstellern, Künstlern, Geistlichen 

und Ordensgeistlichen (in chronologischer Folse) S. 405 

6. Geschichte von Diözesen, Provinzen, Ländern und einzelnen Orten (in 

alphabetischer Folge) S. 413 

7. Geschichte einzelner Kirchen, Kon\ ente, Gebäude. Strassen und Plätze 

(alphabetische Folge der Orte) S. 419 

IV. A'erschicdeiies. 

1. Litteratur- und Sprachgeschichtliches S. 424 

2. Kunstgeschichtliches (zu vgl. III 5-7) und BucJidruckerkunst . . . S. 42(i 

3. Kulturgeschichtliches S. 429 

4. Ethnographisches. Geographisches. Toponomastik. Reisen . . . . S. 430 

5. Universitäten. Akademieen. Seminare. Deputazioni. Kongresse . . S. 432 

1) Ilci der iiiühsanipii Revision des r)ni(kes war mir in .aufopfernder Weise Dr. P r i e- 
sack bciiültlicli. — Wobei den Bücliertiteln das Erselieinungsjahr fehlt, ist 1904 oder 1905 
zu versti'lic'u. 



BIBLIOGRArHIK lÜO-l-"» 345 

I. Allgemeines. 

1. Arbeitsprojekte. Methodik. 

F. Ciccaglione, Per la storia di Sicilia (AStSicOr. 1, 1: 
Programm). — - B. Brugi, Per una storia delle universitä italiane 
(AlstVen. 64, 4). — G. Biadego, Per Scipione Maffei. Verona 
Franchini. — P. Eusebio, Per la toj)onomastica. Roma Salviucci 
— - A. Galante, Sulla convenienza di una bibliografia di tutti i 
docc. di storia giurid. ital. editi (ACongrIntern. 9). — D. Bat- 
taini, Manuale di metodoiogia storica. Firenze Libr. ed. Fior. 

2. Archive. 

E. Sebastiani, Genesi. concetto e natura giurid. degli ar- 
chivi di stato in Italia (RISG. 37). — II memoriale sugli archivi 
di stato (RiBiblArch. 16, 5). — G. Mazzatinti, Gli archivi della 
storia d'Italia. IV, 2. 3 (Lucca, Montecatini, Chiusi. Argenta, Narni. 
Rieti). Rocca S. Ca>ciano Cappelü. — R. M. Johns ton, The 
records of the Commissione Feudale in the Neapolitan archives 
(EHR. 1904 Okt. p. 742-44). — N. Tamassia, Libri di monasteri e 
di chiese nelFItalia meiddionale (AlstVen. 64, 2: Prüfung u. a. der 
Docc. Cavensi e Baresi). — W. H. Croockewit, Les archives 
des Parravicini (RQHer. 1905). — L. Schia parell i. Alcune 
osservazioni intorno al deposito archivistico della Confessio S. Petri 
(AvStIt. 34, 2: gegen Duchesne). — G. de ^Manteyer, Les ma- 
nuscripts de la reine Christine aux archives du Vatican (MAH. 24, 
4-5: Wiederauffindung der Mss. 821 u. 777 : Mise. Arm. 15 t. 149=» 
u. 149 b). — ]S[. Festa, Una pergamena Greca deU'arch. di stato di 
Roma (RAL. 5. Ser. 13 n. 5-6: von 1121 Okt.). — G. Ferri, Le 
carte deirarch. Liberiano [S. Maria Maggiore in Rom] dal sec. 10 
al 15 (ARSRomStp. 27, 1. 2: mit 24 Urkk. 981-1193; Forts, folgt). — 
F. Tonetti, Breve notizia sugli archivi e suUa biblioteca Giovar- 
diana comunale di Veroli (ARSRomStp. 27, 1). — A. Municchi. 
Carte del conte Orso d'Elci-Pannocchieschi acquistate dal r. arch. di 
stato di Firenze (RiBiblArch. a. 15, 6-7: u. a. Korresp. Orsos als 
Gesandten in Madrid u. Rom 1608-24). — G. Degli Azzi, No- 
tizie stör, artistiche daU'arch. del coUegio del cambio jbetr. P. Van- 
nucci u. Maler etc. saec. 14-16]. Perugia Terese. — R. Archivio di 
stato in Lucca. Regesti vol. 2 Carteggio degli Anziani raccolto e 
riordinato da L. Fumi. P. I (1333-68). P. II (1369-1400). Lucca 
Marchi 1903. — P. Guidi, Alcune note intorno alle quattro carte 
piü antiche dell'arch. arcivescovile di Lucca (AALucch. 32). — 
C. Fedeli, L'archivio della cappella di musica della primaziale 
Pisana (saec. 16 ex.. 17 in.) (MEBA. 1, 1).— G. Ognibene, Le 
relazioni della casa d'Este coH'estero (AMMod. 5. Ser. 3: Inchce 
sommario del carteggio Modenese degli ambasciatori etc. Estensi 
presso le corti e le signorie italiane e straniere e di quello de' principi 
e delle signorie d'Italia e fuori d'Italia colla casa d'Este; saec. 13-18; 
Notizen über d. alte Arch. segr. Esten^^e). — G. Sitti, Cenni stör. 



;;40 KARL SCHELLHASS 

suU'arch. del comuiie di Parma (AStParm. 5, ISOO, ed. 1903). — 
L. Schiaparelli, Documenti ined. dell'arch. capitolare di Pja- 
cenza (7 Placita 885-999, ein Mandat Berengars I.: AStParm. 7, 
1897-98, ed. 1903). — E. Riboldi, Documenti Viscontei (sec. 14) 
negli archivi minori di Milano [im Archiv der Congregazione di ca- 
litä u. der Orfanotrofi u. in der Bibl.-archivio capitolare] (AStL. 
a. 31, 2 in ASStL.: Studi e ricerche per il repertorio dipl. Vi- 
sconteo). — Catalogo delle opere araldiche etc. componenti l'arch. 
araldieo Vallardi. Milano Vallardi. — G. Romano, Un codice 
Pavese a Domodo.ssola [Notiz über einen Franc. Sforza gewidm. 
Traktat Giov.'s de Vesnllia über die Pest: BStPav. 4]. — L. Nardi, 
Di una pergamena del sec. 11 ultimamente depositata nell'arch. no- 
t^rile di Alessandria. Alessandria Jacquemod. — R. A. Marini, 
Documenti deirarch. municipale di Tortona (BStTorton. 1904, 4). — 
Indice delle piü importanti pergamene stör., dei codici e dei libri 
antichi d' amministrazione che si conservano nell' arch. comunale 
di Sarzana (darin Kaiserurkk. 1163. 1185. 1226. 1244. 1313. 1326. 
1479). Sarzana Tip. Lunense. — E. Riboldi e G. Seregni, I 
ciocumenti Viscontei deH'arch. Gonzaga (sec. 14) (AStL. a. 31, 2 in 
ASStL.: Studi etc., s. oben Zeüe 7). — G. B. Intra, Del codice Capi- 
h!]nano contenente i Trionfi di F. Petrarca (AMAVirgMant. 1903-4: 
im Familienarchiv Capiluj)i zu Mantua). — G. B a 1 1 a r d i n i, 
Jnventario critico e bibliogr. dei codici e delle pergamene del comune 
di Faenza (Einl. von A. Messeri). Faenza Montanari. — A. Gui- 
r i n i. Dell'arch. notarile di FeiTara. Cenni stör, e docc. Feri'ara Zuffi. 
— P. E. B o n a t o, DeH'arch. notarile di Padova: cenni stör, e docc. 
Padova Gallina. — R. P r e d e 1 1 i, Le reliquie dell'arch. dell'or- 
fiine Teutonico in '^enezia (AlstVen. 64 T. 2: mit 82 Regesten 1161- 
1417 (1452): Append.: Nota suU'arch. dei Gesuiti di Padova mit 
Regesten- 1220-1597). — D. V e n t u r i n i, L'archivio antico di 
Cit'tanova (Pagistr. a. 2 p. 387 f.). — F. M a j e r, L'archivio antico 
del municipio di Capodistria (PagLstr. a. 2. a. 3, 1. 2: Forts.). — 
L. C e s a r i n i-S f o r z a, Pergamene degli archivi comunalidi Locca, 
Bezzecca e Tiarno di Sopra in Val di Ledro nel Trentino (Trid. a. 
7-9: Schluss 1559-1722). — V. I n a m a, Regesto delle pergamene 
die si conservano nell'arch. del comune di Castelfondo (ATrent. 
19, 2: 52 Regcsten 1394-1641). — G. C h i e s a, Regesto delFarch. 
c:»munale della citta di Rovereto. Fase. 1 (1280-1450). Rovereto Tip. 
Rover. — L. R o s a t i, Le pergamene e la carta di regola del comune 
di Pranzo (von 1356). Rovereto Grandi. — Ed. T o r r i a n i, Cata- 
looo dei docc. per l'istoria della prefettura di Menchüsio e pieve di 
Baierna 1500-c. 1800 tratti dall'arch. Torriani in Mendrisio (BSSI. a. 
26. 6-12. 27). — C. Vucetic, Dal libro « Raccolta di varie du- 
cdi terminazioni decreti giudicij e decisioni » dell'arch. capitolare 
(!i Lesina (BArchStDalm. 27 n. 9-10: Doc. von 1500). 

3. B i b 1 i o t h e k e n. 

G. B i a g i, Le biblioteehe nel passato e nell'avvenire (RiBibl- 
Areh. 16. 1. 2). — S. R o s s i. Catalogo dei codici Greci dell'antico 



BIBLIOGRAPHIK M)04-.i 347 

nion. del SS. Salvatore che si conservano nella bibl. universitaria di 
]Messina (AStMess. 4, 3-4. 5). — C. M a n a s i a, Cenno stör, stati- 
stico della bibl. comunale di Caltanissetta. Caltanissetta. — P. 
L u t z u, La biblioteca della collegiata di S. Maria in Cagliari (Bbibl- 
Sardo 4 p. 1-4). — S. P a n a r e o, La biblioteca Piccinno di Maglie 
(RiSalent. 2, 3-4). — Roba di storia e d'arte uscita da uiio studio di 
Roma. Hefte L 2 (darin u. a.: Mss., disegni e stampe rare; Dei fede- 
commessi per biblioteche ecc. di Roma). Pistoia Flori. — A. P o n- 
c e 1 e t, Catalogus codicum hagiograph. lat. bibliothecarum Roma- 
iiarum praeterquam Vaticanae. L Codices archivi basilicae S. Petri 
in Vaticano (ABoll. 24). — L. D ii c h e s n e, La biblioteca Vaticana 
(Coi. 7. 1903). — A. S p a g n o 1 o, La biblioteca Vaticana e la capi- 
tolare di Verona. Verona Marchiori. — G. C o z z a-L u z z i, I grandi 
lavori del cai"d. Angelo Mai (Bess. 2. Ser. 7. 8, 1 ; Forts, folgt: seine 
handschr. Sammlungen). — A. F a y e n, Notices sur les manu- 
scrits de la bibl. Vaticane concernant la Belgique. 1. Fonds de la 
reine de Suede (RBiblArcliBelge 3, 1). — C. A. B e r t i n i, Codici 
Vaticani riguardanti la storia nobiliare (RiCollArald. 1905, 1-3). — 
L. H a 1 p h e n, Le manuscrit Latin 712 du fonds de la reine Christine 
au Vatican et la Lamentatio de morte Caroli comitis Flandrie (MAH. 
25, 1-2). — G. B o u r g i n, Notice sur le ms. Latin 870 de la reme 
Christine (BeCh. 65, 5. 6: u. a. Doc. betr. Pariser LTniv.). — V. F e- 
d e r i c i. I codici dell'esposizione Gregoriana al Vaticano (ARSRom- 
Stp. 27. 1). — L. D o r e z, L'incendie du Vatican (BECh. 64 p. 600- 
96: authent. Darstellung d. Brandes v. 1. Nov. 1903). — J. Schön- 
herr, Le manuscrit de Corvin de la bibliotheque Casanate ä Rome 
(Magyar Könyvszemle 12, 1904). — V. F e d e r i c i, L'evangeliario 
miniato della Vallicelliana (ARSRomStp. 27, 2). — F. Pinto r, 
Per la storia della libreria Medicea del rinascimento: appunti d'ar- 
chivio. Firenze Landi. — P. Meyer, Notizie del Ms. Mediceo-pa- 
latino 141 della Laurenziana di Firenze (Vite dei santi) (Ro. 1904, 1). 

— F. B u o n a m i c i, La riproduzione in fototipia del Ms. Fiorentino 
delle pandette (ACongrIntern. 9). — E. L a s i n i o, Della biblio- 
teca [della badia di S. Salvatore] di Settimo e di alcuni suoi Mss. 
passati nella Mediceo-Laurenziana (RiBiblArch. a. 15, 11-12). — 
Ders., Un antico inventario della badia di S. Salvatore a Settimo. 
Firenze Tip. Galileiana. — F. F e d i, La biblioteca Lazzeriniana 
[di Prato] 1903. Prato Giachetti. — L. Ferrari, L' inventario 
della bibl. di S. Francesco in Pisa [von c. 1358] (nozze d'Ancona- 
Cardoso). Pisa Mariotti. — Ders., Gli incunabili della r. bibl. uni- 
versitaria di Pisa descritti (Bibliofilia a. 6). — M. F a 1 o c i P u 1 i- 
gnani, La biblioteca Francescana di Gubbio (MFranc. 1905). 

— L a g o m a g g i o r e-Z a c c a g n i n i, Indice dei piü ragguar- 
devoli mss. esistenti presso la bibl. della libera universitä di Urbino 
(Ma. 4, 3-4). — La biblioteca stör. Andrea Ponti instituita in 
Ravenna die. 1897. Roma Forzani. — U. T o p i, Le pubbliche bi- 
blioteche in Savigno di Romagna (Rom. 1, 6). — G. Gor r im, 
L'incendio della r. bibl. naz. di Torino (Vorwort v. P. Villari) (ne- 
ben d. Italien. Text die französ. Uebersetzung; Appendix Verzeichn. 
der Codd. von Bobbio u. Staffard und der des Kard.Dom. della Ro- 



348 KARL SCHl'LLHASS 

vere, die im Inventar der Codd. superstiti greci e latini antichi er- 
wähnt werden). Torino-Genova Streglio. — L. D o r e z. L'incendie 
de la bibl. nat. de Turin. Notes et documents (RBibl. 14 p. 77. 307). 

— G. B o u r g i n, L'incendie de la bibl. nat. et univ. de Turin (BECk. 
65). — Ic. Guareschi, Osservazioni ed esperienze sul ricupero 
e sul restauro dei codd. danneggiati dall'incendio della bibl. naz. 
di Torino. Memoria 1 (MAccTor. 54, vgl. p. 393). — P. G i a c o s a. 
Relazione dei lavori intrapresi al laboi'atorio di materia medica per il 
ricupero e ristauro dei codd. appartenenti alla bibl. di Torino (AA- 
Torino 39). — A. Brette, La ]irotection des manuscrits ä propos 
de l'incendie de Turin (RevFr. 1904. 3). — B. P e y r o n, Codices 
italici manu exarati, qui in bibl. Taurinensis athenaei ante 26 jan. 
1904 erant. Taurini Clausen. — Inventario dei codici superstiti 
greci e latini antichi della bibl. naz. di Torino. Torino Loescher. — 
F. Cumont. Reliquiae Taurinenses (BAB. 1904 Nr. 3: betr. Cod. 
Taur. CC(b. III. 111) s. 14). — P. D u r r i e u, Les manuscrits ä pein- 
tures de la bibl. incendiee de Tvirin. Paris Ijeroux. — Die National- 
bibliothek zu Turin nach d. Brande (Cblßiblw. 1905. 3). — G. P e- 
t r a g 1 i o n e, Opere di scrittori Salentini in codici Ambrosiani 
(insb. theol. u. polit.) (RiSalent. 2). — C. Foligno, E. Motta, F. 
N o V a t i, A. S e p u 1 c r i. Spoglio dei codici mss. Petrarcheschi 
esistenti nelle bibl. Ambrosiana. Melziana, Trivulziana. neirarch. Vi- 
sconti cUModrone. nell'arch. capitolare arcivescovile (in dem p. 368 1. 9 
gen. Band). — C. de F e s t i. D'una pergamena Trentina dei 1341 
esistente nella bibl. comunale di Pavia (Trid. a. 7,5). — Catalogo 
della raccolta Fantoni nel museo civico di Vicenza per la storia dei 
1848 in particolare e dei risorgimento nazionale in generale. Vol. 3. 
Vicenza Fabris. — D. M a n t o v a n i. La nuova biblioteca di S. 
Marco (NAnt. 1905 Apr. 16). — G. C o g g i o 1 a. Dalla « Libreria » 
dei Sansovino al palazzo Ducale (un episodio della vita della Mar- 
ciana 1797-1812) (RiBiblArch. 16, 3-4). — L. A u v r a y. Inventaire 
de la collection Custodi conservee ä la Bibl. Nat. (Schluss der Mss. 
Italiens 1545-66) (BI. 4, 3. 4.. 5, 1. 2: Folgt Appendix 1 u.2, insb. über 
Custodi; Forts, des Append. folgt). — F. M e n c i k, Die neapoli- 
tanischen Handschriften d. Wiener Hofbibliothek (MÖVBiblw. 9. 
1905). — A. ^I a h 1 e r. Catalo;,ues des mss. de Casanova conserves 
au chateau de Dux en Boheme (RBibl. 15. 1-2). 

4. B i b 1 i o g r a p h i e e n u n d I n d i c e s. 

Bullettino bil.liografico di storia raoderna. Padova Prosperini. 

— G. L o n g h e n a, C. F. F a c o n t i, BoUettino bibliogr. delle 
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g i s t r i s. Bibliografia geografica della regione italiana (1903) (Ri- 
Geogrlt. 1904, 10). — C. C i p o 1 1 a, Pubblicazioni sulla storia me- 
flioevale italiana 1900 (Forts.) (NAVen. N. Ser. T. 7. 1. 2). — D e r s.. 
Pubblicazioni 1901 p. 1 ff. (NAVen. N. 8er. T. 8, 1. 2. Forts, folgt). 

— Ar. Segarizzi. i^ollettino bibliogr. della regione Veneta (1901) 
(Schluss) (NAVen. N. Ser. T. 7.1). — Ders.. BoUettino 1902 (A-Leg. 
p. 1 If.) (NAVen. N. Ser. T. 8. 1. 2). — F. L a r g a i o 1 1 i. Biblio- 



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Fase. 1. Parma Bianchi e Schianchi. — B. C r o c e, Bibliografia 
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Magalottiana. Piacenza Favari. — T. Kellen, Cagliostro - Marie 
Antoinette - Rohan. Der Halsbandprocess. Ein bibliogr. Versuch 
(Börsenbl. f. d. deutsch. Buchh. 1904). — A. L u m b r o s o, Saggio 
di una bibliografia ragionata per servire alla storia dell'epoca Napo- 
leonica. 6 Bde. Roma Bocca 1897-1903. — G. Graziano, Biblio- 
grafia Guerrazziana (RiBiblArch. a. 15, 11-12. a. 16, 1. 2). — E. 
M i c h e 1, Xel prirao centenario della nascita di F. D. Guerrazzi 
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Catalogo generale della libreria italiana 1847-99. Voll. 2. 3 (Fase. 1-9) 
(E -Ubi) ed. A. P a g 1 i a i n i. Milano Assoc. tip.-libr. — • Annali bi- 
bliografici e catalogo ragionato delle edizioni di Barbera, Bianchi 
e comp, e di G. Barbera (1854-80). Torino Barbera 1904. — Mezzo 
secolo di vita dell'un. - tip. - editrice Torinese (1855-1904). — G. 
Biagi, Per la nostra produzione editoriale all'estero (RiBiblArch. 
16, 5). — A. De G u b e r n a t i s, Dictionaire international des 
ecrivains du monde Latin. T. 1 (Aars-Carretti). Florence Soc. tip. Fior. 

— S. Rumor, Gli scrittori Vicentini dei secc. 18 e 19. Vol. 1 (A-F) 
(MStVen. 2. Ser. T. 11p. 1). Venezia. — C. V i 1 1 a n i. Scrittori ed 
artisti Pugliesi. Trani Vecchi. 

C. R i n a u d o, Indice RStIt. 1884-1901. Bd. 2 ( - 1900) (vgl. Q. F. 
7. 311). Torino. — Indice generale degli 8 voll, componenti la serie 4 
(1890-1900) degli AMParmensi (AStParm. 8). — G. A g n e 1 1 i. In- 
dice decennale AStLodi 1895-1904 (AStLodi a. 23 Okt.-Dez.). — 
G. G r i m a 1 d i e G. L u z z a 1 1 o, Indice (per comuni) degli articoli 
riguard. le Marclie tratti dalle Riviste stör. Marchigiane 1860-1902. — 
Analecta Bollandiana, Indices in tom. 1-20 (1882-1901). Bruxellis. 

— M. F a v a, Indice delle carte e delle opere geografiche esposte in 
occasione del 5 congresso geografico Italiano, aprile 1904. Xapoli 
Sangiovanni. 

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1. 500-1000. 

a . Quellen. 

A. ^1 o n a c i, Regesto dell'abbazia di S. Alessio alFAventino 
(ARSRomStp. 27, 2: 1. Gli atti e la leggenda di S. Bonifazio. 2. La 
legsenda di S. Alessio. 3. II cartulario di S. Alessio. [4.] 23 Urkk. 



350 KARL SCHKLLHASS 

395-1193; Forts, folgt). — C. Pascal. Spigolature su Prospero 
Aquitano (Stmed. Fase. 2). — 0. M o n t e n o v e s i, Un'iscrizione 
postcortsolare ined. in S. demente di Roma (v. 512: MSteccl. 2). — 
S. G r e g o r i o Magno. Vita e miiacoli di S. Benedetto. Monte- 
cassino. — L. C a e t a n i principe di Teano, Annali dell'Islam. Vol. 1 
(622-28). Milano Hoepli. — M G H. Legum Sectio 3: Concilia tonii 2 
p. 1 (Karolingerzeit 742-816). ed. A. W e r m i n g h o f f . Hannover 
Hahn (vgl. Werm.'s Xotiz gegen Sepp NA. 30. 741). — Xot. über 
verlorene Handschrr. der Hist. Langobardorum u. des Jordanes 
(de origine etc. Gothorum) (früher in Canterbury) u. über ein in 
Dover früher befindl. Registrum b. Gregorii pape s. XA. 30. 492. — 
H. O m o n t, Bulles pontificales sur papyrus (9-11 siccle) (BECh. 65 
p. 575-82). — Codex diplomaticus et epistolaris regni Bohemiae. ed. 
G. Friedrich. T. Ll(805-1148: darin auch Papstbriefe). Pragae Wies- 
ner. — G. T o n o n i e P. P i a c e n z a, Quattro documenti dei 
secc. 9. 10. 12 (betr. Abt v. Firenzuola 830; Verfügung von P. For- 
mosus an B. v. Piacenza 892; dsgl. von P. Johann X. an Abt v. Bob- 
bio 927; Bulle Hadrians IV. 1154 betr. B. v. Piacenza: AStParm. 
7. 1897-98. ed. 1903). — H. m o n t, Diplomes Carolingiens, bulle 
du pape Benoit VIII (8. Jan. 1017) sur papyrus et autres documents 
concern. les abbayes d' Amer et de Camprodon, en catalogue (843-1017). 
Paris. — F. Terra Abrami, Cronistoria dei conti de' Marsi poi 
detti di Celano (BssA. 2. Ser. 15, 6. 16. 7-8). — D. C a r u 1 1 i, Sup- 
plemento ai « Regesta comitum Sabaudiae... ad a. 1253 » (MStIt. 
3. Ser. 9: - 1295; vgl. Q. F. 6 p. 205). — S. Gassisi. I manoscritti 
autografi di S. Xilo iuniore (9 centen. della fondaz. della badia Greca 
di Grottaferrata). Roma Poliglotta. — Papsturkunden 925. 1200 ff. 
in der Nationalbibl. zu Paris (vgl. R. K n i p p i n g, Xiederrhein. 
Archivalien in d. Xationalbibl. u. dem Xationalarchiv zu Paris: 
MKPrAverwalt. 8). — P. F e d e 1 e. Un iscrizione di S. Maria «in 
Pallara » (von c. 960: BsfR. 6 p. 18). — D e r s., Tabulariura S. Pra- 
xedis(ARSRomStp. 27, 1: Urkk. 987-1139; Forts, folgt). — A. Brack- 
mann, Papsturkunden der Schweiz (NKGWGött. Phil. hist. Kl. 
1904, 5; Append. 13 Bullen von c. 998 -saec. 12 ex.; mit Excursen 
von P. Kehr u. A. Brackmann). — V. Lazzarini. Originali anti- 
chissimi della cancelleria veneziana (von 999 ff., 4 Docc. 1090. 98. 
1100. 1108) (XAVen. X. Ser. 8, 2). — J. L e t a n c h e, [Urk. Erzb. 
Theobalds v. Vienne] (MDSSavHA. 40; betr. Zustände Savoj'-ens 
saec. 10 ex.). 

b. D a r s t e 1 1 u n g e n und Aufsatz e. 

F. De An g e 1 i, Storia universale. Milano Trevisini. — Le re- 
lazioni tra la storia ecclesiastica e la storia universale (Ristcrscteol. 
1, 2). — Bosioda Trobaso, Storia universale della chiesa 
cattolica da Gesü Christi a Pio X. 2 Voll. Xovara Tip. Salesiana. — 
E. M a n a c o r d a. II pontificato Romano e l'incivilimento Cristiano 
attraverso 19 secoli. Roma Tip. Salesiana. — B. Labanca, II pa- 
pato. Sua origine. sue lotte e vicende, suo avvenire. Torino Bocca. — 
Ders.,11 papato attraverso il medio evo (Ri. d'It. 1905 Jan.). — 



BrBi.io:;RAPHiE 19;i4-ö 3öl 

T. DöUinger. La papaute, ?on origine au moyen äge et son deve- 
loppement jusqu'en 1870 (trad. Fran§. par A. Giraud-Teulon). Paris 
Alcan. — A. Dragon, L'unite Italienne ä travers les äges. Paris 
Larose et Tenin. — G. Hergenröther, Stovia universale della 
cliiesa rifusa da G. B, Kirech (trad. dal p. E. Rosa S. J.). Vol. 1. 2. 
Firenze Libr. ed. Fior. — D. Ghetti. Storia politico-nazionale d'I- 
talia [476 - saec. 19J. Vol. 1. Milane Loescher. — P. Orsi. La storia 
d'Italia narrata da scrittori contemporanei agli avvenimenti. Vol. 1 
(476-1313). 2a ed. Torino Paravia. — L. M. H a r t m a n n. La rovina 
del mondo antico. trad. di G. Luzzatto. Roma Roux-Viarengo. — 
D e r s., Geschichte Italiens im Mittelalter. T. 2, 2. Gotha Perthes 1903. 

— P. V i 1 1 a r i, Le invasioni barbariche in Italia. 2^ ed. Milano 
Hoepli. — C. Del B a 1 z o, L'Italia nella letteratura Francese dalla 
caduta dell'impero Romano alla morte di Enrico IV. Roma-Torino 
Roux. — P. De M i c h e 1 i s. Lezioni di storia del medio evo. To- 
rino Clausen. — A. Galant i. Manuale di storia del medio evo 
(476-1313). Torino Paravia. — L. Cappelletti, Storie e leggende 
[2. La papessa Giovanua. 3. Lucrezia Borgia. 4. Filippo II e Don 
Carlos. Auch saec. 18 u. 19 in.]. Torino Bocca. — A. Harnack, 
Ueber die Herkunft der 48 ersten Päpste (SBPreussAk. 1904). — 
L. Duchesne, Le nombre des papes (MSteecl. 2. 1903). — 
J. Z e i 1 1 e r. Etüde sur TArianisme en Italie ä Fo noque Ostrogo- 
thique et a Tepoque Lombarde (MAH. 25. 1-2). — ir^ R a s n e u r. 
Le concile de Cologne de 346 (Akten d. 8. Jahrb.). Bruxelies Kiessling 
1903. — V. C o s t a n z i, La rivolta di Pavia e la catastrofe di Sti- 
ücone (BStPav. a. 4, 4). — E. B a b u t. Le concile de Turin. 
Essai sur Fhistoire des eglises proven9ales au 5^ siecle et sur les ori- 
gines de la monarchie ecclesiast. romaine (417-50). Paris Picard. — 
L. Duchesne, Le concile de Turin (RH. 1905 März-Apr.). — 
II papa Zosimo ed il concilio di Torino (CG. 1905 Mai 6. Juli 1: 
gegen Babut). — E. B a b u t, La date du concile de Turin et le 
developpement de l'autorite pontificale au 5* siecle (RH. 1905 Mai- 
Juni: Antw. an Duchesne u. Pfister [auf dessen Kritik RH. 1905 
n. 314]). — Ders., Un dernier mot sur le concile de Turin en 
417 (RH. 1905 Juli-Aug.). —Fr. P. Garofalo, Studi storici 
(7. suir itinerarium Antonini). Noto Zammit. — L. B r e h i e r. 
Les colonies d'Orientaux en Occident au commencement du moven- 
age (ByzZ. 12.1-2, 1903: insb. in Rom saec. 5 ff.). — F. W e s t b e r g. 
Wanderungen der Langobarden (MAPetersb. 8. Ser. 6. 1904). — 
Ders., Zur Wanderung d. Langobarden. Leipzig Voss. — L". B e k k. 
Baiern, Gothen u. Langobarden. Salzburg Hölbrigl. — A. Crivel- 
1 u c c i, Les eveches d'Italie et l'invasion Lombarde (Sstor. 13, 3; 
betr. Duchesne's Ausführungen). — D. T a c c o n e - Ga 1 1 u c c i, 
Antiche visite apostoliche in Calabria (RiScSt. 1, 7: saec. 5-18). 

— I. P a r g o i r e, L'eglise Byzantine de 527 ä 847. Paris Leeoffre. 

— C. D i e h 1, Theodora imperatrice de Byzance. Paris Dumoulin. — 
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pello, Gregorio I e il suo pontificato (590-604). Saluzzo dal Com- 



3ö2 KARL SCHELLHASS 

mercio. — I. D o^i z e, Les imtrimoines de Teglise Romaine au temps 
de vS. Gregoire (EtCompJesus 1904 Juni 5). — Ders., Deux etudes 
sur Tadministration temporelle du iDape S. Gregoire le Grand. Paris 
Dumoulin. — D. G. C. A 1 s t o n, Le patrimoine de S. Gregoire 
(DownR. 1904). — G. B. H i k s, St. Gregory and tlie emperor Pliocas 
(DownR. 1904). — D. T a c c o n e - G a 1 1 u c c i, S. Gregorio Magno 
e la Calabria (RiScSt. 1, 5). — L. T a I a m o n i, S. Gregorio e la 
chiesa Milanese (Sc-uola catt. 1904 März). — S. Gregorio Magno papa 
nelle sue relazioni colla Dalmazia (590-604) (BArchStDalm. 27 n. 
1-3 Suppl. 1). — D. G a s q u e t, S. Gregory the Great and England 
(DublinR. 1904 Apr.). — G. D o 1 a n, St. Gregorj- the Great and 
Ireland (DownR. 1904). — L. AI m o n d, The Whit"by life of St. Gre- 
gory (DownR. 1904). — D. G a s q u e t, A life of pope S. Gregory the 
Great, written bv a monk of Whitby about a. 713 (Art and Book 
Comp. 1904). — H. G r i s a r. S. Gregorio Magno (590-604). Trad. dal 
tedesco di A. De Santi (Collez. Vita dei Santi). — G. A. Weber, 
Der hl. Gregor I. der Grosse (StMBCO.25. 3).— D. E. Stabile, 
S. Gregorio Magno. Scafati Fienga. — A.C a p p e 1 1 a z z i, S. Gre- 
gorio Magno. Monza ArtigianelH. — N. Marini, S. Gregorio Ma- 
gno. Roma Cuggiani. — M. S c h m i d t. Ein « sozialer Papst » vor 
1300 Jahren (Katholik 29. 1904). — D. Walch, The 13. Gregorian 
centenary 604-1904 (Catholic World 1904). — A. S e p u 1 c r i, Gre- 
gorio Magno e la scienza profana (AA Torino 39). — A. Eh r h a r d, 
P. Gregor d. Grosse (Strassb. Diözesanbl. 1904 p. 315-19). — A. 
Moiraghi. S. Gregorio il Grande e la raccolta delle sue lettere 
(RiScSt. 1904 März). — F. Er mini, Sull'epistolario di Gregorio 
Magno. Roma Tip. un. coop. ed. — G. B., Gli scritti e l'opera di 
S. Gregorio Magno (RiScSt. 1904 Apr. 30). 

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(ThBibl.J. 4. Aufl. bearb. von J. P. Kirsch. Bd. 2: Die Kirche 
als Leiterin d. abendländ. Gesellschaft [692-1517]. Freiburg i. Br. 
Herder. — P. F e d e 1 e. Di un preteso duca di Gaeta nel sec. ottavo 
(AStNap. a. 29, 4: die Schenkung v. Gaeta durch Gregor II. 730 an 
einen Anatolio e. Fabel). — B. Kruse h. Das Datum des Concils 
von Soissons 744 März 3 (XA. 30. 708 f.). — J. B. R a d y, Geschichte 
der kath. Kirche in Hessen (722-1526). Mainz Verlagsanst. — L. D u- 
c h e s n e, Les premiers temps de l'etat pontifical. 2' ed. Paris Fon- 
temoing. — E. M e n g h i n i, Dello stato presente degli studi intorno 
alhi vita di Paolo Diacono (BStPav. a. 4: Schluss). — G. R o v e r i\ 
Appuntj deH'opera: Una nuova pagina della vera fine dell' ultima 
dinastia Longobarda e l'orignie del potere temporale dei papi di A. 
Barl)ienini-Amidei (AAUdme 1903-04: scharfe Kritik). — F. Egidi, 
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nato 1903. — C. A. K n e 1 1 e r, Papst und Konzil im ersten Jahr- 
tausend. Art. 5 (saec. 8 ex. - c. 1160) (ZKTh. 1904, 4). — L. L^e- 
c 1 c r e, A propos du couronnement 800 (MPaulFredericq p. 181-87). 
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libellus 10 u. 15 der libelli de lite imp. et pont.). — E. P e r e 1 s, Zur 
Frage nach dem Verhältnis zw. Xikolaus I. u. Pseudo-Isidor (XA. 30, 
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25, 4). — '■ Chronologie der Gerbertbriefe (vgl. F. Lot, Etudes sur le 
regne de Hugues Capet et la fin du 10" siecle. Paris Bouillon 1903. 
Excurse 1-5). — G. S c h 1 u m b e r g e r, L'epopee Byzantine (saec. 
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[Silvester II.?] (SBBöhmGW. 1904). — Bulle Benedicts VIII. (1017) 
für Kloster Camprodon (jetzt in Paris; vgl. XA. 30, 517). — Urkk. 
von Johann XIX., Urban II., Honorius III. u. Sixtus IV. (verzeichn. 
im Cartulaire de l'abbaj^e de St. -Jean d'Angely; vgl. dessen Druck 
AHSaintonge 30, 1902). — I libri commemoriali della repubblica 
di Venezia: Regesti T. 6 (MStDepVenStp. 1. Ser. Docc. Vol. 11) 
(Liber 18-23: 1037-1574). — Chronicon Parmense 1038-1338 (RerltSS. 
Fase. 28-29: Bd. 9 T. 9) Fase. 4 (Schluss der Indici) ed. G. Bo- 
nazzi. Cittä di Castello Lapi. — G. Guerrieri, Di una probabile 
falsificazione entrata nella Raccolta Muratoriana. II « Breve Chro- 
nicon Xortmannicum » (1041-85) (AMur. n. 2). — - L. Halphen, 
Les chartes de fondation de la Trinite de Vendome et de l'Eviere 
d'Angers (MA. 1904 Sept. -Okt.: im Hinblick auf die Q. F. 7. 319 
gen. Ausführungen v. Metais; vgl. wegen d. Bullen p. 401 nt. 3). — 
Metais. Du titre cardinalice des abbes de Vendome (BSAVendom. 
1904: Bullen v. Alexander II. bis Xicolaus V.). — A. Solmi, Le 

24 



3',4 KARL SCHELLHASS 

carte volgari neirarch. arcive.scovile di Cagliari. Testi Campidanesi 
dei secc. 11-13 (AStlt. 35 Fase. 2: Abdruck v. 21 Docc. c. 1070-1226 
mit Indice ]essica!e). — K. Heidrich. Die Datierung der Briefe in 
Bruno'« Sachsenkrieg (NA. 30. 1). — Urk. des Kardinallegaten Ge- 
rald V. Ostia (1073) u. Bulle Calixts II. (s. d.) (Cartulain^ du prieure 
de S. Mont in AHGascogne 1904). — S. Hell mann. Anecdota 
aus Cod. Cusanus c 14 nunc 37 (NA. 30, 1: fol. 221 Traktat aus 
d. Investiturstreit üb. Kauf kirchl. Aemter). — Papsturkk. 1005 ff. 
(in Bayeux; vgl. NA. 30. 522 f.). — G. Morin, Un ecrivain in- 
connu du 11" siecle. Walter, moine de Honnecourt. puis de Vezela}^ 
(RBened. 22, 2: erwähnt Dekret Urbans II. 1096 gegen Simonie). — 
M. Vatasso, Del codice Benedettino di S. Nicolö dell' Arena di 
Catania contenente la Historia o Liber de regno Sicilie e la Epi- 
stola ad Petrum Panormitane eccl. thesaurarium di Ugo Falcando 
(AMur. n. 2: in der Nachschrift gegen Siragusa's Q. F. 7, 315 gen. 
Ausführungen). — R. Röhricht, Regesta regni Hierosolymitani 
(1097-1291). Additamenta. Innsbruck Wagner. — F. Savio, La 
« Datiana Historia » o vite dei primi vescovi di Milano ecl altre opere 
presunte di Landolfo Seniore (RiScSt. 1, 4-12). — G. Bi'scaro. 
Note e documenti Santambrosiani (AStL. a. 31. 2. a. 32, 1). — 
H. Hirsch, Die Acta Murensia u. die ältesten Urkk. des Klosters 
Muri. 2. (MIÜG. 25. 3: u. a. üb. Papsturkk.). — J. Soyer, Les 
actes des souverains anterieur;^ au 15 siecle. conserves dans les ar- 
chives depart. du Cher. 1. Fonds de Tabbaye de St.-Satur-sous-San- 
cerre (MSACentre 26: u. a. Papstbriefe v. Paschal II. bis Johann 
XXI.). — Papsturkk. saec. 12 (in Cod. dipl. regni Croatiae Bd. 2. 
Agram). — Urkk. v. Paschal IL, Eugen III., Hadrian IV. u. vom 
Kardinalbisch, v. Ostia Albericus (UBMonast. St.-Benoit-sur-Loire, 
Fleury. 1, 2. Paris Picard). — Urkk. , Paschais IL, Eugens III., 
Alexanders III.. Clemens' IIL u. Innocenz' III. (0. Bled, Regestes 
des eveques de Therouanne, 2 Fascc. S. Omer 1902-3 [SAMorinie]). — 
E. Riboldi. Le sentenze dei consoli di Milano nel sec. 12 (AStL. 
a. 32, 2: 109 Regesten 1117-1212; Liste der Consuln). — C. A. Ga- 
rufi, I diplomi purpurei della cancelleria Normanna [Rogers II. 
Gründungsurk. der Capella Palatina zu Palermo u. das Diplom für 
Casa Pierleoni] ed Elvira prima moglie di re Ruggero (1117? - 
6 febbr. 1135) (AAPalermo 3. Ser. 7; Append. : Dal «Liber confra- 
trum » della chiesa di Salerno; Donazione Roberto's di Basinvilla 
1136 an Kloster Cava; Urkk. Rogers 1137 für Kloster Montever- 
gine). — G. W^ o 1 f r a m, Balles pontificales inedites dans les 
archives de Metz (JbLotliG. 15. 1903: 31 v. 1123-97). — G. L. 
Andrich. Documenti Bellunesi de) sec. 12 (xACongrIntern. 9: 
17 Docc. 1130-96 betr. Ospedale di Vedana). — Urkk. Innocenz' IL. 
Eugens IIL, Hadrians IV., Alexanders IIL. Innocenz' III. (H. Du- 
brulle, [Urkk. d. Abtei S. Andre du Cateau]: RBiblArchBelg. 2). — 
L. Duchesne, L'auteur des Mirabilia (MAH. 24, 4-5: Benedikt 
Kanoniker v. S. Peter vor 1143 Sept.). — Bullen Eugens III. (1145) 
u. Alexanders TU. (AAlp. 8, 1904; vgl. NA. 30. 524). — A. Mocci. 
Documenti ined. su' canonista Paucapalea (AATorino 40, 5: wiss. 
Tätigkeit vor 1146; c. 1140 Compilation des Decretum Gratiani). — 



BIBLIOGRAPHIE 1904-5 ?,-y~) 

Bulle Eugens III. 1147 Sept. 9 Auxerre für Kloster S. Maria de 
Salterei [Saltrey] (Facsimile aus Brit. Mus. Cotton Ms. Cleopatra 
E 1 fol. 123 in The New Palaeogr. Soc. Part 2 Nr. 46. London 
Hart). — Bullen EugensIII. (1148). Viktors IV. (1165) u. Alexan- 
ders III. (1179) (Goetschalcks. De abdij van S.-Michiel te Ant- 
werpen tijdens de 12' eeuw: BGBrabant 1905 Jan. Febr.). — Urk. 
Hadrians IV. u. Clemens' V. (H. Bourde de la Rogerie, Coli, 
de docc. et d'autogr. : RBibl. 13). — F. Fita. Bula ined'ita de 
Adriano IV (BRAHist. 45. 4).— Ders.. Breve ined. de AlejandroIII 
(BRAHist. 45, 4). — Allemand, [Bulle Alexanders III. für Kloster 
S. Arnoul de Gap] (BSEtHautes Alpes 20. 1901). — G. Rossi. 
Documenti (8) riguard.la contea di Ventimiglia (1162-1239) (GSLLig. 
a. 6, 1-3). — 2 Bullen Viktors IV. u. Alexanders III. (E. de Mar- 
neffe. Cartae Parcenses: BGBrabant 3). — Bulle Alexanders III. 
(1173) (vgl. XA. 30. 524). — P. Kehr, Die Minuten von Passignano. 
Eine diplomat. Miscelle (Q. F. 7, 1). — G. Monticolo, I cognomi 
dei 3 canonici autori di una relazione sincrona della pace di Ve- 
nezia (a. 1177) (BsfR. 6). — H. Wibel. 5 Urkundenfälschungen 
Franz Joseph Bodmanns (NA, 30, 1: 1. Das Privileg Alexanders III. f. 
Bleidenstadt 1179). — Per la compilazione di un codice dipl. Mon- 
terubbianese: sunto dei docc. Monterubb. esist. nell'arch. di Fermo 
(BStMonterubb. 2. 15 ff.: 1182 ff'.). — Bulle Lucius' IIL (1185) 
(vgl. NA. 30, 524^. — G. Gallavresi. 2 documenti ined. riguard. 
beni allodiali di lairi Milanesi (AStL. a. 32. 2: 1185 u. 1261 Urkk. 
der Familie Arese). — L. Podest ä, Lettera (über die Lage v. Iliolo 
der Urk. Friedrichs I. 1185 Juli 30 für Bisch, v. Luni). Sarzana 
Tip. Lunese. — Poree. [Bulle Celestins III. für Kloster Deux- 
Amants 1192] (BCT. 1902). — C. A. Garufi. Documenti dell'epoca 
Sveva (Q. F. 8. 1: 1196-1260). — Petri Ansohni de Ebulo De rebus 
Siculis Carmen (RerltSS. Fase. 30-31: Access. Noviss. Bd. 31, Cro- 
nache Napoletane T. 1) Fase. 1-2. ed. Ett. Rota. Cittä di Castello 
Lapi. — V. Cian, Un caricaturista politico alla fine dei sec. 12 
(FDom. 26, 42: über das Berner Mscr. des Carmen di Pietro da 
Eboli; Polemik mit Siragusa FDom. 26, 48) (vgl. p. 428 1. 18 ff.). 
0. Hol der -Egger, Itahenische Prophetien des 13. Jahrh. (NA. 
30. 2. Nachtrag 30. 3). — F. Pellegrini, Documenti ined. in dia- 
letto Veneto dei sec. 13 (dal cod. capitol. Veronese 750) (AMxWc- 
rona 4. 4). — V. Feder ici, Sul regesto della chiesa di Tivoli 
(BsfR. 1 p. 23 f.). — F. De la Borde, Cartulaire de Philippe- Au- 
guste date de 1201 (BSNAFr. 1903: in d. Vaticana). — Sohiavi e 
manomissioni, [7] Docc. dei secc. 13 e 14. Dall'arch. dei conti di 
Porcia e Brugnera (nozze Ciotto-di Porcia). Genova Papini. — Chro- 
nica et chronicorum excerpta bist. ord. Praedicatorumillustr. (MOPrH. 
7. 1) (darin insb. Chron. ord. 1203-1496 u. Chron. Petri de Arenvs 
1349-1453). ed. B. M. Reichert. Romae Typ. Propag. fide. — L. 
Sette, Fra Bartolomeo da Trento e alcuni codici a lui attribuiti 
(Trid. a. 8, 1: in der Barberini; lebte saec. 13; mit Index v. Barb. 
XXXII. 91). — K. A. Kehrf, Staufische Diplome im Domarch. zu 
Patti (Q. F. 7, 1: 1207-65). — E. Pauls, Breve Innocenz' IIL (1211) 
(ZAachGV. 25. 1903). — P. Kehr. Das Briefbuch des Thomas v. 



3.")0 KARL SCHELLHASS 

Gaeta Justitiars Friedrichs II. (Q. F. 8. 1). — F. Güter bock, 
Eine zeitgenössische Biograjohie Friedrichs IL. das \'erlorene Ge- 
schichtswerk Mainardinos (NA. 30. 1). — L. Lanzi. Di una perga- 
mena apocrifa suUa lega del 1215 fra Terni e Foiigno (EStU. a. 
10, 3). — Bullen Honorius' III.. Innocenz' IV., Alexanders TV., Ur- 
bans IV. u. Martins V. (in BGBrabant 1-3). — C. A. Garufi, 
2 lettere ined. di Federico II di Svevia (BsfR. 1 : v. 1221 betr. 
Klo.'^ter S. Maria la Nuova di Monreale). — Ch. V. Langlois, 
Notices et docc. rel. a l'hist. du 13^ et du 14«" siecle. Nova Curie 
(RH. 87, 1: Berichte von d. Kurie 1225 ff. im Londoner Staats- 
arch.). — Bullen Innocenz' IIL (1209) u. Gregors IX. (1229) (vgl. 
NA. 30, 524). — Bulle Honorius' III. (1219), Brief Martins IV. (1282) 
(vgl. NA. 30, 525). — R. Poup ardin. Le cartulaire de S. Vincent 
de Laon (Arch. Vat. Mise. Arm. 10 t. 145) (MSParis 29, 173 ff.: darin 
Bulle Honorius' IIL v. 1222; vgl. NA. 30, 525). — E. Durando, 
Delle fonti della cronaca di Benvenuto di San Giorgio (RiStAless. 
a. 13 Fase. 16: Benutzung des Orig. einer frk. Friedrichs IL v. 
1224). — U. Berliere. Leschapitres generaux de l'ordre de S. Be- 
noit. Notes supplem. (RBened. 22, 3: 1225-1470 Regesten; Anhang 
5 Bullen Benedikts XII. 1337-39 u. e. Supplik v. 1350). — K. 0. 
Meinsma. [3 tabellae d'indulgences concedees ä l'eslise de S.-Wal- 
burge de Zutphen (1225-1392)] (AGAartsbUtrecht^30, laut RHE. 
1905 Jan. 15 p. 268). — Bullen Honorius' III. (1225), Gregors IX. 
(1228-34 u. 1234) u. Innocenz' IV. (1250) (BGBrabant 1905 Mai: 
E. de Marneffe, Cartae Rameienses). — A. Ferretto, Docu- 
mentiintornoaiirovatori Percivalle e Simone Doria (1225-53) (Stmed. 

1, 1: darin Brief Friedrichs IL an Genua 1234). — A. Lisini e 
L. Zdekauer, Libri deH'entrata e deH'uscita della repubblica di 
Siena detti del Camarlingo e dei 4 provveditori della Biccherna. 
Fase. 1: 1226. Siena Tip. Sordomuti 1903. — Urk. Gregors IX. (Car- 
tulaire de l'eveche du Mans ed. B. de B r o u s s i 1 1 o n : AHjNIaine 1 ) . , — 
Le Liber Censuum de l'Eglise Romaine i)ubl. p. P. Fahre (BEc- 
Fran^. 2. Ser. VI). Fase. 5 (T. 2 p. 1-136: 2. Le lib. Cens. remanie 
sous Gregoire IX et Innocent IV avec ses suppl. jusqu'au 15' s. 
3. Gestapauperis Scolaris Albini livres 10 et 11). Paris Fontemoing. — 
P. Egidi, I necrologi e i libri affini della provincia Romana nel 
medio evo (BIStIt. 25). — F. Rondolino, I Visconti di Torino : 
regesto (BStBiblSubalpin. a. 9, 1-2: Forts. 1230-1465). — J. S c h w a 1 m, 
Reise nach Franki'eich u. Italien im Sommer 1903. Mit Beilagen 
(1. Königsurkk. u. Acta imp. (1230)-1340. 2. Urkk. f. die Delphine 
v. Vienne 1303-10. 3. Briefe Clemens' V. au Philipp d. Schönen 
1310-11. 4. Schreiben deutscher Fürsten an Philipp d. Seh. 1307-08. 
5. Kleinere Mitteilungen. Anhang(NA. 29,3: Zum Anh. vgl. Hal- 
lers Replik ib. 30, 488 u. 720). —A. Ferretto, [Urkk. z. Gesch. 
d. Markgrafen Obertus Pallavicini 1233-62] (GSLLig. a. 5, 7-8). — 
Rcpertorio delle pergamene dell'universitä o comune di Barletta 
(1234-1650). Napoli d'Auria. — Urkk. Gregors IX. u. Innocenz' IV. 
(1235 u. 1246) (Osnabrücker ÜB. 4). — 3 Bullen Innocenz' IV. 
(L. Gevelers, [Urkk. d. Klosters Lilienthal. CambraiJ: BGBrabant 

2. 3). — Urkk. Innocenz' IV. 1245-52 für S. Denis (J. Cordey, 



BIBLIOGRAPHIE ] OO-ir-ö 3.")7 

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d'hist. du M. A.). — Breve Innocenz' IV. (1246), Vidimus e. Briefes 
Innocenz' IV.. Urk. Alexanders IV. (1256) (vgl. NA. 30, 513). — 
M. Straganz, Regesten z. Tirolischen Gesch. (FMGTirolVorarlb. 
2, 1: 1248 ff.; auch Daten aus Italien; Forts.). — E. Rivaita, Una 
ballata pohtica del sec. 13 (Gruss an Konrad IV. 1251?; vgl. GSLI. 
45, 436 f.). Bologna Zanichelli. — 2 Urkk. Alexanders IV. (Archives 
du Cogner Serie H ed. L. J. Denis). — Notizie varie (BStMonte- 
rubb. 1, 12: u. a. Alex. IV. an Monterubb. betr. Manfred 1255). — 
K. Hampe. (4) Ungedr. Briefe z. Gesch. K. Richards v. Oornwa 11 
aus d. Sammlung Richards v. Pofi (NA. 30, 3: 1257-62). — G. Sforza. 
II cartularium Johannis Jone di Portovenere (GSLLig. a. 5, 3-6: 
Privaturkk. 1259-62). — E. Lasinio, Frammento di un quaderno 
di mandati dell'antica camera del comune di Firenze (AStIt. 35 
Fase. 2: Mandate des Camerlingo aus der Abtei Settimo v. 1259). — 
V. Ansidei e L. Giannantoni, Inventari e regesti. I codici delle 
sommissioni al comune di Perugia (BStU. 10, 2: Forts. 1259-66). — 
U. Berliere, Causes Beiges en cour de Rome 1259-63 (BCRHist- 
Belg. 74: Abdruck aus Collect. 397 des Vat. Arch.). — E. P. Vi- 
cini, Ricerche sull'aulore della cronaca «Annales Veronenses de 
Romana >> ( AMMod. 5. Ser. 3: mit Excerpta de rebus Mutinensibus). — - 
A. Pal m i e r i. Una versione greca della « Constitutio Cypria » (1260) 
di Alessandro IV. (Bess. 2. Ser. 8). — Les Registres d'Urbain IV 
(1261-64) (BEcFrang. 2. Ser. XIII). Fase. 8 (Schluss v. Bd. 3, p. 377- 
472: 1263 Nov.-1264 Spt.) p. J. Guiraud. Paris Fontemoing. — 
Urkk. Alexanders IV. u. Clemens' IV. (1261 ü. 1267) (Westfäl. ÜB. 
7 Abt. 3 u. 4). — G. Monticolo, I capitolari delle arti Veneziane 
sottoposte alla giustizia e poi alla giustizia vecchia dalle origini al 
1330. Bd. 2 T. 1. 2 (FontilstIt. 27: 1262-78). Roma. — C. Lux, 
Constitutionum apost. de generali beneficiorum reservatione 1265- 
1378 emissarum tam intra quam extra corpus juris existentium col- 
lectiö et interpretatio. Breslau Müller u. Seiffert. — Les Registres 
de Clement IV (1265-68) (BEcFran9. 2. Ser. XI). Fase. 4 (p. 345- 
440: Append. 2. Epistolae et Dictamina 1265 Febr.-1268 Sept.) p. 
E. Jordan. Paris Fontemoing. — S. Cordero di Pamparato, 
Documenti per la storia del Piemonte 1265-1300 (MStIt. 3. Ser. 9). — 
A. Jeanroy, Un sirventes contre Charles d'Anjou (1268) (AMidi 
15. 1903). — A. Sorbelli. Intorno a Pietro Cantinelli e alla sua 
prima cronaca (Rom. 1. 4: betr. Ausgabe Torraca's in RerltSS.; zu 
vgl. NA. 30,' 734 f.). — A. Ferretto, Codice dipl. delle relazioni 
fra la Liguria. la Toscana e la Lunigiana ai tempi di Dante (1265- 
1321). P. 2 (1275-81) (ASLig. 31, 2. 1903). — Bulle Gregors X. 1273 
(vgl. NA. 30, 749). — M. Boudet. Documents ined. sur les chartes 
coutumieres et gardiennes : Aspres-sur-Buech et ses chartes de cou- 
tumes 1276-1439 (u. a. Auszüge von Bullen Nikolaus' IL 1061, Alexan- 
ders IL 1068. Urbans IL 1096 u. Innocenz' IL 1142 betr. Kloster 
S. Giraldo d'Aspres: BADelphin. 16. 1902). — Les Registres de Ni- 
colas III (1277-80) (BEcFran9. 2. Ser. XIV). Fase. 2 (p. 113-208: 
1278 Sept.-1279 Mai) p. J. Gav. Paris Fontemoing. — Urkk. Ni- 
kolaus' III. u. Martina IV. (Wirtemb. ÜB. 8). — L. Verriest, 



3.')S KARL SCHELI.HASS 

2 buUes ined. d'Honorius IV et de Nicolas IV (AHEB. 3. Ser. 1 : 
1285 u. 1288). — A. Silva gni, Un testamento volgare Senese 1288 
(BsfR. 3. 1902). — G. Grimaldi e G. Luzzat o, Tpiü antichi libii 
consiliari di Fabriano (1293-1327). Fano. — IHBelge-Rome: U. Ber- 
liere, Inventaire analytique des «Libri obligationum et solutionum » 
des archives Vaticanes, au point de vue des anciens dioceses de Cam- 
brai. Liege. Therouanne et Tournai (Regesten 1296-1548; 30 Urkk. 
1335-1548. Mit Einl. u. Register). Bruges Desclee; Paris Champion. — 
Bulle Bonifaz' VIII. (1298) (vgl. NA. 30, 750). — A. Giussani, 
Un'iscrizione poco nota del territorio Comasco [in Lurate-Abate; 
betr. Kampf saec. 13 ex. zw. Torriani u. Visconti] (RiAComo 1905 
Fase. 50). — G. Degli Azzi. Spigolature di storia polit. e artist. 
Folignate nell'arch. delle riformazioni di Firenze e nell'arcli. Mediceo 
avanti il principato (BStU. a. 10, 3 p. 515 ff.: betr. 1299 ff., meist 
Resesten).' — V. Federici. Un transunto dell'Ars notaria di Gio. 
daTilbury (in der Vitt. Eman. zu Rom; saec. 13 ex.: BsfR. 4 1903).— 
F. L. Mannucci. La cronaca [di Genova] di Jäcopo da Varagine. 
Genova [keine Edition!]. 

J. a m \i s, Les premiers autograjilies de la maison de Savoie 
[saec. 14]. Turin Paravia. — U. B e r 1 i e r e, Notes sur les abbes 
de Mierbeeck (saec. 14. 15) (BGBrabant 3, 1904, p. 261-80: vatik. 
Akten). — G. C r o c i o n i, L'epistola di Dante ai cardinali Italiani 
(BsfR. 1: für die Echtheit). — G. P e t r a g 1 i o n e, Una cronaca del 
300 e l'episodio Dantesco di Guido da Montefeltro (GDant. 11). — 
( J. B a r e 1 1 i, II über instrumentorum del comune di Mondovi (Bi- 
blStSubalpin. 24). — C. D e C u p i s, Regesto degli Orsini e dei conti 
di Anguillara (BssA. 2. Ser. 16,7. 8; Forts.: 1300 ff.). — Schrei - 
Ijen Clemens' V. u. Johanns XXII. (Pommersch. ÜB. 4. 5, 1). — 
F o u r n i e r, Quelques pages du bullaire des eveques d'Arras (1306- 
1418) [37 Docc. aus d. Vat. Arch.]. Arras Presse populaire. — J. 
Schwalm, Nachlese zu f rubelten Reiseberichten. 1904. Mit 
Urkk. (NA. 30, 2: Florenz, Todi, Cremona, Grenoble; Urkk. e. 
{309 fp) — Ders., Neue Aktenstücke z. (iesch. d. Beziehungen 
Clemens' V. zu Heinrich VII. (Q. F. 7,2: 1311. 12). — G. Degli 
Azzi, Le relazioni tra la lepubblica di Firenze e FUmbria nel sec. 14 
(nach den Docc. des St. - A. Florenz). Vol. 1. Dai carteggi (BStU. 10 
Appendice: 926 Regesten 1309-1400; mit Serie cronol. degli Umbri 
magistrati in Firenze 1221-1400; Index). Perugia Un. tip. coop. — 
E. Göller, Zur Gesch. der italienischen Legation Durantis des Jün- 
geren V. :Mende (RQChrA. 1905, 1. 2: Herbst 1305 mit d. Abt v. 
Lombez nach Italien von Clemens V. gesandt; ihr Legat ionsregister). — 
Ders.. Die Gravamina auf dem. Konzil von Vienne u. ihre literar. 
Ueberlieferung (in der p. 363 gen. Festgabe an Finke). — Der s.. Mit- 
teilungen u. Untersuchungen über das päpstliche Register- u. Kanz- 
lei wesen im 14. Jahrh. besonders unter Johann XXII. und Bene- 
dikt XII. (Q. F. 7, 1). — Ders., Der Liber Taxarum der päpstl. 
Kammer (Q. F. 8,1). — F. E. C o m a n i. Per un punto (AI Chro- 
nicon Regiense R.I.S.XVIII 27 E) (Sstor. 13, 4: ad 1315). — P. P e c- 
(• h i a i. Un Serventese Ghibellino ined per la battaglia di Mon- 
tecatini (Sstor. 13. 3: mit Doec). — Jean XXII (1316-1334) Lettres 



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Communes analysees d'apres les registres dits d'Avignon et du Va- 
tican (BEcFran9. 3. Ser. l^is). Fase. 2 (Schluss v. Bd. 1 p. 265-496: 
Litterae comm. u. de curia a. 1 1316-17. Appendd.: Instrumm. misc. 
Vat. capsulae 1316-17 u. Instrr. arch. castri S. Angeli 1316-17 in in- 
ventario Garampiano) p. G. Mollat; Fase. 3 (Bd. 2 p. 1-276: 
Litterae comm. u. de curiaa. 2 1317-18. Appendd. wie in Fase. 2-1318) 
p. G. Mollat et G. de L e s q u e n. Paris Fontemoing. — Acta 
pontificum Danica. Pavelige aktstvkker vedrorende Danmark 1316- 
1536. Bd. 1: 1316-78. udg.'af L. M o 1 1 e s e n. Kobenhavn Gad 1904 
(vgl. Rez. Brackmann's GGA. 1905 Apr. u. Moltesen's Antw. Koben- 
havn). — Urk. Johanns XXII. (ÜB. d. Klosters Pforte ed. P. B o e h m e. 
2. 1. Halle). — A. L u r v, Documents pontificaux extr. des arch. 
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( AHGasc. 1904: 1321-25). — J. S u 1 1 i v a n, The manuscripts and 
date of Marsiglio of Padua's « Defensor pacis » (EHR. 1905 Apr.). — 
G. Zaccagnini, La prima fönte stör, per la vita di Federico di 
Montefeltro [Commentari di Pier Ant. Paltroni] (Ma. 3. 6. 4, 1). — 
H. V. S a u e r 1 a n d. Vatikanische biograph. Notizen z. Gesch. d. 14. 
u. 15. Jahrh. (JbLothG. 13, 1901. 15. 1903: u.a. Lupoid v. Bebenburg, 
Heinr. v. Dissenhofen, Peter de Luna, Matth. v. Cracau, Gobelinus 
Persona). — Urkk. Johanns XXII. (G r ü n h a g e n u. W u t k e. 
Regesten z. Schles. Gesch. 1327-33. Breslau 1903). — E., A 1 b e, 
Quelques-unes des dernieres volontes de Jean XXII (BSEtlittLot. 
27). — A. F e r r e 1 1 o. [Contratto di nozze tra Isabella Fieschi e 
Luchino Visconti] (GSLLig. a. 5, 9-12: 1331). — Benoit XII 
(1334-42) Lettres communes analvs. d'apres les registres etc. (BEc- 
Frang. 3. Ser. 11'»^). Fase. 4 (Bd. 2 p. 233-456: a. 6-8 [1340-42]; Obli- 
gationes u. Introitus et exitus 1334 ff.) p. J. - M. Vidal. Paris 
Fontemoing. — J. M. Vidal, Notice sur les oeuvres du pape Benoit 
XII (BSAMidi n. 29-31 p. 298-9). — L. S i m e o n i, La famiglia 
di Giovanni mansionario autore delle << Historiae Imperiales » (de 
Matociis, f 1337 Dez. 26; Abdruck seines Testamentes: AM A Verona 
4, 4). — G. C a 1 ö, Filippo Villani e il Liber de origine civitatis Flo- 
rentiae et eiusdem famosis civibus. Rocca S. Casciano Cappelli. — 
G. Cicolini, Doc. ined. di storia Trentina (RiTrid. a. 4, 1: Urk. Cle- 
mens' VI. betr. Kirche S. Vigilio in Osanna). — E. Göller, Hand- 
schriftliches aus dem Vat. Archiv z. Gesch. d. 14. Jahrh. (RQChrA. 1905, 
1. 2: 8. Zur Registerführung d. Joh. Palaysini [1343]. 9. Neue Auf- 
schlüsse über Dietrich v. Nieheim). — F. Baldasseroni, La pace 
tra Pisa, Firenze e Lucca nel 1343 [Docc.]. Firenze Galüeiana. — 
F. V e r n e t, LTne bulle de Clement VI sur la fete des fous ä Vienne 
(1344) (BHEAValence 21p. 5-6). — G. Beda, Trattato di estradi- 
zione fra Padova e Venezia (1345) (In Memoria di Odd. Ravenna). 
Padova Gallina. — R. R a i m b a u 1 1, [Pro ven^a lischer Brief an 
d. Grossmeister d. Johanniterordens 1350 über die Kreuzzugsver- 
handlungen] (BCT. 1902).— V. Lazzarini, II testamento del 
doge Andr. Dandolo (NAVen. N. Ser. T. 7, 1: 1354 Sept. 3, im :\Ius. civ. 
di'Padova). — B. C e s s i, Un trattato fra Carraresi ed Estensi 



300 KAHL SCHELLHASS 

(NAVen. N. Ser. T. 7, 2: 1354 Jan. 10). — Bulle Innocen/.' VI. (135G) 
(H. V a n d e r 1 i n d e n, i\nalvse de docc. rel. ä l'hist. de Louvain 
etc. [im Staatsarch. Berlin]: BCRHistBelg. 72). — Bulle Innocenz'VI. 
(1358) (L. D e V i 1 1 e r s, Cartulaire des hospices et des etablissements 
de eharite de la ville de Mons: ACerclAMons 31). — Bulle Innocenz'VI. 
V. 1360 für d. Bonner Kassiusstift (AnnHVNiederrh. 79, 145). — 
R. M a i o c c h i, Codice dipl. dell'universitä di Pavia. Vol. 1: 1361- 
1400. Pavia Fusi. — P. Lecacheux, Bulles du pape Urbain V con- 
cern. le diocese d'Avranchin (RAvrancliin 11). — H. V. 8auerland, 
Ein Zeugnis für den Leiter der Metzer Domscliule v. 1363 (JbLotliG. 
15, 1903. p. 466 f.: aus Urbani V. Suppl. 5). — C. C i p o 1 1 a. La sto- 
ria Scaligera negli arcli. di vSiena (AStIt. 35, 1: 6 Docc. 1368 [Karl IV.] 
-86, eines von c. 1432 [Brunoro della Scala. Casp. Schlick]). — Le- 
w in sky,[Urkk. Gregors XI. betr. deutsehe Juden] (MonGWJud. 1904 
Nov. Dez.). — Bulle Gregors XI. (1372) (J. Chavanon. Renaucl 
de Pons vicomte de Tnrenne 134S-1427: AHSaintonge 31, 90 ff.). — 
Bulle Gregors XL (1373) (vgl. X A. 30, 760). — H. V. S a u e r 1 a n d, 
Drei Lrkk. z. Gesch. d. Heirat d. Herzogs Otto v. Braunschweig u. 
der König!-"! Johanna I. v. Xeapri (Q. F. 8. 1: 1375. 76-85). — Ün- 
gedr. Akten zur Gesch. der Päpste vornehmlich im 15., 16. u. 17. 
Jahrb. (Acta inedita historiam pontificum Romanorum praessrtim 
saec. 15, 16, 17 illustr.) ed. L. P a s t o r. Bd. 1 (1376-1464) (194 Xrr. 
Briefe u. Akten vornehmlich 1455-64. Insbes. Bj-iefe u. Berichte d. 
röm. Gesandten aus dem Archiv Gonzaga zu Mantua u. die Korrespon- 
denz der Sforza). Freiburg i. B.Herder. — K. Eubel, Aus den Ausga- 
l)ebücbern der Scbisma-Päpste Klemens VII. u. Benedikt XIIL 
(RQChrA. 18. 2-4). — R. M a i o c c h i, Pel matrimonio del march. 
Secondotto di Monferrato con Violante Visconti (RiScSt. 1, 5: Doc. 
V. 1377). ^-G. de Lesquen et G. Mo Hat, Mesures fiscales exercees 
en Bretagne par les papes d'Avignonarepo(iuedugrand schisme d"oc- 
cident (ABretagne 18, 2. 19, 4). — B. F. Bellondi, Sul testo del tumulto 
dei Ciompi di Gino Capponi (AStIt. 34: betr. Ausgaben Manni"s 1733 
u. Tortoli's 1858). — L. P r a t e s i, L'istoria di Firenze di Gregorio 
Dati 1380-1405 illustr. e pubbl. secondo il cod. ined. Stradiniano. 
Firenze Seeber. — G. T r a ^ e r s a r i. Di :\Iattia Lupi (1380-1468) 
e de' suoi << Annales Geminianenses » (MStValdelsa a. 12, 2-3: mit Docc. 
1442-68: Gedichte auf ihn u. Bruchstücke seiner Reimchronik, u. a. 
betr. Pius IL). — X. R o d o 1 i c o, II codice Guadagni della cronaca 
Fiorentina di Marchionne di Coppo Stefani (AMur. n. 2). — G. Som- 
mer fei dt. Zu Matthäus de Cracovias kanzelredner. Schriften (T. 3) 
(ZKG. 25, 4). — G. B i a d e g o, La congratulatio di Alberico da 
Marcellise per la nascita di Cane Francesco della Scala (AlstVen. 
63. 1049-54: nochmal. verbess. Abdruck; vgl. Q. F. 7, 363). — H. 
Tür 1er, [Savovische Kriegsrechnung über den Walliserkrieg 
1384] (ASchwG. X. F. 10 p. 31). — Th. v. Liebenau, Drei der 
älteren Berichte über d. Schlacht bei Sempach [der 2. italienisch] 
(KathSchwbll. 1904). — F. Egidi, Un documento in volgare :\Iar- 
chigiano del sec. 14 (Vertrag zw. Montefiore u. Fermo 1388: BsfR. 5, 
1903). — G. So m m e r f e 1 d t . 2 polit. Sermone des Heinr. v. 
Oyta u. des Xikol. v. Dinkelsbülil (1388 u. 1417) (HJb. 26. 2: betr. 



BIBLIOGRAPHIE 19(1-4-5 3()1 

Schisma. Abdruck). — F. Guardione, Documenti sul 2. assedio di 
Cataniaesul riordinamento del regno di Sicilia (1394-96) (AStSicOr. 1, 
1). — Calendar of entries in the papal registers relating to Great 
Britain and Ireland. Papal letters Vol. 5 (1396-1404; ed. W. H. B 1 i s s 
and J. A. T w e m 1 o w); Vol. 6 (1404-15; ed. J. A. T w e m 1 o w). 
London H. M. Stationery Office. — Documents liist. rel. a l'abbaye 
et a la viUe de Saint-Pe (APetSemStPe 1902: p. 26-61 Docc. pontificaux 
saec. 14 ex., 15 in.). 

G. Perouse, Originaux de brefs et lettres de princes conserves 
aux arch. de la Savoie 15^ siecle. Paris Impr. nat. 1903. — A. H a m y, 
Bulles et autres documents ined. du 15*^ siecle concern. les comtes de 
Boulogne et d'Auvergne (MSAccBoulogne 19, 499-512; vgl. MA. 
1904 p. 278). — J. B. S ä g m ü 1 1 e r, Dietrich v. Niem hat den 5. 
Traktat seines Nemus unionis nicht « Colles reflexi », sondern « Calles 
reflexi» betitelt (HJB. 25. 3). — G. Sommerfeldt, Matth. v. 
Krakau u. Alb. Engelsclialk (MVGDB. 43: u. a. betr. Schismaschrift 
de squaloribus curiae Rom.). -^ F. P. Bliemetzrieder, Matth. v. 
Krakau; der Verfasser der Postillen? (StMBCO. 25. 3: über die PTA. 
6. 387iT. gedr. Postillen). — Der s., Abt Ludolfs v. Sagan Traktat 
« Soliloquium scismatis » (StMBCO. 26, l:von c. 1409). — A. N e r i, 
Xoterelle d'archivio (GSLLig. 5. 1-2: betr. Tomm. Moroni da Rieti, 
Rat Filippo Maria's v. Mailand u. dessen Zeitgenossen den sicil. 
Humanisten A. Cassarino). — H., Notes sur les croniqueurs Gino et 
Neri Capponi (BI. 5, 1). — Z. Vol ta, Note di Bartolom. Morone sulla 
storia polit. del suo tempo, 1411-49 (AStlj. a. 31, 2: Abdr. des polit. 
Teils d. Aufzeichnungen d. Mailänder Rechtsgelehrten). — P. Fedele. 
I capitoli della pace fra re I.adislao e Giovanni XXIII (AStNap. 30.2: 
1412). — N. Valoi s, Un ouvrage inedit de Pierre d'Ailly le De pers?- 
cutionibusecclesiae(BECh.65,5.6: V. 1418. Abdruck). — R.Maiocchi, 
Una lettera di ßeatrice di Tenda ai Pavesi in favore di Mortara (Brief 
der unglückl. Gemahlin Fil. Maria's 1418 JuU 27: BStPav. 4). — R. 
Starabba. Thomae de Chaula vSiculi patria Claramontis gesto- 
rum per Alphonsum Aragonum et Siciliae regem libri 5 [1420-24] 
ex cod. r. Neap. arch. nunc primum edito (Aneddoti stör, e letterari 
Sicil. Fase. 1). Palermo. — H. D u b r u 1 1 e, Les beneficiers des dio- 
ceses d'Arras, Cambrai, Therouanne, Tournai pendant le pontificat 
de Martin V (AHEB. 3. Ser. 1: aus den Annaten d. röm. St.-A. 1421- 
26). — L. F u m i. Inventario e spoglio dei registri della tesoreria 
apostol. nella Marca(aus St.-A. Rom) (Ma. 4. 1, 2:"Invent. 1421-25). — 
V. Lieutaud, Le registre de Louis III, conte de Provence, roi de 
Sicilie, et son itineraire (1422-34). Sisteron. — 2 L^rkk. Martins V. 
(1429 u. 1430) (Brem.UB. 5,3). — Concilium Basiliense. Studien 
u. Quellen z. Gesch. d. Concils von Basel. Bd. 5 Tagebücher u. Acten 
(1. Tagebuchaufzeichnungen 1431-35 u. 38. 2. Acten d. Gesandt- 
schaft nach Avignon u. Konstantinopel 1437-38. ed. G. Beckmann. 
3. Brief des Enea Silvio 1433. ed. R. W a c k e r n a g e 1. 4. Tagebuch 
des Andr. Gatari 1433-35. ed. G. Coggiola; vgl. Q. F. 7, 318). Basel 
Helbing u. Lichtenhalm. — S. M e r k 1 e, Konzilsprotokolle oder 
Konzilstagebücher? Erörterungen zu d. Geschichtsquellen des Basler 
u. Trienter Konzils (HJb. 25. 3: Schluss). — A. Li n d b 1 o m, Akter 



KARL SCHELLHASS. 



rörande arkebiskopsvalet i Uppsala 1432 samt striden därom mellan 
konung Erik och Svenska kyrkan (Skrifter utg. af kyrkohistoriska 
Foren 4, 2) [auch vatik. Akten]. Uppsala 1903. — L. H. La bände, 
Piojet de translation du concile de Bale en Avignon pour la reunion 
des eglises Grecque et Latine. Docc. inedits sur la Subvention payee 
au concile par les Avignonais (ASStProv. 1,1). — C. M a n f r o n i, 
2 nuovi docc. per la storia della marineria Genovese (1435) (GSLLig. 
a 5 1-2). — E. P r e i s w e r k, Eine 2. Beschreibung Basels v. 
Enea Silvio [1438] (BaslZG. 4, 1). — L. Stern, [150 Briefe de^ 
Aeneas Sylvius in der nach Berlin überführten Lübener Kirchen- 
l)ibliothekj (BBkWilmanns). — Verzeichnis der Podestä etc. von 
Rovereto (Trid. a. 7, 10 p. 462 f.: 1438-1508). — A. Cerioli. 
8u di un monumento ined. [1511] alla B. Guarisca Arrigoni [lebte um 
1438] nella Valle Malaspina di Canneto Pavese con cenni stör, su Val 
Taleggio (RiStAless. a. 13 Fase. 16; vgl. ibid. a. 14 Fase. 17-18 p. 
335 f.). — M. Bors a, Correspondence of Humphrev duke of Glou- 
cester and Pier Candido Decembrio (EHR. 1904 Juli': 19 Briefe 1439- 
44 aus Bibl. Riccard., Bologna, Ambrosiana; am Schluss Dec. 's Wid- 
mung d. Uebersetzung von Piatos Staat an den Herzog aus Harleian 
Ms. 1705). — G. Bourgin, Les cardinaux Frangais et le diaire 
cameral de 1439-86 (MAH. 24, 2-3: Auszüge aus Arm. 31 t. 52 fol. 
15b-71b: Anh. Les Depositarii saec. 15 ex.). — Die Immaculatabulle 
der Väter des Baseler Konzils 1439 (Kath. 1903 p. 518-20). — V. Du- 
b a r a t, Bulles pontificales rel. au card. Pierre de Foix le vieux (saec. 15) 
(BSScPau 2. Ser. 31). — Note sur 5 bulles adresses au card. P. de Foix 
(1440-55) (EthrelBayonne 1902p. 553). — S. Lambros, 3 Briefe 
geistl. Personen, die Unionsfrage betr. (1440) (\:o: VjJ:ri'.[rii,')A-yi 
Athen 1904 März 31). — Der s.. [Schreiben d. letzten Herzogs v. 
Athen Franko Acciajuoli an den Mail. Herzg. Franc. Sforza] (N^o: 
]-:ü:r:ryjMr,'jÄ-iv 1904 Juni 30). — G. Bourgin, La famiglia pon- 
tificia sotto Eugenio IV (ARSRomStp. 27, 1: 2 Geldanweisungen 
beim Tode d. Papstes 1447 mit je einer Liste seiner Familiäres; aus den 
Mandat! camerali). — U. B e r 1 i e r e. Les eveques auxiliaires de 
Tournai (RBened. 21. 4: Schluss 1448-1897; auch röm. Material).— 
G. Perouse, [7 Breven Felix' V., eines von Sixtus IV.] (BCT. 1901 p. 
397-406: im Archiv Chambery). — Ders., Depenses de voyage de Louis 
duc deSavoie dans la Bresse et le Dauphine 1451 et 52 (MDSSayHA. 
42. 1903). — Ders., Depenses de lamaison du princeAme deSavoiefils 
du duc Louis 1462-65 (MDSSavHA. 42, 1903). — G. S.Scipioni, 4let- 
t?re di Pand. CoUenuccio da Pesaro. Ascoli Piceno Cesari. — H. D u- 
l)rulle. Documents p. servir ä l'hist. des indulgences accordees ä la 
ville de Malines (saec. 15 med.) (AnnSLouisFr. a. 8, 4: 11 vatik. Docc. 
1451-59; eines ausSt.-A. Rom v. 1456). — Ders. .Docc. tiresdesarchives 
de l'etat ä Rome et concern. le diocese de Cambrai (BSEtCambrai 6, 
135-144: Zeit Pius' IL). — Ders., Bullaire de la province de Reims 
s^us le pontificat de Pie IL These. Lille Giard. — 2 Bullen Pius'II. 
(vcrl. NA. 30. 756). — 2 Urkk. Pius' IL u. Sixtus' IV. (ÜB. d. Stiftes 
u. d. Studt Hameln T. 2. ed. E. Fink. Hannover 1903). — Decreto 
della cittä di Fermo (BStMonterubb. 2, 14: v. 1458). — G^ S_f o r z a, 
l'n sitiodo scoiiosciuto della diocesi di Luni-Sarzana (1470-71) (GS- 



BiBLioGKAPHii: 1904-3 3(33 

LLig. a. 5, 7-9). — Concession du droit d'avoir hötel prive portatif 
(durch Kardinalleg. Nicolaus 1475 zu Cliambery: MDSSavHA. 41, 
1902). — G. P e r i n e 1 1 e, Depeches de Nicolas de' Roberti am- 
bassadeur d'Hercule I^r, duc deFerrare. aupres du roi Louis XI (nov. 
1478-juUlet 1480) (MAH. 24, 2-5: 27 aus Modena Staatsarcli.). — II 
Diario Romano di Jacopo Gherardi da Volterra 7 sett. 1479 al 12 ag. 
1484 (RerltSS. Fase. 26-27: Bd. 23 T. 3)ed. E. C a r u si. Cittä di Ca- 
stell.o Lapi. — G. L a M a n t i a, I capitoli delle colonie Greco-Albanesi 
diSicilia deisecc. 15 e 16(1482ff.: Einl. u. Ed.). Palermo Giannitrapani. 

— V. J. Noväcek, Paralipomena de vitis episcoporum Olomucen- 
sium 1482-1571 (SBBöhmGW. 1902 n. 15: aus Vat. Arch.). — U. V. 
T e s t a, 2 epistole di Gio. Pico della Mirandola (RiAbruzz. 19, 8-9: 
an Lorenzo il Magnifico 1484 u. Erm. Barbaro). — G. C h i r i a t t i, 
II ragionamento di Angelo Tafuri .(betr. Zug der venetian. Flotte 
gegen Otranto 1484) dimostrato falsificazione posteriore (RaPugliese 
1904, 3. 4). — F. D'E 1 i a, Un privilegio di re Ferdinando I d'Ai^a- 
gona [1484] riportato nel « Ragionamento >> di A. Tafuri (RiSalent. 
2. 3-4: a])okryph). — L. Beltrami, II decreto per la piazza del 
castello di Milano 1492 (nozze Gnecchi-Chiesa). Milano Allegretti. — 
F. D'E 1 i a, Docc. per la storia del brevissimo e travagliato regno di 
Ferd.IId'Aragona (RiSalent. 2. 5-6). — Cronache ined. della 2.1ibertä 
di Pisa (MEru ct. Fase. 1 Suppl.). PisaMariotti. — H. Hauser, De quel- 
ques sources de l'hist. des premiei'es guerres d'Italie (RHMC. 6, 5). 

— J. Calmette, Contribution ä la criticiue des « Memoires » de 
Commynes. Les ambass^des Fi^angalses en Espagne et la mort de D. 
Juan cle CAstille 1497 (MA. 1904 Mii-Juni: zweimal. Gesandtschaft 
Du Bouchage's; Rechtfertigung Commyne's). — L. G. Pelissier, 
Documents sur les relations de l'empereur Maximilien et de Lud. 
Sforza 1499 (RLR. 1904-5). — Ders., L^n traite de geographie po- 
litique de l'Italie (saec. 15 ex.) (BI. 5, 2 : in cod. 921 der Bibl. v. Lyon; 
Abdruck). — E. G ö 1 1 e r, Zur Stelhmg des Korrektors in der päpstl. 
Kanzlei (RQChrA. 1905, 1. 2: saec. 15." 10; Angabe Alfonso's de Soto 
u. einer Aufzeichnui g c. 1560). 

b. Darstellungen und Aufsätze. 

F. B u c a 1 o, La riforma morale della chiesa nel medio evo 
e la letteratura antiecclesiastica italiana dalle origini alla fuie del 
secolo 14. Milano Sandron. — P. D e s 1 a n d r e s, Le catholici- 
sme est-il une cause de decadence pour les nations latines? L'E- 
spagne. Paris Blond. — P. S c h e f f e r - B o i c h o r s t, Gesamm. 
Schriften. Bd. 2. Ausgewählte Aufsätze u. Besprechungen, ed. E. 
S c h a u s u. F. G ü t e r b o c k. Berlin Ehering (Für Schüler u. Freunde 
bei direktem Schreiben an die Hrsgeber ermäss. Preis). — Festgabe, 
enth. vornehmlich vorreformationsgeschichtl. Forschungen, H. Fin- 
ke zum 7. Aug. 1904 gewidm. von s. Schülern. Münster Aschendorff. — 
A. Werminghoff, Gesch. der Kirchenverfassung Deutschlands im 
• :\Ia. Bd. 1. Hannover Hahn. — Er m i n i. I parlamenti provinciali 
dello stato ecclesiast. nel medio evo. Roma Un. coop. edit. — J. M a r- 
t i n L'eglise et l'etat en Suckle au moven-äsce. Des origines a l'u- 



364 KAHL SCHELLHASS 

nion de Calmar (RQH. 1905 Jan. 1). — A. H a u c k. Der Gedanke 
der päpstl. Weltherrschaft bis auf Bonifaz VIII. Progr. Leipzig 
Edelmann. — A. M. K o e n i g e r. Burchard I. v. Worms u. die deut- 
sche Kirche seiner Zeit (1000-25). München Lentner. — G. Beck- 
rna nn, Der Kampf um die Adria (Grenzboten 1905, 17: 1000-190-1). — 
G. G a g g i a, I primordi della « Treuga Dei >> (RiScSt. 1, 1-2; zu vgl. 
dort 9-10). — J. B. S ä g m ü 1 1 e r, Die Ehe Heinrichs II. d. Heiligen 
mit Kunigunde (TliQ. 1905, 1). — H. E 1 t e s t e r, Eines Papstes 
Osterreise (Kath. 1904 p. 186 f.: Benedikt VIII. 1020 zu Heinr. 
II.). — F. L a b r u z z i, Se il conte Umberto Bianca mano fu con- 
testabile del regno di Borgogna (AvStIt. 35, 1: 1032 tatsächlich wohl 
oberster Feldherr dort). — F. N., Eriprando notaio Milanese del sec. 
11 (AStL. a. 32 p. 211). — J. P a q u a y. La consecration de l'eglise 
de Voerendael par Leon IX 6-13 aoüt 1049 (Leod. 3, 11). — H. 
S t e i n a c k e r. Zur Herkunft u. ältesten Gesch. d. Hauses Habsburg 
(ZGORh. N. F. 19: u. a. üb. ein Privileg Leo's IX.). — E. D u p r e e 1. 
Histoire crit. de Godefroid le Barbu duc de Lotharingie marquis de 
Toscane. LTccle Wauters. — R. C o t r o n e o, Bricciclie storiche. 1. 
Sergio duca di Calabria (RiStCalabr. a. 12. 11-12: dessen Epitaph v. 
1070). — H. H o 1 1 k o 1 1 e, Hugo Candidus. ein Freund u. Gegner Gre- 
gors VII. Diss. Münster. — K. Glöckner, Inwiefern sind die gegen 
Gregor VII. im Wormser Bischofsschreiben v. 24. Jan. 1076 ausge- 
sproch. Vorwürfe berechtigt i' Diss. Greifswald. — C. A. G a r u f i, 
Adelaide nipote di Bonifazio del Vasto [Gemahlin Ruggiero's 1087] 
e Goffredo figliuolo del gran conte Ruggiero. Per la critica di Goffr. 
Malaterra e per la diplomatica dei primi Normanni in Sicilia. Pa- 
lermo La Casto. — A. Grub n. Die Byzantinische Politik z. Zeit 
der Kreuzzüge. Progr. Berlin Weidmann. 

J. Seh midi in, Diekirchenpolit. Theorien des 12. Jahrh. (AKKR. 
1904,39-55). — G. Meyer v. Knonau, Jahrbücher des Deutschen 
Reiche.s unter Heinrich'lV. u. Heinrich V. Bd. 5 : 1097-1106 (JbbDG.). 
Leipzig Duncker u. Humblot. — B. M o n o d, Etüde des relations entre le 
Saint-Siege et le royaume de France 1099-1108. Pascal II et Philippe 
I. Mäcon Protat. — A. G h e n o, La patria di Pasquale II e i conti Ra- 
nieri di Salto in Romagna. Roma. — ^ E. R a n i e r i. La famiglia del 
pontefice Pasquale II ed i conti Ranieri di Perugia (RiCollArakl. 1904 
Mai; zu vgl. die Juni-Nr.: vgl. BStU. 10. 363). — P. Fedele. Le fa- 
miglie di Anacleto II e di Gelasio II (ARSRomStp. 27, 2). — P. V i 1- 
1 a r i, I primi 2 secoli della storia di Firenze. Nuova ed. Firenze 
Sansoni. — B. Monod. L'eglise et l'etatau 12« siede. L'election epis- 
copale de Beauvais (1100-04). Etienne de Garlande et Galon. Paris 
Champion. — A. A 1 b a n e s i, Mafalda diSavoia (1100-1200). Parma 
Battei. — E. Caspar. Roger IL (1101-54) u. die Gründung der 
normann.-sicil. Monarchie [mit Regesten 1093-1154; Exkurs: DieGrün- 
dungsurkk. d. sicil. Bistümer u. die Kirchenpolitik Rogers I.]. Inns- 
bruck Wagner. — Ders., Die Legatengewalt der normann.-sicil. 
Herrscher saec. 12 (Q. F. 7,2). — D. Schäfer, Zur Beurteilung des 
Wormser Konkordates ( AbhBerlini\k. 1905). — E. R o g a d e o, Gli Ale-, 
ramici neiritalia meridionale [mitDocc. 1144 ff.J.Trani V^ecchi. — K. 
Hampe. Kritische Bemerkuneen zur Kiri-hcnpolitik (Vr Stauforzeit 



BIBLIOGRAPHIE l'.)14-5 3()5 

(HZ. X. F. 53. 3: üb-r Hmu- k'sKirchengesch. T. 1). — F. Ga b o 1 1 o, Del 
reggimento e dei rivolgimenti interni di Toi-t ona 1 156- 1213 (BStTorton. 
1905 Fase. 7). — B. H a n o w, Beiträge zur Kriegsgesch. der stau- 
fischen Zeit. Die Schlachten bei Carcano u. Legnano. Berlin Hayns 
Erben (Rez. G ü t e r b o e k DLitt. Z. 1905 Nr. 26). — S. Romano, 
Opera di beneficenza della contessa Adelasia (f nach 1160) e rinveni- 
mento dei suoi resti mortali a Caltanisetta (AStSic. a. 29. 3 u. 4). — 
J. B. S ä g m ü 1 1 e r, Eine Dispens pä.pstl. Legaten zur Verehlichung 
eines 7 jährigen mit einer 3 jährigen 1160 [betr. Ehe d. engl. Prinzen 
Heinrich mit der französ. Prinzessin Margaretha] (ThQ. 86, 4). — 
G. M e y e r v. K n o n a u, Die Heiligsprechung Karls des Grossen, 
ein Moment im Kampfe zw. Kaisertum u. Papsttum (ZüricliTb. 
1904). — P. Piacenza, Una pagina rifatta nella storia dei card. 
Jacopo Pecorara [Vesc. Prenest. 1175?-1244]. Parma. — M. Robe r- 
t i, Dei giudici Veneziani prima dei 1200 (NAVen. N. Ser. 8, 2). — 
A. Fisch, Fideles jusqu'ä la mort, ou precurseurs et martyrs (u. a. 
Valdo, Savonarola). Paris Fischbacher. — ^ A. C 1 e m en t, Conrad 
d'Urach. de l'ordre de Citeaux, legat en France et en Angleterre 
(RBened. 22, 2; Forts, folgt). — A. H a u c k, Ueber die Exkommu- 
nikation Philipps V. Schwaben (BKSächsGWLeipzig 1904 Aug. 1). — 
SuU'ordinamento militare dei comuni italiani nel tempo delle leghe 
Lombarde (Rfa. 1904 Dez.). 

H. Werner, Kirchen- u. sozialpolit. Publizistik im Ma. (DGBll. 
6, 3. 4). — A. P a 1 m i e r i, Una storia dei cattolicismo nella Georgia 
(saec. 13 ff.) (Bessarione 2. Ser. 6: ein 1902 in Tiflis erschien. Buch 
jI. Tamarati's). — Ders., I vicarij patriarcali di Costantinopoli (Bes- 
sarione 2. Ser. 7: saec. 13-18). — C h. C a r a y o n, L'mquisition au 
13 e et au 14e siecle. Mazamet 1903. — A. L an g, Beiträge z. Gesch. 
der ax)ostol. Pönitentiarie saec. 13 u. 14 (MIÖG.7. Erg.Bd. H. 1). — 
A. Rosenkranz, Prophetische Kaisererwartungen im ausgeli. 
Mittelalter (PrJbb. 1905 März: für Italien 13. Jahrh.). — Pidoux, Les 
cardinaux Franc-Comtois (RiCollArald. 3, 1: saec. 13-19). — G. U. 
M o nd o 1 f o, Le cause e le vicende della politica dei comune di Siena 
sec. 13. Siena Tip. coop. — V. Feder ici, Un vescovo sconosciuto 
della diocesi di Tivoli (Claro saec. 13 in.) (nozze Hermanin-Hausmann). 
Perugia Un. tip. coop. — K. H a m p c, Deutsche Angriffe auf das 
Königreich Sizilien saec. 13 in. (Hist Viert. 7, 4: im Anhang u. a. 
2 Briefe Innocenz' III. aus cod. Lat. 1 1867 der Pariser Nationalbibl.). — 
L. M a g g i u 11 i, Un profeta Salentino dei sec. 13. Maglie Capece. — 
F. T o s t i d i V a 1 m i n u t a, L'antica navigazione Bolognese. 
Una battaglia navale fra Bologna e Venezia nel 13 sec. 2^ ediz. Bo- 
logna Beltrami. — C. A. G a r u f i, Su la curia stratigoziale di Mes- 
sma nel tempo Normanno Svevo (AStMess. 5, 1-2). — F. S a v i n i, 
Sui fiagellanti, sui fraticelli e sui bizochi nel Teramano durante i secc. 
13 e 14 e una bolla di Bonifacio VIII dei 1297 contro i bizochi ivi ri- 
fugiati (AStIt. 35, 1). — G. R. R i s t o r i, I Paterini in Firenze nella 
prima metä dei sec. 13 (Ristcrscteol. 1. 1). — E. G ü t s c h o w, In- 
nocenzIII. u. England. München Oldenbourg 1904 (HistBibl. 18). — 
A. L u c h a i r e. Innocent III, Rome et l'Italie. Paris Hachette. — 
E. Gerland. Der 4. Kreuzzug u. seine Probleme (XJbbKlA. Abt. 



36(1 KAHL srn-LLTiAss 

1. 13, 7). — H. Krabbo. Die Versuche der Babenberger zur Grün- 
dung einer Landeskirche in Oesterreich (AÖG. 93, 1). — Ders., Die 
Brandenburgische Bischofswahl i. J. 1221 (FBPG. 17, 1: Regesten 
z. ital. Reise Gernands 1221-24 u. 5 Bullen Honorius' III.). — L. X e u- 
h a u s, Die Reichsverweserschaft u. Politik des Grafen Heinrich v. 
Anjou, d. 2. Kaisers im Lateinerreiche zu Byzanz. Leipzig Fock. — 
G. P a o 1 u c c i. La prima lotta di Federico II di Svevia col papato 
(AAPalermo 3. Ser. 7: 1226-30). — D e r s.. Le finanze e la corte di 
Federico II di Svevia (ib.: 1231 ff.). — E. Michael. Walther v. d. 
Vogelweide u. s. Sprüche gegen die Päpste (ZKTh. 1905. 2). — Ders.. 
Reinmar v. Zweter mit besond. Rücksicht auf s. Papstsprüche 
(ib. 3). — P. S. L e i c h t. II parlamento della patria del Friuli. Sua 
origine e c()-;tituzione (AAUdme a. 1903-4: Forts, mit 307 Regesten 
1231-1419: Abdruck v. 18 Docc. 1274-1414). — E. C a b i e, Date du 
concile de Beziers tenu par Gautier leaat du Saint-Siege et itineraire 
de ce legat 1231-33 (AMidi 1904 JuH). — L. A. B o 1 1 e s h i, Ez- 
zelino e Telezione del vescovo in Padova sec. 13 (AMAPadova a. 363 
N. Ser. 20: 1239.40. 9 Docc. aus d. Kapitelsarch. m Padua). — 
F. Schirmer, Beiträge zur Gesch. K. Friedrichs II. (1. Die Kon- 
troverse über e. Anwesenheit F'.s m Deutschland 1242; 2. F'. s kirclil. 
Stellung). Diss. Rostock. — The commercial and fiscal policv of the 
Venetian republic (1244-1784) (EdinburghR. 410. 1904 Okt.). — J. Pa- 
q u a y, Marcuald de Modene archidiacre de Hesbaye, prevot de Ton- 
gres (Leod. 3, 10: 1237-74). — Ders., La visite canonicjue de l'eglise 
de Tongres 1248 (ib. 3, 5: im Emverständnis mit dem päpstl. Legaten 
Capoeci). — E. M.. Un Comasco al soldo di Federico II di Svevia 
(1240) (PSSC. 1904 Fase. 60). — Ders., II vescovo di Como 1249 
(ib.). — P. P a 1 u m b o. I Guelfi e i Ghibellini in terra cVOtranto, 
dai registri Angioini edagliscrittorisincroni(RiSalent. 1, 7: insb. Schil- 
derung Manfreds). — F. Briganti, Della guerra tra Perugia e Fo- 
ligno 1254 (BstU. a. 10.3). — A. F e r r e 1 1 o, Una lapide Pisana nel pa- 
lazzo di S. Giorgio (GSLLig. a. 5, 3-6: betr. Bau des Kastells Lerici 
1255). — M. K r a m m e r, Rechtsgeschichte des Kurfürstenkollegs 
bis zum Ausgange Karls IV. 1. Der Einfluss d. Papsttums auf d. 
deutsche Königswahl. Diss. Berlin. — G. Tononi, Relazioni di Te- 
daldo Visconti "(Gregorio X) collTnghilterra 1259-71 (AStParm. X. 
Ser. 2). — Q. S ä n t o 1 i, I Pistoiesi ghibellini e scomunicati(BStPist. 
a. 6, 3: der 1. Bann wohl 1260; Doc. v. 1267 über die Lossprechung 
vom Bann). — K. Ha m p e, frban IV. u. Manfred [HeidAbh. 
llj. Heidelberg Winter. — 0. de Poli, Le papeL^rbain IV; recherches 
sur sa famille et son blason. Vannes Lafolye freres 1903. — Arson- 
V i 1 1 e, Urbain IV et la fete-Dieu ä Laon. Liege Cormaux 1903. — - 
P. M. Bau m g a r t e n, Die Uebersendung des roten Hutes (HJb. 
26, 1: Vorgänge v. 1261 u. 1312; Verfügung Johanns XXII.; e. Vor- 
gang von 1903). — F. W i 1 h e 1 m, Das Aufkommen der Idee eines 
deutschen Erbreichs (MIÖG. 7. Erg. Bd. H. 1: betr. Politik ürbans 
IV. u. Clemens IV.). — E. T o c c o, Guglielma Boema e i Gugliel- 
miti (MAL. 8, 1900. ed. 1903: Guglielma jc. 1271 in Mailand). — L. A. 
ß o 1 1 e g h i, Jacopo Dalesmanini e le fazioni di Padova 1277 ( AMA- 
Pad. a. 363 X. Ser. 20, 139-54: PJheprocess mit einer Paltenieri). — 



b;blo;raphie U)i»4-.~) 3i'i7 

r. Cipolla, II conte Loisio di S. Bonifacio podesiä di Piacenzo 
1277 (AlstVen. 64.2). — C. De F r a n c e s c h i, II comune Polese 
e la signoria dei Castropola (AMSIstriana 20: Schluss der Darstellung. 
Docc. [16] 1277-1329; Forts, folgt). — O. Cartel lieri, Peter v. Ara- 
gon u. die sizilian. Vesper (HeidAbh. 7) (Beil. 5: Das Verhältnis d. Chro- 
nik des Giov. Villani zu dem «Rebellamentu di Sicilia », dpm «Liber 
Janidi Procita ». u. der« I.eggenda di ni. Gianni di Procida'») (Rec. P. 
Fedele AStNap. a. 30. 2). Heidelberg Winter. — L. Thomas, 
La vie privee de Guillaume de Nogaret (AMidi 1904 Apr • geb' 

c. 1260? mit 5 Docc. 1291-1314). - A n t . Thomas, Le plus 
anciei\ temoignage sur Guillaume de Xogaret (ib. Juli. p. 357 f.: 
V. 12S2). — G. B. P i c o t t i. I Caminesi e la loro signoria in Tre- 
viso 1283-1312. Livorno Giusti. — L. S i m e o n i. Federico della 
Scala conte di Valpolicella (AlstVen. 63, 1061-75: geb. c. 1287: Anhän- 
ger Heinrichs VII.; Anh. Vertrag F."s mit Verona 1313 Jan. 24). 

Dai tempi antichi ai tempi moderni; da Dante a Leopardi: rac- 
colta 'di scritti critici etc. (nozze ^l. Scherillo-T. Xegri). ^Milano Hoepli. 
— F. Tocco, I fraticelli (AStlt. 35, 2: Ausbreitung u. Bedeutung 

d. Sekte saec. 14 u. 15). — J. Mesnil, La compagnia di Gesü 
pellegrino (in Florenz; Docc. saeo. 14-16) (Riar. 2). — F. N a n i 
Mocenigo, Veneziani ed L^ngheresi fino al sec. 15 (AtVen. 
28, 1). — J. J eg e r I ehn e r, Beiträge z. Gesch. der venetian. 

Herrschaft auf Greta während d. 14. Jahrh. (ByzZ. 13. 1904 vSept.). 

B. C e s s i, Venezia e Padova e il Polesine di Rovigo ; -^c. 14. Citta 
di Castello Lapi. — A. M a r c h e s a n. Gaia da Camino nei docc. 
Trevisani, in Dante e nei commentatori della « Divina Commedia » 
[Ehrenrettung der Gaia]. Treviso Turazza. — A. Della T o r r e, 
L'amicizia di Dante e Gio. Villani (GDant. 12). — P. V i g o, La 
repubblica di Firenze e Roberto d'Angiö re di Napoli nella discesa in 
Italia di Enrico VII di Lussemburgo. Livorno Meucci. — H. F i n k e, 
Zur Charakteristik Philipps des Schönen (MiÖG. 26,2). — K. Wen c k! 
War Bonifaz VIII. ein Ketzer? (HZ. X.F. 58, 1). — F. Legge! 
The secret of the Templars (MonthlyR. 50, 1904 Nov.).— J. ^'p a- 
nella, Revisione critica del processo contro i Templari conforme 
al risultato dell" <<■ Inquisitio » Romagnola (Rom. 1.5: der Process in 
Paris u. in d. Romagna). — G. Moll a t, Les doleances du clerge 
de la province de Sens au concile de Vienne (1311-12) (RHE. 1905 
Apr. 15).— Ders., Jean XXII (1316-34) fut-il un avare? {'RHE. 
1904 Juli 15 u. 1905 Jan. 15). — E. Albe, Autour de Jean XXII. 
Hugues Geraud eveque de Cahors. L'affaire des poisons et des en- 
voütements 1317; le card. de Montfares de Castelnau-Montratier. 
Cahors Soc. d'impr. Cadurc. — E. B e r g e r, Jean XXII et Philippe 
le Long (JSav. 1904 Mai: nach Coulon's Edition). — M. Guggen- 
h e i m, Marsilius von Padua u. die Staatslehre des Aristoteles 
(HistViert. 7,3). — J. M. V i d a 1, Le tribunal d'inquisition de Pa- 
miers. Xotice sur le registre de Peveque Jacques Fournier (1318-25) 
(AnnSLouisFr.a. 8, 4. a. 9, 1. 2. 4: im Cod. Vat. lat. 4030). — Ders., Le 
sire de Parthenay et l'inquisition (1323-25) (BHPhCT. 1904). — 
F. G a b o 1 1 o, La prima pratica nuziale di lolanda di Monferrato 
(BStBiblSubalpin. 8, 6: mit dem ältesten Sohn Ludwigs d. Baiern 



3*)S KART. SCHELLHÄSS 

1322). — P. Papa, Rezension von G. Livi, Meinorie Dantesche 
1323 e 1325 (erschienen in XAnt. 1904 Apr. 1) (AStIt. 34, 2; 
Abdruck e. Liste v. Prestatori Toscani a Bologna). — R. C a s t e 1 1 i, 
Carlo duca di Calabiia, signore di Firenze. Con not. sul suo vicariato 
nel regno di Napoli. Padova. — L. Ciaccio. II card. legato Ber- 
trando del Poggetto in Bologna (1327-34) (AMRomagna 23, 1-3; 
Forts, folgt). — M. W ehr m a n n, Vatikan. Nachrichten z. Gesch. 
der Caminer Bischöfe im 14. Jahrh. (BaltSt. X. F. S: 1329 ff. 1410). — 
F. Petrarca e la Lomljardia. Miscellanea di studi stör, e ricerche cri- 
tico-bibliogr. raccolte per cura della Soc. Stör. Lonib. Milano Hoepii. 

— (Zur Petrarca - Litt. vgl. auch Abschn. I 4, III 5, IV 1 u. 2). — A. 
V e c o 1 i, L'incoronazione di F. Petrarca (RaXaz. 138). — U. B e r- 
1 i e r e, Un ami de Petrarcpie. Louis Sanctus de Beeringen (mit vat. 
Djcc. 1330-63) (IH Beige Rome). — D e r s., Une invasion de 
de Tabbaye des Dunes (ASEniFlandre 1905 Febr.: Quelle 2 Briefe 
Benedikts XII.). — F. X o v a t i, II Petrarca ed i Visconti (in dem 
obenl. 9 gen. Band u. in Ri. dlt. 1904 Juli: 1347 ff.). — J. Gay, Le 
pape Clement VI et les affaires d'Orient (1342-52). Paris Bellais. — 
U. B e r 1 i e r e, La succession beneficiale de X'icolas Vanderborch 
(1348) (BGBrabant: Bulle Clemens' VI. 1348 Dez. für Phil. d'Ampuis). 

— Ders., Pierre de Viers abbe de Lobbes (1348-54) (ACerclAMons 
33: 11 vat. Docc. 1328-54). — A. F e r r e 1 1 o, Contributo alle rela- 
zioni tra Genova e i Visconti sec. 14 (GSLLig. 1904, 9-12). — G. M o 1- 
1 a t, Pierre Bersuirc, chambrier de X. - D. - de - Coulombs au dio- 
cese de Chartres (RBened. 22, 2: 1349 Dez. durch Clemens VI. er- 
nannt; Abdruck d. Bulle). — K. Rieder, Zur Konstanzer Bistums- 
gesch. in der 2. Hälfte des 14. Jahrh. (in der jj. 363 gen. Festschrift 
an Finke: auch Beziehgen. zu Rom). — B. Ricci, Di Aldobran- 
dino d'Este vescovo di Modena [1352-78] (AMMod. 5. Ser. 3: j 1381 
als B. V. Ferrara). — M. A n t o n e 1 1 i, Vicende della dominazione 
pontificia nel patrimonio di S. Pietro in Tuscia dalla traslazione della 
8ede alla restaurazione dell'Albornoz (ARSRomStp. 27, 1. 2: Schluss; 
c. 1353-C.60; mit. Urkk. 1318-57. fast nur päj)stl. Schreiben). ^ — L. 
S i g h i n o 1 f i, La signoria di Gio. da Oleggio in Bologna (1355-60) 
(BiblstorBologn. 10). Bologna Zanichelli. — F. F i 1 i p p i n i, La 
2^ legazione del card. Albornoz in Italia (1358-67) (vSstor. 13. 1: Forts.; 
Docc. 1362 Xov.-64 März). — ^ L. H. L a b a n d e, Bertrand Du Gue- 
sclin et les etats pontificaux de France; passage des routiers en Lan- 
guedoc (1365-67); guerres de Provence (1368). Paris Picard. — D e- 
]i r e z, Hugo Aubriot praepositus Parisiensis et urbanus praetor 
(1367-81), quo pacto cum ecclesia atque universitate certaverit. 
Paris Fontemoing. — M u g n i e r, L'union du j^rieure de Cravin ä la 
chantrerie de l'abbaye de St. Michel de la Cluse 1366 (MDSSavHxV. 
42, 1903). — H. Codi in, Jean Galeaz Visconti et le comte de Vertus 
(AStL. a. 32,2: französ. Mandat Galeazzo's 1368; Schätzung der 
Grafsch. v. 1366). — A. A. M i c h i e 1 i, II Petrarca e Carlo IV ad 
Ucline 1368 (FDom. 26, 29). — L. Z a n u 1 1 o, Carlo IV di Lussem- 
burgo e F. Petrarca a Udine 1368 (nozze Dalla Santa). Udine Del 
Bianco. — V. Fontana, F. Petrarca in Udine (BSIt. 10, 14).— 
Q. S o m m e r f e 1 d t, Zu Heinrich Totting v. Oyta (f 1397 in Wien) 



BIBLIOGT^APHIE 1904-Ö 3()i> 

(MIÖG. 25, 4: u. a. Abdruck eines pä pst!. Protokolls 1371 über s. Streit 
mit Adalb. de Ericinio). — T li. S c h r a d e r, [Prozess d. .Stadt 
Hamburg gegen Erzb. Albrecht II. v. Bremen an der Kurie 1371-87] 
(ZVHambG. 12). — U. B e r 1 i e r e, Jean de West eveque urbaniste 
de Tournai (BCRHistBelg. 73, 1904, 351-88: mit insb. vat. Akten 
1372-83). — M. Wagner, Die englische Kirchenpolitik unter K. 
Richard IL (1377-99). Bonn. — F. P. B 1 i e m e t z r i e d e r, Das 
Generalkonzil im grossen abendländ. Schisma. Paderborn Schöningh. 
— H. K o c h e n d ö r f f e r, Päpstl. Kurialen während d. grossen 
Schismas (NA. 30, 3). — M. v. D r o s t e, Die Diözese Lüttich zu 
Beginn d. grossen Schismas (in d. p. 363 gen. Festgabe an Finke). — 
R. M a i o c c h i. Lo scisma d'occidente e Gian Galeazzo Visconti 
(RiScSt. 1905 März). — P. S a 1 e m b i e r, II grande scisma d'occi- 
dente, svolto in Italiano da V. Lusini. Siena Tip. S. Bernardino. — 
K. G u g g e n b e r g e r. Die Anerkennung Urbans VI. durch die 
in Avignon weilenden Kardinäle (HJb. 26, 314 I.). — K. U n k e 1, 
Ein Beitrag z. Gesch. der kirchl. Wirren in der Erzdiözese Köln während 
d. grossen päpstl. Schismas (AnnHVNiederrh. 79, 181-83). — N. 
R o d o 1 i c o, La democrazia fiorentina nel suo tramonto (1378-82). 
Bologna Zanichelli. — G. C o 1 1 i n o. La politica fiorentino-bolognese 
dairavvento al principato del conte di Virtü alle sue prime guerre di 
conquista (mit 122 Docc. aus Florenz 1379-86; 4 aus Bologna 1385. 
86: MAccTorino 54). — N. de P a u w, L'adhesion du clerge de Flan- 
dre au pape Urbain VI et les eveques urbanistes de Gand (1379-95) 
(BCRHistBelg. 73, 1904; mit 4 Docc. 1360-85). — Locarnesi e Te- 
deschi a Reggio Emilia nel 300 (BSSI. a. 26, 6-8: 1385-98). — G. 
S i r e g n i, 11 primo fidanzamento di Valentina Visconti (RiSeSt. 
1, 9: mit Karl, Sohn Bernabö's). — L. Z a n u 1 1 o, II pontefice Bo- 
nifazio IX. Memorie Friulesi suUo scisma d'occidente 1389-1404. 
Udine Del Bianco. 

C. C o n t i R o s i n i, II Gadla Filpos e il Gadla Johannes (abessin. 
Heilige; interessant für pol. Gesch. der abe.ssin.Provv. saec. 15 in.: 
MAL. 8, 1900, ed. 1903). — L. P a 1 a t i n i, Cenni sulle vicende polit. 
dell'Abruzzo specialmente della cittä di Aquila [1400-50] (BssA. 16, 
7: mit Statistik von Aquila). — K. Krofta, [Kurie u. kirchl. Ver- 
waltung Böhmens in vorhussitischer Zeit] (Cesky casopis historicky 
10, 19()4). — L u na, Don Pedro de Luna (Benedicto XIII) ante la 
historia y el derecho. Madrid Romero. — J. D o i z e. Le dernier pape 
d' Avignon (Benedikt XIII. 1403) (EtCompJesus 1903 März 20). — 
Ders.,BenoitXIII ä Peninscola (ib. 1903 Mai 5). — L. H. Labande, 
Andre de la Salle. Nouveaux docc. sur sa vie et ses relations avec la 
maisond'Aniou(BECh.65:mitl2Docc. 1409-41). — F. P. Bliemetz- 
rieder, Kom-ad v. Gelnhausen u. Heinrich v. Langenstein auf 
dem Konzile zu Pisa (HJb. 25, 3: litt. Einfluss auf Kardinalerzb. 
Philargi v. Mailand). — G. C a s s i, I Veneziani in Friuli: narrazione 
stör, della conquista Veneziana del Friuli 1411-20. Verona Drucker 
1903. — E. ]M a r r i, Eroica morte di Benv. Dini da S. Gimignano 
nella difesa della Rocca di Montalto (1413). Pistoia Flori. — N. V a- 
I ois, Concordats anterieurs a celui de Frangoisler. Pontificat de Mar- 
tin V (RQH. 1905 Apr. 1). — A. R o n z o n i, II Cadore sotto il do- 



370 KARL SCHELLHASS 

minio clella repubblica di Venezia (1420-1797) (AStCadorino a. 6. 
1-10: - c. 1470). — G. L u m b r o s o, Poniponio Leto « il Moro » 
(ARSRomStp. 27. 233-35).— Zur Gesch. Giord. Orsini's (1426 Aug. 
in Bacherach) s. HJb. 26. 473. — V. Vitale, Una contesa tra An- 
cona e Venezia sec. 15 (AMMarche N. 8er. 1. 1: - e. 1430). — G. 
P e r o u s e, Le card. Louis Aleman president du concile de Bäle 
et la fm du grand schisme. Paris Picard. — J. H. H o f m a n, [Henri 
Scatter chanoine d'Utrecht. collecteur (1432) de la chambre apost.] 
( \GAartsbUtrecht 30; laut RHE. 1905 Jan. 15 p. 268). — E. M., 
Pioggie e tempeste in Como 1433-34 (PSSC. 1904 Fase. 60). -- F. 
P. L u i s o, Firenze in festa per la consacrazione di S. Maria del Fiore 
1436 (nozze Neno-Simonetti). Lucca Giusti. — V. E. B i a n c h i, 
Gio. Maria Vitelleschi ed un verbale del consiglio comunale di Roma 
1436 (RaNaz. 1904 Febr. 1: im röm. Notaria tsarch. u. im Arch. v. 
Corneto). — A. Pellegrini, Niccolo Piccinino per la repubblica di 
Lucca [14361. Lucca Baroni. — V. v. Kraus, Deutsche Geschichte 
im Ausgange des Mittelalters (1438-1519) (BiblDG.). Bd. 1 (-1486). 
Stuttgart Cotta. — C. A u n e r, La Moldavia al concilio di Firenze 
(EchOr. 1904 Nov.). — P. Frederic q. [Der Ablass v. 1443 für 
S. Lambert zu Lüttich] (MABelg. 63. 1903). — L. R o s s i, Firenze 
e Venezia dopo la battaglia di Caravageio (14 sett. 1448) (AStIt. 34: 
mitflorentin. Akten 1448-49; 2 Stücke aus Siena 1450). — G. Mazza- 
tinti, Li una corte Romaunola del 400 (Ri.d'It. 1905 März: am 
Hofe zu Forli 1448 ff.: Pino e Barbara Ordelaffi). — A. C o 1 o m b o. 
L'ingresso di Franc. Sforza in Milano e Tinizio di un nuovo principato 
(ASfL. a. 32. 2: Kap. 1-3; Forts, folgt). — G. P a r d i, Leonello d'Este 
marchese di Ferrara (geb. 1407, j 1450). Bologna Zanichelli. — S. 
V a 1 e n t i. Marco da Caderzone (geb. c. 1430). Una pag. di storia 
Giudicariese (ATrent. 19, 1). — W. v. H o f m a n n, Zur Gesch. 
der päpstl. Kanzlei vornehml. in d. 2. Hälfte d. 15. Jahrh. 4. Die Praxis 
d. Aemierbesetzung u. ihre Folgen. Diss. Berlin. — J. P a q u a y, 
La mission du cardinal-legat Nicolas de Cusa au diocese de Liege 
(AHEB. 2 Ser. 14, 285: 1451). — Fr. B r u n c 1 i k, [Aeneas Sylvius 
u. der Landtag in Beneschau 1451] (Progr. Gymn. in Beneschau 1903). 
— E. M., Irio da Venegono cancelliere di Franc. Sforza (1452-79) 
(PSSC. 1904 Fase. 60). — F. A 1 e s s i o, Luserna e Pinterdetto di 
Giacomo Buronzo (BStBiblSubalpin. 8, 6: Interdikt v. 1453). — 
A. M e s s e r i, Galeotto Manfredi, signore di Faenza. Medagliere sto- 
rico di A. Messeri. Faenza Tip. soc. — G. R o m a n o, Per la dote d'Ip- 
])olita Simonetta [Bemühungen des Gemahls Gaudenzio conte di Em- 
den am Hof der Sforza; Emtreten Erzh. Sigmunds für seinen Gene- 
ralkapitan]. Messina . — E. B a r b a r i c h, Giorgio Castriota. lo Scan- 
derbeg [f 1467] (NAnt. 1905 Apr. 1: aus s. demnächst erschein. Werk 
Albania). — C. Pa iilus. Metzer Gesandtschaften an den päpstl. Hof 
gelegentl. d. Streites (1462) zw. Stadt u. Domkapitel (in der p. 363 
gen." Festschrift an Finkt)- — K. S i e g 1, Zeugnisse für die_^Recht- 
gläubigkeit von Eger vor Verhängung des Interdiktes 1467 (MV- 
GDB. 42: u. a. vom päpstl. Legaten Rudolf v. Lavant). — P. Fre- 
deric (|. L'heresie a Tuniversite de Louvain vers 1470 (BAB. 1905: 
darin Breve I^iuls IL 1470).— L. Z d e k a u e r, Sano di Pietro e 



BIBLIOGRAPHIE 1904-Ö 371 

m. Cione di Ravi, conte di Lattaia [Beziehungen desConte zum Maler 
Sano 1470-73; seine Differenzen mit den Malavolti] (in Bd. 1 der p. 
426 1. 4 V. u. gen. Publ.). — M. L a n d w e h r v. P r a genau, Zur 
Geschichte Iwans III. Wassiljevic(MIÖG. 25, 4: darin 5. Iwans 
2. Heirat [1472]; Versuche e. AUianz Venedigs mit den Tartaren). — 
J. C a r t w r i g h t, Beatrice d'Este duchess of Milan (1475-97). 
London Dent. — F. M u g n i e r, La desconfiture de Charles le Teme- 
raire [bei Nancy] (MDSSavHA. 40). — N. H i 11 i n g, Die Errich- 
tung des Notarekollegiums an der röm. Rota durch Sixtus IV. 
1477 (in der p. 363 gen. Festgabe an Finke). — G. Onestinghel, 
La guerra tra Sicfismondo conte del Tirolo e la repubbl. di Venezia 
1487 (Trid. a. 8, 1: Forts, fokt). — A. C o 1 o m b o, Ludovico 
il Moro e la Francia secondo un frammento di cronaca contemporanea 
(BStBiblSubalpin. 9, 5-6). — G. L a C o r t e-C a i 11 e r, Per la morte 
di Alfonso II d'Aragona (AStSicOr. 1, 1: 1495 Nov. 17). — A. E p i- 
f a n i a, Carlo VIII di Valois a Napoli. Napoli Giannini 1903. — x\. 
S e g r e, I prodromi della ritirata di Carlo VIII, re di Francia, da 
Napoli. Saggio sulle relazioni tra Venezia, Milano e Roma 1495 (AStIt. 
34: Schluss; mit Docc). — G. Baccini, Vinc. Dandini e la veste del 
Savonarola (Riar. 1: aus d. Erinnerungen Dandini's 1660-61). — L. 
M a r i n e 1 1 i, Cenni stör, intorno a Taddeo della Volpe Imolese 
(Rag. 1904 März: Kriegsmann, zuletzt in venet. Diensten, geb. 1474, 
f 1534). — - F. F o s s a t i, Lodovico Sforza avvelenatore del nipote? 
(Testimonianza di Simone del Pozz:>) (AStL.a. 31, 2). 



3. 1500-1700. 

a . Quellen. 

L. A u V r a y. Inventaire d'une collection de lettres de car- 
dinaux des 16 et 17 siecles (Mss. Italiens 1183-84 de la Bibl. Nat.) 
(RHD. 1905, 1). — L. Frati, Due cronisti Bolognesi plagiari 
(AMRom. 23, 1-3: Nicc. Seccadenari u. Gir. Bolognini ;saec. 16). — 
F. Ceretti, Lettere ined. del conte Gio. Francesco II Pico della 
Mirandola (AMMod. 5. Ser. 3: 15; 11 an Ercole u. Alfonso v. Ferrara; 
1500-32; aus Staatsarch. Modena). — F. P i j p e r, [The profits 
of indulgences] (NedAK. N. Ser. 3, 1: Doc. v. 1502; laut EHR. 1905 
Jan.). — R. Steck, Die Akten des Jetzerprozesses (1507-9) nebst 
dem Defensorium (QSchwG. 22) [Eingreifen der Kurie; Justizmord 
an 4 Dominikanern in Bern]. — Un breve di Papa Giulio II al comune 
di Monterubbiano (BStMonterubb. 2, 13: 1507 betr. Podestä). — 
Bulle pour Claude et Georges de Charanson par le pape Jules II 
15 mai 1508 (MDSSavHA. 41, 1902). — Carta de Geronimo de Vieh 
embajador en Roma de los reyes catolicos (RABMuseos 7, 1903: 
Krankheit Julius' IL). — Documenti relativi al castello di Milano 
(1513-26) pubbl. da L. B e 1 1 r a m i. Milano Allegretti. — H. U 1- 
m a n n, Analekten z. Gesch. Leos X. u. Clemens' VIII. (AReformG. 
2, 2: 13 Briefe 1516-27). — Bulle du pape Leon X ä P. Lambert cha- 
noine de Geneve (Vollmacht z. Errichtung! e. Coelestinerklosters) 



372 KARL SCHELLHASS 

(MDSSavHA. 42. 1903). — E. Solmi, Docunienti ined. sulla dimora 
di Leonardo da Vinci in Francia 1517 e 18 (AStL. a. 31. 2i aus Gon- 
za^aarchiv). — H. H a u s e r, Le «Journal» de Lovise de Savoie 
[Mutter Franz' I.] (RH. 86. 2). — H. S a u e r, Die Schrift des Guil- 
lielmus Valla Rhegiensis über den Exarchat von Italien [1522 od. 23]. 
Diss. Göttingen. — Liste des nonces envoyes en France 1524-92 
(BECh. 65, 309 f.). — M. L u p o-G e n t i 1 e, "intorno a un ragguaglio 
di Gio. Forteguerri (BStPist. a. 7, 1: c. 1549 über die Ereignisse v. 

1525 ff. in Pistoia). — G. Valeggia, Le Istorie fiorentine di Nicolo 
Machiavelli [Ed. u. Kommentar von Buch 1-4]. Mortara-Vigevano 
Cortellezzi. — E. Schäfer. Die älteste Instruktionen-Sammlung der 
spanischen Inquisition (AReformG. 2, 12: buchstabengetreue Kopie 
d. Ausg. V. 1630 mit ihrer von dem 5. Generalinquisitor Manrique c. 

1526 veranstalteten Copüacion; deutsche Uebers. unter dem span. 
Text). — S. Pell in i, II testamento di Alfonso Fieramosca [Bruders 
von Ettore, v. 1526] (Sstor. 13. 1: aus d. Arch. notarile Novara). — 
P. G u e r r i n i. Documenti Bresciani riguard. il saeco di Roma 
del 1527 (RiScSt. 1. 8). — F. C. C a r r e r i, Alcuni diplomi della 
casa Castaldi (GArald. 1905 Febr.-März: kais. Diplome 1528-71). — 
Relazione di Ant. Giustinian sopra i boschi del Trivigiano e del Friuli 
(1528) (nozze Toso-Giustiniani Recanati). Venezia Sorteni e Vidotti 
1903. — A. F e r r a j o 1 i. Due lettere ined. di Francesco Berni 
(GSLIt. 45 Fase. 133: an Blosio Palladio 1528 u. 34, 1528 als Sekretär 
Giberti's; aus d. Archiv der Pia Casa degli Orfani in Rom). — St. 
E h s e s. Kard. Lorenzo Campeggio auf dem Reichstage v. Augsburg 
1530. 2. (RQChrA. 18, 3-4: Korresp. mit Rom aus Germ. 54, Arm. 
11 caps. 7 nr. 25, Arm. 64 Vol. 18 u. Prencipi 10). — C. Lagoma g- 
g i o r e. L'istoria Viniziana di Pietro Bembo. Saggio crit. con docc. 
ined. (NAVen. N. Ser. T. 7. 8: Kap. 1-3; Forts, folgt). — F. X. Mol- 
f ino, Codice dipl. dei Cappuccini Liguri (1530-1900). con pref. di 
P. S e m e r i a. Genova Tip. della Gioventü. — S. Franciscus Bor- 
gia, quartus Gandiae dux et Soc. Jesu praepositus generalis tertius. 
Bd. 2 (1530-50; MHSocJesu) Schlussfasc. 5 (darin Epp. ad B. 1539-50; 
Indices). Madrid 1903. — E. S a 1 z e r, :\Iiscellen aus den Carte Far- 
nesiane des Staatsarch. zu Neapel (Q. F. 7, 1: Brief K. Ferdinands 
1534, Hzg. Wilh.'s v. Baiern 1546). — T. Schies. Bullingers Kor- 
respondenz mit den Graubündern [u. a. mit Vergerio u. Gio. Becca- 
ria. dem Reformator Locarno^s]. 1. 1533-57 (QSchwG. 23). — A. 
R. Villa, El emperador Carlos V v su corte (1522-39) (BRAHist. 
44-46,2: Forts. Docc. 1534-38 Nov.Y — Ed. Solmi. Lettere ined. 
del Card. Gasparo Contarini nel carteggio del card. Ercole Gonzaga 
(XAVen. N. Ser. T. 7.2: bietet zu den bereits von Friedensburg in 
Q. F. 2 [aus dem nämlichen Carteggio] u. von Dittrich veröffentl. 
27 Stücken noch 18 uned. Docc. v. 1535-40). — G. F r u t a z, Xotes 
sur Rene de Challant [Minister Karls III. u. Em. Filiberto's] et sur 
le passage de Calvin dans la vallee d'Aoste. Xeuchatel Wolfrath et 
Sperle. — W. F r i e d e n s b u r g, Zwei Aktenstücke zur Gesch. 
der kirchl. Reformbestrebungen an der Rom. Kurie (1536-38) (Q. F. 
7, 2). — D e r s., Gio. Morone u. der Brief Sadolets an Melanchthon 
v. 17. Juni 1537 (AReformG. 1, 4: 4 Briefe 1537-38 aus d. Ambro- 



BIBLIOGRAPHIE 19U4-5 373 

siana). — L. Frati, I ricordi di due papi (AStlt. 35, 2: Paul III. u. 
Innocenz IX.: in d. Univ. bibl. zu Bolopjna). — II breve di Paolo III 
per la fiera di Pentecoste (BStMonterubb. 2, 17). — Epistolae pp. 
Paschasii Broeti. Claudii Jaji, Joannis Codurii et Simonis Rodericii 
8. J. (MHSocJesu) Fase. 4-6 (1540 ff.). Madrid. — Epistolae p. Hie- 
ronymi Na dal S. J. 1546-77 (MHSocJesu) To. 4: Selecta Natalis mo- 
numenta in ejus epistolis commemorata Fase. 1.2. Matriti. — Scripta 
de S. Ignatio de Loyola Bd. 1 ( = MIgnatiana 4. Ser. in MHSocJesu) 
Schlussfasc. 5. Madrid. — S. Ignatii de Lovola Epistolae et instruc- 
tiones (= MIgnatiana 1. Ser. in MHSocJesu) Bd. 2 (1548-50; In- 
dices). Madrid. — 0. Harnack, Pasquinos Schreiben an Land- 
graf Philipp Rom 1542 Okt. 12 (in « Philipp d. Grossmütige » Fest- 
schrift d. Hist. Vereins f. d. Grossh. Hessen : Mahnung, kaiserlich zu 
bleiben; Verfasser wohl dem Gesandten in Rom Don Diego Hurtado 
di Mendoza nahe stehend). — Moog, [Jesuitenbriefe aus Deutsch- 
land 1549-53] (RITh. 1904 Juli-Sept. Forts.). — A. B o f f i e F. 
P e z z a, Diplomi ined. di Carlo V e degli Sforza sopra il dazio di 
Mortara (BStPav. a. 4, 4: 1549; 1477). — G. F. P o z z i, Tre lettere 
alla comunitä d'Imola (1550-55). Imola Coop. tip. ed. 1903. — A. 
Postina. Beitrag zur Gesch. des Trienter Konzils. 2. Periode 
(RQChrA. 18. 3-4: Candidus u. theol. Fakultät zu Köln an J. van 
Zwichem 1551). — R. Mumm, Verzeichnis der gegen das Konzil 
von Trient gerichteten Schriften (in seinem Buch: Die Polemik d. 
Martin Chemnitz gegen d. Konzil v. Trient. T. 1). — S. M e r k 1 e, 
Etüde sur trois journaux du concile de Trente (RHE. 1904 Okt. 15: 
Verfasser Laurent Del Pre, Nie. Praume u. Jean Bapt. Fickler). — 
St. E h s e s, Hat Paolo Sarpi für seine Gesch. des Konzils v. Trient 
aus Quellen geschöpft, die jetzt nicht mehr fliessen? (HJb. 26, 2: 
nein). — B. d i M o n 1 1 u c, L'assedio di Siena (1554-55), secondo la 
narrazione conten. nel libro 3 dei suoi commentarij. Trad. dall'ed. 
francese pubbl. 1872. Firenze Lumachi. — G. Del l'O s t e, L'as- 
sedio e la distruzione di Montecatini (1554) narrati da un contem- 
poraneo. Pescia Nucci 1903. — P. La Fontaine, Per messa no- 
vella [darin Briefe des Kard. Gio. Franc. Gambaro B. v. Viterbo an 
Borromeo]. Viterbo Agnesotti 1902. — J.-B. de Florbecq, Commen- 
tarius de erectione et gestis collegii Soc. Jesu Luxemburgensis (1570- 
1608) (HlnstrpublLux.). — N. B i a n c h i, Nozze e venuta di Lu- 
cretia da Este moglie di Franc. Maria 2° duca d'ürbino [Doc. v. 1571; 
verfasst von L. Zacconi]. Pesaro Federici. — K. Sc h r a ii f. Der 
Reichshofrat Dr. Georg Eder. Eine Briefsammlung als Beitrag z. 
Gesch. d. Gegenreformation in Niederösterreich. Bd. 1: 1573-78. 
Wien Holzhausen. — P. T a c c h i-V e n t u r i, Diario concistoriale 
di Giulio Ant. Santori card. di S. vSeverina (SDSD. 25: Schluss 1575-76). 
— T h. V. Li eben au. Per la storia delle cittadellediTorino e diVer- 
celli (BSSI. 26. 9-10: Doc. v. 1578 u. 80). — D. G u e r r i n i, Buoni 
vecchi maestri italiani di milizia e di guerra. sunti e note. 1. La guerra 
d'assedio di Gabriele Busca (1580; Traktat verfasst für d. jungen Karl 
Emanuel I.) (Rfa. 1903). —G. Da IIa Santa, Relatione del 
nobel homo ser Dardi Bembo ritornato di capitano di Vicenza [1581]. 
Venezia Sorteni. — Processi di luteranismo in Istria (pubbl.: Dire- 



374 KARL SCHELLHASS 

zione) (AMSIstr.20: Forts. 1582-83). — F. M e s s e a. Le convenzioni 
Cesaree col Finale Ligure (1584). Codici e provvedimenti politici Fina- 
resi 1252-1733. Genova Tip. op. — Nimtiaturberichte aus Deutsch- 
land 1585 (84)-1590. 2. Abt. Die Nuntiatur am Kaiserhofe. 1. Ger- 
raanico Malaspina u. Filippo Sega. (Giov. Andr. Caligari in Graz.) 
(1584-87) (QFGörres 10). ed. R. R e i c h e n b e r g e r. Paderborn 
Schöningh 1905. — F. Briganti, Principi Giapponesi a Perugia 
e Foligno (BStU. a. 10, 3: 1585). — Una lettera di Tiburzio Spannoc- 
chi (Rag. 1904 März: Brief des Ingegnere militare v. 1586). — E. M.. 
La « Relazione di Milano [1590] » del Leoni ed altri docc. Lombardi 
[saec. 16-18 betr. Familien etc.; auch ein Testament Kard. P. Ot- 
toboni's V. 1731] donati alla Soc. stör. Lomb. ( AStL. a. 32 p. 445 f.). — 
R. M a e r e, Instruction concern. les affaires des Pavs-Bas, remise 
ä mgr. Caetani nonce ä Madrid (1592) (BCRHistBelg. '73. 389 ff.). - 

F. M u g n i e r, Lettre italienne de 1596 de msgr. Jules Cesar Riccard 
et traduction (Nuntius in Turin 1595-1601: MDSSavHA. 41, 1902). — 

G. F. W a r n e r, James VI and Rome (EHR. 1905 Jan. p. 124-27: 
Brief d. Königin Anna an Kard. Borghese 1599). 

Una «Memoria» in difesa di Monterubbiano (sec. 17) (BSt^Ion- 
terubb. 2,13). — F. S a v i n i, Alcune lettere [im Vat.Arch.] di 
vescovi Aprutini a cardinali nel sec. 17 (RiAbruzz. 20, 4). — Ducali 
sulla guerra di Candia e della Morea nel 17 sec. dalla repubbl. Veneta 
alla cittä di Forogiulio dirette. Cividale Strazzolini 1903. — E. N. 
Adle r, \'otes of documents relative to the acts of the Inquisition 
in Mexico (1601-47) (JQR. 65. 1904 Okt.). — G. G i o r c e 1 1 i, Le 
citta, le terre ed i castelli del ^lonferrato descritte 1604 da E. Baro- 
nino cancelliere del senato di Casale (DoccstorMonferr. 16) (RiSt- 
Aless. a. 13 Fase. 15. 16; a. 14 Fase. 17-18). — S. Fran9ois de Sales, 
Oeuvres T. 13: Lettres Vol. 3 (1605-8). Lyon Vitte 1904. — A. G i u s- 
s a n i, Relatione del segretario Padavino ritornato dal paese de' 
signori Grisoni presentata neH'eceellentissimo collegio ai 24 agosto 
1605 (PSSC. 1904 Fase. 60). — La mediazione di Carlo Emanuele 
I verso la repubblica di Venezia al terapo dell'interdetto. Docc. 
ined. (MStVen. 2. 8er. T. 10). — E. S c h o o 1 m e e s t e r s, Un re- 
scrit de la nonciature de Cologne contre le vicaire-general Chapeaville 
(Leod. 3, 1: 1606). — Calendar of state papers and manuscripts relat. 
to English affaires, existing in the archives and collections of Venice. 
Vol. 11 (1607-10). London Eyre. — G. B u s c h b e 1 1, Zwei un- 
gedruckte Aufzeiclinungen zum Leben Bellarmins (in der p. 363 gen. 
Festgabe an Finke). — C. Di P i e r r o, Tre lettere di A. Tassoni 
(A8tlt. 3^, 1: 1612. 13. 17 an Cosimo IL u. Hzg. v. Urbino). — R. 
B e r g a d a n i, Nota sulla (ßiestione delle « Filippiche » (GSLIt. 
45 Fase. 134-135: üb. d. Autorschaft der 1614 ex. oder 1615 Jan. 
verfassten polit. Discurse; Tassoni?)- — A. C a u c h i e, Lettres de 
Bentivoglio (1615) et de Stravius (1642) a la fin de leur mission aux 
Rays Bas cathohques (MPaulFrederic(i p. 319 ff.).- A. S e g a- 
r i z z i, Breve descrittione della navigatione proposta et inventata da 
Gabr. Bertazzolo [prefetto delle acque nello stato di Mantova] da 
Venetia per sino a Riva di Trento (AtVen. 28. 1: c. 1620). — G. 
R i c li t e r, Statuta maioris eceiesiae Fuldensis. Ungedr. Quellen 



BIBLIOGKAPHIE 1 904-Ö 375 

z. kirchl. Rechts-u. Verfassungsgesch. der Benediktinerabtei Fulda 
[darin Visitationsdekrete päpstl. Nuntien 1627 ff.]. Fulda. — G. 
C a r b o n e 1 1 i, La cronaca cliirurgica dell'assedio di Casale (1628-29) 
diHoratioPolino (BStBiblSubalp. 9, 3-4). — F. Del Piano. Pagine 
dimenticate: memorie ined. della peste di Milano 1630. Milano Tip. 
8. Lega Eucaristica. — 0. T e n c a j o 1 i. Correspondance de Milan 
(BPolonais 1904 Nov.: Brief des poln. Königs Ladislaus 1640 an O. 
Visconti [Bild Guido Reni's]). — W. Friedensburg, Regesten 
zur deutschen Gesch. aus d. Zeit des Pontifikats Innocenz' X. (1644- 
.55) (Q. F. 4-7). — Notizie varie (BStMonterubb. 1. 12: u.a. Innocenz X . 
1654 betr. Unterdrückung aller kleinen ital. Konvente). — A- 
C 1 e r g e a c. Une lettre de Fouquet (AnnSLouisFr. a. 8, 4: 1661 an 
Kard. Chigi). — F. M u g n i e r. Lettre du duc de Savoie Charles- 
Emmanuel du 25 juillet 1664 (MDSSavHA. 42. 1903). — Senato Ret- 
tori, Deliberazioni secrete di Senato-Serie Rettori (p'ibbl.: Direzione) 
(AMSIstr. 20: Forts. 1671-76). — Nota delli danni fatti alli Bossi- 
liani da li Turchi et loro soliti Morlachi (BArchStDalm. 27, 11-12 
Umschlag: 1673-79). — C. D o u a i s, La mission de M. de Forbin 
Janson, eveque de Marseille, aupres du grand duc et la grande duchesse 
de Toscane 1673. Recit d'un temoin. Paris Picard. — C. G a g 1 i a n i, 
U^n manoscritto ined. conten. un diario sulla guerra che segui la rivo- 
luzione di Messina (1674-78) (AStSicOr. 1, 2-3). — [Gleichzeit. No- 
tizen üb. Schädigung der Bevölkerung von Trau durch die Türken 
a. 1674-82] (BArchStDalm. 27 n. 9-10 Umschlag). — C. C o n t e s s a, 
Una breve relazione sulla corte di Francia 1682 e alcune spigolature 
sulla polizia estera degli inquisitori di Venezia (nozze Dalla Santa- 
Valsecchi). Torino Artigianelli. — Attestazioni rilasciate dalla repub- 
blica Veneta al capitano Vule Nonkovic (BArchvStDalm. 27, 11-12 
Umschlag: 1693). — E. R o b i o n y, Una missione ignorata d'un 
inviato del duca di Parma, Franc. Farnese, al granduca Cosimo III 
a proposito delle trattative per la successione di Spagna (AStIt. 35, 1: 
Instruktion 1698 Apr. 15). 

1). Darstellungen und Aufsätze. 

E. P r a t o, Storia generale moderna (1492-1904). Livorno Giusti. — 
A. B a u d r i 1 1 a r t, L'eglise cathol.. la renaissance, le Protestantisme. 
Paris Bloud. — Stone, Reformation et renaissance. London Duck- 
worth. — P. I m b a r t de 1 a T o u r, Les origines de la reforme. 1 . La 
France moderne. Paris Hachette. — C. Sardi, I capitani Lucchesi del 
sec. 16 (AALucch. 32). — E. Pic ot, Les Italiens en France au 16siecle. 
5.: Lesartistes Italiens en France (Forts.) (BI. 4, 4). — M. Moj-esco, 
I rifugiati Genovesi a Ginevra nei secc. 16 e 17 (RiLig. 26, 312-19: 
im Anschluss an Galiffe, Le refuge Italien de Geneve aux 16 et 17 
siecles. Ginevra Georg 1881). — D. Orano , Liberi pensatori bruciati 
in Roma dal 16 al 18 sec. (aus Akten d. röni. Staatsarch.). Roma Un. 
coop. ed. — F. Gregorovius, Lucretia Borgia (engl. Uebers. 
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reich] (BUniv. 1904 Sept.: 2. Gemahl Philibert v. Savoyen). — A. 
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mit Auszügen aus den Diari di Gerol. Priuli). — A. J. W a u t e r s. 
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disfida di Barletta (RaPngl. 1904, 3. 4: gegen Sanudo's Bericht Bd. 
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Padua u. die Jesuiten. Ein Beitrag z. Gesch. des Deutschordens 1511- 
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über d. Bestätigung Erzb. Albrechts v. Mainz i. J. 1514 (AReformG. 
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yola 's Selbstbiographie. E. quellengeschichtl. Studie (MIÖG. 26. 
1). — Ignatius v. Loyola (Kathol. Propagandaschrr. 33). Strassburg 
Le Roux. — P. S u a n, S. Fran9ois de Borgia. 1. L'homme de cour. 
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(Biblfil. 1904 Dez. 1905 Jan.: venet. Akten). — E. L e v i, Una contesa 
di precedenza tra Cremona e Pavia nei secc. 16. 17 e 18 (BStPav. 5, 1: 
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Soranzo ambasciatore Veneto e la sua attivita politica. Padova. — 
A. D a r o w s k i. Bona Sforza . Roma Forzani. — F.Pinto r, Una com- 
media politica per la restaurazione Medicea del 1552 (in dem p. 367 
1. 16 gen. Buch: eine Komödie Bonini's). — A. Segre, II richiamo di I). 
Ferrante Gonzaga dal governo di Milano e sue conseguenze (1553-55) 
[mit Docc. 1546-55] (MAccTorino 54). — Assalto di S. Gusme: episodio 
della guerra di Siena 1554. Montevarchi Varchi 1903. — M. Ritter, 
Deutsche Gesch. im Zeitalter der Gegenreformation u. des 30 jähr. 
Krieges (1555-1648). Bd. 3 Bogen 11-30 (BiblDG. Abt. 39). Stuttgart- 
Berlin Cotta. — G. C o g g i o 1 a, Ascanio della Cornia e la sua con- 
dotta negli avvenimenti del 1555-56 (BStU. 10, 2: Schluss). — M. 
B r o s c h, Paul IV. gegen Karl V. u. Philipp II. (MIÖG. 25, 3). — 
H. P a t r y, Coligny et la papaute en 1556-57 (BHLPFr. 1902 Nov. 
15). — R. A n c e l.' La question de Sienne et la politique du card. 
Carlo Carafa (1556-57) (RBened. 22, 1-3). — D e r s., La nouvelle de 
la pri.se de Calais a Rome (AnnSLouisFr. 1905 Apr.). — F r e r e, The 
english church in the reignes of Elizabeth and James (1558-1625). 
London Macmillan. — H. G. R o s e d a 1 e, Queen Elizabeth and the 



378 KARL SCHELLHASS 

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T a c c h i-V e n t u r i. La vocaziorie del ven. Roberto Bellarmino 
alla compagnia di Gesü [1560]. Docc. e note (RQChrA. 18.2).— S. M. 
C. Papalardo, S. Carlo Borromeo. Studio psicologico. Palermo Re- 
ber. — E. W y m a n n, Karl Borromeo beim Amtsantritt Pius' IV. 
(Schweizer Rundschau 1903. 6). — F. T e s s e 1 s, Le role de S. Charles 
Borromee dans la reforme catholique operee par !e concile de Trente 
(AUnLouv. 1904). — F. T o u r n i e r, Guillaume Du Prat au con- 
cile de Trente (EtCompJesus 1904 Febr. 20. März 5). — V. M a r- 
c h e s e. L'accordo fra chiesa e stato restituito dalla riforma di Trento. 
Saluzzo Rovera. — A. D e g e r t. Proces de huit eveques FranQais 
suspects de Calvinisme (RQH. 1904 Juli 1: Vorgehen d. Inquisition 
1563). — L. Pfleger, Wilhelm Eisengrein, ein Gegner des Flacius 
Illyrikus (HJb. 25, 4: geb. c. 1544, d. erste Bekämpfer der Magde- 
burger Centurien, 1567 u. 68 in Rom, c. 1570j). - — P. Fedele, Lo sten- 
dardo di M. Antonio Colonna a Lepanto (heute in Gaeta!) (nozze 
Hermanin-Hausmann). Perugia Un. tip. coop. — W. Miller. 
[Griechenland unter türk. Herrschaft 157M684] (EHR. 19, 646 fT.: 
\ufstandsversuche der Venetianer). — E. V a c a n d a r d. Etudes 
de critique et d'hist. religieuse [u. a. Les papes et la Saint-Barthelemy 
u. La condamnation de Galilee]. Paris Lecoffre. — L. Jordan. Zu 
« Niccolö Machiavelli u. Katharina v. Medici •> (HistViert. 1905. 
2). — C. M a n f r o n i, Don Giovanni d'Austria e Giacomo Fosca- 
rini (1572) da docc. ined. degli arch. di Padova e di Venezia (Rma. 
36). — F. C. E s b a c h, D. Juan d'Austria. Breslau Schlesische 
Druck. -Genoss. — G. Doublet, L^n eveque de Vence devant l'in- 
(juisition (AMidi 1904 Juli: Louis Grimaldi de Beuil 1573 inRom). — 
K. Löffler, Mag. Helmbold wider die Jesuiten (MühlhGbll. 5: 1576 
in Mühlhausen i. Th.). — D u r a n d-L a p i e. Un roi detrone re- 
fugie en France. Dom Antoine I de Portugal (1580-95) (RHD. 1904. 
1905. 1-2: Gesuch an Clemens VIII. 1592). — F. M u g n i e r, Ant. 
Favre president de Genevois, preinier president du senat de Savoie 
1557-1624 (MDSSavHA. 41. 42: u. a. Gesandter Carl Emanuels I. 
zu Modena u. Rom; Th. 2 Korresp. Bd. 1 1581-1611). — D e r s., 
Analy.se du testament de Jean Vignod.d'Annecy. Rome 9 sept. 1583 
et proces devant la Rote pour son execution (ib. 41). — F. Boncom- 
p a g n i-L u d o v i s i, Le due prime ambasciate dei Giapponesi a 
Roma (1585-1615), con nuovi docc. Roma Forzani (vgl. CC. 1904 
Aug. 20). — J. S c h m i d 1 i n. Die Papstweissagung des hl. Mala- 
chias (in der p. 363 gen. Festgabe an Finke). — Th. v. L i e b e n a u, 
War Papst Urban VII. ein Schweizer? (KathSchwbll. 1904 p. 270- 
72). — G. R u a. Per la libertä d'Italia. Pagine di letter. polit. (1590- 
1617). Torino Paravia. — A. T o r m e n e, II bailaggio a Costanti- 
nopoli di Girolamo Lippomano e la sua tragica fine (XAVen. N. Ser. 
T. 7. 1. 2. T. 8. 1: Schluss d. Dar.stellung; 43 Docc. 1591 April-Okt.). — 
V. D e 1 a B r i e r e, La conversion de Henri IV. St-Denis et Rome 
(1593-95). Paris Bloud. — D e r s., L'absolution de Henri IV ä Rome 
(EtCompJesus 1904 Okt. 20: 1595 Sept. 17). — Henri IV et le cha- 
l)itre de Latran (EthrelBayonne 1902 p. 267 f.). — E. L i k o w s k i, 
l)ie ruthenisch-römische Kirchenvereinigung genannt Union zu Brest 



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e 18 ( ACongrIntern. 9, 137-39). — G. 011 va, Le contese giurisdi- 
zionali della chiesa Liparitana nei secc. 17 e 18 (AStMess. 5, 3-4; 
Forts, folgt). — Rein, P. Sarpi u. die Protestanten. Ein Beitrag z. 
Gesch. d. Reformationsbewegung in Venedig saec. 17 in. Helsing- 
fors Lilius u. Hertzberg. — J. Ceyssens, Oncles et neveux 
Visetois a Rome au 17*^ siecle (Leod. 3, 11: Noppis, Cloes, Le Coq). — 
E. R i g n o n, Carlo Emanuele I e la Macedonia (NAnt. 1904 Dez. 
1: saec! 17 in.). — G. S f o r z a, Lo storico Raffaele Roncioni e Al- 
berico Cibö Malaspina principe di Massa (GSLLig. 4: interessant für 
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ranean: study of rise and influence of British power within the straits, 
1603-1713. 2 Voll. London Longmans. — T h. H. P a n t e n i u s, 
Der falsche Demetrius [keine Intrigue d. Papstes u. der Jesuiten] 
(MonWeltg. 21). Bielefeld u. Leipzig." — J. J. Navatel, St. Fran^ois 
de Sales et son temps d'apres sa correspondance (1605-8) (EtComp- 
Jesus 1904 Aug. 5). — G. M a n a c o r d a, II duello di Lodovico 
[der Promessi vSpos;] ed un duello storico [ein Duell v. 1606 zw. Sti- 
gliani u. dem Historiker Enr. Caterino Davila] (GSLIt. 44 Fase. 130-31 ). 

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cenzio Renieri [Astronom] (AlstVen. 64. 1: mit Docc. 1606-48. Wegen 
Abhdlg. 11 vgl. AMRomagna 22, 1904). — Der s., Serie 14 di scam- 
poli Galileiani (AMAPad. a. 363 N. Ser. 20: 93-98 [1611. 1641]).— 
W. Henke 1, E. englischer Beitrag zur Galilei-Literatur (Beil- 
AZeit. 1904 n. 193). — U. M a r c h e s i n i, Galileo cittadino Fioren- 
tino (1629) (nozze Torrigiani-Cavalli). Verona Franchini. — L. A n- 
d r e a n i, Galileo tonsurato (AStIt. 34, 2: erhielt die erste Tonsur 
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Turin (1607 Jan.) pour une prestation de serment de fidelite (RSav. 
1904, 3). — J. De 1 a Serviere, Une controverse au debut du 
17e siecle. Jacques lei' d'Angleterre et le card. Bellarmin [betr. die 
von Jakob vertretene Theorie der Unabhängigkeit der Könige vom 
Papst; Haltung Frankreichs 1609] (EtCompJesus 1903 Febr., Juni, 
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scalchi in Vigevano (BStBiblSubalp. 8). — A. P. L o r d, The regency 
of Marie de Medicis, a study of French history 1610-16. London 
Bell. — L. C. B o 1 1 e a, Una fase militare controversa clella guerra 
per la successione di Monferrato (aprile-giugno 1615) (RiStAless. a. 
14 Fase. 17-18; Th. 1). — A. C a u c h i e, L'opposition ä la Juris- 
diction du nonce de Cologne dans les Pays-Bas catholiques (1616-1783) 
(AHEB. 2. Ser. 14, 390). — B. M a c k e y, Notice sur Benoit-Theo- 
phile de Chevron-Villette, archeveque de Tarentaise [1631-58] (1622 
in Rom). Chambery Impr. Savoisienne. — G. P e t r a g 1 i o n e, 
Un'edizione ufificiale di storici Milanesi (AStL. a. 32, 1: 1622 ff.; mit 



380 KARL SfHELLHASS 

Docc. 1621-32). — G. Richter, Die adeligen Kapitulare des Stifts 
Fulda seit d. Visitation der Abtei durch den päpstl. Nuntius Petrus 
AI. Carafa (1627-1802). Fulda Aktiendruckerei. — A. R o d r i g u e z 
Villa, Ambrosio Spinola primer marques de los Balbases [1629-30 
Gouverneur v. Mailand]. Madrid Fortanet. — V. Schweitzer. Die 
Wahl des Grafen Berthold v. Königsegg zum Bischof v. Verden 1629 
(RQChrA. 1905. 1. 2). — 0. P i e r i n i. Fulvio Testi e la peste bub- 
bonica del 1630 nel Modenese (nozze Ivo-Rondini). Fossombrone 
Monacelli. — L. M i g 1 i o r i n i. Sul governo di Fulvio Testi in Gar- 
fagnana (AStIt. 34: 1640 Okt. -42 März). — P. L. B r u z z o n e. 
Un nunzio di Portogallo 1639 (Coi. 4. 1903). — G. d e M u n, Un frere 
de Mazarin. Le cardinal de Sainte-Cecile (1607-48) (RHD. 18. 4). — 
O. S e r e n a. Adolfo de Angelis (RaPugl. 1904, 3-6 : 1640 in Neapel 
wegen Hochverrates hingerichtet). — E. C h i n a z z i, Sede vacante 
e conclave di Innocenzo X Pamphili. Roma Forzani. — J. P h. D e n- 
g e 1. Kard. Karl Rossetti auf seiner Wanderung durch Tirol 1644 
(FMGTirolVorarlb. 1. 4). — F. T e n c a i o 1 i, Maria Luisa Gon- 
zaga, regina di Polonia (1645-67) (RaNaz. 138). — F. M o r s e 1 1 i n o 
A V i 1 a. La genesi della rivoluzione del 1647 in Sicilia. Palermo 
Era Nova 1903. — Nardö nei moti del 1647-48 (RiSalent. 2.5-6). — 
C a V a 1 1 i. Degli scrittori politici italiani nella 2. metä del sec. 17. 
Bologna Zanichelli. — G. C h i o s s i. Raimohdo Montecuccoli. 
Modena Tip. Mod. — A. P r o f e s s i o n e. Bricciche e curiositä 
intorno a Cristina di Svezia (BSIt. 10. 20: aus Docc. von Modena). — 
E. G a d d i. Cristina di Svezia ed 11 suo passaggio per Forli (Ri. cVIt. 
1905 Jan.: 1655). — F. cl e N a v e n n e, Le premier sejour de Chri- 
stine de Suede en Italie (RH. 86, 1: 1655. 56). — J. Croulbois. 
L'intrigue Romaine de la compagnie du Saint-Sacrement. 1. Les 
premieres tentatives [seit 1631]. 2. La mission de Brisacier ä Rome 
[1657] (RHLR. 9. 5. 6: mit Briefen von Du Plessis-Montbard an 
Brisacier 1657-60). — A. M a n a r e s i. II processo di avvelenamento 
fatto 1665-66 in Bologna contro Lucia Tolomelli per la raorte di Eli- 
sabetta Sirani (BiblstorBol. 7). Bologna Zanichelli. — A. C 1 e r g e a c. 
Les grands jours d'Auvergne et l'assemblee du clerge de France 
1665 (AnnSLouisFr. a. 9. 2: auch vat. Akten). — G. F a z i o. La 
guerra di Candia 1667-69 (Rma. 36). — Don Giovanni d'Austria II 
e la pesca del pescespada in Messina (AStMess. 5. 1-2: 1672). — Sunto 
stör, della brigata Pinerolo (1672-1904). Padova Crescini. — J. Hä ne . 
Die Befreiung ungarischer Prädikanten von den Galeren zu Neapel 
(1675-77) (ZürichTb. 1904). — G. Arenaprimo. Gli esuli Messinesi 
del 1678-79 (AStMess. 5. 3-4). — A. Zimmermann, Jakob IL u. 
seine Bemühungen betr. Wiederherstellung der kathol. Kü*che in 
England (RQChrA. 1905. 1. 2). — J. C e y s s e n s, Le dernier car- 
dinal Liegeois Jean Gualth. de Sluse de Vise et ses predeces.seurs ä 
Rome (Leod. 4. 2. 3: saec. 17; Sluse 1686 j). — C. M u 1 e t t i. La 
])attaglia di Staffarda (AStvSaluzzo 2: Niederlage Vitt. Amadeo's 
IL 1690 Aug. 18). — G. G i o r g e 1 1 i. La venuta a Casale di Bene- 
detto Maurizio di Savoia. Alessandria Piccone. — E. R o c c h i. 
II i)iano deirassedio di Casale 1695 (aufgefunden) (Rag. 20, 1903). — 
H. Tavsin. Notice histor. sur Bardo di Bardi Magalotti [franz. 



BIBLTOGRATHIE 19Ü4-Ö 381 

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Forschung über die « Eiserne Maske » (Hist Viert. 7, 3: der Träger 
wdIiI Mattioli der einstige Mantuan. Minister). 



4. 1700-1800. 

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al principio del sec. 18 (MAH. 24, 2-3: 2 Berichte des Bisch, v. Ajaccio 
Pietro Spinola v. 1701 aus d. röm. St.-Arch.). — B. M. R e i c h e r t. 
Acta capitulorum generalium ord. Praedicatorum. Vol. 9 (1725-1844). 
Romae Tip. Prop. Fide. — G. G i o r c e 1 1 i, Documenti stör, del 
Monferrato. 2 assedii del castello di Casale 1745-46 descritti dal can. 
Casalese G. A. De Morani (RiStAless. a. 13 Fase. 13-14). —P. E. 
C e r e t i, L'assedio di Tortona 1745. Diario di C. Fulchignone 
(BStTorton. 1904-5 Fase. 6). — A. B i v a r, Un nemico dei Gesuiti: 
una lettera del marchese di Pombal (1759 an den portugies. Gesand- 
ten in Rom: MSteccl. 1). — C. S t r y i e n s k i. Le testament de 
Madame Inf ante 1759 (Luise Elisabeth Tochter Ludwigs XV., Her- 
zogin V. Parma: REtH. 1903 Nov. Dez.). — C. C i p o 1 1 a, Note di 
storia Veronese. 16. Appunti sul card. E. Noris da 2 mss. Corsiniani 
(NAVen. N. Ser. T. 7, 1: f 1764). — F. N i c o 1 i n i, Lettere ined. 
di Bernardo Tanucci a Ferd. Galiani (AStNap. a. 29, 4. a. 30, 1. 2: 
Forts, der Briefe 1764 Aug. - 1767 Jan.). — A. C l e r g e a c, Une 
correspondance ined. entre la duchesse d'Ayen et le card. Torregiani 
au sujet de Dominicains de France (1764) (AnnSLouisFr. 1905 Juli). — 
E. G r e p p i, LTn'opera inedita di Aless. Verri sulla storia d'Italia 
( AStL. a. 32, 1). — G. Z a n n i, La satira a Roma in tempo di sede 
vacante: il conclave de 1774 (Fav. 23, 8-9). — D o m i n i c i, Docu- 
menti Livornesi ined. sulla guerra dell' indipendenza d' America 
[12 Briefe 1777-78]. Siena Tip. ed. S. Bernard. 1903. — F. P a s i n i- 
F r a s s o n i, Relazione sulla nobiltä di Ferrara (1786) (RiCollArald. 
3, 1: von Kard. Franc. Carafa). — -De G r o u c h y e A. G u i 1 1 o i s, 
La revolution frangaise racontee par un diplomate etranger; corre- 
spond. du bailli de Virieu, ministre plenip. de Parme (1788-93). Paris 
Flammarion 1903. — G. Bonacci, II regno di Napoli alla vigilia 
della rivoluzione francese secondo le impressioni di un contemporaneo 
[senatore Gianni]. Firenze Landi. — G. B o u r g i n, Le cas du eure 
Pannecet (MAH. 25, 1-2: Gesuch des nach Narni ausgewanderten 
Pannecet 1793 um Absolution für den 1791 geleisteten Bürgereid). — 
Ambasceria del senato di Bologna al direttorio esecutivo della repubbl. 
francese: prima relazione al senato e alcune lettere. Bologna Cenerelli. 
— P. W i 1 1 i c h e n t, Briefe Consalvi's 1795-96 u. 1798 (Q. F. 7, 1).— 
G. W e i 1 1, Les papiers de Buonarroti (RH. 1905 Juli-Aug.: 1796 ff.).— 
A. A. M i c h i e 1 i, Ugo Foscolo a Venezia. Discorsi e docc. vari (NAVen. 
N. Ser. T. 7, 1: Forts. 1797; die 2 letzten Stücke v. 1812. 13). — E. 
Schulz, Quellenkunde z. Gesch. der Eroberung Maltas durch die 
Franzosen 1798. Diss. Breslau. — G. T r a v a 1 i, I Francesi nel Me- 



382 KARL SCHELLHASS 

diterraneo (1798-99). Docc. ined. (AStSic. Docc. 4. Ser. 8, 1903).— 
Documenti per gli anni 1798-1801 dovuti al landscriba Beroldingen 
(BSSI. 26. 9-10)^ — Diario Napoletano 1798-1825 (Forts. Mai 1815- 
Juli 1820) (AStNap. a. 29. 4. a. 30. 1. 2). — Documenti risguard. la 
fu repubblica di Poljica che si conservano presso P. Skarica (BArch- 
StDalm. 27 n. 1-3 Umschlag: Schluss; betr. 1799 u. 1801). —M. Fa u re. 
Souvenirs du general Championnet (1798-99 Neapel). Paris Flamma- 
rion. — E s p e r e n d i e n, La bataille de Novi ; une lettre de 
Moreau (Rcerclmil. 1903 Dez. 5). — B. Romano. [Lettere di Fil. 
Pananti a Luigi Angiolini diplomatico Toscano] (GSLLig. 1905 Jan.- 
März: saec. 18 ex.). 

b. Darstellungen u n d Aufs ä t z e. 

G. N a t a 1 i, La guerra e la pace nel pensiero Italiano del sec. 18 
(Itmod. 1904 März. Okt.). — R. A m b r o s i n i. LTn re a Bologna sul 
principio del sec. 18 [Federico IV di Danimarca]. Bologna Gara- 
gnani. — Simon. Carlo III e le condizioni del regno nel sec. 18 (Ri- 
Salent. 2. 2). — H. d' A 1 m e r a s, J. Balsamo Cagliostro. La Franc- 
Ma^onerie et l'occultisme au 18'' siecle. Poitiers Soc. Franc, d'impr. — 
M. M o r i c i. Di un inquisitore Marchigiano in Firenze nel sec. 18 
(AMMarche N. Ser. 1. 2: P. Ambrosi aus Serrasanquirico). — ^ U. 
D a 1 1 a r i, L'occupazione francese di Reggio durante la guerra per 
la successione Spagnuola (1702-06) (MStIt. 3. Ser. 9). — G. Bo- 
gnet t i, Nascite sovrane in Milano (1703-1830) (in der p. 367 1.16 gen. 
Sammlung). — A. Z a n e 1 1 i, Elisabetta Cristina di Wolfenbüttel 
a Brescia (1708) (AvStL. a. 32, 2: auf d. Wege nach Spanien zu ihrem 
Verlobten Karl III.). — G. De Bottazzi, Donativo del ducato 
d'Aosta a Vittorio Amedeo II (BStBiblSubalp. 8. 6: 1712). —T. 
Paparidrea, Vitt. Amed. II ed Acireale. Acireale Tip. XX 
vSec. — A. M. P. I n g o 1 d, Rome et la France: la2.phase du Janseni- 
sme; fragment de l'hist. de la Constitution Unigenitus de D. Vincent 
Thuillier. Paris Picard 1903. — L a c o m b e, [Die Zivilkonstitution 
des Klerus u. die Bulle Unigenitus] (Corr. 1904 Apr. 10). — T h o n o n. 
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de Blehen 1681-1761 (Leod. 4, 4. 5: Verteidiger der apostol. Con- 
stitutionen, insb. der Bulle Unigenitus, im Kampf gegen d. Janse- 
nismus). — D. G. G., La scomunica del conte Giacomo Nemours di 
Frassinello Monferrato nella cattedrale di Casale (15 giugno 1713) 
(RiStAless. a. 13 Fase. 13-14). — Un grand mariage de Savoisiens 
ä Bonn sur le Rhin 1716 (MDSSavHA. 41. 1902). — L. L a R o e c a. 
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matici e di possesso con docc. ined. Torino Paravia. — C. V i 1 1 o n e. 
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diCarlo VI d'Austria (1719-34) (AStSic. a. 29, 1-2: mit Docc. 1720- 
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(1720-65) et Louise-Elisabeth de France. Versailles Cerf. — F. Ac t o n, 
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c o n a, Friedrich d. Grosse u. die Italiener übers, v. A. Schnell. Ro- 
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ranea d'Europa e specialmente d'Italia dal 1750 ai nostri giorni. To- 
rino Paravia. — D., Le prime loggie dei liberi muratori a Napoli 
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bardia dei sec. 18. Citta di Castello Lapi. — P. de X o 1 h a c. La 
« conversion -> de Madame de Pompadour (RHLR. 10, .1: ihre Bezie- 
hungen zur Gesellsch. Jesu 1751-56). — G. D o 1 c e l t i, La fuga di 
Giac. Casanova dai piombi di Venezia (NAVen. X. Ser. T. 7. 1: 
1756 Okt. 31; mit Nota bibliografica). — H. Sage. Les ambitions 
de Louise-Elisabeth de France duchesse de Parme. Ses intrigues 
a la cour de Versailles, sept. 1757- dec. 1759 (AScip. 1903 Xov. 15). — 
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Garampi in Deutschland 1761-63 (Geheime Sendung zum geplanten 
Friedenskongress in Augsburg u. Visitation d. Reichsstiftes Salem). 
Rom Loescher. — G. B. M a r c h e s i, Un mecenate dei 700 (II card. 
Angelo Maria Durini) (AStL. a. 31, 2: geb. 1725; 1767-72 Xuntius in 
Polen; 1773-76 Vizelegat in Avignon, seit 1777 als Kardinal in u. 
bei Mailand, f 1796: mit Berichten Durini's aus Warschau 1767-68). — 

F. D e Simone B r o u w e r, Un intermezzo indiavolato (RAL. 
13, 11-12: Vorgehen gegen ein vom Priester Jerocades in Sora ver- 
fasstes Intermezzo comico 1770). — U. B e n i g n i, La rivoluzione 
di Palermo 1773 e notizie varie in un doc. Vat. ined. (MSteccl. 2). — 
A. B a r b e r i. Maria Stella (Orleans o Chiappini) (RiCollAi'ald. 3. 
3: betr. angebl. Geburt e. Tochter d. Herzogs v. Chartres 1773 in 
Modigliana). — A. C. Vit el lese hi, A court in exile: Charles Edward 
Stuart and the romance of the countess d'Albany. 2 vols. London 
Hutchinson. — G. C a p a s s o, Turchi? (1783 in Calabria) (nozze 
Scherillo-X'egri). Milano. — CM. D e r a d a, Gli uomini e le riforme 
pedagogico-sociali della rivoluzione francese. Palermo-Napoli San- 
dron. — A. G i o b b i o, La chiesa e lo stato in Francia 1789-99. 
Roma PuvStet. — G. Robert i, Benedetto Patono di Meirano (1763- 
1830; 1790 Emigrant in W^orms; seit 1795 lange in Berlin; seit 1806 
in russ. Kriegsdiensten) (MStIt. 3. Ser. 9). — F. D e s c o s t e s, 
Les emigres en Savoie, ä Aoste et dans le pays de Vaud (1790-1800) 



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Tolone 1793 (RaXaz. 1904 Dez. 16). — G. Pitre, Le condizioiii eco- 
noni. del senato di Palermo verso la fine del sec. 18 (AAPalermo 3. Ser. 

7). E. Del C e r r o. Un giureconsulto che finisce sul patibolo 

(Ri. d'It. 1905 Apr.: Di Blasi in Palermo 1795 weg. Hocliverrat). — 
R . G u y o t et P. M u r e t , Etüde crit. sur « Bonaparte et le directoire » 
]iar A." Sorel (RHMC. 5: betr. Beziehungen des Direkt, zu d. ital. 
Staaten). — G. Fahr y, Histoire de la campagne de 1796 en Italie. 
2 Bde. Paris Chapelot.*^ — D e r s., Campagnes de Tarmee d'Italie, 
1796-97. T. 3. ib. — V. S a 1 v a r o, II Trentino e la prima inva- 
sione Francese 1796-97 (Eco del Baido 1905, 2). — G. G r a z i a n i. 
Austriaci e Francesi a Vicenza e il governo democratieo Vieentino 
1796-97. P. 1. Vicenza Rumor. — G. Meyer v. Knonau, Die 
Bedeutung der Alpen um den Gardasee für d. Kampf Bonapartes 
um Mantua 1796 u. 97 (JbSchwAlp. 1904). — T. D o n a t i, I Francesi 
a Parma (1796-1814) e la satira d'un prete Parmigiano (RiScSt. 1, 
12). — G. G r e p p i, Venezia nel 1797 (R. d'It. 1905 März. Forts.). — 
D e r s.. Le dernier cri de Venise mourante (1797). Rome Impr. ed. 

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nella terra del Piemonte (1797-99). Torino Clausen. — 0. Hollander, 
Les dra]3eaux et etandards de Tarmee d'Italie et de l'armee d'Egypte 
1797-1801 [vsl. AStL. a. 32 p.219 f.]. Paris Leroy. — F. De s c o r- 
t e s. Giuseppe de Maistre sconosciuto; Venezia, Cagliari, Roma 
(1797-1803) (Corr. 10, 10). — G. M a r k o v i c, Una recensione senza 
pi'ecedenti ed un po' piü di luce (gegen Alacevic's Kritik von Pisani, 
La Dalmatie 1797-1815). Zagabria Scholz. — G. L o c a t e 1 1 i-M i- 

1 e s i. Girol. Adelasio, direttore Cisalpino (Ehrenrettung). Bergamo 
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nel 1798 (AStSic. 29, 3 e 4: mit 9 sequestr. Briefen). — M a s s o n. 
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(gehängt 1799). Aversa Fabozzi. — G. da N i n n o, Note biogra- 
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segrete dell'Italia meridionale e spec. sui carbonari. Trad. dall'ingl. 
di A. M. Cavallotti. Roma D. Alighieri. — Ch. Terlinden, Rap- 
port adresse au prince de Mean archeveque de Malines sur le point 
devant servir de base ä une note ä soumettre au St. -Siege ä l'occa- 
sion de la reprise des negociations en vue d'un concordat avec la 
cour des Pays-Bas en 1826 (AHEB. 3. Ser. 1). — D. Mantovani, 
Uno scritto ignoto di Aless. Manzoni (La Stampa 1905 Febr. 16: po- 
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Fr. D. Guerrazzi 1842 ff. s. in Abschn. III 5. — A. Tobler, Er- 
lebnisse eines Thurgaucrs in neapolitanischen Diensten (1844-50) 
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teguerrianal (nozze Cardoso-D' Ancona) I Brief Gugl. Pepe's u. des 
^linisters M. d'Ayala 18481. Pistoia Niccolai. — Atti dei volontari 
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Genei'al Govone. die ital.-preuss. Beziehungen etc. Nach Berichten 
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stri del sec. 19 (aus Carteggi ital. ined. o rari). Bd. 5 (darin Rica- 
soli, Guerrazzi. TommaseoT. Firenze Franceschini. — A. Luzio. II 
2. volume delTepistolario di G. Mazzini (Corr. della Sera 1904 Okt. 18: 
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G. Mazzini ad A. Saffi e alla famiglia Cranfurd (1850-72). Milano 
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Episkopates mic der K. Bayer. Staatsregierung 1850-89 über den 
Vollzug d. Konkordates. Freiburg i. B. Herder. — v. Hübner. 
Neun Jahre der Erinnerungen eines Österreich. Botschafters in Paris 
unter d. 2. Kaiserreich 1851-59. 2 Bde. Berlin Paetel (vgl. Corr. 1904 
n. 18). — G. A. Venturi. Una lettera di Alb. Cavalletto (in dem 
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spondenze ined. (mit lettera di A. Maffei). Milano Carrara 1904. — 
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La relazione austriaca della battaglia di S. Martino (Ri.d'It. 1904 
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Soldat Suisse ä Naples (RHVaud. 11, 1903). — Memorie stör, del 
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zione degli stati ecclesiast. della Germania per opera del primo con- 
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(ib. Apr. .15). — II recesso della dieta di Ratisbona (24 febr. 1803) 
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bricerie secondo il decreto Napoleonioo 30 die. 1809 [insb. betr. 
Provv. Liguri e Parmensi]. Milano Soc. ed. libr. — P. [Marmottan, 
L'institution canonique et Napoleon I'''". L'archeveque d'Osmond ä 
Florence (RH. 86, 1: Vorgänge 1810 u. 181 1). — F. Lenzi. Un di- 
plomatico Orbetellano del tempo Napoleonioo: il card. Tora. Arezzo. 
Roma Tip. ed. Rom. — L. Cappelletti. La leggenda Napoleonica 
dalla Beresina a Sant'Elena (1813-21). Torino Bocca 1903. — M. Fo- 
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1903 Jan. 16). — A. Giannini. Discorso commem. di Vitt. Alfieri 
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Italia 1814-48 über deren Furcht vor den Tragödien]. Sassari Satta 
1903. — G. Gallavresi. Le prince de Talleyrand et le card. Con- 
salvi. Une page peu connue de l'hist. du congres de Vienne (RQH. 
1905 Jan. 1). — Ders., Le prince de Talleyrand et les affaires 
d'Italie au congres de Vienne (RHD. 18, 3). — I. Rinieri, II con- 
gresso di Vienna e gli storici del risorgimento Italiano (CG. 1904 
Sept. 3. Okt. 17: insb. gegen Farini u. Bianchi). — M. Rosi, Un 
plebiscito repubblicano al tempo del congresso di Vienna (Ri.d'It. 
1905 Febr.: 1814 in Lucca). — Weil. [Bemühungen des Herz. v. 
Orleans 1814 wegen Aufhetzung der Mächte gegen :\Iurat] (RHMC. 

1904 März 15). — Grouchy, [Pouche über den Abfall Murats, die 
Räumung von Rom u. andere italien. Ereignisse 1814] (NRretro. 
1904 Mai Juni). — A. Lumbroso. L'agonia di un regno: G. Murat 
a! Pizzo (1815). Vol. 1. L'addio al regno di Napoli. Roma Bocca. — 
A. Pellegrini. II capitano Trentacapilli. A proposito dell'arresto 
di Murat. Monteleone la Badessa. —- Weil, Encore quelques mots 
sur Murat et Bentinck. St. -Denis Bouillant. — Darcy. La mort de 
Murat d'apres Nicola Misasi (RHebd. 1903 Apr.). — A. Bossola. 
I «Pamphlets» contro Napoleone I dopo la sua caduta (RiStAless. 
a. 13 Fase. 13-14). — II principe di Canino, Napoleone. i Napoleo- 
nidi e Pio VII nel tempo del « cento giorni » (CC. 1904 Nov. 5). — 
Passaggio di Pio VII per Alessandria (1815 Mai 22) (RiStAless. a. 14 
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Del Cerro's u. Rinieri's u. auf die folgende Arbeit) (GSLIt. 44 Faso. 
130-31). — D. Chiattone, Ingenuitä tragiche di cospiratori ; Fo- 
resti, Marroncelli e Confalonieri alla luce dei nuovi docc. (Piem. 2, 
49. 50). — Da Milano allo Spielberg (in Silvio Pellico Dez. 1903: 
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cospiratori nel 1821 e la duchessa Maria Luigia imperiale (vgl. A. 
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razzi e le cospirazioni polit. in Toscana 1830-35. Roma-Milano Al- 
brighi-Segati (Über Guerrazzi vgl. Abschn. III 5). — E. Monta- 
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Masci, II pensiero filosofico di G. Mazzini (Ri.d'It. 1905 Juni). — 
A. Marenduzzo. Jacopo Ruffini (ib. Mai: Freund Mazzini's; Mär- 
tyrer für d. Einheit 1833). — E. Parri. Giuseppe La Farina. con 
docc. ined. [u. a. betr. Polizeiwirthschaft in Messina 1837 ff.]. Ve- 
nezia Tip. Emil. — A. Colombo, Per la venuta di Carlo Alberto 
a Vigevano (1836 Aug. 30). Vigevano Tip. Vigev. — G. Sforza, 
II re Carlo Alberto e gli scavi di Luni [1837] (GSLLig. a. 5, 9-12). — 
G. Agnelli, Ferdinando I. il passeggio interno e l'obelisco del 
Largo Roma (AStLodi a. 23 Juli--Sept.: über K. Ferd.'s Aufenthalt 
in Lodi 1838: 2 Inschrr.). — G. Greppi, Souvenirs de mon pre- 
mier sejour ä Rome, 1842 (Ri.d'It. a. 1. 1). — C. Causa, Vita dei fra- 
telli Bandiera fucilati a Cosenza 1844. Firenze Salani. — P. Spezi. Ni- 
cola di Russia in Roma (1845): da un diario ined. contemp. (Coi. 1903). 
— S. V. Bischof fsha usen. Die ersten Regierungsjabre Pius' IX. 
Seine polit. Reform versuche (1846-47). Nach d. amtl. Berichten des 
preuss. Gesandten Guido v. Usedom (Kult. 1903). — B. Raschi, 
II movimento pohtico della cittä di Perugia 1846-60, dall'esaltazione 
cioe di Pio IX all'annessione al regno di Vitt. Em. II (vgl. AStIt. 
35, 263 f.). Foligno Tip. giä coop. 

U. F e r r a r i - B r a V o e A. M a r c o n i, Daniele Manin e i 
suoi tempi. Venezia Tip. commerc. — A. P a s c o 1 a t o, D. Manin 
(AtVen. 27. 2). — G. Agnelli, Anton Francesco Trotti [Patriot 
1831. 47. 49] (ADFerrarStp. 14). — V. V i s a 11 i. Casimiro De 
Lieto [Freund ^lazzini's] in marzo ed apr. 1848 (AAPeloritana 
19 2). — G. F a 1 d e 1 1 a. L'educazione di un eroe [Golfr. Mameli]. 
Due coefficienti del risorgimento Italiano (NAnt. 1904 Nov. 1). — 
P. B o s e 1 1 i, Goffr. Mameli (Commem.). Genova Armanino 1903. — 
G. Cim.bali. Nicola Spedalieri. propugnatore e martire della so- 
vranita del popolo. Roma Vn. coop. ed. 1903. — G. B i a d e g o. I 
prigionieri Toscani di Curtatone a Verona (ArSc. 2, 0). — N. P a u s a, 
II calvario di un re [Karl Albert]. Salerno Jovane. — J. W. Mario, 
Garibaldi e i suoi tempi. Milano Treves. — A. P i e r a n t o n i, Un 
fratello di elezionedi G. Garibaldi. Napoli Bideri. — E. L o e v i n s o n, 
G. Garibaldi e la sua legione nello stato Romano 1848-49. Bd. 2. Mi- 
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in ' Bologna. Bologna Zanichelli. — A. L u z i o, La campagna To- 
scana del '48 in Lombardia (con notizie su un diario di E. Tazzoli). 
Golfr. Mameli (con docc. sul soggiorno del poeta hi Milano nel '48). 
La colonna Camozzi e la insurrezione Berganiasca 1849. L'assedio 
di Roma e una äpologia del generale Oudinot (con lettere del Man- 
tov. ing. Barchetta, uno de' difensori del Vascello) (Corr. della Sera 
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